Steven Uhly

 4,1 Sterne bei 162 Bewertungen
Autor*in von Glückskind, Die Summe des Ganzen und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Steven Uhly, 1964 in Köln geboren, ist deutsch-bengalischer Abstammung, dabei teilverwurzelt in der spanischen Kultur. Er studierte Literatur, leitete ein Institut in Brasilien, übersetzt Lyrik und Prosa aus dem Spanischen, Portugiesischen und Englischen. Er lebt mit seiner Familie in München.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Steven Uhly

Cover des Buches Glückskind (ISBN: 9783442746125)

Glückskind

(84)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Die Summe des Ganzen (ISBN: 9783966390484)

Die Summe des Ganzen

(28)
Erschienen am 27.06.2022
Cover des Buches Marie (ISBN: 9783442715527)

Marie

(24)
Erschienen am 12.02.2018
Cover des Buches Adams Fuge (ISBN: 9783442743612)

Adams Fuge

(15)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Den blinden Göttern (ISBN: 9783906910444)

Den blinden Göttern

(4)
Erschienen am 27.08.2018
Cover des Buches Finsternis (ISBN: 9783906910864)

Finsternis

(2)
Erschienen am 03.09.2020
Cover des Buches Königreich der Dämmerung (ISBN: 9783442746132)

Königreich der Dämmerung

(2)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Death Valley (ISBN: 9783966391269)

Death Valley

(2)
Erschienen am 28.08.2025

Neue Rezensionen zu Steven Uhly

Cover des Buches Death Valley (ISBN: 9783966391269)
Janko-Unchaineds avatar

Rezension zu "Death Valley" von Steven Uhly

Janko-Unchained
Steven Uhly - Death Valley

Steven Uhly - Death Valley

(Secession Verlag Berlin)

 

- zynischer, sarkastischer und verkopfter Roadtrip durch das Tal des Todes -

 

Nachdem seine Mutter und ihr Lebensgefährte Gerd bei einem Ausflug ins Death Valley zu Tode gekommen sind, muss sich der autofiktionale Schriftsteller Steven Uhly um die sterblichen Überreste seiner Mutter kümmern. Kurzerhand fliegt er parallel zu Hans Butt, dem Sohn von Gerd, in die USA und strandet kurzzeitig am Flughafen Washington-Dulles. Hier lernt er den 30 Jahre alten Richard "Richie" Becker und seine wunderschöne, zwei Jahre ältere Schwester Angela "Angie" Becker kennen. Genau Stevens Beuteschema. Auch die Beckers haben hier in den USA Erbschaftsangelegenheiten zu regeln. Nur in wesentlich größeren Dimensionen. Mehr so im Beherbergungssegment. Und so wird das "Findelkind" Uhly kurzzeitig zum Gast der Beckers in Suite 21, in deren Hotel in Las Vegas. Als bekennender Menschenfeind wirft der Autor gerne mal politisch unkorrekte und zeitgenössische Spitzfindigkeiten mit scharf- oder irrsinnigem Weitblick ein. Die Wendungs- und Wandlungsfähigkeit seiner geradezu philosophisch gearteten Rhetorik ist schon enorm und bemerkenswert. Steven Uhly jongliert mit gewissen Tabus, denen er sich lediglich gedanklich und in Textform, nicht aber im wahren Leben hingeben kann. So vögelt der verheiratete Lebemann, nach einem ausgiebigen und feuchtfröhlichen Abendessen Richies Schwester Angie, bis er sich am nächsten Tag in dessen Leihgabe, in Form eines finanziell und motormäßig völlig überdimensionierten Pick-ups, auf die Fahrt durch das Tal des Todes macht. Dabei trifft der Zyniker auf allerlei illustre Gestalten, wie auch auf Hans, dessen Leihwagen eine Panne hat. Und so wird aus den Erbschafts-Konkurrenten beinahe so etwas wie "bäst fränds". Dass die ganze Angelegenheit jedoch nicht so einfach ist, wie sie sich anfangs darstellt, dürfte allerdings jedem Leser klar sein.

 

Steven Uhly, der am 6. Juni 1964 erstmals das grelle Licht eines Kölner Kreißsaals erblickte, sagt in seinem neuesten Geniestreich "Death Valley" dem ideologischen Irrsinn dieser Welt den Kampf an. Das garniert der deutsch-bengalische Autor auf 303 Seiten in locker flockiger, wie geistreicher Manier und beißendem Sarkasmus. Dabei ist der zwanghafte Egomane und selbsternannte Misanthrop denkbar selbstkritisch, allerdings nur sich selbst gegenüber. Sozialkritisch ist er auch, dann aber gerne mit Außenwirkung. Uhly schreibt "Death Valley" in der Ich-Perspektive, als wäre er Teil seines eigenen Reiseberichts. Ein autobiografisch verfasster Roman also? Mitnichten! Der Egozentriker möchte lieber vernichten und (sich selbst) belügen und zerstören und wiedergutmachen und noch so vieles mehr, was ihm mit Bravour gelingt. Hierbei rubbelt er sich mal ironisch, mal widersprüchlich an Stereotypen satt, beurteilt Menschen gerne nach ihrem Äußeren und bedient auf diese wundersame Weise Klischees, Vorurteile und Ideologien. Gedankenprononciert, wenn nicht gar verkopft spielt der, von multiplen Phobien geplagte Autor erlesen, extrovertiert und humorvoll mit Sprache, mit seinem eingenisteten oder spontanen Gedankengut oder auch seinem jeweiligen Gegenüber. Und das ist genau mein Ding. Dieses niveauvoll-frivole jonglieren mit Wortmaterial, Syntax und Kontext. Als guter Beobachter seines Umfeldes nimmt Uhly selbiges nicht so richtig ernst und gerne mal auf die Schippe. Der Schriftsteller und Übersetzer, der heute mit seiner Familie in München lebt, geht mit sich und den gesellschaftlichen Konventionen (vor allen Dingen denen der bekloppten Amis) hart ins Gericht. Der an einer leichten Form der Schizophrenie leidende Protagonist (für alles hat er einen gedanklichen Trainer oder Zensor oder Beauftragte oder Kontrolleure) bläst den eigentlichen Minimalismus der Story bis zum Bersten auf. Den Weg zu sich selbst längst aufgegeben (für einen jugendlichen Selbstfindungstrip ist es für den 60-jährigen Uhly wohl zu spät), rechnet er stattdessen viel lieber mit dem Amerika unter Trump ab. "Death Valley" ist zwar nicht immer leicht zu lesen, doch wer auf humorvolle Geschichten voller Sarkasmus, Selbstzweifel, Wurzellosigkeit, Anpassungsschwierigkeiten, Menschenhass, politischer und psychologischer Kriegsführung steht, bekommt im Tal des Todes die volle Dröhnung. Hier ist eindeutig der Weg das angestrebte Ziel! 

 

(Janko)

 

https://www.facebook.com/Druhly

https://www.instagram.com/druhly

 

Brutalität/Gewalt: 03/100

Spannung: 30/100

Action: 43/100

Unterhaltung: 85/100

Anspruch: 65/100

Atmosphäre: 76/100

Emotion: 41/100

Humor: 54/100

Sex/Obszönität: 18/100

 

https://www.lackoflies.com - Wertung: 84/100

 

https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund des anspruchsvollen Kontexts)

 

Steven Uhly - Death Valley

Secession Verlag Berlin

Gesellschaftsroman / Autofiktion

ISBN: 978-3-96639-126-9

303 Seiten

Gebundene Ausgabe (genäht) ohne Schutzumschlag

Erscheinungstermin: 28.08.2025

EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

Weitere Formate:

ISBN eBook: 978-3-96639-127-6

Erscheinungstermin: 28.08.2025

EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

 

"Death Valley" beim Secession Verlag Berlin: https://secession-verlag.com/buecher/death-valley

Cover des Buches Death Valley (ISBN: 9783966391269)
Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Death Valley" von Steven Uhly

Buchstabenliebhaberin
Erben-Wettrennen in roten Edelkarossen

Abbruch nach 75%. Mich hat der Autor diese Mal verloren, was ich wirklich sehr bedauere, da ich "Die Summe des Ganzen" und "Glückskind", ältere Romane von ihm, großartig fand.

Ich erhoffte mir mit der Lektüre von "Death Valley" einen zeitgenössischen Roadtrip durch das "Trump-Amerika", mit abgehängten Rednecks, Opiod-Krise, Massenentlassungen, etc., politisch, melancholisch, wie auf der Buchrückseite angekündigt. 

Dort steht auch "voller Humor", and this is what you get. 

Zwei weiße deutsche alte Männer fahren in teuren roten Autos durch Amerika, Hans, wandelndes Ossi-Klischee und Steven, zynischer Möchtegernintellektueller und Erzähler der Geschichte, selbstverständlich Frauen-Magnet und Schwerenöter, der gern mal Frau und Kinder vergisst, wenn sich die Gelegenheit bietet. Dagegen wirkt der zeltende Trump-Fan Hans schon fast sympathisch in seiner überzeichneten Naivität. Auch die weiteren Figuren wie Flughafenbekanntschaft Richie und Moderatorin Jean, viel zu plakativ. Ich sehe die Geschichte schon als Kino-Film vor mir, als leichte Unterhaltung ohne großen Anspruch. Grell und skurril.

Cover des Buches Die Summe des Ganzen (ISBN: 9783966390484)
C

Rezension zu "Die Summe des Ganzen" von Steven Uhly

cat10367
Es ist nicht alles so, wie es scheint

In einer Kirche kommt ein Gläubiger zur Beichte und es kommt zu einem interessanten Disput mit dem Padre. Bis der Gläubige einfach wegläuft. Dabei wird durch die Gedanken des Padre schon deutlich, dass er getriggert wurde. Je weiter ich in diesem Buch las, desto mehr habe ich den Gläubigen kennenlernen können. Auch die Welt des Padre wird immer klarer und auf einmal ist alles anders, als es der Anfang des Buches vermuten lies.

Hier wird das Thema Kindesmissbrauch in der Kirche anhand vieler Facetten deutlich gemacht und ich habe sehr mitgefühlt beim Lesen.

Der Schreibstil von Steven Uhly liest sich wirklich sehr angenehm und ich liebe die Dialoge zwischen dem Gläubigen und dem Padre.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen und gebe 5 Sterne.

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