Steven Uhly

 4.1 Sterne bei 110 Bewertungen
Autor von Glückskind, Marie und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Den blinden Göttern

Neu erschienen am 30.11.2018 als Hörbuch bei Secession Verlag für Literatur.

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Glückskind

Glückskind

 (70)
Erschienen am 10.02.2014
Marie

Marie

 (23)
Erschienen am 12.02.2018
Mein Leben in Aspik

Mein Leben in Aspik

 (9)
Erschienen am 13.02.2012
Adams Fuge

Adams Fuge

 (5)
Erschienen am 25.08.2011
Königreich der Dämmerung

Königreich der Dämmerung

 (1)
Erschienen am 12.09.2016
Den blinden Göttern

Den blinden Göttern

 (1)
Erschienen am 27.08.2018
Marie

Marie

 (1)
Erschienen am 26.08.2016
Tagebuch Gedichte 1981-2015

Tagebuch Gedichte 1981-2015

 (0)
Erschienen am 31.08.2015

Neue Rezensionen zu Steven Uhly

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Rezension zu "Glückskind" von Steven Uhly

Steven Uhly | GLÜCKSKIND
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Monaten

Hans – ein erwerbsloser Endfünfziger, der schon vor Jahren von seiner Familie verlassen wurde und seitdem eifrig an seiner Verwahrlosung arbeitet – staunt nicht schlecht, als er eines Tages ein Baby in einer Mülltonne findet. Er nimmt es mit in seine armselige Wohnung und so beginnt für ihn ein neues Leben. Er schneidet sich die speckige Matte, trennt sich von seinem Karl-Marx-Bart, räumt die Wohnung auf und macht Schluss mit dem Saufen. Sein spärliches Hartz-IV-Geld gibt er jetzt für das Mädchen aus, das er Felizia nennt: »Die Glückliche«. Doch schon bald fragt man sich, wer hier das eigentliche Glückskind ist.

Unerwartete Unterstützung bei seiner Rettungsaktion bekommt Hans von den persischen Nachbarn, mit denen er vorher nur selten ein Wort gewechselt hat, und vom Kioskbesitzer Wenzel. Diese wissen jedoch aus der Zeitung etwas mehr über das Baby. Zur selben Zeit nämlich ist Eva M. wegen Mordes an ihrem Kind angeklagt und hat gestanden, das Baby im Müll entsorgt zu haben. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind tot ist, nur die Leiche fehlt. Hans und seine Komplizen tappen immer tiefer in ein moralisches Dilemma. Sollen sie die Verurteilung der Mutter hinnehmen, obwohl das Kind lebt? Sollen sie das Mädchen einer Frau ausliefern, die es töten wollte?

Solche Moral-Zwickmühlen sind natürlich immer ein interessanter Stoff für Romane. Die Schwierigkeit dabei ist nur, eben nicht zu moralisieren. Was mich bei GLÜCKSKIND sehr freut, ist, dass Steven Uhly zwar alle Möglichkeiten aufzeigt, zwischen denen die Figuren wählen können, keine von ihnen aber als besser oder schlechter verurteilt. Der Weg, den Hans geht, ist weder besser noch schlechter als jeder andere – es ist der gewählte Weg, das allein zählt.

Stilistisch bleibt Uhly lakonisch und schnörkellos, was sehr gut zur Geschichte passt. In kurzen Sätzen und knapper Sprache schickt er Hans durch dessen neues, völlig umgekrempeltes Leben und rutscht auch in Momenten der Rührung nicht ins Kitschige ab, was ich als sehr angenehm empfand. (Die Geschichte selbst ist berührend genug, da muss man nicht noch absichtlich auf die Tränendrüse drücken.) Der einzige Ort im Buch, an dem sich Uhly bildreich austobt, ist Hans‘ Traumwelt, in die er jeden Tag zurückkehrt und einen fortlaufenden Traum immer weiterspinnt. Auch hier weicht Uhly nicht von seinem trockenen Stil ab, lässt aber viel Platz für Interpretationen.

Steven Uhly (*1964) schaffte mit GLÜCKSKIND – seinem dritten Roman – 2012 den literarischen Durchbruch, ein Bestseller, dessen Erfolgsgeschichte in einer Verfilmung und einer Theateradaption gipfelte. Endlich konnte ich diese Lektüre mal nachholen und schließe mich mit ein paar Jahren Verspätung dem allgemeinen Jubel an: Ein wunderbares Buch!

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B

Rezension zu "Marie" von Steven Uhly

Eine ganz besondere Familientragödie
booksaremyfirstlovevor 6 Monaten

Der Roman Marie von Steven Uhly handelt von einer kleinen Familie, drei Scheidungskinder, die bei ihrer Mutter wohnen. Der Vater hat die Familie vor Jahren verlassen und eine neue Familie gegründet.

Die Mutter ist den ganzen Tag am arbeiten, ihr ältester Sohn steht in der Verantwortung seine kleinen Geschwister großzuziehen. Sie gibt ihrer jüngsten Tochter, Chiara, die Schuld am aus ihrer Ehe und lässt sie dieses auch spüren. Sie hat schon lange aufgegeben sich wie eine Mutter zu verhalten und bemüht sich auch nicht für sie eine zu sein.

Der Vater interessiert sich nicht für seine Kinder. Es überfordert ihn Zeit mit seinen Kindern zu verbringen und es wäre ihm lieber sie würden ihm nicht zur Last fallen.

Die Kinder selber lieben ihre Mutter und bemühen sich niemanden bemerken zu lassen, wie ihre Situation zuhause ist. Chiara, die sich verzweifelt nach Aufmerksamkeit und Liebe der Mutter sehnt, ist zu jung um zu verstehen, was ihr Verhalten bedeutet. Mira, die mittlere Schwester, zieht sich zurück und ist in sich gekehrt um der Situation zuhause zu entgehen. Frido, der sich für seine Schwestern aufopfert und in der Schule lügt um ihre Familie zu schützen, kümmert sich ebenfalls um seine Mutter, die ansonsten aufgrund ihrer psychischen Probleme nicht fähig wäre auch nur für ihr eigenes Leben zu sorgen.


Das Buch baut auf der Handlung von Uhlys Gegenwartsroman 'Glückskind' auf. Man muss dieses Buch jedoch nicht gelesen haben um 'Marie' verstehen zu können. Die vorhergegangene Handlung wird sehr gut in dem Buch wiedergespiegelt.

Der Schreibstil des Buches ist wirklich gut. Es lässt sich flüssig lesen, das Familiendrama ist sehr gut dargestellt. Die Kinder leiden sehr unter der Situation, man entwickelt einige Gefühle beim Lesen und hegt weder für die Mutter noch für den Vater Sympathie.

Fast würde man sich wünschen, es würde endlich jemand auf die Situation aufmerksam werden, um den Kindern eine bessere Zukunft zu bieten.


Es ist ein wichtiges Thema, das hier behandelt wird. Was passiert, wenn eine Mutter keine Gefühle für ihr Kind entwickelt? Was passiert, wenn sie dieses Kind nie wollte? Was passiert, wenn ihre Ehe zerbricht und sie alles verliert? Und was passiert wenn sie kein Verantwortungsbewusstsein für ihre Familie übernehmen kann, weil sie sich selbst aufgegeben hat?

Die Handlung in Uhlys Roman zeigt deutlich wie schwer es sein kann. Es ist nicht immer alles ein Happy End.

Es hat mir wirklich gut gefallen.



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Rezension zu "Marie" von Steven Uhly

Marie
Liz-liebt-buechervor 6 Monaten

An manchen Stellen fand ich die Übergänge zu holprig und die Gedanke der Figuren nicht logisch. Dennoch ist das Buch eine schöne Lektüre für mal zwischendurch. Die genauen Hintergründe habe ich noch niht wirklich verstanden, aber ich habe vor das Buch nochmal zu lesen. Meiner Meinung nach regt es zum Denken an und man wird sich dadurch erst bewusst, wie schlecht es manchen geht. Außerdem ist es nicht so ein klassisches Thema, sondern mal eine besondere Art von Familiengeschichte. Da der epilog nochmal dafür sorgt, dass das Ende sehr offen ist, gebe ich dem Buch 3 von 5 möglichen Sternen.

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