Marie

von Steven Uhly 
4,1 Sterne bei21 Bewertungen
Marie
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Positiv (16):
B

Eine ganz besondere und ergreifende Familientragödie, vor der man am liebsten die Augen verschließen würde.

Kritisch (2):
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Leider nicht so wie erwartet

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Inhaltsangabe zu "Marie"

Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara eine aufwühlende Gutenachtgeschichte. Sie handelt von einem alten Mann, der ein Baby stiehlt. Als Chiara kurz darauf ihrer Mutter davon erzählt, reagiert diese schockiert. Im Affekt schlägt sie ihre Tochter. Von diesem Moment an gerät die kleine Familie aus dem Gleichgewicht. Veronika Kelber reibt sich auf zwischen ihrem Leben als Alleinerziehende und dem Anspruch, eine gute Mutter zu sein. Und dann ist da noch der Schmerz einer unsichtbaren Wunde, Schuldgefühle und die Erinnerung an ein furchtbares Versagen...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715527
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:12.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    booksaremyfirstlovevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ganz besondere und ergreifende Familientragödie, vor der man am liebsten die Augen verschließen würde.
    Eine ganz besondere Familientragödie

    Der Roman Marie von Steven Uhly handelt von einer kleinen Familie, drei Scheidungskinder, die bei ihrer Mutter wohnen. Der Vater hat die Familie vor Jahren verlassen und eine neue Familie gegründet.

    Die Mutter ist den ganzen Tag am arbeiten, ihr ältester Sohn steht in der Verantwortung seine kleinen Geschwister großzuziehen. Sie gibt ihrer jüngsten Tochter, Chiara, die Schuld am aus ihrer Ehe und lässt sie dieses auch spüren. Sie hat schon lange aufgegeben sich wie eine Mutter zu verhalten und bemüht sich auch nicht für sie eine zu sein.

    Der Vater interessiert sich nicht für seine Kinder. Es überfordert ihn Zeit mit seinen Kindern zu verbringen und es wäre ihm lieber sie würden ihm nicht zur Last fallen.

    Die Kinder selber lieben ihre Mutter und bemühen sich niemanden bemerken zu lassen, wie ihre Situation zuhause ist. Chiara, die sich verzweifelt nach Aufmerksamkeit und Liebe der Mutter sehnt, ist zu jung um zu verstehen, was ihr Verhalten bedeutet. Mira, die mittlere Schwester, zieht sich zurück und ist in sich gekehrt um der Situation zuhause zu entgehen. Frido, der sich für seine Schwestern aufopfert und in der Schule lügt um ihre Familie zu schützen, kümmert sich ebenfalls um seine Mutter, die ansonsten aufgrund ihrer psychischen Probleme nicht fähig wäre auch nur für ihr eigenes Leben zu sorgen.


    Das Buch baut auf der Handlung von Uhlys Gegenwartsroman 'Glückskind' auf. Man muss dieses Buch jedoch nicht gelesen haben um 'Marie' verstehen zu können. Die vorhergegangene Handlung wird sehr gut in dem Buch wiedergespiegelt.

    Der Schreibstil des Buches ist wirklich gut. Es lässt sich flüssig lesen, das Familiendrama ist sehr gut dargestellt. Die Kinder leiden sehr unter der Situation, man entwickelt einige Gefühle beim Lesen und hegt weder für die Mutter noch für den Vater Sympathie.

    Fast würde man sich wünschen, es würde endlich jemand auf die Situation aufmerksam werden, um den Kindern eine bessere Zukunft zu bieten.


    Es ist ein wichtiges Thema, das hier behandelt wird. Was passiert, wenn eine Mutter keine Gefühle für ihr Kind entwickelt? Was passiert, wenn sie dieses Kind nie wollte? Was passiert, wenn ihre Ehe zerbricht und sie alles verliert? Und was passiert wenn sie kein Verantwortungsbewusstsein für ihre Familie übernehmen kann, weil sie sich selbst aufgegeben hat?

    Die Handlung in Uhlys Roman zeigt deutlich wie schwer es sein kann. Es ist nicht immer alles ein Happy End.

    Es hat mir wirklich gut gefallen.



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    Liz-liebt-buechers avatar
    Liz-liebt-buechervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Etwas unverständlich, aber dennoch bewegend
    Marie

    An manchen Stellen fand ich die Übergänge zu holprig und die Gedanke der Figuren nicht logisch. Dennoch ist das Buch eine schöne Lektüre für mal zwischendurch. Die genauen Hintergründe habe ich noch niht wirklich verstanden, aber ich habe vor das Buch nochmal zu lesen. Meiner Meinung nach regt es zum Denken an und man wird sich dadurch erst bewusst, wie schlecht es manchen geht. Außerdem ist es nicht so ein klassisches Thema, sondern mal eine besondere Art von Familiengeschichte. Da der epilog nochmal dafür sorgt, dass das Ende sehr offen ist, gebe ich dem Buch 3 von 5 möglichen Sternen.

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    michelles-book-worlds avatar
    michelles-book-worldvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Hier wird eine Achterbahnfahrt der Gefühle ausgelöst, die mich so schnell nicht mehr losgelassen hat.
    Marie

    Eine traurige Geschichte ist „Marie“. Unglaublich berührend, von Seite 1 an.
    Geschrieben pragmatisch, kurze Sätze, fast emotionslos. Beschreibend, erklärend, aus der Distanz erläuternd. Was einen reinzieht, einem die Freiheit lässt, selber zu fühlen. Und es macht traurig das Buch, fassungslos, es zieht einen runter.
    Man möchte sie in den Arm nehmen, die drei Kinder, die gar nichts dafür können wie es ist,
    Man ist wütend auf Veronika, ihre Selbstsucht, ihren Mangel an Gefühlen, ihre Fluchtversuche. Und leidet doch mit ihr, möchte sie es doch so gerne ihre Kinder lieben.
    Immer wieder weiss sie, was sie eigentlich tun, sagen und fühlen sollte - kann es aber nicht. Nicht zulassen, nicht akzeptieren.
    Krank ist sie, psychisch labil und eigentlich unfähig, vor Allem alleine die Kinder zu betreuuen.
    Wütend macht das Buch, auch auf den Vater, der es sich so einfach macht. Liebe kann verschwinden und eine neue entstehen. Beziehungen gehen auseinander und er hat ein neues Glück gefunden. Es sei ihm gegönnt und vielleicht, so wie es im Buch angesprochen wird, hätte es auch unabhängig von einer neuen Liebe ein Ende gegeben, durch Veronikas Instabilität bedingt. Aber es sind seine Kinder, und sie sind ihm zuviel. Drei auf einmal möchte er nicht sehen an den wenigen Wochenenden, die er sie sowieso nur hat. Maximal zwei, und dann muss er doch arbeiten.
    Fassungslos macht das Buch auch, wieso niemand einschreitet. Wieso können drei Kinder nach dem Suizidversuch ihrer Mutter alleine zuhause bleiben? Wieso bemerkt niemand den desolaten Zustand dieser vollkommen zerrütteten Familie? Selbst Lehrer weichen aus, bemerken, aber fragen lieber nicht genauer nach. Lassen sich mit Lügen abspeisen, wollen lieber die Ruhe als Probleme.
    Ich habe das Buch gelesen in zwei Stunden. Ich konnte es nicht weglegen. Ich habe erst nach Beenden erfahren, dass es einen Vorgänger gibt, „Glückskind“. Ich habe es mir direkt bestellt, auch wenn ich befürchte, dass es mich ebenso aufwühlen wird. Manchmal muss das wohl sein.
    „Marie“ ist ein Buch, dass man lesen sollte. Es ist nicht Zeitvertreib, es liest sich nicht einfach runter. Es bricht einem das Herz und lässt einen nicht so schnell wieder los.
    Mir fehlen ein bisschen die Worte, ich habe selber drei Kinder und leider ist es ein bekanntes Phänomen, dass Eltern bei Kinderthemen sensibel reagieren.
    Ich werde wohl noch eine Weile nachdenken über „Marie“, es sacken lassen müssen. Und vielleicht noch einmal lesen, weil es so ein wichtiges Buch ist.

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    lesulus avatar
    lesuluvor 5 Monaten
    Gefühlsgeladen und fesselnd

    Mit "Marie" hat Steven Uhly einen weiteren gefühlsgeladenen und fesselnden Roman geschrieben.

    Als alleinerziehende Mutter von 3 Kindern ist Veronika Kelber ist mit der Verantwortung komplett überfordert. 
    Der Vater hält sich aus allem raus, die Mutter versucht sich, mit Tabletten und One-Night-Stands abzulenken während die Kinder versuchen die Normalität zu bewahren. So kümmert sich der 12 jährige Frida um seine jüngeren Schwestern, schaut, dass Essen auf den Tisch kommt und die Hausaufgaben gemacht werden. Als Frido seiner kleinen Schwester Chiara als Gute-Nacht-Geschichte erzählt, dass ein alter Mann ein Baby gestohlen hat, zieht es die Mutter und somit die ganze Familie immer mehr in einen Abwärtsstrudel. Über die ganzen letzten Jahre wurde etwas totgeschwiegen, was nun, durch die Geschichte die Frido erzählt hat, wieder hoch kocht. Veronika wird von der Vergangenheit, von der man immer nur Bruchstücke erfährt, eingeholt und zerbricht immer mehr an der Situation.

    Der Schreibstil von Steven Uhly ist sehr einfach, aber extrem intensiv. Mit einer ganzen Menge an Emotionen werden die Charaktere beladen, sodass man als Leser mit fühlt und bis zum Ende gefesselt ist. Man taucht in die Figuren ein, lebt und fühlt mit ihnen und wird nicht mehr losgelassen. Auch kommt jeder Protagonist in "Marie" einmal zu Wort und somit sieht man alles aus unterschiedlichen Perspektiven, was mich als Leser noch mehr mit den Kindern hat leiden lassen.

    "Marie" ist eine traurige, berührende Geschichte, die ganz viele Gefühle auslöst - Wut, Verständnislosigkeit, Mitleid.

    Mich hat das Buch so gefesselt, dass ich es sofort durch lesen musste. Als ich erfahren habe, dass "Glückskind" der Vorgänger ist, habe ich auch dieses direkt am nächsten Tag verschlungen. Daher ist "Marie" und auch "Glückskind" eine Leseempfehlung von mir!

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    Faltines avatar
    Faltinevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mit einer solchen Intensität hatte ich nicht gerechnet
    Tief Bewegend

    Meine Meinung:

    Das Cover ist sehr schlicht gehalten und verrät nicht so recht, worum es gehen wird – ich z.B. habe mit etwas ganz anderem gerechnet :) Die Kapitel haben eine angenehme Länge und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt.


    Da ich auch nach dem Klappentext nicht so recht wusste, worum es jetzt eigentlich geht, bin ich ohne große Ansprüche an das Buch ran gegangen. Dennoch hätte ich niemals mit einer solch aufwühlenden Geschichte gerechnet. Ich habe nur ein paar kurze Seiten gebraucht um in die Story rein zu kommen und dann hatte sie mich auch schon fest im Griff. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen, was auch an dem recht ungewöhnlichen Schreib- und Erzählstil lag: Sehr nüchtern, aber unglaublich intensiv. Es geht hier um viele verschiedene Themen, vor allem sehr ernste, aber trotzdem erhält man hier nur einen kleinen Einblick in die Familie. Man ist nur eine Woche dabei und man erfährt auch nicht, wie es danach weitergeht.


    Die Charaktere sind wirklich unglaublich fantastisch geschrieben und mit jeder Menge Emotionen. Ich bin immer zwischen Mitleid mit den Kindern und Wut auf die Erwachsenen hin und her geschwankt. Besonders die Art und Weise wie man in die Figuren eintaucht, hat mir richtig gut gefallen, denn sie haben mich noch lange beschäftigt.


    Auch wenn dieses Buch recht kurz ist, hat es eine tief bewegende Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist. Hier wird eine Achterbahnfahrt der Gefühle ausgelöst, die mich so schnell nicht mehr losgelassen hat.



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    lunau-fantasys avatar
    lunau-fantasyvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Leider nicht so wie erwartet
    Marie Marie Marie

    Das Cover finde ich in erster Linie sehr schön und schlicht. Es hat für mich zwar wenig mit dem Inhalt zu tun, dennoch ist es schön anzusehen.

    Mit der Geschichte hatte ich zeiweise meine Schwierigkeiten. Immer wieder habe ich mich gefragt, was denn früher überhaupt passiert ist. Richtig aufgelöst wurde leider nie. Das hätte ich mir anders gewünscht, das der Leser mehr Informationen hat als die Figuren. Bei Zeiten wirkte es so, als würde der Autor nur so geheimnisvoll bleiben, weil er es selbst nicht genau weiß. 
    Die Figuren sind für mich nicht transparent genug, ich habe keinen Bezug zu ihnen gefunden und ihr Handeln zeitweise nicht nachvollziehen können. Die Kinder handelten mir auch nicht altersensprechend, wobei das mit der Erziehung zusammenhängen kann.
    Das die Eltern, sowohl Mutter als auch Vater, sich so verhalten ist für mich nicht zu verstehen. 
    Das Ende hätte ich mir anders gewünscht, mehr Auflösung auch in Bezug auf Hans.
    Verwirrend fand ich die Brücke zwischen Marie und Chiara, da hier keine Auflösung stattfand, wann das Mädchen wie hieß und warum es zwei Namen trägt.

    Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an das Bloggerportal.

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    Gremlins2s avatar
    Gremlins2vor 6 Monaten
    Ein unglaublicher Tiefgang

    Autor : Steven Uhly
    Verlag : btb

    Auf dieses Buch bin ich durch das Cover aufmerksam geworden.
    Schlicht und dennoch edel.
    Der Klappentext überzeugte mich dann vollends diesen Roman zu lesen.
    Die Entscheidung  habe ich zu  keiner Sekunde bereut.
    In die "Erzählart" konnte ich mich sehr schnell einfinden.
    Authentisch, charismatisch und detailliert beschriebene Protagonisten, die mich überzeugten und mir das Gefühl gaben helfen zu wollen.
    Auch wenn dies ein fiktiver Roman ist, so hatte ich während des lesens das Gefühl das dies auch mitten aus dem Leben geschrieben sein könnte.
    Die Geschichte ist spannend, hat aber einen geschmeidig eingebauten Tiefgang der mich nachhaltig schwer beeindruckt hat und zum nachdenken gebracht.   Wir sollten einfach mal die Augen offen halten, uns umsehen und Menschen die überfordert mit ihrer Lebenssituation überfordert sind unter die Arme greifen.

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    seekingzamonias avatar
    seekingzamoniavor 6 Monaten
    Sehr emotional, traurig, bewegend.

    Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara eine Gute-Nacht-Geschichte. 

    Spannend ist sie, ein Baby wird entführt von einem alten Mann, etwas, das er mal in einer Zeitung gelesen hat, wie er sagt. Chiara ist begeistert und erzählt ihrer Mutter davon. 

    Doch die reagiert anders als erwartet: sie verpasst ihrer Tochter schockiert eine Ohrfeige. 


    Ab diesem Moment wird es anders in der kleinen Familie in ihrer Etagenwohnung einer Siedlung. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern Veronika ist sowieso schon immer überfordert mit sich, ihrer Situation, ihrem Leben. Der Mann, den sie liebte hat sie verlassen, schon fast sieben Jahre ist es her, als Chiara noch ein Baby war, lebt nun mit neuer Frau und kleiner Tochter zusammen. Er zahlt für die Kinder, kümmert sich jedoch nur aus der Distanz.


    Veronika leidet unter der Einsamkeit, gibt ihren Kindern die Schuld an ihrer Lage, betäubt sich mit Tabletten, Fernsehen und Männern. 

    Frido, Chiara und ihre Schwester Mira sind weitestgehend auf sich selbst gestellt, Frido der „Mann im Haus“, verantwortlich für seine kleinen Geschwister, sich und seine Mutter. 


    Die Gute-Nacht-Geschichte von Frido weckt schlafende Dämonen, Schuldgefühle, Erinnerungen an eine unfassbare Tat, die bisher verschwiegen wurden und die jetzt ihre Schatten werfen auf eine sowieso unhaltbare Familiensituation und aufbrechen, was nur schwer zusammenhält. 


    -


    Eine traurige Geschichte ist „Marie“. Unglaublich berührend, von Seite1 an. 

    Geschrieben pragmatisch, kurze Sätze, fast emotionslos. Beschreibend, erklärend, aus der Distanz erläuternd. Was einen reinzieht, einem die Freiheit lässt, selber zu fühlen. Und es macht traurig das Buch, fassungslos, es zieht einen runter.

    Man möchte sie in den Arm nehmen, die drei Kinder, die gar nichts dafür können wie es ist,

    Man ist wütend auf Veronika, ihre Selbstsucht, ihren Mangel an Gefühlen, ihre Fluchtversuche. Und leidet doch mit ihr, möchte sie es doch so gerne ihre Kinder lieben. 

    Immer wieder weiss sie, was sie eigentlich tun, sagen und fühlen sollte - kann es aber nicht. Nicht zulassen, nicht akzeptieren. 

    Krank ist sie, psychisch labil und eigentlich unfähig, vor Allem alleine die Kinder zu betreuuen.


    Wütend macht das Buch, auch auf den Vater, der es sich so einfach macht. Liebe kann verschwinden und eine neue entstehen. Beziehungen gehen auseinander und er hat ein neues Glück gefunden. Es sei ihm gegönnt und vielleicht, so wie es im Buch angesprochen wird, hätte es auch unabhängig von einer neuen Liebe ein Ende gegeben, durch Veronikas Instabilität bedingt. Aber es sind seine Kinder, und sie sind ihm zuviel. Drei auf einmal möchte er nicht sehen an den wenigen Wochenenden, die er sie sowieso nur hat. Maximal zwei, und dann muss er doch arbeiten. 


    Fassungslos macht das Buch auch, wieso niemand einschreitet. Wieso können drei Kinder nach dem Suizidversuch ihrer Mutter alleine zuhause bleiben? Wieso bemerkt niemand den desolaten Zustand dieser vollkommen zerrütteten Familie?
    Selbst Lehrer weichen aus, bemerken, aber fragen lieber nicht genauer nach. Lassen sich mit Lügen abspeisen, wollen lieber die Ruhe als Probleme.


    Ich habe das Buch gelesen in zwei Stunden. Ich konnte es nicht weglegen. Ich habe erst nach Beenden erfahren, dass es einen Vorgänger gibt, „Glückskind“. Ich habe es mir direkt bestellt, auch wenn ich befürchte, dass es mich ebenso aufwühlen wird. Manchmal muss das wohl sein.


    „Marie“ ist ein Buch, dass man lesen sollte. Es ist nicht Zeitvertreib, es liest sich nicht einfach runter. Es bricht einem das Herz und lässt einen nicht so schnell wieder los.

    Mir fehlen ein bisschen die Worte, ich habe selber drei Kinder und leider ist es ein bekanntes Phänomen, dass Eltern bei Kinderthemen sensibel reagieren. 

    Ich werde wohl noch eine Weile nachdenken über „Marie“, es sacken lassen müssen. Und vielleicht noch einmal lesen, weil es so ein wichtiges Buch ist. 

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    Osillas avatar
    Osillavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Der Ansatz ist gut, aber der Autor wollte zu viel auf einmal mitteilen.
    Leider zu viele verschiedene Perspektiven.

    Nachdem ich bereits Steven Uhlys Roman "Glückskind" gelesen habe und er seither zu meinen Lieblingsbüchern zählt, war ich sehr gespannt auf den Nachfolger. Was ist aus all den Figuren des ersten Teils geworden? Haben sie sich ein glückliches Leben aufbauen können, ihren Frieden gefunden? Oftmals birgt eine Fortsetzung auch ihre Tücken und nicht immer ist diese so mitreißend, wie der erste Teil. So erging es mit leider auch ein wenig mit "Marie". Der Ansatz ist gut, aber der Autor wollte zu viel auf einmal mitteilen.

    Steven Uhly (geboren 1964 in Köln) studierte Literatur. Er übersetzt Lyrik und Prosa aus dem Spanischen, Portugiesischen und Englischen. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in München.

    Der zwölfjährige Frido erzählt seiner kleinen Schwester Chiara beim Zubettgehen die Geschichte eines alten Mannes, der ein Baby stiehlt. Chiaras Mutter ist alles andere als begeistert, ist regelrecht schockiert darüber und schlägt Chiara. Die Familie befindet sich von diesem Moment an in einem Abwärtsstrudel. Die Mutter, Veronika Kelber, ist alleinerziehend und scheitert daran, all ihren drei Kindern wahre Gefühle entgegen zu bringen. Die Vergangenheit holt sie ein und lässt sie nicht mehr los, sodass Veronika an einem Punkt angelangt, der ihr das Leben kosten könnte.

    Schon in "Glückskind" ist die Sprache der Situation angepasst und wenig ausschweifend, manchmal recht simpel. Dies verstärkte sich nun in "Marie" noch weiter, machte es mir dabei schwer, mich hineinzufinden und daran zu gewöhnen.
    Die Wiedergabe der Gedanken der einzelnen Protagonisten war beispielsweise nicht, wie sonst üblich, in Anführungszeichen gesetzt. Vielmehr erschien sie einfach so im Text, sodass mitten im Satz auf einmal nach dem Komma ein ganz neuer Satz (mit Großbuchstabe) erscheint. Das störte mich zunehmend. Oder wenn „Tunnel“ im Plural als „Tunnels“ bezeichnet werden, riss mich das immer wieder aus der Geschichte.

    Veronika Kelber ist am Ende ihrer Kräfte und Chiara gegenüber außerdem völlig gefühllos. Das erschloss sich mir nicht ganz, ist aber wiederum auch nicht sehr weit her geholt, wenn man die Vorgeschichte der beiden bedenkt. Was mich aber noch mehr irritierte, war die Unselbstständigkeit Chiaras. Sie wirkte viel jünger als eine Schulanfängerin. Sind Kinder, die viel sich selbst überlassen sind, nicht eigentlich eher selbstständiger als andere in ihrem Alter? Chiara sollte in der Lage sein, sich selbstständig anzuziehen oder zu duschen, stattdessen muss das der arme Frido übernehmen. Hier erschien mir die aktuelle Situation künstlich zugespitzt.
    Dass der Vater der Kinder so egoistisch ist und Veronika die Arbeit mit den Kindern größtenteils allein überlässt, sich sogar dagegen wehrt, auch einmal alle drei Kind auf einmal zu betreuen, ist für mich unverständlich. Auch Irene, die neue Frau an seiner Seite (inklusive gemeinsamen Kleinkind), ist herzlos. Sollte sie nicht mehr Muttergefühle haben, auch wenn es nicht ihre eigenen sind? Stattdessen nutzt sie Frido als Babysitter für die eigene kleine Tochter aus.
    Alle Schuld wird Veronika angelastet, dabei ist sie wohl diejenige, die dringend Hilfe benötigen würde.

    In der Geschichte kommen viele verschiedene Perspektiven zum Tragen, eigentlich kommt jeder Protagonist (Veronika, Frido, Mira, Chiara, der Vater und die neue Frau) einmal zu Wort. Ich glaube das tat der Handlung nicht gut. Es fällt dadurch schwer, sich in einen Hauptprotagonisten hinein zu versetzen, wie es beispielsweise bei "Glückskind" ganz leicht der Fall war. Dadurch war die Lektüre des Buches eher zähflüssig. Alles in allem war es natürlich sehr spannend zu sehen, wie eine kleine Familie an den Abgrund geraten kann, aber mit vollem Herzen war ich beim Lesen leider nicht dabei.

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    xotils avatar
    xotilvor 7 Monaten
    ein sehr emotioneller Roman

    Der Schreibstil ist recht flüssig und das buch lässt sich daher super lesen .

    Die Strory handelt um eine Alleinerziehende Mutter die mit 3 Kindern doch recht überfordert ist und nicht nur das auch ein riesengroßes Geheimnis beladet diese Familie , der älteste Sohn wie von diesem Geheimnis doch wie lang kann ein 12 Jähriger Junge eine solche lasst mit sich herumtragen .

    Auch muss der arme junge seiner Mutter stets viele Aufgaben im täglichen leben abnehmen, für das er eigentlich noch zu jung  ist, er sollte eigentlich Kind sein und sich nicht mit solchen lasten herumschlagen .

    Es ist eine mitreisende . emotional geladene Story man leidet mit den vernachlässigten Kindern mit und hofft das sie irgendwie bald hilfe bekommen auch merkt man schnell die Mutter braucht unbedingt Unterstützung sonst geht das für beide seiten nicht gut aus .

    Ein sehr tolles Buch das man nach dem lesen erst einmal sacken lassen muss. 

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