Stewart O'Nan Alle, alle lieben dich

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Inhaltsangabe zu „Alle, alle lieben dich“ von Stewart O'Nan

Der letzte Sommer eines Lebens Eine junge Frau verschwindet; irgendwo zwischen dem Strand und dem Diner am Highway, wo sie arbeitet, verliert sich ihre Spur. Anfangs stehen alle zueinander. Familie, Freunde, Polizei – jeder sucht und hofft, dass Kim zurückkommt, oder einfach nur, dass endlich wieder Ruhe einkehrt in Kingsville, damit die eigenen Geheimnisse auch welche bleiben. Denn die meisten, die Kim kannten, haben etwas zu verbergen. Stewart O’Nan beschreibt eine Familie und eine Kleinstadt im Ausnahmezustand. Ein hochliterarischer Thriller – unaufdringlich anrührend und von beklemmender Präzision. «Ein grandioser Generationenroman.» Die Zeit

Nach den ersten 100 Seiten fühlte ich mich sehr gelangweilt und das Ende ist sehr unbefriedigend. Schade, da der Anfang vielversprechend war

— Poesiesoso
Poesiesoso

Eine amerikanische Kleinstadt als Schauplatz für das Verschwinden eines Mädchens und den Verstrickungen der Familie und Bekannten.lesenswert

— SoCzo
SoCzo

Eine perfekte Beschreibung einer perfiden Kleinstadt + dem Verschwinden eines jungen Mädchens, das widerwillig zum Top-Thema avanciert...

— AmelieLichthafen
AmelieLichthafen

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  • Leserunde zu "Das Labyrinth" von Sigge Eklund

    Das Labyrinth
    TinaLiest

    TinaLiest

    Der Schwede Sigge Eklund ist in seinem Heimatland nicht nur für seine Romane bekannt, sondern hat sich auch als Blogger und TV-Produzent einen Namen gemacht. Nun erscheint sein erster Roman in Deutschland. "Das Labyrinth" zieht die Leser durch vier unzuverlässige Erzählerstimmen in einen Strudel aus Irrwegen und Vermutungen, Schuldbekenntnissen und Indizien und lässt sie so nicht so schnell aus dem Labyrinth entkommen! Mehr zum Buch: Martin und Åsa Horn sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass für ihre elfjährige Tochter Magda kaum Aufmerksamkeit übrig bleibt. Als Magda plötzlich vermisst wird und der Verdacht die Eltern trifft, begeben sie sich auf eine nervenaufreibende Spurensuche – ebenso wie Tom, Martins loyaler Kollege, und die Schulkrankenschwester Katja, die vor Magdas Verschwinden Narben und blaue Flecken am Körper des Mädchens entdeckt hatte. Mehr zum Autor: Der schwedische Autor Sigvard Viggo (kurz: "Sigge") Eklund wurde 1974 in Stockholm geboren. Bekannt ist Eklund in Schweden v.a. durch seine verschiedenen Blogs und seinen preisgekrönten Podcast mit Alex Schulman. Neben dem Schreiben, arbeitet er auch als TV-Produzent für erfolgreiche, schwedische Fernsehformate. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Stockholm. Habt ihr Lust euch von Sigge Eklund in sein Labyrinth entführen zu lassen? Möchtet ihr erfahren, welches überraschende Ende der Roman für euch bereithält? Wir vergeben gemeinsam mit dem Dumont Buchverlag 25 Exemplare von "Das Labyrinth" von Sigge Eklund  für die gemeinsame Diskussion in einer Leserunde*! Bewerbt euch gleich für ein Leseexemplar, indem ihr uns folgende Frage beantwortet: Habt ihr Angst vor Labyrinthen oder reizen sie euch vielleicht sogar - und vor allem warum? * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 532
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    12. June 2015 um 00:47
    Barbara62 schreibt . Als Thriller empfinde ich dieses Buch nicht. Ich erwarte nicht einmal unbedingt, dass sich der Verbleib von Magda am Ende löst. Für mich ist das eher eine tolle Charakterstudie darüber, was das ...

    Das sehe ich auch so und das mag ich sehr. Ich musste ein bisschen an Alle, alle lieben dich von Stewart O'Naan denken. Allerdings gehe ich davon aus, dass anders als bei O'Naan noch geklärt ...

  • Menschen im Ausnahmezustand

    Alle, alle lieben dich
    Babscha

    Babscha

    15. May 2014 um 19:08

    In Kingsville, Ohio wird eine junge Frau vermisst. Sie heißt Kim Larsen, ist achtzehn Jahre alt und nach einem Nachmittag mit Freunden am Lake Erie nicht auf ihrer Arbeitsstelle angekommen. Familie, Freunde wie auch Polizei und Medien setzen zunächst alle Hebel in Bewegung, aber sie bleibt wie vom Erdboden verschwunden. Nach einiger Zeit und immer noch keinerlei heißer Spur macht sich allgemein Resignation breit. Einzig ihre Eltern werden nicht müde, die Suche weiter und weiter am Leben zu halten. Bis zum bitteren Ende. Unaufgeregt wie immer und mit all der seinen Schreibstil auszeichnenden, fast beiläufigen, aber hellwachen und messerscharfen Präzision in der Schilderung des Lebens ganz normaler Leute beschreibt O`Nan hier die grauenhafte, unerträgliche Extremsituation einer Familie, der von jetzt auf gleich ein Mitglied einfach so entrissen wird und die in ihrer Angst und ihrem Kummer nicht mehr ein noch aus weiß. Während Ed, der Vater, nach außen hin Stoiker, seine Wut und Verzweiflung in sich hinein frisst und nur roboterhaft agiert, verfällt seine Frau Fran in einen Aktionswahn und setzt Himmel und Hölle in Bewegung. Kims jüngere Schwester Lindsay ist fünfzehn, hat ihre ganz eigenen Probleme und lässt das Geschehen erstarrt wie einen Film an sich vorbei ziehen. Und dann sind da noch Kims beste Freundinnen Nina und Elise mit den zugehörigen Jungs der Clique, alle fertig mit der Schule und unmittelbar vor dem Absprung ans College, verbunden in einer ziemlich ungesunden Mixtur aus Drogen, Alkohol, Eifersucht und Misstrauen. Die Qualität des Romans liegt zum einen in dessen ganz speziellem Erzählstil mit willkürlichen Einblendungen in die Köpfe und Gedanken seiner einzelnen Protagonisten, die den Leser fordern und mitnehmen auf der Suche nach der Wahrheit und einem möglichen Täter. Was ihn jedoch wirklich ausmacht, ist nicht die Ebene des Thrillers, sondern das hautnahe Miterleben eines Dramas, wie eine über Jahre dauernde Ausnahmesituation eine Familie und ihre Mitglieder komplett verändert, wie sich die einzelnen Beteiligten mit der unabänderlichen Situation arrangieren lernen, der eine besser, der andere schlechter, jeder für sich allein wie auch in seiner Verbindung zu den anderen. Und gerade die lakonische abgeklärte Erzählweise des Autors schafft es, beim Leser zwar Mitleid und Betroffenheit zu wecken, ihn aber dennoch emotional ganz eigentümlich berührt zurück zu lassen. Aber vielleicht ist das bei einer solch extremen Thematik irgendwie auch der beste Weg. Ein hochintensives, aus meiner Sicht großartiges Buch. O´Nan eben.

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  • Leserunde zu "Das Ende der Unschuld" von Megan Abbott

    Das Ende der Unschuld
    Daniliesing

    Daniliesing

    "Das Ende der Unschuld" von Megan Abbott aus dem KiWi Verlag ist ein fesselnder psychologischer Thriller. Er beleuchtet die dunklen Seiten des Erwachsenwerdens und vereinnahmt den Leser durch seine ganz besondere Atmosphäre. Eine Leseprobe zum ersten Reinlesen findet ihr auf der Webseite vom Verlag: http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-04390-7 Und hier noch etwas mehr zum Inhalt: Die dreizehnjährige Lizzie und ihre Freundin Evie sind unzertrennlich. Nachbarmädchen, die Badeanzüge und Hockeyschläger tauschen, zusammen zur Schule gehen und scheinbar keine Geheimnisse voreinander haben. Doch eines Nachmittags ist Evie verschwunden. Einziger Anhaltspunkt: ein rotbrauner Wagen, den Lizzie morgens durch den Ort hat fahren sehen. Auf einmal steht Lizzie im Zentrum der Aufmerksamkeit: War Evie unglücklich? Hatte sie Sorgen? Hatte sie Lizzie von einem möglichen Verfolger erzählt? Würde sie zu einem Fremden ins Auto steigen?Lizzie versucht sich an Details zu erinnern und beginnt nachzuforschen. Um ihre Freundin zu finden, aber auch weil sie die Nähe von Evies zutiefst erschüttertem Vater sucht, für den sie heimlich schwärmt. Auf nächtlichen Streifzügen durch die Kleinstadt macht Lizzie seltsame Entdeckungen. Schritt für Schritt kommt sie einem Geheimnis auf die Spur und muss sich fragen, wie gut sie ihre beste Freundin überhaupt kannte. Megan Abbott überzeugt in ihrem Roman nicht nur durch Spannung, sondern vor allem durch einen tiefgehenden und bewegenden Erzählstil. Die Themen Jugend und Erwachsenwerden, Familie und Freundschaft verknüpft sie ganz wunderbar mit der Thrillerhandlung. Für "Das Ende der Unschuld" suchen wir 25 Testleser, die sich zusammen mit Lizzie auf die Suche nach der Ursache für das Verschwinden ihrer Freundin und der Wahrheit begeben möchten. Ihr habt Lust und Zeit euch mit anderen Lesern über das Buch auszutauschen und nach dem Lesen eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch gleich. Beantwortet einfach folgende Frage bis spätestens 21. März 2012 unter "Bewerbung zur Leserunde": Was tut man, wenn die beste Freundin plötzlich spurlos verschwunden ist?

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    FrankMariaReifenberg

    FrankMariaReifenberg

    23. February 2012 um 18:37

    So gut können Thriller sein, nix für die Krabbelkiste, sondern ab in die Literaturabteilung damit!

  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    Obadja

    Obadja

    23. February 2012 um 11:15

    In dem Buch geht es um die siebzehnjährige Kim, die plötzlich verschwindet. Dabei geht es nicht so sehr um die Aufklärung dessen, was geschehen ist, sondern darum, wie es der Familie und ihren Freunden geht, während sie versuchen zu ergründen, was passiert ist. Das Buch wird als "literarischer Thriller" bezeichnet. Nach dem Motto "Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt", stellt sich mir die Frage, welche Thriller oder Bücher nicht literarisch sind, aber als Thriller kann ich ihn nicht bezeichnen. Zumindest ist er kein Page-Turner, den man so wegblättert, um zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht. Dennoch besitzt das Buch Dichte, Spannung und damit auch Tiefe. Es geht Stewart O'Nan darum, zu beschreiben, wie es den einzelnen geht und was es das Verschwinden mit ihnen macht. Dabei wechselt er die Perspektive, so erleben wir die Gefühlswelt von ihren Eltern, ihrer Schwester, ihrem Freund und ihrer besten Freundin. Das macht O'Nan durchaus gekonnt und beschreibt die Personen so, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann und ein dichtes Bild der Welt und des Alltags bekommt, in dem sie leben. Als "Psychogramm" eines Verschwindens ist es durchaus lesenswert.

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    Skrutten

    Skrutten

    23. July 2011 um 20:10

    sehr beeindruckend und ein starker Spannungsbogen.

  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    laurana

    laurana

    12. January 2011 um 19:40

    eigentlich mag ich ja keine bücher mit offenem ende, so viel sei hier verraten- aber stewart o´nan schafft es locker, eine spannende, bedrückende und realistisch anmutende geschichte zu liefern, die mit dem schluss keinen schlußstrich zieht, sondern unendlich weitergehen kann- im kopf des lesers...

  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    R-E-R

    R-E-R

    09. August 2010 um 18:27

    Der wohl aufsehenerregendste Fall eines verschwundenen Kindes in den letzten Jahren war jener der Familie McCann, deren damals 4jährige Tochter Madeleine im Sommer 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal verschwand. In Deutschland werden derzeit rund fünftausend Menschen vermisst, darunter etwa eintausendeinhundert Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Auch Kim ist siebzehn, als sie im Buch “alle, alle lieben dich” von Stewart O’Nan verschwindet. Kim und ihre Freunde verbringen ihren letzten Sommer zu Hause. Ab Herbst werden alle zum Studium aufs College gehen. Die heißen Tage des Juli verbringen Sie gemeinsam zwischen Ferienjob und Freizeit. Eines Nachmittages bricht Kim vom Strand auf, um zu ihrer Arbeit an der Tankstelle zu fahren. Dort kommt sie nicht an. Erst am nächsten Tag bemerken die Eltern ihr Verschwinden und melden sie als Vermisst. Weil zunächst nichts auf eine Straftat hinweist, machen sich die Eltern mit Freiwilligen, Freunden und Nachbarn allein auf die Suche in der Umgebung. Ohne Ergebnis. Erst als Kims Freunde ein Geheimnis lüften und Kims Auto weitab von ihrem Wohnort gefunden wird, beginnt auch die Polizei an ein Verbrechen zu glauben. Wer aufgrund dieser Zusammenfassung “alle, alle lieben dich” für einen Krimi mit Thrillereffekt hält, wird enttäuscht werden. Stewart O’Nan beschreibt die Situation einer Familie aus der ein Kind vermisst wird. Sachlich und nüchtern, detailliert was die Suche nach der Tochter betrifft, oberflächlicher in Bezug auf die Psyche der Charaktere. Die Erzählperspektive wird zwischen den Eltern Fran und Ed, der Schwester Lindsay und den Freunden Nina, J.P. und Elise gewechselt. Analytisch und distanziert beschreibt O’Nan die Vorgehensweise der Beteiligten. Die Mutter versucht den Fall einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und hofft so auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Der Vater stellt Suchtrupps zusammen und durchkämmt die Gegend. Die Schwester zieht sich mehr und mehr zurück in dem Schuldgefühl noch “da“ zu sein. Die Freunde haben ein schlechtes Gewissen und drücken sich um die Wahrheit. Distanziert und emotionslos beobachtet O’Nan das Geschehen. Man hat das Gefühl eher eine Dokumentation, als einen Roman zu lesen. Allerdings hat der Autor ein Gespür für die Banalität des Alltages. Für die Erkenntnis, dass das Leben für alle anderen längst wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, während für die Familie und die Freunde nichts geblieben ist, wie es war. Diese simple Wahrheit, ohne Pathos oder Tragik niedergeschrieben, ist das Besondere dieses Romans. Besonders der Satz “Das richtige Leben spielte sich im innern ab” scheint mir dafür stellvertretend. Von außen ist nicht sichtbar, was der Verlust eines Kindes für die Angehörigen bedeutet. Auch für O’Nan nicht. Aus dem was er erfunden hat, lässt sich jedoch ein gewisser Teil erahnen.

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    PaulTemple

    PaulTemple

    31. July 2010 um 17:35

    Die 18jährige Kim verabredet sich mit ihren Freunden für den Abend, steigt in ihr altes Auto - und wird seitdem nicht mehr gesehen. Zurück bleiben ihre Familie, ihre Freunde und Bekannte - unschlüssig und überfordert, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Die Polizei findet Spuren, das Auto wird gefunden, doch Kim bleibt verschwunden, jahrelang. Stewart O´Nan beschreibt wie gewohnt sachlich und detailliert, welche Auswirkungen das Verschwinden der jungen Frau auf die Kleinstadt Kingsville hat. Glücklicherweise steht hier nicht das Verbrechen und die Kriminalistik im Vordergrund, sondern die Folgen für Kims beste Freunde und ihre Familie. Trauer, Wut, Aktivismus, Ernüchterung, das nicht Aufgeben wollen und können - mit sehr feinem psychischen Gefühl beschreibt O´Nan das Leben in Kingsville nach dem verhängnisvollem Tag. Definitiv zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    03. June 2009 um 09:59

    „Alle, alle lieben dich“ ist die Geschichte eines Verlusts. Als die achtzehnjährige Kim an einem Sommertag auf dem Weg vom Baden zum Ferienjob spurlos verschwindet, bricht für Eltern, Schwester und Freunde eine Welt zusammen. Alle Menschen, die mit ihr in Verbindung standen, sind in einem Ausnahmezustand und versuchen eine Erklärung für diesen Umstand zu finden. So wird der Leser durch die wechselnden Erzählperspektiven Zeuge des tragischen Ereignisses und kann an jeder einzelnen Person die schleichenden Veränderungen im alltäglichen Leben wahrnehmen. Denn auch die Beziehungen der Figuren untereinander verändern sich zusehends. Kims Vater, der zuerst in blinden Aktionismus verfällt, wird nun von einer scheinbar unüberwindbaren Apathie erfasst. Die Mutter wiederum setzt alle Hebel in Bewegung, um Kim wieder zu finden. Sie bringt den Vorfall in die Presse, gibt Interviews und tritt im Fernsehen auf. Der Leser lernt auch Kims Schwester kennen, die versucht, sich aus dem Schatten der Schwester zu lösen, wie auch Kims Freunde, die sie zuletzt gesehen haben. Stewart O´Nan schreibt mit fast schon akribischer Genauigkeit über die Auswirkungen des Verschwindens auf die Familie und deren engstes Umfeld. In einer ruhigen, fließenden Sprache bringt uns der Autor die feinen Veränderungen der Stimmungslagen seiner Protagonisten nahe. Hier gibt es keine Schockeffekte und spektakulären Ereignisse. Der Wandel in Alltag und Wahrnehmung der Familie ist schleichend, es sind einfühlsame Psychogramme aller Beteiligten. „Alle, alle lieben dich“ ist eine ergreifende und realitätsnahe Geschichte, die suggestiv und psychologisch dicht erzählt ist. Mit leichter Distanz, aber dennoch großer Empathie erzählt der amerikanische Autor tiefgründig von den Folgen der einschneidenden Ereignisse. Der Roman ist niemals sentimental, nie aufdringlich und „laut“ und daher so bewegend, weil er in erster Linie ein Plädoyer für die Liebe und Hoffnung ist, die in uns allen steckt. Somit ist es eine aufbauende und luzide Geschichte, die lange nachhallt, weil man wieder mal, wie so oft bei diesem Autor, an seine eigene Lebensgeschichte oder geliebte Mitmenschen denken muss.

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. May 2009 um 12:40

    Dieses Buch im Klappentext als Thriller auszuloben war wirklich eine Schnapsidee, denn das ist es wirklich nicht. Es ist die Geschichte einer Familie, die das Verschwinden der ältesten Tochter wie der Blitz aus heiterem Himmel trifft, die über lange Zeit hin und her schwankt zwischen Hoffnung, das Kind lebend wieder zu sehen und dem Bangen, mit der schlimmsten aller Nachrichten konfrontiert zu werden. Jeder der Protagonisten geht anders mit der Situation um: Die Mutter stürzt sich in Arbeit, organisiert Wohltätigkeitsveranstaltungen, Suchaktionen und Kampagnen und behält dieses Verhalten über Jahre bei, während der Vater sich zunächst ebenfalls engagiert, im Laufe der Zeit aber lieber akzeptieren würde, dass sein Kind nicht mehr wiederkommt. Dadurch gerät er in einen Zwiespalt, fühlt sich fast schon schuldig, weil das in seinen Augen einer Aufgabe gleich kommt. Dazwischen die jüngste Tochter, die sich nun einer stärkeren Überwachung ihrer Eltern ausgesetzt sieht, die Angst haben, auch das zweite Kind könnte irgendwann verschwinden. Es ist für alle Protagonisten nicht leicht, loszulassen, die Situation zu akzeptieren und zu Normalität zurückzukehren. Stewart O'Nan zeichnet ein sehr intensives Bild und fesselt den Leser an seine Protagonisten, lässt während des ganzen Buches sowohl über ihnen als auch dem Leser die Ungewissheit schweben. Der Leser weiß nie mehr als die Protagonisten, hat den selben Kenntnisstand und die selben Hoffnungen. Dieses Buch kommt völlig ohne Tempo aus und wird doch nie langweilig. Vielleicht ist es gerade die Trägheit, die diesen Sog entwickelt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Distanz zu den Protagonisten habe ich beim Lesen nicht empfunden. Mich haben ihre Ängste, ihre Sorgen und Hoffnungen beim Lesen sehr berührt

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    yoko

    yoko

    13. April 2009 um 13:56

    Ein leiser Thriller, dessen Ende man schon am Anfang erahnt. Kim ist verschwunden und man weiß, dass sie nicht wieder auftauchen wird. Der Autor durchleuchtet die Personen, die ihr nahestanden, zeigt in aller Deutlichkeit, wie sie mit dem Verlust umgehen. Die letzten Seiten lasen sich jedoch, meines Empfindens, etwas langatmig, deshalb nur vier Sterne.

  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    reader33

    reader33

    18. February 2009 um 19:03

    Das für mich bislang am wenigsten überzeugende Buch von Stewart O'Nan. Bewusst setzt er auf ruhige Abläufe, wenig Entwicklung der Story und Portraits. Dass wenig Action vorhanden ist, ist nicht der Kritikpunkt. Vielmehr fehlt es dem Buch auf der anderen Seite an der feinen Detailliebe, weitgehend an der Sorgfalt, mit der ein ruhiges Buch sonst begeistern könnte. Die Portraits werden von verschiedenen Seiten beleuchtet, doch sie werden - bis das der Protagonistin Lindsay - kaum plastisch genug. Diese Tiefe wäre auch schon mit 150 Seiten Umfang erreicht worden. Ich bin ein O'Nan-Fan, fand das Buch über längere Strecken immer wieder langweilig.

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  • Rezension zu "Alle, alle lieben dich" von Stewart O'Nan

    Alle, alle lieben dich
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    02. February 2009 um 09:11

    Stewart O’Nan hat mit seinem neuesten Roman einen (auf den ersten Blick) literarischen Thriller (so ein Zitat am Rückcover) vorgelegt. Ist „Alle, alle lieben Dich“ wirklich ein Thriller? Meiner Meinung nach, eindeutig nein. „Alle, alle lieben Dich“ (Orig. "Songs for the Missing") ist ein subtiles, einfühlsames Portrait von Menschen in einer amerikanischen Kleinstadt (Kingsville), die ihre Tochter, die Schwester, den liebsten Menschen, die beste Freundin oder einfach eine Kameradin verloren haben. Ein hochliterarisches Psychogram von Menschen im Ausnahmezustand. Als die achtzehnjährige Kim an einem Sommerferientag; die Schule ist für immer vorbei, die Universität naht mit großen Schritten- spurlos auf dem Weg vom Schwimmen zur Arbeit verschwindet, bricht für ihre Eltern, Freunde und Schwester eine Welt zusammen. Hier beginnt der eigentliche Roman von Stewart O’Nan, der es auf beeindruckende Weise vermeidet, aus dieser Geschichte auch nur etwas annähernd Kriminalistisches zu machen. Genau da liegt auch die absolute Stärke dieses Romans. Durch wechselnde Erzählperspektiven wird man als Leser Zeuge der durch diesen tragischen Vorfall bedingten Veränderungen im Leben der Protagonisten. Man lebt mit, man staunt ob der präzisen Beobachtungen Stewart O’Nans. Man ist in diesem Netz von feiner, unprätentiöser Prosa gefangen und ist berauscht von Sätzen, die einem das Herz stocken lassen. Wunderbar einfühlsam beleuchtet Stewart O’Nan auch die sich verändernden Beziehungen zwischen den Protagonisten. Während sich Kims Vater (nach einer fast überdreht aktiven ersten Phase) fast apathisch in sich zurückzieht, reißt die Mutter das Zepter an sich und kümmert sich mit größter Hingabe um Spendenaufrufe, Radio- und Fernsehinterviews, sowie alle anderen organisatorischen Momente. Auch Lindsay, Kims Schwester muss einen langen und harten Weg gehen, um sich aus dem Schatten der älteren Schwester zu lösen. Ein Weg, der erst im auflösenden Schlussteil (und den genialen Schlusssätzen) sein Ziel findet. Wunderbar beleuchtet sind auch die Schicksale von J.P., Kims Freund und Nina, Kims Freundin, die als Teil der „Badeclique“ zu den letzten gehören, die Kim gesehen haben. Viel passiert (abgesehen vom Verschwinden Kims) in diesem Roman nicht, Liebhaber von abwechslungsreicher, schneller und aufregender Handlung werden mit diesem Buch wahrscheinlich nicht glücklich werden. „Alle, alle lieben Dich“ ist einerseits ein trauriges Buch; es ist aber gleichzeitig auch ein sehr starkes, stilles, aufbauendes und leuchtendes Buch. Es ist ein Roman, den gelesen zu haben aber sehr glücklich macht, weil er ein wunderbar überzeugendes Plädoyer für Liebe, Glaube und Hoffnung ist, auch wenn Stewart O’Nan dem Leser ein herkömmliches Happy End verwehrt. Grandios. Absolute Empfehlung.

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