Stina Lund

 4.4 Sterne bei 46 Bewertungen
Autorin von Preiselbeertage, Ein Weihnachtsfest in Småland und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Stina Lund

Stina Lund hat eine deutsche Mutter und einen schwedischen Vater und wurde 1970 in Vimmersby, einer Kleinstadt in Schweden, geboren. Ihre Eltern hatten dort eine Buchhandlung und sie verbrachte viel Zeit darin, was ihr bei ihrer Buchbinderlehre nach dem Abitur und einem anschließenden Studium der Buchwissenschaften zugute kam. Sie arbeitete eine Zeit lang als freiberufliche Restauratorin und widmete sich nach der Geburt ihrer Zwillinge ganz dem Schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Kindern in der Nähe von Münster.

Neue Bücher

Ein Weihnachtsfest in Småland

 (4)
Neu erschienen am 23.10.2018 als Hardcover bei ROWOHLT Taschenbuch.

Alle Bücher von Stina Lund

Preiselbeertage

Preiselbeertage

 (40)
Erschienen am 22.09.2017
Ein Weihnachtsfest in Småland

Ein Weihnachtsfest in Småland

 (4)
Erschienen am 23.10.2018
Preiselbeertage

Preiselbeertage

 (2)
Erschienen am 22.09.2017

Neue Rezensionen zu Stina Lund

Neu
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Rezension zu "Ein Weihnachtsfest in Småland" von Stina Lund

Wunderbar melancholisch - Weihnachtshighlight 2018
lesefreude_bookvor 9 Tagen

Dieses kleine Büchlein im Format 10,9 x 17 cm mit 128 Seiten ist wunderbar gestaltet. Das Cover zeigt stimmig eine weihnachtlich verschneite Landschaft. Lackierungen heben Details hervor und ergeben ein tolles haptisches Erlebnis.

Doch viel wichtiger als diese äußerlichen Details ist schließlich der Inhalt. Und auch der ist bei „Ein Weihnachtsfest in Smaland“ absolut gelungen.

Die Geschichte wird von einer tiefen melancholischen Traurigkeit getragen. Alva ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie führt seit 25 Jahren eine gute Ehe mit Martin. Doch ist „gut“ genug? Eigentlich könnte Alva glücklich sein. Und dennoch macht sich diese Unzufriedenheit in ihr breit.

Stina Lund lässt uns hervorragend an Alvas Gefühlswelt teilhaben. So gelang es mir gut mich in Alva und ihr scheinbar zufriedenes Leben hineinzuversetzen. Denn oftmals schaut von außen alles gut aus. Und selbst auf den zweiten Blick, ist ja auch alles gut. Eigentlich gibt es gar keinen Grund sich zu beklagen. Genau dieses „eigentlich“ ist es, was die Sache so gefährlich macht. Ständig werden wir dazu angehalten mehr aus unserem Leben zu machen. Ein Druck, der einen schon mal in eine kleine oder auch größere Lebenskrise stürzen kann.

Wie ein Damoklesschwert schweben die Fragen drohend über Alva „Ist das schon alles?“ und „Was wäre aus mir geworden, wenn…“.

Stina Lund erzählt mit viel Feingefühl, Alvas Geschichte. Ich wollte das Büchlein gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es schließlich auch in einem Rutsch gelesen. Die schwere Last, die auf das Herz drückt und die hohen Erwartungen an ein besinnliches Weihnachtsfest, lassen den Leser nachdenklich zurück. Stina Lund rückt dem Leser den Kopf zurecht. Gibt uns einen Schubser in die richtige Richtung, um die Prioritäten zu überdenken und sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren.

Stina Lund hat mich mit „Ein Weihnachtsfest in Smaland“ begeistert. Es ist ein leises, melancholisches Buch, das sowohl äußerlich als auch innerlich wunderschön ist. Eine sanfter Aufruf auf das Herz zu hören und den wirklich wichtigen Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken – sie weder mehr zu schätzen.

Das Buch spricht so viele Herausforderungen an vor die uns unsere Lebensweisen stellen. Es ist faszinierend, wie Stina Lund den Finger derart gezielt und schmerzhaft in jede noch so kleine offene Wunde legt.

„Ein Weihnachtsfest in Smaland“ ist meine Weihnachtshighlight der Neuerscheinung 2018. Auf diesen wenigen Seiten steckt so viel Tiefgründigkeit, die einen noch Tage nach dem Lesen beschäftigt.

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Anteks avatar

Rezension zu "Preiselbeertage" von Stina Lund

Schweigen, Lügen und Leiden, statt Reden
Antekvor einem Monat

Die freie Bild- und Videoredakteurin Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, wo auch ihre Großeltern wohnen, zu denen sie ein herzlicheres Verhältnis hat, als zu ihrer eigenen Mutter Ina, die gemeinsam mit der jüngeren Schwester Jolante in Schweden lebt. Als ihr Vater Jörg stirbt, sie sich zeitgleich von ihrem Freund trennt, der mehr von ihr haben will, als sie bereit ist zu geben, entschließt sie sich zu einer Auszeit in Schweden. Wie soll ihr Leben weitergehen und vor allem wo, in Leipzig, bei den geliebten Großeltern oder in Schweden, wo ihre Erinnerungen an die Kindheit ihren Ursprung haben? Aber bevor sie eine Entscheidung treffen kann, muss sie erst die ganze Wahrheit wissen. Warum will ihre Mutter Ina nichts von einem Manuskript wissen, das Jörg seinen Töchtern vererbt hat und in dem ein Familiengeheimnis gelüftet werden soll? Ariane lässt nicht locker, was erwartet sie?


Die Autorin spielt hier gekonnt mit verschiedenen Erzählsträngen, was die Geschichte sehr spannend, fesselnd und auch bewegend macht. Die Handlung im Jetzt, in Schweden nach Jörgs Tod wird zum größten Teil aus Arianes Perspektive erzählt, aber man darf auch in andere Köpfe und Seelen blicken. Warum will Ina unbedingt vermeiden, dass die Familiengeschichte ans Tageslicht kommt? Wie wird Ariane damit fertig, dass stückchenweise alles zerbricht, was sie und ihre Vergangenheit ausgemacht, was sie bisher geglaubt hat? Wird das Verhältnis zu Ina und Jolante so abgekühlt bleiben, oder werden sie näher zusammenfinden? Das alles sind Fragen, die hier abgehandelt werden. Zudem gibt es noch ein zarte Liebesgeschichte, die nicht ohne Hürden ist und mit vielen Einblicken in die Natur von Schweden und vor allem die Welt der Elche punkten kann. Ergänzt wird das Ganze durch einen Strang, der in Rückblenden von der Vergangenheit erzählt, davon wie Ina und Jörg in der ehemaligen DDR eine Reisegenehmigung zum Internationalen Chorfestival in Schweden bekommen haben und dann durch einen Unfall zu Republikflüchtigen wurden.


Sehr gut hat mir gefallen, dass man einen tollen Einblick in das Leben unter der Willkür der Stasi erhält. Eine bewegende Familiengeschichte ist hier entstanden, die die Schrecken des DDR-Systems aufzeigt, bei so kleinen Details angefangen, wie dass man froh sein musste, wenn man überhaupt Schuhe bekam, Größe 37-40 so flexibel musste man schon sein, über Bestimmungen und Befragungen, die vor einer Reise, bei der man das Land repräsentieren soll, durchlaufen werden mussten, bis hin zu Müller und Schulz von der Stasi, und ihren Schikanen. Die Ohnmacht, das geplante Entfremden, die unterdrückten Wünsche, all die unbeantworteten Fragen aufgrund der Kontaktsperre, werden hier eindrücklich beschrieben. Da ich im Westen aufgewachsen und beim Mauerfall noch Kind war, war dies für mich wirklich sehr interessant.


Ariane war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte nur zu gut verstehen, dass sie nicht locker lässt, bevor sie die Wahrheit kennt. Ich habe richtig mit ihr gefühlt, denn es gilt für sie so einige Schicksalsschläge zu verkraften. Aber auch Ina und ihr Verhalten, die anfangs ja eher als Buhmann dasteht, so kalt wie sie alles abstreitet, konnte ich mehr als gut nachvollziehen, noch besser als ich die ganze Wahrheit am Ende kannte. Gut dargestellt sind auch alle anderen, authentisch geschildert, Menschen mit Fehlern und enttäuschten Gefühlen.


War ich die ersten paar Minuten noch skeptisch, ob mir die Stimme von Katharina Schwarzmaier angenehm im Ohr ist, für mich extrem wichtig für den Hörgenuss, stand nach einigen Tracks fest, dass man ihr durchaus gut zuhören kann. Sie kann Emotionen gut transportieren und hat auch für den unterschiedlichen Mitspieler einen eigenen Tonfall parat.


Alles in allem eine bewegende Familiengeschichte, die tolle Einblicke in die DDR-Vergangenheit gibt, damit auch noch nachklingt und auch ein wenig nach Schweden entführt. Noch fünf Sterne gibt es da von mir gerne.


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Lesefeuers avatar

Rezension zu "Ein Weihnachtsfest in Småland" von Stina Lund

[Rezension|Werbung] „Ein Weihnachtsfest in Småland“ von Stina Lund
Lesefeuervor einem Monat


„Ein Weihnachtsfest in Småland“ ist ein Roman von Stina Lund und erschien 2018 im Rowohlt Taschenbuch Verlag.

God Jul! Alva ist seit 25 Jahren mit Martin verheiratet. Eine gute Ehe - warum nur muss Alva inzwischen so weit zurückdenken, wenn sie nach schönen Erinnerungen sucht? Am glücklichsten war sie in ihrer Kindheit und Jugend, in der sie unvergessliche Sommer im schwedischen Småland verbrachte. Und da weiß sie, was zu tun ist: Ein Weihnachtsfest in Schweden, mit Martin. Ihre große Liebe und ihre glücklichste Zeit sollen zusammenkommen. Doch Glück lässt sich bekanntlich nicht einfach so planen ...

Meine Meinung:
Durch das wunderschöne Cover bin ich als Weihnachtsbuch-Fan auf dieses Buch aufmerksam geworden. Mit nur 128 Seiten ist es kein Buch, mit dem man sich Ewigkeiten aufhält aber gerade zu den Festtagen finde ich das immer ganz schön. Insofern würde ich sagen, dass dies das perfekte Weihnachtsgeschenk ist, mit dem man sich dann die Feiertage versüßen kann. Aufgrund der wenigen Seiten konnte Stina Lund keine sehr große Spannung im Buch aufbauen, und dennoch wollte ich immer wissen wie es weitergeht. Die Geschichte erzählt sich eben so daher. Und das ist gar nicht negativ gemeint. Schweden bietet eben auch eine perfekte Kulisse für Weihnachtsbücher. Kurzweilig, süß und gespickt mit einer Brise Liebe.

Stina Lund wurde 1970 als Tochter einer deutschen Mutter und eines schwedischen Vaters in Vimmerby geboren. Sie wuchs in der Kleinstadt in Småland auf und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in der Buchhandlung der Eltern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Buchbinderlehre und studierte anschließend Buchwissenschaften. Danach arbeitete sie als freiberufliche Restauratorin. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie diese Tätigkeit auf und widmete sich dem Schreiben. Heute lebt Stina Lund mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe von Münster.

Fazit: 4 Sterne.

Ich möchte mich recht herzlich beim Rowohlt Verlag bedanken, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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