Stuart David Wie Nalda sagt

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Inhaltsangabe zu „Wie Nalda sagt“ von Stuart David

Allmählich meine ich, daß ich heute nachmittag vielleicht bloß in Panik geraten bin und irgendwie überreagiert habe. Aber sicher bin ich nicht, so ganz genau weiß ich es immer noch nicht. Ich zittere jedenfalls immer noch am ganzen Körper, und heute abend wünschte ich wirklich, ich könnte mit Nalda reden. Bloß ganz kurz. Um zu sehen, was sie dazu sagen würde, mit was für Worten. Du mußt nämlich wissen, als ich klein war, hörte ich Naldas Worte fast die ganze Zeit, abends, wenn wir draußen auf dem alten Sofa saßen, oder tagsüber, wenn wir im Garten der Winterdame Blätter fegten. Und sie erzählte dann immer von mir und davon, wie ich zu ihr kam, und auch von der Welt und wie die Dinge in der Welt so funktionierten. Und immer, wenn ich wegen irgendwas durcheinander war, konnte ich zu ihr gehen und sie fragen und zuhören, wie sie redet, und dann ergab alles immer irgendwie langsam wieder einen Sinn. Aber das alles ist jetzt lange her. Das war alles vor der Schreierei, bevor die Leute kamen und Nalda verschwand. Und seitdem bin ich fast immer durcheinander und habe Angst, vor der Welt überhaupt und den meisten Sachen auf der Welt. Fast die ganze Zeit. Und deshalb ... Ich kann immer noch nicht von heute nachmittag reden. Ich weiß immer noch nicht so richtig. Wegen dem, was ich habe, ist es wichtig, daß ich immer auf der Hut bin. Deshalb habe ich oft Sachen falsch gesehen und hab überreagiert. Aber ich bin nicht sicher, daß das heute auch so war, und ich frage mich, ob Nalda reden würde, bis ich das, was passiert ist, anders verstehe und es mir keine Angst mehr macht. Oder oh sie bloß ihren Nagel betrachten und sagen würde: "Du hast heute das Richtige getan. Du hast ganz richtig gehandelt, T ... " Au weia. Da hab ich dir doch fast meinen Namen verraten, und das will ich nicht. Jedenfalls vorerst nicht. Noch nicht. Vorsichtshalber. Man kann ja nie wissen. Aber statt dessen erzähle ich dir jetzt lieber genau und zwar jetzt gleich, was heut nachmittag passiert ist und warum ich immer noch zittere. Ich glaube, zuerst mal mußt du wissen, daß ich seit längerer Zeit als Gärtner in einem Stadtpark arbeite. Ja, das ist wohl das erste. Ich versuche fast immer, an solchen Stellen Arbeit zu kriegen. Erstens deshalb, weil Gärtnern so ungefähr das einzige ist, wovon ich was verstehe, jedenfalls das einzige, das sich für eine Arbeit eignet. Und zweitens, weil man dabei nicht so viel Zeit mit Leuten verbringen muß. Weil der Park hier so groß war, mußte ich fast nie mit einem von den anderen Leuten reden, die dort arbeiteten. Meistens gab es so viel verschiedene Sachen zu machen, daß ich morgens meine Geräte und meine Anweisungen abholte und dann manchmal den ganzen Tag keinen von den anderen sah, die dort arbeiteten, bis ich mein Werkzeug abends wieder zum Schuppen zurückbrachte. Und für mich könnte es nichts Besseres geben. Ich habe nie viel Zeit mit Leuten verbracht, und deshalb werde ich meistens über ihr Benehmen ganz verwirrt, und das macht mich dann so nervös. Also, es ging ja um heute. Die meiste Zeit war ich mit der Grasmaschine beschäftigt, ich mähte den Rasen tief drinnen im Park. Dann, als es allmählich Feierabend wurde, rollte ich den Mäher zurück zum Schuppen und machte mich daran, die Messer zu säubern. Ich bin am Feierabend immer gern im Schuppen, wenn niemand sonst dort ist. Meistens versuchte ich, länger zu arbeiten als alle anderen, damit sie schon alle weg waren, wenn ich in den Schuppen kam. Und wenn ich meine Geräte saubergemacht und alles an seinen Platz geräumt hatte, setzte ich mich gerne an ein Fenster und war einfach froh, daß es für eine ganze Nacht mit der Gartenarbeit vorbei war. Und still für mich wünschte ich mir dann, vom nächsten Tag an für immer befreit zu sein und nie mehr gärtnern zu müssen.

Ein kleines, feines, ungewöhnliches Buch. Lesenswert!

— Code-between-lines

ein leises, schönes buch.

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  • Regenbogen-Bücher-Challenge 2016

    Regenbogentänzer

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    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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  • Rezension zu "Wie Nalda sagt" von Stuart David

    Wie Nalda sagt

    damentennis

    03. January 2010 um 19:04

    endlich habe ich dieses buch wieder. ich besaß dieses buch einmal doppelt, das ist schon etwas her. dann verschenkte ich ein exemplar, weil man dieses buch ganz prima verschenken kann, und lebte glücklich mit dem anderen exemplar weiter. doch dann war das andere exemplar weg! donnerwetter, was? ich weiß nicht, wo es hin ist, ob es das leben mit mir leid war oder ob irre bookcrosser das buch aus meinem regal gestohlen haben. jetzt ist aber wieder alles gut, denn ich habe wieder ein exemplar von "wie nalda sagt". als ich es erstmals las, da spielte naldo noch nicht bei werder bremen fußball, der witz bot sich damals also nicht an, heute aber schon, dennoch mache ich ihn jetzt nicht, den dankbaren witz. weil das mit fußball nichts zu tun hat, das buch, eher schon mit musik, denn: wie jeder mensch, den ich gerne mögen würde, sicherlich weiß, hat stuart david dieses buch geschrieben. das steht ja auch so drauf auf dem buch. stuart david ist zwar nicht stuart murdoch, war aber immerhin auch mal bei belle and sebastian. und da, da bin ich mir doch sehr sicher, waren nur gute menschen, die ganz schlau und wunderschön und einzigartig sind, denn wie sonst sollte ein lied wie "we rule the school" in garstiger atmosphäre von fiesen leuten entstehen? entsprechend hatte ich damals, 2000, auch keine andere chance, als dieses buch bedingungslos gut zu finden. alles andere wäre eine unmöglichkeit gewesen, nicht zu rechtfertigen, weder vor belle, noch vor sebastian. und auch nicht vor looper, der neuen band von stuart david, die ein sehr lustiges lied gemacht hat, das "on the flipside" heißt und ein bisschen so klingt wie dieses buch, wäre des denn ein lied. weil ich heute keine zeit habe, mir eine andere meinung zu bilden über "wie nalda sagt", erkläre ich meine meinung von 2000 für nach wie vor aktuell und richtig: dies ist ein gutes buch, ich bin sehr froh, ein exemplar davon bei mir im regal zu haben.

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  • Rezension zu "Wie Nalda sagt" von Stuart David

    Wie Nalda sagt

    ScotlandTheBrave

    21. November 2008 um 20:57

    "Wie Nalda sagt" - so versucht ein junger Mann sein Leben zu meistern. Kaum zwei Jahre alt war er, als er zu ihr komm, bloß gehüllt in ein paar Tücher, die mir Sicherheitsnadeln um ihn zusammen gehalten wurden. Die Dose mit den Sicherheitsnadeln hat er noch immer, denn sie sind etwas besonders - genau wie er. Denn er kam nicht einfach so zu Nalda. Nein, seine Eltern waren berühmte Juwelendiebe, gejagt von Konkurrenten, Polizei und ihren Opfern. Eines Tages landeten sie ihren größten Coup und versteckten den erbeuteten Edelstein an dem einzigen Ort, der ihnen sicher erschien: In ihrem Sohn. Kaum hatte dieser ihn verschluckt, wurde die Gefahr unmittelbar und seine Eltern gerieten in solche Bedrängnis, dass sie sich gezwungen sahen den Jungen an Nalda abzugeben, die am Rande einer englischen Kleinstadt in einem alten Wohnwagen lebt und sich ihren Unterhalt durchs Gärtnern verdient. So erzählt zumindest Nalda ihm die Geschichte seiner Herkunft, Nalda, die leicht verrückte alte Dame, bei der er aufgewachsen ist, Nalda, die ihn nicht zur Schule schickte, sondern ihn vor dem Jugendamt versteckte und das Gärtnern lehrte. Nalda, die nie klar sprach, sondern stets nur in Geschichten und Metaphern. Der Junge verlebt eine glückliche und zufriedene, wenn auch nicht immer erfüllte, Kindheit bei Nalda, obwohl sie manchmal weint weil der Boden des Wohnwagens schief ist und weil alles besser war, bevor er zu ihr kam. Doch eines Tages beginnt Nalda, sehr krank zu werden. Immer öfter kann sie nicht gärtnern, sondern liegt nur im Bett und schreit, wirft mir Gegenständen und erkennt die Welt nicht mehr als das, was sie ist. Eines Tages kann sie mal wieder nicht mit arbeiten, und als der Junge heim kommt, sitzt sie schreiend auf dem Boden und zerkratzt sich das ganze Gesicht mit ihren scharfen Nägeln. Der Junge weiß, was zu tun ist: E ruft die Nummer an, die Nalda ihm einst für diesen Fall gab. Bald kommen Männer und holen Nalda in einem großen weißen Wagen ab, der 16-jähige versteckt sich vor ihnen und flieht, um sich fortan selbst als Gärtner zu verdingen - aber nur, bis "sein Edelstein" eines Tages seinen Körper verlässt und kommt, um ihn zu erlösen. So erzählt uns T… seine Geschichte, die so geheim ist, dass er uns nicht einmal seinen Namen nennen will. Denn jeder, der von dem Edelstein in seinem Bauch weiß, ist eine potenzielle Gefahr für ihn, jeder, der sein Geheimnis kennt, könnte versuche ihn um das Juwel in seinem Inneren zu bringen. Dies ist auch der Grund, warum T… stets eine gepackte Tasche mit dem Nötigsten in seiner derzeitigen Wohnung stehen hat: Findet jemand sein Geheimnis heraus, so verlässt er umgehend die Stadt und baut sich in einer anderen ein neues Lebens auf - solange, bis er sich erneut bedroht findet. Nachdem er wieder einmal geflohen ist, nimmt er in einer neuen Stadt die Arbeit als Krankenhausgärtner an, die ihm wie so oft nur einen mageren Verdienst gewährt - doch Geld zählt nicht für T…, denn sein größter Besitz ist in ihm drin und wird bald kommen und ihn reich machen. Wie immer ist er mehr als verschüchtert und menschenscheu, aber seine Arbeit überzeugt Frank und Elizabeth, die Personalaufseher im Krankenhaus: Sie laden ihn ein, den Abend mit Ihnen im Dienstzimmer zu verbringen. T… ist misstrauisch und zweifelt - könnten die beiden von seinem Edelstein wissen? Doch mit der Zeit verflüchtigt sich sein Misstrauen, zum ersten Mal seit der Zeit mit Nalda fühlt er verstanden und hat Menschen gefunden, die ihm nicht als Bedrohung erscheinen. Dennoch erzählt er ihnen nicht von seinem Geheimnis, der er weiß um die Gier der Menschen und die Gefahr in der er schwebt. Doch einiges Tages verändert sich alles: Die alte, verrückte Maude, eine Patientin des Krankenhaus, überrascht ihn bei der Gartenarbeit und möchte ihm helfen, da sie selbst einmal einen schönen großen Garten hatte, damals, als sie noch jung war. Also lässt er sie ein wenig mit sich arbeiten und lernt so Marie, eine Schwester, kennen. Sie erscheint ihm anders als die Menschen, die er bisher kannte, und so lernt T… die Liebe kennen - die Liebe, vor der Nalda ihn immer gewarnt hat. Doch trotz seiner Vorurteile kann Maria ihn für sich gewinnen, Naldas Stimme beginnt zu verblassen. Marie nennt ihn liebevoll "Herr Reineke", da er immer so schreckhaft und vorsichtig mit Menschen umgeht, und wegen seines rötlichen Bartes. Die beiden kommen sich immer näher, führen schon beinahe eine normale Beziehung bis Marie eines Tages sein Badezimmer benutzt: Dort findet sie die Dose, Pinzette und Lupe, mit der T.… jeden Morgen untersucht, ob sein Edelstein ihn endlich ...äähääm …verlassen hat. Sie fragt ihn danach, und tatsächlich: Er vertraut ihr, zwingt Naldas Stimme in seinem Kopf zum Schweigen und erzählt ihr von seinem Stein und dem Reichtum, der in ihm schlummert. Marie hält das ganze für einen Scherz und umarmt ihn lachend - und schreckt zurück. Aus einem alten Tablett hat sich T… einen Bauchpanzer gebastelt, damit ihn niemand aufschneiden und seines Diamanten berauben kann. Nun ist Maria sich sicher: Ihr Freund glaubt an Naldas Geschichte, von der sie noch immer nicht weiß, ob die alte Frau sie metaphorisch gemeint hat. Um ihrem Herrn Reineke also zu beweisen, dass sein Edelstein nicht existiert, überredet sie ihn nach mehreren Wochen dazu, sich seinen Panzer abzunehmen und sich von ihr röntgen zu lassen. Sollte der Edelstein nicht zu sehen sein, wäre T… für immer frei, frei von Nalda, frei vom warten und frei, ein Leben mit Marie zu führen. Er willigt ein und lässt sich tatsächlich röntgen, um Gewissheit zu erlangen. Doch in den 20 Minuten, die Marie ihn allein lässt um die Bilder zu entwickelt, beginnt T… sich erneut Gedanken zu machen… Ich möchte das Ende nicht vorweg greifen, doch so viel will gesagt sein: Ich habe nie zuvor beim Lesen eines Buches so geweint, und das will bei mir als rationalem Floppi schon als bedeutungsvoll eingestuft werden. Dieses Buch reißt mir, berührt und fasziniert! Stuart David versetzt sich überzeugend in die Position eines Mannes, der nie eine Schulbildung genossen hat und Zeit seines Lebens unter dem Einfluss einer alten Dame stand, die Fantasie und Realität in ihren Geschichten nicht zu trennen vermochte - oder wollte? Der Schreibstil verdeutlicht dem Lesen den Standpunkt des neurotischen und naiven T…, der sich von allen Menschen verfolgt und bedroht fühlt. So verlässt er Hals über Kopf einen seiner vielen Arbeitsplätze und Wohnorte, bloß weil ein junger Mitgärtner ihm eine Heckenschere anbietet: T… hört nicht einmal die Worte, der er sagt, er sieht nur diesen Mann mit der Schere auf sich zukommen, denkt an Naldas Geschichten und die Gier der Menschen - und flieht! Für ihn ist klar, dass alle Menschen, die von seinem Geheimnis wissen, ihn bedenkenlos aufschneiden würden um an seinen Edelstein zu gelangen. Diese Angst vor Verrat, Bedrohung und Diebstahl zieht sich als Leitlinie durch den ganzen Roman, ähnlich dem roten Faden den Naldas Worte und Geschichten für T… in seinem leben bieten. David zeichnet das Bild eines Mensches, der sich selbst vollkommen isoliert und sein ganzes Vertrauen in seine verrückte Tante setzt, die noch Jahre nach ihrem Verschwinden sein Leben bestimmt. Der Leser bleibt bis zum Ende im Dunklen: Existiert dieser Edelstein wirklich, ist er bloß eine Geschichte Naldas oder soll es für etwas ganz anderes stehen? Wollte Nalda T… auf diese Weise bloß sagen, dass er etwas Besonderes und Wertvolles in sich trägt: seine Persönlichkeit? Doch ironischer Weise hindert T… gerade seine Persönlichkeit daran, sich zu entfalten, ständig versteckt und verleumdete er sich aus seiner tiefsitzenden Angst heraus, ständig wartend dass sein Edelsteine endlich zu Tage kommt um ihn zu befreien. Ein wunderbares Buch, das ich vorbehaltlos empfehlen möchte. Allerdings sollte man bedenken, dass das Buch stellenweise kurios, sehr sentimental und nicht spannend ist, zumindest vom Handlungs- im Sinne von Actiongehalt. Die hier aufgebaute Spannung ist viel subtiler und tiefgründiger und mündet in Anteilnahme und Interesse am persönlichen Schicksal T…s , der uns automatisch an unsere eigenen Ängste und Zweifel erinnert, die belasten, behindern und aufhalten. Mit einfachen Worten beschreibt David in einer hohen sprachlichen Dichte, wie wir diese Ängste überwinden können - oder halt auch nicht.

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