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Rezension zu "The Further Adventures of Sherlock Holmes - The Improbable Prisoner" von Stuart Douglas

Watson im Gefängnis
TheRavenkingvor 3 Monaten

Ausnahmezustand in der Baker Street! Dr. Watson wurde wegen Mordverdachts verhaftet.

Und das geschah so: Auf dem Nachhauseweg aus seiner Arztpraxis wird Watson von einer verzweifelten jungen Frau um Hilfe gebeten: Ihre betagte Großmutter liege im Sterben und brauche dringend einen Arzt. Als Watson im schäbigen Zimmer der alten Frau ankommt fällt ihm gleich auf, dass etwas nicht stimmt, denn im Bett liegt eine Leiche! Diese Frau wurde erstochen! Doch ihre angebliche Enkeltochter ist plötzlich verschwunden, und als Watson den Raum verlassen will, merkt er, dass jemand die Tür von außen verschlossen hat. Als dann auch noch prompt die Polizei auftaucht, sieht sich Watson in einer verzwickten Lage, - wie soll er seine Unschuld beweisen?

Sherlock Holmes ist natürlich gleich zur Stelle, um seinen Freund herauszuboxen, doch das erweist sich als gar nicht so einfach. Statt Inspector Lestrade wird der Fall bei Scotland Yard einem gewissen Inspector Potter anvertraut, er ist ein äußerst ehrgeiziger Mensch, der nicht viel von Privatdetektiven hält und evtl. auch der Korruption schuldig ist.

Während Holmes fieberhaft nach Beweisen sucht, um Watson zu entlasten, muss sich jener mit dem harten Gefängnisalltag arrangieren. Doch auch hinter Gittern scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen, und jene die den Doktor ins Gefängnis brachten, versuchen sein Leben auch im Verlies noch zu manipulieren.

Es stellt sich natürlich vor allem die Frage nach dem Motiv der Verbrecher: Wer würde dem armen Doktor so etwas antun wollen?

Bei solch einer Ausgangssituation vermutet man natürlich, dass irgendein kriminelles Genie, eine Koryphäe des Verbrechens, vielleicht sogar der berüchtigte Professor Moriarty hinter dieser teuflischen Übeltat steckt (obwohl Letzterer wohl kaum so tief gesunken wäre, eine derart einfallslose Posse zu inszenieren). Denn leider wird im Laufe der Handlung klar, dass wir es hier mit einer viel zu phantasielosen Missetat zu tun haben. Wäre nicht sein bester Freund in Gefahr, ist es wohl unwahrscheinlich, dass Sherlock Holmes überhaupt Interesse an dem Fall gefunden hätte.

Die Bösen mögen gerissen sein, intellektuell sind sie dem großen Detektiv kaum ebenbürtig. Es gelingt auch nicht, glaubhaft zu begründen, woher die Übeltäter eigentlich über so viel Einfluss verfügen, um ein derartig enges Netz von Betrug und Täuschung spannen zu können. Der Autor bindet seine Geschichte in den Sherlock-Holmes-Kanon ein und stellt eine Verknüpfung zu einer bekannten Holmes-Geschichte her, welche das Motiv der Täter begründen soll. Eine eher unglückliche Entscheidung, denn die Auflösung wirkt dadurch eher bemüht und wenig plausibel.

Stuart Douglas ist eine solide Sherlock-Holmes-Pastiche gelungen, die manches richtig macht, aber gerade in puncto Einfallsreichtum einiges schuldig bleibt. Der frühere Holmes-Roman des Autors, „The Albino’s Treasure“ hat mir wesentlich besser gefallen.

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