Stuart Franklin Stuart Franklin

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Inhaltsangabe zu „Stuart Franklin“ von Stuart Franklin

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    Stuart Franklin

    HeikeG

    20. May 2013 um 15:37

    Seine Bilder sind berühmt. Vor allem eines: "Allein steht er da, schwarze Hose, weißes Hemd, angespannt. Jede Faser seines Körper scheint zu sagen: 'Ich gehe hier nicht weg!' Er ist mutig, denn sein Gegner ist übermächtig: 3,60 Meter breit, 2,20 Meter hoch, 44 Tonnen schwer und verbundgepanzert. Der chinesische Student stellt sich vier T-72 Kampfpanzern der Volksbefreiungsarmee in den Weg, ein fünfter Panzer rollt gerade ins Bild." Sein1989 während des Massakers auf dem Tian'anmen Platz aufgenommenes Foto ging um die Welt und schuf eine fotografische Ikone. Nun allerdings zeigt sich der Fotograf, der von 2006 bis 2009 gewählter Präsident der berühmten Fotografenagentur Magnum war, von einer ganz anderen Seite. Nicht mehr die kraftgeballte Entschlossenheit, die viele seiner Fotografien auszeichnete, steht im Vordergrund, sondern Stuart Franklin holt das Stille und Ruhe in seine Aufnahmen. Ein absolut neues Metier für ihn. Ausschlaggebend war eine 2009 unternommene Reise zu einem Fotografie-Festival in Kristiansand. Vielleicht ereilt jeden einmal dieser Punkt, an dem der permanente Stress an der eigenen Substanz kratzt und man denkt: So geht es nicht mehr weiter. Eine Fotoserie eines anderen Fotografen inspirierte ihn, länger zu bleiben. Er kaufte sich eine Hütte am See, fünfzehn Minuten mit der Fähre von der nächsten Kleinstadt entfernt. Norwegen: geradezu ein Synonym für Ruhe, Einsamkeit und Ursprünglichkeit ist. Es ist das Land der Fjorde und zugleich das Land der unberührten Natur, der tiefen Täler und Einschnitte mit den Fjorden, Hochland, Gletscher und deren Flüsse. Meistens genügen schon wenige hundert Meter abseits der Hauptstraßen, um Ruhe und Klausur im Verborgenen zu finden. Hier beschäftigte sich Stuart Franklin intensiv mit der Landschaftsfotografie, dachte sich in sie hinein und kam gestärkt aus ihr wieder heraus. Dabei musste er gar nicht weit um seine neue Behausung suchen. Die Eindrücke purzelten ihm geradezu zur Tür herein. Und sie unterschieden sich kaum von denen der Malerei des 18. Jahrhunderts. Die Geschichte der Entstehung dieses Buches kann man am Ende, leider nur in Englisch, nachlesen. Die Motive, die in "Narcissus" Eingang fanden, strahlen ebenfalls ein vergangenes Jahrhundert aus: Tief im Schnee steckende Birken vor einem kahlen Felshang, ein gefrorener Bach, der sich wie ein dunkles Band durch die struppig-weiße Landschaft windet. Beinahe meditativ wirken Grashalme im Wasser, einmal verloren und suchend, auf einem anderen Foto schwirrend agil, vielleicht vor Kälte bibbernd oder sich den neuesten Klatsch zurufend. Manche Momente könnten durchaus auch den eigenen Gefilden entstammen, so wie der verschneite Feldweg, der das nahe Dorf im Hintergrund erahnen lässt. Andere wiederum wirken wie Rasterelektronenmikroskopaufnahmen exotischer Bakterienstämme. Beim Blick auf die Legende entpuppen sie sich jedoch als Eisstudien. Eine besonders starke Intensität strahlen die immer wieder vor die Linse genommen Baumstämme aus. Franklin sucht das Detail, das besondere Merkmal, das auf den ersten Blick eher unscheinbar daherkommt. Hier ist es eine Verwachsung, dort die sich vom Baum lösende Rinde. Auf der einen Seite eine wild wuchernde (Baum-)Stammeslandschaft, auf der anderen ein sich dem Wetter gebeugter kahler, toter Ast. Dort findet sich ein moosüberzogenes, filigranes Geäst, da ragt es aus dichten harten Grasbüscheln empor. Absolute Kontemplation strahlen die solitären Zweige vor einem spiegelglatten See aus. Es fröstelt einem beim Betrachten der Fotos. Zugleich strahlen sie jedoch Wärme aus. Eine innere Wärme ob der filigranen Schönheit der Natur. Diese wird auch in Franklins Hütte nicht ausgeschlossen. Karg wie die Landschaft ist sie eingerichtet. Ein alter Kanonenofen lädt zum Heizen ein, blanke Holzdielen auf denen nur eine Gitarre und ein paar Bücher liegen, ein angeschnittener Laib Brot, eine Flasche Wasser. Mehr braucht man nicht. Der weite Blick aus dem Fenster ist innere Einkehr genug. Bilder zum in sich Versinken. Schön.

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