Stuart Nadler Ein verhängnisvoller Sommer

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Inhaltsangabe zu „Ein verhängnisvoller Sommer“ von Stuart Nadler

'Das Porträt einer verhängnisvollen Liebe, die eines John Cheever würdig ist – ein hinreißendes Debüt' Publishers Weekly In seinem ersten Roman führt Stuart Nadler das Schicksal zweier Familien zusammen, die gesellschaftlich nicht weiter auseinanderstehen könnten: das der reichen Familie Wise und ihrer Angestellten. Arthur Wise, Schadensanwalt und durch eine der ersten Sammelklagen in den USA zu Reichtum gekommen, leistet sich in den frühen 1950er- Jahren ein Strandhaus auf Cape Cod. Sein 15-jähriger Sohn Hilly verliebt sich in seinem ersten Sommer dort in Savannah, die Nichte des schwarzen Hausangestellten Lem. Die Verwicklungen und Verwerfungen, die daraus erwachsen, begleiten alle Beteiligten ein Leben lang. Erst als erwachsener Mann und Vater von vier Töchtern kommt Hilly einem Familiengeheimnis auf die Spur, das rückblickend die Ereignisse jenes Sommers und das Verhalten seines Vaters in völlig neuem Licht erscheinen lässt. Ein Roman über eine erste Liebe, über Stolz und Verrat, über Väter und Söhne, der von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart führt. Ein elegant erzähltes Lesevergnügen.

Die große Bandbreite: Liebe, Hoffnung, Tod, Geld und Familie - großes Kino zum Lesen!

— Callso
Callso

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  • Ein herausragende Geschichte um die ganz großen Gefühle

    Ein verhängnisvoller Sommer
    Callso

    Callso

    13. April 2016 um 14:41

    Manchmal sitzt man mit einem Roman ganz aufrecht und ist so richtig gefesselt in der Geschichte. Und manchmal gibt es auch einzelne Szenen, die bleiben deutlich länger im Gedächtnis. Bei dem Roman "Ein verhängnisvoller Sommer" hatte ich diese positiven Begleiterscheinungen, die bei mir zu Tage traten.Ich war sehr fasziniert von der Geschichte und den Personen. Große Gefühle, ein Kreislauf und ein häufiges Auf- und Ab, das einem als Leser viel Freude bereitet. Ich bin auf alle Fälle ganz, ganz tief eingetaucht in die Geschichte. Hauptperson Hilly schwankt dabei in seinen Gefühlen. Absolute Hingabe für eine Person, die er aber schwerlich lieben kann und darf.Es sind so viele Fragen, die das Buch im Laufe der Geschichte aufwirft: Wie verhält man sich richtig als Sohn eines Millionärs? Wie ist es, wenn man charakterlich seinen Vater verachtet? Wie geht man in den 50er und 60er Jahren um mit der Rassenthematik, gerade wenn man sich in eine armes, schwarzes Mädchen verliebt hat? Viele Fragen, nicht immer gibt das Buch darauf die Antworten. Gut so! Aber die große Bandbreite, die großen Themen  Liebe, Hoffnung, Tod, Geld und Familie kreisen um die handelnden Personen in einem Zeitraum von 50 Jahre.Großes Kino - wohlgemerkt zum Lesen 

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  • Von Reichtum, Rassismus und einer ersten Liebe

    Ein verhängnisvoller Sommer
    serendipity3012

    serendipity3012

    27. September 2014 um 17:25

    Von Reichtum, Rassismus und einer ersten Liebe Hilly Wise, eigentlich Hilton, aber niemand nennt ihn so, erzählt als inzwischen alter Mann seine Lebensgeschichte: Sein Vater war Anwalt und kam durch einen großen spektakulären Prozess, in dem er eine Sammelklage gegen ein Flugzeugunternehmen anstrengte, sehr schnell zu großem Reichtum. Er spezialisierte sich daraufhin auf ähnliche Fälle wie diesen: Wann immer ein Flugzeug in seinem Umfeld abstürzte, klagte er im Namen der Hinterbliebenen auf Schadensersatz. Der junge Hilly versucht schon früh, sich von seinem Vater zu distanzieren, zumindest, was dessen Umgang mit Geld angeht. Er hat seine ersten, seine vielleicht am meisten prägenden Jahre in einem Elternhaus ohne Reichtum verbracht. Er ist sich bewusst, dass der plötzliche Geldsegen keine Selbstverständlichkeit ist. Zeitlebens wird Hilly seinen Reichtum als belastend empfinden. Auch dem schwarzen Hausdiener Lem Dawson gegenüber versucht Hilly, sich korrekt zu verhalten, dem kaum verhohlenen Rassismus des Vaters Paroli zu bieten – und er mag Lem und freundet sich mit ihm an. Und schließlich trifft er auf Lems Nichte Savannah, in die er sich verliebt. Dann passiert etwas, das für sein gesamtes weiteres Leben Bedeutung haben wird. Stuart Nadlers Debütroman „Ein verhängnisvoller Sommer“ ist die Geschichte dieses Mannes Hilly Wise, der dem Leser die wichtigsten Stationen seines Lebens selbst erzählt. Insgesamt umspannt der Roman denn auch an die 60 Jahre, konzentriert sich aber nur auf einzelne Abschnitte, die für die Geschichte wichtig sind. Hilly selbst ist es, der dem Leser begründet, wieso einzelne, wichtige Personen aus seinem Leben in seiner Erzählung eher wie Randfiguren wirken, was sie aber keineswegs gewesen seien, sie seien nur für seine Geschichte nicht wichtig. Sollte man Hilly nicht mögen, hätte man es wohl schwer mit Nadlers Roman. Aber es fällt leicht, ihn sympathisch zu finden, da er ein liebenswerter Charakter ist, einer, der immer alles richtig machen will, der „gut“ sein möchte. Einer, der außerdem mit Scharfsinn über all das berichtet, was ihm widerfährt, der Fehler zugibt, der genau beobachtet, was um ihn herum geschieht und der es versteht, seine Geschichte zu erzählen, Sympathien zu wecken, die Spannung aufrecht zu erhalten. Der Gefühle zulässt und zu ihnen steht. „Meine Töchter gehören einer Generation an, die glaubt, Empfindsamkeit sei eine Schwäche, dass ein schlichter Ausdruck von Liebe ohne eine Prise Ironie kitschig sei. Wie sehr sie doch irren! Sie verwechseln das Wort Empfindung mit dem künstlichen Gefühl, das das Fernsehen und das Kino in ihnen erzeugen, so dass sie sich nun traurigerweise weigern, in der Öffentlichkeit und sogar im Privatleben eine Gefühlsregung zu zeigen, aus Angst, dass sie nicht echt sei, aus Angst, dass jedes offengelegte Gefühl von vornherein ein künstlicher Zustand sei.“ „Ein verhängnisvoller Sommer“ erzählt mehrere Geschichten: Es erzählt die Geschichte einer ersten Liebe, die ein Leben lang prägt. Es erzählt die Geschichte einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung, zweier starker, sehr unterschiedlicher Männer, die aber stark miteinander verbunden sind. Es erzählt immer auch die Geschichte des Rassismus in den USA im 20. Jahrhundert. Es erzählt von verpassten Chancen und von schwierigen Entscheidungen und stellt die Frage, ob es immer nur den einen vorgezeichneten Weg gibt. Es zeigt, dass wir nicht wissen, wohin dieser Weg uns führen mag und kann. Dass man oft nicht weiß, was im anderen wirklich vorgeht. Ein starker Debütroman eines talentierten Autors mit einem überzeugenden Protagonisten. 

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  • Familiengeschichte mit Hintergründen

    Ein verhängnisvoller Sommer
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. August 2014 um 15:03

    Familiengeschichte mit Hintergründen Es ist der „amerikanische Traum“, der sich in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts für Arthur Wise erfüllt. Als aufstrebender Anwalt wird er mit einer erfolgreichen Sammelklage der Hinterbliebenen aufgrund eines Flugzeugabsturzes beauftragt und schwer reich, von jetzt auf gleich. Und beginnt umgehend, sich in den Kreisen der Reichen einzurichten, wobei das Haus auf Cape God nur eines der Puzzlesteine ist, das seinen Aufstieg begleitet. Doch der damals verbreitete und vorherrschende Standesdünkel, der konsequent auf die Grenzen achtet, sowohl, was den Geldbeutel des Bekanntenkreises angeht, wie vor allem, was die Hautfarbe betrifft, scheint in seiner Nachfolgegenration noch nicht recht angekommen und verankert zu sein. Vielleicht, weil sein Sohn die ersten 12 Jahre seines Lebens „ganz normal“ verbracht hat, bevor der Reichtum kam? Sein Sohn, Hilly zumindest schließt enge Freundschaft mit Lem. Der arm und schwarz zugleich ist. Und mehr noch, die Nichte Lems, Savannah, bedeutet Hilly bald mehr, als es einem Sohn reicher, weißer Leute eigentlich gut zu Gesicht stehen würde. Sagt man. Missverständnisse, Unbill, verletzte Gefühle, all dies steigert sich mehr und her (durch Nadler in seiner Spannungskurve sehr nachvollziehbar Schritt für Schritt dargestellt) und endet in einer Tragödie. Die aus diesem Sommer heraus für Jahre ihren Schatten über das Leben legt. Was aber genau dahinter gesteckt hat, warum es so kommen musste, wie es kam, wer alles an Schrauben gedreht hatte, das erschließt sich Hilly erst viel später, im Leben und im Roman. Eine Wahrheit entdeckt er, auch über seinen Vater, die nicht leicht zu tragen sein wird. Wie die Geschichte sich im Außen darstellt, so lässt Nadler dies auch in den Beziehungen untereinander korrespondieren. Die Zerrissenheit der Gesellschaft der damaligen Zeit findet sich gekonnt dargestellt im Binnenverhältnis zwischen Vater und Sohn wieder. Diese Zerrissenheit zwischen Liebe und Ablehnung, Zuwendung und Strenge, Vertrautheit und Fremdheit, zwischen den Zeilen ist zu spüren, wie schön es wäre, klare Beziehungen und Bindungen leben zu können und wie dies immer wieder am „So- Sein“ der Personen scheitert, ebenso, wie an den Grenzen des gesellschaftlichen Lebens Dinge eben „einfach nicht gehen, nicht gehen dürfen, nicht sein sollen“. Haltungen, die ihren Preis fordern und eine gelungene Darstellung der Reibung zwischen den Generationen jener Zeit, dann auch der sechziger Jahre in Amerika mit der „erwachenden Jugend“ und den stärker werdenden Anti-Rassismus-Bürgerbewegungen der Zeit. Die alltäglichen kleinen Diskriminierungen, das ständige Schwelen der Abgrenzung, das erwachsen werden Hillys in der Reibung zwischen dem, was ihn bewegt und dem, wofür auch sein Vater zu stehen scheint finden sich wie beiläufig bestens beobachtet und geschildert im Roman wieder und lassen jene Haltung dem Leser nahe kommen, die auf Dauer mehr zerstört, als dass sie bewahrt. Wobei die Lektüre sich nicht immer als ganz einfach herausstellt. Aus der Perspektive Hillys in der Ich-Form erzählt lässt Nadler gerade im ersten Teil des Buches diese Zerrissenheit des jungen Mannes intensiv auch im Stil spürbar werden, was zu manchen Sprunghaftigkeiten führt, nichtsdestotrotz aber das Gefühl der Beklemmung im Leser deutlich anspricht und spürbar macht. „Bei Dir ist nie irgendetwas dabei, Hilly. Und dann passiert etwas Schreckliches. Du ziehst das Unglück an“. Oder er macht es sichtbar, je nachdem, wie man es sieht. Eine interessante, sehr genau schildernde Lektüre, die nicht immer flüssig zu lesen ist, aber emotional nahe kommt und gerade die Beiläufigkeit der rassistischen und klassenorientierten Diskriminierung jener Jahre bestens vor Augen führt.

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