Stuart Neville Die Schatten von Belfast

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Inhaltsangabe zu „Die Schatten von Belfast“ von Stuart Neville

'Ein Buch, das mehr ist als ein Krimi und doch so spannend wie die besten Beispiele für dieses Genre.' NDR Gerry Fegan galt als der harte Mann der IRA. Wegen zahlreicher Morde hat er zwölf Jahre im Gefängnis gesessen. Als er wieder herauskommt, hat die Welt sich verändert. In Nordirland ist der Frieden verkündet worden. Seine einstigen Weggefährten haben sich mit der neuen Zeit arrangiert. Nur Gerry Fegan gelingt das nicht - er wird verfolgt, Tag und Nacht. Die Geister seiner zwölf Opfer scheinen ihm nachzustellen - unschuldige Männer, Frauen und Kinder. Und sie erteilen ihm Befehle. "Wenn du willst, dass ich verschwinde, musst du die töten, die dir die Befehle zum Töten gegeben haben." Sein erstes Opfer ist Michael McKenna, ein alter Freund, der nun Politiker geworden ist und die Strippen zieht. In Belfast bricht Unruhe aus. Wer könnte einen alten verdienten IRA-Mann getötet haben? Sind gewisse Kräfte dabei, die alten Konflikte wieder aufleben zu lassen? Fegan macht weiter - noch elf Geister verfolgen ihn. Atmosphärisch dicht erzählt Stuart Neville von einem zerrissenen Land. Ausgezeichnet als bester Thriller des Jahres.

Ganz guter Thriller, mit viel Infos über den Nordirlandkonflikt.

— HarryF
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  • Die Schatten von Belfast - Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    Can08

    Can08

    27. October 2013 um 22:37

    Gerry Fegan, Auftragskiller und Bombenleger der IRA, saß 12 Jahre in Haft im berüchtigtem Maze Prison. Nun ist es 2007 und Gerry auf freien Fuß. Doch die Welt da draußen hat sich geändert. In Nordirland ist der Frieden verkündet worden. Seine damaligen Weggefährten haben sich nun in der neuen Zeit angepasst. Doch Gerry Fegan hat seine Probleme, denn die Geister seiner 12 Opfer begleiten ihn auf Schritt und Tritt. Als dann seine 12 Verfolger ihm verraten wie er sie los wird, indem er die tötet die ihren Tod zu verantworten haben, beginnt eine Hetzjagd. Zu Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Geschichte rein zukommen. Es ging viel um die Veränderung der politischen Lage seit dem der Frieden in Nordirland verkündet wurde. Es wird noch immer gekämpft, nur sind die Waffen andere als in den Zeiten des Nordirland-Konflikts. Die einstmaligen IRA-Mitglieder sind entweder in der Politik oder operieren weiter im Verborgenem. Um ehrlich zu sein, musste ich mich etwas schlau machen bei den ein oder anderen politischen Ereignissen die vorkamen. Auch einige Sätze, die sich rund um die Politik beschäftigten, musste ich des öfteren lesen um diese voll und ganz verstehen zu können. Doch dadurch wurde mein Interesse erst recht geweckt. Bewundernswert finde ich, wie es dem Autor gelungen ist das Problem in Nordirland anzusprechen gekoppelt mit einem verrückt gewordenen ehemaligem IRA-Mitglied. Dieser, Gerry Fegan, war in der damaligen Zeit ein Auftragskiller und nun verfolgen ihn die Geister seiner 12 Opfer. Gequält wird er von ihren Stimmen und Schreien. Und trotz der schrecklichen Taten, die er begangen hat, wurde mein Mitleid für ihn geweckt. Diesmal ist der Hauptprotagonist der Mörder und man ist trotz dessen auf seiner Seite. Meine vollste Sympathie hatte Gerry Fegan komischerweise von Anfang an. Er kämpft um die Gerechtigkeit seiner 12 Verfolger. Eine tolle Idee wie ich finde, denn es werden dadurch mal die Gefühle und der innere Zustand des Mörders gezeigt. Und man erfährt somit auch die Gründe der Morde aus der Sicht des Mörders. Das Ende war nervenzerreisend und aufregend! Mehr will ich dazu aber nicht sagen. Ansonsten ist der Schreibstil flüssig. Anders war diesmal, dass der Leser wusste wer das nächste Opfer von Gerry Fegan wird, aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

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  • Leserunde zu "Racheengel: Thriller" von Stuart Neville

    Racheengel
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Ihr mögt Thriller der Extraklasse? ... Dann seid Ihr bei dieser Leserunde zu Stuart Nevilles neuem, packenden Thriller »Racheengel« genau richtig! Kurz zum Inhalt: Jack Lennon, Ermittler in Belfast, möchte sich am liebsten nur noch um seine kleine Tochter kümmern. Doch dann wird er in den Hafen gerufen. Ein Polizist ist ermordet worden. Offensichtlich ist er jemandem in die Quere gekommen, der eine Leiche entsorgen wollte. Als herauskommt, dass es sich bei der Leiche um den Bruder eines litauischen Mafiabosses handelt, weiß Lennon, dass es brenzlig wird. Eine Spur führt zu Galya - einem litauischen Mädchen, das durch skrupellose Mädchenhändler im Bordell gelandet ist. Als sie einen Freier - den Bruder des Obermafioso - tötet, landet sie ganz oben auf der Todesliste. Die Hetzjagd beginnt. Lennon muss Galya retten - und legt sich dabei mit der gesamten Unterwelt Belfasts an. »Packende, beklemmende Spannung.« Val McDermid »Rachenengel ist ein schierer Alptraum, der an dem der dunkelsten Orten auf dieser Erde spielt. Viel besser kann ein Thriller nicht sein.« Lee Child  Stuart Neville, geb. 1972, hat sich als Musiker, Komponist, Lehrer, Bäcker und Vertreter versucht, bevor er freier Autor wurde.  Sein erster Roman »Die Schatten von Belfast« wurde von der »Los Angeles Times« als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet.  Mehr zu Stuart Neville auf seiner Homepage. Wer sich diese packende Leserunde nicht entgehen lassen will, der sollte sich bis einschließlich 16.09. für eines von 25 Freiexemplaren bewerben! Wir sind gespannt auf Euch! Brit vom Aufbau Verlag

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    aufbauverlag

    aufbauverlag

    27. October 2013 um 19:16
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    Bücherwurm schreibt Puh, grade nochmal gutgegangen .... ich freue mich auch für ellen, denn sie hängt ja doch sehr am Papa. Sehe ich das richtig, dass dies ein Stand alone ist? Oder hatten die früheren Bücher schon ...

    Nein, das ist nicht der erste Fall für Jack Lennon. Schon im Vorgänger »Blutige Fehde« ermittelt Jack Lennon und nimmt den Kampf gegen den IRA-Mann Gerry Fegan auf, bekannt aus Nevilles erstem ...

  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    19. November 2012 um 07:32

    Gerry Fegan hat gemordet, 12 Menschen hat er auf dem Gewissen, die er im nordirischen Konflikt im Namen der IRA umgebracht hat. Dafür hat er jahrelang im Gefängnis gesessen. Schon dort fingen die Schatten der Ermordeten an, ihn zu verfolgen. Sobald er die Augen geschlossen hat, sah und hörte er sie. Später auch am hellichten Tag. Sie waren seine ständigen Begleiter. Der Psychologe bezeichnete sie als seine Schuldbekenntnisse. Auch nach der Entlassung aus dem Gefängnis blieben sie bei ihm und verfolgten ihn, 7 Jahre lang. Eines Tages zeigt ihm einer seiner Schatten, was er tun soll, um ihn loszuwerden. Er muss wieder morden, aber nun sind es seine damaligen Gefährten, die mit an der Beteiligung der Morde beteiligt waren, die die Opfer sind. Es ist ein riskantes Spiel und ist er wirklich bereit, wieder zum Mörder zu werden? ... Stuart Neville stellt mit diesem Nordirland-Thriller sein Erstlingswerk vor. Der Autor hat es hervorragend verstanden, den Menschen Gerry Fegan zu skizzieren. Er zeigt ihn in Rückblenden als gewissenlosen und eiskalten Menschen, dem ein Menschenleben nicht viel wert ist. Aber er zeigt auch die andere Seite des Gerry Fegan, einem, dem seine begangenen Taten leid tun und der nie wieder morden will. Durch die 12 Schatten seiner Opfer wird er wieder gezwungen, zu morden. Nun wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er erlebt seine Taten in Gedanken wieder und erkennt jetzt auch Zusammenhänge, über die er sich seinerzeit keine Gedanken gemacht hat. Aber auch jetzt nagt das Gewissen an ihm, denn nicht jeder Auftrag eines der 12 Schatten erscheint ihm gerechtfertigt und er setzt sich damit auseinander. Der Autor macht den Leser mit Nordirland in Zeiten des Nordirlandkonfliktes und zu Friedenszeiten bekannt. Er zeigt Machtspiele auf, die es in Kriegszeiten und auch im Heute noch gibt, ob auf Seiten der Politik oder in der Wirtschaft. Die Geschichte macht Angst, denn sie erscheint sehr glaubhaft recherchiert zu sein. Stuart Neville zeigt auf, wie Konflikte geschürt werden können und auch aus welch niederen Beweggründen, nur um z. B. sich bekannter zu machen. Schade fand ich, dass zwar politische Ereignisse benannt wurden, wie beispielsweise der Blutsonntag von 1972, aber genaueres war darüber nicht zu erfahren. Entweder der Leser macht sich anderweitig schlau oder er besitzt schon derartige Kenntnisse. Der Autor hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Da mehr oder weniger klar ist, wie das Buch ausgeht, konnte kein wirklicher Spannungsbogen aufgebaut werden, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tat. Trotz allem bin ich auf den Nachfolgeband "Blutige Fehde" gespannt, denn die Geschichte mit Gerry Fegan geht weiter.

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  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    martina_turbanisch

    martina_turbanisch

    01. October 2012 um 14:40

    Ziemlich eindringlich schildert Stuart Neville die Nöte, Ängste und inneren Konflikte seine Hauptcharakters der sich plötzlich im augenscheinlich friedlichen Nordirland wieder zurechtfinden muss. Ehemalige Weggefährten die sich mit den neuen Verhältnissen arrangiert haben verschaffen ihm zwar über Beziehungen einen Pseudo-Job, so dass er seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, aber sein eigentliches Problem, das schlechte Gewissen, lässt sich damit nicht lösen. Das begleitet ihn in Form von 12 Schatten oder Geistern rund um die Uhr und fordert Genugtuung und in der Hoffnung endlich Ruhe zu finden gibt er diesen Forderungen nach. Ungewollt spielt Gerry mit seinen ersten Racheopfern der alten Führung noch in die Hände und man lässt ihn gewähren, doch das Blatt wendet sich schnell und er wird selbst zum Gejagten. Während Gerry Fegan weiter Jagd auf seine ehemaligen Auftraggeber macht, ist ihm ein britischer Spion auf den Fersen der ihn unschädlich machen soll um den ohnehin sehr zerbrechlichen Frieden nicht weiter zu gefährden. Als Leser begleitet man Gerry von Mord zu Mord, unterstützt durch die Benennung der Kapitel, die wie in dem alten Kinderlied "Zehn kleine Negerlein" von Opfer zu Opfer herunterzählt und man ahnt natürlich was im Verlauf des Buches passiert. Genau wie in dem Lied verschwinden so auch nach und nach Gerrys Schatten, nach jedem Mord einer, bis nachher zum Showdown nur noch ein Einziger über ist. Trotzdem hat es für mich die Spannung nicht gemindert zu wissen, wer als nächstes dran ist. Auch an die Fans von eher blurünstigen Schuilderungen ist gedacht worden den keiner der Charaktere im Buch ist wirklich zimperlich im Umgang mit seinen Gegnern. Da ich das in diesem Buch weniger als Effekthascherei empfand als in so manchem anderen Thriller sondern eher passend zur Grundstory sah, hat es mich persönlich dann auch nicht sonderlich abgestoßen. Stuart Nevilles Beschreibungen der Charaktere sorgen dafür, dass ich mich als Leser recht schnell auf Gerrys Seite geschlagen habe, denn seine Gegenspieler sind alle durchweg sehr unsympathisch gezeichnet und sind das was man gemeinhin als "Kriegsgewinnler" bezeichnet. Sie haben sich schnell und effizient an die neuen Verhältnisse angepasst, profitieren vom neuen Aufschwung und von alten Verbindungen. Diese Mischung aus Politik, Korruption und Manipulation macht es einem natürlich leicht, seine Sympathien zu verteilen und irgendwie habe ich es Mr. Fegan schon gegönnt zur Ruhe zu kommen, trotz der eher fragwürdigen Methode. Die Frage ob "Auge um Auge" die richtige Methode ist um eine Schuld zu sühnen stellt sich natürlich zwangsläufig im Verlauf des Buches, aber Stuart Neville beantwortet sie nicht, sondern überlässt es dem Leser darauf eine Anwort zu finden. Aber auch wenn ich es nicht für die richtige Methode halte, konnte ich durchaus ein gewisses Verständnis dafür aufbringen - politisch und moralisch vielleicht nicht unbedingt korrekt fand ich schon auch, dass der eine oder andere vedient hatte was ihm geschah. Etwas schwierig fand ich es für mich in dem Buch immer auseinanderzuhalten, wer denn nun welcher Fraktion angehört und als Nicht-Ire hätte ich hier ein Glossar nett gefunden um ohne Wikipedia herauszufinden welche Gruppierung sich hinter welcher Bezeichnung verbirgt und was z.B. Loyalisten sind. Ich habe mir dann mit einem anderen Buch, in dem es ein solches Glossar gab beholfen oder das Internet befragt - aber das hätte man einfacher haben können. Dazu kam dann noch, dass Namen nicht konsequent gleich geschrieben wurden, so gab es mal Eddie Doyle und mal Eddy Coyle - es dauerte immer ein bisschen bis ich begriff, dass das ein und dieselbe Person war. Aber diese eher kleinen Mängel haben das Lesevergnügen an sich nicht so wahnsinnig gestört und ich habe ich auf rund 440 Seiten ausgesprochen spannend unterhalten gefühlt. Im Anhang gibt es dann auch gleich einen kleinen Vorgeschmack auf den zweiten Band Blutige Fehde - da weiß ich doch schon mal was ich als nächstes Buch lesen möchte. Auf der Homepage des Autors habe ich gesehen, dass es auch einen dritten Band gibt, allerdings bisher nur auf Englisch, mit dem Titel Stolen Souls. Ich hoffe mal, das es auch diesen Band dann im Aufbau-Verlag geben wird - ich hab gern alle Bände einer Reihe hübsch einheitlich :-)

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  • Die Geister, die ich rief

    Die Schatten von Belfast
    Stefan83

    Stefan83

    30. October 2011 um 19:27

    Stephen King sollte sich vielleicht langsam Sorgen machen. Dem amerikanischen Bestseller-Autor, welcher jahrelang mit seinen Empfehlungen und Lobeshymnen auf den Buchdeckeln jede gefühlte zweite Krimi-Neuerscheinung als Meisterwerk angepriesen hat, wird scheinbar von James Ellroy und Ken Bruen immer mehr der Rang abgelaufen. Besonders letzterer ist spätestens seit seiner auch in Deutschland erfolgreichen „Jack-Taylor“-Reihe offensichtlich ein neuer Gradmesser im „Hardboiled“-Genre. Und das, insbesondere der so genannte „Irish Noir“, ist wieder richtig gefragt. So verwundert es kaum, dass Bruens Name auch im Lesezeichen zu Stuart Nevilles Debütwerk „Die Schatten von Belfast“ mit positiver Werbung für seinen nordirischen Kollegen zu lesen ist. Es bleibt jedoch die Frage: Kann man diesen inoffiziellen Gütesiegeln wirklich blindlings vertrauen? Oder gibt der ein oder andere Autor seinen Namen eventuell etwas zu leichtfertig her? Eins steht jedenfalls fest: Beim Aufbau-Verlag hat man ein äußerst scharfes und gutes Auge für den besonderen Kriminalroman, welcher im gräulichen Einerlei des Mainstreams für Farbtupfer sorgt. Von Malla Nunns grandiosem und bitterschwarzem Noir-Erstling „Ein schöner Ort zu Sterben“ bis hin zum kitschigen Knast-Krimi „P.O.W. - Gefangen“ (inzwischen als Taschenbuch unter dem Titel „Das Camp“ neu erschienen). Die Palette des Verlagsprogramms rütten & loening ist trotz der geringen Größe reich an Facetten und, ja, eben irgendwie anders. Genau dieses Attribut trifft auch auf „Die Schatten von Belfast“ zu, welches uns die altbekannte Rache-Thematik in einem zwar nicht gänzlich neuen, aber bemerkenswert innovativen Gewand serviert. Seit mehr als 65 Jahren hat er nun in Deutschland Bestand und ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden: der Frieden. In Irland konnte von ihm lange Zeit allenfalls geträumt werden. Jahrzehntelang tobte ein Krieg ohne wirkliche Fronten zwischen der IRA und den Unionisten, der tausenden Zivilisten das Leben kostete. Kollateralschäden, welche die jeweils andere Seite stets zum Anlass nahm ihrerseits Vergeltung zu üben. Das dieser Kreislauf der Gewalt überhaupt gestoppt wurde, ist angesichts der so verhärteten Fronten fast ein kleines Wunder. Ein Wunder, an den sich aber mancher immer noch nur schwer gewöhnen kann. Einer davon ist Gerry Fegan. Während des Höhepunkts des Nordirland-Konflikts galt er als der harte Mann der IRA. Zahlreiche Morde gingen auf sein Konto, bis er schließlich für viele Jahre ins berüchtigte Maze Prison wanderte. Als er nun im Jahre 2007 wieder herauskommt, hat sich die Welt verändert. Seine einstigen Weggefährten haben sich mit der neuen Zeit arrangiert. Ehemalige IRA-Leute machen nun in Politik oder betreiben nebenbei das ein oder andere krumme Geschäft, um den Kitzel der Gefahr nicht gänzlich zu verlieren. Für Fegan jedoch bleibt dieser Frieden, dieses neue Belfast verschlossen. Seit seiner Zeit im Gefängnis wird er von den zwölf Geistern derer heimgesucht, die er auf dem Gewissen hat. Hartnäckig verfolgen sie jeden seiner Schritte, peinigen und martern sie ihn. Jeden Abend säuft Fegan sich ins Koma, um in Ruhe schlafen zu können. Doch die Schatten bleiben. Bis ihm eines Tages in einer Bar ein Ausweg gezeigt wird. Dort trifft er auf Michael McKenna, einen Jugendfreund aus IRA-Zeiten, der mittlerweile in der Politik seine Strippen zieht. Die Schatten wollen ihn tot sehen. Ihn und all die anderen, welche Fegan im Auftrag der IRA getötet hat. Dem bleibt keine andere Wahl. Er greift einmal mehr zur Waffe … Wer sich nun „Die Schatten von Belfast“ als eine Mischung aus „Ein Mann sieht Rot“ und „The Sixth Sense“ vorstellt, der liegt damit gar nicht mal so falsch, denn Nevilles Thriller verbindet die Rache-Elemente des klassischen Hardboiled äußerst geschickt mit einer Prise des Übersinnlichen, wobei er, trotz einer kurzen psychologischen Erklärung, es im Großen und Ganzen dem Leser überlässt, ob die Geister Realität oder nur Einbildung des Protagonisten sind. Wer mit solch mystischen Einflüssen jetzt wenig anfangen kann, sei aber vorab beruhigt. Neville baut Fegans Schatten nur dort ein, wo es wirklich notwendig ist und tut dies meist sehr dezent. Dennoch machen sie das Spannungselement dieses Krimis aus, da sie innerhalb der Handlung die Richtung angeben und man durch sie von Beginn an weiß, wie viele Menschen sterben müssen (Der englische Titel lautet deswegen auch „The Twelve“). Das trotz der düsteren Vergangenheit Gerry Fegan die Sympathien des Lesers hat, liegt dann auch nicht nur an dessen gezeigter Reue, sondern an dem Reiz der guten, alten Rache, welche aktuell zum Beispiel in „True Grit“ wieder Bestens auf der Leinwand funktioniert. Wenn dann noch jemand das Gesetz in die Hand nimmt, der es selbst oft gebrochen hat, gewinnt die Geschichte natürlich zusätzlich an Faszination. Doch was hat Neville aus dieser sehr intelligent konzipierten Ausgangssituation nun gemacht? Eine Beantwortung dieser Frage ist schwierig, da man „Die Schatten von Belfast“ mit zweierlei, streckenweise sogar dreierlei Maß messen muss. Eins wird jedenfalls schon zu Beginn deutlich. Stuart Neville schreibt über ein Thema, das ihm nicht fremd ist und das er wohl jahrelang selbst als betroffener Bewohner dieser Region Nordirlands miterlebt hat. Nur so lässt sich jedenfalls erklären, wie sensibel und scharfsinnig er hier den brüchigen Frieden seziert, der eigentlich eher ein beidseitiger Waffenstillstand für die Öffentlichkeit ist. Außerhalb des Rasters, unter der Oberfläche und im Verborgenen, wird weiterhin, wenn auch auf andere Art und Weise, Krieg geführt. Aus Bomben sind nun Rednerpulte geworden. Der Flecktarn wurden gegen den Nadelstreifenanzug ausgetauscht. Die IRA ist nicht tot, sondern lediglich Teil der Politik geworden. Nicht zuletzt auch deswegen, weil terroristische Anschläge spätestens seit dem 11. September keinerlei Akzeptanz mehr in der Bevölkerung finden. Der Nimbus des irischen Freiheitskämpfers ist verloren gegangen. Und die finanzielle Unterstützung irischstämmiger US-Amerikaner damit zu einem Rinnsal verebbt. Das wissen auf der anderen Seite auch die Briten, die ihre militärische Präsenz zwar reduziert, ihr Engagement in Nordirland aber keinesfalls aufgegeben haben. Stattdessen versuchen sie es nun mit Bespitzelung und Bestechung, um die im Untergrund operierenden Gegner im Zaum zu halten. In „Die Schatten von Belfast“ ist der schottische Agent Davy Campbell ihr verlängerter Arm, dem man in den engeren Kreis der alten IRA-Riege eingeschleust hat. Als Gerry Fegan seinen Rachefeldzug beginnt, wird Campbell auf ihn angesetzt, da beide Seiten verhindern wollen, dass das Karfreitagsabkommen, der so genannte Stormont, nicht scheitert. Hätte Neville in Punkto Figurenzeichnung dasselbe Feingefühl bewiesen, „Die Schatten von Belfast“ hätte durchaus das Zeug zum Volltreffer gehabt. Hier offenbart sich aber sein Bezug zum Filmgeschäft (Neville ist Hand-Double für einen irischen Schauspieler), denn die Besetzung könnte so auch in einem Mafia-Schinken von Scorsese zu sehen sein. Das an sich wäre nicht gravierend, würde die Sprache nicht derart blumig und gestelzt ausfallen. Was in einem Drehbuch vielleicht funktioniert, beißt sich hier mit der knallharten, streckenweise sogar sehr brutalen Geschichte und sorgt für den ein oder anderen ungewollten Lacher. Nicht zum Lachen dagegen ist die Bearbeitung der deutschen Buchausgabe. Da Übersetzer Armin Gontermann bei Malla Nunns „Ein schöner Ort zu sterben“ einen guten Job gemacht hat, ist hier wohl in erster Linie das Lektorat und besonders die Korrekturabteilung zu kritisieren. So viele fehlende oder falsch gesetzte Satzzeichen, Wörter und grammatikalisch holpernde Sätze hat man selten derart geballt auf einem Haufen gesehen. Ein Phänomen, das übrigens nicht nur im dem Rezensent vorliegenden Leseexemplar, sondern auch in der für immerhin 19,95 € käuflichen Ausgabe zu beobachten ist. Das diese Lektorats-Versäumnisse dem Lesevergnügen nicht gänzlich abträglich sind, liegt letztlich besonders an einem: der Spannung. Die versprüht das Buch nämlich trotz aller Holperer bis zum Schluss und macht es dem Leser mitunter unmöglich, den Buchdeckel überhaupt zuzuklappen. Besonders das Ende gerät grandios düster und atmosphärisch, wenngleich, bedingt durch den Auftrag der Geister, natürlich auch etwas vorhersehbar. Dem Rezensenten war das egal. „Die Schatten von Belfast“ ist knallharte und rasante Hardboiled-Unterhaltung, welche einfach Laune macht und der man, nicht nur weil es sich um ein Debütwerk handelt, manchen Fehler gerne verzeiht. Wer Lee-Child mag, dürfte auch hier ordentlich auf seine Kosten kommen und sich auf die Fortsetzung, welche unter dem Titel „Collusion“ auf englisch bereits erhältlich ist, freuen.

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  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    charlot

    charlot

    04. August 2011 um 10:55

    Ein sehr realistischer Krimi, der die Wirkung der Gewalt auf einzelne Leben im sogenannten Religionskrieg in Nordirland zeigt. Gerry Fegan hat Wahnvorstellungen und fühlt sich von den von ihm Ermordeten verfolgt, sie verschwinden erst aus seiner Vorstellung sobald er die Auftragsgeber der Morde getötet hat. Mit viel Detailwissen beschreibt der Autor die komplizierten Verwicklungen zwischen Religion, Politik und Freiheitskampf und berücksichtigt die "Einigung"; die daraus resultierenden Veränderungen und Probleme. Am Ende ist ganz klar, es gibt weder "Gute" noch "Böse" in diesem Krieg, es gibt nur Verlierer. Der Roman liest sich spannend, spart nicht an der Darstellung brutaler Szenen, die der Handlung jedoch den realistischen Rahmen geben und ohne die der Roman nicht so authentisch wirken würde. Wirklich zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. April 2011 um 12:16

    Von den Schatten der Toten verfolgt oder: Über das Moralgefühl eines Profikillers Gerry Fegan, der verzweifelte Protagonist dieses Thrillers, war für die Terrororganisation IRA tätig und hat in deren Namen Morde an zwölf Personen begangen. Dafür musste er ins Gefängnis und als nach zwölf Jahren endlich entlassen wird, verfolgen ihn die zwölf Geister der Ermordeten. Und die einzige Möglichkeit, sich von diesen Schatten zu befreien, die ihm überall hin folgen und immer bei ihm weilen, ist es, seine ehemaligen Auftraggeber umzubringen. Doch wird er es schaffen, wieder frei zu leben? Oder wird er für immer von den Schatten verfolgt werden? Wer einen spannenden Psychothriller erwartet, ist bei diesem Buch definitiv falsch. Denn bei „Die Schatten von Belfast“ handelt es sich um einen Politthriller, der über den Nordirlandkonflikt berichtet und von politischen und historischen Situationen erzählt. Ich bin kein Fan großer Politthriller, lese aber hin und wieder gerne einen, aber „Die Schatten von Belfast“ hat mir weniger gut gefallen. Der Konflikt ist sehr gut und schlüssig dargestellt, was ich zutiefst bewundere, aber dennoch zieht sich dieser Thriller unheimlichst in die Länge, was vor allem an den oft langen Dialogen liegt. Die Idee an sich, dass ein skrupelloser Mörder plötzlich von seinem Moralgefühl, hier dargestellt als die Seelen derer Leute, die er ermordet hat, verfolgt wird, ist nichts Neues. Und auch die Einbettung in politische Machtkämpfe ist nicht gerade von Neuheit gezeichnet, allerdings geht es hier nicht um internationale Beziehungen, sondern um regionale, politische Situationen. Auch der Umstand, dass die Handlung in regionalpolitische Situationen eingebettet ist, ändert nichts daran, dass es sich hier nicht um einen typischen Thriller handelt, denn dafür fehlt der Thrill, das was einen guten Thriller ausmacht. Das Buch ist spannend und wird durch den Protagonisten angetrieben, aber der Thrill fehlt einfach. Positiv ist aber durchaus, dass der Protagonist hier nicht so dargestellt wird, als ob es eine Rechtfertigung für seine Taten gäbe. Gerade die Verfolgung durch die Seelen, die das Moralgefühl darstellen, macht Gerry Fegan anders und lässt ihn von anderen Protagonisten in politischen Thrillern unterscheiden. Gerade durch seine Fehlerhaftigkeit wirkt er menschlich und macht sich somit zur Projektionsfläche des Lesers. Insgesamt ist „Die Schatten von Belfast“ ein interessanter Thriller mit einigen Schwachpunkten. Gerade die vielen und oft sehr politischen Dialoge machen den Thriller stellenweise lahm, zeichnen ihn jedoch auch aus. Wer einen typischen Thriller sucht, sollte dieses Buch allerdings nicht wählen. Erstveröffentlichung auf http://literaturecosmos.wordpress.com/

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  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    traumwald

    traumwald

    25. March 2011 um 16:27

    >>Jeder muss bezahlen - den Preis bestimmen die Toten!<< ... so die Zeilen auf dem Cover! Mit einem kräftigen Zug kippte Gerry Fegan das nächste Guiness hinunter. Aber sie waren immer noch da und starrten ihn an, verfolgten ihn auf Schritt und Tritt. Tag und Nacht. Fegan gehört der Terrororganisation IRA an, ist verwickelt in politische (mehr mafiöse) Geschäfte. Vielmehr ist er eine Marionette und erledigt die Drecksarbeit der Drahtzieher. Wegen etlicher Morde hat er zwölf Jahre im Maze Prison verbüßen müssen. An jeden Einzelnen kann Fegan sich erinnern. Und es ist unfassbar, aber in den Augen der Politiker bezeichnete man ihn nicht als Mörder, sondern als politischen Gefangenen. Der Grund, weswegen Fegan schon nach zwölf Jahren frühzeitig entlassen wurde. Aber der Schein trügt, denn er ist nicht frei. Die zwölf Geister seiner Opfer stellen ihm nach, wollen Rache, lassen ihn solang nicht ruhen - bis er die Befehle ausführt und die Verantwortlichen richtet. Einen nach dem Anderen. Sein erstes Opfer ist Michael McKenna - ein alter Freund und Politiker. Der Trailer war der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich dieses Buch unbedingt haben musste. Daheim angekommen las ich den Klappentext. Dem Inlay war zu entnehmen: "Dies ist nicht der Psycho Thriller auf den du dich so wahnsinnig gefreut hast!" Meine Laune war zunächst getrübt. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um einen Politthriller, in dem der Autor den NORDIRLANDKONFLIKT aufgegriffen hat. Eigentlich schon fast historisch. Lasst es euch gesagt sein: ich lese äußerst selten solche Exemplare. Aber ich empfand diesen Roman tatsächlich mindestens genauso gut, wie "Verräter wie wir" vom werten John lé Care. Beide sind stilistisch völlig unterschiedlich und absolut nicht miteinander zu vergleichen. Mit dieser fiktiven und doch realen Geschichte schafft Stuart Neville durch seinen schwungvollen aber einfachen Sprach- und Schreibstil den Leser mitzureißen. Um so tiefer man versinkt, um so häufiger flatterte mir leider der ein oder andere Druckfehler entgegen. Das ist ärgerlich und stößt bitter auf, aber ich möchte das Geschriebene deswegen nicht abwerten. Die vielen unterschiedlichen Verstrickungen und die vielen Namen der Charaktere fordern die Aufmerksamkeit des Lesers. Es wird nicht in Phrasen gesprochen, dafür viel diskutiert und gestikuliert. Oft schleichen sich Personen ein, von denen man zuvor nichts gehört hat. Sie sind einfach (passend zu der jeweiligen Situation) aus der Versenkung gekrochen, um mitzureden. Dünn gezeichnet und manchmal gar nicht wahrnehmbar! Für mich entsteht dadurch der Eindruck, dass Stuart Neville die Geschichte zum Teil erst während des Schreibens weiter ausgebaut hat. Aber dann kommt eines zum anderen. Plötzlich ergibt alles wieder einen Sinn! Manche Namen werden spätestens dann wieder ins Gedächtnis gerufen, wenn die schemenhaften Geister das nächste Opfer anvisieren. Nach jedem Mord verschwindet ein Schatten. Ganz klar ist, dass Gerry Fegan diese Begleiter schnellstmöglich loswerden will. Die Qualen, die er durchexerziert, bringen ihn um den Verstand. Der Alkohol vernebelt nur die Sinne, macht aber nichts ungeschehen. Irgendwann beginnt Gerry mitzufühlen, versucht nachzuempfinden und verliebt sich irgendwann - ausgerechnet in die Nichte von McKenna (einem aufstrebenden POLITIKER (Organisation - UNBEKANNT). Zu jedem weiteren Opfer hat Gerry eine Verbindung. Dennoch bleibt ihm keine andere Wahl, als das zu machen, was man ihm befiehlt. Von den geisterhaften Erscheinungen hätte ich mir ehrlich gesagt ein bisschen mehr erhofft, als das sie lediglich die Finger zu Pistolen formen, das nächste Opfer anvisieren, um dann den nächsten Mord per Schuss zu befehligen. Mann, ich wollte mich fürchten - mich vor Angst unter die Decke verkriechen! Mich schütteln und rütteln! Nein, das war leider ein bisschen MAU! Ab Seite 160 circa, war ich auf die weitere Entwicklung gespannt. Das Ende hatte mich positiv überrascht und mit einem guten Gefühl zurück gelassen. Der Autor hat sich sehr intensiv mit der republikanisch paramilitärischen Organisation und den Konflikten zwischen den Radikalen - der IRA und der der loyalistischen Ulster Volunteer Force (UVF) - auseinandergesetzt. Die Konfliktparteien selbst, hat der Autor weitestgehend ausgeklammert und nicht benannt. Die vielen Nebencharaktere sind zwar extrem dünn gezeichnet und spielen eher eine untergeordnete Rolle, nichtsdestotrotz wirkten sie weder störend noch fehl am Platz. Im Gegenteil - wäre dem nicht so, hätte dieser Roman weitaus mehr als 440 Seiten gehabt. Überflüssigeres Drumherum hätte mir die Lust am Lesen genommen. Man hätte dadurch die Spannung gedrosselt und schlussendlich erdrosselt. Die kleinen Schwächen werden durch das erzählerische Talent des Autors definitiv in den Schatten gestellt und versickern dort ins Tiefe. Reales und Übersinnliches - Gegenwart und Vergangenheit vereinen sich. Manche schreiben Bücher wie am Fließband; bei Neville ist das anders - und das merkt man! "Die Schatten von Belfast" ist meiner Meinung nach trotz Ecken und Kanten ein bemerkenswertes Debüt, dessen Autor man sich unbedingt merken sollte. 4 Sterne von 5 Sterne Die Bewertung für Übersetzung und Korrektur fällt dagegen katastrophal aus. Mittlerweile ist es in diesem Jahr mein drittes Hardcover, wo Druckfehler so sehr ins Auge fallen, dass es einen schüttelt. Horror! Letztlich bleibt diese Kritik oft am Autor hängen. Und der Leser fragt sich, ob er seine Kröten nicht so lange aufsparen sollte, bis das Paperback erscheint. Traurig aber wahr! Das Cover hingegen gefällt mir wesentlich besser als das Original "TWELVE".

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  • Rezension zu "Die Schatten von Belfast" von Stuart Neville

    Die Schatten von Belfast
    Monsignore

    Monsignore

    11. March 2011 um 20:26

    Meine Güte, wer will denn heute noch vom vergangenen Nordirland-Bürgerkrieg lesen? - dachte ich. Und traf dann auf eine Story, die ihresgleichen sucht. Ein "ehrenwerter" Killer der IRA wird nach vielen Jahren Knast entlassen und findet sich unbeholfen im Frieden wieder. Kumpane, Mitkämpfer und Vorbilder aus vergangenen Kriegstagen sind unbescholtene Bürger und Parteiführer geworden. Man hat sich arrangiert, man hat vertuscht, man pflegt alte Seilschaften mit teils zusammengebissenem Kiefer. Man kümmert sich um sein Auskommen. Soweit, sogut - wären da nicht die aktiven Schatten seiner Opfer, die ihn stets begleiten, sich mit ihm auf die Toilette drängen, in seine Träume eindringen, mit ihm kommunizieren. Und die ihm unmissverständlich klar machen, dass sie ihn nur in Ruhe lassen, wenn er jeden Drahtzieher und Gefehlsgeber für jeden einzelnen Mord umbringt. Und da Töten für ihn nie ein Problem war, fängt er an. Tatsächlich verschwinden die ersten quälenden Schatten, also macht er weiter und bringt die empfindliche Balance des Friedens in Gefahr. Von da an wird er selbst zum Gejagten. - Ein hervorragend konstruierter Politthriller, sachkundig und politisch schlau geschrieben. Aus dem Nachwort wird ersichtlich, dass sich der Autor mit diesem Buch einen lange gehegten Traum erfüllt hat, an dem er viele Jahre hart gearbeitet hat. Dieses Erstlingswerk hat das Zeug zu einem internationalen Bestseller.

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