Sudhir Venkatesh Floating City

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Inhaltsangabe zu „Floating City“ von Sudhir Venkatesh

Sudhir Venkatesh führt eigentlich zwei Leben. Einmal ist er Soziologieprofessor an der Columbia University in New York. Ein andermal ist er Feldforscher in den gesetzlosen Welten der Gauner, Dealer und Callgirls. In diesem Spannungsfeld spielt `Floating City , das letzte und in den USA gefeierte Buch des indischen Soziologen. Die Weltpresse reagierte begeistert: `Journalismus auf höchstem Niveau , schrieb die New York Times. New York ist die schwebende Stadt. Mit einem fein gesponnenen Netzwerk zwischen den Wohlhabenden der feinen§Gesellschaft und den verzweifelten Immigranten oder bettelarmen Einheimischen. In verborgenen Ecken und Winkeln begegnet man sich. Hier setzt Venkatesh an und sucht die Schnittstellen, die Arm und Reich verbinden. Zum Beispiel Callgirls aus begütertem Haus, die ihren Prostitutionsalltag selbst organisieren. Oder Dealer, die vordergründig Kunstausstellungen und die Kulturbourgeoisie unterstützen, gleichzeitig das Publikum mit Drogen versorgen. Venkatesh ist Chronist, leidenschaftlicher Beobachter und mitfühlender Interviewer gleichzeitig. Und zwar mittendrin statt nur dabei.

Wirklich interessant!

— FloP

Ein wirklich interessantes Buch über die Arbeit als Soziologiewissenschaftler im Untergrund von New York.

— Aqua__

Einblicke in die New Yorker Unterwelt: Dealer, Prostituierte, Zuhälter. Ein funktionierendes Netzwerk für sich.

— miss_mesmerized

Interessanter Einblick in die Welt von New York und deren Bewohner.

— MissGoldblatt

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  • Leserunde zu "Floating City" von Sudhir Venkatesh

    Floating City

    Murmann_Verlag

    Liebe Leserinnen und Leser, wir starten eine Leserunde für „Floating City“ von Sudhir Venkatesh und verlosen dafür 15 Rezensionsexemplare, für die Ihr Euch bis zum 06.04. bewerben könnt! Eine erste Leseprobe gibt es hier. »Aber heute Abend war ich mit einem der größten Koks-Dealer von Harlem unterwegs, und ich wollte nicht derjenige sein, der der Tochter Amerikas den perfekten Zugang zur Drogenwelt verschafft.« (S. 14)     Der Soziologieprofessor Sudhir Venkatesh wagt die Grenzüberschreitung und erforscht die Untergrundökonomie von New York, der Symbolstadt des amerikanischen Traums. Jahrelang begleitet und interviewt er die Prostituierten, Drogenhändler, Polizisten und Zwischenhändler der amerikanischen Metropole, ebenso wie die Sprösslinge der New Yorker Oberschicht.  »Floating City« ist der fesselnde Bericht dieser Erlebnisse, der Autor selbst Chronist, leidenschaftlicher Beobachter und gleichzeitig mitfühlender Interviewer – mittendrin statt nur dabei. „Ein Sittengemälde der New Yorker Unterwelt“, schreibt Welt am Sonntag. Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen und auf eine spannende Leserunde!

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  • Empfehlenswert!

    Floating City

    FloP

    22. June 2015 um 16:35

    Die Unterschicht und sozialen Abgründe der Metropolenstadt New York City. Nicht alles in dieser Stadt ist toll und glänzt, nein, und eben diese Schattenwelt zeigt Sudhir Venkatesh in seinem Buch „Floating City“. Bevor er New York unter die Lupe nahm, erforschte und beschäftigte es sich mit Chicagos dunkler Seite. Er wollte die Abläufe, Geheimnisse und Institutionen von Dealern, Prostituierten und Verbrechern in Big Apple beobachten, charakterisieren und mit den legalen Abläufen und Institutionen vergleichen. All dass, wollte er in seinem Buch veröffentlichen und niederschreiben. Und das tat er auch. Was sich bis jetzt jedoch wie ein lahmes Sachbuch angehört hat, ist in Wahrheit jedoch viel mehr. Der Soziologe erzählt nicht von namenlosen Gestalten, er erzählt die Geschichte der Leute mit denen er zu tun hatte. Und jede dieser Geschichten die er beschreibt berührt einen als Leser und regt zum Nachdenken an.  Das Buch ist weniger eine wissenschaftliche Abhandlung über die dunkle Seite der Metropole sondern eher eine Sammlung von persönlichen Schicksalen. Vom Dealer Shine, des Callgirls Carla und sogenannte „Managerinnen“. Sudhir Venkatesh folgt seinem Weg durch die Stadt und erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Unterwelt. Mit Einblicken in Verhalten, Arbeit und Gefühle der Menschen die Venkatesh trifft wird das Buch von einem Sachbuch zu einem persönlichen und erzählenden Werk: die Menschen stehen im Mittelpunkt und setzen ein Zeichen. Die Tatsache, dass es auf wahren Ereignissen basiert macht die Story nur noch interessanter und durch den Realitätsbezug  bleibt das Buch im Gedächtnis. Man lernt als Leser die illegalen Beziehungen und Abläufe kennen und wird von Einzelschicksalen berührt, von einzelnen Personen, die einzig und allein auch nur etwas von dem Glanz der Metropole haben wollen – ihr eigenes Stück vom großen  Kuchen der glänzenden Metropole New York Citys. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen und es ist für jene, die nicht mehr vom Schein geblendet werden wollen und so oder so NYC fokussiert sind. Ich kann es nur empfehlen!

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  • New York, New York!

    Floating City

    BluevanMeer

    30. May 2015 um 18:07

    Wohin New York sich im 21. Jahrhundert entwickeln wird? In eine globale und immer schnellere Stadt, deren Bewohner sich konstant über vertraute gesellschaftliche Territorien und Stammesgrenzen hinwegbewegen und dabei neue Muster hervorbringen. Hier wird Zukunft gemacht und ich war dabei es zu dokumentieren. "If I can make it there, I can make it anywhere", sangen Liza Minelli und Frank Sinatra bereits 1977 und diese traumhafte Vorstellung von New York geistert auch immer noch in den Köpfen. Doch dieser Weg ist nicht immer legal und oft sind die Übergänge zwischen legalen und illegalen Aktivitäten fließend. Sudhir Venkatesh ist Soziologie-Professor an der Columbia Universität und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Untergrundökonomie großer Städte, z.B. mit Chicago. Seine Recherche in New York begann er 2003, dieses Jahr ist sein Buch erschienen, das von Jürgen Neubauer übersetzt wurde. Floating City ist kein Roman, aber eben auch keine rein wissenschaftliche Abhandlung. Das liegt vor allen Dingen an Venkateshs Herangehensweise. Um Kontakt zu den Gangstern, Dealern und Callgirls zu bekommen, die in der New Yorker Schattenwelt ihre Geschäfte abwickeln, muss sich der Soziologe natürlich ins Milieu begeben. Doch schon hier wird es schwierig. Alle Bereiche scheinen in der Stadt der Träume zu verschwimmen. Drogendealer aus der Bronx erscheinen auf schicken Galerieeröffnungen, wohlhabende Studentinnen verdienen nebenberuflich als "Broker" ihr Geld und managen Prostituierte. Die Verzweigungen der einzelnen Unternehmen, wenn man sie so nennen will, sind so weitreichend, dass Rundumschläge gegen die offensichtlichen Probleme auch an unerwarteten Stellen zu Erosionen führen. Als der Bürgermeister Giuliani in einer groß angelegten Aktion den Time Square von Prostituierten befreien will, sägt er gleichzeitig am Standbein einer ganzen anhängenden Unternehmerkultur, in der durch illegale Geschäfte ein legales Leben erst ermöglicht wird. ,Kriminell' war jedoch kein ausreichendes Etikett, wenn man sich ihre Aktivitäten als Ganzes ansah. Diese Menschen waren Suchende. Genau wie die avant-gardistischen Jungunternehmer in den Garagen von Silicon Valley träumten sie davon, ihre Welt zu verändern. Und in ihrem Alltag als Bürger und Verbraucher hielten sie mit ihren illegalen Einnahmen zahlreiche legale Unternehmen am Leben. In diesem Sinne waren sie wichtige Stützen der Gemeinschaft. (S. 200) Um überhaupt eine wissenschaftliche Sicht auf diese vielschichtigen Zusammenhänge zu bekommen, muss Venkatesh das Vertrauen der Akteur*innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gewinnen. So sitzt er in Bars, besucht Luxuspartys und schäbige Absteigen. Eine Hand wäscht die andere und es entstehen interessante Gemeinschaften, zu denen er aber nur bedingt Zugang bekommt. Gleichzeitig muss er seine Forschung nicht nur einmal vor der Universität und Kolleg*innen rechtfertigen. Um dem Vorwurf des Sensationsjournalismus zu entkommen und gleichzeitig das Leben in der Schattenwelt so genau wie möglich recherchieren zu können, wählt er die Perspektive des Dokumentarfilmers. Und wird auch gleich mit offeneren Armen empfangen - unter soziologischer Forschung können sich die meisten der Befragten einfach nichts vorstellen, doch jeder weiß, was ein guter Dokumentarfilm ist. Venkatesh hat einen populärwissenschaftlichen Roman geschrieben, der auch für soziologische Laien informativ ist. Anders als in der traditionellen Soziologie der 1970er Jahre, die gerne "die Armen" in einer Opferrolle festlegte und dadurch einer ganzen Bevölkerungsgruppe Passivität und fehlenden Ehrgeiz unterstellte, geht Venkatesh davon aus, dass es auf beiden Enden der Einkommensskala Suchende gibt, die mit den Gegebenheiten kreativ umgehen und immer neue Wege auftun um Geld zu verdienen und Geschäfte zu machen. Doch auch wenn viele Menschen in diesem Kosmos "schweben", im unteren Bereich der Einkommensskala steht mehr auf dem Spiel, ist das Risiko viel größer, wenn es Papas Kreditkarte im Hintergrund nicht gibt. So hat der Dealer Shane Schwierigkeiten die kulturellen Codes der weißen Drogenkonsument*innen zu verstehen und verliert ständig Kundschaft, er muss versuchen sich anzupassen, zu schweben oder er ist pleite. Manjun, der Besitzer des Erotikladens, braucht dringend Geld um seine Familie in die U.S.A zu holen und vermietet ein Zimmer an Prostituierte. Das Callgirl Carla ist hübsch und hat ein Händchen für's Geschäft, aber der gesellschaftliche Aufstieg bleibt aus, weil sie ihr gewohntes Viertel nicht verlassen möchte. Der Soziologie-Professor trifft die unterschiedlichsten Menschen in Harlem, der Lower East Side oder der Upper East Side und zeichnet interessante Porträts von Suchenden. Gleichzeitig ist Venkateshs Buch mehr als eine Reportage über Gangster und Drogenhandel und die Stadt New York. Mir hat besonders gefallen, wie genau Venkatesh über sein Fach und die wissenschaftlichen Anforderungen an seine Forschung berichtet. Immer wieder reflektiert er auch seine eigene Perspektive und muss am Ende feststellen, dass die Rolle des dokumentierenden Beobachters im Angesicht der vielen Einzelschicksale auch für ihn nicht aufrecht zu erhalten ist. Floating City ist ein gelungenes Sachbuch, voll interessanter Rechercheergebnisse. Es gewinnt einen besonderen Reiz durch den sehr persönlichen Zugang, den Venkatesh wählt und der ihn stellenweise auch poetisch werden lässt, ohne dass er in anderen Kapiteln die Ereignisse verharmlosen würde: Und wenn die Edel-Zuhälterin und der Getto-Dealer ihre vermeintlich festen gesellschaftlichen Rollen improvisieren und ihre Kommunikation derart schnell anpassen konnten - als handele es sich lediglich um eine Fiktion, auf die sich zwei Menschen einigen -, dann ist das Eingeständnis nicht weit, dass ein kriminelles Leben eine Art Kunstwerk ist. Die globale Stadt ist die Leinwand und gibt den Rahmen vor, doch den Rest haben die Künstler selbst in der Hand. (S. 305)

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  • Alles im Fluss

    Floating City

    kleinegrauewolke

    25. May 2015 um 15:40

    Sudhir Venkatesh, bekannt durch sein Bücher über in prekären Verhältnissen lebende Bevölkerungsschichten in Chicago, wendet sich in diesem Buch New York City zu – allerdings nicht der glitzernden Metropole der Reiseführer und reichen Banker, sondern der verbogeneren Seite der Stadt, den Prostituierten und Drogenhändlern. Mit der Rezension für dieses Buch habe ich mich etwas schwergetan, was vor allem daran liegt, dass wohl auch das Buch sich nicht so recht entscheiden kann, was es ist: soziologische Abhandlung? Sammlung von Fallstudien? Erfahrungsbericht? Wir treffen faszinierende Charaktere wie den Drogenhändler Shine, der neue Kundenschichten erreichen will und muss, die Edel-Zuhälterin Margot, die den Absprung schaffen will, oder ihre Kollegin Analise, für die ihre Beschäftigung hauptsächlich ein Spiel mit dem Feuer zu dem Zweck zu sein scheint, der Langeweile ihres privilegierten Daseins zu entkommen. Allerdings versucht Venkatesh, diese Einzelschicksale in einen Rahmen zu pressen, der ihnen nicht immer gerecht wird, und gibt dabei seinen eigenen Befindlichkeiten inklusive scheiternder Ehe reichlich – in meinen Augen: zu viel – Raum. Auch hätte eine linearere Erzählweise dem Buch wohl besser getan als der arg kreiert wirkende Spannungsbogen. Eine mit der heiβen Nadel gestrickt wirkende, etwas holprige Übersetzung (einschlieβlich stellenweise inkorrekter Terminologie wie „Verbürgerlichung“ statt „Gentrifizierung“) tut ein Übriges. Fazit: ein interessantes Sujet und ein Buch, das – vermutlich unbeabsichtigterweise – die Fallstricke des Forschungsansatzes der sogenannten „teilnehmenden Beobachtung“ deutlich macht. In der Umsetzung etwas enttäuschend, aber durchaus lesenswert.

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  • Kein Buch, das man an einem Tag liest

    Floating City

    Mrs. Dalloway

    21. May 2015 um 16:44

    Der Autor Sudhir Venkatesh lehrt Soziologie an der Columbia University in New York. Für eine Studie begibt er sich in die Unterwelt des Big Apple.Gauner, Dealer und Callgirls regieren hier und bieten ihm viel Stoff für ein interessantes Buch. Meine Meinung:Wie gesagt, spannend ist das Buch allemal, doch es weist leider auch einige Schwächen (meiner Meinung nach) auf. So ist es zum Beispiel leicht chaotisch und ungeordnet. Wenn ich einen Roman lese, dann erwarte ich, dass ich manchmal mitten rein in die Geschichte geworfen werde, okay. Aber bei diesem Buch, dessen Genre schwer zu bestimmen ist und das sich irgendwo zwischen Sachbuch, Feldforschung und Sittengemälde befindet, wäre eine Einleitung wünschenswert gewesen.Auch die langen Kapitel, 8 an der Zahl, sind einen Ticken ZU lang geraten. Eine nochmalige Unterteilung wäre sinnvoll, da man hier sowieso etwas länger zum lesen braucht.Der Inhalt an sich ist sehr spannend und ich bewundere Venkatesh für seinen Mut. Chapeau! Mein Fazit: Ein Buch für alle, die mal eine andere Seite von NYC kennen lernen wollen.

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  • Ein Blick hinter die Kulissen des Big Apple

    Floating City

    tweedledee

    18. May 2015 um 09:25

    Der Autor Sudhir Venkatesh zieht von Chicago nach New York. Er ist Professor für Soziologie und hat in Chicago Studien über die Schattenwirtschaft und die Unterwelt Chicagos erhoben, mit seinem Umzug nach New York will er seine Studien vorort weiterführen. Es ist für ihn schwierig, mit den Menschen der Unterwelt in Kontakt zu treten, erst die Bekanntschaft mit dem Drogendealer Shine öffnet ihm die Türen und ermöglicht ihm einen Blick hinter die Kulissen der glitzernden Metropole. Durch Shine erhält er einen Einblick in den Drogenhandel und bekommt Zugang zu Prostituierten. Er erkennt, dass sich die Situation in Chicago nicht mit der in New York vergleichen lässt, die Stadt fließt, verändert sich ständig. Mit diesen Veränderungen müssen auch die Prostituierten leben, sich anpassen, sich neue Viertel erschließen. Vor allem für die nichtweißen Prostituierten ist es schwer, weiße Kunden zu finden, in die weißen Bezirke vorzudringen. Dem gegenüber stehen die Edel-Sexarbeiterinnen aus den mittleren oder höheren Schichten, für die dieser Nebenerwerb ein nettes Zubrot ist. Ganz im Gegensatz zu den Sexarbeiterinnen, die ihr Leben davon bestreiten müssen. Sudhir lernt viele Menschen kennen und begleitet ihren Weg über mehrere Jahre, nimmt an ihren Schicksalen teil und stellt für sich fest, dass er bei seinen Studien nicht so distanziert bleiben kann, sondern Anteil nimmt. "Floating City" ist ein interessantes Sachbuch über die Schattenwirtschaft New Yorks, die Einzelschicksale der Menschen stehen im Mittelpunkt. Die soziologischen Aspekte der Studien werden von Sudhir beleuchtet, manchmal etwas zu umfassend und trocken, so dass der Leserfluss etwas ins stocken gerät. Für mich aber definitiv ein mehr als interessantes Buch das ich jedem empfehlen kann, der gerne einmal hinter die Kulissen des Big Apple blicken möchte.

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  • "Floating City" von Sudhir Venkatesh

    Floating City

    Aqua__

    30. April 2015 um 21:36

    Inhalt: In dem Buch beschreibt Sudhir Venkatesh seine Forschung der Untergrundökonomie von New York. Sudhir Venkatesh ist Soziologieprofessor und arbeitet als Dozent an der Columbia Uiverstiät in New York. Zugleich betreibt er Feldforschung in den gesetzlosen Welten der Gauner, Dealer und Callgirls, wodurch er eine Art Doppelleben führt. Er trifft sich mit Menschen aus verschiedenen Schichten und befragt sie zu ihrer Arbeit als Dealer, Callgirl oder Gangster, ihrem Einkommen und Netzwerken untereinander. Resumee: Sudhir Venkatesh führt kurz ein, dass er schon eine ähnliche Studie in Chicago gemacht hat, der Stadt aus der er gerade mit seiner Frau hergezogen ist. Dort hat er Kontakte in der Untergrundökonomie geknüpft, mit deren Hilfe er nun ein Studie in New York starten will. Dann springt er zur Mitte der Zeitspanne und führt kurz Shine und Analise ein. Shine ist ein Dealer, während Analise einen Escortservice führt, den sie selber aufgebaut hat. Shine ist in Armut aufgewachsen, Analise ist an der Upper Eastside groß geworden. Damit will Sudhir zeigen, dass die Herkunft nicht umbedingt etwas darüber aussagen muss, wer illegale Geschäfte betreibt. Für Sudhir Venkatesh ist es wichtig, auf beiden Seiten der Gesellschaft Beispiel für illegale Geschäfte aufzuzeigen. Der Schreibstil des Buches gefällt mir sehr gut. Es lässt sich einfach, flüssig und gut verständlich lesen. Ich muss gestehen, dass ich nachdem Klappentext etwas anderes erwartet hatte, ich hatte ein ganz sachliches Buch und eine einfach Erzählung über die Meschen erwartet, die als Dealer, Gangster oder Callgirls arbeiten. Doch Sudhir Venkatesh erzählt mit viel Gefühl und zeigt auf, dass die Arbeit als Soziologiewissenschaftler nicht immer einfach ist. Höchste Priorität sollte ja sein möglichst sachlich zu bleiben und die Menschen nicht in die eigene Gefühlswelt eindringen zu lassen. Für Sudhir scheint dies aber keine Möglichkeit zu sein, was ich aber gut finde, denn so bekommt man einen viel besseren Einblick und kann eher verstehen, warum diese Menschen in den Berufsfeldern arbeiten, in denen sie arbeiten. Fazit: Floating City ist ein wirklich interessantes Buch, dass ich mir bestimmt nochmal durchlesen werde und auch gerne weiterempfehle.

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  • Sudhir Venkatesh - Floating City

    Floating City

    miss_mesmerized

    25. April 2015 um 19:35

    Sudhir Venkatesh hat als Soziologe die Unterschicht und Unterwelt Chicagos erforscht, bevor er sich in die Metropole New York wagt. Ziel war es die Mechanismen der Dealer, Prostituierten und diverser Verbrecher am Big Apple zu beobachten und zu charakterisieren und mit der legalen Ökonomie zu vergleichen. Bald schon merkt er jedoch, dass sein Vorhaben sich in dieser Weise nicht realisieren lässt, weil ihm schlichtweg der Zugang fehlt. Was am Ende rauskommt ist weniger eine wissenschaftliche Abhandlung über die Schattenwirtschaft als persönliche Porträts und Schicksale, die vermutlich durchaus exemplarisch stehen können. Der Dealer Shine, der ihm berichtet, wie schwer der Zugang zur weißen Oberschicht ist, weil er die Codes nicht beherrscht und die Kommunikation nicht funktioniert. Das Callgirl Carla, die den Aufstieg schaffen könnte, aber ihr soziales Umfeld nicht verlassen möchte. So genannte „Managerinnen“, die betuchte New Yorkerinnen als Escort vermitteln – rein aus Spaß oder aus Unlust klassischen Jobs nachzugehen. Sudhir Venkatesh gleitet durch die Stadt und trifft sie alle und erlaubt dem Leser so ungewöhnliche Einblicke in die Unterwelt. Das Buch lässt sich schwer einordnen. Ein erzählerisches Sachbuch, das nicht ganz stringent dem Thema folgt, sondern sich windet, im Kreis dreht, plötzliche Verknüpfungen schafft und episodenhaft das Thema darstellt. Die Menschen stehen im Mittelpunkt; viele Verhaltensweisen sind einem aus bürgerlich-deutscher Perspektive schwer nachvollziehbar, vieles ist jedoch auch gerade weil es so fremd ist sehr interessant und informativ zu lesen. Für mich am aufschlussreichsten waren die persönlichen Beziehungen, ohne die im Untergrund nichts läuft. Die Einzelschicksale berühren, aber hier blieb vieles zu vage, um wirklich hinter die Fassade der Menschen blicken zu können.

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  • Über eine schwebende Stadt

    Floating City

    Babscha

    26. March 2015 um 20:03

    Der Autor ist Soziologieprofessor an der Columbia-Universität in New York City und lebt seit Ende der Neunziger vor Ort. Im Rahmen seiner gesellschaftlichen Studien war es ihm ein Bedürfnis, die Strukturen und Vernetzungen des Untergrunds der Stadt, einer Welt aus Drogen, Prostitution und Kriminalität transparent zu machen. Nach vielen problematischen Versuchen ist es ihm tatsächlich auch gelungen, dort Kontakte zu knüpfen und einen Blick hinter die Kulissen dieser glitzernden aber für den Minderbemittelten nur unbarmherzigen Welt zu werfen. Und das in seinem Buch zusammengetragene Ergebnis seiner jahrelangen Forschungen sowohl in den Niederungen von Harlem und der Lower East Side genauso wie in der dekadenten Welt der gelangweilten Reichen aus Uptown sind so verblüffend wie überzeugend. Eine Hand wäscht die andere, jeder kennt jeden, alles hängt irgendwie zusammen, die jeweiligen Dienstleistungen erfolgen vertikal von oben nach unten und umgekehrt durch alle Gesellschaftsschichten. Aber glücklich wird keiner, zumindest niemand von den Interviewten. Jeder kämpft letztlich um das eigene mehr oder weniger angenehme Überleben und laugt sich sytematisch aus in dieser nie ruhenden Metropole. Da macht der Autor selbst keine Ausnahme. Die Stadt schwebt und alle machen mit, so das Zitat eines Dealers und engen Begleiters Venkateshs. Eine gelungenes, sehr ehrliches Sachbuch, das dem Leser den Mahlstrom dieser faszinierenden Stadt interessant nahe bringt. Leider verliert sich der Autor gelegentlich etwas in soziologischen Aussschweifungen, was bei mir wegen der an diesen Stellen dann etwas trockenen und theoretischen Lektüre fairerweise einen Stern Abzug kostet. Insgesamt aber eine Empfehlung insbesondere für Leser, die NY kennen und noch mehr aus dessen Innnerstem erfahren wollen.

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  • Nach diesem Buch sieht man New York mit anderen Augen

    Floating City

    WinfriedStanzick

    17. February 2015 um 11:05

    Das vorliegende Buch des aus Indien stammenden New Yorker Soziologieprofessors Sudhir Venkatesh ist so etwas wie ein Werkstattbericht aus einem großstadtsoziologischen Labor. Gleichzeitig liest es sich wie ein anspruchsvoller und unterhaltsamer Roman. Für den wissenschaftlichen Laien hoch informativ, nimmt er mit seinem soziologischen Blick eine Stadt unter die Lupe, und stellt die Frage: „Wohin sich New York im 21. Jahrhundert entwickeln wird? In eine globale und immer schnellere Stadt. Deren Bewohner sich konstant über vertraute gesellschaftliche Territorien und Stammesgrenzen hinwegbewegen und dabei neue Muster hervorbringen. Hier wird Zukunft gemacht, und ich war dabei es zu dokumentieren.“ Aus diesen Worten spricht Stolz über die eigene pionierhafte Arbeit, bei der mit für die soziologische Wissenschaft ungewöhnlichen Methoden (das wird innerhalb des Faches sicher noch für Debatten sorgen) „Gangster, Dealer, Callgirls und andere unglaubliche Unternehmer in New Yorks Untergrundökonomie“ erfasst und mit einer lebendigen Sprache so etwas wie eine moderne Sozialgeschichte geschrieben hat. Wer dieses Buch gelesen hat, wird mit anderen Augen bei seinem nächsten New York- Besuch durch die Stadt gehen.

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