Sue Miller

 3.5 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Die Stadt in den Fluten, Das Ende des Sommers und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sue Miller

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Das Ende des Sommers

Das Ende des Sommers

 (4)
Erschienen am 01.05.1995
Ein besonderer Gast

Ein besonderer Gast

 (2)
Erschienen am 01.01.1997
Der lange Weg nach Haus

Der lange Weg nach Haus

 (2)
Erschienen am 01.01.2007
Ansichten einer Familie

Ansichten einer Familie

 (2)
Erschienen am 01.11.1998
The Distinguished Guest

The Distinguished Guest

 (1)
Erschienen am 06.05.2006

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Rezension zu "Das Ende des Sommers" von Sue Miller

Tiefe Gefühle
Minjevor 3 Jahren

"Das Ende des Sommers" von Sue Miller erschien im Mai 1995 als Fischer Taschenbuch. Das amerikanische Original erschien 1993 im Verlag Harper Collins, New York, unter dem Titel "For Love".

Inhalt
Lotti und Elizabeth kennen sich seit ihrer Kindheit. Erwachsen geworden, kehrt Lotti aus Chicago zurück nach Massachusetts, um das Haus ihrer Mutter für den Verkauf vorzubereiten. Zeitgleich kehrt auch Elizabeth von Minnesota heim nach Massachusetts. Beide Frauen fliehen vor ihrer Ehe. Ein Unfall bringt das Idyll durcheinander.

Thema
Liebe in all ihren Facetten. (S. 168, 193, 197, 220, 263, 380, 386). Trauer (wie unterschiedlich sie wahrgenommen wird, wie unterschiedlich damit umgegangen wird). Schuld und Lügen. Vergebung. Person-sein. Erwachsen werden.

Meinung
Was für ein schönes, was für ein emotional geschriebenes Buch.
Das Buch beginnt mit dem Prolog in der "Haupthandlung". Im Beginn des anschließenden ersten Teils folgt erst die Zeitepisode "kurz davor". Dann erfahren wir, was von Mai bis Juli passiert ist in chronologischer Reihenfolge. Diese wird allerdings immer wieder unterbrochen durch Erinnerungen an früher. Es folgt noch eine Dezember Episode, um das ganze abzuschließen, "rund" zu machen.
Jeder Charakter ist liebevoll ausgestaltet, es wird in die Tiefe gegangen. Ein bisschen fragt man sich bei dem Ganzen:
1.) Bleibt der Mensch, wie er von Kindheit auf ist oder verändert er sich?
2.) Sind Klassenunterschiede überbrückbar oder nicht?

Lotti und Cameron sind Geschwister, Elizabeth ihre Nachbarin.
Lotti ist ohne Vater aufgewachsen (da dieser ins Gefängnis kam) und die Mutter war Alkoholikerin. Die Kindheit wurde bestimmt von freiem Spiel.
Elizabeth hingegen hatte einen Vater, der Professor der Anthropologie war. Ihre Freizeit war bestimmt von Klavier- und Ballettunterricht und häuslichen Pflichten. Sie ist ordentlich, spricht jeden mit seinem richtigen Namen an: Sie nennt Lotti Charlotte und ihren Ehemann Lawrence, anstatt Larry, wie er sich das wünschen würde. Ihre Eltern können ihr also alle Türen öffnen. Überraschend dann das Gespräch auf Seite 178, in dem Elizabeth sagt "Aber ihr wart gleichzeitig so frei." Was für eine Sehnsucht da mitschwingt...
Elizabeths Eltern war also der Erfolg ihrer Tochter wichtig. Im Gegensatz zu Lottis Mutter, die sagte, Ehrgeiz zu entwickeln wäre Hochmut. Charlotte "gehörte" ihr. Sie war ihr Besitz. Und dieser "Besitz" war am besten "festzuhalten", solange Charlotte nicht erfolgreich ist. Auch Elizabeth hatte das Gefühl, Besitz zu sein, da ihre Eltern ja wegen dem, was sie investierten, Erfolg sehen wollten.
Am traurigsten, am eindrucksvollsten, ist die Stelle, wo über das Kreative Schreiben von Charlotte und die Ablehnung der Geschichte durch die Mutter berichtet wird.
Lotti wurde aufgrund der familiären Situation früh erwachsen. Da die Mutter alkoholkrank war, den Bruder Cameron z.B. einsperrte, bekam sie das Gefühl, sie müsste die Mutterrolle einnehmen. Als Cameron im geschilderten Sommer verschwunden ist, überschreitet sie Grenzen. Sie liest einen an ihn gerichteten Brief, hört seinen AB ab,...so lange, bis die Situation eskaliert...

Jack, der Ehemann von Lotti.In einem Gespräch mit Cameron spricht er über den Unterschied von Liebe und Leidenschaft (S. 220). Sehr eindrucksvoll. Und es zeigt sich, dass er eine gute Menschenkenntnis hat (was Elizabeth betrifft).
"Sie ist nur in ihn verknallt, sie schlägt die Zeit tot, das ist alles. In letzter Konsequenz ist sie nicht an dem Leben interessiert, dass er ihr bieten kann. Glaub mir. Ich kenne diese Sorte Frauen." (S.224)
Dies sagt er Lotti gegenüber, nachdem er ein einziges Gespräch zwischen Elizabeth und Cameron mitbekommen hat.

Und Elizabeth bestätigt das Lotti gegenüber auch noch:
"Ich glaube, dass ich Cameron in gewisser Weise liebe.(...)wenn er etwas etablierter wäre...ich meine, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass er uns hätte durchbringen können.(...)Aber so wie er lebt, Lottie."(...) " (...)und ich glaube nicht einmal, dass er eine Lebensversicherung hat."
Oh ha- noch irgendwelche Fragen? Was für eine Person! Sie kann einem nur unendlich leid tun...
Dieselbe Zerrissenheit kommt auch in dem Brief zum Ausdruck, den sie Cameron schreibt. Sie schreibt davon, wie wunderschön und wie leidenschaftlich ihre Liebe war. Was für ein Schmerz, eine Qual, eine Folter es nun für ihn ist, wenn er sie nicht mehr sieht. Im Brief schreibt sie noch, dass sie wisse, wie er sich fühle. Trotzdem will sie bestimmen. Sie will die Kontrolle. Und als sie merkt, dass sie die Kontrolle verliert, muss Lotti herhalten:
"du musst..."(S. 313)
und Lottis Reaktion:
"Ich kann gar nichts tun- und ich möchte auch nichts tun."  (S. 313)
Dies ist eine so schöne Stelle. Lotti hat, trotz ihrer gemeinsamen Vergangenheit mit Elizabeth, so viel hingenommen, auch Cameron. Er hat immer daran geglaubt, dass Elizabeth ihn einaml heiraten würde. Nun endlich setzt Lotti sich zur Wehr und sagt einmal "Nein". Sehr schön!

Nun komme ich zu Ryan (Sohn von Lotti) und Jessica Laver.
Ryans erste Reaktion auf Jessicas Tod ist sehr emotional, aber toll beschrieben (Trauer, Wut). Später kommt er an einen Punkt, wo er nachdenken, reflektieren muss. Und er spricht mit Lotti. Sie führen ein Gespräch über das Erwachsen- werden.
Jessica Lever- Auf ihrer Beerdigung wird ein sehr berührender Satz über das "Person-sein/ Person-werden" gesagt.

Fazit
ein berührendes Buch

Kommentare: 5
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muhallebis avatar

Rezension zu "Der lange Weg nach Haus" von Sue Miller

Keine Katastrophe, aber weit hinter meinen Erwartungen
muhallebivor 3 Jahren

Sue Millers "Der lange Weg nach Haus" steht jetzt seit fünf Jahren in meinem Regal und ich hatte es eigentlich längst vergessen. Als es mir dann vor kurzem wieder in die Hände fiel, sprach mich der Klappentext spontan an und ich wollte es gleich lesen.

Was ich erwartet hatte, war die Geschichte einer jungen Frau, die versucht, mit dem Verlust ihres Mannes klarzukommen und langsam einen Weg durch die Trauer in ein neues Leben findet.

Was ich bekommen habe, war etwas völlig anderes: Hier geht es um das Leben einer Patchworkfamilie, in der der Mann bei einem Unfall ums Leben kommt. Es beleuchtet weniger die Trauer der Witwe, als ihre erneute Annäherung zu ihrem Ex-Mann und die gestörte Beziehung zu ihren drei Kindern. Die jüngere Tochter stürzt durch den Tod des Stiefvaters in eine Krise und lässt sich auf eine Affäre mit einem deutlich älteren, verheirateten Mann ein, die ältere kapselt sich von ihrer Familie ab und der kleine Sohn kann den Verlust seines Vaters gar nicht begreifen. Aus diesen Motiven an sich hätte man sicher ein ansprechendes Buch machen können, doch leider bleibt die Autorin sehr oberflächlich und schildert die Leben der Familienmitglieder und die Ereignisse recht unzusammenhängend. Auch emotional bietet sie für mich wenig, denn mit keiner Figur kann ich mich identifizieren oder auch nur mitfühlen.

Dieses Buch lässt mich etwas ratlos zurück und leider ziemlich kalt. Normalerweise komme ich mit stillen Büchern sehr gut zurecht, aber das hier... hat einfach keinen Plot, bringt kaum Gefühle rüber und entschädigt leider auch nicht durch einen grandiosen Schreibstil. Was soll ich dazu noch sagen?

Man kann "Der lange Weg nach Haus" schon lesen, denn es ist nicht direkt schlecht, aber ich wüsste auch nicht, wem ich es empfehlen sollte.

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elRinass avatar

Rezension zu "Ein besonderer Gast" von Sue Miller

Rezension zu "Ein besonderer Gast" von Sue Miller
elRinasvor 6 Jahren

Die Verschachtelung der Handlungsebenen lässt einem manchmal die Ahnung aufkommen wie es sein mag, auf Grund einer Demenz den Überblick, die Zusammenhänge zu verlieren ... gekonnt konstruiert, könnte auch so gewesen sein.

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