Die Bienenhüterin

von Sue Monk Kidd 
4,3 Sterne bei260 Bewertungen
Die Bienenhüterin
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Positiv (217):
leiserkrachs avatar

Eine unglaublich berührende Geschichte.

Kritisch (5):
Das_Leselebens avatar

Fragwürdige wenig glaubhafte Geschichte, mit nerviger Protagonistin und nicht immer ganz korrekten Ausdrücken

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Inhaltsangabe zu "Die Bienenhüterin"

Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen 14-jährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses, wandert über die staubigen Straßen der Südstaaten, um ein neues Zuhause zu finden. Sie begegnet wunderbaren Menschen, rettet mit Mut und Klugheit ein Leben und findet bei drei Frauen Unterschlupf, die, wie im Märchen, in großer Eintracht zusammenwohnen. Die drei Schwestern geben dem Mädchen alles, was es braucht: Liebe, Halt, und Geborgenheit. Sie nehmen Lily in ihre Familie auf und weihen sie in die Geheimnisse weiblichen Wissens ein. Lily lernt alles über die Bienenzucht. Sie erfährt, wer ihre Mutter, die sie so schmerzlich vermisst, wirklich war, und sie verliebt sich. Doch eines Tages steht ihr Vater am Gartentor ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442732814
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:01.04.2005
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.07.2009 bei steinbach sprechende bücher erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine gleichsam bittere und honigsüße Geschichte.
    Bitter und honigsüß ...

    "Du musst eine Mutter in dir finden. Das müssen wir alle." (S. 450)

    ... darum dreht sich die Geschichte, um das Suchen und Finden von Antworten, Halt, Annahme und Gemeinschaft. Da kommen die Bienen als Begleiter gerade Recht, denn die fleißigen Insekten leben Gemeinschaft und Fürsorge auf höchstem Niveau.

    Lily verliert ihre Mutter bei einem tragischen Unfall als sie 4 Jahre alt ist. Vermutlich hat sie selbst ihre Mutter erschossen. An dieser Bürde hat sie schwer zu tragen. Hinzu kommt der lieblose und gewalttätige Vater, vor dem sie schließlich flieht.

    Sie folgt den kläglichen Spuren, die ihre Mutter hinterlassen hat und gelangt zu einer Imkerin, bei der sie Antworten und Geborgenheit findet. In der süßen Atmosphäre des Honighauses begegnet sie den Bienen und schließlich sich selbst.

    "Selbst, wenn wir noch eine Mutter haben, müssen wir immer noch diesen Teil von uns selbst in unserem Herzen finden." (S. 450)

    Eine bittersüße Geschichte, die in der Hitze der Südstaaten spielt. Immer wieder sorgt die Ungleichheit zwischen den Menschen für Turbulenzen. Gleichzeitig vermittelt das kleine Grüppchen von Männern und Frauen um die Imkerin Augusta Zusammenhalt unabhängig von der Hautfarbe.

    Liebenswerte und besondere Charaktere, interessante Informationen zu den Bienen und das tragische Schicksal von Lily sorgen für Lesegenuss auf höchstem Niveau.       

    Kommentare: 2
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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fragwürdige wenig glaubhafte Geschichte, mit nerviger Protagonistin und nicht immer ganz korrekten Ausdrücken
    absolut keine Empfehlung

    Meine erste Begegnung mit der „Bienenhüterin“ war durch den gleichnamigen Film, der mir sehr gut gefallen hat. Dies war auch der Grund warum ich einige Zeit später zum hochgelobten Roman griff.
Die Taschenbuchausausgabe hat 352 Seiten und ist April 2005 bei Btb erschienen.

    Inhalt:
Lilys Mutter verstarb als sie noch sehr klein war, seitdem herrscht ihr Vater mit Unbarmherzigkeit. Rosaleen ist ihre einzigste Vertraute. Nach einem rassistischen Überfall auf Rosaleen machen sich die Beiden auf den Weg in einen neue Zukunft. Unterschlupf bei ihrer Suche finden sie bei Augusta und ihren Schwestern. Lily wird zur von Augusta zur Bienenhüterin ausgebildet, aber wird Lily auch ihr Glück finden?

    Meine Meinung:
Als allererstes möchte ich vorweg schicken, mir hat der Roman gar nicht gefallen und ich würde auch dringend vom Lesen abraten!
Der Roman spielt vor den Hintergründen der Bürgerrechtsbewegung 1969 in den Südstaaten von Amerika. Eine Zeit in der diskriminierende und rassistische Übergriffe gegenüber der schwarzen Bevölkerung an der Tagesordnung waren und leider bis zum heutigen Tag noch sind. 
Vor diesem Hintergrund wird ein kleines weißes Mädchen von einer farbigen Frau großgezogen, ohne Liebe von ihrem Vater. Da das Buch aus der Sicht von diesem impertinenten Gör, das nichts wichtigeres im Kopf hat als die neuen Armbänder, ihre Haare und ihre Wochentagschlüpfer, erzählt wird, ist es auch nicht weiter verwunderlich, das Rosaleen ihre einzige Bezugsperson als typisches Klischeebild einer schwarzen Frau dargestellt wird, für die sie sich immer schämt.
Zu erst dachte ich das Bild wird so überspitzt gezeichnet, um eine Entwicklung Lilys im Buch besser darzustellen. Leider starb meine Hoffnung sehr schnell. Denn selbst 20 Seiten vor dem Schluss blickt sie noch mehr als herablassend auf Rosaleen, Augusta, May und June. Mehr als einmal fällt auch der Begriff ‚Neger‘, geäußert natürlich von Lily. Bitte versteht mich nicht falsch aber ein Mädchen mit ihrem Hintergrund und im Alter von 14 Jahren sollte es besser wissen. Generell bin ich der Meinung, das diskriminierende Ausdrücke nur dann in einem Text auftauchen sollten, wenn sie Handlung vorantreiben bzw. klarer machen. Meines Erachtens ist das hier nicht notwendig.
Wer sich jetzt fragt wie werden den die anderen Figuren dargestellt, sehr, sehr flach und immer nach Klischee.
Es gab im ganzen Roman zwei Stellen bei denen ich auf eine Wendung gehofft habe, meist einhergehend mit aufgebauschten Sprachbildern. Die bei einer nochmaligen Betrachtung leider diskriminierendeTendenzen aufwiesen. Ein Beispiel auf Seite 319 „[…], und so ruhten nun unsere schwarz-weißen Hände übereinander geschichtet auf meiner Brust“ Ich persönlich bin gar kein Freund davon wenn immer wieder auf ‚Besonderheiten‘ hingewiesen wird, wie das Schlagen in eine Wunde, obwohl der Konflikt / die ‚Besonderheit‘ längst klar ist. Mit der Betonung auf die unterschiedlichen Hautfarben werden die Grenzen immer weiter verstärkt.
Randthemen wie die Bürgerrechtsbewegung in den USA laufen so in dem Hintergrund und recht unaufgeklärt ab, das es eher wie ein rosa Zuckerwattendunst wirkt, als in irgendeiner Art und Weise die Realität abzubilden. So ist es auch nicht weiter verwunderlich das laut der Autorin während eines Sommers komplette politische Realitäten ändern. Andere Handlungstränge werden kaum oder gar nicht Aufgeklärt.
Der einzigste Grund wieso ich den Roman trotzdem zu Ende gelesen habe ist, weil soviel Leser begeistert waren und ich mir selbst eine endgültige Meinung bilden wollte. Eher eine Entfehlung, sehr schade. Wer aber trotzdem neugierig ist dem empfehle ich den gleichnamigen Film, der vermittelt ein ganz anderes Bild und ist auch recht gut gespielt, zumindest für meinen Geschmack.

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    Jacynthes avatar
    Jacynthevor 2 Jahren
    "Die Bienenhüterin" von Sue Monk Kidd

    Klappentext



    Lilys Mutter ist vor zehn Jahren umgekommen. Ihr Vater herrscht wie ein grausamer Rachegott über die inzwischen Vierzehnjährige. Eines Tages flieht Lily aus der bedrückenden Atmosphäre ihres Elternhauses. Sie findet bei drei Bienenzüchterinnen Unterschlupf, die sie behüten und in die Geheimnisse weiblichen Wissens einweihen. Doch eines Tages steht der Vater am Gartentor...


    Meine Meinung


    Dieses Buch ist schon eine Weile auf meiner Wunschliste und nachdem ich vor Kurzem den Film dazu gesehen habe (ich konnte einfach nicht widerstehen), wollte ich es nun endlich auch lesen.

    Es spielt in den Südstaaten der USA in den 1960er Jahren. Immer mehr Schwarze wagen es, für ihre Rechte einzustehen, was von einem Großteil der weißen Bevölkerung gar nicht gern gesehen wird. Doch obwohl diese unter anderem der Auslöser für die Geschichte ist, tritt die Thematik des Rassismus im Verlauf des Buchs in den Hintergrund. Es geht weniger um Zivilcourage als darum, mit sich selbst und seinem Leben im Reinen zu sein. Darum, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Für Lily ist das schwer. Sie verlor ihre Mutter früh und ihr Vater sollte sich ihrer Meinung nach nicht so nennen dürfen. Sie fühlt sich ungeliebt und wertlos, vor allem als ihr Vater behauptet, ihre Mutter habe sie verlassen wollen, bevor sie unter tragischen Umständen den Tod fand.

    Eine große Hilfe in dieser schweren Zeit der Selbstfindung ist ihr Augusta, eine Farbige, die mit ihren beiden Schwestern May und June in einem rosafarbenen Haus lebt und Bienen züchtet. Lilys Weg führt sie dort hin, nachdem sie gemeinsam mit Rosaleen von zu Hause geflohen ist, denn irgendetwas scheint die Schwestern mit Lilys Mutter zu verbinden. Und sie möchte herausfinden, was das ist; herausfinden, ob ihr Vater mit seiner Behauptung vielleicht doch Recht hatte.

    Die drei Schwestern sind in meinen Augen etwas ganz Besonderes, jede auf ihre Weise. Augusta ist mütterlich und weise, ohne aufdringlich zu sein. Sie ist gutmütig und geduldig und scheint stets alles richtig zu machen und sowohl Lilys als auch Rosaleens Leben hätte ohne sie wohl eine ganz andere Wendung genommen. June würden andere wohl als schwierig bezeichnen, doch für mich ist sie eine starke und unabhängige junge Frau mit gesundem Misstrauen. Und May schließlich ist zart und sensibel und trägt die Last der Welt auf ihren Schultern. Es muss schwer sein, so empfänglich für den Schmerz der ganzen Welt zu sein und ich könnte mir denken, dass es vielen Menschen so geht wie ihr, die jedoch nicht solchen Halt in ihrer Familie haben.

    Lilys Geschichte ist keine "normale" Kleines-Mädchen-wurde-von-der-Mutter-verlassen-und-sucht-nach-ihren-Wurzeln-Geschichte. Von Anfang an ist klar, dass der Tod ihrer Mutter ein tragischer Unfall war, an dem Lily maßgeblich beteiligt war. Ich kann mir nichts Schlimmeres für ein Kind vorstellen. Doch bei allem Mitgefühl wurde ich nicht so richtig warm mit Lily, ohne genau benennen zu können, woran das liegt. Mir gefällt jedoch der Schreibstil, der Lilys oft noch kindliche Gedanken mit einfließen lässt und mich oft zum Grinsen brachte. Es ist immer wieder faszinierend, die Welt durch die Augen von Heranwachsenden zu sehen.

    Entsprechend dem Titel spielt auch das Imkern eine große Rolle in diesem Roman und verknüpft besonders Lily und Augusta sowie deren Hilfsarbeiter Zach. Der Prozess der Honiggewinnung wird ausführlich, jedoch nicht langweilig beschrieben und ich habe einiges Interessantes über Bienen erfahren. Jedes Kapitel wird mit einem Sachtext zum Thema Bienen eingeleitet, das informativ ist, zugleich aber faszinierenderweise zu den folgenden Geschehnissen passt.

    Von der spirituellen Seite dieser Arbeit ist ebenfalls die Rede. Überhaupt haben die Schwestern eine ganz eigene private Art von Religion gefunden: die Anbetung der Schwarzen Madonna. Es handelt sich dabei um eine interessante Mischung aus Marienkult und eigenen Erfindungen, die mir sehr gefallen hat. Es geht hier nicht um die Anbetung eines strengen Gottes sondern darum, Kraft in sich selbst zu finden. Das sollte meiner Meinung nach eigentlich auch der Sinn von Religion sein.

    Ein tiefgründiger Roman über Freundschaft, Familie und die Kraft, die in jeder Frau steckt und nur entfesselt werden muss. Ich vergebe  5 von 5 Wolken.

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    Dunas avatar
    Dunavor 3 Jahren
    [REZENSION] Die Bienenhüterin von Sue Monk Kidd

    Das Buchcover:
    Das Cover hat mich sofort wie ich es im Regal gesehen hab angesprochen weil es so einfach ist und es in meiner Lieblingsfarbe orange ist.

    Meine Meinung;
    Schon ab der ersten Seite hatte ich das Gefühl schon mitten drin in der Geschichte zu sein. Das Buch handelt über Lily. Lily ist 14 Jahre alt und vermiss ihre Mutter sehr. Ihre Mutter ist vor 10 Jahren gestorben. Lily weiß nicht viel über ihre Mutter das einzige was ihr noch genau in Erinnerung geblieben ist ist der Tag an dem ihre Mutter gestorben ist. Zu ihren Vater hat Lily keinen gutes Verhältnis. Sie nennt ihn nicht mal Daddy sondern nur T. Ray. Als ihr Vater dan auch noch behautet das ihre Mutter sie zurück lassen wollte und ohne sie abhauen wollte beschließt Lily ab zuhauen. So landet sie bei drei Geschwister die in einen rosa Haus wohnen und sie hilft ihnen bei der Arbeit mit denn Bienen. Sie fühlt sich sofor dort sehr wohl und soll dort auch bald was über ihre Mutter erfahren.

    Ich fand die Geschichte super geschrieben und weiß gar nicht warum ich von dem Buch noch gar nichts gehört habe.

    Meine Wertung:
    5 von 5 Sternen

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    LarryPis avatar
    LarryPivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Liebenswürdige Charaktere, süße Story...jedoch fehlt etwas Spannung.
    Lily sucht eine Familie, und der Leser findet eine gute Geschichte.

    Lily ist 14 als sie endlich den Mut hat von zu hause wegzugehen, dem grausamen Vater der in ihr nur das Abbild der toten Mutter sieht.
    Zuflucht findet sie bei einer Gruppe von Schwestern die für ihren Honig bekannt sind. Sie bringen Lily bei eine Bienenhüterin zu sein und wie es ist eine liebevolle Familie zu haben.

    Ich fand dieses Buch sehr schön. es war gut zu lesen und auch einigermaßen spannend.
    Die Story war nicht zu vorhersehbar und hatte ein schönes Ende.
    Ich fand es auch gut, dass das Thema Rassismus und Wahlrecht nicht zu sehr Thematisiert wurden, denn diese waren nicht der Fokus der Story.

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch zum weinen und zum lachen
    Lilys Reise zu sich selbst

    Inhalt des Buches:
    Lilys Mutter wird durch einen tragischen Unfall getötet als Lily drei Jahre alt ist. Seit dem lebt sie mit ihrem Vater alleine auf einer Pfirsichfarm. Ihr Vater behandelt sie überhaupt nicht gut und ist teilweise gewalttätig ihr gegenüber. Durch einen Zufall entdeckt sie in einer Kiste alte Gegenstände von ihrer verstorbenen Mutter. Dort findet sie auch eine Maria aus Holz, wo ein Aufkleber angeklebt wurde; und zwar von einer Honigfarm. Da Lily sehr unglücklich bei ihrem Vater ist, beschließt sie mit ihrem schwarzen "Kindermädchen" dorthin abzuhauen.
    Dort auf der Honigfarm lernt sie sich selbst besser kennen, erlebt, dass sie ein Teil einer Gemeinschaft ist und lernt auch die Liebe kennen.

    Eigene Meinung:
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es zeigt die Höhen und Tiefen, die man im Leben erlebt. Es werden die Dinge beschrieben, die das Leben lebenswert machen, aber auch die schmerzhaften Erlebnisse werden beschrieben. Und wie Lily mit ihren Wunden umgeht. Es ist auch ein Roman über das Erwachsenwerden und über das Leben in den Südstaaten.

    Ein Buch welches ich nicht so leicht vergessen werden.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 3 Jahren
    Honigsüß und etwas klebrig

    Mir hat „Die Erfindung der Flügel“ wirklich gut gefallen, deshalb musste ich unbedingt noch ein Buch der Autorin lesen. „Die Bienenhüterin“ hat hervorragende Kritiken, ist verfilmt worden, ein Bestseller. Nur leider bin ich nicht so recht damit warm geworden.

    Grundsätzlich ist die Geschichte ganz spannend. 60er Jahre in den Südstaaten Amerikas. Lilly ist 14, als sie von zu Hause ausreißt, weil ihr Vater sie quält und vernachlässigt. Gemeinsam mit Rosaleen, ihrer schwarzen Haushälterin, folgt sie den Spuren ihrer verstorbenen Mutter und landet im Haus dreier Bienenzüchterinnen. Drei Schwestern der skurrileren Sorte betreiben eine Bienenfarm und hängen einem eher seltsamen Marienglauben an, der durchaus auch Honigrituale beinhaltet. Honig hilft immer.
    So weit ist das Buch fesselnd, originell und anrührend. Ein armes kleine Mädchen, Rassenprobleme, Vorurteile und von den Schwestern hat auch jede ihr Päckchen zu tragen, auch wenn es im Bienenhaus liebevoll zugeht.

    Nur mit der Zeit wird es dann leicht moralinsauer. Lillys nachdenkliche Küchenphilosophie strengt zunehmend an:

    „Wenn es in South Carolina noch heißer als 40 Grad wird, muss man ins Bett gehen. Das ist gewissermaßen Gesetz. Manche Leute mögen das zwar bloß für Trägheit halten, aber das stimmt nicht. Wenn wir uns bei Hitze hinlegen, geben wir unserem Verstand Zeit, nach neuen Ideen zu suchen, über den Sinn des Lebens nachzudenken und all die Dinge in unsere Köpfe zu lassen, die da unbedingt hinein müssen…“

    Im letzten Drittel wird es sogar noch pathetisch. Da schlägt dann der Marienkult zu bis man wirklich nichts mehr hören will von „Unserer Lieben Frau, die die Ketten nicht halten konnten“ und wer braucht schon eine Mutter, wenn „die Mutter von Tausenden“ bei ihm ist. 

    „Du musst eine Mutter in dir finden. Das müssen wir alle. Selbst, wenn wir noch eine Mutter haben müssen wir immer noch diesen Teil von uns selbst in unserem Herzen finden…“

    Tut mir leid, das ist zu viel für meine Nerven. Da vergeht mir jedes Mitleid.

    Dieses Buch ist wohl das erste der Autorin, aber bestimmt nicht ihr bestes. Ich kann jedem „Die Erfindung der Flügel“ empfehlen. „Die Bienenhüterin“ eher nicht.

    Kommentare: 4
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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine ganz wunderschöne Geschichte über Zusammenhalt, Liebe und Vertrauen. Ein Leben wie die Bienen es führen!
    Warmherzig, honigsüß und manchmal bitter

    Der Roman "*Die Bienenhüterin*" von "*Sue Monk Kidd*" erschien 2005. Die deutsche Veröffentlichung erscheint im "*btb Verlag*".


    Lilys Mutter ist vor zehn Jahren gestorben. Ihr Vater ist ein herrschsüchtiger Mensch, der Lily keine Liebe zu Zuneigung entgegen bringt. Als 14-Jährige flieht Lily vor ihrem Vater und der bedrückenden Atmosphäre der  Südstaaten, auch um ihr schwarzes Kindermädchen vor der Gewalt weißer Männer zu retten. Sie finden bei drei schwarzen Frauen Unterschlupf, die in friedlicher Eintracht zusammenwohnen und von der Imkerei leben. Die drei Schwestern vermitteln Lily Liebe, Halt, und Geborgenheit, sie geben ihr ein Zuhause und bringen Lily alles über die Bienenzucht bei. Auch über ihre Mutter erfährt sie Näheres.

    Diese Seelenreise Lilys hat mich tief berührt und ein Umfeld aufgezeigt, indem Rassenhass und Gewalt herrschen. Demgegenüber stellt sich das harmonische Zusammenleben der drei schwarzen Frauen genau wie die Harmonie innerhalb eines Bienenstockes dar. Es ist der Ruhepol für Lily. Hier darf sie ein Kind sein und zu einer Frau reifen, erfährt Nähe und Zuneigung und bekommt eine wunderbare Aufgabe, die sie erfüllt.

    Die Imkerinnen sind schrullig, gläubig und sehr liebevoll miteinander. Hier lernt Lily, was es heißt, eine Familie zu sein, die füreinander da ist. Ihren gewalttätigen Vater möchte sie am liebsten nie wieder sehen.
     
    Lily hofft immer noch auf ein Zeichen ihrer verstorbenen Mutter, auf die Bestätigung einer mütterlichen Liebe. Bis sie die grausame Wahrheit erfährt. Doch die familiäre Aufnahme bei den Schwestern lässt sie ihren Kummer verarbeiten und erkennen, dass genau bei den Imkerinnen ihre Geborgenheit und Zukunft liegt.
     
    Der Roman bedient sich einer zeitlosen, manchmal kindlichen Sprache und entfaltet damit die Ausdrucksstärke von Lebendigkeit und besonderen Eindringlichkeit kindlichen Wunschdenkens und Erlebens.
    Lily ist in ihren Gefühlen gefangen, einerseits möchte sie von ihrem Vater Zuneigung spüren, andererseits fürchtet sie ihn. Das wird so deutlich beschrieben, dass es fast schon weh tut, das Kind so leiden zu sehen.
    Doch so bitter auch die familiäre Situation Lilys ist, so zuckersüß wird das Leben der Bienen beschrieben. Hier bietet sich Lilys Chance, etwas Sinnvolles zu machen, sich zu beschäftigen und ihren Teil in ihrer Imkerfamilie beizutragen. Ganz nebenbei geben die Überschriften der Kapitel Informationen über die Bienenvölker an die Leser und vermitteln die Vergleichbarkeit zwischen Bienenstock und Familie als Kernzelle von Zuneigung, Zusammenhalt und gemeinsamer Entwicklung.
     
    Dieses Buch ist sehr eindringlich, herzergreifend und emotional geschrieben, man kann nur versinken in die bildhafte Erzählung und Traumwelt eines Kindes. Trotz aller beschriebenen Bitterkeit durch Rassismus, Gewalt und schlimmer Realität macht sich in diesem Buch Hoffnung breit und ein Gefühl von Wärme umfliesst den Leser wie süßer Honig. So ist das Leben: manchmal bitter, aber auch zuckersüß.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Eine tolle Grundidee, die nicht ganz ausgereift ist.

    Meinung: Nach Die Erfindung der Flügel wollte ich noch mehr von der Autorin lesen und da Die Bienenhüterin schon lange auf meiner Wunschliste stand, habe ich mich dafür entschieden.

    Lily erging es daheim nie gut. Ihr Vater ist ein Tyrann, die Mutter schon lange tot, und als sich die Ereignisse überschlagen haut sie mit Rosaleen ab. Auf der Suche nach Antworten trifft sie auf Augusta, die mit ihren Schwestern May und June in einem rosa Haus wohnen und etwas über Lily Mutter wissen. Zusammen erleben sie einen Sommer voller Liebe, Hitze, Fragen und Antworten.

    Die Grundstory ist natürlich einsame spitze. Ein junges Mädchen haut von daheim ab um Antworten über ihre Mutter zu finden und findet dabei in Zeiten des Rassenhasses Unterschlupf bei 3 farbigen Schwestern, die ihr zeigen, was Liebe wirklich bedeutet. Und der Anfang gefiel mir auch wirklich gut. Es ging alles flott voran , aber sobald Lily bei Augusta, May und June wohnt, kommt es erstmal zum Stillstand. Unnötige Passagen und Gedanken werden eingebaut, die für die Handlung keinerlei Bedeutung haben und nur die Länge strecken wollten. Auch die Sache mit T.Ray war mir zu schnell aus der Welt gesetzt, aber ansonsten war es eine ansprechende Geschichte, die durchaus zu unterhalten vermag.

    Der Schreibstil ist noch leicht unausgereift, in späteren Werken merkt man den Unterschied schon. Trotzdem war er poetisch, leicht und flüssig zu lesen und konnte mich im Lesefluss halten. Mit den Charakteren jedoch wurde ich nicht ganz warm. Sie vermittelten nur wenig Emotionen und eigentlich weiß ich gar nichts über sie. Trotzdem wirkten sie symphatisch und vermitteln Lebensfreude. Nun habe ich mir mal die DVD bestellt und bin gespannt auf den Film.

    Fazit: Eine tolle Grundidee, die nicht ganz ausgereift ist.

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    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine herrliche Geschichte, zugleich leicht und anspruchsvoll, bedrückend und Hoffnung machend.
    Auch du hast Flügel

    »Nachts lag ich im Bett und schaute zu, wie die Bienen durch die Spalten in der Wand meines Schlafzimmers schlüpften und in Kreisen durch mein Zimmer flogen, sie machten ein Geräusch wie Propeller, ein ganz hohes Sssssss, das dicht um mich herum summte. Ich sah ihre Flügel im Dunkeln wie kleine Chromteilchen schimmern und spürte in mir eine unbestimmte Sehnsucht aufsteigen. Dass die Bienen einfach so herumflogen, ohne nach einer einzigen Blume zu suchen, allein, um den Wind unter ihren Flügeln zu spüren, das hat mich bis in die Tiefe meines Herzens berührt.«

     

    South Carolina im Juli 1964. Die 14jährige Lily hat nicht gerade das, was man eine glückliche Kindheit nennen könnte. Ihre Mutter starb, als sie ein kleines Mädchen war. Geschwister, Großeltern oder andere Verwandte hat sie nicht, nur ihren Vater. Und der ist gewalttätig und gemein, ist so wenig Vater, dass sie ihn nicht Daddy nennt, sondern T. Ray. Die einzig guten Dinge in ihrem Leben sind die farbige Hausangestellte Rosaleen und die Bienen, die nachts durch ihr Zimmer fliegen. So scheint es wie ein Zeichen des Himmels zu sein, dass sie, als sie eines Tages von zuhause wegläuft, bei drei farbigen Schwestern Unterschlupf findet, die sie die Bienenzucht lehren. Und noch viel mehr…

     

    Dieses Buch gehört wieder zu der Sorte, die mich packt und während des Lesens ständig emotional durchschüttelt, mich mal „ist das schön“ seufzen lässt um mich im nächsten Moment richtig wütend werden zu lassen.

     

    Da ist zunächst mal der Ort der Handlung, die Südstaaten der USA. Sehr schön spiegeln die Beschreibungen die Widersprüchlichkeiten dieser Gegend wieder. Da sind einerseits enorme Weite, andererseits sich daraus ergebende Einsamkeit. Da sind (wie hier in den Sommermonaten) glühende Hitze und auf der anderen Seite herrliche Schilderungen von Flora und Fauna. Wie wichtig Wasser in einer solchen Ecke der Welt ist, merkt man deutlich, wenn ein Fluss oder ein Regenguss beschrieben werden. Ich sehe dann das Wasser richtig vor mir, fühle, wie erfrischend es ist, höre die Geräusche, die es macht.

    Eine große Rolle kommt in diesem Buch den Bienen zu. Ich gestehe, dass ich zwar keine Angst vor Bienen habe, auch nicht allergisch bin, ich es mir aber trotzdem nicht als schön vorstellen kann, wenn diese Tiere im Schwarm um mich herumfliegen würden. Auch meine Sympathie gegenüber anderem Krabbeltier hält sich schwer in Grenzen, umso faszinierter habe ich hier von Menschen gelesen, die diese Tiere wirklich lieben. Ganz nebenbei erfährt man so einiges über Bienen und die Imkerei – ich fand das sehr interessant und habe mir heute früh gleich mal ein leckeres Honigbrot gemacht ;-)

     

    Kommen wir zur Zeit der Handlung. Das amerikanische Bürgerrechtsgesetz von 1964 verurteilte die Rassentrennung, verbot „jegliche auf Rasse, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft begründete Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen, in der Regierung und in der Arbeitswelt.“ Nun, bekannterweise bedeutet die Verabschiedung eines Gesetzes nicht, dass es auch mit der Umsetzung klappt. In diesem Buch erleben wir Menschen, farbige Menschen, die nun endlich die ihnen zustehenden Rechte durchsetzen möchten und brutal ausgebremst werden. Das sind dann so Stellen, an denen ich beim Lesen richtig wütend werde, an denen mir diese Ungerechtigkeiten förmlich auf den Magen schlagen! Aber das Buch ist fair genug, um auch „andere“ Weiße zu zeigen und um klarzumachen, dass Rassenvorurteile auch andersherum existieren.

     

    Und dann das junge Mädchen, das nicht nur mit den normalen Widrigkeiten des Erwachsenwerdens zu kämpfen hat, sondern eine wirklich üble Ausgangssituation hat und sich zudem mit Schuldgefühlen herumplagen muss. Der Kontakt zu den Schwestern, die Lily aufnehmen, bringt ihr nicht nur einen Unterschlupf in der Not und Kenntnisse über Bienen, sondern auch Lebenshilfe in vielerlei Hinsicht. Ich habe mich lange Zeit gefragt, wie sich diese Situation wohl auflösen lässt und hatte entweder einen deprimierenden Schluss befürchtet oder einen übertriebenen „plötzlich-ist-heile-welt-und-alles-gut“ Schluss. Beides ist zum Glück nicht der Fall, das Ende wirkt angenehm realistisch.

     

    Die Schilderung, durchgehend aus Lilys Sicht, ist sehr schön zu lesen. Lily hat manchmal eine herrlich trockene Art, die mir selbst in eigentlich ernsten Situationen ein Grinsen entlocken konnte.  

    »Ich habe Gott immer wieder gebeten, etwas wegen T. Ray zu unternehmen. Vierzig Jahre lang ist er zur Kirche gegangen, aber er wurde nur noch schlimmer. Ich finde, das sollte Gott doch eigentlich zu denken geben.«

     

    Fazit: Eine herrliche Geschichte, zugleich leicht und anspruchsvoll, bedrückend und Hoffnung machend.

     

    »Lily Melissa Owens, auch du hast Flügel.«

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