Sun-Mi Hwang Das Huhn, das vom Fliegen träumte

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Inhaltsangabe zu „Das Huhn, das vom Fliegen träumte“ von Sun-Mi Hwang

Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.
Eine wunderschöne Geschichte über das Träumen und die Liebe - und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Auch als Hörbuch, gelesen von Senta Berger, erhältlich.

Ich verlose auf meinem Blog ein Exemplar dieses Buches. Mehr Infos im Blog. Endet am 25. Februar 2016. Viel Glück!

— _nifelheim

Ein wunderschön modernes Märchen über ein Huhn, das seinen Platz in der Welt sucht

— milkshakee

platt platt platt

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine Fabel über Mut, Träume und Oberflächlichkeit. Mitten drin eine liebenswerte Henne. Absolut lesenswert!!

— Fantasie_und_Träumerei

Es ist überraschend, wieviel Stoff zum Nachdenken ein so dünnes Buch bieten kann.

— moorlicht

Eine ganz nette Fabel, aus der man stilistisch viel mehr hätte machen können.

— Daniliesing

DIe Geschichte des tapferen Huhns Sprosse, das sich allen Widrigkeiten widersetzt, spiegelt gekonnt unsere menschliche Gesellschaft wieder.

— Phantasienreisen

Ein wunderschönes, kleines Büchlein, das mich restlos begeistert und glücklich gemacht hat! ♥

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Eine ganz zauberhafte Geschichte über Willensstärke und den Glauben an sich selbst

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Zroyas_Papiergefluester

    06. March 2016 um 17:33

    Die Legehenne Sprosse hat genug vom Leben. Nachdem sie mehr als ein Jahr lang nichts anderes getan hat, als Eier zu legen, die sie doch niemals behalten durfte, hat Sprosse sich geschworen "Ich lege keine Eier mehr". Und damit geht einher, dass Sprosse auch nicht mehr fressen will. Schwach vor Hunger, mit gebrochenem Lebenswillen und endlich in dem Bewusstsein, dass ihr größter Traum - ein Ei auszubrüten und Mama eines wunderschönen Kükens zu werden - niemals in Erfüllung gehen wird, tut Sprosse nichts anderes mehr, als den Akazienbaum im Innenhof zu bewundern. "Er berührte Sprosse zutiefst. Sie erhob sich, schob den Kopf durch die Drahtmaschen und scheuerte sich dabei den nackten, federlosen Hals wund. Die Blätter haben wieder Blüten ausgebrütet! Sprosse beneidete sie." (Zitat, S. 12) Nachdem Sprosse vor lauter Hunger und Kraftlosigkeit keine Eier mehr legen kann, verliert die Legehenne für den Bauern ihren Wert. Beinahe leblos wird sie hinter dem Hof mit anderen toten Hühner ins Feld geworfen. Prompt schleicht sich das Wiesel heran, das das lebende Tier unter den Leichen sofort erschnüffelt hat. Mit der Hilfe vom Erpel Streuner gelingt Sprosse die Flucht. Doch wohin nun? Sprosses folgende Odyssee ist erschreckenderweise ein mehr als passendes Synonym für aktuelle Geschehnisse - so ist es ja häufig mit Tierfabeln. Als fremde, andersartige wird das Huhn von den anderen Bewohnern des Hofes abgewiesen. Trotz Hunger, Schwäche, Obdachlosigkeit und Flucht lässt man Sprosse nicht am Wohlstand des Bauernhofes teilhaben und jagt die Henne davon. Doch Sprosse hat sich entschieden: Sie will leben! Und sie kann es schaffen! Mit der Hilfe von Streuner, ihrem eisernem Willen und zumindest auch ein bisschen Glück, schafft Sprosse das Unmögliche - und verwirklicht nebenbei auch ihre Träume. Nur etwas anders als gedacht. "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist eine ganz zauberhafte Geschichte über Willensstärke, den Glauben an sich selbst, Freundschaft, Familie und vor allem Liebe. Wer den Mut hat, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen, kann alles schaffen und trotz aller Widerstände am Ende glücklich werden. Wer auch im Angesicht von Bosheit, Angst, Hass und Ablehnung Gutes tut, sich selbst treu und reinen Gewissens bleibt, kann alles schaffen. Trotz seiner nur 160 Seiten hat das dünne Büchlein unglaublich viel zu sagen und wird noch lange in meinem Kopf herumgeistern. Die wunderbaren Zeichnungen der Illustratorin Nomoco ergänzen die Geschichte um eine weitere zauberhafte Komponente. Unnötig zu erwähnen, dass am Ende des Buches auch ein, drei oder mehrere Tränchen geflossen sind. Das Buch ist beim Kein&Aber Verlag mit der ISBN 978-3-0369-5699-2 erschienen und kann dort für 14,90€ gekauft werden.

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  • Eine Fabel

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    _nifelheim

    19. February 2016 um 18:20

    Ganz selten passiert es, dass ich ein Buch lese, nur weil es in der Top 10 der Bestseller Listen ist. Beim Stöbern auf anderen Blogs ist mir trotzdem das Buch "Ein Huhn, das vom Fliegen träumte" aufgefallen und hat mein Interesse geweckt. Mir gefiel die Aufmachung, die Beschreibung und die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Fabel handelt. Also dachte ich mir, es könnte mir gefallen. Meine Einschätzung hat sich als richtig erwiesen, das Buch ist in einem Satz gesagt einfach toll! Schon alleine die Optik ist sehr überzeugend. Das minimalistische Cover mit dem dicken Kartonpapier ist sehr schön anzuschauen und das Buch fühlt sich gut an, wenn man es in der Hand hält. Es ist eher eine Kurzgeschichte, aber diese wenigen Seiten haben es dafür in sich. Genau mit dieser Länge ist die Geschichte erzählt, seitenfüllende Ausschweifungen wurden weggelassen. Bei diesem Buch handelt es sich um eine klassische Fabel. In dieser begegnen wir oft Tieren aber auch Pflanzen als Protagonisten, die sinnbildlich für den Menschen und seine Eigenschaften stehen. Dennoch bewegt sich alles im Reich der Tiere. Die Fabel hält dem Menschen oft einen Spiegel vor: Menschliche Eigenschaften werden satirisch aufgegriffen und dadurch betont oder übertrieben. Aufgebaut ist sie nach einem Muster, Ausgangssituation, Streit und einer Lösung als Ausgang. Dazwischen versteckt sich irgendwo eine moralische Botschaft, auf die alles hinausläuft. Inhalt: In dem Buch "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" geht es um das Huhn Sprosse, welches in einer Legebatterie lebt und von Freiheit träumt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es frei zu sein und ein Ei auszubrüten. Da das Huhn schon etwas in die Jahre gekommen ist und keine Eier mehr legt, soll es in den Suppentopf wandern. Mit viel Glück und Hilfe einer Ente gelingt es ihr zu entkommen und sie findet sogar ein verlassenes Nest mit einem Ei. Überglücklich macht sie sich dran es auszubrüten. Mit dem Schlüpfen des Kükens ist sie gezwungen in die Welt zu ziehen. Freiheit bekommt ab da eine neue Bedeutung. Nicht immer ist die Freiheit so schön, wie in den Träumen. Meine Meinung: Es ist ein sehr ruhiges und stilles Buch, das ganz ohne Kitsch auskommt. Der sachliche Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, auch die Sicht auf die Welt wird eher nüchtern beschrieben. Für Träumereien ist oft kein Platz. Trotzdem ist es eine schöne Geschichte mit einer tollen Botschaft, die man in einem durchliest, weil das Huhn Sprosse einem sehr schnell ans Herz wächst. Selbst das Ende ist passend, auch wenn sich der ein oder die andere ein romantischeres Ende erhofft hat, bleibt die Autorin bis zum Schluss sachlich. Als ich die letzte Seite durch hatte, lag ich erst Mal da und war ein bisschen sprachlos und musste über die Rauheit des Lebens nachdenken. Die Autorin behandelt das Dilemma, dass wir uns immer mehr von der Natur und unseren Instinkten entfremden und verpackt das in einer schönen Geschichte.

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  • Eine feine Fabel für Erwachsene

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Fantasie_und_Träumerei

    16. January 2015 um 19:09

    "Sprosse war der beste Name der Welt. Sprossen bildeten Blätter heraus, die vom Wind und Sonne berührt wurden, bevor sie abfielen, vermoderten und zu Erde wurden, auf der wohlriechende Blumen wachsen konnten. [...] Zwar rief sie niemand so, aber der Name gab ihr ein gutes Gefühl." Sprosse lebt auf im Hühnerstall eines Bauernhofs. Es wird von ihr erwartet, dass sie jeden Tag ein Ei legt. Anerkennung bekommt sie dafür keine. Traurig beobachtet sie täglich das andere Federvieh des Hofes, das draußen herum laufen darf und die Freiheit genießen kann. Außerdem hat das andere Geflügel Nachwuchs. Auch Sprosse wünscht sich ein kleines Küken, das sie umsorgen und bemuttern kann. Ein einziges würde ihr schon genügen, doch wie soll das gehen, wenn die Bäuerin ihr jeden Tag ihre Eier wegnimmt. Das will sich Sprosse nicht länger bieten lassen und geht in Streik. Sie weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Hühnern, die keine Eier mehr legen, das Ende droht. Doch Sprosse ist eine echte Rebellin, die ihre Ziele fest im Blick hat. Koste es was es wolle. Sogar das eigene Leben. "Jedes Mal, wenn die Bäuerin ihr eines wegnahm, blieb Sprosse mit leerem Herzen zurück: Ihr Stolz über das gelegte Ei verwandelte sich in Traurigkeit. Jetzt, nach über einem Jahr im Hühnerstall,fühlte sie sich ausgebrannt." "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist eine Fabel der koreanischen Autorin Sun-Mi Hwang, Professorin für Literatur in Seoul. Das Buch, das so zart ist wie eine frische Eierschale, die noch nicht richtig ausgehärtet ist und doch im Verlauf der Geschichte mehr und mehr dazu wird, eroberte koreanische Bestenlisten und wurde sogar als Animationsfilm verfilmt. Zu Recht, wie ich finde, denn diese kleine Geschichte über Träume, Familie und den Blick unter die Oberfläche ist etwas ganz besonderes. Ich gestehe, ich war zunächst skeptisch, ob mich die Faszination der Fabel, die mich als Kind so fesseln konnte, auch heute noch zum Lesen animiert. Spannend wie eh und je ist es, zu entdecken, was hinter den Figuren der Fabel steckt. Warum sie gewählt wurden und was sie dem Leser sagen möchten. " 'Sprossen sind auch die Mütter der Blumen', erklärte sie weiter. 'Sie atmen , sie widerstehen Wind und Regen, sie speichern das Sonnenlicht, und sie bringen weiße Blüten hervor. Ohne sie gäbe es keine Bäume. Sprossen sind lebenswichtig.' " Sprosse ist die herzigste Protagonistin, der ich seit langem begegnet bin. Mutig und unerschrocken kämpft sie dafür ihre Träume, ihre Ziele zu erreichen, wofür ganz besonders wichtig ist, dass man sie nie aus dem Blick verliert. Schon schnell merkt sie, dass es nicht so leicht ist aus den Traditionen, aus dem Gefüge konservativen Denkens auszubrechen. Äußerlichkeiten spielen eine große Rolle. Anders sein hingegen findet wenig Akzeptanz. Doch manchmal zeigt ein genauer Blick unter die Oberfläche, dass dort mehr Gemeinsamkeiten stecken, als zunächst erwartet.  Es ist nicht immer der einfache Weg, der einen zum Ziel führt, und schon gar nicht das Schwimmen mit der breiten Masse, das zum Glück führt. Individuell sein, selbstständig denken, auch mal Hürden in Kauf nehmen, das macht stark und glücklich. All das lehrt uns eine furchtlose Henne mit großem Herzen in einer liebenswerten kleinen Geschichte, die zum Nachdenken bewegt und so zart wie eindringlich illustriert wurde. Klare Leseempfehlung!!

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  • Eine wunderbare, leise Erzählung, deren Themen jedoch intensiver behandelt hätten werden könnten

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Phantasienreisen

    20. November 2014 um 11:54

    Wehmütig blickt Huhn Sprosse immer wieder zu dem Akazienbaum am Rand des Bauernhofes. Für sie ist der Baum – wie der Rest der Welt – unerreichbar, denn als Legehenne ist sie zu einem Dasein im Käfig verdammt. Die Sonnenstrahlen zu genießen, den Wind zu spüren oder einfach nur umherzulaufen – für Sprosse unmöglich. Zu allem Übel rauben Bauer und Bäuerin jeden Tag ihr Ei. Dabei wünscht sich die Henne nichts sehnlicher, als einmal ein Ei auszubrüten und ein Küken zur Welt zu bringen. Eines Tages gelingt es Sprosse tatsächlich, ihrem Gefängnis zu entkommen. Doch auf dem Bauernhof möchte sie niemand haben, nicht einmal der Hahn und die Glucke. Lediglich die Wildente Streuner hat Mitleid mit der Legehenne. Für Sprosse wird der Erpel zum einzigen Freund, den sie je haben wird. Dennoch bleibt die Henne auf sich allein gestellt und muss zusehen, wie sie in der freien Natur und in ständiger Gefahr durch das Wiesel überlebt. Eines Tages findet Sprosse ein Nest mit einem Ei. Mutter und Vater sind nirgendwo zu sehen. Also nimmt sich die Henne des Eis an. Ihr Wunsch, einmal ein Ei auszubrüten wird wahr! Obwohl das Ei nicht ihr eigenes ist, entwickelt Sprosse schon bald Muttergefühle und selbst, als sie erfährt, dass sie kein Huhn, sondern eine Ente ausgebrütet hat, behütet sie das Küken und zieht es wie ein leibliches Kind auf. Doch Sprosse kann ihr Mutterglück nur begrenzt genießen, denn die anderen Hühner und Enten stehen der ungewöhnlichen Familie alles andere als aufgeschlossen gegenüber und je älter das Küken wird, desto stärker hinterfragt es seine Identität – und dann ist da ja immer noch das Wiesel, das für Sprosse und ihr Küken eine permanente Bedrohung darstellt … Sun-Mi Hwangs “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen: Auf der einen Seite habe ich die Geschichte sehr genossen, auf der anderen Seite sind da aber auch unerfüllte Erwartungen an dieses so viel gepriesene Buch. Je nachdem, aus welcher Perspektive ich “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” betrachte, fällt mein Urteil unterschiedlich aus. Als Erzählung an sich, als die Geschichte der Legehenne Sprosse, konnte mich das gerade einmal 157 Seiten schmale Büchlein vollends überzeugen. Sprosse erlebt unglaublich viel und entwickelt – angetrieben von ihren mütterlichen Instinkten – immer mehr Mut und Stärke, sodass sie sich allen Widrigkeiten widersetzen kann, wenngleich nicht jedes Erlebnis spurlos an ihr vorübergeht. Besonders ins Herz schloss ich jedoch den Erpel Streuner und Sprosses Entenküken Grünfeder, die beide zwischen zwei Lebenswelten stehen und einen inneren Kampf auszutragen haben. “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” überzeugt zudem durch seinen leisen, unaufgeregten Erzählstil und die aufgegriffenen Themen. In Sprosses Erlebnissen und Umwelt reflektiert sich gekonnt unsere menschliche Gesellschaft, was den Leser über eine große Palette an Themen philosophieren lässt: Patchwork-Familien, Fragen nach der Identität, Ausgrenzung, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Mütterlichkeit, Adoption, Entscheidungen, Träume und den Glauben und Mut, derer es bedarf, sie zu realisieren. Sun-Mi Hwang lehrt uns in ihrem Buch aber auch, Dinge zu hinterfragen und zeigt anhand des Wiesels, dass nicht alles immer so schwarz-weiß ist, wie es scheint. Das alles liest sich dabei mit einer überraschenden Leichtigkeit, ohne dass dabei Ernsthaftigkeit eingebüßt wird. Und doch konnte mich “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” nicht so sehr berühren und packen, wie ich es erwartet hatte. Das liegt zum einen daran, dass mir viele Figuren zu stereotyp und einseitig dargestellt werden, zum anderen sind mir die gesellschaftlich relevanten und diskussionswürdigen Themen für eine Fabel, als welche Sun-Mi Hwangs Erzählung ja deklariert wird, zu oberflächlich behandelt. Vieles wird kurz beleuchtet und dann wieder fallen gelassen, wie ein kleiner Schatten, der schnell an einem vorbeihuscht. Für eine Fabel, die immer mit einer oder auch mehreren Botschaften einhergeht, hätte ich mir mehr Tiefgang, eine intensivere, vielschichtigere Auseinandersetzung mit den Themen und damit einhergehend mehr Denkanstöße gewünscht. Somit bleibt “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” für mich zwar eine liebevoll erzählte Geschichte, die für schöne Lesestunden sorgt – mehr jedoch auch nicht. Fazit: Die südkoreanische Autorin Sun-Mi Hwang erzählt in “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” auf feinfühlige, ruhige und zugleich leichtfüßige Art eine wunderbare Geschichte über Träume und Zugehörigkeit. Für eine Fabel geht die Geschichte um die Henne Sprosse jedoch zu selten über das Oberflächliche hinaus.

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  • FGür Leser, die sich ein Gefühl bewahrt haben für Träume und dem Streben nach Freiheit

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    WinfriedStanzick

    23. September 2014 um 11:38

    Man denkt zunächst, dieses Buch sei ein Buch für Kinder, weil es von Tieren handelt, die auf einem Bauernhof leben. Doch weit gefehlt. Ähnlich wie bei George Orwells „Farm der Tiere“ wird hier am Beispiel der Geschichte und des Handelns von Tieren mit der literarischen Gattung der Fabel etwas verdeutlicht, was alle Menschen angeht, und vor allen Dingen diejenigen ansprechen wird, die sich ein Gefühl bewahrt haben für Träume und dem Streben nach Freiheit.   Denn darum geht es für die Legehenne Sprosse, die sich ihren Namen selbst gegeben hat, weil Sprossen für sie etwas Lebendiges sind. Sie ist schon älter und kann keine Eier mehr legen. Als der Bauer das letzte, total weiche Ei aus der Rinne nimmt, beschließt er sie zu töten und wirft sie zu anderen toten Tieren in eine Grube. Doch Sprosse überlebt und träumt weiter ihren Traum, einmal in ihrem Leben ein Ei auszubrüten und ein Küken groß zu ziehen.   Sie lernt Streuner kennen, einen Entenerpel, der nicht mehr fliegen kann und auf dem Bauernhof auch ein eher aussätziges Leben lebt. Er hilft Sprosse, vor allem sich gegen das hungrige Weisel zu verteidigen. Als sie nach einiger Zeit unter einem Dornenstrauch ein einsames Ei findet, ahnt sie nicht, dass es von Streuners weißer Gefährtin stammt, das sie gelegt hat, kurz bevor das Wiesel sie tötete. Sprosse brütet das Ei aus und wundert sich schon,  dass es viel länger dauert, als sie dachte. Streuner versorgt sie währenddessen mit Futter und gibt nachdem sein Kind, das Sprosse „Kleines“ nennt geschlüpft ist, sein Leben, als er Mutter und Kind vor dem Wiesel verteidigt.   Und irgendwann muss auch Sprosse Abschied nehmen nicht nur von ihrem Kind, das mit dem Entenschwarm fortfliegt, sondern auch von ihrem Leben. Als sie ihren Körper, den das Wiesel getötet hat verlässt und ihn von oben sieht, ist auch ihr zweiter sehnlicher Wunsch in Erfüllung gegangen: sie fliegt.

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  • Träume und Hürden

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Jade

    Sprosse kann das Geschehen ausserhalb nur durch einen schmalen Spalt in der Stalltüre erkennen und der Hof, den sie sieht, weckt in ihr Träume und Ambitionen, die sie sich nicht zu erfüllen vermag, solange sie als Legehenne in einem Käfig lebt. Sie möchte auf dem Hof leben und ein Küken grossziehen, Mutter werden, obwohl sie durch ihre Naivität nicht einmal weiss, dass dazu ein Hahn benötigt wird. Nun, wenigstens ihr Traum von Freiheit geht in Erfüllung, nachdem Sprosse keine Eier mehr legen will und ihr die Flucht gelingt. Nur hat sich Sprosse die Freiheit ganz anders vorgestellt … Durch Sprosses Mut und Willensstärke, aber auch durch ihre Neugier kann sie sich nun ihren Weg durch das Leben auf dem Hof bahnen. Nur muss sie dabei auch einiges dazu lernen, unter anderem wie man Vorurteile abbaut und dass das Überspringen von Hürden einfach dazu gehört. Dabei lernt sie alle Charaktere kennen, die das Leben zu bieten hat: Der Fremdenhasser, der Besserwisser, der Geizige, der Wohlhabende, der Samariter, der Wohltäter – sie alle begegnen Sprosse, dem Huhn, das Mutter werden will. »Das Huhn, das vom Fliegen träumte« ist eine Geschichte, die das Leben nicht besser hätte schreiben können. Es geht um Mut, Kampfgeist, Mutterliebe, Loslassen und Freiheitsdrang. Eine leise, melancholische und hoffnungsvolle Fabel, die tief berührt und den Leser nachdenklich und glücklich zurücklässt. Im koreanischen Original war das Buch zehn Jahre auf der Bestsellerliste. Nun liegt diese bezaubernde, illustrierte Ausgabe zum Glück auf Deutsch vor.

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  • Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. June 2014 um 19:59

    Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück. Eine wunderschöne Geschichte über das Träumen und die Liebe - und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Cover: Das Cover ist wunderschön gestaltet. Es ist wirklich zuckersüß. Erster Satz: Das Ei rollte über den Käfigboden und blieb hinter der Barriere liegen. Meine Meinung: Ich muss erst mal anmerken, dass die tolle Gestaltung des Covers sich im Buch fortsetzt. Es sind ein paar Zeichnungen drin, die passend zur Buchstelle sind. Sehr toll! Der Klappentext klangt echt gut, aber zuletzt hab ich eine Fabel in der Grundschule gelesen und deswegen wusste ich nicht so recht was ich erwarten soll. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und alles ist schön beschrieben. Das Buch fängt direkt spannend an und man fühlt sich in der Geschichte wohl. Ich konnte mich gut in Sprosse hineinversetzen und mit ihr zusammen träumen, mitfiebern und sie begleiten. Auch mochte ich Kleines und Streuner. Die anderen Tiere des Hofes konnte man, genauso wie die drei bereits genannten, gut verstehen, da man sie leicht in unser Menschenleben einsetzen kann. Die Geschichte regt zum Nachdenken an, auch nachdem das Buch beendet ist. Leider geht die Geschichte nur über 160 Seiten, so war Sprosses Geschichte viel zu schnell vorbei. Zum Ende hin musste ich doch etwas weinen und ich zähle dieses Buch ab jetzt definitiv zu meinen Favoriten. :)

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  • Themen-Challenge 2014 - übersetzte Bücher, aber nicht aus dem Englischen oder Französischen

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 15 austauschen!

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  • Leserunde zu "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" von Sun-mi Hwang

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    KEIN & ABER Verlag

    Die Freiheit birgt die größten Gefahren – aber auch das größte Glück Diesmal startet der Kein & Aber Verlag eine Leserunde mit einer wunderschönen Erzählung über das Träumen, die Liebe und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Es ist eine Geschichte über ein tapferes Huhn, das ausbricht und in der Freiheit seinen Platz sucht, berührt zutiefst und wirkt lange nach. Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück. Leseprobe: http://keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/das_huhn_das_vom_fliegen_traeumte/index.html Sun-Mi Hwang ist Autorin und Professorin für Literatur in Seoul. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher und erhielt diverse Preise, doch der internationale Durchbruch gelang der Autorin erst mit ihrem Roman Das Huhn, das vom Fliegen träumte. Er wurde in neunzehn Sprachen übersetzt, prägte zehn Jahre lang die Bestsellerliste Koreas und war Vorlage für den Animationsfilm Liefi. Ein Huhn in der Wildnis. Wir suchen neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, in die Geschichte einzutauchen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir 20 Bücher. Beantwortet uns bis zum 23. März 2014 folgende Frage, um in den Lostopf zu springen: Sprosse bricht aus ihrem eintönigen Gehege aus, um ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und für ihre Freiheit zu kämpfen. Uns interessiert, aus welchen Situationen oder Strukturen ihr euch befreien wollt? Was würdet ihr am liebsten hinter euch lassen? Oder vielleicht habt ihr es bereits getan!? Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde! Die Gewinner werden am 24. März  an dieser Stelle bekannt gegeben! Euer Kein & Aber Verlag

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  • Von einer die auszog die Welt zu entdecken

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    MelE

    19. April 2014 um 17:00

    Wahrscheinlich kennt jeder von uns den Song der Comedian Harmonists "Ich wollt ich wär ein Huhn", oder? Mir kam er spontan in den Sinn, da mir gleich auf den ersten Seiten des Buches "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" bewusst wurde, das ein Huhn eingepfercht in einen Stall und nur dazu verdammt Eier zu legen nun wirklich kein einfaches Leben führt. Ehrlich gesagt wurde mir wirklich übel und der Appetit auf Huhn oder Ei ist mir förmlich vergangen. Sprosse, die Heldin in unserer Geschichte träumt davon eines ihrer Eier auszubrüten. Sie verweigert das Essen, magert ab und die Eierschale ihrer Eier ist empfindlich und zu dünn. Letztendlich ist dies der Grund, weshalb Sprosse aus ihrem Käfig befreit wird. Halbtot wird sie in das Loch des Todes geworfen, wo auch schon das Wiesel auf sie lauert. Es ist keine rede davon, das sie in der Scheune zu den anderen Tieren darf oder fröhlich über den Hof spazieren darf, denn Sprosse ist eine Legehenne, die ausgedient hat. Vielleicht würde sie sich noch dazu eignen in einen Suppentopf zu wandern? Sprosses Geschichte ist sehr warmherzig und lebendig erzählt. Ich habe sie gleich liebgewonnen und mitgefiebert, denn das Leben welches sich Sprosse aussucht ist nicht einfach. Es ist ein Kampf ums nackte Überleben, vor allem dann als "Kleines" in ihr Leben tritt und sie nicht nur für sich sorgen muss. Letztendlich ist Sprosse das Huhn eine echte Heldin, die sich all dem stellt was sich ihr in den Weg stellt. Sie liebt, sie leidet und sie gibt nicht auf. Ein Huhn mit menschlichen Zügen und uns dadurch auch nicht unähnlich. Sprosse, die Muttergefühle entwickelt und sich dadurch einen Traum erfüllen kann. Es ist ein Buch, welches von der ersten Seite fesselt und seine Leser/innen mit einer tiefgründigen Geschichte um ein Huhn begeistern wird. Von mir eine Leseempfehlung für ein Buch, welches nicht oberflächlich bleibt, sondern nachwirken wird. Sprosse wird euer Herz im Sturm erobern, wetten? Den Titel des Buches "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist zwar nur bedingt passend, da das Thema Fliegen nicht unbedingt zum Thema wird, aber um das Buch zu schätzen wird dies nicht relevant sein. Freundschaft, Überleben, Selbstaufgabe und die Liebe einer Mutter werden uns auf ganz wunderbare Art und Weise nahegebracht. Ein Buch, welches es wert ist gelesen zu werden.

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  • Sehr gelungene Fabel die einen Mitfühlen lässt und nachdenklich macht.

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Always_Books

    16. April 2014 um 15:54

    Inhalt: Das Legehuhn Sprotte verbringt ihr Leben eingesperrt im Hühnerstall. Doch immer wenn sich die Tür öffnet sieht sie den Hof auf dem der Hahn, die Henne, die Enten und andere Hoftiere leben. Sprotte wünscht sich mehr denn alles andere im Hof bei den anderen Tieren leben zu können. Als sie krank wird und der Bauer sie zum "keulen" bringen will, kann sie mit der Hilfe des Erpel Streuner entkommen. Doch die Hoftiere wollen sie nicht bei sich leben lassen und so zieht Sprotte wahllos über die Felder um essen zu finden. Dabei findet sie ein Ei. Sie selbst kann keine Eier mehr legen und einer ihrer größten Träume ist es, ein Ei ausbrüten zu können. Deshalb beschließt sie sich um dieses scheinbar herrenlose Ei zu kümmern, dabei hilft ihr ihr Freund der Erpel Streuner! Und für Sprotte beginnt ein aufregendes Leben in den Feldern fernab des Hofes! Meine Meinung: Wenn man das Buch liest sollte man sich immer im Hinterkopf behalten, es ist eine Fabel und kein Roman. Denn die Geschichte um die Legehenne Sprotte ist zwar interessant, spannend und voller Gefühle. Sie bringt einen zum Nachdenken, macht glücklich und traurig. Aber sie ist eben kein Actiongeladener Roman. Zu Beginn des Buches findet man sich richtig gut in die Rolle des Huhns rein. Sie sitzt in ihrem Käfig und ihr Leben dreht sich nur darum Eier zu legen, die ihr dann einfach weggenommen werden. Außerdem sieht sie durch die offene Stalltür den Hof und die freien Tiere draußen, doch sie muss in ihrem Käfig sitzen bleiben und kann nicht herumlaufen. Wenn sie es dann schafft und in den Hof kommt, ist es besonders interessant die Charaktere der anderen Hoftiere mitzuerleben. Sie sind dominant, streitlustig oder zurückhaltend. Passend zur Rolle der Tiere auf dem Hof selbst wurde jedem ein eigener Charakter gegeben. Sehr schön! Wenn Sprotte dann auf den Feldern lebt und das Ei ausbrütet wird es sehr spannend und gefühlvoll. Ich will nicht zu viel verraten deshalb sag ich nicht warum. Aber das Wiesel spielt natürlich ebenfalls eine große Rolle und ist ein Feind den man fürchten muss. Sprotte ist ein sehr mitfühlendes und verständnisvolles Huhn, das hat mir besonders gut gefallen. Sie ist offen und freundlich aber genauso eine Kämpfernatur die niemals aufgibt! Das Buch fand ich sehr schön! Es ist eine Geschichte über den Kampf um Freiheit und es wird sehr schön gezeigt, dass Sprotte nur weil sie "frei" ist und dem Stall entkommen ist, noch lange nicht so leben kann wie sie es sich erträumt hat. Sie muss arbeiten und kämpfen um zu bekommen was sie will. Ich finde wir könnten uns alle eine Scheibe von Sprotte abschneiden! Eine sehr schöne Fabel. Die Idee vom Huhn das nach Freiheit sucht und ein Ei ausbrüten will hat mir unglaublich gut gefallen und die Umsetzung war gut. Man findet durch die offene Sprache sehr gut ins Geschehen rein und kann sich sogar in die Tiere hineinversetzen. Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet was ebenzu dazu beiträgt dass man sie lieben und verstehen lernt obwohl es eben Tiere sind. Deshalb von mir 5 von 5 Sternen und ein großes Herz weil die Geschichte mich tief berührt hat und nachdenklich gemacht hat <3

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  • Wie ist das nun mit der Freiheit?

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    moorlicht

    Eines sollte vielleicht gleich vorneweg gesagt werden: Die tiefgehende Begeisterung für diese Geschichte verlief bei mir etwas Anders. Es ist kein ‘zu Herzen gehendes’ Buch und als solches würde es auch keine Begeisterung bei mir hervorrufen. Ganz anders ist es da mit dem philosophischen Hintergrund. Die Geschichte um die Freiheit, um die es letztendlich auch für Sprosse geht, könnte mich zu stundenlagen Gesprächen verlocken. Sprosse ist ein Huhn, wie es sie in Tausenden gibt: Eine Legehenne, deren Lebensaufgabe es sein soll, in ihrem viel zu engen Käfig Eier zu legen. Legt sie keine Eier mehr, ist sie für die Bäuerin nutzlos und soll aus dem Stall entfernt werden. Was eigentlich das Ende von Sprosse sein soll, ermöglicht ihr ein völlig neues Leben und Wege in die Freiheit. Ganz klar ist das kein ebener Weg – das wäre auch unwahrscheinlich gewesen. Schwierigkeiten und Gefahren gibt es mehr als genug, die Sprosse’s Leben begleiten. Soweit erscheint mir die Geschichte auch vollkommen normal. Denn schließlich – welches Leben wäre jemals frei von Höhen und Tiefen gewesen. Dabei geht es nur vordergründig gerade um das Erleben von Sprosse. Der eigentliche Sinn dieses Buches ist die Freiheit zu leben. Anders zu sein, auch tolerant und sein eigenes Leben zu haben. Das ist nicht einfach mal eben so zu erlangen. Man wächst in sie herein, in die Gefahren, die sie mit sich bringt. Nicht nur Gefahren für das Leben. Auch andere Gefahren – wie die Gefahr, anders zu sein und deswegen ausgegrenzt zu werden. Damit auch für sich selber neue Wege finden zu müssen, für sich einen eigenen passenden Platz zu finden. Das geht nicht nur Sprosse so. Irgendwie versucht jedes Lebewesen der Fabel, seinen Platz zu finden und zufrieden zu leben. Manche sind zufrieden mit dem, wie es ist, oder es wird versucht, sich anzupassen oder ein ganz anderes Leben zu führen. Im Rückblick bleibt vielleicht auch ein leicht bitterer Beigeschmack. Müsste es unbedingt so sein? Manches Mal kommt der Wunsch hoch, Sprosse einiges zu erklären oder zu warnen, was für den Leser ganz offensichtlich ist – aber sie muss es selber lernen. Es gäbe sicher noch vieles mehr über diese Fabel zu sagen und auch noch andere Aspekte zu beleuchten. Beispielsweise die Tierhaltung in viel zu engen Käfigen. Oder das jedes Ding eben seine zwei Seiten hat, was auch viel zu oft vergessen wird. “Während sie zusah, wie der Wind die Schneeflocken fortwehte, breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus: Es war kein Schnee. Die Akazienblüten fallen wieder! Sie wollte ihren Duft in sich aufnehmen, die fallenden Blütenblätter mit ihrem ganzen Sein spüren, und breitete die Flügel aus. Es war ein herrliches Gefühl. Die Kälte und Einsamkeit waren wie weggeblasen.” (S. 156) Wie ich eben sagte: Ein Buch, um sich stundenlang darüber zu unterhalten. Copyright by: Moorlicht, geschrieben für Die Zaunreiterin

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  • Das Huhn, das von einem Küken träumte

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Maggi

    15. April 2014 um 02:03

    „Das Huhn, das vom Fliegen träumte“ ist ein sehr einfaches, wenn auch sehr entzückendes, kurzes Buch über das Huhn Sprosse, das der Massenhaltung entfliehen kann und so die Chance bekommt, das Leben außerhalb des Hühnerstalls kennen zu lernen. Die Geschichte hat Fabelcharakter und hat nur einen Handlungsstrang. Sprosse ist eine sehr sympathische Protagonistin. Nachdem sie aus dem Stall entkommen ist lernt sie andere Hühner kennen, die in einer Scheune leben und Streuner, einen Wildenterich, der ihr das Leben rettet und sie von Anfang an fasziniert, sie lernt die Gefahren außerhalb des zwar einengenden aber sicheren Stalls kennen, Fressfeinde, Kälte und Hunger. So erobert Sprosse Stück für Stück eine neue Welt und als sie im Schilf ein verlassenes Ei findet geht ihr größter Traum in Erfüllung und sie brütet es aus. So kommt ihr Sohn zur Welt, den sie Kleines nennt und später, als er größer wird, bekommt er einen erwachseneren Namen: Grünfeder. Das mutterlose Ei, dann das Küken wird ihre Erfüllung. Sie geht in ihrer Mutterrolle auf, ist aufopferungsvoll und genügsam. Auch das ihr Sohn ein kleines Entchen ist und kein kleines Huhn, stört sie nicht weiter. Grünfeder wird immer älter und beginnt sich und die Unterschiede zu seiner Mutter zu hinterfragen. Die Gespräche mit ihrem Sohn Grünfeder zeigen Sprosses große Liebe zu ihm, lassen meiner Meinung nach aber leider zu viel aus. Sie erzählt ihm nie von ihren leiblichen Eltern und den wichtigen Dingen, die Streuner, ihr Entenfreund aus der frühen Zeit ihrer Freiheit, zu ihr sagte, obwohl Grünfeder suchend ist und nachfragt und seine Identität als Ente finden möchte. Der typische Lehreffekt einer Fabel bleibt daher leider aus, weshalb ich einen Stern abziehen muss. Ein schönes, empfehlenswertes Buch ist es trotzdem. Es ist ein schmales Buch und aufgrund der leichten, einfachen, aber eindringlich schönen Sprache sehr schnell gelesen.

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  • Eine Tierfabel – zutiefst menschlich

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Herbstrose

    Über ein Jahr schon ist sie eingesperrt in diesem Käfig, ihr einziger Blick in die Welt ist durch einen Spalt in der Stalltür. Nun ist sie krank, abgemagert und zu müde, um noch weiter Eier zu legen. Sprosse ist nämlich eine Legehenne. Ihr sehnlichster Wunsch war es, einmal  zu brüten, wenigstens einmal Mutter eines Kükens zu werden. Doch immer wurden ihr die Eier  weggenommen. --- Als nun Sprosse eines Nachts in der Abfallgrube inmitten toter Hühner erwacht, gelingt ihr mit Hilfe der Wildente Streuner und viel Glück die Flucht. Als sie dann noch im Schilf ein verlassenes Nest mit einem Ei darin entdeckt, scheint ihr Glück vollkommen. Doch das Leben in der freien Natur ist ein immerwährender Kampf, der viel Mut und Tapferkeit erfordert … Bereits vom ersten Satz an war ich von diesem Buch berührt und gefesselt. Eine so traurige, tief bewegende und doch hoffnungsvolle Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Eine Tierfabel – und doch zutiefst menschlich. Wer kennt sie nicht, die Charaktere die hier von Tieren verkörpert werden? Die Wohlhabenden, die Geizigen, die Besserwisser, die Fremdenhasser, aber auch die Beschützer, die Samariter und Wohltäter – alle sind sie hier vertreten. Die Schönheit liegt in der Einfachheit der Wortwahl. Der Leser blickt quasi in einen Spiegel und erkennt sich selbst. Wer hat nicht schon Fremden gegenüber ablehnend reagiert? Hat man immer Arme oder Hungernde beachtet? Hat man Bedrohten Schutz gewährt? „Das Huhn, das vom Fliegen träumte“ ist eine moderne, tiefgründige Fabel der südkoreanischen Autorin und Professorin für Literatur Sun-Mi Hwang aus dem Jahr 2000 und wurde in ihrer Heimat zum Verkaufsschlager. Eine feinfühlige, schon beinahe philosophische Geschichte über große Probleme unserer heutigen Zeit, eine Allegorie über Wünsche und Träume, Liebe und Trauer, Leben und Sterben. Die zauberhafte Gestaltung und die liebevollen Illustrationen machen dieses Büchlein zu einem Juwel im Bücherschrank. Fazit: Ein zauberhaftes Buch, das man auch gerne mehrmals zur Hand nimmt.

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  • Wundervoll einfühlsam, sachte und leicht wie eine (Hühner)Feder

    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    10. April 2014 um 14:53

    Meine Gedanken zu dem Buch: Die Autorin erzählt in ihrer modern verfassten Fabel [lateinisch fabula, „Geschichte, Erzählung, Sage"]* von und auch aus der Sicht der Legehenne Sprosse. Tierfabeln sind Fabeln, in denen Tiere wie Menschen handeln und menschliche Eigenschaften haben und sie üben in der Regel eine belehrende, augenöffnende Wirkung auf den Leser aus - und gehen zugleich tief ins Herz. Sun-Mi Hwang ist dies mit einer wunderbaren Leichtigkeit gelungen. Schon nach wenigen Seiten war ich mal wieder der Faszination "Fabel" verfallen und habe die Henne Sprosse vollkommen in mein Herz geschlossen. Sprosse, die der Monotonie ihres Legehennen-Daseins entfliehen möchte, die von Freiheit und einem Leben ohne Maschendrahtzaun vor dem Blick träumt, die einfach nur sehr gerne Mutter sein möchte. Ihren Namen hat sie sich selbst gegeben. Sie wollte nicht einfach nur eine Henne von vielen sein, die stumpfsinnig tagein, tagaus Eier legen, die ihnen dann sofort weggenommen wurden. Nein, Sprosse wollte JEMAND sein, sie wollte zumindest einen Namen haben. Ihr sehnsüchtiger Blick über den Hof blieb immer an einem Baum hängen, der sie zum Träumen animierte - und zuletzt auch für ihren Namen inspirierte: Sprosse "Es gibt nichts besseres als Sprossen. Sie stehen für etwas Verheißungsvolles." [...] "Sprossen sind auch die Mütter der Blumen, erklärte sie weiter. "Sie atmen, sie widerstehen Wind und Regen, sie speichern das Sonnenlicht, und sie bringen strahlend weiße Blüten hervor. Ohne sie gäbe es keine Bäume. Sprossen sind lebenswichtig." ~ Zitat Seite 64 Sprosse gelingt tatsächlich die Flucht aus ihrem Käfig und dem eintönigen Leben als Legehenne und sie schöpft Mut und möchte sich hoffnungsvoll den frei bewegenden Tieren auf dem Hof anschließen. Aber hier stößt sie erneut auf Grenzen. Keine Zäune oder Türen - nein, sie wird von den anderen Hoftieren ausgegrenzt, nicht als Teil der Gemeinschaft akzeptiert. Nur die Wildente "Streuner", ein Einzelgänger, nimmt sich ihrer an, hilft ihr und sie werden zaghaft Freunde. Doch die vermeintlich wunderbare Freiheit birgt ganz neue und bis dahin unbekannte Gefahren für das Leben. Tapferkeit, Wachsamkeit und Mut sind plötzlich gefragt. Naiv und unbeholfen stolpert Sprosse in ihn neues Leben, aber sie hält an ihren Träumen fest, lässt sich nicht beirren. Ein plötzlicher Fund bringt dann ihre ganze Welt ins Wanken und sie muss sich schnell entscheiden, wie es weitergehen soll. Doch ihr ureigenster Instinkt leitet sie auf den richtigen Weg. Und einmal eingeschlagen, folgt sie diesem beharrlich und kämpft für die Liebe und das Leben. Kurz & gut - mein persönliches Fazit Der in Seoul lebenden Autorin Sun-Mi Hwang gelang mit dieser wunderschönen Fabel der internationale Durchbruch. "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" wurde mittlerweile in neunzehn Sprachen übersetzt und diente zudem als Vorlage für den Animationsfilm "Liefi. ein Huhn in der Wildnis." Zehn Jahre auf der Bestseller-Liste Koreas sprechen für sich und ich kann diesen Erfolg mit jeder gelesenen Seite nachvollziehen. Es geht um Träume und Freiheit, um Liebe und Freundschaft, um Instinkte und Entscheidungen, um Mut und Tapferkeit, um Standhaftigkeit und Zuversicht. Es geht darum, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen - all das verpackt in gerade mal 157 Seiten. Wundervoll einfühlsam, sachte und leicht wie eine (Hühner)Feder kommt dieses schmale Büchlein daher und trifft sofort mitten ins Herz. Ein jeder kann aus Sprosses Leben etwas für sich mitnehmen, kann etwas auf sein eigenes Leben übertragen. Dieses Werk hallt noch lange nach und bleibt im Gedächtnis. Einfach wunderbar ... © Rezension: 2014, Alexandra buecherkaffee.blogspot.de

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