Das Huhn, das vom Fliegen träumte

von Sun-Mi Hwang 
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Das Huhn, das vom Fliegen träumte
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Eine herzerwärmende Geschichte um Mut, Liebe und Familienzugehörgkeit

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Inhaltsangabe zu "Das Huhn, das vom Fliegen träumte"

Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.
Eine wunderschöne Geschichte über das Träumen und die Liebe - und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Auch als Hörbuch, gelesen von Senta Berger, erhältlich.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783036956992
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Kein & Aber
Erscheinungsdatum:27.02.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.08.2014 bei Kein & Aber erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine herzerwärmende Geschichte um Mut, Liebe und Familienzugehörgkeit
    Warum kann ich nicht fliegen?

    Sprosse ist ein Huhn in einem Stall voller Legehennen. Sie muss zusehen, wie ihr täglich die Eier genommen werden und so eine tiefe Traurigkeit und Leere in ihrem Inneren hinterlassen. Also beschließt sie keine Eier mehr zu legen und auszubrechen. Ihr größter Traum ist es ein Ei auszubrüten - nur ein einziges! Und dann findet sie ein einsames verlassenes Ei. Ihr Traum scheint in Erfüllung zu gehen, doch sie muss immer auf der Hut vor dem bösen Wiesel sein, das sich schon immer Eier und kleine Küken geholt hat...

    Eine wirklich hübsche Geschichte, in der es um Mut und ums Träumen geht und auch darum, sein Leben selbst zu gestalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Man leidet mit Sprosse und freut sich mit ihr, spürt ihren Stolz und ihre Einsamkeit und immer wieder rappelt dieses tapfere Geschöpf sich auf und zeigt der Welt, was in ihm steckt. Eine Geschichte, die ans Herz geht.

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    Zroyas_Papiergefluesters avatar
    Zroyas_Papiergefluestervor 3 Jahren
    Eine ganz zauberhafte Geschichte über Willensstärke und den Glauben an sich selbst

    Die Legehenne Sprosse hat genug vom Leben. Nachdem sie mehr als ein Jahr lang nichts anderes getan hat, als Eier zu legen, die sie doch niemals behalten durfte, hat Sprosse sich geschworen "Ich lege keine Eier mehr". Und damit geht einher, dass Sprosse auch nicht mehr fressen will. Schwach vor Hunger, mit gebrochenem Lebenswillen und endlich in dem Bewusstsein, dass ihr größter Traum - ein Ei auszubrüten und Mama eines wunderschönen Kükens zu werden - niemals in Erfüllung gehen wird, tut Sprosse nichts anderes mehr, als den Akazienbaum im Innenhof zu bewundern.

    "Er berührte Sprosse zutiefst. Sie erhob sich, schob den Kopf durch die Drahtmaschen und scheuerte sich dabei den nackten, federlosen Hals wund. Die Blätter haben wieder Blüten ausgebrütet! Sprosse beneidete sie." (Zitat, S. 12)

    Nachdem Sprosse vor lauter Hunger und Kraftlosigkeit keine Eier mehr legen kann, verliert die Legehenne für den Bauern ihren Wert. Beinahe leblos wird sie hinter dem Hof mit anderen toten Hühner ins Feld geworfen. Prompt schleicht sich das Wiesel heran, das das lebende Tier unter den Leichen sofort erschnüffelt hat. Mit der Hilfe vom Erpel Streuner gelingt Sprosse die Flucht. Doch wohin nun?

    Sprosses folgende Odyssee ist erschreckenderweise ein mehr als passendes Synonym für aktuelle Geschehnisse - so ist es ja häufig mit Tierfabeln. Als fremde, andersartige wird das Huhn von den anderen Bewohnern des Hofes abgewiesen. Trotz Hunger, Schwäche, Obdachlosigkeit und Flucht lässt man Sprosse nicht am Wohlstand des Bauernhofes teilhaben und jagt die Henne davon. Doch Sprosse hat sich entschieden: Sie will leben! Und sie kann es schaffen! Mit der Hilfe von Streuner, ihrem eisernem Willen und zumindest auch ein bisschen Glück, schafft Sprosse das Unmögliche - und verwirklicht nebenbei auch ihre Träume. Nur etwas anders als gedacht.

    "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist eine ganz zauberhafte Geschichte über Willensstärke, den Glauben an sich selbst, Freundschaft, Familie und vor allem Liebe. Wer den Mut hat, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen, kann alles schaffen und trotz aller Widerstände am Ende glücklich werden. Wer auch im Angesicht von Bosheit, Angst, Hass und Ablehnung Gutes tut, sich selbst treu und reinen Gewissens bleibt, kann alles schaffen.

    Trotz seiner nur 160 Seiten hat das dünne Büchlein unglaublich viel zu sagen und wird noch lange in meinem Kopf herumgeistern. Die wunderbaren Zeichnungen der Illustratorin Nomoco ergänzen die Geschichte um eine weitere zauberhafte Komponente.

    Unnötig zu erwähnen, dass am Ende des Buches auch ein, drei oder mehrere Tränchen geflossen sind.

    Das Buch ist beim Kein&Aber Verlag mit der ISBN 978-3-0369-5699-2 erschienen und kann dort für 14,90€ gekauft werden.

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    _nifelheims avatar
    _nifelheimvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ich verlose auf meinem Blog ein Exemplar dieses Buches. Mehr Infos im Blog. Endet am 25. Februar 2016. Viel Glück!
    Eine Fabel

    Ganz selten passiert es, dass ich ein Buch lese, nur weil es in der Top 10 der Bestseller Listen ist. Beim Stöbern auf anderen Blogs ist mir trotzdem das Buch "Ein Huhn, das vom Fliegen träumte" aufgefallen und hat mein Interesse geweckt. Mir gefiel die Aufmachung, die Beschreibung und die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Fabel handelt. Also dachte ich mir, es könnte mir gefallen. Meine Einschätzung hat sich als richtig erwiesen, das Buch ist in einem Satz gesagt einfach toll!

    Schon alleine die Optik ist sehr überzeugend. Das minimalistische Cover mit dem dicken Kartonpapier ist sehr schön anzuschauen und das Buch fühlt sich gut an, wenn man es in der Hand hält. Es ist eher eine Kurzgeschichte, aber diese wenigen Seiten haben es dafür in sich. Genau mit dieser Länge ist die Geschichte erzählt, seitenfüllende Ausschweifungen wurden weggelassen.

    Bei diesem Buch handelt es sich um eine klassische Fabel. In dieser begegnen wir oft Tieren aber auch Pflanzen als Protagonisten, die sinnbildlich für den Menschen und seine Eigenschaften stehen. Dennoch bewegt sich alles im Reich der Tiere. Die Fabel hält dem Menschen oft einen Spiegel vor: Menschliche Eigenschaften werden satirisch aufgegriffen und dadurch betont oder übertrieben. Aufgebaut ist sie nach einem Muster, Ausgangssituation, Streit und einer Lösung als Ausgang. Dazwischen versteckt sich irgendwo eine moralische Botschaft, auf die alles hinausläuft.

    Inhalt:

    In dem Buch "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" geht es um das Huhn Sprosse, welches in einer Legebatterie lebt und von Freiheit träumt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es frei zu sein und ein Ei auszubrüten. Da das Huhn schon etwas in die Jahre gekommen ist und keine Eier mehr legt, soll es in den Suppentopf wandern. Mit viel Glück und Hilfe einer Ente gelingt es ihr zu entkommen und sie findet sogar ein verlassenes Nest mit einem Ei. Überglücklich macht sie sich dran es auszubrüten. Mit dem Schlüpfen des Kükens ist sie gezwungen in die Welt zu ziehen. Freiheit bekommt ab da eine neue Bedeutung. Nicht immer ist die Freiheit so schön, wie in den Träumen.

    Meine Meinung:

    Es ist ein sehr ruhiges und stilles Buch, das ganz ohne Kitsch auskommt. Der sachliche Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, auch die Sicht auf die Welt wird eher nüchtern beschrieben. Für Träumereien ist oft kein Platz. Trotzdem ist es eine schöne Geschichte mit einer tollen Botschaft, die man in einem durchliest, weil das Huhn Sprosse einem sehr schnell ans Herz wächst.

    Selbst das Ende ist passend, auch wenn sich der ein oder die andere ein romantischeres Ende erhofft hat, bleibt die Autorin bis zum Schluss sachlich. Als ich die letzte Seite durch hatte, lag ich erst Mal da und war ein bisschen sprachlos und musste über die Rauheit des Lebens nachdenken. Die Autorin behandelt das Dilemma, dass wir uns immer mehr von der Natur und unseren Instinkten entfremden und verpackt das in einer schönen Geschichte.

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    Fantasie_und_Träumereis avatar
    Fantasie_und_Träumereivor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Fabel über Mut, Träume und Oberflächlichkeit. Mitten drin eine liebenswerte Henne. Absolut lesenswert!!
    Eine feine Fabel für Erwachsene



    "Sprosse war der beste Name der Welt. Sprossen bildeten Blätter heraus, die vom Wind und Sonne berührt wurden, bevor sie abfielen, vermoderten und zu Erde wurden, auf der wohlriechende Blumen wachsen konnten. [...] Zwar rief sie niemand so, aber der Name gab ihr ein gutes Gefühl."


    Sprosse lebt auf im Hühnerstall eines Bauernhofs. Es wird von ihr erwartet, dass sie jeden Tag ein Ei legt. Anerkennung bekommt sie dafür keine. Traurig beobachtet sie täglich das andere Federvieh des Hofes, das draußen herum laufen darf und die Freiheit genießen kann. Außerdem hat das andere Geflügel Nachwuchs. Auch Sprosse wünscht sich ein kleines Küken, das sie umsorgen und bemuttern kann. Ein einziges würde ihr schon genügen, doch wie soll das gehen, wenn die Bäuerin ihr jeden Tag ihre Eier wegnimmt. Das will sich Sprosse nicht länger bieten lassen und geht in Streik. Sie weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Hühnern, die keine Eier mehr legen, das Ende droht. Doch Sprosse ist eine echte Rebellin, die ihre Ziele fest im Blick hat. Koste es was es wolle. Sogar das eigene Leben.


    "Jedes Mal, wenn die Bäuerin ihr eines wegnahm, blieb Sprosse mit leerem Herzen zurück: Ihr Stolz über das gelegte Ei verwandelte sich in Traurigkeit. Jetzt, nach über einem Jahr im Hühnerstall,fühlte sie sich ausgebrannt."


    "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist eine Fabel der koreanischen Autorin Sun-Mi Hwang, Professorin für Literatur in Seoul. Das Buch, das so zart ist wie eine frische Eierschale, die noch nicht richtig ausgehärtet ist und doch im Verlauf der Geschichte mehr und mehr dazu wird, eroberte koreanische Bestenlisten und wurde sogar als Animationsfilm verfilmt. Zu Recht, wie ich finde, denn diese kleine Geschichte über Träume, Familie und den Blick unter die Oberfläche ist etwas ganz besonderes. Ich gestehe, ich war zunächst skeptisch, ob mich die Faszination der Fabel, die mich als Kind so fesseln konnte, auch heute noch zum Lesen animiert. Spannend wie eh und je ist es, zu entdecken, was hinter den Figuren der Fabel steckt. Warum sie gewählt wurden und was sie dem Leser sagen möchten.


    " 'Sprossen sind auch die Mütter der Blumen', erklärte sie weiter. 'Sie atmen , sie widerstehen Wind und Regen, sie speichern das Sonnenlicht, und sie bringen weiße Blüten hervor. Ohne sie gäbe es keine Bäume. Sprossen sind lebenswichtig.' "


    Sprosse ist die herzigste Protagonistin, der ich seit langem begegnet bin. Mutig und unerschrocken kämpft sie dafür ihre Träume, ihre Ziele zu erreichen, wofür ganz besonders wichtig ist, dass man sie nie aus dem Blick verliert. Schon schnell merkt sie, dass es nicht so leicht ist aus den Traditionen, aus dem Gefüge konservativen Denkens auszubrechen. Äußerlichkeiten spielen eine große Rolle. Anders sein hingegen findet wenig Akzeptanz. Doch manchmal zeigt ein genauer Blick unter die Oberfläche, dass dort mehr Gemeinsamkeiten stecken, als zunächst erwartet. 


    Es ist nicht immer der einfache Weg, der einen zum Ziel führt, und schon gar nicht das Schwimmen mit der breiten Masse, das zum Glück führt. Individuell sein, selbstständig denken, auch mal Hürden in Kauf nehmen, das macht stark und glücklich. All das lehrt uns eine furchtlose Henne mit großem Herzen in einer liebenswerten kleinen Geschichte, die zum Nachdenken bewegt und so zart wie eindringlich illustriert wurde. Klare Leseempfehlung!!

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    Phantasienreisens avatar
    Phantasienreisenvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: DIe Geschichte des tapferen Huhns Sprosse, das sich allen Widrigkeiten widersetzt, spiegelt gekonnt unsere menschliche Gesellschaft wieder.
    Eine wunderbare, leise Erzählung, deren Themen jedoch intensiver behandelt hätten werden könnten

    Wehmütig blickt Huhn Sprosse immer wieder zu dem Akazienbaum am Rand des Bauernhofes. Für sie ist der Baum – wie der Rest der Welt – unerreichbar, denn als Legehenne ist sie zu einem Dasein im Käfig verdammt. Die Sonnenstrahlen zu genießen, den Wind zu spüren oder einfach nur umherzulaufen – für Sprosse unmöglich. Zu allem Übel rauben Bauer und Bäuerin jeden Tag ihr Ei. Dabei wünscht sich die Henne nichts sehnlicher, als einmal ein Ei auszubrüten und ein Küken zur Welt zu bringen.

    Eines Tages gelingt es Sprosse tatsächlich, ihrem Gefängnis zu entkommen. Doch auf dem Bauernhof möchte sie niemand haben, nicht einmal der Hahn und die Glucke. Lediglich die Wildente Streuner hat Mitleid mit der Legehenne. Für Sprosse wird der Erpel zum einzigen Freund, den sie je haben wird. Dennoch bleibt die Henne auf sich allein gestellt und muss zusehen, wie sie in der freien Natur und in ständiger Gefahr durch das Wiesel überlebt.

    Eines Tages findet Sprosse ein Nest mit einem Ei. Mutter und Vater sind nirgendwo zu sehen. Also nimmt sich die Henne des Eis an. Ihr Wunsch, einmal ein Ei auszubrüten wird wahr! Obwohl das Ei nicht ihr eigenes ist, entwickelt Sprosse schon bald Muttergefühle und selbst, als sie erfährt, dass sie kein Huhn, sondern eine Ente ausgebrütet hat, behütet sie das Küken und zieht es wie ein leibliches Kind auf. Doch Sprosse kann ihr Mutterglück nur begrenzt genießen, denn die anderen Hühner und Enten stehen der ungewöhnlichen Familie alles andere als aufgeschlossen gegenüber und je älter das Küken wird, desto stärker hinterfragt es seine Identität – und dann ist da ja immer noch das Wiesel, das für Sprosse und ihr Küken eine permanente Bedrohung darstellt …

    Sun-Mi Hwangs “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen: Auf der einen Seite habe ich die Geschichte sehr genossen, auf der anderen Seite sind da aber auch unerfüllte Erwartungen an dieses so viel gepriesene Buch. Je nachdem, aus welcher Perspektive ich “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” betrachte, fällt mein Urteil unterschiedlich aus. Als Erzählung an sich, als die Geschichte der Legehenne Sprosse, konnte mich das gerade einmal 157 Seiten schmale Büchlein vollends überzeugen. Sprosse erlebt unglaublich viel und entwickelt – angetrieben von ihren mütterlichen Instinkten – immer mehr Mut und Stärke, sodass sie sich allen Widrigkeiten widersetzen kann, wenngleich nicht jedes Erlebnis spurlos an ihr vorübergeht. Besonders ins Herz schloss ich jedoch den Erpel Streuner und Sprosses Entenküken Grünfeder, die beide zwischen zwei Lebenswelten stehen und einen inneren Kampf auszutragen haben. “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” überzeugt zudem durch seinen leisen, unaufgeregten Erzählstil und die aufgegriffenen Themen. In Sprosses Erlebnissen und Umwelt reflektiert sich gekonnt unsere menschliche Gesellschaft, was den Leser über eine große Palette an Themen philosophieren lässt: Patchwork-Familien, Fragen nach der Identität, Ausgrenzung, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Mütterlichkeit, Adoption, Entscheidungen, Träume und den Glauben und Mut, derer es bedarf, sie zu realisieren. Sun-Mi Hwang lehrt uns in ihrem Buch aber auch, Dinge zu hinterfragen und zeigt anhand des Wiesels, dass nicht alles immer so schwarz-weiß ist, wie es scheint. Das alles liest sich dabei mit einer überraschenden Leichtigkeit, ohne dass dabei Ernsthaftigkeit eingebüßt wird.

    Und doch konnte mich “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” nicht so sehr berühren und packen, wie ich es erwartet hatte. Das liegt zum einen daran, dass mir viele Figuren zu stereotyp und einseitig dargestellt werden, zum anderen sind mir die gesellschaftlich relevanten und diskussionswürdigen Themen für eine Fabel, als welche Sun-Mi Hwangs Erzählung ja deklariert wird, zu oberflächlich behandelt. Vieles wird kurz beleuchtet und dann wieder fallen gelassen, wie ein kleiner Schatten, der schnell an einem vorbeihuscht. Für eine Fabel, die immer mit einer oder auch mehreren Botschaften einhergeht, hätte ich mir mehr Tiefgang, eine intensivere, vielschichtigere Auseinandersetzung mit den Themen und damit einhergehend mehr Denkanstöße gewünscht. Somit bleibt “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” für mich zwar eine liebevoll erzählte Geschichte, die für schöne Lesestunden sorgt – mehr jedoch auch nicht.

    Fazit:

    Die südkoreanische Autorin Sun-Mi Hwang erzählt in “Das Huhn, das vom Fliegen träumte” auf feinfühlige, ruhige und zugleich leichtfüßige Art eine wunderbare Geschichte über Träume und Zugehörigkeit. Für eine Fabel geht die Geschichte um die Henne Sprosse jedoch zu selten über das Oberflächliche hinaus.

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    WinfriedStanzickvor 4 Jahren
    FGür Leser, die sich ein Gefühl bewahrt haben für Träume und dem Streben nach Freiheit

    Man denkt zunächst, dieses Buch sei ein Buch für Kinder, weil es von Tieren handelt, die auf einem Bauernhof leben. Doch weit gefehlt. Ähnlich wie bei George Orwells „Farm der Tiere“ wird hier am Beispiel der Geschichte und des Handelns von Tieren mit der literarischen Gattung der Fabel etwas verdeutlicht, was alle Menschen angeht, und vor allen Dingen diejenigen ansprechen wird, die sich ein Gefühl bewahrt haben für Träume und dem Streben nach Freiheit.

     

    Denn darum geht es für die Legehenne Sprosse, die sich ihren Namen selbst gegeben hat, weil Sprossen für sie etwas Lebendiges sind. Sie ist schon älter und kann keine Eier mehr legen. Als der Bauer das letzte, total weiche Ei aus der Rinne nimmt, beschließt er sie zu töten und wirft sie zu anderen toten Tieren in eine Grube. Doch Sprosse überlebt und träumt weiter ihren Traum, einmal in ihrem Leben ein Ei auszubrüten und ein Küken groß zu ziehen.

     

    Sie lernt Streuner kennen, einen Entenerpel, der nicht mehr fliegen kann und auf dem Bauernhof auch ein eher aussätziges Leben lebt. Er hilft Sprosse, vor allem sich gegen das hungrige Weisel zu verteidigen. Als sie nach einiger Zeit unter einem Dornenstrauch ein einsames Ei findet, ahnt sie nicht, dass es von Streuners weißer Gefährtin stammt, das sie gelegt hat, kurz bevor das Wiesel sie tötete. Sprosse brütet das Ei aus und wundert sich schon,  dass es viel länger dauert, als sie dachte. Streuner versorgt sie währenddessen mit Futter und gibt nachdem sein Kind, das Sprosse „Kleines“ nennt geschlüpft ist, sein Leben, als er Mutter und Kind vor dem Wiesel verteidigt.

     

    Und irgendwann muss auch Sprosse Abschied nehmen nicht nur von ihrem Kind, das mit dem Entenschwarm fortfliegt, sondern auch von ihrem Leben. Als sie ihren Körper, den das Wiesel getötet hat verlässt und ihn von oben sieht, ist auch ihr zweiter sehnlicher Wunsch in Erfüllung gegangen: sie fliegt.

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    Jades avatar
    Jadevor 4 Jahren
    Träume und Hürden

    Sprosse kann das Geschehen ausserhalb nur durch einen schmalen Spalt in der Stalltüre erkennen und der Hof, den sie sieht, weckt in ihr Träume und Ambitionen, die sie sich nicht zu erfüllen vermag, solange sie als Legehenne in einem Käfig lebt. Sie möchte auf dem Hof leben und ein Küken grossziehen, Mutter werden, obwohl sie durch ihre Naivität nicht einmal weiss, dass dazu ein Hahn benötigt wird. Nun, wenigstens ihr Traum von Freiheit geht in Erfüllung, nachdem Sprosse keine Eier mehr legen will und ihr die Flucht gelingt. Nur hat sich Sprosse die Freiheit ganz anders vorgestellt …

    Durch Sprosses Mut und Willensstärke, aber auch durch ihre Neugier kann sie sich nun ihren Weg durch das Leben auf dem Hof bahnen. Nur muss sie dabei auch einiges dazu lernen, unter anderem wie man Vorurteile abbaut und dass das Überspringen von Hürden einfach dazu gehört. Dabei lernt sie alle Charaktere kennen, die das Leben zu bieten hat: Der Fremdenhasser, der Besserwisser, der Geizige, der Wohlhabende, der Samariter, der Wohltäter – sie alle begegnen Sprosse, dem Huhn, das Mutter werden will.

    »Das Huhn, das vom Fliegen träumte« ist eine Geschichte, die das Leben nicht besser hätte schreiben können. Es geht um Mut, Kampfgeist, Mutterliebe, Loslassen und Freiheitsdrang. Eine leise, melancholische und hoffnungsvolle Fabel, die tief berührt und den Leser nachdenklich und glücklich zurücklässt.

    Im koreanischen Original war das Buch zehn Jahre auf der Bestsellerliste. Nun liegt diese bezaubernde, illustrierte Ausgabe zum Glück auf Deutsch vor.

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes, kleines Büchlein, das mich restlos begeistert und glücklich gemacht hat! ♥
    Das Huhn, das vom Fliegen träumte

    Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus.
    Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.

    Eine wunderschöne Geschichte über das Träumen und die Liebe - und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

    Cover:
    Das Cover ist wunderschön gestaltet. Es ist wirklich zuckersüß.

    Erster Satz:
    Das Ei rollte über den Käfigboden und blieb hinter der Barriere liegen.

    Meine Meinung:
    Ich muss erst mal anmerken, dass die tolle Gestaltung des Covers sich im Buch fortsetzt. Es sind ein paar Zeichnungen drin, die passend zur Buchstelle sind. Sehr toll!
    Der Klappentext klangt echt gut, aber zuletzt hab ich eine Fabel in der Grundschule gelesen und deswegen wusste ich nicht so recht was ich erwarten soll.
    Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und alles ist schön beschrieben. Das Buch fängt direkt spannend an und man fühlt sich in der Geschichte wohl.
    Ich konnte mich gut in Sprosse hineinversetzen und mit ihr zusammen träumen, mitfiebern und sie begleiten. Auch mochte ich Kleines und Streuner.
    Die anderen Tiere des Hofes konnte man, genauso wie die drei bereits genannten, gut verstehen, da man sie leicht in unser Menschenleben einsetzen kann.
    Die Geschichte regt zum Nachdenken an, auch nachdem das Buch beendet ist.
    Leider geht die Geschichte nur über 160 Seiten, so war Sprosses Geschichte viel zu schnell vorbei.
    Zum Ende hin musste ich doch etwas weinen und ich zähle dieses Buch ab jetzt definitiv zu meinen Favoriten. :)

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    MelEs avatar
    MelEvor 4 Jahren
    Von einer die auszog die Welt zu entdecken

    Wahrscheinlich kennt jeder von uns den Song der Comedian Harmonists "Ich wollt ich wär ein Huhn", oder? Mir kam er spontan in den Sinn, da mir gleich auf den ersten Seiten des Buches "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" bewusst wurde, das ein Huhn eingepfercht in einen Stall und nur dazu verdammt Eier zu legen nun wirklich kein einfaches Leben führt. Ehrlich gesagt wurde mir wirklich übel und der Appetit auf Huhn oder Ei ist mir förmlich vergangen. Sprosse, die Heldin in unserer Geschichte träumt davon eines ihrer Eier auszubrüten. Sie verweigert das Essen, magert ab und die Eierschale ihrer Eier ist empfindlich und zu dünn. Letztendlich ist dies der Grund, weshalb Sprosse aus ihrem Käfig befreit wird. Halbtot wird sie in das Loch des Todes geworfen, wo auch schon das Wiesel auf sie lauert. Es ist keine rede davon, das sie in der Scheune zu den anderen Tieren darf oder fröhlich über den Hof spazieren darf, denn Sprosse ist eine Legehenne, die ausgedient hat. Vielleicht würde sie sich noch dazu eignen in einen Suppentopf zu wandern? Sprosses Geschichte ist sehr warmherzig und lebendig erzählt. Ich habe sie gleich liebgewonnen und mitgefiebert, denn das Leben welches sich Sprosse aussucht ist nicht einfach. Es ist ein Kampf ums nackte Überleben, vor allem dann als "Kleines" in ihr Leben tritt und sie nicht nur für sich sorgen muss. Letztendlich ist Sprosse das Huhn eine echte Heldin, die sich all dem stellt was sich ihr in den Weg stellt. Sie liebt, sie leidet und sie gibt nicht auf. Ein Huhn mit menschlichen Zügen und uns dadurch auch nicht unähnlich. Sprosse, die Muttergefühle entwickelt und sich dadurch einen Traum erfüllen kann. Es ist ein Buch, welches von der ersten Seite fesselt und seine Leser/innen mit einer tiefgründigen Geschichte um ein Huhn begeistern wird. Von mir eine Leseempfehlung für ein Buch, welches nicht oberflächlich bleibt, sondern nachwirken wird. Sprosse wird euer Herz im Sturm erobern, wetten? Den Titel des Buches "Das Huhn, das vom Fliegen träumte" ist zwar nur bedingt passend, da das Thema Fliegen nicht unbedingt zum Thema wird, aber um das Buch zu schätzen wird dies nicht relevant sein. Freundschaft, Überleben, Selbstaufgabe und die Liebe einer Mutter werden uns auf ganz wunderbare Art und Weise nahegebracht. Ein Buch, welches es wert ist gelesen zu werden.

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    Always_Bookss avatar
    Always_Booksvor 4 Jahren
    Sehr gelungene Fabel die einen Mitfühlen lässt und nachdenklich macht.

    Inhalt:

    Das Legehuhn Sprotte verbringt ihr Leben eingesperrt im Hühnerstall. Doch immer wenn sich die Tür öffnet sieht sie den Hof auf dem der Hahn, die Henne, die Enten und andere Hoftiere leben. Sprotte wünscht sich mehr denn alles andere im Hof bei den anderen Tieren leben zu können. Als sie krank wird und der Bauer sie zum "keulen" bringen will, kann sie mit der Hilfe des Erpel Streuner entkommen. Doch die Hoftiere wollen sie nicht bei sich leben lassen und so zieht Sprotte wahllos über die Felder um essen zu finden. Dabei findet sie ein Ei. Sie selbst kann keine Eier mehr legen und einer ihrer größten Träume ist es, ein Ei ausbrüten zu können. Deshalb beschließt sie sich um dieses scheinbar herrenlose Ei zu kümmern, dabei hilft ihr ihr Freund der Erpel Streuner! Und für Sprotte beginnt ein aufregendes Leben in den Feldern fernab des Hofes!


    Meine Meinung:

    Wenn man das Buch liest sollte man sich immer im Hinterkopf behalten, es ist eine Fabel und kein Roman. Denn die Geschichte um die Legehenne Sprotte ist zwar interessant, spannend und voller Gefühle. Sie bringt einen zum Nachdenken, macht glücklich und traurig. Aber sie ist eben kein Actiongeladener Roman.

    Zu Beginn des Buches findet man sich richtig gut in die Rolle des Huhns rein. Sie sitzt in ihrem Käfig und ihr Leben dreht sich nur darum Eier zu legen, die ihr dann einfach weggenommen werden. Außerdem sieht sie durch die offene Stalltür den Hof und die freien Tiere draußen, doch sie muss in ihrem Käfig sitzen bleiben und kann nicht herumlaufen.

    Wenn sie es dann schafft und in den Hof kommt, ist es besonders interessant die Charaktere der anderen Hoftiere mitzuerleben. Sie sind dominant, streitlustig oder zurückhaltend. Passend zur Rolle der Tiere auf dem Hof selbst wurde jedem ein eigener Charakter gegeben. Sehr schön!

    Wenn Sprotte dann auf den Feldern lebt und das Ei ausbrütet wird es sehr spannend und gefühlvoll. Ich will nicht zu viel verraten deshalb sag ich nicht warum. Aber das Wiesel spielt natürlich ebenfalls eine große Rolle und ist ein Feind den man fürchten muss.

    Sprotte ist ein sehr mitfühlendes und verständnisvolles Huhn, das hat mir besonders gut gefallen. Sie ist offen und freundlich aber genauso eine Kämpfernatur die niemals aufgibt!

    Das Buch fand ich sehr schön! Es ist eine Geschichte über den Kampf um Freiheit und es wird sehr schön gezeigt, dass Sprotte nur weil sie "frei" ist und dem Stall entkommen ist, noch lange nicht so leben kann wie sie es sich erträumt hat. Sie muss arbeiten und kämpfen um zu bekommen was sie will.

    Ich finde wir könnten uns alle eine Scheibe von Sprotte abschneiden!

    Eine sehr schöne Fabel. Die Idee vom Huhn das nach Freiheit sucht und ein Ei ausbrüten will hat mir unglaublich gut gefallen und die Umsetzung war gut. Man findet durch die offene Sprache sehr gut ins Geschehen rein und kann sich sogar in die Tiere hineinversetzen. Die Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet was ebenzu dazu beiträgt dass man sie lieben und verstehen lernt obwohl es eben Tiere sind.

    Deshalb von mir 5 von 5 Sternen und ein großes Herz weil die Geschichte mich tief berührt hat und nachdenklich gemacht hat <3

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    KEIN & ABER Verlags avatar
    Die Freiheit birgt die größten Gefahren – aber auch das größte Glück

    Diesmal startet der Kein & Aber Verlag eine Leserunde mit einer wunderschönen Erzählung über das Träumen, die Liebe und den Mut, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Es ist eine Geschichte über ein tapferes Huhn, das ausbricht und in der Freiheit seinen Platz sucht, berührt zutiefst und wirkt lange nach.

    Gelangweilt von ihrem monotonen Dasein, bricht die Legehenne Sprosse eines Tages aus ihrem Gehege aus. Doch das Leben in Freiheit ist viel härter und unbarmherziger, als sie es sich vorgestellt hat. Bis sie in einem verlassenen Nest ein Ei findet und neue Hoffnung schöpft: Die Freiheit birgt nämlich auch das größte Glück.

    Leseprobe: http://keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/das_huhn_das_vom_fliegen_traeumte/index.html

    Sun-Mi Hwang ist Autorin und Professorin für Literatur in Seoul. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher und erhielt diverse Preise, doch der internationale Durchbruch gelang der Autorin erst mit ihrem Roman Das Huhn, das vom Fliegen träumte. Er wurde in neunzehn Sprachen übersetzt, prägte zehn Jahre lang die Bestsellerliste Koreas und war Vorlage für den Animationsfilm Liefi. Ein Huhn in der Wildnis.

    Wir suchen neugierige Leserinnen und Leser, die Lust haben, in die Geschichte einzutauchen und eine Rezension zu schreiben. Hierfür verlosen wir 20 Bücher. Beantwortet uns bis zum 23. März 2014 folgende Frage, um in den Lostopf zu springen:

    Sprosse bricht aus ihrem eintönigen Gehege aus, um ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und für ihre Freiheit zu kämpfen. Uns interessiert, aus welchen Situationen oder Strukturen ihr euch befreien wollt? Was würdet ihr am liebsten hinter euch lassen? Oder vielleicht habt ihr es bereits getan!?

    Wir sind gespannt auf eure Beiträge und freuen uns auf die Leserunde!

    Die Gewinner werden am 24. März  an dieser Stelle bekannt gegeben!

    Euer Kein & Aber Verlag


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