Sunil Mann Uferwechsel

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(8)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Uferwechsel“ von Sunil Mann

In einem Waldstück nahe des Zürcher Flughafens wird eine Leiche geborgen. Der junge Mann ist Ausländer und trotz des kalten Winters nur halb bekleidet. Sein Körper ist steif gefroren, das Gesicht weist schwere Verletzungen auf. Privatdetektiv Vijay Kumar, der zufällig am Fundort anwesend war, staunt nicht schlecht, als er einen Tag später den Auftrag erhält, die Umstände des Todes von genau diesem jungen Mann aufzuklären. Erste Recherchen lassen die Vermutung aufkommen, dass sich der Tote im Radkasten eines Flugzeugs versteckt hatte, um illegal in die Schweiz einzureisen. Eine andere Spur führt in das Strichermilieu. Vijay zwängt sich in sein schwulstes Outfit und taucht in die Szene ein, in der er unerwartet bekannte Gesichter trifft. Musste der Junge sterben, weil jemand sich nicht outen wollte? Bald gibt es einen weiteren Toten. Damit hat sich Vijays Mutter keinen guten Zeitpunkt ausgesucht, um ihrem Sohn eine Horde heiratswilliger Inderinnen auf den Hals zu hetzen.

Stöbern in Krimi & Thriller

SOG

Ein neues Meisterwerk von Yrsa: Kühl, kühler, SOG

oberchaot

Unter Fremden

Packend und emotional! Dieser Roman erregt Gemüter und öffnet Augen!

BuchHasi

Gottes rechte Hand

Spannender Thriller - beklemmend und aktuell!

miriamB

Fiona

Verdeckte Ermittlung und psychische Störungen - beklemmend gut zu lesen, unbefriedigendes Ende

Akantha

Der Präsident

harry potter haftes rumrühren einer gutmenschelnden irin, die atomkrieg verhindert und präsidenten entmachtet. viele deja vus, viel abgeschr

Pashtun Valley Leader Commander

Kalte Seele, dunkles Herz

Eine fesselnde Geschichte darüber, wie eine psychische Krankheit eine ganze Familie zerstören kann und einen an sich selbst zweifeln lässt.

TouchTheSky

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Uferwechsel" von Sunil Mann

    Uferwechsel
    RitaLeseviel

    RitaLeseviel

    18. December 2012 um 09:52

    Der Winter hat Zürich und Umgebung fest im Griff. In einem nahegelegenen Walgebiet wir die Leiche eines jungen Nordafrikaners gefunden. Der junge Mann ist eher leicht bekleidet, sein Gesicht und Körper weisen schwere Verletzungen auf und zunächst sieht alles nach einer misslungenen, illegalen Einreise im Fahrgestell eines Flugzeugs aus. Doch dann wird Privatermittler VJ Kumar von einem Unbekannten beauftragt den Tod des Mannes zu untersuchen. Die Spur scheint ins Züricher Strichermilieu zu führen und VJ versucht hier mittels einer abenteuerlichen Verkleidung Informationen zu sichern. Noch bevor er dem ganzen Ausmaß habhaft werden kann, wird er leibhaftig Zeuge eines weiteren Todesfalls. Langsam kommen VJ Zweifel … Der Schattenriss eines Mannes, welcher unentschlossen im Durchgang einer Unterführung steht. „Ertappt“ oder „auf der Flucht“ kommen einem zunächst in den Sinn, wenn man das Buchcover betrachtet. Der Buchtitel „Uferwechsel“ stieß mich als Kölnerin natürlich sofort auf das Thema Homosexualität, hätte aber auch mit dem Thema „Flüchtlinge“ assoziiert werden können. Der Philosoph der Eidgenössischen Krimi-Community, Sunil Mann, hat wieder zugeschlagen und seinen Protagonisten VJ Kumar in die Untiefen der Züricher Stricherszene eintauchen lassen. Skurrile Szenenwechsel zwischen unterkühlten Leichenfunden und heiratswütigen Inderinnen, depressiven Familienangehörigen und talentfreien Sangesknaben, oder das Auswählen eines homoerotischen Outfits bei Recherchearbeiten, VJ Kumar bleibt in seinem dritten Fall aber auch nichts erspart. Manchmal bekommt man schon fast den Eindruck, dass er einen Katastrophenradar sein Eigen nennen darf. Fragen ans Leben, welche VJ täglich begleiten, lässt Sunil Mann nicht zu kurz kommen. Wenn sein Hauptdarsteller gefragt wird: „Trinken Sie einen mit?“ scheint es sich um eine rhetorische Frage zu handeln, denn jeder weiß, dass VJ noch niemals wissentlich einen Drink ablehnen konnte. Auch kleinere Vorkommnisse, welche im Zuge einer Verfolgungsjagt auftreten können: „… bei der alle möglichen Gesetzte und Tempolimits gebrochen wurden, während etliche Fußgänger und Velofahrer nur knapp an der Direktüberweisung in die Leichenhalle vorbeischrammten …“ können unseren Privatschnüffler nicht erschrecken. Sunil Mann schreibt nicht einfach nur hervorragende Krimis mit perfekten Plots, er erweckt Figuren und Schauplätze zum Leben und lässt den Leser daran teilhaben. Wie Kinder, welche man heranwachsen sieht, entwickeln sich die Figuren stetig. Seine Sprache ist messerscharf und er bedient sich oftmals lustiger („Durch sein T-Shirt zeichneten sich noppige Brustwarzen ab, die in jeder pflichtbewussten Hausfrau den Drang auslösen mussten, Geschirrtücher daran aufhängen zu müssen.“) oder eben auch sehr einfühlsame Vergleiche, wenn er beispielsweise über Schneereste schreibt „…die von Abgaß und Schmutz verdreckt am Straßenrand klebten. Von dort kroch die Farbe weiter, … und griff allmählich auf die Menschen über.“ Hier ist Weltschmerz und Hoffnungslosigkeit geradezu greifbar. Wenn, wie Goethe schrieb, „dass Worte des Dichters Waffen sind“, dann ist Sunil Mann ein ausgesprochen begabter Kämpfer, dem ich jederzeit bei einem seiner Schlagabtausche beiwohnen möchte. Leseempfehlung? Ja, ja und nochmals JA. Für wen? Für Anhänger hervorragender Krimis, für Leser mit dem Anspruch an eine gestochen scharfe Wortwahl oder einfach für Freunde des Schweizer Kuriositätenkabinetts.

    Mehr
  • Rezension zu "Uferwechsel" von Sunil Mann

    Uferwechsel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. October 2012 um 18:22

    Toller Krimi aus der Schweiz. Sunil Mann versteht es hervorragend, den Leser mit der Figur des Privatdetektives Vijay Kumar zu unterhalten und das im besten Sinne eines Krimis. Die Story ist sehr spannend, interessant und gespickt mit einem ganz besonderen Humor. Der Autor schreibt flüssig und frisch; es macht Spaß, diesen Krimi zu lesen. Wer zudem an bunten Schilderungen der Stricherszene in Zürich, heiratswilligen Inderinnen und der indischen Küche interessiert ist, kommt voll auf seine Kosten. Ein sehr ungewöhnlicher Krimi; man wartet ganz gespannt auf weitere Fälle rund um Vijay Kumar. Klare Leseempfehlung! Fazit: Spannend, interessant und humorvoll. Geheimtipp aus der Schweiz!

    Mehr
  • Rezension zu "Uferwechsel" von Sunil Mann

    Uferwechsel
    kowa

    kowa

    04. September 2012 um 17:11

    Sunil Manns Krimireihe um den indischstämmigen Privatdetektiv V. Kumar gehört zu den lustigsten deutschsprachigen Serien, wohlgemerkt ohne platt oder überdreht zu sein. Auch die Nummer drei der Reihe hält das Niveau, bleibt immer authentisch und natürlich spannend. Okay, letzteres ist Grundvorraussetzung für einen Krimi, aber ich finde trotzdem, da kann Kluftinger einpacken.

  • Rezension zu "Uferwechsel" von Sunil Mann

    Uferwechsel
    Eka

    Eka

    29. August 2012 um 13:35

    Vijay Kumar ist Privatdetektiv und Halb-Inder. Er lebt in der Schweiz. Sein Freund, der Fotograf José schleppt ihn zu einem Waldstück in der Nähe des Züricher Flughafens, angeblich wird dort eine Leiche geborgen. Trotz der Absperrungen erkennt Vijay, daß es sich bei dem Toten um einen jungen Ausländer handelt, halb bekleidet, steif gefroren ist, und erhebliche Verletzungen im Gesicht aufweist. Schnell wird von Seiten der Ermittler vermutet, dass der Tote evtl. aus dem Fahrwerk eines Flugzeuges gefallen ist, als er illegal in die Schweiz einreisen wollte. So sieht es jedenfalls der zuständige Staatsanwalt. Doch am nächsten Tag erhält Vijay einen anonymen Auftrag, den Tod des jungen Mannes aufzuklären. Die ersten Recherchen weisen darauf hin, daß es sich um einen Stricher aus der Schwulenszene handelt. Vijay bleibt daher nichts anderes übrig, als sich in sein schwulstes Outfit zu werfen und in dieses Milieu einzusteigen. Kurze Zeit später stirbt ein weiterer junger Mann. Gehörte er zu der gleichen Szene? Sunil Mann hat die besondere Gabe, diese Geschichte aus Sicht von Vijay so flott zu erzählen, dass sie den Leser nicht mehr los lässt.Dazu kommt der wirklich coole Witz und Humor des Autors, das den Leser trotz der schrecklichen Greueltaten oft schmunzeln lässt. Spannung hat die Geschichte von Anfang bis zum überraschenden Ende, obwohl ein bisschen weniger Beschreibungen aus der Schwulenszene auch ausgreicht hätten. Auch aus dem privaten Umfeld von Vijay erfahren wir einiges, was den Fall wieder durch die humorvolle Schreibweise etwas enthärtet. Ein stilistisch hervorragend geschriebener Kriminalroman, den man unbedingt lesen sollte.

    Mehr
  • Rezension zu "Uferwechsel" von Sunil Mann

    Uferwechsel
    Karr

    Karr

    21. August 2012 um 16:53

    Schnüffeln nach der alten Schule. Ist der junge Tote nun wirklich aus dem Fahrwerk eines Jets im Anflug auf Zürich gefallen? Vijay Kumar, einzige halbindische Privat-Schnüffelnase in der Schweiz, denkt sich das jedenfalls zuerst einmal, als er mit seinem Journalisten-Kumpel am Tatort aufläuft. Der ermittelnden Staatsanwalt denkt sich auch etwas - nämlich seinen Teil und lässt Vijay erstmal eiskalt auflaufen. Fall durch? Fast. Doch dann bucht ein anonymer Auftraggeber per Telefon Vijays Erkenntnisinteresse: Er soll alles über den Toten aus der Einflugschneise herausfinden. Als Schnüffler weiß Vijay, dass es manchmal besser ist, einem Klienten nicht zu viele Fragen zu stellen, und macht sich an die Arbeit. Seine Schnüffeleien führen ihn einmal quer durch die Zürcher Schwulenszene, die so langweilig ist, wie man sie sich vorstellt und schließlich zu einer Schlusswendung, die man beim besten Willen nicht hat kommen sehen und die der bis dahin ausgebreiteten eidgenössischen Gemütlichkeit doch noch mit einer kleinen Gänsehaut überzieht. Der Tote war als ein illegaler Toyboy unterwegs - in einer Art Stricher-Kreislauf aus Einreise in die Schweiz, Arbeit und Ausreise, um das Touristenvisum nicht unnötig zu strapazieren. Vor Vijay tut sich das ganze Elend einer Welt auf, die von Nutzen und Ausnutzen geprägt ist, und hier zeigt sich wieder einmal die Stärke von Sunil Manns Migranten-Schnüffler: Vijay ist als old school-Detektiv angelegt, einer von der aufrechten Sorte, dem zum Glück weder die Zunge noch die Fäuste allzu locker sitzen. Dieser Vijay ist, man muss so sagen, in seiner Lebensart schon ziemlich verschweizert. All das prägt natürlich die Ermittlung - gegoogelt wird nur im Notfall, die meiste Zeit läuft und fragt Vijay rum, trifft Menschen, redet, hört zu. Und von diesen Dingen erzählen kann Sunil Mann ganz ausgezeichnet. Dazwischen gibt es immer wieder Privates aus dem Privatdetektivleben – von den dauernden Verkupplungs-Versuchen seiner Mutter bis zum Heimweh-Flash von Vijay Vater, in dem sich die ganze Zerrissenheit des Immigrantenlebens offenbart. Fazit: Schnüffeln nach der alten Schule.

    Mehr