**** Mein Eindruck ****
Eine Geschichte mit einer wirklich ungewöhnlichen Plotidee im Fantasybereich: Das Essen von Büchern und die damit verbundene Veränderung der Persönlichkeit. Der ständige Hunger und die Frage, was am Ende vom Selbst übrigbleibt, sind hier eindrucksvoll miteinander verwoben. Auch die Suche nach einem Heilmittel war nachvollziehbar und spannend umgesetzt. Die Handlung entfaltet sich chronologisch, und ich tauchte immer tiefer in die Welt der Book Eaters ein. Besonders interessant fand ich den geschlechtlichen Ansatz: Das Gen scheint vor allem an das männliche Chromosom gebunden zu sein, wodurch die Geschichte an vielen Stellen überraschen konnte und zusätzliche Themen einfließen ließ, die eine starke Aussagekraft hatten.
Die Welt ist klar strukturiert, komplex und eher düster. Horrorelemente finden hier zwar ihren Platz, doch sie sind immer im Sinne der Geschichte eingesetzt – nachvollziehbar, kreativ, wenn auch für meinen Geschmack manchmal etwas zu brutal. Die Figuren wirkten nahbar, ihre moralisch grauen Facetten haben mich besonders angezogen. Jede Figur bekam genug Raum, sodass sie Tiefe und Farbe erhielt.
Dennoch muss ich gestehen, dass mir manches etwas zu wild vorkam – nicht wegen der Brutalität, sondern weil einzelne Passagen für mich unzusammenhängend wirkten oder nicht ganz zu Ende gedacht waren. Trotzdem: Das Buch lebt vor allem von seiner originellen Grundidee – und die feiere ich sehr.
**** Empfehlung ****
Dieses Buch ist besonders empfehlenswert für alle, die Lust auf eine düstere, ungewöhnliche und moralisch vielschichtige Fantasygeschichte haben. Wer Freude an komplexen Welten, originellen Konzepten und Figuren mit Ecken und Kanten hat – und dabei auch ein paar brutale Szenen verkraftet –, sollte unbedingt einen Blick hineinwerfen.










