Susa Hämmerle

 4,5 Sterne bei 13 Bewertungen

Lebenslauf

Susa Hämmerle liebt Sprachspielerei und Geschichten nach dem Motto: „Ab ins Reich der Fantasie“. Seit vielen Jahren begeistert die aus Vorarlberg stammende und in Niederösterreich lebende Autorin mit ihrer quirligen Leseperformance Kinder wie Erwachsene. Ihre zahlreichen Bücher und Texte wurden in mitlerweile 22 Sprachen übersetzt. Inspiration und Titelhelden für ihre neuen Bücher findet Susa Hämmerle oft im Wald, auf dem Fahrrad oder in der Zahnpastatube. 

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches MO & FLO und der Erdbeerdieb (ISBN: 9783991281481)

MO & FLO und der Erdbeerdieb

Erscheint am 29.08.2026 als Gebundenes Buch bei Obelisk Verlag ein Imprint der Verlagsanstalt Tyrolia Gesellschaft m. b. H..

Alle Bücher von Susa Hämmerle

Neue Rezensionen zu Susa Hämmerle

...reizende Kombination zwischen Text, Musik & Bild!

Krachend fallen nach und nach die Eingangstüren der Theater unserer Republik in die Schlösser. Unzählige Schlüssel drehen sich in eben diesen, um sie zu verschließen. Frühestens in 8 Wochen drehen besagte Schlüssel sich wieder in die andere Richtung, um dem Publikum zur Spielzeit 2025/2026 wieder Einlass in die heiligen Hallen der Musentempel zu gewähren. Auch mein Stamm-Theater hat sich in die Sommerpause verabschiedet, und so versuche ich mich – wie in jedem Jahr – mit Lektüre rund um das Thema Theater abzulenken, um die theaterlose Zeit möglichst kurzweilig zu überstehen.

Mit DORNRÖSCHEN, dem zauberhaften Märchenballett von Peter Iljitsch Tschaikowsky habe ich mir ein Werk ausgesucht, das in der nächsten Saison auch an meinem Stamm-Theater zur Aufführung kommen wird. Bis es soweit ist, muss ich mich leider beinah ein Jahr gedulden.

Wie schön, dass ich mich mit diesem Buch ein wenig trösten konnte: Und so warf ich die beigefügte CD in den Player, setzte mich mit dem Buch bewaffnet gemütlich in meinen Lesesessel, schlug die erste Seite auf und drückte bei der Fernbedienung auf „Play“…

Susa Hämmerle lieferte wieder eine wunderbare Nacherzählung der Handlung und würzte diese mit witzigen Dialogen, die den Personen mehr Profil verliehen. Sie schuf so eine gelungene Textfassung, die zum Vorlesen prädestiniert ist und genügend Anknüpfungspunkte für die Musik bietet.

Doch so wohlgeraten der Text auch ist, die Schwerpunkte und somit das Hauptaugenmerk liegen bei einem MUSIKalischen BILDerbuch aus dem Annette Betz-Verlag nun einmal auf MUSIK und BILD.

Bei der beigefügten Aufnahme griff man abermals auf das Archiv des renommierten NAXOS-Labels zurück, deren Einspielungen von einer hohen Qualität sind und somit oftmals eine gute Wahl darstellen. Diesmal entschied man sich für eine Einspielung aus dem Jahre 1988 mit dem Tschechisch-Slowakischem Staatsorchester unter der Leitung von Andrew Mogrelia, die Tschaikowskys Kompositionen mit der richtigen Mischung aus theatralem Druck und träumerischen Schmalz „über die Rampe“ brachten. Dabei wurde die beinah 3-stündige Original-Aufnahme auf kindgerechte 62 Minuten eingekürzt, wobei die bekannten Melodien erhalten blieben, allerdings einige Passagen etwas abrupt endeten – ein Umstand, der für die Kids sicherlich eher von geringem Belang ist.

Schon mit dem ersten Bild verdeutlicht die Künstlerin Anette Bley nicht nur die enge Bindung des Werkes zur Bühne, sondern sie schuf auch einen gelungenen Einstieg in die Geschichte. Als Betrachtender dieses Bilderbuches versetzt sie mich in die Rolle des Zuschauers. Ich sitze im Saal eines Theaters und werfe einen Blick über den Orchestergraben zur Bühne. Während die Musiker noch ihre Instrumente stimmen, sitzt der Komponist höchstpersönlich am linken Bühnenrand und notiert in aller Eile noch einige Änderungen in seiner Partitur. Von der Seitenbühne schlendern die Protagonist*innen auf die Bühne, huschen durch den leicht geöffneten Vorhang und begeben sich im dahinter befindlichen Bühnenbild in Position. Es bleiben nur noch wenige Augenblicke bis zum Beginn der Vorstellung, der Dirigent hebt seinen Taktstock, und dann kann das Spiel beginnen.

Weich und fließend fügen sich die Figuren in ein detailreiches und zauberhaftes Setting. Jede Figur überzeugt durch eine prägnante Physiognomie und einem individuellen Kostümdesign, die es den Kids leichter macht, die Figuren auch auf den nachfolgenden Illustrationen wiederzuerkennen. Doch unbedingt sollten nicht nur die Hauptpersonen beachtet werden. Vielmehr bin ich mit meinem Blick auch an den Rand des Geschehens gewandert und habe dort etliches entdeckt, das mich sehr amüsiert hat. Da lohnt es sich, den Fokus auch auf die Nebenrollen zu lenken und darauf zu achten, wo sie im Laufe der Geschichte immer mal wieder auftauchen. Da lugt mal hier eine markante Nase um die Ecke, da schauen mal dort Füße hinter dem Sessel hervor, und auch das, was ich durch eine geöffnete Tür im Hintergrund erspähte, erheiterte mich sehr.

Anette Bley hat wahrlich märchenhafte Bilder kreiert, bei denen ich besonders die wundervolle Harmonie der Farben hervorheben möchte, die dafür sorgt, dass die Illustrationen beinah sphärisch wirken.

Schier endlos lange elf Monate dauert es noch, bis die entzückenden Figuren dieses Märchenballetts auf der Bühne meines Stamm-Theaters ihre Gestalt annehmen und endlich zu tanzen beginnen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich bis dahin wirklich so viel Geduld aufbringen kann!

…zauberhafter Sammelband, in dem ganz viel Musik steckt!

Weihnachten – das ist die Zeit der Besinnlichkeit, des zur Ruhe Kommens und der Erinnerung an Traditionen. Gerade in dieser Zeit lassen wir uns nur allzu gerne ins Ballett, Konzert und Oratorium locken, genießen die wunderbare Musik und werden von der Kunst der Darbietung verzaubert. Es ist aber auch die Zeit des Vorlesens: Entweder lesen wir selber vor, oder wir haben das unschätzbare Glück, dass uns vorgelesen wird. Wäre es da nicht schön, wenn wir all dies miteinander vereinen könnten?

Mit DER NUSSKNACKER, DER MESSIAS und DAS WEIHNACHTSORATORIUM hat der Annette Betz-Verlag drei Klassiker und saisonale Publikumslieblinge in diesem Sammelband vereint. Alle drei Werke sind bereits als Einzelbände erschienen (2017, 2020 bzw. 2018), denen jeweils eine CD beigelegt wurde. Hier gibt es nun die vergleichsweise kostengünstigere Variante: Ohne CD, dafür mit der Option, das jeweilige Hörbuch incl. der Musik zu streamen.

Jede*r Autor*in hat eine eigene Handschrift, jede*r Illustrator*in hat einen individuellen Stil. Werden da die Geschichten eher lieblos in einem Sammelband gebündelt, könnte ein verbindendes Element als roter Faden vermisst werden. Dies ist bei MUSIKALISCHER WEIHNACHTSZAUBER nicht der Fall: Das Cover, das Vorsatzpapier und die Titelblätter zu den einzelnen Geschichten sind so geschmackvoll aufeinander abgestimmt, dass die ehemaligen „Solisten“ wunderbar miteinander harmonieren, und das Buch so wie aus einem Guss wirkt.

Susa Hämmerle erzählt die Geschichte DER NUSSKNACKER ganz traditionell und bleibt damit nah am originalen Ablauf des Märchenballetts von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (Warum sollte sie hier auch eine Änderung vornehmen?). Dabei skizziert sie die Figuren stets kindgerecht und streut Dialoge in die Handlung ein, um so die Motivation der Charaktere zu verdeutlichen. Damit schafft sie für mich als Vorleser die Grundlage, meinen Vortrag interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten, als es mir bei einer bloßen Nacherzählung möglich gewesen wäre. Auch Christa Unzner bleibt bei ihren Illustrationen ganz beim Tanz. Ihre Figuren scheinen direkt dem weltbekannten Ballett entsprungen zu sein – entsprechen doch Haltung und Gestik ganz diesem Habitus. Mit flinken Strichen erzeugt sie bei den Figuren Dynamik. Ihre Szenerien verleugnen nie den Bezug zur Bühne: Mit einem atmosphärischen Setting, farbenfrohen Kostümen und einer stimmungsvollen „Beleuchtung“ verstärkt sie noch diesen Eindruck.

Für DER MESSIAS schuf Rudolf Herfurtner eine ganz neue Rahmenhandlung um den kleinen Anton, der sich mit seinem Großvater auf den Weg durch einen dunklen Wald macht, um einer Aufführung eben jenen Werkes von Georg Friedrich Händel in der großen Kirche des Nachbarortes zu lauschen. Während des Konzerts nickt Anton ein und träumt sich nach Bethlehem zu Jesus Geburt. Mit einer ganz und gar wunderbaren Ruhe erzählt der Autor diese reizende, beinah melancholische Geschichte und legt dabei besonderes Augenmerk auf die liebevolle Beziehung zwischen Anton und seinem Opa. Die Illustrationen von Anna Severynovska nehmen diese Ruhe auf. Beinah glaubte ich, die Stille eines verschneiten Winterabends wahrnehmen zu können. Ihre Bilder überzeugen sowohl durch ihre Klarheit als auch durch Detailreichtum. Besonders beeindruckend gelangen der Künstlerin die Gesichter der Figuren, die von einer ergreifenden Lebendigkeit sind.

Bei DAS WEIHNACHTSORATORIUM stammte die Rahmenhandlung ebenfalls aus der Feder von Rudolf Herfurtner. Hier begleiten wir den Jungen Thomas, wie er in der Adventszeit des Jahres 1734 die Bekanntschaft mit Johann Sebastian Bach macht, der als Kirchenmusiker und Kantor mit dem Thomanerchor sein neustes Werk zur Aufführung bringt. Thomas ist ganz beseelt, dass er als Kerzenjunge gemeinsam mit dem Chor auf der Empore der Kirche stehen und dieser einzigartigen Musik lauschen darf. Gekonnt verwebt der Autor die historische Fakten mit seiner Fiktion, verheimlicht dabei aber nicht die sozialen Missstände, unter denen die Kinder damals zu leiden hatten. Die Künstlerin Maren Briswalter schuf dafür zarte, beinah sphärische Illustrationen in einem Sepia-Ton, die an alte, verblasste Fotografien erinnern. Die Welt des 18. Jahrhunderts – insbesondere bei den historischen Bauwerken – zeigt sie ebenso detailreich, wie die Kargheit, denen die Menschen damals ausgesetzt waren.

Mit MUSIKALISCHER WEIHNACHTSZAUBER hat der Verlag einen ganz bezaubernden Sammelband geschaffen: Jedes, der hier genannten musikalischen Werke, ist absolut herausragend, und es war mir eine wahre Freude, die traumhaften Kompositionen in Kombination mit einer gelungenen literarischen wie visuellen Umsetzung wiederentdecken zu dürfen.

Anmerkung bzgl. STREAMEN:

Leider bin ich alter Zausel zu dusselig, um auf der Homepage des Verlages die Hörbücher mit Musik freizuschalten. Nachdem ich mehrmals im Rahmen der Anmeldung bei der Eingabe von Benutzername und/oder Passwort gescheitert bin, habe ich ermattet aufgegeben. So kann ich leider nichts über die Qualität der Sprecher sagen. Da der Verlag allerdings bei den Musikaufnahmen auf das Archiv des renommierten Klassik-Labels NAXOS zurückgreifen konnte, bin ich mir sehr sicher, dass die musikalische Umsetzung gelungen ist. Ich selbst habe – nach dem Anmelde-Debakel – ganz entspannt auf meine eigenen CDs zurückgegriffen und mir die Geschichten selbst vorgelesen.

Sehr empfehlenswert. Fast so schön wie ein Besuch im Theater.


 

Viele Eltern haben, wenn sie mit ihren Kindern in der erreichbaren Nähe eines Theaters mit einem Opernhaus wohnen, im Laufe der Jahre sicher mit ihnen eine Aufführung der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck besucht und waren begeistert.

 

Für alle, die diese wunderschöne Musik noch einmal oder zum ersten Mal hören und dazu die Geschichte des weltbekannten Märchens lesen wollen, hat der Annette Betz Verlag in Wien in seiner erfolgreichen Reihe „Das musikalische Kinderbuch“ ein wunderschönes Buch mit eingelegter CD veröffentlicht.

 

Die bekannte Kinderbuchautorin Susa Hämmerle  erzählt das Märchen der Brüder Grimm sehr einfühlsam und spannend nach. Immer wieder gibt es am Seitenrand unter dem Symbol eines Notenschlüssels Querverweise auf die Tracknummer der CD. Das Bilderbuch, das Christa Unzer atmosphärisch stimmig illustriert hat, entführt seine Leser und Betrachter in die Welt des Komponisten Engelbert Humperdinck und seiner Schwester Adelheid Witte. Sie haben 1890 gemeinsam die wohl bekannteste Kinderoper der Welt geschaffen.

 

Die Staatkapelle Dresden unter dem Dirigenten Otmar Suitner hat alle musikalischen Höhepunkte der Oper auf dieser CD eingespielt und Dietmar Wunder erzählt die Geschichte mit vielen Erklärungen zu der Musik und den beteiligten Instrumenten.

 

Sehr empfehlenswert. Fast so schön wie ein Besuch im Theater. Auf jeden Fall weckt das Buch die Lust dazu.

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