Susan Albers

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Man könnte „eating mindfully“ für einen weiteren Ratgeber, zum Thema abnehmen halten. Aber hier wird das Konzept von einer neuen Seite beleuchtet. Keine Verbote, sondern einfach nur Achtsamkeit. Achtsamkeit in Bezug auf Essen, Körper und Geist. Wie schnell ist ein Muffin achtlos verschlungen oder das Mittagessen heruntergestürzt, weil man in Gedanken schon wieder beim nächsten Projekt ist. Und Abends wenn man nach Hause kommt, ist man vor dem Fernseher schnell auf dem Boden der Chipstüte angelangt und hat keine Ahnung wie man da hingekommen ist. Genau dem möchte dieses Buch beikommen und wie ich finde macht es dabei einen ziemlich guten Job. Im Gegensatz zu anderen Werken dieses Genres verspricht es keine schnellen Erfolge und nimmt auch nicht für sich in Anspruch, Figürchen wie in den Modezeitschriften gezeigt, zu erreichen. Es zeigt einfach nur einen Weg zu mehr Bewusstsein und  Wege mit sich ins Reine zu kommen, in dem es Übungen vorschlägt, mit der man Achtsamkeit lernen und in seinen Alltag einbauen kann. Dabei wird nie der moralische Zeigefinger, der alle Übergewichtigen sonst als Faul und Willensschwach degradiert erhoben.

Für mich war es eine gute Investition und ein bisschen Achtsamkeit kann nie schaden, nicht nur in Bezug auf Essen, sondern auch im Umgang mit sich selbst und anderen. Endlich mal ein Buch, dass einen Weg aufzeigt, der wirklich Erfolg zeitigen könnte.  

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Rezension zu "Erhöhen Sie Ihren EatQ" von Susan Albers

Die Nutzung Emotionaler Ressourcen zur Gewichtsabnahme
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Die Nutzung Emotionaler Ressourcen zur Gewichtsabnahme

Das Thema des Körpergewichtes, des Schönheitsempfindens, die aktuell seit Jahrzehnten bereits andauernde Orientierung nach einem äußerlichen „schlank, fit, sportlich“ als ein fast „Haupt-“ Merkmal von Attraktivität zieht eine Runde nach der anderen. Keine Illustrierte ohne Diätvorschläge, seitenweise Internetauftritte zu bestimmten Ernährungsvorschlägen, Fitness- und Ernährungsgurus treten vor die Öffentlichkeit und geben das scheinbar einzig wichtige Ziel aus: „Ich mach Dich fit“! (und schlank).

Und auch Susan Albers kann nicht verhindern, dass ihr neues Buch (auch wenn sie einen anderen Schwerpunkt mit ihrem Programm setzt), in diese Richtung auch wiederum verstanden werden kann.
Wobei bei der Lektüre deutlich wird, dass ihre Zielrichtung doch eine andere ist.
Der individuell gemäße „gute und achtsame“ Umgang mit dem Essen ist es, für den vor allem eine Kenntnis seiner selbst und eine Reflektion der eigenen Automatismen wichtig sind.

So interessant das ist, nicht mit äußerlicher Kasteiung, täglich stundenlangem Sport oder gezählten Kalorien am besten noch in Trennkost seine Tage zu fristen, sondern im Gesamten mit tieferen Schritten an die Ursachen und nicht an die Symptome zu gehen, es verbleibt dennoch auch während dieser Lektüre das „Abnehmen und schlank sein“ im Raum.
Die durchaus wichtige Frage nach äußeren Schönheitsidealen im Wandel der Zeit und den Zusammenhang zwischen „im Außen das einzige Glück suchen“ und dem ständigen Scheitern an all dem, das kommt ein wenig zu kurz.
Fällt aber nicht ganz unter den Tisch, auch das sei erwähnt.

Durchaus richtig nämlich geht Albers dem „Zuviel“ auf den Grund, den „Essattacken“, dem vermeintlichem Vergnügen, von Selbstbelohnung“ sprich, dem Versuch einer emotionalen Stützung von Außen. Und setzt diesem, auch in der Tradition der „Achtsamkeit“, den Blick nach Innen entgegen.

Wie das gehen kann, „gutes Essen aufzunehmen“ (als hohes Vergnügen), davon aber „nicht zu viel und nicht zu wenig“, das erläutert Albers in ihrem Buch durchweg nachvollziehbar und zur eigenen Praxis anleitend. Von Innen her.
Und mit einem vorliegendem Training, dass einerseits zunächst zur Reflektion anleitet und in einem zweiten Schritt die Entfaltung der emotionalen Intelligenz in Bezug auf „das gute Essen“ dem Leser sehr praxisorientiert an die Hand gibt.

Denn erst durch eine innere Balance, durch eine stärker werdende Stimme einer vorhandenen „emotionalen Intelligenz“ wird der Mensch in der Lage sein, dem zu folgen, was ihm individuell gut tut. Eine innere Kraft, die zunächst viel weniger entfaltet werden soll, um konkret dem „Essen“ zu begegnen, sondern die sich als erstes reflektierend mit der Frage eigener „Stressoren“ auseinanderzusetzen hat. Reibungszustände, welche die Selbstkontrolle außer Kraft setzen und ganz automatisch, aber auch ebenso oft „falsch“ handeln lassen.

„Ruhig bleiben“ ist dabei die wichtigste Komponente und was Albers dem Leser als dringend „zu Erlernendes“ durchaus erfolgreich im Buch vermittelt ist die Fähigkeit, den Körper daran zu hindern, beständig und meist unnötig in den „Angst- oder Fluchtmodus“ zu wechseln. Weg also vom „primitiven Automationsmuster“ hin zur inneren Balance.

Die „achtsame Pause“ bringt Albers dem Leser nahe und trainiert diese ein.
Statt „Gefühl-Entscheidung-umgehende Reaktion“, legt sie dem Leser nach Gefühl und Moment der Entscheidung zunächst die „achtsame Pause“ vor Augen. Die dann eben nicht darin einmündet, „einfach zu machen“, sondern eine „von Einsicht gesteuerte Entscheidung“ zu treffen.

Achtsamkeit also ist das Moment, durch das die emotionale Intelligenz gestärkt und die Kontrolle über das, was geschieht, bestehen bleibt. Mit Folgen für das Essverhalten, dass in diesem Buch das zentrale Thema ist.

Gut zu lesen, einsichtig in der Darlegung, mit vielen praktischen Hinweisen versehen bietet Susan Albers auf dem „Markt der Gewichtsreduktion“ einen anderen, „inneren“ Ansatz, der sich von vielen rein mechanischen Programmen wohltuend unterscheidet. Eine Herangehensweise, die im Übrigen auch auf andere „Maßlosigkeiten“ oder „Automatismen“ Anwendung finden könnte.

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