Susan Cain Still

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Inhaltsangabe zu „Still“ von Susan Cain

In der Stille liegt die Kraft.In einer lauten Welt werden stille Menschen meist überhört – sei es am Arbeitsplatz, in der Schule oder im Privatleben. Susan Cain bricht eine Lanze für die Introvertierten und zeigt, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind. Neueste Ergebnisse der Hirnforschung bezieht sie dabei ebenso ein wie historische Beispiele. Darwin, Einstein, Gandhi, Chopin, van Gogh, Bill Gates: Sie alle haben Großes vollbracht. Aus ihren Erkenntnissen leitet die Autorin auch konkrete Anregungen für alle sozialen Bereiche ab, von der Organisation des Berufslebens bis hin zur Konfliktlösung in der Partnerschaft. Susan Cain will stille Menschen dazu ermutigen, die eigene Introversion zu erkennen und anzunehmen, denn sie weiß: In der Stille liegt die Kraft!

Ein sehr ausführliches und wissenschaftlich fundiertes Buch über Intro- und Extrovertierte in unserer Gesellschaft.

— Lanie
Lanie

Ein Plädoyer für die stillen und nachdenklichen Menschen in dieser Welt.

— wakinyan
wakinyan

Alle Vorurteile, die man bisher über Introvertiertheit hatte, kann man hier beiseite legen. Ein sehr positives, verständnisvolles Buch.Toll!

— kuerbiskoepfchen
kuerbiskoepfchen

Hat mir sehr geholfen mich und meine ruhige Art zu akzeptieren. Ich bin halt introvertiert!! :)

— MeLi94
MeLi94

Ganz nette Erkenntnisse, Einblicke.... Aber warum muss eine immer gleiche These gebetsmühlenartig wiederholt werden?

— Golondrina
Golondrina

Eine Lanze gebrochen für die Bedürfnisse der introvertierten Menschenansammlungsvermeider

— bibliophilist1985
bibliophilist1985

Cain bricht endlich eine Lanze für die Stillen,Introvertierten.Sehr inspirierend!

— Ahriman
Ahriman

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  • Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen

    Still
    Toirse

    Toirse

    29. December 2016 um 10:29

    Erster Eindruck:Weiß. Sachbuch. Also eigentlich habe ich keinen wirklich Eindruck.Inhalt:Susan Cain war mal erfolgreiche Wall Street Anwältin. Und sie ist introvertiert.  Deswegen hat sie ein Buch geschrieben: Über stille Menschen in einer lauten Welt.Meine Meinung:Ich wollte dieses Buch ganz lange nicht lesen. Aber irgendwie tauchte es immer wieder auf. Und da bin ich dann doch eingeknickt.Und was soll ich sagen? Lesenswert!Das grundlegende Prinzip introvertiert/extravertiert kannte ich schon länger (Sims sei dank ;)), aber Susan Cain hinterfragt das und erklärt genau welche Charaktereigenschaften für sie unter introvertiert/extravertiert fallen.Außerdem zeigt wie sich unsere westliche Welt im letzten Jahrhundert zu einer extravertierten Gesellschaft gewandelt hat. Denn im 19. Jahrhundert wurden stille, eher introvertierte Menschen noch bewundert, mittlerweile sind es eher die Menschen, die sich gut selbst verkaufen können, die bewundert werden. Zu mindestens in den USA.Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an diesem Buch, denn Susan Cain scheint über weite Strecken immer von „der Welt“ zu sprechen, aber natürlich ist das nicht überall gleich. Schon allein der Unterschied USA/Deutschland macht das deutlich, bei uns wird meiner Erfahrung nach noch etwas mehr Wert auf tatsächliches Können gelegt. Zwar ändert sich das auch und man muss sich immer mehr selbstdarstellen können, aber grundlegend muss man immer noch auch auf dem Papier die richtige Qualifikation haben.Außerdem finde ich, dass teilweise etwas zu sehr auf dem fachlichen Hintergrund rumgehackt wird. Und teilweise widersprechen sich ihre Fachleute auch gegenseitig, was natürlich völlig okay ist – so funktioniert Wissenschaft – aber in einem populärwissenschaftlichen Buch wäre es schön, wenn das etwas sortierter wäre. Außerdem stimme finde ich, dass sie etwas zu sehr darauf herumreitet, dass Introvertierte ja so viel besser sind. Mag sein, dass wir überlegtere Entscheidungen treffen, aber manchmal müssen eben auch schnelle Entscheidungen getroffen werden.Insgesamt ist „Still“ sehr verständlich geschrieben und auch trotz vieler zitierter Fachartikel gut zu lesen. Ich habe es auf jeden Fall fast in einem Stück durchgelesen. Überflüssig und wenig interessant fand ich nur den Anhang. Dort fand man z.B. eine Liste berühmter introvertierter Personen, ein Interview mit der Autorin etc. Aber neue Informationen: Fehlanzeige!Fazit:Ich würde „Still“ wirklich jedem empfehlen, ob man nun selbst introvertiert ist oder nicht. Mir hat es sehr geholfen Menschen generell zu verstehen. Und den einen oder anderen Tipp für introvertierte gibt es auch, jedoch ist es kein Selbsthilfebuch.

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  • Manchmal ist Schweigen eben doch Gold ...

    Still
    wakinyan

    wakinyan

    23. November 2016 um 18:30

    Das Coverbild und der Titel sprachen mich sofort an. Und natürlich wollte ich auch erfahren, was es mit der Kraft der stillen Menschen auf sich hat. Umso überraschter war ich, als die Autorin mich in die laute und doch eher extrovertierte Businesswelt von Amerika entführte. Das hatte ich eigentlich nicht erwartet, doch gerade der Kontrast fesselte dann doch meine Aufmerksamkeit. Mit kritischem Blick und interessanten Fragen tingelt die Autorin durch die oberen Etagen, die Businessschools und die psychologische Forscherszene. Immer wieder geht es darum introvertierte und extrovertierte Persönlichkeitstypen miteinander zu vergleichen, Schwächen und Stärken herauszuarbeiten. Anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen, gehen die Ausführungen wirklich in die Breite und die Tiefe. Der Leser erhält umfangreiche Informationen und zahlreiche Blickwinkel. Für mich persönlich spielten sich die Szenen zu häufig im oberen Business, im Management von Banken, Softwarefirmen und Anwaltskanzleien ab, was wohl dem ursprünglichen Beruf der Autorin (Anwältin) geschuldet ist. Gleichsam kam mir die Rolle der Stillen im privatem Bereich, in der Familie, der Partnerschaft, im zwischenmenschlichen Bereich und der persönlichen Lebensgestaltung zu kurz. Dennoch halte ich "Still" für ein großartiges Werk, das umfassende Einblicke liefert und viele Antworten parat hat.

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    • 2
  • Sehr gelungen

    Still
    kuerbiskoepfchen

    kuerbiskoepfchen

    16. November 2015 um 20:29

    Dieses Buch über Introvertiertheit ist ein großes Geschenk und für all diejenigen geeignet, die sich für introvertiert halten, aber auch für diejenigen, die extrovertiert sind und ihre introvertierten Partner, Freunde oder Familienmitglieder verstehen lernen möchten. Introvertiertheit und Schüchternheit sind nicht dasselbe, das macht die Autorin sehr deutlich und beschreibt die so wichtigen Unterschiede. Anhand von Beispielen und eigenen Erfahrungen werden die Stärken und Eigenschaften der Introvertieren hervorgehoben. Es wird endlich einmal deutlich, dass Introvertiertheit keine Schwäche oder "Krankheit" ist, sondern einfach eine andere Art von dem Erleben seiner eigenen Umwelt. Eine eigene Lebensweise, die man berücksichtigen kann, wenn man dieses Buch gelesen hat. Auch Extrovertiere kommen hier auf ihre Kosten! Ich hatte es sehr sehr schnell durch und bin davon immer noch begeistert!

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    • 3
  • Nur weil ich introvertiert bin, bin ich nichts Schlechteres....

    Still
    MeLi94

    MeLi94

    31. May 2015 um 23:07

    Ich dachte immer, dass mit mir etwas nicht stimmt.  Ich war immer die Ruhigste in der Klasse, habe mich selten gemeldet, und sprach auch so nicht viel mit anderen Menschen.  Dann wurde ich älter und kam in die Oberstufe. Ich war immer noch ruhig, habe mich nur ganz selten gemeldet, aber Präsentationen oder das Reden vor der Klasse war kein Problem für mich. Ich dachte immer noch, etwas stimmte nicht mit mir. Doch dann habe ich in einer Fernsehzeitschrift einen Artikel über die Introversion und dabei wurde das Buch "Still" erwähnt.  Daraufhin habe ich es mir gekauft und sofort angefangen zu lesen.  Auch wenn es sehr mühsam war, jede Seite zu lesen, da vieles öfter wiederholt wurde und auch nicht alles für mich persönlich von Bedeutung war, muss ich sagen, dass das Buch mir echt geholfen hat, mich selbst mit meiner Art, mich als Introvertierte, zu akzeptieren. Ich habe begriffen, dass das nichts schlechtes ist. Genauso wie die Extraversion nicht unbedingt positiv sein muss. Gut gefällt mir auch, dass in dem Buch viele "echte Geschichten" von Introvertierte erzählt werden. Jeder hat seine Stärken, egal ob extravertiert oder introvertiert.  Und auch ein Introvertierter kann etwas erreichen!!! Also empfehle ich dieses Buch jedem ruhigen Menschen, der in irgendeiner Weise an sich und seiner Art zweifelt! 

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  • Rezension zu "Still" von Susan Cain

    Still
    bibliophilist1985

    bibliophilist1985

    20. October 2014 um 22:05

    Ob man dem sanguinischen das phlegmatische Naturell entgegenstellt, dem wilden Draufgänger den nachdenklichen Tüftler oder schlicht der Intro- die Extrovertiertheit, das Temperament ist und bleibt zu bestimmten Anteilen maßgebend für einen Menschen. Die Autorin hat diesen Umstand mit einer unkonventionellen Herangehensweise neu beleuchtet und damit interessante und kritische Betrachtungswinkel eröffnet. So ändern sich die Zeiten. War es im 19 Jahrhundert noch gang und gäbe, bescheiden, demütig und unaufdringlich zu sein, begann, ausgehend von der Werbeindustrie, in den 1920er und 1930er Jahren, ein bis heute andauernder Lauf auf das ideelle Ziel der totalen Oberflächlichkeit. Anzeigen begannen mit der Angst der Menschen vor negativen Assoziationen ominöser, fremder Beobachter zu spielen und das Äußere sowie die Fähigkeit zu gefallen, immer mehr ins Rampenlicht zu rücken. Unterstützung fand die Religion der Narzissten von einer Unternehmermentalität, die Handschlagqualitäten, blendende Rhetorik und aalglatte Eloquenz als Zeichen betriebswirtschaftlicher Qualifikation auffasste. Wenn auf diese Weise immer die lautesten und risikofreudigsten Exemplare der Managerspezies, von zu ellbogenmentalitätsgesteuerten, oberflächlichen Verhalten animierenden Elitehochschulen, Schlüsselpositionen besetzen, verwundert der eine oder andere Finanzmarktkollaps gar nicht mehr. Die Blüten dieser Entwicklung am Beispiel des heutigen Amerikas könnten skurril anmuten, wären die daraus resultierenden Konsequenzen nicht derart gravierend. So werden Adjektive wie schüchtern und ruhig oder nur Andeutungen einer Eigenbrötlermentalität als durchwegs negativ und absonderlich abgetan. Sei es in Schule, Beruf oder Privatleben, wer nicht versteht auf der hochkomplexen Klaviatur zwischenmenschlicher Kommunikation zu spielen, fällt leicht einmal durch den sozialen Rost. Sensible Kinder neigen schon als Babys zu verstärkten Reaktionen auf äußere Reize, sind einfühlsamer und benötigen die scheinbare Furchtsamkeit als Schutzmechanismus gegen ein sie mit Eindrücken förmlich erschlagendes Universum, während von Natur aus mit einem robusteren psychischen Gerüst ausgestattete Individuen unbeschwerter, aber auch emotionsloser auf ihre Umgebung einwirken. Eltern ruhiger, einen überschaubaren Freundeskreis ihr Eigen nennender und sich einsamen Hobbies widmender Kinder werden, nicht nur durch die Blume, an die Wichtigkeit von Beliebtheit und blendendem Charme erinnert. Doch sehr eigentümlich, dass stille Kinder unter Depressions- oder Misanthropiegeneralverdacht gestellt werden, während allzu vitale, lebensfrohe junge Menschen mit Ritalin sediert werden. Sollte sich die Favorisierung der Einsamkeit bis ins Erwachsenenalter durchgeschlagen haben, gibt es eine breite Palette an Seminarangeboten, die Beredsamkeit, Auftreten und Plauschkompetenzen bis hin zum Verkaufsgenie steigern können. Etliche Beziehungsprobleme dürften auf den, auch per MRT gut messbaren Unterschieden zwischen verschiedenen Naturellen basieren. Während Extrovertierte jede wache Minute in Menschenmengen baden könnten und Einsamkeit scheuen, kehrt sich das Verhältnis bei Introvertierten um, was zwischenmenschlichen Sprengstoff in sich birgt, wenn das Mantra von den sich anziehenden Gegensätzen einmal nicht mehr richtig zieht. Zusätzliche spontane emotionale Reaktionen provoziert die Tatsache, dass Extrovertierte bestimmtes, aggressives Verhalten als Interesse und Aufmerksamkeit interpretieren, während Introvertierte sich verletzt und angegriffen fühlen. Den für die Wirtschaft entstandenen Schaden durch falsche Konzeption von Arbeitsabläufen samt deren Umgebungen einzuschätzen mutet schwer bis unmöglich an. Wenn man die verstärkte Krankheitsneigung Introvertierter in lauter Großraumbüroatmosphäre inklusive dem verschwendeten Potential, weil begnadete Denker keine Ruhe finden, um Ideen und Konzepte ungestört ausarbeiten zu können, addiert, dürfte der gesamtvolkswirtschaftliche Schaden immens sein. Die kulturellen Unterschiede zeigen eine konträre Herangehensweise der Asiaten, bei denen ein europäisch-amerikanisches Gebaren als unhöfliche Verschwendung der Zeit von Zuhörern gewertet wird. Ruhe und Kontemplation haben eine andere Bedeutung, Oberflächlichkeit und die Verherrlichung narzisstischer Prinzipien gelten als wenig erstrebenswert. Ein anderer, durchaus in Erwägung zu ziehender Ansatz.

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  • kraft der stille

    Still
    eulenmama

    eulenmama

    mutmachendes buch, für introvertierte, aber auch für extravertierte die die welt der stillen besser verstehen wollen.
    liebevoll und wissenschaftlich fundiert,gut verständlich geschrieben.
    z.b. auch wie man introvertierte kinder unterstützen kann.
    ich persönlich konnte mir viel nützliches aus dem buch ziehen.

    • 2
  • Rezension zu "Still" von Susan Cain

    Still
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    06. June 2011 um 14:00

    Reden ist Silber, Schweigen manchmal Gold Zum Glück ist es kein stilles Buch, welches Susan Cain zu einem faszinierenden Thema vorlegt, sondern durchaus beredt, wortgewandt und auf den Punkt treffend. Immerhin nimmt sie sich, nach neuesten Zahlen, fast 50% der Weltbevölkerung in ihrem „Temperament“ zum Thema. In einer Welt, in der Small Talk, Souveränität, die Werbetrommel vor allem für sich selber zu rühren und allseits eine deutliche Duftspur eines „Hier bin ich!“ zu hinerlassen fast zu den erforderten Grundausstattungen zu gehören scheint, um einigermaßen (nicht nur beruflich) anerkannt zurecht zu kommen, bricht Susan Cain eine fundiert argumentierte und anschaulich dargestellte Lanze für die Stillen. Die Introvertierten. Die, die letztlich den Kitt der Welt mit ausmachen und die Dinge des Lebens lieber zusammenhalten und ruhig vorwärtsbringen, als mit lautem Getöse hier und da für erkleckliche Unordnung zu sorgen. Jene, die gerade vom „Getöse“ abgeschreckt werden und sich allem Neuen und, vor allem, Lauten nur vorsichtig nähern. Begeisternd, aber auch tief nachdenklich machend verweist Susan Cain im Buch gerade auf diese Ebene des „vorwärts“ gehen. Ausdauer, Geduld, Konzentration, die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen, dass ist das Rohmaterial, aus dem wegweisende Erfindungen und tief reichende Kunstwerke entstanden sind. Und wer mag bestreiten, dass ein Chopin bei weitem einen Dieter Bohlen überdauern wird. Und ebenso klar ist, dass es des „Ertragen von Einsamkeit“ bedarf, um wegweisende Erfindungen oder Kunstwerke zu erschaffen. Gründlichkeit und Tiefe, dass ist es, was nicht nur der Volksmund mit seinem „stille Wasser sind tief“ den Introvertierten zuspricht, sondern was nun empirisch nachvollzogen werden kann anhand der vielfachen Geschichten und klugen Deutungen der Autorin. Während in früheren Epochen gerade auch der Besonnene und die Geduldige, die Nachdenkliche und der Weise hohe Geltung hatten, hat sich dieses Bild in der modernen Welt fast umgekehrt. Wie Cain in einem Interview, ihrer Art gemäß, treffend formuliert: „Heute haben Introvertierte gegenüber Extravertierten dieselbe Stellung wie seinerzeit Frauen gegenüber Männern – sie sind Bürger zweiter Klasse“. Eine besorgniserregende Feststellung, folgt man den Einlassungen Cains dahingehend, dass die moderne Gesellschaft das Laute, sich darstellende, mithin den „Schein“ höher bewertet als die Substanz, das „Sein“. Eine Gefahr, die an Erich Fromms wegweisende Arbeiten erinnert und der es gegenzusteuern gilt, sollen nicht gerade jene Potentiale ungenutzt am Rande der Gesellschaft liegen bleiben, die tatsächlich Substantielles in sich tragen. In Susan Cain haben die „Stillen“ dieser Welt) eine wunderbare Anwältin ihres Temperamentes und ihrer Möglichkeiten gefunden. Wer das Kapitel über die Erziehung von introvertierten Kindern in einer Welt, die ihnen nicht zuhören will und wohl gar nicht zuhören kann liest, wer hier den sachten Entfaltungen Cains folgt, wie stillen Kinder in ihrem Potential der Weg zu einem Persönlichkeitsgemäßen, selbstbewussten Leben eröffnet wird, ohne davon berührt zu sein, der gehört sicherlich zu den „nur“ Extravertierten und kann das Buch getrost zur Seite legen, verstehen wird er es nicht. „Bei allem, was jung und zart ist, ist der wichtigste teil der Aufgabe der, wie man sie beginnt“. Was im Zitat schon Plato für die Ewigkeit festzurrte, gilt nicht nur für die Erziehung der Kinder, sondern ist letztlich das Programm für das introvertierte Leben und den Umgang mit sich und den anderen. Nicht lärmend und laut ist die Welt in ihrer Essenz dahin gelangt, wo sie jetzt ist, sondern durch stille Geduld, Forscherdrang und Nachdenklichkeit. Ähnlich, wie Sten Nadolny die „Langsamkeit“ (und John Franklin war ein Introvertierter allererster Güte) als Wert vor Augen stellte, hat nun Susan Cain einen breiten Blick in verständlicher Sprache und mit fundiertem Hintergrund auf die gesamte Welt der „Stillen“ vorgelegt, der für jeden Leser, der sich auf diese Welt einlässt, einen Gewinn bedeutet. Ein Plädoyer für die Vorsicht, die sich langsam, dafür aber gründlich, allem Neuen nähert und nicht mehr loslässt, wo sie wertvolles entdeckt. Und eine Mut machende Entlastung zu lesen für jeden, der eher zu den Introvertierten Menschen gehört.

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