Susan Choi Reue

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Inhaltsangabe zu „Reue“ von Susan Choi

"Eine mit allen Wassern gewaschene Erzählerin" Hannes Stein, Die Welt Professor Lee ist ein unbescholtener Mann. Als jedoch sein Kollege einem Bombenattentat zum Opfer fällt, findet er sich in einem Netz aus Rache und Anschuldigungen gefangen. Nur wenn er sich von einer alten Schuld reinwäscht, kann er seine Haut retten. Eine amerikanische Parabel über Liebe und Terror, Sünde und die Hoffnung auf Erlösung von amerikas gefeierter Autorin. "Eine Autorin von atemberaubendem Erzählvermögen." Joan Didion

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  • Rezension zu "Reue" von Susan Choi

    Reue
    walli007

    walli007

    14. October 2011 um 19:39

    Der traurige Dr. Lee An Dr. Lees College wird ein Kollege mit einer Art Briefbombe getötet. Natürlich ist Dr. Lee geschockt, doch er mochte den jüngeren Kollegen nicht. War dieser doch bei den Studenten beliebt und dessen Unterricht gut besucht. Die Zimmer der beiden Professoren liegen nebeneinander, also erlebt Dr. Lee das Geschehen hautnah mit. Doch richtig trauern kann er nicht. Um was soll er denn alles trauern. Freundschaften sind auseinander gegangen, seine beiden Ehen geschieden, seine erste Ex-Frau inzwischen verstorben, seine leibliche Tochter entfremdet, sein Stiefsohn verschwunden. Das Leben des Dr. Lee gerät jedoch in ungewollte und heftige Turbulenzen, als das FBI gegen ihn zu ermitteln beginnt. Nach dem Lesen des Buches kam mir die Erkenntnis, hier hat der Protagonist eine Mücke zum Elefanten gemacht, genauso wie seine nähere Umgebung. Doch auf eine interessante Art und Weise. Dachte ich zunächst, was für einen Sinn soll das Ganze ergeben, war am Ende doch alles an seinem Platz. Dabei ist der Anfang, den ich überstehen musste etwas lang geraten. Nach diesem kleinen Unmut am Beginn hat mich das Buch aber doch sehr gefesselt, so dass ich es recht zügig durch hatte. Zwar konnte ich die Bezogenheit des Dr. Lee auf einen bestimmten Teil seiner Vergangenheit nicht völlig nachvollziehen, aber das hat mich nicht gehindert die Geschichte gespannt zu verfolgen. Denn das hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut hinbekommen, die Handlung so zu konstruieren, dass nichts überflüssig ist, dass alles punktgenau passt. Dabei hat die es sogar noch geschafft, dem Leser einige Überraschungen zu bereiten. Für mich war es ein Buch, das mir zwar ein paar Wiederstände entgegensetze, das mich dann aber doch überzeugt hat.

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  • Rezension zu "Reue" von Susan Choi

    Reue
    emeraldeye

    emeraldeye

    14. October 2010 um 16:34

    Ein Asiate, Koreaner oder Japaner, vor Jahrzehnten aus seinem Heimatland in die USA gekommen, um ein Leben in Sicherheit zu führen, ist die Hauptfigur von "Reue". Lee ist ein zurückhaltender, fast passiver, Mann. Zweimal geschieden, lebt er in einer kleinen Universitätsstadt im Mittelwesten Amerikas vor sich hin, scheinbar kaum bewegt von Wünschen, Bedürfnissen und Gefühlen. Seine zweite Frau hat sein Haus mehr oder weniger leer zurückgelassen, von seiner Tochter hat er seit Monaten nichts mehr gehört. Einzig der verhaltene Neid auf seinen jugendlichen und sehr beliebten Kollegen im Nachbarbüro der mathematischen Fakultät bringt Lee dazu, kleine Veränderungen seines Denkens und Handelns vorzunehmen. Doch dann wírd dieser Mann durch eine Briefbombe schwer verletzt und stirbt wenig später im Krankenhaus. Lee ist wie gelähmt, sein Büro ist ein Trümmerhaufen und er ist ebenfalls verletzt worden. Gleichzeitig ist er aber erleichtert. Er konnte es nur schwer ertragen, zu sehen, wie die Studenten bei seinem Nachbarn Schlange standen, während er allein in seinem Büro blieb. Doch er schämt sich für seinen Neid und bleibt deshalb allen Zeremonien aus Angst, seine Gefühle wären ihm anzusehen, fern. Damit zieht er jedoch erst recht die Aufmerksamkeit und das Misstrauen seiner Fakultätskollegen und auch des FBI auf sich. Lee verstrickt sich in einem Netz aus Lügen, Verdächtigungen und Ausgrenzung, das ihn zum ersten Mal in seinem Leben dazu zwingt, zu entscheiden und zu handeln. Suan Choi hat darüber geschrieben, wie leicht Menschen missverstanden und beeinflusst werden können. Wie sehr Meinungen durch Medien und falsch angewandten Patriotismus bestimmt werden können. Misstrauen scheint die Grundstimmung des heutigen Amerika zu sein. Jeder, der nicht genau das tut, was "die Gesellschaft" erwartet, macht sich verdächtig und wird zur Zielscheibe von Frustrationen und Vorurteilen. Keine Rede mehr vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Jeder beobachtet jeden und macht seine Beobachtungen öffentlich. Entsetzlich, beklemmend und schwer nachzuvollziehen, wie aus einer "uninteressanten Person" plötzlich eine "Person von Interesse" wird, von zerstörerischem Interesse. Lee schafft es, sich aus dem Sog, der droht, sein Leben zu ruinieren, zu befreien, aber nur, weil er sich völlig preisgibt, jede Privatsphäre aufgibt. Letztendlich bleibt er gebrandmarkt, sein Leben wird nie mehr so sein wie es einmal war. Doch Susan Choi läßt aus gänzlich unerwarteter Richtung Hoffnung kommen. Lee akzeptiert, dass sich etwas geändert hat, dass sich etwas ändern mußte und fühlt fast so etwas wie Freude und Neugier. Er ist bereit, anzunehmen, was der Rest seines Lebens für ihn bereithält. Ein vielschichtiges und, wenn man an der Demontage einer Persönlichkeit bis in die kleinsten Details interessiert ist, auch spannendes Buch. Ich fand es streckenweise anstrengend, es zu lesen. Ständig, pausenlos mit Lees Selbstgeißelungen konfrontiert zu werden, jeder noch so kleinen Begebenheit wird Bedeutung beigemessen, schafft eine unerträgliche und paranoide Atmosphäre, die mir nicht durchgängig realistisch erscheint. Ein Mensch, der so lebt, wird irgendwann wahnsinnig. Einige Passagen, einfach nur um sich von Lees Nabelschau zu erholen, hätten meiner Meinung nach der Geschichte nicht geschadet, sondern ihrer Spannung mehr Bewegung verliehen. "Reue" ist ein Roman, der die Veränderung Amerikas und seiner Bürger nach 9.11 schon sehr prägnant darstellt.

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