Susan Hill

 3.6 Sterne bei 329 Bewertungen
Autorin von Der Menschen dunkles Sehnen, Die Frau in Schwarz und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Susan Hill

Susan Hill, geboren 1942 in Scarborough, hat zahlreiche Romane, Jugendbücher, Hörspiele und Sachbücher veröffentlicht. Mit ihren Kriminalromanen erobert sie derzeit eine große Fangemeinde. Susan Hill lebt heute mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in einem Landhaus in Gloucestershire.

Neue Bücher

Stummes Echo

 (4)
Neu erschienen am 11.02.2019 als Hardcover bei Kampa Verlag.

Alle Bücher von Susan Hill

Sortieren:
Buchformat:
Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz

 (67)
Erschienen am 01.03.2012
Der Menschen dunkles Sehnen

Der Menschen dunkles Sehnen

 (69)
Erschienen am 01.01.2007
Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz

 (26)
Erschienen am 01.03.2012
Des Abends eisige Stille

Des Abends eisige Stille

 (25)
Erschienen am 30.07.2008
Das Gemälde

Das Gemälde

 (24)
Erschienen am 01.10.2009
Der Kampf um Gullywith

Der Kampf um Gullywith

 (20)
Erschienen am 22.10.2008
Der Seele schwarzer Grund

Der Seele schwarzer Grund

 (19)
Erschienen am 05.03.2010
Der Toten tiefes Schweigen

Der Toten tiefes Schweigen

 (11)
Erschienen am 03.09.2012

Neue Rezensionen zu Susan Hill

Neu

Rezension zu "Stummes Echo" von Susan Hill

Und dann war da noch Frank
MikkaGvor 7 Tagen

Wunderschön aufgemacht ist dieses kleine Büchlein, mit seinem Leineneinband eine wahre Zierde fürs Regal. Die Geschichte entwickelt eine stille Wucht, die so bescheiden und dezent daherkommt wie das Titelbild und dennoch etwas Unwiderstehliches an sich hat – vom Umfang her ist sie jedoch wenig mehr als eine Novelle. Das kam mir sehr gelegen, denn nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, dachte ich etwa eine Stunde lang intensiv darüber nach und las das Buch dann direkt ein zweites Mal.

Denn die letzen Zeilen (die ich hier nicht verraten werde) werfen ein ganz neues Licht auf diese Geschichte:

Colin, Frank, May und Berenice Prime hatten eine ganz normale Kindheit in Nordengland – glücklich, fast schon idyllisch, obgleich das Leben im elterlichen Farmhouse ‘The Beacon’ geprägt war von harter Arbeit und ärmlichen Mitteln. Doch als Erwachsener schreibt Frank, der als erfolgreicher Journalist seinem Elternhaus schon lange den Rücken gekehrt hat, ohne jegliche Vorwarnung ein Buch, in dem er behauptet, seine Eltern und Geschwister hätten ihn als Kind geschlagen, gedemütigt und gequält.

Das Buch, eine typische Sensationsbiographie, wird zum Bestseller, die Geschwister sind fassungslos. Frank nennt die echten Namen, beschreibt die tatsächlichen Örtlichkeiten, die Geschichte lässt sich mühelos zurückverfolgen auf die Familie Prime.

Der Vater ist schon tot, der kränklichen Mutter, die das Haus nicht mehr verlässt, verschweigen sie die Sache, der Titel “Stummes Echo” macht auf einmal Sinn: Franks Verrat hat gravierende Folgen für alle Beteiligten und dennoch gibt es über viele Jahre keine offene Konfrontation – obwohl der Widerhall kein Ende findet.

Die zwei Gesichter der Wahrheit sind ein grundlegendes Thema des Buches.

Das stimmt doch alles nicht, das ist niemals so gewesen! Nichts davon ist passiert! Empörung und Wut sind die ersten Reaktionen der Geschwister, sie sind sich der unumstößlichen Absolutheit ihrer Wahrheit ganz sicher: Lüge, alles Lüge. Doch im Stillen nagt im Laufe der Jahre der Zweifel an ihnen. Haben sie Dinge vergessen, falsch interpretiert? Derweil geht es Frank umgekehrt ganz ähnlich: die persönliche emotionale Wahrheit und die auf Fakten basierende Wahrheit schwingen nicht mehr im Einklang.

Die Autorin beschreibt ihre Charaktere zurückhaltend, taktvoll und mit sparsamen Worten.

Dennoch wirken sie sehr lebendig und authentisch, wobei sich die Geschichte vor allem auf den verschlossenen Frank und die hochintelligente May konzentriert, während der freundliche Colin und die verwöhnte Beatrice eher im Hintergrund stehen.

Interessant ist, dass Frank und May oft wirken wie Gegenpole der selben Wahrheit – doch hier möchte ich noch nicht zuviel verraten, denn darauf beruht meines Erachtens der Schlüsselmoment des Buches.

FAZIT

Die Geschwister Colin, Frank, May und Berenice hatten eine glückliche Kindheit auf dem Lande – oder nicht? Frank schreibt ein Buch über seine angeblich schreckliche Kindheit, das seine Eltern und Geschwister als Täter porträtiert. Alles eine Lüge? Selbst Frank glaubt nicht an die faktische Wahrheit seiner Erinnerungen – oder doch?

Die Wahrheit ist fließend in diesem Roman, die Erinnerungen sind trügerisch. Doch jeder kämpft im Stillen mit seinen Zweifeln, obwohl Franks Buch ein starkes emotionales Echo hervorruft.

Einfache, klare Wahrheiten und Antworten findet man hier nicht, und gerade deswegen entwickelte die Geschichte eine starke Sogwirkung auf mich. Ich habe das schmale Büchlein direkt zweimal hintereinander gelesen.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2019/03/16/rezension-susan-hill-stummes-echo/

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Stummes Echo" von Susan Hill

The Beacon
Buecherschmausvor einem Monat

Das Leben ist rau und einfach im Farmhaus auf dem Beacon, in einem abgelegenen, düsteren Teil Nordenglands. John und Bertha Prime übernahmen die Farm von Johns Eltern, ein wenig Land, Milchkühe, Schweine, Schafe, Hühner. Einfache, anständige, hart arbeitende Menschen, denen viele Worte fremd sind. Das Leben ist einförmig, aber nicht unglücklich. Im ersten Sommer liegt Bertha dreizehn Stunden in den Wehen, weil alle auf dem Feld sind, das Kind lebt nur eine halbe Stunde. Das zweite ist eine Todgeburt. Es wird wenig Aufhebens gemacht, darüber gesprochen schon gar nicht. Vier weitere Kinder kommen gesund auf die Welt. Colin, Frank, May und Berenice verbringen eine unbeschwerte, recht glückliche Kindheit auf „The Beacon“. Zumindest erinnert es May so.
May ist das dritte Kind, geboren 1942 und eine begabte Schülerin. Ihre guten Leistungen bescheren ihr ein Stipendium für die Universität in London. Doch dort befällt sie ein plötzliches „Grauen“. Panikattacken, Menschen und Orte scheinen sich mysteriös und bedrohlich zu wandeln. Es ist mehr als die Angst und das Fremdsein eines Landkindes in der Großstadt. May spricht nicht darüber, aber nach einem Jahr kehrt sie zurück zu den Eltern, schweigt.
Während der ruhige, freundliche Colin und das verwöhnte Nesthäkchen Berenice früh heiraten und Familien gründen, bleibt die pflichtbewusste, passive, ängstliche May auf der Farm und kümmert sich um die älter werdenden Eltern. 27 lange Jahre vergehen, der Vater stirbt, sie kümmert sich um die Mutter.
Zu Beginn des schmalen Romans stirbt nun auch Bertha und May informiert ihre Geschwister, aber nicht Frank. Nicht den Sonderling, der schon als Kind abseits stand, still, beobachtend, ein wenig unheimlich. Und der dann bald als Journalist in Londons Fleet Street Karriere machte. Was aber dann tatsächlich zum Bruch mit der Familie, den Geschwistern führte, enthüllt Susan Hill nur ganz allmählich.
Die Autorin ist in Großbritannien sehr bekannt, für ihre ein wenig unheimlichen Kriminalromane und vor allem für ihre Schauergeschichten. Ein bisschen davon weht auch durch „The Beacon“. Hill weiß geschickt, Spannung aufzubauen und zu halten. Dabei passiert eigentlich recht wenig. Eine Beerdigung wird vorbereitet, alte Zeiten erinnert und natürlich erfährt auch Frank vom Tod seiner Mutter. Es kommt zu einem Aufeinandertreffen der Geschwister und einer unerwarteten Erbschaft.
So still und zurückhaltend die Geschichte erzählt ist, so unerbittlich und soghaft zieht sie die Leserin doch hinein und weiß zu verunsichern. Was sind die Beweggründe der Geschwister? Warum klaffen die Erinnerungen so weit auseinander? Was ist wahr? Gibt es so etwas wie „emotionale Wahrheit“ neben der faktischen?
Daneben schildert Susan Hill die raue, spröde nordenglische Landschaft und das Landleben beeindruckend. Auch das etwas, was „Stummes Echo“ aus den vielen Geschichten über dysfunktionale Familien und trügerische Erinnerungen heraushebt.

Kommentieren0
22
Teilen

Rezension zu "Stummes Echo" von Susan Hill

Erinnerungen
Giselle74vor einem Monat

Heutzutage einen neuen Verlag gründen? Dazu gehört viel Mut und ein besonderes Programm. Im Kampa Verlag gibt es scheinbar beides. Der junge Verlag zeichnet sich durch eine feine Auswahl und schön gemachte Bücher aus.
In diesem Falle "Stummes Echo", ein in Leinen gebundener Roman der Engländerin Susan Hill. Vier Geschwister wachsen auf einem abgelegenen Hof im Norden Englands auf. Colin, der besonnene Älteste, die belesene May, die verwöhnte Berenice und Frank, der Außenseiter. Sie haben eine arme, aber glückliche Kindheit. Oder haben sie die dunklen Seiten dieser Zeit nur verdrängt?
Ein Roman, der die Macht der Erinnerung erforscht. Wie sicher sind wir uns der Dinge, die früher passiert sind? Und wie beeinflussbar, z.B. durch die Medien, ist unsere Erinnerung?
Susan Hill hat ein kluges, sehr feinfühliges Buch geschrieben, eines, das man unvoreingenommen, mit wenig Vorwissen lesen sollte. Das macht das Besprechen ein wenig schwierig, will man es weiterempfehlen, aber so wenig wie möglich über den Inhalt verraten.
So viel kann ich dann doch sagen: der Roman liest sich sehr ruhig und ist überaus detailgenau geschrieben. Und trotzdem entwickelt er einen ungeheuren Sog. Man will wissen, was den Geschwistern widerfährt, welcher Antrieb hinter ihren Handlungen steht, wie sie die Geschehnisse überstehen. Denn überstanden werden muss so einiges, was eigentlich nur schwer zu ertragen ist. Dabei ist der Text nicht düster oder anklagend, sondern in seiner Zurückhaltung und seinem taktvollen Umgang mit den Charakteren eher klassisch britisch. Ein ebenso eleganter wie fein gezeichneter Roman, ein wirkliches literarisches Kleinod.

Ich danke dem Kampa Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 471 Bibliotheken

auf 34 Wunschlisten

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks