Elefanten sieht man nicht

von Susan Kreller 
4,1 Sterne bei81 Bewertungen
Elefanten sieht man nicht
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Anrubas avatar

Ein Buch das zum Nachdenken anregt...

Ein ernstes Thema in einem realistisch gezeichneten Kleinstädtchen, doch die Protagonistin ist hinsichtlich ihres Alters zu naiv. Gemischt!

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Inhaltsangabe zu "Elefanten sieht man nicht"

"Max atmete ruhig und gleichmäßig, nur manchmal schnarchte er leise. Julia hatte sich zusammengerollt, aber nicht so, als hätte sie Angst, eher, als hätte sie nichts mehr zu befürchten, weil draußen jemand Wache hält.
Und auf einmal kam mir der Gedanke, dass man Menschen beschützen kann. Ich drehte mich um und schlich zur Tür. Ich hörte den Gesang der Amseln und ein Autohupen in der Ferne, und ich hörte mein schlagendes Herz.
Ich schloss die Tür.
Drehte den Schlüssel zweimal herum.
Und dann rannte ich."

Irgendetwas ist seltsam an Julia und Max, das findet Mascha von der ersten Sekunde an. Und dann sieht sie, dass Julia überall blaue Flecken hat, richtig große. Als Mascha schließlich eines Tages auf der Suche nach den beiden vom Garten aus einen Blick in ihr Haus erhascht, ist ihr klar: Sie muss ihnen irgendwie helfen. Aber wie, wenn keiner der Erwachsenen ihr zuhören will?
Mascha hat eine verhängnisvolle Idee - aber manchmal ist es besser, etwas Falsches zu tun, als gar nichts.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551582461
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:22.02.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Anrubas avatar
    Anrubavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch das zum Nachdenken anregt...
    Ein Mädchen, dass versucht zu helfen und dabei selbst auf Abwege gerät...

    Meine Meinung:

    The elephant in the room (engl. Redewendung): großes Thema, dessen sich jeder bewusst ist, über das aber- aus Angst oder Bequemlichkeit - keiner spricht.
    Es geht um die dreizehnjährige Mascha, die in den Ferien bei ihren Großeltern das Geschwisterpärchen Max und Julia kennenlernt, und schnell feststellt, dass die beiden von ihrem Vater verprügelt werden. 
    In dem kleinen Ort Barenburg legt man jedoch viel Wert auf die Meinung der anderen Leute, man mäht pünktlich seinen Rasen, geht immer brav zum Schützenfest und versucht nicht unangenehm aufzufallen. 
    Als Mascha ihren Großeltern von ihrem Verdacht erzählt, will ihr niemand zuhören. Keiner möchte wegen Verleumdung in Verruf geraten. Mascha versucht es auch bei den Nachbarn, aber niemand nimmt sie ernst, obwohl einige hinter vorgehaltener Hand ihren Verdacht bestätigen.
    Schließlich fasst das Mädchen einen waghalsigen Plan und gerät damit selbst auf Abwege.

    Das Buch hat einen eigenartigen Schreibstil. Statt mit Anführungszeichen finden Unterhaltungen nur mit Bindestrich und untereinander als eine Art Auflistung statt. Es wird viel in der indirekten Rede erzählt. Daher brauchte ich eine Weile um in das Buch hineinzufinden.

    Ich habe mich gefragt, ob das Wegsehen der Leute vielleicht übertrieben dargestellt wurde, aber wenn man sich die Situation wirklich vor Augen führt, könnte es im Nachbarort genauso passiert sein. Nicht umsonst geht es immer wieder durch die Nachrichten, dass Kinder zu Tode geschüttelt werden ohne das angeblich jemand etwas davon mitbekommen hat. Wahrscheinlich will man es einfach nicht sehen.

    Mascha ist sehr couragiert und versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Wie es auf dem Klappentext steht: Manchmal ist es besser etwas falsches zu tun, als gar nichts.

    Ich finde es von der Autorin sehr mutig, dieses Thema anzugehen. Auch wenn ich nicht alle Reaktionen von Mascha verstehen konnte, hat mich die Geschichte sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. 
    Es ist sehr traurig, wie Max seine Wut an einem imaginären Freund auslebt und wie Julia, die Schuld bei sich sucht. Sie verstehen einfach nicht, dass sie keine Schuld daran haben, dass ihr Vater ihnen das antut. Die Unfähigkeit der Mutter den Kindern zu helfen. Die Ignoranz der Nachbarn. Das alles ist wirklich schlimm.

    Man kann sich jetzt darüber streiten, ob Mascha für ihr Alter zu naiv gehandelt hat oder nicht. Sicher war nicht alles glaubwürdig, wie sich die Dinge entwickelt haben, aber ich denke die Botschaft zählt. Das Mascha eben gehandelt hat. Als Einzige.
    Das sie danach wie eine Aussätzige behandelt wurde, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Auch das Verhalten ihrer Großmutter war mehr als daneben, aber ihr Großvater hat mich dann doch überrascht.
    Das Ende ist gut gewählt, denn ein richtiges Happy End hätte irgendwie nicht gepasst.



    Fazit:

    Eine Geschichte über ein junges Mädchen, das zwei misshandelten Kindern helfen möchte und dabei selbst auf Abwege gerät. Ein Thema das zum Nachdenken anregt und aufregt. Für den Schreibstil und kleine Logikfehler muss ich einen Stern abziehen. Es sollte aber niemanden davon abhalten das Buch zu lesen.

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    Moenas avatar
    Moenavor 4 Jahren
    Über den Elefanten, den niemand sehen will

    »Elefanten sieht man nicht« ist eines dieser Bücher, die mir beim Lesen eine Gänsehaut bereiten, die noch lange über die letzte Seite hinaus anhält. Susan Kreller erzählt eine Geschichte, über die man nur den Kopf schütteln möchte – und die so in diesem Moment direkt nebenan passieren könnte.

    Die Siedlung, in der Maschas Großeltern leben, ist klein, beschaulich und idyllisch. Jeder kennt jeden, jeder weiß alles über jeden – aber manche Dinge spricht man lieber nicht an. Alles, was die Nachbarschaftsidylle aus gepflegten Vorgärten und gemeinsamen Grillfeiern stören könnte, wird ausgeblendet oder schöngeredet. Damit nimmt sich der Roman eines immer wieder aktuellen Themas an. So oft wird in den Medien von Kindern berichtet, die von ihren Eltern schlecht behandelt oder gequält werden, aber von den Nachbarn, die Tür an Tür mit den betreffenden Familien wohnen, will angeblich niemand etwas mitbekommen haben.

    Dieses Verhalten der Erwachsenen muss auch Mascha erleben. Ihre eigene Großmutter spielt alles, was Mascha an Julia und Max beobachtet, herunter und will über das Thema am liebsten gar nichts hören. Sie erklärt Mascha sogar, dass sie sich am besten aus den Angelegenheiten der Brandners heraushalten soll. Auch Maschas Großvater ist keine große Hilfe. Dabei scheint ihm das Schicksal der Kinder gar nicht so egal zu sein, auch wenn er die meiste Zeit dazu schweigt. Da aber von den anderen niemand etwas tut, unternimmt auch er nichts. Nur Mascha ist anders. Sie kann das Unrecht, dass Julia und Max geschieht, nicht einfach so mit ansehen oder absichtlich übersehen. Sie will nichts anderes, als den Geschwistern zu helfen – und wird dafür von den anderen verachtet.

    Mascha ist dreizehn, hat früh ihre Mutter verloren und ihr Vater versinkt in seiner Trauer, weshalb er sie im Sommer zu ihren Großeltern abschiebt. Damit ist es für alle am einfachsten, Mascha als impulsiven und unüberlegt handelnden Teenager abzustempeln, als Ruhestörer in der sonst so sauberen Nachbarschaft. Und dass Mascha den Geschwistern versprechen musste, mit niemandem über ihr Geheimnis zu reden, macht die Situation auch nicht einfacher.

    Beim Lesen war ich hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, Mascha in Schutz zu nehmen, und dem Drang sie zu schütteln, weil das, was sie tut, keine Lösung sein kann. Ich hoffte die ganze Zeit, dass sie zur Vernunft kommen würde, und stellte mir gleichzeitig die Frage: Was hätte sie sonst tun sollen, wenn ihr niemand zuhören will?
    Die Reaktionen der Erwachsenen machten mich genauso wütend wie Mascha, die den Leser als Ich-Erzählerin ihre Gedankengänge miterleben lässt. Sie erzählt in einem einfachen, für eine Dreizehnjährige sehr authentischen Stil und handelt aus dem Bauch heraus. In ihrer Naivität glaubt sie das Richtige zu tun und obwohl man als Leser nur entsetzt den Kopf darüber schütteln kann, muss man ihr doch auch eine ganze Menge Respekt zollen. Immerhin lässt sie sich nicht, wie beispielsweise ihr Großvater, vom Nichtstun der anderen beeinflussen.

    Fazit

    »Elefanten sieht man nicht« erzählt eine bedrückende Geschichte über den Elefanten im Raum, den niemand sehen will, und über den Mut, etwas zu unternehmen, wenn es sonst keiner tut. Das Ende des Romans lässt den Ausgang der Geschichte offen, aber die Botschaft ist deutlich: Wenn sich – aus Angst, Bequemlichkeit oder Scham – niemand traut, das Richtige zu tun, ist es manchmal besser, etwas Falsches zu tun, als gar nichts.

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    HarIequins avatar
    HarIequinvor 5 Jahren
    Bewegender Jugendroman

    "-Oma, die Flecken waren auf dem Bauch!

    - Hör auf Kind, Schluss! Die Brandners würden das nie machen, nie würden die das machen, das sind angesehene Leute!" (Seite 40)

    Wie jedes Jahr ist Mascha über die Sommerferien bei ihren Großeltern. Einsam verbringt sie ihre Mittage auf einem Spielplatz und hört Musik, bis die Geschwister Julia und Max auftauchen. Anfangs sprechen beide kein Wort mit ihr und auch die blauen Flecken auf Julias Bauch kommen Mascha komisch vor. Nach und nach entwickelt sich eine zarte Freundschaft zueinander und als Mascha zufällig durch ein Fenster sieht, was Herr Brandner seinen Kinder antut, beschließt sie sofort zu handeln. Doch wer glaubt schon einem dreizehnjährigen Mädchen, wenn sie einen angesehenen Bürger der kleinen Siedlung solcher Taten beschuldigt? Verzweifelt versucht Masche die Geschwister alleine zu retten und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

    Der Titel spielt auf die englische Redewendung the elephant in the room (= großes Thema, dessen sich jeder bewusst ist, über das aber – aus Angst oder Bequemlichkeit – keiner spricht) an und ist somit perfekt gewählt, denn genau darum geht: Kindesmisshandlung und wie alle darüber wegsehen wollen.

    Mascha ist eine außergewöhnliche junge Protagonistin und egal wie man zu ihrer Entscheidung steht, man muss doch ihren Mut bewundern. Darüber urteilen will ich gar nicht und der Klappentext drückt es für mich perfekt aus: „manchmal ist es besser, etwas Falsches zu tun, als gar nichts.“ Ich musste mir immer wieder vor Augen führen, wie alt Mascha eigentlich ist, denn manchmal kam sie mir sehr erwachsen und manchmal sehr kindlich naiv vor.

    Julia und Max sind wirklich herzzerreißend und man kann nicht anders, als sie in den Arm nehmen und trösten zu wollen.

    Die Reaktionen der Erwachsenen und die ganze Geschichte fand ich ziemlich realistisch dargestellt. Viele ahnen etwas, aber niemand will den ersten Stein werfen, denn es fehlt an Beweisen und die Angst vor Ausgrenzung oder einer Klage ist groß.

    Das Buch ist erschütternd und gewaltig. Es konfrontiert den Lesern mit so vielen Emotionen, von Wut über Trauer über Fassungslosigkeit. Und man fragt sich immer wieder: Würde ich Mascha glauben? Wie würde ich handeln? Meiner Meinung nach hätten dem Buch trotzdem ein paar Seiten mehr gut getan, damit das ganze noch mehr in die Tiefe geht. Trotzdem wird es im Gedächtnis bleiben und auch wenn es als Jugendroman betitelt wird, ist es viel mehr ein Roman für alle Altersklassen.

    Für mich passt „Elefanten sieht man nicht“ rundherum zusammen. Die Thematik der Kindesmisshandlung und auch der Zivilcourage wird gut aufgegriffen und in der Geschichte perfekt umgesetzt.

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    xxxlimosvor 5 Jahren
    Interessant aber mangelhaft

    Das Buch habe ich eigentlich nur wegen dem großartigen Titel gekauft- Elefanten sieht man nicht. Es hat mich sofort neugierig gemacht und bereits auf der ersten Seite kam eine Erklärung zum dazu. Ein wundervolles englisches Sprichwort, dass ich noch nie zuvor gehört habe.

    The elephant in the room- großes Thema, dessen sich jeder bewusst ist, über das aber, aus Angst oder Bequemlichkeit niemand spricht.
    Und genau darum geht es auch in dem Roman. Da ich mich sehr für Tabuthemen und den Umgang mit ihnen interessiere, habe ich mir bereits nach den ersten Kapiteln (die sehr gut waren) viel mehr erwartet. Bevor sie ins blaue Haus gekommen sind hat mir alles gut gefallen. Es gab viele Szenen, die einen zum Nachdenken gebracht haben. Szenen, die einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen wollten. Doch dann war irgendwie die Luft raus. Die Charaktere, aus denen man viel hätte rausholen können, blieben fadenscheinig und das Ende war abrupt, was mich eigentlich bei anderen Romanen nicht sonderlich stört, aber hier hätte man sich dann doch mehr Entwicklung gewünscht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    Mascha bemerkt bei ihrem Besuch bei ihren Großeltern, dass zwei Kinder aus der Nachbarschaft von ihren Eltern geschlagen werden. Doch ihre Großeltern wollen nichts davon wissen, ebenso wie der Rest des Dorfes. Daher nimmt sich Mascha ein Herz und will den beiden Kindern helfen, doch das ist leichter gesagt als getan…

    Schon der Titel „Elefanten sieht man nicht“ macht deutlich, dass es in diesem Buch um ein eher brisantes Thema geht, in diesem Fall um Kindesmisshandlung. Leider passiert das in unserer Gesellschaft noch viel zu häufig, vielleicht auch gerade deshalb weil viele solch schreckliche Taten einfach nicht sehen wollen?

    Titel und Thema geben dem Leser also reichlich zum Nachdenken auf den Weg. Doch auch über Maschas Einschreiten muss man ein wenig nachdenken. Natürlich will sie nur helfen und daher sehe ich sie auch als sehr mutige Person, doch die Mittel zu denen sie greift sind auch nicht die besten.
    Die Situation belastet sie sehr und man merkt, dass sie unbedingt eine gute Lösung finden möchte.

    Während der ganzen Geschichte bleibt sie der Charakter, den der Leser am besten kennenlernt. Von den anderen Charakteren erfährt man fast nur das Nötigste, sodass sie insgesamt alle sehr flach bleiben, was ich ein bisschen schade fand. Ebenso hätte ich mir auch an manch anderer Stelle in dem Buch ein bisschen mehr Tiefe erhofft.

    Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, es regt sehr zum Nachdenken an und ich kann es durchaus weiterempfehlen, allerdings auch erst ab dem Jugendalter, denn für Kinder ist dieses Thema noch nicht wirklich greifbar und ich kann mir gut vorstellen, dass sie nicht wüssten, wie sie damit umgehen sollen.

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    blueberlin49s avatar
    blueberlin49vor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    In einem Wort: "bewegend"

    Inhalt: Mascha ist wie jeden Sommer bei ihren Großeltern zu Besuch und fühlt sich in dem kleinen Kaff einsam und verloren. So richtig weiß sie nichts mit sich anzufangen und sitzt daher öfter auf dem Spielplatz und hört Musik. Eines Tages lernt sie die Geschwister Julia und Max kennen und freundet sich mit ihnen an. Schnell wird ihr aber klar, daß mit den beiden etwas nicht stimmt und als sie nicht zum vereinbarten Zeitpunkt auftauchen begibt sich Mascha zu dem Haus der beiden und macht eine Entdeckung - die Kinder werden misshandelt. Doch niemand in dem Dorf will Mascha glauben und so kommt sie auf eine folgenschwere Idee, um den Kindern zu helfen.

    Meinung: Zunächst einmal muss ich sagen, daß mir sowohl das Cover als auch der Titel des Buches unglaublich gut gefallen. Ohne zu wissen, worum es in dem Buch geht hat man sofort eine bedrückende Situation vor Augen ohne genau zu wissen, was da nun wirklich dahinter steckt. Den Titel empfinde ich als eine absolut gelungene Metapher zu dem Inhalt des Buches.

    Umso bedrückender fand ich dann auch die Situation die sowohl Julia und Max als auch Mascha durchlaufen müssen. Die Situation in der die beiden Kinder stecken ist im Grunde ja schon schlimm genug, doch daß niemand ihnen hilft, obwohl es doch eigentlich alle im Dorf wissen, ist noch viel schlimmer. Die Leute gucken einfach weg, weil es sowas in ihrem Dorf nicht gibt. Die Eltern sind angesehene Bürger und niemand traut ihnen so etwas zu und will auch gar nicht wissen, was in diesem Haus passiert. Es ist viel leichter für sie, wenn sie sich still verhalten und die Leute machen lassen. Denn einen Skandal im eigenen Dorf kann man nicht gebrauchen.

    Einzig Mascha - selbst noch ein Kind - sieht die Wahrheit und fühlt sich verpflichtet zu handeln. Doch niemand will ihr glauben und verteufelt ihre schlechten Ansichten von den doch so angesehenen Mitbürgern. Ich finde, daß was Mascha dann letztentlich macht, überaus mutig, wenn auch etwas dämlich. Aber letztendlich ist sie ja selbst noch ein Kind, was dazu auch noch ohne die Hilfe der Erwachsenen mit dieser schweren Situation zurecht kommen muss.

    Das Buch thematisiert hier - obwohl es sich dabei um ein Jugendbuch handelt - ein großes Problem in unserer Gesellschaft: die bewußte Blindheit vor Misständen. Denn man mischt sich nicht in die Probleme anderer ein und sowas wie Kindesmisshandlung gibt es einfach nicht in der Nachbarschaft. Statt zu helfen, gucken die Menschen weg. Ich finde die Autorin hat diese Thematik in ihrem Debütroman sehr gut - auch sprachlich und stilistisch - umgesetzt. Der Roman regt zum Nachdenken an, ohne zu stark belehrend zu wirken. Mir hat es wirklich gut gefallen und ich kann es wirklich jedem empfehlen.

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    michelauslönnebergavor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    Grün, blau und gelb sind sehr schöne Farben, doch auf dem Körper eines 9-jährigen Mädchens bringen diese Farben Mascha zum weinen. Mascha ist 13; wie jeden Sommer ist sie bei ihren Großeltern zu Besuch und langweilt sich. Auf dem Spielplatz lernt sie Max und Julia kennen. Die Brandnerkinder sind seltsam... irgendwie... sie reden kaum und warum muss Max diese seltsame Wunde auf der Stirn durch seine Haare verdecken?
    Als Mascha zufällig durch ein Fenster entdeckt welches Grauen sich im Haus der Brandners abspielt, beschließt sie zu handeln. Doch keiner der Erwachsenen will ihr helfen. "Das geht uns nichts an", ist ein Satz der Mascha immer wieder ins Gesicht schlägt und sie dazu bringt Julia und Max selbst zu retten. Verstecken, das ist die einzige Lösung, die Mascha für die beiden Kinder sieht. In einem alten Schuppen mitten in einem Feld versucht Mascha die Welt der Kinder zu retten. Ob ihr das gelingt?
    Susan Kreller hat mit ihrem Romandebüt eine unheimlich emotionale und fordernde Geschichte erzählt. Stumm ruft das Buch: "Schau nicht weg!" und entführt den Leser in eine Welt, in der Kinder leider nicht nur an Süßigkeiten und die nächsten großen Ferien denken.
    Der Autorin ist es gelungen ein solch ernstes und schweres Thema so zu verpacken, dass auch Jugendliche sich literarisch damit beschäftigen können. Dieses Buch wird niemanden so schnell loslassen. Versprochen!

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    Lesefee86s avatar
    Lesefee86vor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    Persönliche Zusammnfassung:
    Mascha, die ihre großen Ferien immer bei ihren Großeltern verbringen muss, fühlt sich in dem kleinen Ort alles andere als wohl. Freunde hat sie dort nicht, da es kaum Gleichaltrige gibt und das jeder jeden kennt, macht es auch nicht besser. Zudem wird sie oft als Außenseiterin behandelt, da jeder in dem Ort weiß, wie ihre Mutter starb.
    Doch Mascha flüchtet sich in ihre eigene Welt der Musik und verbringt ihre Zeit auf dem Spielplatz. Eines Tages tauchen dort die Geschwister Julia und Max auf. Beide sprechen kaum ein Wort und das findet Mascha ziemlich komisch. Als sie sich mit Julia aber anfreundet und die großen blauen Flecken auf den Körpern der Kinder durch Zufall entdeckt, weiß sie sie muss ihnen helfen.
    Sie schmiedet einen Plan, der die friedliche Ruhe des Ortes endgültig zerstört.

    "Und als diese Augenblick vorüber war, zog das Mädchen sein Shirt erschrocken wieder herunter und machte die riesigen lilabraunen und gelb geränderten Flecken auf seinem Bauch mit einer einzigen Handbewegung ungeschehen."
    (S. 20, letzter Satz)

    Rezension:
    Dies ist eine Geschichte eines Dorfes, wie es viele auf der Welt gibt. Ein Dorf das seine Ruhe haben möchte, deren Nachbarn friedlich miteinander leben und keine bösen Dinge sehen wollen. Denn in solchen kleinen Orten kommt es oft vor, dass die Augen vor den schlechten Dingen verschlossen werden. Berichtet jemand über etwas Schlimmes, wird es entweder totgeschwiegen, oder derjenige muss mit Verleumdung rechnen.
    So ergeht es auch Mascha, die in ihrer Geschichte auf ihre kindliche Art beschreibt, wie sie dahinter kommt, dass Julias und Max’s Vater die beiden schlägt.
    Ein Tabuthema in dem kleinen Ort, denn immerhin „führt die Familie ein Autohaus“.
    Mascha aber weiß, dass Schlagen falsch ist und klügelt einen Plan aus.
    Als Leser kommt man kaum von diesem Buch los. So eindringlich, naiv und doch voller Mut wie diese Geschichte erzählt wird, fühlt man die Angst und Fragen über die Seiten schwappen. Mascha stellt die Frage aller Fragen und lässt auch den Leser damit nicht kalt: Wie soll man sich verhalten, wenn man so etwas wie schlagende Eltern mitbekommt? Die Betroffenen selbst schweigen meist, da sie sich dafür schämen, auch wenn sie nichts dafür können.
    Sicherlich ist klar, dass so etwas, sollte es entdeckt werden, nicht für sich behalten wird. Doch wie Susan Kreller klar aufzeigt, ist es nicht einfach gehört zu werden, auch wenn man laut die Wahrheit spricht. Schon oft haben Kinder etwas gesagt und es wurde unter den Tisch gekehrt oder als nichtig abgetan, was am Ende zu traurigen Konsequenzen führte. Der Schritt den die junge Protagonistin hier geht und den sie als einzigen Ausweg zu sehen scheint um die beiden Kinder zu retten, bedarf viel Mut, ist aber auch sehr gefährlich.
    In heutigen Zeiten wird zwar eher aufgehorcht wenn ein Kind etwas über körperliche Gewalt sagt, oder ein Kind immer wieder mit blauen Flecken auftaucht, doch heißt dies noch lange nicht, dass etwas gemacht wird.
    Dieses Buch weckt einige Leser sicherlich auf, denn sind es die Kinder die unsere Nachkommen sind und die Welt mit Lachen erfüllen. Vielleicht wird nach dieser und ähnlicher Lektüre jeder Mal genauer hinsehen und die Augen nicht vor dem Schmerz dieser kleinen Menschen verschließen und selbst sehen, wie wichtig es ist ein Kind zu beschützen und gut auswachsen zu lassen. Und auch wenn die Angst ums Einmischen noch so groß ist, sollte jeder abwägen, was dieser nicht nur körperliche Schmerz, bedeutet und was für Folgen so etwas für eine Seele und ein Leben haben können…

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    anushkavor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    Bewegend

    Die 13jährige Mascha verbringt jeden Sommer ihre Ferien bei ihren Großeltern im langweiligen Barenburg. Dieses Jahr trifft sie auf dem Spielplatz die Geschwister Julia und Max Brandner, neun und sieben Jahre alt. Zunächst wundert sie sich über deren merkwürdiges Verhalten. Max ist in sich gekehrt, übergewichtig, aggressiv und wird gehänselt. Mascha wird einiges klar, als sie blaue Flecke und Wunden an den beiden sieht. Als sie sich an Erwachsene wendet und von ihnen abgewiegelt wird, weiß sie sich nicht anders zu helfen. Sie weiß nur, dass sie etwas tun muss und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

    Der Klappentext kündigt bereits an, dass es manchmal besser ist, etwas Falsches zu tun als gar nichts. Und so kommt es dann auch. In ihrer Jugend, Naivität und Hilflosigkeit handelt Mascha einfach und erntet vom Leser Kopfschütteln und Respekt gleichzeitig. Und doch hofft man immer wieder, dass ihr ihr Handeln auch einmal bewusst wird. Gleichzeitig befindet man sich jedoch selbst mit ihr in der Zwickmühle: Ist das nicht besser, als das, was die Kinder zuhause erleben?
    Mir ist dieses Buch unglaublich nah gegangen. Auf knapp 200 Seiten gelingt es der Autorin in ihrem Debütwerk, mich zu fesseln und mir eine wochen- und jahrelange Geschichte überzeugend und gefühlvoll zu vermitteln. Außer an der Perspektive der Protagonistin habe ich an keiner Stelle gemerkt, dass dies eigentlich ein Jugendbuch ist. Überzeugend wird die noch naive Weltsicht von Mascha und ihr Unverständnis über das Verhalten der Erwachsenen geschildert: "Du hast keine Ahnung, was du da sagst! Weißt du, wie peinlich das für uns ist, wenn du so was sagst? [...] Die Brandners würden das nie machen, nie würden die das machen, das sind angesehene Leute" (S. 40). Und auch wenn es zum Ende hin etwas moralisierend wirkt, erinnert mich die Ereigniskette doch an zahllose Beispiele aus der Presse, in denen erst Aktionismus auftritt, wenn das Geschehen an die Öffentlichkeit kommt.
    Auch der Titel und die Metapher(n) gefallen mir. Angelehnt an eine englische Redewendung, in der ein Elefant im Zimmer ein unausgesprochenes Thema bedeutet (S. 7) wird der Titel des Buchs beim Lesen mehr als verständlich. Zudem sind Elefanten als Tiere auch bedeutungsvoll für die Kinder, da Max immer wieder als solcher beschimpft wird und sich gleichzeitig viel Mühe gibt, nicht gesehen zu werden.

    Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost und junge Leser sollten damit nicht allein bleiben. "Elefanten sieht man nicht" ist es wert und gleichzeitig auch notwendig, diskutiert zu werden. Denn auch für mich ist nach dem Lesen nicht klar, wie man hätte richtig handeln können (im Gewissenskonflikt mit einem gegebenen Versprechen und das Alter von Mascha bedenkend) und dies bringt auch Maschas Großvater passend auf den Punkt: "Ich glaube, alles, was man tun kann, ist zwangsläufig ein wenig falsch" (S. 199).

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    SonnenBlumes avatar
    SonnenBlumevor 6 Jahren
    Rezension zu "Elefanten sieht man nicht" von Susan Kreller

    the elephant in the room: großes Thema, dessen sich jeder bewusst ist, über das aber - aus Angst oder Bequemlichkeit - keiner spricht Seite 7

    Mascha verbringt ihre Sommerferien immer bei ihren Großeltern, die in einer kleinen Siedlung am Stadtrand wohnen. Die ganzen zwei Monate, die sie dort ist, verbringt sie meist alleine, denn so richtig gehört sie nicht dazu, die Kinder wollen nichts mit ihr zu tun haben und die, die etwas mit ihr zu tun haben wollen, sind mindestens fünfmal so alt wie sie und tragen bereits die Dritten. Doch an einem Tag, wie jedem anderen, an dem Mascha auf dem Spielplatz sitzt und die Lieder von Leonard Cohen hört, lernt sie Julia und Max kennen. Den stillen, dicklichen Max und die schweigsame Julia. Anfangs reden sie nicht viel miteinander und die Geschwister erscheinen Mascha komisch, aber dennoch fällt ihr auf, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Als sie dann schreckliche blaue Flecken und Verletzungen bei den beiden entdeckt wird ihr klar, dass hinter den geschlossenen Gardinen des Hauses der Brandners etwas Schreckliches vorgeht ...

    Das Zitat am Anfang stimmt einen perfekt auf das Buch ein, denn es geht genau um diese eine Sache: Ein riesengroßes Thema, über das sich keiner zu sprechen traut, weil es ja bedeuten würden, man müsse sich mit einer Sache beschäftigen, die eventuell unbequem werden könnte.
    Kindesmissbrauch ist in meinen Augen ein sehr heikles Thema, das viel Feingefühl erfordert. Der Stil des Buches ist sehr einfach gehalten, sprachlich wurde nicht mit viel Schnickschnack aufgewartet, was es zu sagen galt, wurde gesagt. Die Hemmschwelle der Gesellschaft wurde sehr gut veranschaulicht - niemand will damit etwas zu tun haben, es könnte ja bedeuten, dass man in die Sache hineingezogen wird. Lieber sieht man zu, tuschelt und vermutet weiter. Mascha wirbelt die ganze Siedlung ein bisschen auf, was ich sehr mutig finde. Mich persönlich regt es unglaublich auf, wenn weggeschaut wird. Die Kinder KÖNNEN sich nicht wehren! Warum schauen die Menschen dann weg? Es gibt Wege, Betroffenen zu helfen, nur wegschauen, das ist das Schlimmste überhaupt.
    Mascha hat nicht weggeschaut, aber ihr wurde nicht zugehört, als sie sich Hilfe suchte. Also hat sie selbst gehandelt und sich damit noch mehr Probleme eingehandelt.
    Was mich störte, war die Art und Weise, wie wörtliche Reden eingebaut wurden. Dieser Dialog war zwar schnell zu lesen, wirkte aber überaus flach und unwirklich. Was mir noch fehlte, waren Gefühle. Es wurde zwar hin und wieder dazwischengeschoben, dass Mascha, Julia, Max, wer auch immer, wütend war, traurig oder lachte, aber so richtig sprang der Funke nicht zu mir über. Ich hatte nie das Bedürfnis mitzuweinen, mitzulachen oder mitzutoben, was ich schade fand.
    Zeitweise schien mir Mascha auch sehr reif zu sein, weiterzudenken und gute Lösungen zu finden, aber dann war sie wieder fürchterlich kindlich für ihre 13 Jahre. Dennoch finde ich es unglaublich mutig von ihr, dass sie etwas ändern will, so sollte es nämlich auch sein.
    Trotzdem mich das Buch betroffen gemacht hat, hat es mich nicht beeindruckt. Es ist kein totaler Flop, aber ich wurde es zu diesem Thema auch nicht unbedingt weiterempfehlen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Bei mir bahnt sich gerade eine kleine Leseflaute an, nachdem ich in den letzten Wochen eigentlich recht viel gelesen habe. Deshalb würde ich gern mal etwas ausprobieren - es wäre ganz toll, wenn der erste, der das hier liest (wirklich nur der erste) ein Buch von meinen noch ungelesenen Büchern nennt, das er ganz toll fand. Das möchte ich dann direkt als nächstes lesen. Ich möchte erstmal wirklich nur eine Empfehlung, denn wenn es ganz viele werden, kommt wieder das Problem, dass ich mich nicht entscheiden kann ;-) Vielleicht kennt das der ein oder andere von euch. Sollte es ein Buch sein, das ich z.B. gerade verliehen habe, sage ich noch mal Bescheid.

    So, jetzt bin ich echt gespannt, wer zuerst einen Buchtipp hat und wie mir das Buch dann gefällt. Ich berichte dann hier. Sollte es gut klappen, frage ich danach hier vielleicht wieder nach einem Tipp.

    Meine ungelesenen Bücher findet ihr übrigens hier:
    http://www.lovelybooks.de/bibliothek/Daniliesing/ungelesen/

    Bisher gelesen:

    1. Der Schatten des Windes (empfohlen von SueMei) - 3 Sterne
    2. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (empfohlen von Mone80) - 3 Sterne
    3. Deine Seele in mir (empfohlen von LeseJulia) - 4 Sterne
    4. Saeculum (empfohlen von Annilane) - 5 Sterne
    5. The Homelanders - Stunde Null (empfohlen von Buchrättin) - 3 Sterne
    6. Zirkel von Sara B. Elfgren (empfohlen von Annilane) - 4 Sterne
    7. Davon, frei zu sein von Meg Rosoff (empfohlen von fireez) - 4 Sterne
    8. Liebe unter Fischen von René Freund (empfohlen von britta70) - 4 Sterne
    9. Elefanten sieht man nicht von Susan Kreller (empfohlen von Madam Swann) - 5 Sterne

    Ich lese gerade:

    Zum Thema
    SusanKrellers avatar
    Wie eröffnet man eine Leserunde? Schlägt man mit einem Löffel vornehm gegen ein Weinglas, räuspert man sich, entkorkt man virtuos eine Flasche Sekt? Ich weiß es nicht - und eröffne die Leserunde zu meinem Jugendbuch "Elefanten sieht man nicht" ganz schlicht, nämlich einfach so. Hiermit. In meinem Buch geht es um die 13jährige Mascha, die die Sommerferien bei ihren Großeltern verbringt - in einer penibel gepflegten Siedlung mit einwandfreien Vorgärten und harmonischem Rasenmäher-Singsang. Völlig ausgeschlossen, dass an so einem Ort Schlimmes geschehen könnte. Aber dann lernt Mascha die Kinder Julia und Max kennen und erfährt, dass es eben doch sein kann. Denn Julia und Max werden vom Vater misshandelt. Mascha versucht mit einigen Erwachsenen darüber zu reden, bittet sie um Hilfe. Doch vergebens, keiner hört ihr richtig zu. Schließlich ergreift Mascha eine verzweifelte und nicht ganz handelsübliche Rettungsmaßnahme. Der Carlsen-Verlag stellt 25 Exemplare des Buches zur Verfügung, um die Ihr Euch ab sofort (nun ja: ab dem 20.2.) bewerben könnt - vielleicht mit ein paar Worten darüber, welche Assoziationen der Titel "Elefanten sieht man nicht" bei Euch weckt. Ich freue mich auf die Leserunde!
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    Letzter Beitrag von  kolokelevor 6 Jahren
    Nun endlich auch meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Susan-Kreller/Elefanten-sieht-man-nicht-864009706-w/rezension-930211098/ Mascha verbringt ihre Sommer immer bei ihren Großeltern, seitdem ihre Mutter gestorben ist. Ihr Vater braucht dann Zeit für sich und so bestehen ihre Sommer aus der Zeit in einer ruhigen Wohnsiedlung, wo jeder jeden kennt und alles seinen Gang geht, inklusive Klatsch&Tratsch. So wirklich Anschluss findet sie nicht, bis sie eines Tages auf Max und Julia trifft. Auf dem Spielplatz kommt sie mit Julia, der großen Schwester von Max ins Gespräch, dabei ist Julia selbst erst 9 (Mascha übrigens 13). Max ist etwas seltsam und bei Julia entdeckt Mascha blaue Flecken am Bauch, die sie stutzig werden lassen. Als sie auch noch zufälluig entdeckt, dass Max eines Tages von seinem Vater heftig geschubst wird und ihr Julias Anblick dabei zusätzlich ein ungutes Gefühl macht, ist klar, dass da etwas nicht stimmt. Doch, was tun? Alle Erwachsenen, einschließlich der Polizei, schauen weg, hören nicht zu oder wollen sowieso nichts davon wissen. Kann ja auch nicht sein, in so einer Siedlung, wo alles seinen Gang geht. Man kennt sich schließlich. Also beschließt Mascha zu handeln, sie nimmt die beiden Kinder und sperrt sie weg, erzählt ihnen, das ist so mit den Eltern abgesprochen. Eine gute Idee? Wie das ganze ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Das Buch liest sich leicht, dabei ist die Sprache aber trotzdem nicht zu einfach. Es soll vor allem Jugendliche ansprechen, ob es das tut, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, es könnte schon den richtigen Nerv treffen. Die Botschaft, wie ich sie verstanden habe, ist: lieber etwas tun, was vielleicht nicht ganz so zielführend ist, vielleicht auch verrückt oder gar unklug, als die Hände in den Schoss zu legen und wegzuschauen, denn das tun schon genug. Einziges Manko ist, dass die Altersstruktur der Personen manchmal etwas durcheinander gerät, da wirkt Julia älter als Mascha, das ist nicht ganz stimmig. Ansonsten ist das Buch wirklich gelungen und vor allem die Umschlag-, sowie Buchgestaltung verdient ein Extralob.
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