Susan Sontag

 4 Sterne bei 79 Bewertungen
Autorin von The Doors und Dostojewski, Über Fotografie und weiteren Büchern.

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Susan SontagThe Doors und Dostojewski
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The Doors und Dostojewski
The Doors und Dostojewski
 (15)
Erschienen am 11.01.2016
Susan SontagÜber Fotografie
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Über Fotografie
Über Fotografie
 (14)
Erschienen am 11.02.2010
Susan SontagDas Leiden anderer betrachten
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Das Leiden anderer betrachten
Das Leiden anderer betrachten
 (12)
Erschienen am 01.08.2005
Susan SontagIn Amerika
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In Amerika
In Amerika
 (6)
Erschienen am 01.04.2005
Susan SontagWorauf es ankommt
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Worauf es ankommt
Worauf es ankommt
 (3)
Erschienen am 01.03.2007
Susan SontagKunst und Antikunst
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Kunst und Antikunst
Kunst und Antikunst
 (3)
Erschienen am 13.05.2009
Susan SontagDer Wohltäter
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Der Wohltäter
Der Wohltäter
 (3)
Erschienen am 01.02.1993
Susan SontagDer Liebhaber des Vulkans
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Der Liebhaber des Vulkans
Der Liebhaber des Vulkans
 (4)
Erschienen am 01.02.1996

Neue Rezensionen zu Susan Sontag

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ladyhopelesss avatar

Rezension zu "The Doors und Dostojewski" von Susan Sontag

Von einer, die dachte.
ladyhopelessvor 4 Jahren

Susan Sontag – The Doors und Dostojewski
Susan Sontag ist drei Jahre alt, als sie lesen lernt. Mit sechs liest sie die Biografie von Madame Curie – das erste Buch, das sie wirklich fasziniert, wie sie sagt. Sie liest alles, was zu Hause so rumliegt. Mit dreizehn sind es Mann, Gide, Eliot, Kafka. Mit vierzehn trifft sie sich mit Thomas Mann, um mit ihm über den Zauberberg zu diskutieren. 1950 heiratet sie mit 17 den Soziologen Philip Rieff. Mit 19 bringt sie ihren Sohn David zur Welt. 1958 lässt sie sich scheiden und geht nach Paris. Fortan nennt sie zwei Städte ihr Zuhause – New York und Paris. Sie publiziert, schreibt Romane, inszeniert Stücke, dreht Filme, reist, um davon zu berichten. Unter anderem 1968 nach Hanoi. Das Leben einer Hochbegabten auf der intellektuellen Überholspur. Sie lebt, um zu denken – denkt, um zu leben - meint man, wenn man beginnt, sich mit ihrem Leben und ihrem Werk auseinander zu setzen. Sie ist regelrecht bildungssüchtig und sie scheut sich nicht, eine Meinung zu haben und sie zu vertreten. Auch wenn diese kontrovers ist oder im Widerspruch zu früher geäußerten Gedanken steht. Sie entwickelt sich weiter. Sie gestattet sich Perspektivwechsel. Ebenso wie sie sich gestattet, Kafka zu lieben und zu Bill Hailey zu tanzen. 

Als ich das erste Mal in “The Doors und Dostojewski” reinschnupperte, war mir Susan Sontag natürlich ein Begriff - als Autorin per se – aber, wenn ich ehrlich bin, eher als Lebenspartnerin der Fotografin Annie Leibovitz. Über Sontags Werk, ihr Leben, ihre Rolle als streitbare Intellektuelle der amerikanischen Gesellschaft wusste ich so gut wie nichts. Doch nach wenigen Sätzen war klar, dass dieses schmale Buch für mich Pflichtlektüre sein würde. Themen wie Musik, Literatur, Fotografie, Ästhetik, Moral, Ideologie und vieles mehr griffen Jonathan Cott und Susan Sontag auf, als sie sich im Jahre 1978 zweimal für ein Interview trafen, das Cott im Auftrag des Rolling Stone führen sollte. Für den ersten Teil kamen die beiden in Paris zusammen. Nach drei Stunden brach Sontag das Gespräch ab, da sie noch verabredet war, doch bat sie Cott, sie doch bald in New York zu treffen, da sie noch einiges zu sagen hätte. Sontag mochte Interviews. Diese Art des Dialogs lag ihr, denn auch aus dem Austausch bezog sie Inspiration. Und so sahen sie und Cott sich im November 78 wieder und redeten bis spät in den Abend. Am Ende wurde 1979 ein Drittel dieses Gesprächs im Rolling Stone veröffentlicht und 2014, zehn Jahre nach dem Tod Susan Sontags, erscheint das ungekürzte Interview - man möchte sagen „Endlich!“ - auch auf Deutsch. 

„The Doors und Dostojewski“ ist der perfekte Einstieg, um sich mit Susan Sontag und ihrem Werk in einem ersten Schritt vertraut zu machen. Sie schaffte es, eine Brücke zwischen Hoch- und Popkultur zu bauen. Sie extrahierte aus ihrem persönlichen Lebensweg so allgemeingültige Erkenntnisse, dass sie jenseits der persönlichen Betroffenheit neue Perspektiven boten - insbesondere, wenn man an ihre Essays „Krankheit als Metapher“ oder „Über Fotografie“ denkt. Beide Werke entstanden Mitte der siebziger Jahre und bilden den Gesprächsschwerpunkt im Interview. Sontag schrieb sie in einer Zeit, als sie den Krebs das erste Mal in ihrem Leben bekämpfen musste. Als sie sich mit Cott traf, hatte sie den Krebs so gut wie besiegt, dennoch war sie nach wie vor in Behandlung. Die Unmittelbarkeit dieser Erfahrung wird im Gespräch immer wieder spürbar, jedoch wirkt Sontag dabei distanziert, beobachtend und man beginnt zu ahnen, wie sehr sie vom Akt des Denkens durchdrungen ist - immer auf der Suche nach Zusammenhängen und neuen Erkenntnissen, egal in welcher Situation.

Meine persönliche Erkenntnis nach der Lektüre dieses Buches: Für mich bleibt Sontag auch zehn Jahre nach ihrem Tod ein faszinierender Charakter. Ihre Äußerungen sind auch 36 Jahre nach ihrem Gespräch mit Jonathan Cott noch immer von bestechender Logik, eingefühlt, differenziert und reflektiert. Susan Sontag war eine hochintelligente Persönlichkeit, die das Leben einer Gelehrten lebte, und dennoch greifbar blieb - weit davon entfernt, in einem Elfenbeinturm über den Dingen zu schweben. Und ihre Gedanken sind auch nach so vielen Jahren kein bisschen unmodern.



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Rezension zu "Der Wohltäter" von Susan Sontag

cgfdgthzjr
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

 

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Sokratess avatar

Rezension zu "Das Leiden anderer betrachten" von Susan Sontag

Rezension zu "Das Leiden anderer betrachten" von Susan Sontag
Sokratesvor 7 Jahren

Susan Sontag beginnt mit ihrem Anti-Kriegs-Essay Das Leiden anderer betrachten nicht ohne Grund mit einem Verweis auf Virginia Woolf, die bereits 1936 in Drei Guineen auf die brachiale Wirkung von Kriegsfotographie hingewiesen hat. Allerdings noch unter einem anderen Gesichtspunkt: Woolf war (noch) der Ansicht, Kriegsfotographie habe einzig die Aufgabe, gerade gegen den Krieg und seine Folgen aufmerksam zu machen; die Folge solcher Fotos sollte eine wachsende Überzeugung des Betrachters sein, den Krieg in seiner Gänze abzulehnen.
Entgegen Sontags ursprünglicher Meinung, dass vielerorts gezeigte Bilder den Menschen mit der Zeit abstumpfen würden, revidierte sie in Das Leid anderer betrachten diese Annahme. Stattdessen vertritt sie jetzt wieder die Meinung, dass die ständige Wiederkehr aktueller Kriegsfotographie genau den gegenteiligen Effekt beim Betrachter haben würde.
Inwieweit man Susan Sontag bei ihrer Meinung folgt, sei dahingestellt; diskussionswürdig ist ihre Position allemal. Unabhängig jedoch von einer individuellen Meinung beim Autor ist Sontags Essay meines Erachtens ein absolutes Muss für jeden, der sich für Kriegsfotographie, aktueller Politik, Soziologie, Kulturgeschichte und Philosophie beschäftigt. Heute mehr denn je kursieren Fotos mit zum Teil extremen Themen die Tageszeitungen oder werden als World Press Foto gekürt; die auf dieser Jahresausstellung zu sehenden Bilder sind oft an der Schmerzgrenze dessen, was man ertragen kann. Fotographie ist gerade in Zeiten des Internets noch wichtiger geworden: war früher in Zeitungen der Platz für Fotos begrenzt, ermöglicht das Internet heute eine scheinbar unbegrenzte Möglichkeit der Publikation; ganze Bildstrecken können problemlos veröffentlicht werden. Die Masse an bewegenden Bildern steigt also zunehmend. Doch anstatt den Betrachter zur Umkehr in der Politik aufzufordern, scheinen sich die weltweiten Konflikte zu häufen. Neben einem überzeugenden und hochaktuellen Essay der Amerikanerin Susan Sontag bleibt dennoch die grundsätzliche Frage: stumpfen Menschen nicht doch zusehends ab, je mehr Leiden der anderen sie betrachten?

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Zusätzliche Informationen

Susan Sontag wurde am 16. Januar 1933 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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von 8 Lesern aktuell gelesen

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