Susan Sontag Das Leiden anderer betrachten

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Inhaltsangabe zu „Das Leiden anderer betrachten“ von Susan Sontag

25 Jahre nach ihrem berühmten Essay 'Über Fotografie' beschäftigt sich die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels mit dem entsetzlich aktuellen Thema der Kriegsfotografie. Sie rekapituliert deren historische Entwicklung vom Spanischen Bürgerkrieg bis Afghanistan, beschreibt die unvergesslichen Bilder bedeutender Fotografen und stellt die zentrale Frage: Was löst der Anblick eines leidenden Menschen im Betrachter aus?

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  • Rezension zu "Das Leiden anderer betrachten" von Susan Sontag

    Das Leiden anderer betrachten

    Sokrates

    10. September 2011 um 19:30

    Susan Sontag beginnt mit ihrem Anti-Kriegs-Essay Das Leiden anderer betrachten nicht ohne Grund mit einem Verweis auf Virginia Woolf, die bereits 1936 in Drei Guineen auf die brachiale Wirkung von Kriegsfotographie hingewiesen hat. Allerdings noch unter einem anderen Gesichtspunkt: Woolf war (noch) der Ansicht, Kriegsfotographie habe einzig die Aufgabe, gerade gegen den Krieg und seine Folgen aufmerksam zu machen; die Folge solcher Fotos sollte eine wachsende Überzeugung des Betrachters sein, den Krieg in seiner Gänze abzulehnen. Entgegen Sontags ursprünglicher Meinung, dass vielerorts gezeigte Bilder den Menschen mit der Zeit abstumpfen würden, revidierte sie in Das Leid anderer betrachten diese Annahme. Stattdessen vertritt sie jetzt wieder die Meinung, dass die ständige Wiederkehr aktueller Kriegsfotographie genau den gegenteiligen Effekt beim Betrachter haben würde. Inwieweit man Susan Sontag bei ihrer Meinung folgt, sei dahingestellt; diskussionswürdig ist ihre Position allemal. Unabhängig jedoch von einer individuellen Meinung beim Autor ist Sontags Essay meines Erachtens ein absolutes Muss für jeden, der sich für Kriegsfotographie, aktueller Politik, Soziologie, Kulturgeschichte und Philosophie beschäftigt. Heute mehr denn je kursieren Fotos mit zum Teil extremen Themen die Tageszeitungen oder werden als World Press Foto gekürt; die auf dieser Jahresausstellung zu sehenden Bilder sind oft an der Schmerzgrenze dessen, was man ertragen kann. Fotographie ist gerade in Zeiten des Internets noch wichtiger geworden: war früher in Zeitungen der Platz für Fotos begrenzt, ermöglicht das Internet heute eine scheinbar unbegrenzte Möglichkeit der Publikation; ganze Bildstrecken können problemlos veröffentlicht werden. Die Masse an bewegenden Bildern steigt also zunehmend. Doch anstatt den Betrachter zur Umkehr in der Politik aufzufordern, scheinen sich die weltweiten Konflikte zu häufen. Neben einem überzeugenden und hochaktuellen Essay der Amerikanerin Susan Sontag bleibt dennoch die grundsätzliche Frage: stumpfen Menschen nicht doch zusehends ab, je mehr Leiden der anderen sie betrachten?

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  • Rezension zu "Das Leiden anderer betrachten" von Reinhard Kaiser

    Das Leiden anderer betrachten

    Schwedenfrau

    05. December 2008 um 09:41

    Sicher, der Schreibstil von Sontag ist schwierig. Man liest eindeutig heraus, dass sie ein grenzenloses Wissen hat und daraus viele kleine Anspielungen in ihrem Text zu finden sind, sie man nicht gleich beim ersten Lesen ergründen kann. Doch das Buch zeigt, wie intensiv sich Sontag mit der Wirkung der Fotografie auseinandersetzt. Dieses Werk ist als eine Weiterführung von "Über Fotografie" zu sehen. Warum es sich lohnt, es zu lesen: Sontag erklärt anschaulich, warum Kriegsfotografie so faszinierend oder ästhetisch wirken können, obwohl es Leid zeigt und warum Menschen dies sehen wollen

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