Susan Spencer-Wendel , Bret Witter Bevor ich gehe

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Inhaltsangabe zu „Bevor ich gehe“ von Susan Spencer-Wendel

»Ich bin zu beschäftigt mit dem Leben, um mir über das Sterben Gedanken zu machen.« Susan Spencer-Wendel Sie weiß, dass sie bald sterben wird. Doch die tödliche Krankheit, die ihren Körper zerstört, kann ihrem Willen nichts anhaben: Susan Spencer-Wendel ist entschlossen, jeden Tag, der ihr bleibt, zu nutzen, um ihren Freunden, ihrem Mann, vor allem aber ihren drei Kindern einen Schatz schöner, gemeinsamer Erinnerungen zu hinterlassen. Also begibt sie sich mit ihnen auf Reisen … – ihr bewegendes Buch lehrt uns, das Leben auszukosten, so kurz es auch sein mag. Die Krankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose) führt durch Schädigung der Nervenzellen innerhalb weniger Jahre zu Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen, dann der Schluck- und Atemmuskulatur, schließlich zum Tod. Als Susan Spencer-Wendel, Gerichtsreporterin und Mutter dreier Kinder, mit 44 Jahren von ihrer Erkrankung erfährt, beschließt sie, zu reisen und darüber ein Buch zu schreiben – ein Wettlauf mit der Zeit. Sie fährt mit einer Freundin nach Kanada, um die berühmten Nordlichter zu sehen, und mit ihrem Mann nach Budapest, wo sie die ersten Jahre ihrer Ehe verbrachten. Mit ihrer 14-jährigen Tochter besucht sie in New York den berühmten Brautausstatter Kleinfeld – denn wenn Marina einmal heiratet, wird Susan nicht mehr dabei sein. Diese Geschichte mag tieftraurig sein, doch es ist nicht Susan Spencer-Wendels Absicht, uns das Herz zu brechen. Sie erinnert uns vielmehr daran, was angesichts unserer Sterblichkeit wirklich zählt: das Leben an jedem einzelnen Tag zu lieben.

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    Bevor ich gehe
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. June 2013 um 13:47

      Gut, dass Susan Spencer-Wendel zu dem Zeitpunkt, als ihre Diagnose in den Raum trat, vielfache Erfahrungen als Journalistin bereits gesammelt hatte. Ihr Umgang mit der Diagnose der tödlichen Krankheit ALS, die dem Patienten ein relativ klares Bild seiner nur mehr sehr beschränkten Lebenserwartung ebenso vor Augen führt, wie den bekannten lähmenden Verlauf der Krankheit bis hin zum Atemstillstand hin wird so sprachlich sehr eindrücklich und fassbar im Buch vor Augen geführt.   Natürlich löste diese Diagnose einen Schock aus, natürlich standen alle diese Phasen von Verzweiflung, Anklage, Resignation im Raum. Susan Spencer-Wendel aber ist eine Besinnung der ganz besonderen Art gelungen. Und ein tiefes, im Buch deutlich spürbares Wertbewusstsein für die kostbare Zeit des Lebens. Bei aller Trauer, bei allem innerem Abschied, den sie im Buch ebenso ungeschminkt in Worte fasst.   Eine Zeit des Abschieds vom Leben, die allerdings in so kraftvoller, guter und schöpfender Weise von ihr gestaltet wird, dass der Leser nichts anders als einerseits Respekt vor der Person und eine eigene, tiefe Nachdenklichkeit über das „Nutzen der Zeit“ empfindet. Denn letztendlich, auch wenn für Spencer-Wendel eine nun sehr konkrete Perspektive vor Augen steht, beschränkt ist aller Menschen Lebenszeit und kostbar jeder Moment. Daran erinnert zu werden, allein das lohnt bereits die Lektüre des Buches.   Das Freimachen von dem, was abhält, das war der erste Schritt nach dem Entschluss, den „Rest vom Leben“ tief und gefüllt zu leben. Mit den Ihren, mit Mann und Kindern, Freunden und Familie. Der Entschluss, „Spuren“ zu setzen und lebendige Eindrücke über das eigene, vergehende Leben hinaus für die Ihren zu erhalten.   „Mit Freude zu leben“. Das ist, was Susan Spencer-Wendel in ihrer Krankheit, nach der Diagnose und einer Zeit der Besinnung auf sich selbst auf den Weg bringt. Und das nicht nur, um den Ihren eine „unbeschwerte“ Zeit noch zu ermöglichen (auch wenn dies ein wichtiges Moment ihrer Besinnung war), sondern natürlich auch, um für sich selbst das Schöne des Lebens, die Liebe, die Gemeinschaft, das Gemeinsame zu erleben, die Reisen, der Genuss der Vielfalt Welt noch mehr und klarer und intensiver in ihr Leben zu bringen.   Eine mutige Haltung, eine starke Person. In aller Beschwernis, die Spencer-Wendel keine Sekunde verharmlost oder an den Rand schiebt.   „Aber ich weinte, als Marina sich in dem dunklen Theatersaal zu mir lehnte und bei einem Lied ...... mitsang“   „Und es kann sein, dass wir uns niemals wiedersehen in diesem Leben“ ist der Text dieses Liedes aus „Wicked“.   Vieles erhält eine ganz andere Bedeutung im Licht des Sterbens, das vor allem transportiert dieses emotional dichte Buch. Wenn im Gesellschaftsspiel die Frage auftaucht „Wo willst Du begraben sein“ und der Sohn, dieser „mein Sohn mit der alten Seele“ sofort sagt: „bei meinen Eltern“. Dann taucht dies tief ein in die Emotionen der Beteiligten.   Viele Tränen fließen bei der Autorin und daneben steht immer und immer wieder die Lust am Leben, die Freude am Erleben und die Liebe zu den Kindern und den Ihren. Ein Buch, das nicht unberührt lassen kann und den Weg für den eigentlichen Wert des Lebens unaufdringlich aufzeigt. Es jeden Tag zu leben und es gefüllt zu leben.   „Mir bleibt das Heute. Noch bin ich hier. Noch habe ich viel zu geben“. Auch wenn sich Susan Spencer-Wendel späterhin nicht mehr bewegen kann, noch war sie da.

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