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Buecherengel

vor 5 Jahren

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Leseprobe
" Der Junge erreichte den Ortsrand in der Abenddämmerung eines Wintertages. Auch wenn noch kein Schnee gefallen war, lag eine erbarmungslose Kälte in der Luft, die Feldern und Wäldern jegliches Leben und alle Farbe auslaugte. "


Inhalt
Nichts könnte magischer sein als Weihnachten am Willow Lake.Es gibt wohl niemanden auf der Welt, der Weihnachten so sehr liebt wie Maureen Davenport. Deshalb ist die allein stehende Bibliothekarin auch überglücklich, dass sie dieses Jahr endlich das große Krippenspiel an Heiligabend organisieren darf. Leider wird ihr aber Eddie Haven zur Seite gestellt, der größte Weihnachtszyniker der Welt. Über jede Kleinigkeit muss sie stundenlang mit ihm streiten. Doch dann erhält Maureen eine Nachricht, die ihre Welt auf den Kopf stellt: Die Bibliothek, die sie leitet, soll geschlossen werden! Jetzt kann ihr nur noch ein Wunder helfen nie hätte sie damit gerechnet, dass ihr Weihnachtsengel ausgerechnet der Mann ist, der dieses Fest überhaupt nicht leiden kann!


Unterhaltungsgrad
Und wieder hat mich das Weihnachtsfieber gepackt. Der Homepage von Susan Wiggs zufolge ist dieser Roman der sechste Besuch am Willow Lake bei den Bellamys & Co. Die „Lakeshore Chronicles“ umfassen derzeit im Englischen wie im Deutschen neun Bände. Doch es hat keinen Abstrich bedeutet, dass ich bis dato noch keinen Vorgänger des Romans gelesen habe, denn alles ist in sich geschlossen und der Roman kann auch als Einzelband gelesen werden.

Susan Wiggs schickt mit Maureen Davenport und Eddie Haven zwei völlig unterschiedliche Charaktere ins Rennen. Maureen ist die gute Seele und erfüllt jedes Klischee der typischen mustergültigen Bibliothekarin. So ist es der Autorin recht einfach gelungen dem Leser ein Bild in den Kopf zu zaubern: optisch eher die graue Maus mit Nasenfahrrad, streng zu einem Dude gerichtete Haaren und natürlich die obligatorischen Tweed-Kostüme. Einfach durch und durch eine "Bücher-Tante", die - natürlich, wie könnte es anders sein - altjüngferlich und spröde ist. Trotzdem ist Maureen nicht auf den Mund gefallen und lässt doch einige Male die pedantische Oberzicke raushängen.

Als gegenstätzlichstes Pendant tritt Eddie ins Rampenlicht. Er war mit sechs Jahren ein Kinderstar und selbst jetzt noch hat er - zu seinem Leidwesen - eine großen Fangemeinschaft, die ihn verehrt. Nach außen hin gibt er sich als den zynischen und obercoolen Weihnachtshasser, doch wie man weiß hat jede harte Schale einen weichen Kern.

Die Charaktere - Haupt- wie Neben-, sind wirklich alle sehr herzlich und man fühlt sich direkt in die gemeinschaftliche Wärme der Gemeinde Avalon's mit integriert. Susan Wiggs hat mit Maureen und Eddie zwei außergewöhnlich sympathische Hauptfiguren erschaffen und auch ihr Schreibstil ist entspannend zu lesen. Er ist nicht phänomenal fesselnd, aber er lädt zum Träumen in der weihnachtlichen Zeit ein.


Nervenkitzel
Persönlich fande ich, dass die Handlung eher so dahin plätscherte. Sie hatte ihre Höhen und Tiefen und auch zaubert sie den Leser in gewisser Weise in ihren Bann. Doch in Sachen Liebe schlägt Wiggs eher leise und sanfte Töne an und lässt den Dingen ihren ruhigen Lauf. Hier hat sie meiner Meinung nach nicht ihr gesamtes Potenzial ausgeschöpft.

Die Liebe zwischen Maureen und Eddie spielt auch eher eine Nebenrolle, denn das Hauptaugenmerk liegt auf dem bevorstehenden Verlust der Stadtbibliothek und die Organisation des alljährlichen Weihnachtskrippenspiels. Hier hätte Wiggs für mich persönlich einen Gang höher schalten können und auch das Ende bzw. die Auflösung kam mir etwas zu abrupt und nicht wirklich passend - weder in puncto Geschwindigkeit noch in der Art.

Auch fande ich den Subplot umd Daisy Bellamy und ihren Sohn Charlie eher unpassend, denn es wird gar nicht aufgelöst, wie es hier endet. Nach der Homepage zufolge ist im Englischen Daisy erst im achten Teil mit ihrem Happy End dran. So würden hier ihre eigenen Sequenzen hineinpassen und einen Vorgeschmack auf ihr Leben geben. Doch laut Amazon hat Daisy in der deutschsprachigen Reihe bereits im Vorgängerroman ihre Geschichte mit Happy End bekommen. So waren ihre dazwischen geschobenen Szenen eher unnötig und sogar etwas störend. Wirklich schade, dass hier in der deutschen Übersetzung so gepfuscht wurde!


Abschlussworte
Eine nette kleine "Sonntags"-Lektüre, die zum kuscheligen Lesen an Wintertagen entführt. Mit diesem Roman kann man sich auf liebliche Weise in die eigene Advents- und Weihnachtszeit einstimmen. "Weihnachtsengel gibt es doch" kann ich jedem Liebesroman-Fan empfehlen, denn es ist ein hübsches Büchlein für zwischendurch und für die jetzige Jahreszeit einfach perfekt.

Autor: Susan Wiggs
Buch: Weihnachtsengel gibt es doch
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