Susann Pásztor

 4 Sterne bei 425 Bewertungen

Lebenslauf

Susann Pásztor wurde 1957 geboren und hat Kunst und Pädagogik studiert. Anschließend arbeitete sie viele Jahre als Kinderbuchillustratorin, bevor sie begann auch die Geschichten dazu selbst zu schreiben. Seit 1991 ist sie als freie Journalistin, Autorin, Texterin und Übersetzerin tätig. Ihr erster Roman »Ein fabelhafter Lügner« ist im Hanser Verlag erschienen.

Alle Bücher von Susann Pásztor

Cover des Buches Die Geschichte von Kat und Easy (ISBN: 9783462003642)

Die Geschichte von Kat und Easy

 (140)
Erschienen am 17.08.2022
Cover des Buches Ein fabelhafter Lügner (ISBN: 9783462043105)

Ein fabelhafter Lügner

 (47)
Erschienen am 13.03.2011
Cover des Buches Ich höre was, das du nicht sagst (ISBN: 9783955710668)

Ich höre was, das du nicht sagst

 (1)
Erschienen am 22.01.2012
Cover des Buches Mach doch, was du willst (ISBN: 9783873878532)

Mach doch, was du willst

 (0)
Erschienen am 22.01.2012
Cover des Buches Die Geschichte von Kat und Easy (ISBN: 9783839818718)

Die Geschichte von Kat und Easy

 (13)
Erschienen am 25.05.2021

Neue Rezensionen zu Susann Pásztor

Cover des Buches Ein fabelhafter Lügner (ISBN: 9783462043105)
Wortklaubers avatar

Rezension zu "Ein fabelhafter Lügner" von Susann Pásztor

Eine Vatersuche
Wortklaubervor 8 Monaten

Im Prolog begegnet man Joschi, dem „fabelhaften Lügner“, just da, als der seinem Leben ein Ende setzen will. Zu diesem Zweck hat er ein Zimmer in einem einschlägigen Hotel angemietet, allerdings nur für zwei Stunden. Das reichte nicht, er wird gefunden und man pumpt ihm den Magen aus. An seinem Krankenbett finden sich drei Frauen ein: seine Exfrau, seine Ehefrau und seine Geliebte, eine bereits Mutter, zwei davon schwanger.

Im Hauptteil des Romans ist Joschi schon lange tot. Zu seinem 100. Geburtstag treffen sich seine Kinder Marika, Hannah und Gabor und seine einzige Enkelin Lily in Weimar, und sie versuchen, aus den Bruchstücken, die sie über Joschi, eigentlich József Molnár, zu wissen glauben, ein Bild zu formen. Am Anfang dieses Familientreffens der besonderen Art steht ein Besuch in einem Konzentrationslager, in Buchenwald. Dort war der Vater/Großvater Häftling - oder vielleicht auch nicht? Oder war er dort, aber nicht, weil er Jude gewesen wäre? War das womöglich nur eine seiner Geschichten? Seine Kinder sind sich uneins: Darf man da, wo man nicht weiterkommt mit der Spurensuche (oder nicht weiterkommen will), nicht nur damit anfangen etwas zu erfinden, sondern auch fest daran glauben? Oder fährt man besser damit, zu akzeptieren, dass man nie wissen wird?

Die Vatersuche (und damit der eigenen Identität) bleibt schwierig. Joschi, der Mann, dem „seine Frauen und Kinder abhandenkamen wie anderen Leuten Socken oder Kugelschreiber“, bleibt - unerreichbar auch mit verfügbaren Mitteln der Psychologie und der Genforschung - ein Gespenst, ein Rätsel. Und die Verwundungen seiner Kinder präsent.

Dem zum Trotz: Zumindest manche traurigen Geschichten kann man auch so erzählen, dass sie nicht ausschließlich traurig bleiben, sondern im Erzählen bizarr und manchmal sogar ein bisschen komisch werden. In einer Familie von Geschichtenerzählern birgt das Vermögen, Geschichten zu erfinden, in sich zwar nicht unbedingt Wahrheit, aber die Chance auf eine andere Art Erkenntnis. Und, damit einhergehend, auf:

(„… ich wusste auf einmal, dass dort, wo Unordnung hinterlassen wird, die Geschichten warten.“)

Trost.

Cover des Buches Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster (ISBN: 9783462051865)
Corisos avatar

Rezension zu "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" von Susann Pásztor

Das mitgedachte Ende bringt Tiefe und Verbundenheit im Leben
Corisovor einem Jahr

Fred lässt sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden und hat bei Karla seinen ersten Einsatz. Er scheint vom Temperament eher ein Einzelgänger zu sein und große Gespräche sind nicht so sein Ding, was sich auch auf die Beziehung zu seinem 13 jährigen Sohn Phil auswirkt, den er nach seiner Trennung alleine erzieht.

Karla ist selbstbewußt und klar in ihren Vorstellungen und zu Beginn des Buches hat man eher den Eindruck, dass Karla für Fred eine Art Lebensbegleiter ist, viel mehr als dass Fred der Sterbebegleiter von Karla ist. Fred wird in der Begleitung von Karla gefordert und sitzt auch so mancher Illusion auf und doch ist es ein Buch der Wandlung, in dem sich Fred seinen Themen stellt und sich auch die Situation zwischen ihm und Phil positiv entwickelt. 

Das Buch gibt Einblick in die ehrenamtliche Sterbebegleitung und macht Mut die "Endlichkeit des Lebens" im Bewußtsein zu haben, um letztendlich mehr Tiefe und Verbundenheit im Leben zu spüren.

Cover des Buches Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster (ISBN: 9783462051865)
Gila63s avatar

Rezension zu "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" von Susann Pásztor

Nachdenklich, philosophisch und tiefsinnig
Gila63vor einem Jahr

Karla weiß, dass sie nur noch höchstens ein halbes Jahr zu leben hat und genaue Vorstellungen, wie der Mitarbeiter des Hospizdienstes sie in dieser Zeit unterstützen soll.

Sie ist eine sehr starke, sture und eigensinnige Frau und Fred, der seinen ersten Einsatz nach seiner Ausbildung bei ihr hat, kann es ihr irgendwie gar nicht recht machen, denn sie reagiert völlig anderes, als er es erwartet hat. 

Der Versuch, Karla mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen, misslingt deshalb auch völlig und Karla will Fred nicht mehr sehen. Nur sein Sohn Phil, der ihre Fotos archiviert, darf sie noch besuchen.

Doch dann verhilft ausgerechnet der Hausmeister Klaffki Fred zu einer zweiten Chance.


Als ich den Titel des Buches gelesen habe, wusste ich sofort, welches Thema in der Geschichte behandelt wird, denn ich habe selbst vor über 20 Jahren diese Ausbildung gemacht und war lange Zeit als Sterbebegleiterin im Hospizdienst aktiv.


Der alleinerziehende Fred will seinem Leben mehr Sinn geben und hat eine Ausbildung als Sterbebegleiter gemacht. Karla ist seine erste Begleitung und er möchte natürlich alles richtig machen. 

Doch Fred ist sehr unsicher und unbeholfen. Ihm fehlt die Erfahrung und das nötige Feingefühl. Er glaubt, wenn er so handelt, wie er es gelernt hat, macht er alles richtig. Dabei erkennt er nicht, welche Bedürfnisse Karla hat und entscheidet einfach über ihren Kopf hinweg.


Karla hingegen weiß genau was sie will. Sie hat sich mit ihrem frühen Ableben abgefunden, will bis zuletzt in ihrer Wohnung bleiben, ihre Ruhe haben und eigentlich keine Nähe zulassen. Es macht den Eindruck, als ob sie ihrem Lebensende relativ gelassen entgegensieht, doch der erste Eindruck täuscht.

Erst Phil, der 13-jährige Sohn von Fred hat die nötige Empathie und das Einfühlungsvermögen, um instinktiv zu erkennen, was Karla gerade braucht und handelt dementsprechend.

Neben der Sterbebegleitung spielt parallel auch das Verhältnis von Vater und Sohn eine Rolle. Phil ist ein ruhiger, zurückhaltender Junge und Fred versucht ihm ein guter Vater zu sein. Die Treffen zwischen Karla und Phil tun beiden gut, denn mit der Zeit entwickelt sich zwischen ihnen so etwas wie eine Beziehung.


Susann Pásztor hat mit Fred, Klara, Phil und auch Klaffki wunderbare Charaktere erschaffen, die sich im Laufe der Geschichte kontinuierlich weiterentwickeln.


Enttäuscht hat mich lediglich etwas, dass dieser Augenblick, in dem das Fenster geöffnet wird, nur nebenbei erwähnt wurde. Aus meiner Arbeit in der Altenpflege und des Hospizdienstes kenne ich den Brauch, nachdem ein Mensch verstorben ist, das Fenster zu öffnen, damit die menschliche Seele einen Weg hat um in den Himmel aufzusteigen. Ich hätte mir Stelle gewünscht, dass etwas mehr darauf eingegangen wäre.


Fazit

„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ ist keine Geschichte, die auf die Tränendrüse drückt. Im Gegenteil. Sie ist nachdenklich, philosophisch und tiefsinnig. Es gibt viele humorvolle und skurrile Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben. Aber natürlich gibt es auch viele Momente und Dialoge, die zum Nachdenken anregen. 


Auch wenn ich eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte hatte, hat sie mir gut gefallen. 

Ich hoffe, diese Konfrontation mit dem Sterben und dem Tod baut Berührungsängste ab, denn kaum jemand beschäftigt sich mit dem Thema.

Ich kann sie jedenfalls jedem nur wärmstens ans Herz legen.


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