Susann Pásztor Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

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Inhaltsangabe zu „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pásztor

Wie begegnet man einer Frau, die höchstens noch ein halbes Jahr zu leben hat? Fred glaubt es zu wissen. Er ist alleinerziehender Vater und hat sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen, um seinem Leben mehr Sinn zu geben. Aber Karla, stark, spröde und eigensinnig, arrangiert sich schon selbst mit ihrem bevorstehenden Tod und möchte nur etwas menschliche Nähe – zu ihren Bedingungen.
Als Freds Versuch, sie mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen, grandios scheitert, ist es nur noch Phil, sein 13-jähriger Sohn, der Karla besuchen darf, um ihre Konzertfotos zu archivieren. Dann trifft Hausmeister Klaffki in einer kritischen Situation die richtige Entscheidung – und verhilft Fred zu einer zweiten Chance.
Susann Pásztor erzählt in ihrem dritten Roman eine berührende Geschichte über die erstaunliche Entwicklung einer Vater-Sohn-Beziehung – unpathetisch und humorvoll, einfühlsam und mit sicherem Gespür für menschliche Gefühlslagen.

Schön geschrieben, mit bewundernswerten Charakteren. Aber so richtig mitnehmen konnte es mich nicht

— sahni

Ich habe das Buch zuerst gehört und weil es mir so außerordentlich gefallen hat, noch einmal gelesen.

— klottchen

Würde ich nicht zum Lesen empfehlen.

— RichardZT

Welche Rolle hat der Sterbebegleiter? Dies muss der Protagonist Fred erst noch herausfinden.

— Buecherwurm1973

Ausgezeichnetes Buch

— leserin

Der Tod gehört zum Leben, zum Alltag. Diese banale Weisheit führt die Autorin mit einer Selbstverständlichkeit zu einem normalen Abschluss.

— Hennie

Beeindruckendes Buch übers Sterben, aber auch über das Begleiten von Sterbenden. Toll geschrieben und nicht so traurig wie erwartet.

— hexhex

Eine tolle Geschichte, ein faszinierender Charakter, der einem das Sterben in Würde und zu den eigenen Bedingungen näher bringt.

— misery3103

Wunderschön und zu Tränen rührend zeigt dieser Roman, wie sich Menschen und Beziehungen entwickeln, wie sie unermesslich wachsen können.

— once-upon-a-time

Mich hat die Geschichte sehr berührt und wird sicher noch lange nachwirken.

— dicketilla

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Ganz ruhig und mit wunderbarer Sicht auf das Leben und Sterben, hat mich dieses Buch tief berührt! Klare Empfehlung!

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    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Phyria

    11. March 2018 um 02:44

    Der alleinerziehende Fred hat nach einer erfolgreichen Ausbildung zum Sterbebegleiter seinen ersten Einsatz bei Karla, einer 60jährigen unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Frau, die auf ihn nicht ganz so reagiert wie er es sich erhofft hatte. Und auch wenn das erste Aufeinandertreffen nicht so verlaufen ist wie es sollte, ist er stark darauf bedacht alles richtig zu machen um Karla ein paar wunderschöne letzte Wochen zu bescheren Womit er ungewollt eine Grenze überschreitet, die Konsequenzen nach sich zieht. Nur noch sein dreizehnjähriger Sohn Phil ist bei ihr willkommen, zumindest bis ein Anruf Fred die Chance dazu bietet es bei Karla wieder gutzumachen.  Meine Meinung: Es ist ein alles in allem ruhiger Roman, bei dem man von vornherein weiß in welche Richtung es sich entwickelt, auch wenn ich versucht habe an ein Wunder zu glauben. Man kann jedoch nichts anderes tun als die Charaktere auf ihrem Weg zu begleiten und sie langsam aber sicher ins Herz zu schließen. Dadurch, dass die Autorin selber als ehrenamtliche Sterbebegleiterin tätig ist, wirft die Geschichte ein besonders reales Licht auf die Ereignisse. Susann Pásztor schafft es einem ein sehr deutliches Bild von ihrer Aufgabe und ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin zu vermitteln ohne den Leser den ganzen Roman über emotional herunterzuziehen. Was nicht bedeutet, dass ich gegen Ende nicht in Tränen ausgebrochen bin. Ehrlich gesagt konnte ich gar nicht mehr aufhören. Dieses Thema bewegt einen und dagegen konnte und wollte ich mich auch nicht wehren. Die Charaktere wirken unglaublich real und da wir größtenteils aus der Sicht von Fred und Phil, der was Sprache und Gedichte angeht sehr begabt ist, lesen können, wissen wir stets was sie in den verschiedenen Situationen denken, was praktisch ist da es im Grunde wenige Dialoge gibt. Wobei diese dann umso besonders und aussagekräftig sind. Von Karla kriegen wir nur ihre Listen zu lesen, die sie oft anfertigt und auch wenn mich ihre Lebensgeschichte interessierte, so passt es auch zu ihr als Person, dass man das Meiste nun mal nicht über sie erfährt. Man muss also die kleinen, faszinierenden Einblicke in ihr Leben umso mehr schätzen. Die jeweilige Beziehung zwischen Fred und Phil mit Karla ist wundervoll zu verfolgen. In einer gewissen Weise lernte ich mit den beiden gleichermaßen wie man Karla das Ganze etwas erleichtert. Und auch wenn Fred eine gewisse Distanz zu Karla bewahren muss, ist es bewundernswert wie sehr er sich anstrebt alles richtig zu machen, sich manchmal hütet seine eigene Meinung kundzutun und generell wie sich dieser Mann am Ende von dem am Anfang unterscheidet. Es war eine tolle Idee, dass Phil den Job bei Karla annahm, denn mit seiner noch etwas kindlichen und doch vernünftigen, hinterfragenden Art hat er etwas zur Geschichte und der Harmonie beigetragen, das kein anderer Erwachsener konnte. Es ist erfreulich zu sehen wie das einzigartige Vater-Sohn nicht nur noch näher zusammenrückt sondern auch über sich hinauswächst. Die Entwicklung die von Kapitel zu Kapitel voranschreitet ist großartig und auch die zu Anfang eher kühl wirkende Karla zeigt mit der Zeit eine andere Seite von sich. Susann Pásztor ist ein umwerfender Roman mit immenser Aussagekraft gelungen, der auch durch liebevoll gezeichnete, außergewöhnliche Nebencharaktere überzeugt. Die mit noch mehr Charme, Liebe und Witz die Geschichte bereichern, man kommt nicht umhin jeden Einzelnen der Charaktere zu mögen.  Fazit: Es ist nicht nur ein Roman über das Sterben und den Umgang mit dem Tod, es ist auch eine Geschichte über das Leben, das füreinander einstehen und über sich hinauswachsen. Das Buch bietet einen guten Blick auf die ehrenamtliche Arbeit der Sterbebegleiter, denen ein großes Dankeschön gebührt. Es bleibt eine unvergessene Geschichte mit einzigartigen Charakteren. 

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018

    Bücher sind treu

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Da sich ja einige gewünscht haben, dass die Challenge auch in 2018 weiter geht, habe ich einen neuen Beitrag dazu erstellt. Die Regeln sollen so einfach wie möglich bleiben - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Die Sammelbeiträge werden ich dann hier im Startbeitrag verlinken, damit nicht jeder lange nach seinem Beitrag suchen muss. Jeder kann seinen Beitrag so gestalten wie er möchte, wichtig wäre nur am Anfang des Beitrages die Gesamtpunktzahl. Ich werde keine monatliche Auswertung der Punkte machen. Es wird dann Anfang 2019 wenn die Challenge vorbei ist eine Übersicht der Punkte geben. Eventuell werde ich auch schon mal eine nach einem halben Jahr machen, aber da möchte ich mich heute noch nicht festlegen. Wer seinen Punktestand zwischendurch wissen will, kann ja die Sammelbeiträge der anderen durchgehen und sieht wo er ungefähr steht.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2018 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2017 angefangen erst in 2018 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus (Achtung - die Seitenzahl hat sich geändert und es gibt eine Extra-Regel, damit man auch mal die dicken Wälzer zur Hand nimmt):  Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2018 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 300 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 500 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was über 800 Seiten hat, gibt es doppelte Punkte. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbücher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2018-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 10 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer: GrOtEsQuE Arachn0phobiA Code-between-lines hannipalanni lisam natti_ Lesemaus karinasophie jenvo82 Buchgespenst Frau-Aragorn Buchperlenblog KymLuca jala68 Beust Somaya tlow Janina84 Frenx51 Kerdie ChattysBuecherblog Bellis-Perennis Akantha Wuschel Meeko81 niknak kattii Icemariposa TodHunterMoon glanzente Kleine1984 MissB_ schokoloko29 Salander007 LadySamira091062 Yolande janaka Hortensia13 PMelittaM SomeBody Ritja once-upon-a-time paevalill Curly84 ReadingEmi carathis Kuhni77 Fadenchaos Schluesselblume eilatan123 Steffi_Leyerer miau0815 BettinaForstinger linda2271l Sutchy Larii-Mausi erazer68 nordfrau QueenSize Sommerkindt lieblingsleben StefanieFreigericht darkshadowroses secretworldofbooks EnysBooks Ecochi pinucchia Sandkuchen mistellor Nannidel Veritas666 papaverorosso DieBerta Musikpferd  Sportloewe

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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  • Keine Angst! Es darf auch gelacht werden!

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    gsimak

    27. November 2017 um 14:05

    Zum InhaltKeine Angst! Es darf auch gelacht werden!Einen fremden Menschen begleiten, der an einer schweren Krankheit leidet, ist eine sehr große Herausforderung. Die Hospizbewegung leistet da großartige Arbeit.Dieses Buch erzählt von Fred, der eben seine Ausbildung zum ehrenamtlichen Begleiter abgeschlossen hat. Seine erste Klientin ist Karla. Sie leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Fred ist ein geschiedener Mann mitte 40. Seinem 13-jährigen Sohn versucht er ein guter Vater zu sein. Mit seiner esoterisch stark angehauchten Exfrau hat er so seine Probleme.Karla ist eine einsame Frau. Von Schmerzen stark geplagt regelt sie ihren Nachlass. Eine große Hilfe ist ihr da Freds Sohn. Meine MeinungDiese herzerwärmende Geschichte wurde von einer Frau geschrieben, die Ahnung von der Thematik hat. Sie beschreibt die Ängste und Unsicherheiten, die fast jeden Anfänger in der Sterbebegleitung plagen. Fred kommt sehr sympathisch und menschlich rüber. Klasse fand ich, dass er seinen Sohn Phil mit in die Begleitung involviert hatte. Denn, genau dieser Junge tat der schwerkranken Karla gut. Seine authentische und jugendliche Art, hatte die ältere Dame des öfteren aus der Reserve gelockt. Er brachte sie zum Lachen.  Ale er ihr einen Rapp vortrug, war Klara nicht die Einzige, die ein Schmunzeln auf den Lippen hatte. Ich als Leserin habe Tränen gelacht. Besonders gut gefiel mir, dass die Protagonisten nicht weichgezeichnet wurden. Mit allen Ecken und Kanten wurden sie beschrieben. Es handelt sich hier um kein Märchen, indem man jemanden die Hand hält, und die lieben Engelein kommen angeflogen. Vielmehr werden Ängste und Probleme beschrieben, die bei einer Begleitung auftreten können. Fred musste vor allen Dingen lernen, wie weit er sich in privaten Dingen einmischen darf. Musste lernen zu akzeptieren, dass manche Unstimmigkeiten nicht aus dem Weg geräumt werden können. Vor allen Dingen, dass man nicht über den Kopf eines schwerkranken Menschen Entscheidungen treffen kann und darf. Seien sie auch noch so gut gemeint. Mein FazitSelbstbestimmt sterben dürfen ist ein sehr großes Bedürfnis, welches die Menschen am Ende ihres Lebens haben. Frau Páztor ist darauf sehr sensibel eingegangen.Mal aus der Sicht von Karla- mal von Fred, erfahren wir von Wünschen und Hoffnungen, in der letzten Lebensphase. Dieses Buch ist eine sehr großer Schatz für Sterbebegleiter oder Menschen, die es werden wollen.Es handelt sich hier um eine fiktive Geschichte, die es aber so ähnlich gegeben haben könnte. Diese humorvolle und herzliche Geschichte empfehle ich sehr gerne. Mal ehrlich: Irgendwann öffnet jeder mal ein Fenster. Irgendwann wird es auch für uns geöffnet.Danke Susann Pátor. Ich habe jedes Wort genossen.Meine Lieblingszitate >>Nichts war hier in Ordnung, nichts war hier normal. Trotzdem war er gern hier.<< (Pos. 1222 auf dem Reader)>>Ich fühle mich privilegiert, weil ich mich intensiv mit meinem Tod auseinandersetzen kann.<<(Pos.2513 auf dem Reader) >>Eine Beziehung zum Tod "als" letztes Geschenk des Lebens. Und dann die selbstbestimmte Form der Beisetzung als letztes Geschenk "ans" Leben. (Pos. 2505 auf dem Reader)>>Karla starb nicht, weil sie aufhörte zu trinken. Sie hatte aufgehört zu trinken, weil sie starb.<< (Pos. 3116 auf dem Reader)

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  • Ein Buch, wie du und ich...meine Bibliotherapie...

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Federchen

    10. November 2017 um 17:55

    Fred ist alleinerziehender Vater des 13-jährigen Phil. Fred ist Angestellter und seit Neuestem ist er Sterbebegleiter. Zu mindestens gibt er sein Bestes. Er möchte alles richtig machen und tritt doch von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Karla ist sehr eigensinnig, eine starke Frau, die weiß, was sie will und was nicht. Alle Versuche von Fred ihr Beistand zu leisten, blockt sie ab, schließlich ist sie die ganze Zeit ohne fremde Hilfe zurecht gekommen. In ihrem Leben, schon immer. Karla hat Krebs und sie weiß, dass sie sterben wird. Doch dann bekommt Phil von Karla eine besondere Aufgabe und die völlig kaputte Beziehung zu ihrem Sterbebegleiter Fred beginnt sich zu kitten... "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" von Susann Pásztor ist eine Hommage an das Leben, auch wenn es sich vorwiegend mit dem Sterben beschäftigt. Es ist ein Roman voller Wärme, voller Verständnisse und Missverständnisse, voller Energie, einer wunderbaren Vater-Sohn-Beziehung und einer starken Frau, die selbstentscheidend ihrem Tod entgegen tritt. Ich habe dieses Buch in einer Zeit gelesen, in der ich selbst eine liebe Person an den Krebs verloren habe. Susann Pásztor beschreibt ganz wunderbar, wie sich jemand fühlt, der weiß, das sein Ende naht. Durch ihre Zeilen wächst eine gewisse Form von Verständnis für Dinge, die man als Angehöriger nicht zwingend von jemandem hören will, der an einer unheilbaren Krankheit leidet. Immer wieder keimt zwar Hoffnung auf, dass alles gut wird, der Verstand wird aber stärker und man beginnt die Zeit, die der Protagonistin noch bleibt, intensiv mitzuerleben.Die Figuren, die die Autorin dabei zeichnet, sind vor allem sehr authentisch, haben nachvollziehbare Höhen und Tiefen, zeigen ihre Trauer, begehen trotz allem noch Fehler. Nichts wird beschönigt, auch nicht der Weg, den Karla einschlägt, mag er auch für einige sehr hart klingen. Die Geschichte ist nicht dramatisch im eigentlichen Sinne, sie ist aber dennoch empathisch. Und trotzdem zeigen die Sätze dabei keine Schwere, was wiederum von einem hervorragenden Schreibstil zeugt. Die Worte wirken wie ein Lüftchen, welches die Luft und die Seele des Toten durch das geöffnete Fenster auf Reisen schickt. Es mag etwas unglücklich klingen, aber dieses Buch hätte noch die ein oder andere Seite länger sein dürfen. Für mich war es wie eine Art Bibliotherapie. Für einige Leser mag das Ende abrupt kommen, dennoch ist es genau das, was man in solch einer Situation erleben kann. Der Tod lässt sich nicht immer die Zeit, die wir ihm gern einräumen würden. Manchmal ist er schneller, so schnell, dass uns kaum die Zeit dafür bleibt, richtig Abschied zu nehmen. Auch bei schwerer Krankheit. "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" hat mich sehr bewegt, sicherlich nicht nur, weil ich vieles nachvollziehen konnte aus eigener Erfahrung. Es ist ein Buch, welches lange nachklingt und das auch soll. Es ist wichtig das Leben zu genießen, es ist aber auch wichtig Menschen zu begleiten, die dem Tode bereits ins Auge blicken. Ihnen Halt und Wärme zu geben auf ihrem Weg, auch wenn es noch so schwer fällt. Sie sind ein Teil von uns, werden so lange durch uns weiterleben, wie wir es tun. Erinnerungen kann uns niemand nehmen. Schöne Erinnerungen können, auch wenn es schwer zu verstehen ist, auch in Zeiten entstehen, in denen die Hoffnung langsam zu sterben beginnt.(c) buchgefieder.blogspot.com

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  • Schweres Terrain

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Spreeling

    28. October 2017 um 11:34

    Susann Pásztor hat einen wunderbaren Roman über ein schweres Thema geschrieben. Das Thema Tod und Sterben verdrängen wir gerne alle. Und doch gibt es Menschen, die sich damit auseinander setzen. Da Susann Pásztor selber ausgebildete Sterbebegleiterin ist, konnte sie viel Wissenswertes einbringen. Fred ist ein unscheinbarer, geschiedener Mann. Er kümmert sich um seinen Sohn und doch ist er nicht ganz ausgefüllt. Deshalb hat er eine Ausbildung als ehrenamtlicher Sterbebegleiter abgeschlossen. Jetzt hat er seine erste Begleitung. Aber Karla ist unnahbar und gibt nichts von sich preis. Fred will alles richtig machen und schießt übers Ziel hinaus. Hausmeister Klaffki ist derb und tolterig und hat doch einen besseren Draht zu Karla. Sohn phil ist ruhig, schreibt Gedichte und für sein Alter zu klein. Er übernimmt bei Karla die Archivierung ihrer Fotos. Am besten hat mir Phil gefallen. Er ist anfangs ängstlich im Umgang mit Karla. Aber sie nimmt ihn ernst und geht auf ihn ein. Seine Gedanken sind die typischen eines Kindes. Am Ende wächst er physisch und psychisch. Fred meint es gut und will etwas für die Menschen tun. Aber wie weit darf man gehen? Die Menschen sterben und wollen nicht alleine sein. Deshalb sind sie aber nicht unmündig! Karla hat ihr Leben gut gelebt. Wir erfahren nur Bruchstücke. Auch warum der Kontakt zur Schwester gebrochen ist, erfahren wir nicht wirklich. Das ist aber nicht schlimm. Der Fokus liegt im hier und jetzt. Die Kapitel sind abwechselnd von den Personen geschrieben, wobei von Karla nur einzelne Wörter kommen. Wir erfahren einiges über Sterbebegleitung, Methoden der Begräbnisse und einen würdigen Abgang. Ein wunderbares Buch, welches ich gerne gelesen habe. Ein Taschentuch war dabei. Aber auch schmunzeln musste ich.

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  • Vom Leben und vom Sterben

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Babscha

    26. October 2017 um 18:22

    Fred Wiener ist ein geschiedener, übergewichtiger Mittvierziger ohne Ecken und Kanten. Er lebt mit seinem cleveren, aber ziemlich speziellen 13-jährigen Sohn Philipp in einer deutschen Stadt und arbeitet sich durch sein gleichförmiges ereignisloses Leben als Rentensachbearbeiter. Um der Eintönigkeit zu entfliehen und zur eigenen Sinnsuche macht er eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter und erhält vom örtlichen Hospizverein dann auch seine erste Begleitung zugewiesen, nämlich Karla Jenner, eine sechzigjährige, von Pankreaskrebs gezeichnete Frau mit einer verbleibenden Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten.Dies ist die Ausgangslage eines wunderbaren, Herz und Seele bereichernden Buches, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Autorin schafft es, sich diesem hochkomplexen, schwierigen Thema in einer völlig wertfreien, fast lapidaren Weise zu nähern, indem sie die Dinge einfach laufen lässt, ohne den Leser auch nur unterschwellig mit irgendwelchen eigenen Voreingenommenheiten oder Grundsatzhaltungen beeinflussen zu wollen. In ihrer klaren, gefühlvollen, aber völlig im heutigen Leben verankerten Sprache, verbunden mit im exakt passenden Moment und in genau richtiger Dosierung aufkommenden Emotionalitäten setzt sie ihre Figuren gekonnt aus wechselnden Sichtweisen in Szene und in Wechselwirkung. Und bis zum Schluss bleibt das Ganze absolut realitätsnah, nüchtern, und läuft deshalb vor allem auch nicht auf irgendein konstruiertes großes Gefühlsfinale der Beteiligten hinaus. Ursächlich dürften hier auch die eigenen Erfahrungen der Autorin als Sterbebegleiterin sein. Und selbst der Humor bleibt bei dem Ganzen nicht auf der Strecke.  Die Figurenzeichnung der Geschichte ist dabei absolut gelungen. Hier Fred, der unbeholfene, leicht gehemmte  Durchschnittsmann im mittleren Alter ohne jede Höhen und Tiefen, der gerade durch sein Bemühen, es den Menschen generell und jetzt Karla im Besonderen recht zu machen, sich zunächst selbst unter Druck setzt, im Laufe der Geschichte aber an sich selbst wächst und Perspektiven gewinnt. Dann natürlich Karla, Künstlerin und Fotografin, bereits in jungen Jahren Mitte der Siebziger aus einer desolaten Familie ausgebrochen und durch die Welt getingelt, eine Frau, die, soweit es der Leser erfährt, wohl ein ziemlich wildes Leben gelebt hat und jetzt eingeholt wird von einer Krankheit, die ihr von ihrer gleichsam früh verstorbenen Mutter genetisch mitgegeben wurde. Und Phil, Freds eigenwilliger Sohn, der von Karla mit einem speziellen Auftrag betraut wird und -neben weiteren Beteiligten- als Kitt und Bindeglied für die nicht immer einfache Verbindung zwischen Fred und Karla funktioniert.  Die Person der sterbenskranken Karla ist in ihrer Eigenart, ihrer Eigenwilligkeit und Abgeklärtheit faszinierend entworfen, gerade weil sie sich nahezu still und unnahbar immer streng kontrolliert und erst zum Ende hin in einer beeindruckenden Passage das emotionale Visier kurzzeitig etwas hebt, Schwäche, Angst und Traurigkeit zeigt.  Ein hervorragendes, unbedingt lesenswertes Buch für Menschen, die an Lektüre über die letzten Dinge des Lebens ohne moralische Komponenten interessiert sind. Für mich ein absolutes Lesehighlight 2017!  

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    RichardZT

    12. July 2017 um 23:29

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  • Welche Rolle hat der Sterbebegleiter?

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Buecherwurm1973

    07. July 2017 um 11:29

    Fred hat die Ausbildung zum Sterbegleiter gemacht. Karla, im Endstadium Bauchspeicheldrüsen-Krebs, wird er als erstes begleiten. Er ist ein rechtschaffender Beamter und so geht er auch die Sterbebegleitung an. Im Kopf hat er genaue Vorstellungen, wie es ablaufen soll und läuft bei Karla prompt auf. Denn sie ihrerseits weiss genau, was sie will und was nicht. Konflikte sind vorprogrammiert. Zum Glück hat Fred sein Sohn Phil, der freundet sich mit Karla an. Phil hat das nötige Feingefühl, er spürt genau, wann welche Zuwendung nötig ist und wann er sich verdrücken soll. Das Buch ist humorvoller, als man bei diesem Thema annehmen könnte. Es gibt viele groteske Szenen, wo sich vor dem geistige Augen Bilder auftun, dass man nichts anders kann, als lauthals zu lachen. Es gibt auch die andere Seite, die sich mit dem Sterben und dem Leben auseinandersetzen ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Ich hatte zu Beginn riesige Probleme mit Fred. Wie es seinem Naturell entspricht, geht er die Begleitung von Karla etwas zu übereifrig an. Er übergeht die Bedürfnisse von Karla völlig. Zum Glück ist Karla eine Frau, die sich zu wehren weiss und ihm zu verstehen gibt, wie sie sich ihr Ableben vorstellt. Ich mochte Phil, Freds Sohn. Seine Gedanken und sein Umgang mit Karla haben mich sehr berührt. Der Titel verweist auf das Ritual, dass man das Fenster öffnen soll, nachdem jemand gestorben ist, damit die Seele und der Geist in den Himmel steigen können. Im Buch kommt dieser eine Moment für mich etwas kurz. Ich hätte gerne mehr davon gelesen, wie zum Beispiel die Atmosphäre im Raum war oder wie sich Fred gefühlt hat. Ich weiss, dass dieser Augenblick ein sehr intimer Moment ist. Er lässt mich seither nicht mehr los, viele Gedanken kreisen um ihn. Die Autorin weiss wie sich der Sterbebegleiter zu diesem Zeitpunkt fühlt, denn sie hat diese Ausbildung auch gemacht und übt die Tätigkeit ehrenamtlich aus.  

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  • Würdevolles Sterben

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Hennie

    07. May 2017 um 18:30

    Susann Pásztor behandelt hier ein ganz schwieriges Thema mit dem die meisten überfordert sind. Es wird oft verdrängt. Die Autorin baut ihre Geschichte mit Fred Wiener und dessen 13jährigem Sohn Phil auf. Beide sind etwas eigenbrötlerisch, sehr zurückhaltend, fast introvertiert. Sie haben ihre Rituale miteinander, die sie davon abhalten, sich gegenseitig zu nerven. Fred ist um die vierzig, von seiner Frau Sabine geschieden und etwas dicklich. Phil dagegen für sein Alter zu klein, ist ein begabter Junge, ein kleiner Wortakrobat, schreibt Gedichte und sammelt Wörter, die er in sein System ordnet.Fred Wiener also ließ sich als ehrenamtlicher Sterbebegleiter ausbilden. Karla Jenner García, 60 Jahre alt, erkrankt an Bauchspeicheldrüsenkrebs, ist die Erste, die er begleiten möchte. Sie ist eine überaus taffe Frau und macht es ihm nicht gerade leicht. Karla hat sehr genaue Vorstellungen, was sie will und was nicht. Fred jedoch weiß nicht wirklich, wie er sich der Todkranken nähern soll. Er ist total verunsichert. Wiederholt stellt er an sich selbst die Fragen, auf die die sterbenskranke Frau Antworten möchte. Warum wurde er Sterbebegleiter? Wieso möchte er sich so eng mit dem Tabuthema Tod befassen? Er versucht immer wieder das Gelernte zu rekapitulieren und anzuwenden. Doch Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge. In seinem Bestreben der sterbenden Karla noch etwas Gutes zu tun, schießt Fred weit über seine Kompetenzen hinaus. Es geht gründlich schief. Durch einen Zufall und über seinen Sohn Phil, der Karlas Fotoarchiv digitalisiert und dadurch der Nachwelt erhält, findet er wieder Zugang zu ihr.Die Sterbebegleitung, das Befassen mit dem Tod, mit seinen Vorboten, mit der Endlichkeit unseres Seins. Das sind die Themen, die unangenehm sind. Ich selbst habe solche Literatur bisher gemieden.Susann Pásztor erzählt eine Geschichte, die mir sehr ans Herz ging. Genau diese heimtückische Krankheit, an der Karla starb, nahm mir auch meinen Vater vor der Zeit.Ich war sehr erstaunt mit welcher Leichtigkeit das schwere Thema bewältigt wurde. Das eine oder andere Mal musste ich schmunzeln. Zum Beispiel das Gespräch über die Bestattungsmodalitäten, das Karla sehr souverän und nachdrücklich mit dem geschäftstüchtigen Bestatter führt. „Ich kann mich mit dem Tod so intensiv auseinandersetzen, wie ich es möchte und aushalte“. Er mit seinen Vorschlägen: Karla als „Diamant“ oder „Korallenriff“ oder ... Das wirkt ungewollt komisch, makaber, befremdlich auf diejenigen für die das Sterben noch kein Thema ist.Der Tod gehört zum Leben, zu unserem Alltag. Diese banale Weisheit führt die Autorin mit einer Selbstverständlichkeit zu einem normalen Abschluß. Ohne auf die Tränendrüsen zu drücken, ohne Wehleidigkeit, ohne Bitterkeit, unaufdringlich, niemals aufgesetzt. Die handelnden Personen passen hervorragend zusammen, wie bei einem Puzzle. Das Buch wurde behutsam und mit viel Fein- und Taktgefühl geschrieben bis zum Ende.„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ so der Titel des Buches und so ist es dann auch. Mit einem optimistischen Ausklang schließt die Geschichte ab. Die Protagonisten sind gereift. Phil ist auch körperlich gewachsen, größer geworden und kann mit seiner Mutter Sabine und derem neuen Freund befreit umgehen. Fred wurde selbstsicherer.Ein schönes, ein wichtiges Buch. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.        

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  • Ein wunderbares Büchlein, das berührt und bereichert

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Federfee

    07. May 2017 um 12:52

    Die Geschichte ist bekannt: die 60-jährige Karla wird bald an ihrem Bauchspeicheldrüsenkrebs sterben. Ein Sterbebegleiter vom Hospiz soll ihr beistehen.Wie, aber vor allem warum wird man Sterbebegleiter? Und dann gerade so ein Typ wie Fred Wiener, dem so wenig im Leben gelingt? Er selbst beantwortet die Frage so, dass er 'einen sinnvollen Beitrag' in dieser Gesellschaft leisten und 'das Tabuthema Tod wieder in die Mitte des Lebens zurückholen' wolle. (15)Er ist ein unbeholfener dicklicher Mann, alleinerziehender Vater eines Dreizehnjährigen, und dies ist sein erster 'Fall'. Mit seinem weichen, nachgiebigen Charakter trifft auf eine selbstbewusste, geradezu störrische Karla, die auch im Angesicht des baldigen Todes ihr Leben selbst bestimmen will und die ihm zuerst ein wenig bissig begegnet. Fred gibt sich alle Mühe, aber er 'wollte sie belehren, bekehren und heilen, auch gegen ihren Willen.' (50) Dabei findet er einfach nicht den richtigen Draht zu ihr. Kein Wunder, wenn er zu wissen glaubt, was für sie gut ist und wenn er ihre Wünsche ignoriert.Ganz anders sein Sohn Phil, der für Karla Negative einscannt, die sie einem Archiv vermachen will. Phil ist ein sensibler, feinfühliger Junge, der Gedichte schreibt und Wörter liebt – oder auch nicht. Diese möchte er am liebsten in ein Wörterkrankenhaus stecken. Er versteht sich mit Karla ohne große Worte.Als Fred Weihnachten einen großen Fehler macht, wenn auch gut gemeint, bricht Karla den Kontakt ab. Lediglich Phil darf weiter zu ihr kommen. Mit seiner Hilfe renkt sich das Verhältnis zwischen Karla und Fred wieder ein und Fred gelingt es, eine echte Beziehung zu Karla aufzubauen. Am Ende gibt es berührende Szenen, für die ich keine angemessenen Worte finde und die man einfach selber lesen muss.Aber auch die anderen Sterbebegleiter möchte ich erwähnen, nicht die vom Hospiz bestellten, sondern die, die sich selbstlos und mit Liebe um Karla kümmern: die junge Rona, die nicht das ist, was sie zu sein scheint und auch der Hausmeister Klaffki, so spießig mit seiner Lichterkette und mit dem, was er sagt.Vielleicht soll auch das vom Roman vermittelt werden, dass man bei allen Menschen hinter die Fassade gucken und ihren menschlichen Wert erkennen muss.

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  • Berührend!

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    Igela

    01. May 2017 um 12:34

    Karla Jenner-Garcia hat Krebs und wird sterben. Alle Therapien hat sie abgebrochen,in ein Hospiz zu gehen ,lehnt sie ab. Da wird Fred Wiener, der  Sterbende begleitet,zu ihr geschickt. Doch Karla will nicht über ihre Krankheit oder das Sterben sprechen,Karla will am liebsten alleine sein. Familie hat sie keine, mit ihrer Schwester Gudrun ist sie zerstritten. Doch so schnell gibt Fred nicht auf. Er besorgt seinem 13 jährigen Sohn Phil einen Job bei Karla und lädt sie zu einer Weihnachtsfeier ein. Durch den Ueberraschungsgast geht die Feier jedoch gründlich in die Hose. Ohne grosse Einführung in die Personen wird man zu Beginn von dieser Geschichte sofort in Freds Gedankenwelt hineinkatapultiert. Sehr schnell spürt man, die Unsicherheit ,die Zweifel die er für sich und seinen ersten Job als Sterbebegleiter hegt. Erst war ich unsicher, ob Fred mir gefällt. Man denkt ja automatisch, ob man denn selbst in so einer emotionalen Situation jemanden wie Fred als Begleiter haben möchte? Doch Fred hat mich positiv überrascht. Je länger, je sympathischer wurde er mir. Und schlussendlich musste ich mir eingestehen, dass er wohl für Karla die ideale Person als Sterbebegleiter ist. Gerade die Figur „Fred“ empfand ich als hervorragend ausgearbeitet und gezeichnet. Ebenfalls überzeugend und sehr authentisch ist Karla.  Abwechselnd und kapitelweise wurden Fred, Karla, ihre Schwester Gudrun und Phil, der Sohn von Fred, in den Mittelpunkt gerückt. So geht es zwar hauptsächlich um die lebensbedrohende Krankheit, das Sterben und die Begleitung. Doch auch Erinnerungen um die Beziehung der Schwestern und die Vater- Sohn Beziehung werden thematisiert. Etwas, dass dieses Buch sehr abwechslungsreich gemacht hat. Sehr berührt haben mich, die immer wieder eingeschobenen Listen, die Karla anfertigt. Darauf notiert sie Menschen, Situationen, Dinge etc. die sie sehr mag oder ablehnt, und man erkennt als Leser sehr schnell wie sich die Prioritäten verschieben. Den Schreibstil habe ich als ausdruckstark empfunden. Sätze, Wörter ,ganze Passagen haben mich sehr nachdenklich gemacht und auch sehr berührt. Der Autorin ist eine Geschichte gelungen, die sehr authentisch Einblick in die letzten Wochen vor dem Tod, aber auch die Begleitung der Sterbenden ,gibt. Gleichzeitig ist die Story nicht nur schwer und traurig, sondern zeigt auch wie eine Sterbende beim „Sonnenuntergang ihres Lebens „(O-Ton Buch ) versucht ,ihre Würde und vor allem ihre Entscheidungsfreiheit zu behalten.

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    • 3
  • Vom Sterben und Überleben

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    misery3103

    15. April 2017 um 12:38

    Fred Wiener tritt seine erste Stelle als ehrenamtlicher Sterbebegleiter an. Er soll für die 60jährige Karle da sein, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch all sein erlerntes Wissen entpuppt sich als unbrauchbar, weil Karla anders ist: stark und nicht schwach, bestimmend und nicht bestimmbar. Fred muss lernen, mit der neuen Situation umzugehen … und lernt viel über sich und das Leben.Ein tolles Buch über eine starke Frau, die ihr Leben selbstbestimmt lebte und auch beenden will. Das Sterben nervt sie und sie duldet keine Schwäche in ihrer Umgebung. Im Umgang mit Fred ist sie konsequent und streng, was ihn zur Verzweiflung bringt, weil er gut sein will in dem, was er tut. Als er seinem verschlossenen Sohn Phil erlaubt für Karla zu arbeiten, kommen sich auch Vater und Sohn wieder näher und Phil wird ein bisschen offener und erwachsener.Ein tolles Buch über das Sterben, über den Umgang mit Sterbenden. Ein faszinierender Charakter, der einem das Sterben in Würde und zu den eigenen Bedingungen näher bringt. Ein schwieriges Thema toll umgesetzt.Ein tolles Buch, das noch lange nachhallt!

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  • So ein schweres, schönes Buch

    Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

    once-upon-a-time

    14. April 2017 um 21:09

    „Vorlesen darfst du mir erst, wenn ich mich nicht mehr dagegen wehren kann. Ich mochte Vorlesen noch nie, aber wahrscheinlich wird es mir bei dir sogar gefallen.“ (S.168)Zusammenfassung. Fred ist seit Neuestem ehrenamtlicher Sterbebegleiter und will alles tun, um seinen ersten Einsatz nicht zu vermasseln. Karla hat Bauchspeicheldrüsenkrebs und gerät in ihren letzten Monaten an Fred. Diese Konstellation, so schwierig sie zu Beginn auch zu werden scheint, lässt nicht nur Karla und Fred ein gutes Stück wachsen.Erster Satz. Nur zehn Minuten vor Karlas Hauseingang reichten aus, um Freds Zuversicht in Beklommenheit und dann in mühsam kontrollierte Panik zu verwandeln.Cover. Es gibt schönere Cover und solche, die mich mehr ansprechen. Was mir jedoch gut gefällt, das ist der Titel, obwohl ich ihn zunächst nicht verstanden habe. Aber als mir dann klar war, wann dieses „und dann“ eintritt, da fand ich den Titel wirklich gelungen.Inhalt. So schwer die Geschichte auch ist, die in diesem Roman erzählt wird, so leicht ließ sie sich doch lesen, nicht im Sinne von „leichter Lektüre“, sondern weil sich alles, was geschildert wird, so natürlich und richtig anfühlt, nie gestelzt oder hölzern (außer an den Stellen, an denen die Situation es erfordert). Vieles wird nie ausgesprochen, vieles findet nur am Rande Erwähnung und hätte dem Buch noch ein paar Seiten mehr bescheren können, und viele Stellen finde ich im Nachhinein ein wenig unbefriedigend.Aber dann wieder ist es ganz genau das, was mir an dem Roman so gut gefallen hat: Seine Unvollkommenheit, dass sich im Leben eben nicht immer alles aufklärt und in Wohlgefallen auflöst, dass nicht immer alles einfach ist.Personen. Kaum ein Roman hat es bisher auf die Weise geschafft, mir Figuren an die Hand zu geben, mit denen ich mich identifizieren kann, wie dieser. Das beginnt bei Fred, dessen Gedanken mir zu Beginn teils unangenehm waren, weil ich mich so gut in ihnen wiederfinden konnte; da ist Freds Sohn Phil, der eine solche Begeisterung für Wörter aufbringt, dass ich mich (in dieser Hinsicht) so verstanden wie nie zuvor gefühlt habe; und da ist Karla, für deren Zitat oben ich sie hätte knutschen können, weil ich mich so sehr darin wiederfinde. Allein das fand ich an „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ ziemlich grandios.Und auch in den Figuren ist dieses Buch so wunderbar unperfekt. Sie erklären sich nicht, jedenfalls nicht wirklich in zufriedenstellendem Ausmaß, und unter anderem dadurch entsteht diese Unvollkommenheit, die mir an diesem Roman sehr gut gefallen hat.Zitate. „Sie hatten immer noch schlechten Sex, aber sie heirateten trotzdem, weil es niemanden gab, mit dem sie besseren Sex hätten haben können.“ (S. 91)„Das Konzept der Seele, verstand er plötzlich, war nicht durch religiösen Idealismus entstanden, sondern nur das Ergebnis eines einfachen Subtraktionsprozesses.“ (S. 172)„Wie unangenehm dieser plötzliche Druck war, den er in seinem Brustkorb spürte, es könnte Kotzen oder Weinen oder ein Herzinfarkt werden.“ (S. 250)Fazit. Ein Roman, der mich sehr bewegt hat, den ich mit Vergnügen und häufig mit mindestens einer Träne im Auge gelesen habe. Ein Roman über das Wachsen an Aufgaben und Situationen, über Liebe und Freundschaft und über Familie. Ein Roman, den ich wirklich empfehlen kann.

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