Lest euch keine Rezensionen zu diesem Buch durch. Lest das Buch! Piranesi ist eines dieser Bücher, das umso stärker wirkt, je weniger man darüber weiß. Ein Buch, dass man entdecken darf, voller Geheimnisse. Spannend geschriebenen, eine packende Sprache. Kompakt, abenteuerlich, die perfekte Länge. Ein Lesevergnügen!
Susanna Clarke
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Susanna Clarke
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Jonathan Strange & Mr. Norrell: Roman
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Jonathan Strange and MR Norrell
Neue Rezensionen zu Susanna Clarke
"Piranesi" hat einige negative Rezensionen kassiert; der Funke springt also nicht bei allen über. Kann ich mir vorstellen, denn man verbringt zunächst sehr viel Zeit in dieser seltsamen (Parallel?-)Welt, bis sich schließlich eine Kriminalgeschichte entspinnt: Wer ist "Piranesi" und wie ist er in diese Welt gekommen, beziehungsweise: durch wen? Auch die Auflösung wurde teils als "zu simpel" bemängelt, der Schreibstil zu spröde.
Für mich dagegen hat alles zusammengepasst: Ich liebte, wie dieses "Ozeanhaus" gestaltet ist, wie der Zweifel langsam in Piranesi einsickert und wie die Geschichte aufgelöst wird - nicht superspektakulär, aber elegant. Was Susanna Clarke außerdem perfekt beherrscht, ist, den Schreibstil auf die jeweilige Situation anzupassen und Informationen nur Stück für Stück preiszugeben, so dass ich als Leser selbst zum Detektiv werde.
Neben der handwerklichen Klasse punktet der Roman auch im Subtext; das Buch wirft grundsätzliche philosophische Fragen auf, über die man nachdenken kann, aber nicht muss. Für mich ist "Piranesi" einfach perfekte Unterhaltung.
Die Welt von Piranesi erscheint surreal – ein riesiges Haus mit Ozeanen, Wolken und riesigen Statuen. Piranesi beginnt das Haus zu erforschen und sucht dabei nach sich und dem Grund, warum er hier ist.
Dass „Piranesi“ ein ungewöhnlicher Roman ist, zeigt schon die Tatsache, dass ich außergewöhnlich lange an dem einleitenden Text dieser Rezension gesessen habe. Auch wenn es pathetisch klingt: So etwas habe ich wohl noch nie gelesen.
Dabei ist der aus Sicht des Ich-Erzählers – Piranesi – geschriebene Text in Tagebuchform zunächst höchst verwirrend. Man fragt sich wirklich mehr denn je, was dieses Buch soll und was es von einem will. Aber genau dadurch entwickelt es einen unglaublichen Sog. Man will eben wissen, was los ist und es ist logisch, dass man das nicht weiß, schließlich weiß es Piranesi ja auch nicht.
Aber je weiter das Buch voranschreitet, umso mehr Erkenntnisse ergeben sich, bis schließlich alles aufgelöst wird. Dabei ist faszinierend, dass man immer am Miträtseln ist und auch schon mal eine Theorie aufstellt, die man in kürzester Zeit über den Haufen werfen kann.
Was ist „Piranesi“ also für ein Roman? Keine Ahnung, ich glaube, ich weiß es immer noch nicht. Ich weiß nur, es war für mich noch nie so faszinierend, nichts zu wissen, eine Auflösung zu bekommen und sich dennoch zu fragen, was das jetzt war und was es derart süchtigmachend macht. Man muss es gelesen haben – und versteht es dann doch nicht. Daumen hoch für ein Buch, das gelungen anders ist.
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Susanna Clarke wurde am 01. November 1959 in Nottingham (Großbritannien) geboren.
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