Jonathan Strange & Mr. Norrell

von Susanna Clarke 
4,0 Sterne bei174 Bewertungen
Jonathan Strange & Mr. Norrell
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Positiv (129):
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Zauberer, Duelle, Kriege, Kämpfe und böse Elfen - Urban Fantasy auf höchstem Niveau

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viel zu langatmig und nichts passiert. War mir zu öde. Auch die Serienverfilmung. Schade.

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Inhaltsangabe zu "Jonathan Strange & Mr. Norrell"

"Vor vielen Jahrhunderten, als es in England noch Magie gab, war der größte aller Zauberer der »Rabenkönig«. Jetzt, am Anfang des 19. Jahrhunderts, ist er nur noch eine Legende, und England glaubt nicht mehr an wirkliche Zauberei. Bis der zurückgezogen lebende Mr Norrell aus Hurtfew Abbey auftaucht und die Statuen der Kathedrale von York sprechen und tanzen lässt. Die Nachricht über dieses Ereignis verbreitet sich, und Mr Norrell geht nach London, um der Regierung im Krieg gegen Napoleon zu helfen. Dort trifft er Jonathan Strange, einen brillanten jungen Zauberer, den er als Schüler aufnimmt. Die beiden begründen eine neue Tradition englischer Magie ..."

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783827005229
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:1020 Seiten
Verlag:Bloomsbury
Erscheinungsdatum:01.09.2004
Das aktuelle Hörbuch ist am 28.02.2005 bei Chivers Audio Books erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    TamiraSs avatar
    TamiraSvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Zauberer, Duelle, Kriege, Kämpfe und böse Elfen - Urban Fantasy auf höchstem Niveau
    Jonathan Strange & Mr. Norrell - eine Biografie

    „Er wünschte, er wäre in Hurtfew Abbey geblieben, um zu seinem eigenen Vergnügen zu lesen und zu zaubern. Nichts, so dachte er, war den Verlust von vierzig Büchern wert.“

     

    Die theoretischen Zauberer von York sind außer sich: zum ersten Mal seit unzähligen Jahren scheint ein praktischer – ein richtiger, ein wahrer! – Zauberer in England zu leben, und das schon seit einiger Zeit, ohne dass dieser der Gilde seine Aufwartung gemacht hätte!

    Für die theoretischen Zauberer ein Ding der Unmöglichkeit – und zudem überhaupt nichts, was ein Gentleman tun würde -, doch das schlimmste, das aller schlimmste, ist, dass dieser sogenannte praktische Zauberer eine so umfassende Bibliothek mit Büchern über Zauberei (wohlgemerkt, keine Zauberbücher, denn diese würde ein echter Gentleman wohl kaum studieren) besitzt, deren Lektüre er der Zauberergilde von York vorenthält.

    Und so kommen sie zu der Überzeugung, dass dieser Zauberer – ein gewisser Gilbert Norrell – kein wirklicher praktischer Zauberer ist und setzen ihn von ihrer Unmut über seine „Fabuliererei“ (oder eben Lügen) in Kenntnis zu setzen, woraufhin sie etwas in Gang bringen, das sie noch lange beschäftigen wird.

    Denn Mr. Norrell soll seine Zauberkraft vorführen, andernfalls wird er vor allen, oder fast allen Zauberern von York als Lügern da stehen. Und dieser willigt ein, jedoch nur unter einer Bedingung: Falls er beweist, zaubern zu können, sollen alle Zauberer, die schriftlich etwas gegenteiliges behaupten, aufhören, die Zauberer weiter zu studieren und sollen von da an, keine Zauberer mehr sein.

    Als Mr. Norrell, der fortan als der einzige „echte“ Zauberer in England bekannt wird, bereits einige Jahre seinem Broterwerb nachgeht, in dem er hier ein Trugbild herauf beschwört und dort ein kleines Unwetter, betritt Jonathan Strange die Bühne. Und plötzlich gibt es zwei praktische Zauberer in England und alle Londoner sind einhellig der Meinung, dass der eine den anderen als sein Schüler aufnehmen soll.

     

    Dieses Buch, das mit seinen knapp über tausend Seiten viele meiner Abende in den letzten Wochen gefüllt hat, ist sprachlich so ausgefeilt, dass man teilweise vergisst, einen Fantasy-Roman in Händen zu halten. Es ist schier unglaublich, dass dies ein Debütroman sein soll, denn Clarke herrscht über ihre Geschichte und Protagonisten wie eine Meisterin. Die Atmosphäre ist großartig, man fühlt sich ähnlich wie während des Lesens von Die Frau in Weiß, American Gods, Sturmhöhe oder Niemalsland – sie ist ständig düster und drückend, doch wird gleichzeitig immer wieder vom so angenehmen britischen Humor aufgelockert.

    Doch zeitgleich muss erwähnt werden, dass dieses Buch eindeutig nicht jedermanns Geschmack treffen kann – denn allein die Fußnoten, die wohl ein Sechstel des gesamten Romans ausmachen (vielleicht etwas übertrieben, aber nur etwas), sind etwas, was vielen Lesern sauer aufstoßen wird. Des Weiteren befinden wir uns im England des sehr frühen 19. Jahrhunderts – die Protagonisten haben viele für uns antiquiert wirkende Eigenschaften, sind geckenhaft und manchmal vielleicht ein wenig gefühlsarm, vor allem unser Mr. Norrell ist eine Person, die man nur sehr schwer ins Herz fassen kann: er ist unsicher, zurückgezogen und gleichzeitig von sich selbst ungeheuer überzeugt, während Strange oft ignorant und abwesend ist (auch wenn er der heimliche Held in meinen Augen war, trotz seiner offenkundigen Verrücktheit).

     

     

    Dieser Roman ist keine übliche Geschichte – wir folgen unseren Protagonisten über eine sehr lange Zeit (wobei wir Jonathan Strange erst sehr spät im ersten Drittel überhaupt kennen lernen), während der man als Leser häufig das Gefühl hat, keinen wirklichen roten Faden zu sehen -, sondern eher eine romanhafte Biografie der Zauberer Norrell und Strange zu lesen. Mich störte das keineswegs (auch in einem meiner Lieblingsbücher, American Gods, folgen wir bisweilen unzähligen Nebenhandlungen, die nur bedingt etwas mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben und trotzdem habe ich jede Seite genossen), ich denke aber, dass man einen langen Atem und viel Zeit benötigt, um diese Geschichte wirklich genießen zu können – mal eben zehn oder zwanzig Seiten zu lesen ist nahezu unmöglich, um tatsächlich in die Welt abtauchen zu können, sechzig, siebzig Seiten scheinen ein Minimum zu sein, um überhaupt an der Oberfläche zu kratzen.

     

    Wer also sollte dieses Buch lesen?

    Ich empfehle dieses Buch Lesern, die gerne in den Welten von Urban-Fantasy abtauchen, den oft damit einhergehenden kitschigen Liebesgeschichten jedoch nichts abgewinnen können und nur wenig Action in einem Roman brauchen, um sich daran zu erfreuen und sich eher daran erquicken, interessanten Personen zu folgen.

     

    Außerdem empfehle ich es Lesern, die angeödet sind von der alltäglichen Langeweile und sich manchmal fragen, wie es denn wäre, gäbe es in unserer Welt zumindest ein oder zwei praktische Zauberer …


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    M
    Milkjugvor einem Jahr
    Jonathan Strange & Mr. Norrell

    Schöne Geschichte, wundervoll erzählt - nur die Spannung fehlt.
    Obwohl jede der 1000 Seiten mit Sprach- und Satzbauleistungen glänzt und ich jede noch so lange Fußzeile gern gelesen habe, sind es am Ende einfach zu viele Seiten für die Geschichte.
    Aber ich habe mich in diesem Buch zuhause gefühlt!

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    katzekatzekatzes avatar
    katzekatzekatzevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zauberei, wie sie noch nie dagewesen ist, mit einer herzhaften Priese trockenen britischen Humors.
    Rezension zu Jonathan Strange und Mr. Norrell

    [...]Vermutlich sollte man keinen Zauberer in seine Dienste nehmen und sich dann darüber beschweren, dass er sich nicht benimmt, wie andere Leute[...]  (Lord Wellington)

    Ich habe etwas hin- und her überlegt, ob ich diesem Buch, das ich nun zum zweiten Mal nach gut zehn Jahren gelesen habe, vier oder fünf Sterne gebe, habe mich dann jedoch für die geringere Bewertung entschieden, da mir zu seiner Formvollendung leider noch ein paar Dinge gefehlt haben.
    Dazu jedoch später.

    Eines jedoch vorab: Der Vergleich mit Tolkien ist unangebracht. Das wäre als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen (mal abgesehen davon, dass ich persönlich den Herrn der Ringe durchweg schlicht sterbenslangweilig fand), die Bücher könnten allein vom Genre her unterschiedlicher nicht sein. Von daher bitte ich alle, die dieses Buch lesen wollen, nichts auf diesen lächerlichen Vergleich zu geben.

    In Jonathan Strange und Mr. Norrell erfindet Susanna Clarke eine höchst interessante Art und Weise, mit der Zauberei zu spielen. Fernab von der Kindlichkeit von Harry Potter (nichts gegen HP, hab ich als Kind geliebt und verbinde schöne Erinnerungen damit) und fernab von klassischen Fantasy Romanen. Dieser Roman ist im Low-Fantasy Bereich angesiedelt und das auf eine Weise, die so noch nicht da war.

    Das Buch beginnt, angesiedelt Anfang des 19. Jahrhunderts während der napoleonischen Kriege, recht interessant - Mr. Norrell, ein in Einsamkeit und Abgeschiedenheit lebender etwas kauziger Zauberer, beschließt, dass es an der Zeit ist, die Zauberei nach England zurück zu bringen - den Auftakt dafür legt er, indem er die steinernen Figuren einer Kapelle sprechen und tanzen lässt und eine junge Frau von den Toten zurück holt - das letztendlich verschafft ihm Ansehen und Wertschätzung bei den einflussreichen Leuten und der Politik des Landes dine Wertschätzung, die zu teilen er jedoch nicht geneigt ist.
    Norrell muss sich jedoch bald mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er nicht der einzige noch praktizierende Zauberer ist. An dieser Stelle, wo doch im Buch eine ziemlich lange Zeit verstreichen musste (was auch der erste Punkt ist, den ich weniger positiv fand) taucht Jonathan Strange auf.

    Und an dieser Stelle möchte ich mich nun zuerst den beiden Charakteren widmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während man Norrell als eher konservativ, misstrauisch, miesepetrig und bieder bezeichnen kann, springt einen die Persönlichkeit von Strange schon vom ersten Augenblick an. Ein energetischer junger Mann, der sich viel selbst beigebracht hat und voller innovatier Ideen steckt. Man mag es kaum glauben, doch zu Anfangs profitieren sie beide vom dem Charakter des jeweils anderen. Das bleibt jedoch nicht lange so.

    Während ich beim Lesen regelrecht die faszinierende Charakterentwicklung gespürt habe, die Strange durchlebt - von einem funkensprühenden jungen Mann, zu einem arroganten und exzentrischen Zauberer, der sich bald über jedwede Konventionen hinwegsetzt, habe ich Norrell bald nur noch als unsympathischen, ewig nörgelnden und hinterfotzigen ältlichen Mann empfunden, dessen einzige Funktion im Buch es war, Strange zu torpedieren, (welcher ständig geschillert hat mit seinen Taten). Von Charakterentwicklung keine Spur. Er verblasst regelrecht hinter Jonathan Strange, was ich doch etwas schade finde, da ich ihn anfangs durchaus interessant fand, und das ist der zweite Punkt auf meiner "nicht so positiv Liste", denn das Buch heißt ja "Jonathan Strange und Mr. Norrell" und nicht "Der große Zauberer Jonathan Strange und der nörgelnde alte Mann". Das fand ich dann doch etwas enttäuschend. Ich konnte Norrell schon etwa ab der Hälfte des Buches auf den Tod nicht mehr ausstehen.
    Was mir etwas gefehlt hat, muss ich gestehen, war, die Gefühlswelt der Charaktere. Die Charaktere selbst wurden zwar recht schillernd beschrieben, jedoch wurde selten auf Gefühle o. Ä. eingegangen, was es manchmal etwas schwer gemacht hat, zu den Charakteren einen richtigen Bezug zu finden.

    Zum Buch insgesamt: Zu Allererst; Ich LIEBE diesen trockenen britischen Humor - es gab Stellen, wo ich niemals erwartet hätte, etwas Lustiges zu lesen, an denen ich mich schlappgelacht habe.

    Zu der Langatmigkeit, die viele bemängeln möchte ich mich auch äußern. Ich teile diese Ansicht nur zum Teil. Gewiss, es gibt vereinzelte (!) Passagen, die man herunterkürzen hätte können, die schlichtweg überflüssig waren, aber insgesamt liest sich das Buch doch recht flüssig und süchtigmachend durch.
    Sehr spannend empfand ich auch den Einsatz Stranges im Krieg gegen Napoleon Buonaparte unter Lord Wellington, einem historisch wichtigen und berühmten Mann, und amüsant das Zusammentreffen mit dem englischen König, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

    Es tauchen schon recht viele Charaktere auf, aber man wird damit nicht überfordert - Clarke streut neue Charaktere umsichtig und mit Feingefühl, sodass man immer weiß, wer was wo gerade tut ohne dass es einen überfordert oder verwirrt.

    Was mich mit am meisten fasziniert hat, war die Legende des Rabenkönigs - dem mächtigsten Zauberer aller Zeiten, der sogar Lord Voldemort blass aussehen lässt. Während des ganzen Buches spürt man irgendwie seine unterschwellige mystische Präsenz, bis hin zum Ende und Susanna Clarke hat da ein sehr Spannendes Mysterium geschaffen, das die einzelnen feinen Fäden dieses Buches am Schluss schlüssig zusammen laufen lässt.

    Insgesamt kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen, denn seine Gesamtheit tröstet über die kleinen Mängel hinweg, die es aufweist :)

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr interessanter Einstieg und guter Schluss, aber im Mittelteil zieht die Geschichte sich unnötig in die Länge. Etwas enttäuschend.
    Etwas enttäuschend

    Ich hatte sehr hohe Erwartungen an Jonathan Strange & Mr. Norrell. Das Buch schien ganz nach meinem Geschmack zu sein; eine Mischung aus Geschichte und Fantasy klang für mich sehr vielversprechend und ich war wirklich gespannt... nur um dann enttäuscht zu werden.

    Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Im Gegensatz zu vielen anderen Lesern, die den Anfang schwierig fanden, war ich schon zu Beginn gefesselt. Die Stimmung erinnert definitiv an die damalige Zeit und das World Building war unglaublich gut. Clarke hat die alternative Geschichtsschreibung, in der die Magie in England schon immer eine große Rolle spielte, interessant dargestellt (ich hätte gerne mehr davon gehabt) und auch in den Fußnoten faszinierende Informationen untergebracht, zudem wurde Magie in sehr kreativen Arten angewandt und auch die Theorie dahinter beschrieben. Die Charaktere wurden ebenfalls ausgiebig vorgestellt, sodass man genau weiß, worum es geht und wer die Akteure in Clarkes Erzählung sind. Der Schreibstil war zwar sehr ausufernd und ein bisschen komplex, aber durchaus angenehm zu lesen und zur Geschichte passend; besonders die detaillierten, wunderbaren Beschreibungen haben es mir angetan, vor allem in Bezug auf die fantastischen Elemente. Alles ist sehr bildhaft und eindringlich dargestellt, sodass ich die Welt(en), die die Autorin erschaffen hat, ebenso wie die Figuren gut vor Augen hatte.
    Auch Spannung war durchaus da. Schon früh in der Geschichte gibt es düstere und geheimnisvolle Elemente wie unsichtbare Wälder, die einfach aus dem Nichts heraus wachsen, plötzlich auftauchende Zimmer und Körperteile als Preis in einem Handel. Ich war wirklich fasziniert und vor allem die Nebenhandlung rund um die Elfen war für mich sehr interessant, sodass ich mich auf 1000 Seiten Lesespaß gefreut habe.

    Leider begann die Geschichte dann nach etwa 150/200 Seiten, sich in die Länge zu ziehen. Unwichtige Ereignisse, wie verschiedene Teepartys, die Mr. Norrell besucht, aber auch die Kriegshandlungen in Spanien, wurden viel zu ausführlich geschildert. Der detailverliebte, ausufernde Schreibstil, der mich zu Beginn nicht gestört hatte, konnte fast schon als langatmig bezeichnet werden und die Handlung ging nur sehr, sehr langsam voran und ich hatte das Gefühl, dass nichts (beziehungsweise nichts relevantes) mehr passierte. Die theoretischen Abhandlungen um Magie waren nun viel zu ausführlich und nahmen zu große Teile der Handlung ein, während die durchaus interessanten Ansätze und gerade auch die Geschichte um die Elfen viel zu kurz kamen. Die verschiedenen Handlungsstränge wurden einfach nicht wirklich vorangetrieben.
    Auch die Fußnoten waren in ihrer Häufigkeit nicht unproblematisch. Zwar enthielten sie interessante Informationen, aber da sie teilweise sehr lang waren und sich über mehrere Seiten zogen, lenkten sie auch von der Hauptgeschichte ab.
    Hinzu kam, dass ich zu den Protagonisten keine wirkliche Verbindung aufbauen konnte. Die beiden sind zwar gut charakterisiert, haben große Schwächen (die beiden werden an einer Stelle als "Furchtsamkeit und Hochmut" betitelt und das ist definitiv passend) und wirken deshalb real, aber beide sind auch oft ziemlich unsympathisch. Ich habe sie nicht gehasst, aber ihr Schicksal war mir relativ egal und auch deshalb hatte ich Probleme, ihrer Geschichte zu folgen.

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich gerade durch den zweiten Teil durchkämpfen musste. Die Handlung ging einfach nicht voran und die Figuren waren mir egal, also war ich trotz einiger sehr guter Ansätze und des tollen Schreibstils nicht wirklich motiviert, weiterzulesen. Durchgehalten habe ich eigentlich nur, weil ich das Buch mögen wollte und hoffte, dass es noch zu einer Wendung kommen würde.
    Ich bin aber froh, dass ich nicht aufgegeben habe - das letzte Drittel war nämlich um einiges besser als die Mitte. Die Geschichte wurde noch einmal spannend; sie verdichtet sich und die Handlungsstränge laufen zusammen. Im Prinzip kann man alles davor als Einführung betrachten - eine Einführung, die viel zu lang war. Meiner Meinung nach hätte man hier einiges straffen oder sogar ersatzlos streichen können und dann hätte mir das Buch viel besser gefallen.

    Fazit
    Jonathan Strange & Mr. Norrell ist insgesamt kein schlechtes Buch. Es ist sehr gut geschrieben und die Handlung an sich ist interessant, aber in der Mitte gibt es viele unnötige Längen und die Geschichte wäre besser gewesen, wenn es hier Kürzungen (oder mehr Handlung!) gegeben hätte. So hingegen haben mich nur der Anfang und das Ende überzeugt. Gerade das letzte Drittel hat das Buch für mich gerettet, sonst wäre meine Beurteilung schlechter ausgefallen.

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    TheSaintvor 3 Jahren
    Immer diese Zauberlehrlinge...

    Eine alte Geschichte - zauberhaft verpackt:
    Mr. Norrell, der vermeintlich letzte praktizierende Zauberer Englands, will in guter Absicht die vor langer Zeit abhanden gekommene Magie wieder ins Land bringen und mit Hilfe der Regierung gegen Scharlatane vorgehen. Magie soll wieder respektables Ansehen genießen. Trotz einer beeindruckenden Darstellung seiner magischen Künste stößt er auf wenig Akzeptanz. Als die kränkliche Verlobte des Kriegsministers stirbt, geht Mr. Norrell einen verhängnisvollen Pakt mit einem Elfen ein, der ihm das notwendige Ansehen verschafft.
    Doch nicht lange bleibt Mr. Norrell der einzige Zauberer im Lande - der junge, impulsive Autodidakt Jonathan Strange macht auf sich aufmerksam und wird bald ein gelehriger Schüler des bedächtigen, scheuen Norrell.
    Die unbeschwerte jugendliche Experimentier- und Reisefreudigkeit Strange's überflügelt schon bald das Können des Lehrers und es entsteht eine bittere Rivalität zwischen den beiden Zauberern, die Leben fordert und zu Auseinandersetzungen in der realen und der "Anders"-Welt führt.

    Der Schreibstil Clarke's ist angenehm und üppig und ihre Wortwiederholungen sind eine nette schriftstellerische Eigenart in diesem Roman. Eigenartig ist auch das Erzählen eigener kleiner Geschichten aus dem Universum des Romans in den zahlreichen Fussnoten. Diese zusätzlichen Informationen über vergangene Zauberer und deren Erfolge und Misserfolge lenken oft von der ursprünglichen Handlung ab und verlangsamen den Fortgang der Geschichte, die eigentlich einen altbekannten Aufhänger hat, aber mit der Idee der verloren gegangenen Magie in England einen lesenswerten Touch bekommt.

    Das Buch hat Längen, die Autorin verliert sich gern in uninteressanten Erlebnissen des jungen Jonathan Strange. Der sehr angenehme Schreibstil Clarke's rettet nicht über eine gewisse Fadesse hinweg, die sich bei vielleicht einem Viertel weniger an Seiten nicht eingestellt hätte.
    Die Charaktere und Locations verstehen zu unterhalten; die sind es auch, die trotz der Nebengeschichten und belanglosen Episoden den Leser durchhalten lassen.

    Ich darf die exquisite Verfilmung des Buches als 7-stündige-Mini-TV-Serie unter gleichem Titel auf DVD empfehlen. Sehr nahe am Buch, akkurat gestrafft, intelligent mit sehr charismatischen Darstellern erzählt!

    Kommentare: 1
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    Petruschavor 6 Jahren
    Rezension zu "Jonathan Strange & Mr.Norrell" von Susanna Clarke

    Ein
    6-Sterne-Buch
    Dieser großartig englische Roman hat mich süchtig gemacht, obwohl er zig Fußnoten hat. Fußnoten, die nicht langweilig sind, sondern andere Aspekte der gerade erzählten Geschichte aufzeigen. Teilweise stehen in den Fußnoten sogar zusätzliche Gechichten, die die Spannung noch mehr erhöhen, denn hier werden keine süßen Zauberer vorgestellt. Die Magie der Britischen Inseln ist boshaft, tückisch und verführerisch zugleich.

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    Millamullas avatar
    Millamullavor 8 Jahren
    Rezension zu "Jonathan Strange & Mr. Norrell" von Susanna Clarke

    Ich liebe dieses Buch. Man bekommt, was sonst so selten ist, tatsächlich eine Vorstellung davon, warum Menschen früherer Zeiten sich vor Elfen gefürchtet haben, anstatt sie anzuhimmeln, wie wir es heute tun ... Und es ist natürlich insgesamt einfach großartig geschrieben!

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    Nordlicht79s avatar
    Nordlicht79vor 8 Jahren
    Rezension zu "Jonathan Strange & Mr.Norrell" von Susanna Clarke

    HÄNDE WEG! Ich kann mich meinem "Vorredner" nur anschließen! Es wird auf dem Umschlag als Meisterwerk angepriesen. Es soll um Zauberei und zwei Rivalen gehen. So weit, so gut!
    Die Autorin hat sich auch viel Mühe gegeben mit dieser Zauberwelt, daß muß man ihr nochmal zu gute halten. Auch supertolle Idee, aber die Umsetzung ist absolut schlecht..
    Der Anfang war noch ganz nett. Aber so nach 100 Seiten, fragte ich mich dann doch, passiert hier auch mal was? Ich hatte dann die Hoffnung, dass das mit dem Auftreten von Strange passieren würde, also gut weiter quälen. Aber auch als Strange endlich auftauchte, kam die Geschichte nicht in Fahrt. Was mit Rivalität gepriesen wird, und vielleicht auf Duelle, oder irgendwas Spannendes hoffen lässt, ist ein Witz.
    1000 Seiten fast nix erzählt. Pure Zeitverschwendung!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Jonathan Strange & Mr.Norrell" von Susanna Clarke

    Tja, was soll ich dazu schreiben?
    Auch ich war sehr erstaunt als da Vergleiche mit Tolkien angestellt wurden und Rezensenten voll des Lobes für diesen Schinken waren. Ich hatte wieder diese typischen -haben die das gleiche Buch wie ich gelesen- Momente.
    Susanna Clark hat sich wirklich bemüht eine eigene Welt zu schaffen. Hat Charaktere bis zurück in die Großelterngeneration kreiert. Lebensläufe in Geschichtliche Gegebenheiten eingefügt und auch sonst sehr Detailverliebt ihre Vorstellungen ausziseliert. Dies ist ihr, gepaart mit ihrer guten Feder, auch wirklich vorbildlich gelungen. Andere Bücher wie z.B. Traum aus Stein und Federn haben gezeigt wie man bereits auf den ersten 100 Seiten den Leser mit ner Schlechten Schreibe so verkrault das er am liebsten das Brikett an die Wand klatscht und es nie mehr aufschlägt.

    Dennoch hatte ich immer das Gefühl das sie nicht ganz wusste was sie mit ihrer Welt nun wirklich anfangen soll. Die Figuren sagen zwar allesamt brav ihren von ihr zugedachten Text auf aber so richtiges Leben will keines ins Buch kommen. Ich habe mich die ersten 600 Seiten immens gelangweilt weil eigentlich gar keine Geschichte erzählt wurde. Packte man die Worte aus ihrer Zuckerwatte aus und besah man sich das was übrig blieb waren dies die Erkenntnis das es um einen selbstsüchtigen Zauberer ging der einen Zauberlehrling ausbildet. Fertig.
    Sie erleben keine Abenteuer, sie reisen nicht in der Welt herum oder machen auch sonst nichts spannendes. Die Kriegsgeschichten von Strange sind zwar nette Abwechslung aber völlig irrelevant. Auch die Seitenlangen Fußnoten bezogen sich nur auf fiktive Dinge in ihrer Fiktiven Welt und waren im Buch zu keinem Moment wirklich hilfreich. Im Gegenteil. Im Späteren Verlauf trifft man dann immer wieder auf welche die einfach nur noch mehr auf andere Fußnoten in früheren Kapiteln verweisen. Und ganz schlimm war dann ein Fall in dem man die Fußnote aufmerksam las aber dann feststellen musste das der gesamte Inhalt zwei Zeilen später im Fliesstext einen noch mal vorgekaut wurde.
    Generell hatte das Buch nichts was man nicht auch auf 300 Seiten hätte sagen können. Zwar beginnt dann mit Stranges Reise nach Venedig das Buch etwas an Fahrt aufzunehmen aber immer wenn die Autorin den Versuch unternahm etwas zu erzählen, etwas wie eine Geschichte zusammenzuwürfeln dann war es meist etwas hölzern, blass und sehr trocken dargebracht. Einzelne Schicksale konnte man schon vorhersehen und manchmal plumpsten Charaktere wie z.B. Lascelle in arg tiefe Logiklöcher. Oder habt ihr eine plausible Erklärung warum er den Wächter des Turmes gefordert hat? Außer natürlich das Clarke sonst nicht wusste wie sie ihn bestrafen sollte. Oder was mit Norrells Büchern geschah die er ja nur unter großen achen und wehen Strange mit in den Krieg geschickt hat? Zwar wurde ein arges Aufhebens darum gemacht und sie wurden auch einmal noch in einem Nebensatz erwähnt (sie sahen schon recht angeschlagen aus als Strange sie in Spanien in einem Turm aus ihrer Metallkiste nahm) aber ab da hat man nie mehr was von ihnen gehört.

    Egal.
    Mich erinnerte die ganze Geschichte, von ihrer Lesbarkeit her, doch wieder mal stark an Eccos -Das Foucaultsche Pendel- wo man sich auch 50 gutgeschriebenen, spannenden Seiten gegenübersah denen dann meist 100 langweilige und staubtrockene folgten.
    Somit kann auch ich kein wirkliches Urteil fällen. Wer sich mit einem Schöngeschriebenen aber inhaltlich blutleeren Text zufrieden gibt wird wohl seine helle Freude an dem Buch haben. Für mich persönlich war es Zeitverschwendung.

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    franksons avatar
    franksonvor 9 Jahren
    Rezension zu "Jonathan Strange & Mr. Norrell, weiße Edition" von Susanna Clarke

    England, Anfang des 19. Jahrhunderts, eine Zeit, zur der es noch viel Aberglaube und Scharlatane gab, welche vorgaben, Taschenspielertricks und gepanschte Tränke seien Zauberei.
    Angesichts dieser sich fortplanzenden Verunglimpfung einer zwar vergessenen doch überaus wissentschaftlichen und elementaren Kunst beschließt Mr. Norrell, der Bevölkerung Englands das wahre Wirken von Magie zu offenbaren, indem er die Statuen einer Kirche zum Leben erweckt.
    Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde eines echten Zauberers im ganzen Land, auch die Regierung wird auf den bis dahin zurückgezogen lebenden Herren aufmerksam und findet bei ihm Unterstützung im Krieg gegen Napoleon.
    Zu dieser Zeit lernt Mr. Norrel einen jungen, intelligenten Herren namens Jonathan Strange kennen, welchen er als Schüler aufnimmt und mit ihm eine neue Tradition der Zauberei im traditionsreichen England begündet.
    Doch führen die unterschiedlichen Charaktere und Vorstellungen der beiden zu einer Entzweiung der entstandenen Freunschaft und sie gehen getrennte Wege als sich gegenseitig ausbootende Rivalen eines mittlerweile sehr gefragten Berufstandes in einer von Krieg durchzogenen Zeit.
    Doch die Beschwörung von Zaubern, unter zu Hilfenahme eines alten und mächtigen Wesens aus einem vergessenen magischen Land, werfen tiefgreifende Probleme und Konsequenzen für die reale Welt auf, so dass die zwei Herren ihre starrköpfige Rivalität beiseite legen und gemeinsam das tun, was nur sie vermögen zu tun .
    Die Autorin verstand es auf einfallsreiche Art und Weise, Magie und neuzeitliche Wirklichkeit ganz neuartig zusammenzufügen.
    Was zunächst wie ein Gentleman- Freizeitsport aussieht, entwickelt sich zu einer weit zurück reichenden, voller ungelöster Rätsel steckenden Macht, welche man nur wie gebannt verfolgen kann.
    Doch sind es die gegensätzlichen Charaktere von Strange & Norrell, welche die ganze Geschichte meiner Meinung nach zur tragenden Stütze von Neugier, Spannung und Kurzweile machen.
    Auch das offene Ende des Buches lässt einen die Geschichte in seinen Gedanken weiterlaufen, auch wenn man das Buch bereits fertig gelesen hat.
    Perfekt für veregnete Herbstabende am prasselnden Kaminfeuer mit Tee und Gebäck!

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