Susanna Kaysen

 3.9 Sterne bei 145 Bewertungen
Autor von Durchgeknallt, Girl Interrupted und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Susanna Kaysen

Durchgeknallt

Durchgeknallt

 (86)
Erschienen am 01.06.2000
Seelensprung

Seelensprung

 (26)
Erschienen am 11.07.2011
Seelensprung: Ein Leben in zwei Welten

Seelensprung: Ein Leben in zwei Welten

 (1)
Erschienen am 27.04.2012
Girl Interrupted

Girl Interrupted

 (29)
Erschienen am 01.06.2001
Der Mann ohne Seele

Der Mann ohne Seele

 (1)
Erschienen am 01.05.1991
Asa, As I Knew Him

Asa, As I Knew Him

 (0)
Erschienen am 01.06.1994

Neue Rezensionen zu Susanna Kaysen

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Rezension zu "Seelensprung: Ein Leben in zwei Welten" von Susanna Kaysen

Irre guter Lesestoff
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Welcher Sinn steckt im WahnSINN - das ist hier die Frage. Sie wird nicht direkt beantwortet, aber zwischen den Zeilen kommt man der Antwort näher.

Mit 18 Jahren wird die Autorin überraschend von einem Arzt in eine Nervenheilanstalt gesteckt. In den 70iger Jahren schien das noch recht unbürokratisch und rasch möglich gewesen zu sein. Sie schildert ihre Erlebnisse, insbesondere die Erfahrungen mit den anderen Patienten, aber auch ihre eigenen Gedanken. Sie drehen sich um die Frage, verrückt oder einfach dem Leben nicht gewachsen? Es scheint als könnte sie einen distanzierten Blick auf sich selbst werfen und sich dadurch in gewisser Weise analysieren. Die Diagnose lautet Borderline-Persönlichkeit.

Die Autorin schreibt unterhaltsam mit einer gewissen Portion Humor. Die ungewöhnlichen Gedanken sind interessant und zeugen von Intelligenz, von Interesse am Leben und an den Menschen um sie herum. Rasch hatte ich die Episode verschlungen und dabei selbst neuen Denkstoff bekommen. Fünf Sterne für diese wahre Geschichte.   

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BeeLus avatar

Rezension zu "Seelensprung" von Susanna Kaysen

Seelensprung
BeeLuvor 2 Jahren

In ihrem Memoir "Seelensprung - Ein Leben in zwei Welten" erzählt Susanna Keyson von ihrer Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus. Im April 1967 wird sie als 18-jährige von einem Arzt nach einem kurzen Gespräch ins McLean Hospital in Belmont eingewiesen. Sie ist depressiv und aus "nur für ein paar Wochen" werden unglaubliche zwei Jahre, die sie auf der offenen Station der Klinik verbringt. Sie schildert, wie die Patienten von der Außenwelt abgeschottet und bei der kleinsten "Auffälligkeit" mit Medikamenten ruhig gestellt werden. Und jeder behandelt sie, als die Irren, die Verrückten, die Spinner.

"Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Unsere Privatsphäre, unsere Freiheit, unsere Würde: Das alles war weg, und wir waren entkleidet bis auf die blanken Knochen unseres Ichs" (S. 127).

Die Therapien zu der Zeit sind unfassbar, von Elektroschocks (EKT) und Eiswickeln bis hin zur Fixierung im Isolierzimmer. Kopfschüttelnd habe ich ihre Schilderungen gelesen und mich gefragt, wie so etwas vor noch gar nicht allzu langer Zeit als "Behandlung" angesehen werden konnte. Alle Patienten wurden nach fast dem gleichen Schema "therapiert". Susanna erhält die Diagnose Borderline Persönlichkeitsstörung und erhält die selbe Therapie wie ihre essgestörten oder drogenabhängigen Mitpatientinnen. Einfach nur erschreckend. Die Patienten finden ihre Wege, sich mit ihrer Situation zurechtzufinden und erfinden ihr Leben in diesem Stationsmikrokosmos neu. Das einzige Fenster zur Außenwelt der Fernseher im Fernsehraum. Susanna erlebt oft Symptome wie Depersonalisation, spürt nichts als innerer Leere und sieht im normalen Tisch einen Tiger. Wo die Grenzen zwischen Wahn und Realität verschwinden macht Susanna sich viele teils wirre Gedanken um sich und ihre Wahrnehmung. Die Sprache ist sehr deutlich und oft drastisch. Manchmal war es schwer, ihren Gedankengängen zu folgen, vieles ist durcheinander, an anderer Stelle wiederum erzählt sie glasklar. Ein authentischer Bericht, der unter die Haut geht. Ich bin wütend und erschrocken darüber, wie man mit Kranken Menschen umgeht und sie so noch viel kränker und hilfloser macht, als sie eigentlich sein müssten. Ins Buch eingeflochten finden sich Auszüge aus Kaysons Krankenakte und Arztgesprächen. Noch Jahre später stellt sie ihre Diagnose und die Behandlung in dieser Klinik in Frage. Den Film zu diesem Buch (Durchgeknallt) habe ich bisher nicht gesehen, bin aber gespannt, wie das Thema umgesetzt wurde und werde ihn mir bestimmt demnächst ansehen. Es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten. Ich habe es in nur 2 Nachmittagen gelesen. Da aber viele Episoden Fragen bei mir aufwerfen, die im Nachhinein nicht ganz geklärt werden, vergebe ich drei Sterne. Dennoch lohnt es sich, dieses Buch zu lesen!

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lord-byrons avatar

Rezension zu "Seelensprung" von Susanna Kaysen

Der Film ist besser
lord-byronvor 3 Jahren

Susanna Kaysen hatte Pech: Auf Grund eines psychologischen Gutachtens wird sie im Amerika der 60er Jahre in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – mit einer Störung, deren Symptome so vage sind, das sie sich bei fast jedem jungen Mädchen nachweisen ließen. In der Klinik verliert sie sich mit drei anderen jungen Frauen in einer imaginären Welt. Erst mit Hilfe der leitenden Psychologin und einer handfesten Krankenschwester findet sie zurück in die Wirklichkeit.

Ich entdeckte dieses Buch beim Bloggerportal von randomhouse und da mich die Arbeitsweise in psychiatrischen Kliniken im Wandel der Zeit sehr interessiert, habe ich mir das Buch angefordert. Doch beim Lesen merkte ich sehr schnell, dass mir das alles bekannt vor kam. Aber ich war mir sicher, dass ich dieses Buch noch nie gelesen hatte. Ich schaute bei Amazon nach der Autorin und fand den Film zum Buch. "Durchgeknallt" mit einer sehr jungen Angelina Jolie und Wynona Ryder. Und diesen Film hatte ich schon gesehen.

Leider ist das hier einer der sehr seltenen Fälle, in denen der Film besser ist als das Buch. Das Buch ist irgendwie sehr technisch, während der Film spannend und interessant war. Alles wird nur angedeutet und vieles bleibt im Dunkeln. Was mich immer wieder schockt ist, dass ein Arzt, der eine Patientin das erste mal sieht, sie nach 20 Minuten in eine psychiatrische Klinik einweist und sie 18 Monate da bleiben muss. Und warum? Weil sie sich einen Pickel ausgedrückt hatte und mal eine Überdosis Aspirin genommen hatte. In der Klinik hatten dann praktisch erst ihre Probleme angefangen.

Bei Susanna Kaysen wurde eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und ich frage mich wirklich, wie die Ärzte zu dieser Diagnose kamen. Das ist so lächerlich. Auch die Therapiestunden, die sie in dieser Klinik hatte, waren einfach nur ein Witz. Der Schreibstil der Autorin ist sehr abgehackt und verwirrend. Darum kann ich leider nur 3 von 5 Punkten vergeben. Der Film bekäme übrigens 5 Punkte von mir. Also wenn ihr wählen könnt zwischen Buch und Film, dann nehmt den Film. Oder noch besser, lest das Buch und schaut euch danach den Film an. Trotz allem bin ich aber froh "Seelensprung" gelesen zu haben.

© Beate Senft

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