Susanna Kaysen Seelensprung

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Inhaltsangabe zu „Seelensprung“ von Susanna Kaysen

Eine junge Frau auf dem schmalen Grat zwischen Wirklichkeit und Wahn Susanna Kaysen hatte Pech: Auf Grund eines psychologischen Gutachtens wird sie im Amerika der 60er Jahre in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – mit einer Störung, deren Symptome so vage sind, das sie sich bei fast jedem jungen Mädchen nachweisen ließen. In der Klinik verliert sie sich mit drei anderen jungen Frauen in einer imaginären Welt. Erst mit Hilfe der leitenden Psychologin und einer handfesten Krankenschwester findet sie zurück in die Wirklichkeit.

Macht ein über die Normalität des Seins sehr nachdenklich.

— secretworldofbooks
secretworldofbooks

Die Buchversion zum Film "Girl, Interrupted" offenbart eine offensichtlichere Verbindung von Sexismus und Diagnosekriterien. Beeindruckend.

— BluevanMeer
BluevanMeer

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  • Seelensprung

    Seelensprung
    BeeLu

    BeeLu

    03. March 2017 um 15:36

    In ihrem Memoir "Seelensprung - Ein Leben in zwei Welten" erzählt Susanna Keyson von ihrer Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus. Im April 1967 wird sie als 18-jährige von einem Arzt nach einem kurzen Gespräch ins McLean Hospital in Belmont eingewiesen. Sie ist depressiv und aus "nur für ein paar Wochen" werden unglaubliche zwei Jahre, die sie auf der offenen Station der Klinik verbringt. Sie schildert, wie die Patienten von der Außenwelt abgeschottet und bei der kleinsten "Auffälligkeit" mit Medikamenten ruhig gestellt werden. Und jeder behandelt sie, als die Irren, die Verrückten, die Spinner."Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Unsere Privatsphäre, unsere Freiheit, unsere Würde: Das alles war weg, und wir waren entkleidet bis auf die blanken Knochen unseres Ichs" (S. 127).Die Therapien zu der Zeit sind unfassbar, von Elektroschocks (EKT) und Eiswickeln bis hin zur Fixierung im Isolierzimmer. Kopfschüttelnd habe ich ihre Schilderungen gelesen und mich gefragt, wie so etwas vor noch gar nicht allzu langer Zeit als "Behandlung" angesehen werden konnte. Alle Patienten wurden nach fast dem gleichen Schema "therapiert". Susanna erhält die Diagnose Borderline Persönlichkeitsstörung und erhält die selbe Therapie wie ihre essgestörten oder drogenabhängigen Mitpatientinnen. Einfach nur erschreckend. Die Patienten finden ihre Wege, sich mit ihrer Situation zurechtzufinden und erfinden ihr Leben in diesem Stationsmikrokosmos neu. Das einzige Fenster zur Außenwelt der Fernseher im Fernsehraum. Susanna erlebt oft Symptome wie Depersonalisation, spürt nichts als innerer Leere und sieht im normalen Tisch einen Tiger. Wo die Grenzen zwischen Wahn und Realität verschwinden macht Susanna sich viele teils wirre Gedanken um sich und ihre Wahrnehmung. Die Sprache ist sehr deutlich und oft drastisch. Manchmal war es schwer, ihren Gedankengängen zu folgen, vieles ist durcheinander, an anderer Stelle wiederum erzählt sie glasklar. Ein authentischer Bericht, der unter die Haut geht. Ich bin wütend und erschrocken darüber, wie man mit Kranken Menschen umgeht und sie so noch viel kränker und hilfloser macht, als sie eigentlich sein müssten. Ins Buch eingeflochten finden sich Auszüge aus Kaysons Krankenakte und Arztgesprächen. Noch Jahre später stellt sie ihre Diagnose und die Behandlung in dieser Klinik in Frage. Den Film zu diesem Buch (Durchgeknallt) habe ich bisher nicht gesehen, bin aber gespannt, wie das Thema umgesetzt wurde und werde ihn mir bestimmt demnächst ansehen. Es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten. Ich habe es in nur 2 Nachmittagen gelesen. Da aber viele Episoden Fragen bei mir aufwerfen, die im Nachhinein nicht ganz geklärt werden, vergebe ich drei Sterne. Dennoch lohnt es sich, dieses Buch zu lesen!

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    • 7
  • Der Film ist besser

    Seelensprung
    lord-byron

    lord-byron

    Susanna Kaysen hatte Pech: Auf Grund eines psychologischen Gutachtens wird sie im Amerika der 60er Jahre in eine psychiatrische Klinik eingewiesen – mit einer Störung, deren Symptome so vage sind, das sie sich bei fast jedem jungen Mädchen nachweisen ließen. In der Klinik verliert sie sich mit drei anderen jungen Frauen in einer imaginären Welt. Erst mit Hilfe der leitenden Psychologin und einer handfesten Krankenschwester findet sie zurück in die Wirklichkeit. Ich entdeckte dieses Buch beim Bloggerportal von randomhouse und da mich die Arbeitsweise in psychiatrischen Kliniken im Wandel der Zeit sehr interessiert, habe ich mir das Buch angefordert. Doch beim Lesen merkte ich sehr schnell, dass mir das alles bekannt vor kam. Aber ich war mir sicher, dass ich dieses Buch noch nie gelesen hatte. Ich schaute bei Amazon nach der Autorin und fand den Film zum Buch. "Durchgeknallt" mit einer sehr jungen Angelina Jolie und Wynona Ryder. Und diesen Film hatte ich schon gesehen. Leider ist das hier einer der sehr seltenen Fälle, in denen der Film besser ist als das Buch. Das Buch ist irgendwie sehr technisch, während der Film spannend und interessant war. Alles wird nur angedeutet und vieles bleibt im Dunkeln. Was mich immer wieder schockt ist, dass ein Arzt, der eine Patientin das erste mal sieht, sie nach 20 Minuten in eine psychiatrische Klinik einweist und sie 18 Monate da bleiben muss. Und warum? Weil sie sich einen Pickel ausgedrückt hatte und mal eine Überdosis Aspirin genommen hatte. In der Klinik hatten dann praktisch erst ihre Probleme angefangen. Bei Susanna Kaysen wurde eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und ich frage mich wirklich, wie die Ärzte zu dieser Diagnose kamen. Das ist so lächerlich. Auch die Therapiestunden, die sie in dieser Klinik hatte, waren einfach nur ein Witz. Der Schreibstil der Autorin ist sehr abgehackt und verwirrend. Darum kann ich leider nur 3 von 5 Punkten vergeben. Der Film bekäme übrigens 5 Punkte von mir. Also wenn ihr wählen könnt zwischen Buch und Film, dann nehmt den Film. Oder noch besser, lest das Buch und schaut euch danach den Film an. Trotz allem bin ich aber froh "Seelensprung" gelesen zu haben. © Beate Senft

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    • 5
  • Ein unterbrochenes Leben

    Seelensprung
    BluevanMeer

    BluevanMeer

    12. September 2014 um 19:21

    "Die Leute fragen, wie bist du da reingekommen? Was sie eigentlich wissen wollen, ist, ob sie möglicherweise auch drin landen werden. Die eigentliche Frage kann ich nicht beantworten. Ich kann nur sagen: Es ist leicht." (S.9) Was bedeutet Verrückt-sein eigentlich? Wer macht den Cut zwischen normal und nicht-normal? Und was bedeutet die Diagnose einer psychischen Erkrankung für minderjährige Frauen in den 1960er Jahren in den USA? In Seelensprung. Mein Leben in zwei Welten beschreibt Susanna Kaysen die Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthalts auf der geschlossenen Station der Psychiatrie machte. Und die eigene Wahrnehmung von dem, was die Lesenden vielleicht anfänglich noch als verrückt bezeichnen, wird auf eine harte Probe gestellt. Kaysen fühlte sich nicht wohl, depressiv - sie sucht Hilfe bei einem Psychiater, der sie sofort in die Psychiatrie überweist. Nach einem einstündigen Diagnosegespräch. Diagnosen werden nicht hinterfragt, wenn man einmal drin ist, ist man drin. Kaysen bleibt zwei Jahre. In einem Ausschnitt ihrer Einweisungsakte wird festgehalten: "promiskuitiv, könnte sich umbringen oder schwanger werden" (S.13), Kriterien die anscheinend 1969 genauso ausschlaggebend sind, wie eine ernsthafte Depression. Ihre Promiskuität wird an der Affäre mit einem Lehrer festgemacht - ihm passiert nichts, Susanna hingegen wird eingewiesen und schildert in kurzen zwei- oder dreiseitigen Essays ihre Erfahrungen. Und die sind mehr als verstörend. Die Frauen werden abgeschoben, Therapien gibt es, doch die meiste Zeit werden mehr oder weniger verwahrt. Lisas Psychiater macht in ihrer Therapiestunde gerne ein Nickerchen. Beschweren zwecklos. Was gegen Depression helfen sollte und heutzutage nur noch an Folterungen erinnert, ist die Behandlung mit Elektroschocks. Eine Methode übrigens, deren Auswirkungen auch eindringlich in Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten von Robert M. Pirsig beschrieben wird. Für Susanna sieht das dann so aus: "Wir sahen vieles mit an. Wir sahen mit an, wie Cynthia einmal in der Woche weinend von den Elektroschocks zurückkam. Wir sahen mit an, wie Polly zitterte, wenn sie in eiskalte Laken eingepackt gewesen war." (S.30) Eine Revision der Diagnose findet nicht statt. Und die Eltern glauben den Ärzten eher als ihrer Tochter. Kaysen nimmt es mit Galgenhumor: "Unsere Klinik war berühmt und hatte viele große Dichter und Sänger beherbergt. [...] Sylvia Plath war gekommen und gegangen. Was haben Metrum, Sprachmelodie und Rhythums an sich, daß ihre Schöpfer davon wahnsinnig werden?" (S.67) Klar, Plath kam raus - und nahm sich das Leben. Susanna versucht drinnen auszuhalten, macht sich Gedanken über die unterschiedlichen Zugänge der Psychologen und Psychiater. Wird ihr Gehirn behandelt oder ihre Seele? Am nächsten sind ihr noch die Schwesternschülerinnen, nicht nur weil sie im selben Alter sind. Auf ihnen lastet auch - genau wie auf allen Patientinnen - derselbe gesellschaftliche Druck: "Wir fragten sie, welche Filme sie gesehen hatten und wie sie ihre Examen bestanden hatten und wann sie heiraten wollten (die meisten trugen bedauernswert schmale Verlobungsringe). Sie erzählten uns alles - daß der Freund darauf bestand, daß sie es vor der Hochzeit ,machten', daß die Mutter trank, daß die Noten schlecht waren und daß das Stipendium nicht verlängert wurde. Wir gaben ihnen gute Ratschläge "Nehmt ein Kondom", "Ruf die Anonymen Alkoholiker an", "Arbeite das restliche Semester hart und verbessere deine Noten". Später berichteten sie uns dann: "Ihr hattet Recht, vielen Dank." (S.123) Zum Glück bekommt Susanna einen Heiratsantrag - und darf ohne Probleme die Klinik verlassen, denn "einen Heiratsantrag verstand 1968 jeder" (176). Nicht nur hier musste ich bei den Beschreibungen mehrmals schlucken. Heirat = Heilung? Ja dann ist ja alles klar, Hauptsache nicht unehelich schwanger. Zum Glück greift die Autorin am Ende noch einmal diese merkwürdigen Vorgehensweisen sehr reflektiert auf. Und berichtet auch, dass sie eigentlich nie genau von ihrer psychischen Verfassung in der Klinik erzählt hat. Nie. Und trotzdem war sie zwei Jahre ihres Lebens einfach gesellschaftlich nicht mehr vorhanden. Foucault würde sagen, es ist der Diskurs, der hier das nicht-normale festschreibt, ein Diskurs der Psychiatrie der zumindest zu diesem Zeitpunkt noch von offenem Sexismus geprägt war. Und merkwürdigen Kriterien der Diagnosefindung sind offensichtlich, wenn Kaysen schreibt: "Der Klinikbelegung nach zu urteilen, wurden viele Störungen bei Frauen häufiger diagnostiziert, z.B. auch ,zwanghafte Promiskuität'. Was glauben Sie, wie viele Mädchen ein siebzehnjähriger Junge bumsen muß, um sich das Etikett ,zwanghaft promiskuitiv' einzuhandeln? Drei? Nein, das reicht nicht. Sechs? Unwahrscheinlich. Zehn? Das klingt wahrscheinlicher. Wahrscheinlich irgendetwas zwischen 15 und 20, würde ich schätzen - wenn sie dieses Etikett jemals für Jungen verwende, woran ich mich nicht erinnere. Und wie viele Jungen braucht ein siebzehnjähriges Mädchen?". Der Roman von Kaysen, der mich sehr beeindruckt und gleichzeitig auch sehr wütend gemacht hat, war die Vorlage für den Film Girl, Interrupted. Eine Referenz auf ein Gemälde Vermeers, das Susanna fasziniert hat, es heißt "Die unterbrochene Musikstunde", unterbrochen, wie ihr Leben. Dabei sind ihre Erzählungen nicht immer nur Ansammlungen von Schrecklichkeiten, sie sind auch witzig geschrieben und verlieren nie einen selbstironischen Touch und bleiben doch bemerkenswertes Zeugnis für ein System der Unfreiheit. Sehr bemerkenswert, wenn man sich den realen Hintergrund dieses ganzen Dramas genauer überlegt. 1999 verfilmte James Mangold Kaysens Erinnerungen, in den Hauptrollen Winona Ryder und Angeline Jolie. Vielleicht muss ich den Film noch einmal ansehen, aber ich bin ganz sicher, dass in diesem Fall der Roman weitaus mehr Denkanstöße geboten hat, als die auch sehr gelungene Verfilmung.

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  • Seelensprung - Ein Leben in zwei Welten von Susanna Kaysen.

    Seelensprung
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 05:33

    Als Folge eines Selbstmordversuchs wird, die 18 jährige Studentin, Susanna Kaysen, Ende der 60er Jahre, in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert, wo sie fast 2 Jahre ihres jungen Lebens verbringt. Dort erfährt sie einiges aus dem Alltag im privaten amerikanischen Klinikwesen und schrieb dieses viele Jahre später in ihren Memoiren aus dieser Zeit, Seelensprung” nieder. Jetzt magst Du vielleicht spontan sagen, “Seelensprung?! Kenn ich nicht.” Und ich halte dagegen, sage, “Das kennst Du doch!” Nur eben kennen die meisten unter uns die Memoiren von Susanna Kaysen nur unter dem Titel der Verfilmung mit Wynona Ryder und Angelina Jolie – Durchgeknallt. Mittlerweile wird der Titel Seelensprung wohl nicht mehr so oft verwendet, aber eigentlich gehört er zum Buch und passt meiner Meinung nach auch sehr gut. So nun genug der einleitenden Gedanken und tiefer ins Buch. Dieses besteht aus kurzen, oft nur 1-2 Seiten langen, Essays oder vielleicht eher Berichten aus dem Klinikalltag, wie ihn Susanna Kaysen erlebte. Sie erzählt und erklärt, das allerdings in einem sehr nüchternen Ton und ich hatte oft das Gefühl, dass sie ihre Erlebnisse erst in den 80ern oder 90ern niedergeschrieben hat, aber vielleicht irre ich mich da auch. Immer wieder kann man ihre Krankenakte ein sehen, Teile davon sind in regelmäßigen Abständen abgedruckt und übersetzt – diese interessierte mich allerdings eher wenig. Trotzdem untermauert sie noch zusätzlich Kaysens Ausführungen und Vermutungen. Was macht dieses Buch nun interessant, für mich war es wohl die Differenz zwischen Buch und Film. Dazu kam auch, dass es glaubhafte Informationen über die kontroversen Zustände in der amerikanischen Psychiatrie enthält – ich sage nur: Elektroschocks und Du wirst wissen, was ich damit meine. So wie der Film, mit einer romanhaften Hauptfigur und einem Plot mit Spannungsbogen ist das Buch allerdings nicht aufgebaut. Dafür liefert es einen Einblick erster Hand in den Kopf einer psychisch kranken Frau, oder was man Ende der 1960er Jahre dafür hielt. Mit seinen 200 Seiten ein informatives, aber kurzes Buch, das sich angenehm lesen lässt und einen Einblick in ein interessantes Frauenschicksal bietet.

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  • Rezension zu "Seelensprung" von Susanna Kaysen

    Seelensprung
    LeKu

    LeKu

    07. July 2012 um 13:43

    In „Seelensprung“ beschreibt Susanna Kaysen ihre Erfahrungen und Erlebnisse in einer Psychiatrie Ende der 60er. Susanna geht es wie viele Mädchen in dieser Zeit: Als gerade 18 -Jährige fühlt sie in der momentan aufgewühlten Welt fehl am Platz und ist verunsichert. Nachdem sie 50 Aspirin genommen hat und über der Fleischtheke im Supermarkt zusammengebrochen ist, steckt ein Psychiater sie ins Claymore Hospital. Sie wird als Borderline-Persönlichkeit eingestuft. Susanna weiß selbst nicht, was das bedeutet, aber dennoch landet sie in einer Anstalt für junge Frauen. Sie beginnt Freundschaften zu schließen und erzählt von der Bindung zwischen Personal und Eingewiesenen. Überlegungen, wie: was bedeutet es verrückt zu sein und wie sich die Umwelt davon abgrenzt, werden angestellt. Was macht einen Menschen zu einem Verrückten oder eben nicht? Es ist ein wirklich interessantes Buch. Vielen mag es eher unter dem Titel „Durchgeknallt - Girl, Interrupted“, bekannt sein, unter dem es auch sehr erfolgreich verfilmt wurde. Susanna berichtet ganz unvoreingenommen von ihrem Leben und den Umgang in der Psychiatrie. Sie erzählt von Behandlungsmethoden und ihren Auswirkungen, von Händen ohne Knochen und den Sicherheitsfenstern. Das mag nun für manche langweilig klingen, aber dieses Buch ist durch und durch anregend. Es ist eine fast liebevolle Hommage an das Verrückte und die Psychiatrie und hält den Menschen einen Spiegel vor, die Menschen mit psychischen Störungen wie Aussätzige behandeln. Die Autorin beschäftigt sich sehr deutlich mit dem Unterschied (und ob er vorhanden ist), zwischen verrückt und normal. Ein Thema, mit dem sich jeder einmal auseinandersetzen sollte. Sehr lesenswert!

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  • Rezension zu "Seelensprung" von Susanna Kaysen

    Seelensprung
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. September 2011 um 04:16

    Als Folge eines Selbstmordversuchs wird, die 18 jährige Studentin, Susanna Kaysen, Ende der 60er Jahre, in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert, wo sie fast 2 Jahre ihres jungen Lebens verbringt. Dort erfährt sie einiges aus dem Alltag im privaten amerikanischen Klinikwesen und schrieb dieses viele Jahre später in ihren Memoiren aus dieser Zeit, Seelensprung“ nieder. Jetzt magst Du vielleicht spontan sagen, „Seelensprung?! Kenn ich nicht.“ Und ich halte dagegen, sage, „Das kennst Du doch!“ Nur eben kennen die meisten unter uns die Memoiren von Susanna Kaysen nur unter dem Titel der Verfilmung mit Wynona Ryder und Angelina Jolie – Durchgeknallt. Mittlerweile wird der Titel Seelensprung wohl nicht mehr so oft verwendet, aber eigentlich gehört er zum Buch und passt meiner Meinung nach auch sehr gut. So nun genug der einleitenden Gedanken und tiefer ins Buch. Dieses besteht aus kurzen, oft nur 1-2 Seiten langen, Essays oder vielleicht eher Berichten aus dem Klinikalltag, wie ihn Susanna Kaysen erlebte. Sie erzählt und erklärt, das allerdings in einem sehr nüchternen Ton und ich hatte oft das Gefühl, dass sie ihre Erlebnisse erst in den 80ern oder 90ern niedergeschrieben hat, aber vielleicht irre ich mich da auch. Immer wieder kann man ihre Krankenakte ein sehen, Teile davon sind in regelmäßigen Abständen abgedruckt und übersetzt – diese interessierte mich allerdings eher wenig. Trotzdem untermauert sie noch zusätzlich Kaysens Ausführungen und Vermutungen. Was macht dieses Buch nun interessant, für mich war es wohl die Differenz zwischen Buch und Film. Dazu kam auch, dass es glaubhafte Informationen über die kontroversen Zustände in der amerikanischen Psychiatrie enthält – ich sage nur: Elektroschocks und Du wirst wissen, was ich damit meine. So wie der Film, mit einer romanhaften Hauptfigur und einem Plot mit Spannungsbogen ist das Buch allerdings nicht aufgebaut. Dafür liefert es einen Einblick erster Hand in den Kopf einer psychisch kranken Frau, oder was man Ende der 1960er Jahre dafür hielt. Mit seinen 200 Seiten ein informatives, aber kurzes Buch, das sich angenehm lesen lässt und einen Einblick in ein interessantes Frauenschicksal bietet.

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