Susanna Moore Big Girls

(0)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 0 Rezensionen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Big Girls“ von Susanna Moore

Wie grausam kann es sein, Gerechtigkeit zu üben »Tief drinnen haben die Kinder gewusst, es ist zu ihrem Besten. Tief drinnen haben sie gewusst, ich wollte sie retten vor dieser Welt der Traurigkeit und Sünde.« Sloatsbury, ein Frauengefängnis Upstate New York. Ein düsteres Labyrinth aus Mauern, Korridoren und Kameras, in dem sich die Schicksale von vier Menschen kreuzen: der Psychiaterin Dr. Louise Forrest, deren Patientin Helen Nash, dem Wärter Ike Bradshaw, der sich in Louise verliebt – und Angie Mills, einem Hollywoodsternchen, dem Helen höchst verblüffende Briefe schreibt. Einmal in der Woche trifft sich Louise Forrest mit Helen Nash, die von geheimnisvollen Stimmen heimgesucht wird, die sie nur »die Reiter« nennt. Anfänglich fühlt sich die Psychiaterin von ihrer Patientin abgestoßen. Doch je mehr über die Hintergründe von Helens Untat ans Licht kommt, desto deutlicher tritt zu Tage, was der Mensch um der Liebe willen bereit ist, anderen anzutun. Big Girls ist ein radikaler, aus vier Perspektiven erzählter Roman, in dem Susanna Moore auf virtuose Weise Unsagbares auszusprechen wagt.

Stöbern in Romane

Sommerkind

Emotional aufwühlend, tiefgründig, traurig und hoffnungsvoll...

Svanvithe

Underground Railroad

Hier wird fündig, wer wissen will, wie das Böse seit Jahrhunderten in Köpfen und Herzen der Menschen überleben konnte.

Polly16

Der Sommer der Inselschwestern

Eine wunderschöne und dramatische Geschichte über drei Frauen, ihr Leben und ihrer Freundschaft.

AmyJBrown

Die Großmächtigen

Ein außergewöhnlicher Roman, der mich beeindruckt hat

Curin

Sieh mich an

Das ganz normale Familienchaos trifft auf ein „Etwas“, das das Leben der Protagonistin zerwirft.

killmonotony

Ein Gentleman in Moskau

Interessante Handlund durchsetzt mich langweiligen politischen Diskussionen

BuchHasi

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Big Girls" von Susanna Moore

    Big Girls
    emeraldeye

    emeraldeye

    05. March 2012 um 16:03

    "Das Staatsgefängnis Sloatsburg, sieben mächtige, von Mauern umgebene Steingebäude, liegt am Westufer des Hudson, eine Zugstunde nördlich von Manhattan." So beginnt der Roman "Big Girls" von Susanna Moore. Ein neutraler Satz, aber nur, solange man nicht weiß, was sich hinter den Mauern dieser Gebäude abspielt und abgespielt hat. Aus vier Perspektiven wird über das Leben in diesem Gefängnis, das ca 500 weibliche Strafgefangene, beherbergt, berichtet. Dr. Louise Forrest, Psychaterin, seit 6 Monaten in Sloatsburg tätig, ist immer noch ständig auf der Hut. Sie ist nicht freiwillig in Sloatsburg, fühlt sich selbst wie eine Gefangene, angespannt und eigentümlich. Sie verabscheut ihr Büro, ihre Patientinnen, ihre Kollegen, ihr Leben. Trotzdem versucht sie so neutral wie möglich zu bleiben, kann aber nicht verhindern, das sich ihre Gefühle Bahn brechen. Da ist ihre Patientin Helen, die sie abstoßend findet, und die sich nichts mehr wünscht, als für den Mord an ihren Kindern auf den elektrischen Stuhl zu kommen. Und Ike Bradshaw, Wärter, den sie auch abstoßend findet, aber auf eine ganz andere Weise. Und schließlich Angie Mills, ein Hollywoodsternchen, der Helen Briefe schreibt, ohne dass jemand herausbekommen kann, warum sie das tut. Die Schicksale dieser vier Protagonisten verbinden sich auf eine so grausame und schmerzvolle Weise miteinander, das es kaum zu ertragen ist. Am Ende des Romans wird Tod, Verfehlung, Hochmut und Gleichgültigkeit sie wieder voneinander trennen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Extrem sachlich beschreibt Susanna Moore den Alltag in einem Frauengefängnis und die Schicksale der Menschen, die dort gezwungenermaßen zusammenleben müssen. Fast beiläufig schildet sie, warum die Frauen einsitzen, nur scheinbar beiläufiger werden die Schicksale, wenn sie Louise und Helen davon berichten läßt. Das Entsetzen wird dadurch zwar für einen Moment abgelenkt, aber die Gänsehaut läßt nicht lange auf sich warten. Da ist Keesha, die sagt, dass sie froh ist, im fünften Monat ihrer Schwangerschaft verhaftet worden zu sein, weil sie nur diese Möglichkeit sah, ihr Kind in Sicherheit auf die Welt zu bringen. Oder LIzAnn, die als 16jährige einen Sohn geboren und ihn ihren Kleiderschrank gesteckt hat, wo er verhungert ist. Oder Mary, die Ihren erwachsenen Sohn umgebracht hat, bevor er sie umbringen konnte. Oder der Sohn von Louise, Ransom, der sie mit Ike Bradshaw zusammen im Bett erwischt und dann behauptet, Ike hätte ihn belästigt. Niemand im Umfeld von Sloatsburg bleibt unschuldig, das Gefängnis ist wie ein riesiges schwarzes Loch, das alles und jeden an sich zieht und unwiderruflich verändert und beschädigt. Einzig Angie Mills, die mit Rafael, Louises Exmann, zusammen lebt, schafft es, sich ein wenig aus dem Sog zu lösen und Ransom dazu zu bringen, seine Anschuldigungen gegen Ike Bradshaw zurückzunehmen. Ob Louise und Ike die leise Zuneigung, die sie füreinander empfinden, retten können, bleibt offen. Susanna Moore sagt über "Big Girls": "Dieses Buch hat mir alles abverlangt." Als Leserin kann ich nur bestätigen, dass auch mir dieses Buch einiges abverlangt hat. Hammerharter Stoff, der aber unbedingt gelesen werden muß!

    Mehr