Susanna Tamaro Ein jeder Engel ist schrecklich

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Inhaltsangabe zu „Ein jeder Engel ist schrecklich“ von Susanna Tamaro

Das Kind ist hochsensibel und extrem schüchtern. Hübsch ist es auch nicht. Vom Bruder fast sadistisch gequält, von den Eltern weitgehend vernachlässigt – Susanna Tamaros Triester Kindheit ist alles andere als glücklich. Was das junge Mädchen rettet, ist die Liebe zur Literatur und die Entdeckung, dass die Welt (trotz allem) einfach überwältigend schön ist. Ein autobiographischer Roman, der erzählt, wie Susanna Tamaro zu einer so wunderbaren Schriftstellerin und einem so besonderen Menschen wurde. »Trotz aller Tragik vermitteln ihre Werke ein tiefes Gefühl der Hoffnung. Ihre Bücher sind eine sehr ergreifende Lektüre.« Bücher

Zum Ende hin eine bewegende Autobiographie, von der ich mir gerade in den Anfangszügen mehr gewünscht hätte.

— LeseBlick
LeseBlick

Wie eine tiefsinnige Autorin wurde, was sie ist, trotz schrecklicher Kindheit. Ein Weg durch die Verzweiflung, wahrhaftig und poetisch.

— derlorenz
derlorenz

Ich fühle mit Dir, Susanna. Was für ein Schrecknis kann die Kindheit sein. Eindringlich und doch nicht ohne Humor geschrieben. Wieder ein wunderbares literarisches Werk!

— Thesalie
Thesalie

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  • Ein Einblick in das bewegende Leben der Autorin

    Ein jeder Engel ist schrecklich
    LeseBlick

    LeseBlick

    11. September 2015 um 15:16

    Inhaltsangabe Die erschütternde Kindheit einer großen Autorin Das Kind ist hochsensibel und extrem schüchtern. Hübsch ist es auch nicht. Vom Bruder fast sadistisch gequält, von den Eltern weitgehend vernachlässigt – Susanna Tamaros Triester Kindheit ist alles andere als glücklich. Was das junge Mädchen rettet, ist die Liebe zur Literatur und die Entdeckung, dass die Welt trotz allem einfach überwältigend schön ist. Ein autobiographischer Roman, der erzählt, wie Susanna Tamaro zu einer so wunderbaren Schriftstellerin und einem so guten Menschen wurde. Meine Meinung „Ein jeder Engel ist schrecklich“ ist mein erstes Buch der Autorin und dann gleich das autobiographische Werk, ich war sehr gespannt, die Autorin auf diesem Wege kennenzulernen. Ziemlich zu Beginn wurde mir schon klar, dass der Engel im Titel des Buches einen großen Wert hat. Gott und das Leben mit dem kirchlichen Glauben spielt im Buch eine große Rolle für die Autorin und begleitet sie auf ihrem Weg. Ihre sehr gefühllose Kindheit, in der sie immer wieder auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit zurückgewiesen und enttäuscht wurde, waren sehr schwere Jahre und ich denke jede Person würde so eine Zeit für den Rest des Lebens prägen. Besonders interessant fand ich den kurzen Einblick dahin, dass Susanna Tamaro als Kind an Ataraxie gelitten hat, das beschreibt eine Affektlosigkeit und innere Gelassenheit in Hinsicht auf emotionale Situation. Aufgrund ihrer Erfahrungen war sie irgendwann nicht mehr in der Lage, Gefühle zu entwickeln bzw. nach außen zu bringen. Sie selbst bezeichnet sich in den frühen Kindheitstagen als „Eisberg-Mädchen“ oder „Abgrund-Mädchen“, welches einen Bezug auf den Mariannengraben hat, einen Tiefseegraben im Pazifik. Für mich ein absoluter Pluspunkt ist, dass Tamaro immer wieder auf ihren wohl größten Erfolg „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ eingeht. Sie beschreibt das Buch an einer Stelle als „die Suche nach dem tieferen Selbst“ (S. 153) und ich denke, dass ich ein Anlass, dass ich mir dieses Buch vormerke. Vom Gefühl her konnte mich ihr Leben im Erwachsenenalter ein wenig mehr begeistern bzw. in seinen Bann ziehen. Ihren Weg nach Rom, die Erkenntnis, dass sie das Schreiben liebt und ihre Entwicklung der Persönlichkeit konnten mich dann abschließend doch sehr beeindrucken. Im Buch begegnen wir einigen Personen, die ihr Leben negativ beeinflusst haben, aber auch einige, die ihr Positives brachten. Ein guter Ausgleich meiner Meinung nach. Aus der Erfahrung heraus, konnte sie die werden, die sie ist! Und ich habe vor jedem Autor großen Respekt, der uns Lesern sein Leben offenbart. Aus diesem Grund finde ich es immer sehr schwer eine Autobiographie zu bewerten. Zudem zeigt dieses Buch eine Vielfalt von Zitaten auf, die mich unheimlich berührt und nachdenklich gemacht haben. ____________________________________________________________ Kleine Abzüge muss bei diesem Buch trotzdem machen, einfach in Hinsicht auf meinen Geschmack des Schreibstils und meinem allgemeinem Buchgeschmack. Das bereits oben beschriebene immer wieder auftauchende Thema Kirche und Gott waren für mich eher langatmig und schleppend, einfach weil ich mit diesem Thema selbst nichts anfangen kann. Für die Autorin war es hingegen wichtig, sie ist so aufgewachsen, deshalb gehört es auch in dieses Buch. Und in der Mitte war das Buch sehr häufig lyrisch angehaucht. Auch dies war noch nie mein Genre und erschwerte mir das Lesen zwischenzeitlich sehr. Mein Fazit Ein autobiographisches Werk, welches mich erst im letzten Drittel und wegen seiner Tiefgründigkeit für sich einnehmen konnte. Susanna Tamaro schildert hier ihre bewegende und prägende Kindheit, welche Person deshalb aus ihr wurde und wie sie zum Schreiben kam.

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  • Im Herzen der Finsternis des Menschen

    Ein jeder Engel ist schrecklich
    derlorenz

    derlorenz

    27. January 2015 um 22:36

    Für die kleine Susanna war ihr Geburtsort Triest „eine düstere, dunkle Stadt voller Rauch“, Gewalttätige Winde tobten und ihre Familie bot keinen Schutz vor der allgemeinen Unwirtlichkeit. Das Mädchen spürte ein Anderssein in sich und litt darunter. „Niemandem kannst du sagen: Hilf mir ein wenig, diese Last zu tragen. (…) Also rollst du dich ein, zerknüllst dich und versuchst zu verschwinden.“ Ihr leiblicher Vater kümmerte sich nicht um sie und ihren Bruder. Ihre Mutter war eine Matroschka, die ständig neue Persönlichkeiten enthüllte, ihre Kinder verunsicherte und vernachlässigte. Sie schickt ihre Tochter zu einem Psychiater, weil sie in ihren Augen schon immer verrückt war. Doch der Arzt enthüllt ihr, dass in Wirklichkeit die Mutter eine schwer kranke Person ist. Das klingt wie ein Gong in den Ohren des Mädchens, das zu verstehen und zu verzeihen beginnt. „Den negativen Dingen, die uns zustoßen, können wir begegnen, in dem wir sie befragen, zu verstehen versuchen, welche Forderungen sie an uns richten.“ Susanna Tamaro tut das sehr intensiv, entblößt ihr Leben in einer Tiefe, die schockiert und berührt. Ohne die schreckliche Kindheit und Jugend, ohne den Weg durch die Wüste zur Selbsterkenntnis wäre vermutlich nicht diese Schriftstellerin aus ihr geworden. Tamaro schreibt nicht als Handwerk: „Das wahre Schreiben ist anderswo zuhause, in der Tiefe, im Gluckern der Erde und im Herzen der Finsternis des Menschen.“

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  • In einer dichten und dennoch einfachen und eindrücklichen Sprache schreibt Susanna Tamaro

    Ein jeder Engel ist schrecklich
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    08. January 2015 um 11:17

      Susanna Tamaro, 1957 in Triest geboren und dort aufgewachsen, lebt heute als Schriftstellerin und Regisseurin in Rom und Orvieto. Sie hat zahllose berühmt gewordene Bücher geschrieben, in denen ihre ganz besondere Sensibilität und Spiritualität immer wieder eine große Rolle spielen.   Insbesondere in Italien ist sie dafür immer wieder kritisiert und belächelt worden, doch das hat sie nicht davon abgehalten, immer ihren eigenen persönlichen und künstlerischen Weg zu gehen. Schon 1994 und 1999 hatte sie in zwei autobiographischen Büchern aus ihrem Leben erzählt insbesondere wie sie zum Schreiben kam (Die Demut des Blicks, Diogenes 1995 und: Heimwege, Pattloch 2000).   Nun geht sie in einem dritten autobiographischen Werk weit zurück in ihre Kindheit. Sie ist als Kind hoch sensibel, extrem schüchtern und ist hineingeboren in eine Familie, die nichts von ihr wissen will und von der sie auf alle Zeiten nichts erwarten kann.  Vom Bruder sadistisch gequält und von den intellektuellen Eltern mehr als vernachlässigt, muss sie allein zurechtkommen und wird schon sehr früh regelrecht überwältigt von einen Gefühl, das sie erst später in Worte fassen kann und von dem sie nie mehr aufhören wird zu erzählen: dem tiefen Mitleid mit allen Geschöpfen dieser Welt, die sie als Mitgeschöpfe aus der Hand Gottes wahrnimmt.   Doch dieses Gefühl droht sie schon früh zu vernichten: „Weil ich mit dem Feind in mir lebe, mit dem Nebel, der Nacht, der Verwirrung. Weil ich den Schmerz sehe und nichts dagegen tun kann. Weil ich das Unvollkommene sehe, die Leere, das Scheitern, und deren Sinn nicht begreife. Weil ich allein bin, weil mir keiner zuhört, mich niemand an der Hand nimmt. Weil ich irgendwo in mir eine immense Harmonie und ein immenses Licht erahne, und ich mich von diesem Licht und dieser Harmonie entferne wie ein Schiff, das in See sticht. Was zu Anfang der Sinn  jedes Atemzugs war, wird mit der Zeit zum  Blinken eines Leuchtturms in der Ferne. Ich weine, weil ich Angst habe vor der Leere und der Einsamkeit, die mich erwarten.“   “Ein jeder Engel ist schrecklich” erzählt auch die Geschichte davon, wie Susanna Tamaro trotzdem zum Schreiben gekommen ist, einer Tätigkeit, der sie mit der “Langsamkeit und  Sorgfalt des Entomologen” nachgeht.  Hauptsächlich aber geht es in diesem Buch um das Wunder, wie ein sensibles Kind mitten in einem lieblosen und unbarmherzigen Umfeld sich zu einem Menschen entwickelt, der immer den Punkt zu entdecken versucht, “an dem sich das Dunkel mysteriöserweise in Licht verwandelt.”   In einer dichten und dennoch einfachen und eindrücklichen Sprache schreibt Susanna Tamaro, ein Stil, der auch ihre anderen Romane schon ausgezeichnet hat. Man mag ihr das engelsgleiche Bild, das sie manchmal von sich zeichnet, verzeihen, deutet sie doch, Rilke im Titel zitierend, an, dass Engel auch schrecklich sind, bzw. dass das Schöne immer nur die gerade noch erträgliche Vorstufe des Schrecklichen ist.          

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  • Kindheits(über)leben

    Ein jeder Engel ist schrecklich
    Thesalie

    Thesalie

    10. November 2014 um 21:12

    Was für ein Schrecknis kann die Kindheit sein. Und dieser unsägliche Katholizismus, zumindest aus dieser Zeit (in der ich ihn auch "abgekriegt" habe). Gut beschrieben, diese grässliche Unlogik, mit der man uns als Kinder traumatisiert hat.
    Eindringlich und dennoch mit Humor beschrieben. Manchmal musste ich furchtbar lachen.  Wieder ein wunderbares literarisches Werk!