Susannah Cahalan Feuer im Kopf

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Inhaltsangabe zu „Feuer im Kopf“ von Susannah Cahalan

Susannah Cahalan ist jung, attraktiv, frisch verliebt, eine aufstrebende Journalistin – und gerät über Nacht in den schlimmsten Albtraum ihres Lebens. Innerhalb kürzester Zeit erkrankt sie schwer, leidet an Wahnvorstellungen und wird binnen weniger Wochen zum Schwerstpflegefall in der Psychiatrie. Vollgepumpt mit Medikamenten wird sie ans Bett gefesselt und vegetiert vor sich hin – dem Tod näher als dem Leben. Doch ihre Familie gibt nicht auf bis endlich der renommierte Neurologe Souhel Najjar hinzugezogen wird. Er findet heraus, dass Susannah an einer erst vor kurzem entdeckten Autoimmunerkrankung leidet, in deren Verlauf der Körper das eigene Gehirn angreift und Symptome wie Schizophrenie, Autismus und Wahnvorstellungen erzeugt. Einmal richtig diagnostiziert, sorgen die geeigneten Medikamente rasch und dauerhaft für Genesung und Susannah gewinnt ihr Leben zurück. Ihre Schilderung des Leidensweges ist eine bewegende und aufregende Geschichte über Familie, Liebe, Hoffnung und darüber, wie sich ein perfektes Leben innerhalb kürzester Zeit in eine Katastrophe verwandeln kann. Ein fesselndes Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, bis die letzte Seite verschlungen ist.

Erschreckend und gleichzeitig faszinierend, wie sich der eigene Körper gegen einen selbst richten kann. 4.5 Sterne

— TouchTheSky
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  • Steckt hinter einigen Autismus- und Schizophrenie-Fällen eine heilbare Autoimmunerkrankung?

    Feuer im Kopf
    R_Manthey

    R_Manthey

    02. August 2015 um 15:46

    Ungeachtet der persönlichen Dramatik, um die es in diesem sehr persönlichen Buch geht, ist das die eigentlich spannende Frage. Susannah Cahalan geht drauf am Ende ihres Berichts auch ein, weil bereits ein längerer Artikel, der in der New York Post von ihr veröffentlicht wurde, bei vielen Betroffenen oder deren Angehörigen enorme Hoffnungen geweckt hat. Cahalans Geschichte liest sich wie ein Fall aus ihrer Lieblings-Fernsehserie "Dr. House". Sie arbeitet als junge Journalistin bei der New York Post als sie plötzlich Verhaltensänderungen an sich bemerkt. Zunächst sieht sie Farben anders als früher, dann folgen Stimmungsschwankungen und Halluzinationen. Später wird sich herausstellen, dass dies die Folge von zunächst unbemerkten Krampfanfällen war. Ihre Eltern bringen sie zu einem der bekanntesten US-Neurologen, der allerdings feststellen muss, dass ihr Gehirn keine anormalen Veränderungen zeigt. Doch die Anfälle, die als Schizophrenie oder bipolares Verhalten gedeutet werden, verschlimmern sich. Cahalan kommt von der Neurologie in die Psychiatrie, was nichts weiter ist als die medizinische Kapitulationserklärung. Siechtum zu einem frühen Tod wäre Cahalan Schicksal gewesen. Doch einer von ihren Ärzten zieht den Syrer Dr. Souhel Najjar zu Rate. Eine Lumbalpunktion hatte im Gehirn eine signifikant erhöhte Zahl von weißen Blutkörperchen bewiesen. Das deutet auf eine Infektion hin und steht zu einer Einweisung in die Psychiatrie in krassem Widerspruch. Najjir stimmt den Theorien einer Geisteskrankheit nicht zu und fordert eine zweite Lumbalpunktion. Sie ergibt eine weitere dramatische Erhöhung der Leukozytenzahl in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, was mit der zunehmenden Verschlechterung von Cahalans Zustand korrespondiert. Erst eine Gehirn-Biopsie bringt Klarheit. Cahalan leidet unter der sogenannten "Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis", deren Krankheitsbild 2005 das erste Mal beschrieben und die 2007 präziser in Ursache und Wirkung definiert wurde. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, d.h., der eigene Körper greift das Gehirn an. "Bei 70 Prozent der Patienten beginnt die Erkrankung harmlos mit normalen grippeähnlichen Symptomen: Kopfschmerzen, Fieber Übelkeit und Erbrechen, wobei unklar ist", ob dafür eine ursprüngliche Viruserkrankung dafür verantwortlich ist oder ob dies bereits zur eigentlichen Krankheit gehört. Etwa zwei Wochen danach verschlimmert sich das Krankheitsbild: Es treten "typischerweise psychische Probleme auf wie innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Angst, Größenwahn, Hyperreligiosität, Manie und Paranoia." Später kommen Krampfanfälle, Sprach- und Gedächtnisdefizite dazu, was "als glücklicher Umstand zu bezeichnen ist, weil sie die Patienten vom Psychologen weg in die Praxis eines Neurologen bringen." Die Autorin beschreibt in ihrem Buch ihren gesamten Leidensweg, der mit ziemlicher Sicherheit zu ihrem Tod geführt hätte, wenn nicht Dr. Najjar eingegriffen hätte. Er schätzt (S. 248), dass noch 2009, als Cahalan behandelt wurde, 90 Prozent dieser Krankheitsfälle falsch diagnostiziert wurden, also unerkannt blieben. Wenn diese Krankheit jedoch früh genug erkannt wird, bestehen erhebliche Heilungschancen. Cahalans Behandlung kostete eine Million Dollar. Und das verdeutlicht die ganze Problematik, die damit verbunden ist. Nicht nur, dass die sogenannte Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis unter Neurologen kaum bekannt ist - auch ihre Diagnose ist extrem kompliziert und teuer, und die Heilung erweist sich als langwierig und im weiteren Verlauf schwer abschätzbar. Die Patienten leiden oft unter erheblichen Gedächtnisverlusten und Persönlichkeitsveränderungen. So ist es nicht nur ein Wunder, dass man die Krankheit bei Cahalan überhaupt richtig erkannte, sondern auch, dass es dieses Buch gibt. Die (fast geheilte) Autorin hat sich ihr vergessenes Leben aus den Krankenakten, den Krankenhausvideos und den Berichten ihres Partners und ihrer Eltern irgendwie zurückgeholt. Ohne die Hartnäckigkeit und die finanzielle Stabilität der Eltern wäre ihr Schicksal vermutlich ganz anders verlaufen. Wenn man von dieser Krankheit oder ihrer Ausprägungen als Schizophrenie, scheinbarem Autismus oder anderer psychischer Störungen weder direkt noch indirekt betroffen ist, dann liest sich dieser Bericht als enorm spannendes Abbild eines dramatischen menschlichen Schicksals. Für Betroffene jedoch muss dieser Text eine unglaubliche Hoffnung sein. Jedenfalls hatte der dem Buch vorangegangene Artikel Cahalans genau diese Wirkung. Dieses Buch ist also insofern ein Sonderfall in der Medizingeschichte, denn es machte eine neurologische Erkrankung bei Betroffenen und ihren Angehörigen offenbar bekannter als bei Neurologen.

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  • wenn das Gehirn verrückt spielt

    Feuer im Kopf
    robbylesegern

    robbylesegern

    06. January 2014 um 15:21

    " Feuer im Kopf " ist ein Tatsachenbericht einer 28-jährigen Amerikanerin namens Susannah Cahalan , die an einer Sonderform der Encephalitis litt und ihr Buch anhand von Videoaufnahmen, Gesprächen mit ihren behandelnden Ärzten und Tagebüchern, die ihre Eltern führten, geschrieben hat, denn sie selbst kann sich kaum an diese" Zeit des Wahnsinns " erinnern . Susannah lebt in New York und arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung, als sie eines Tages merkt, dass sie sich verfolgt fühlt, Halluzinationen hat und ihren Körper nicht mehr kontrollieren kann. Als dann noch ein epileptischer Anfall dazu kommt, wird sie ins Krankenhaus eingeliefert und ihr langer Krankheitsverlauf beginnt. Sie berichtet in ihrem Buch über die Anfänge, den Verlauf, aber auch über den Genesungsprozess und die Erfahrung, die sie mit ihren Eltern ,Freunden und später auch mit Betroffenen und deren Angehörigen gemacht hat. Das Buch lässt sich einigermaßen flüssig lesen und ist ihr meiner Meinung nach sehr gut gelungen, insofern , dass Sie auf ihre Krankheit, die erst um 2009 herum richtig erforscht wurde, aufmerksam macht und so vielleicht vielen Betroffenen helfen kann, die sonst in psychiatrischen Kliniken verschwinden würden ohne Hoffnung auf Heilung. Denn diese Krankheit hat Hoffnung auf Heilung, das macht sie sehr deutlich. Die Einschränkung, dass dieses Buch einigermaßen flüssig zu lesen ist, hat damit zu tun, dass es schon mit vielen medizinischen Begriffen gespickt ist, was mir nicht so schwer fiel es zu verstehen , da ich selbst seit über 30 Jahren im medizinischen Bereich arbeite und selbst einen Sohn habe,der vor 19 Jahren an einer Herpesencephalitis erkrankte und mich so mit dem Thema schon auseinandergesetzt habe. Deshalb hat mich dieses Buch auch sehr stark berührt, vor allem auch insofern, einmal zu lesen, wie die Patientin sich fühlte, wie sie die Auswirkungen ihrer Erkrankung empfand und was die Medikamentengaben für Auswirkungen auf ihr körperliches Empfinden hatten. Unser Sohn ist leider nonverbal und kann uns daher nicht sagen , wie er sich fühlt , oder was er empfindet. Ich finde es sehr mutig von Frau Calahan, dieses Buch geschrieben zu haben, da ich mir vorstellen kann, dass es sehr schmerzhaft war, ihren Krankheitsverlauf noch einmal nachzuvollziehen. Doch solche Bücher sind wichtig , um anderen Mut zu machen und ihnen die Chance auf Heilung zu bieten. Ich kann mir schon vorstellen, dass dieses Buch nicht für jedermann geeignet ist, da es schon sehr speziell von der Thematik ist. Ein gewisses Interesse an Neurologie und Psychiatrie ist von Vorteil, weil auch viele Erklärungen im Buch vorhanden sind. Ich wünsche Frau Cahalan alles Liebe und Gute und bedanke mich für ihr Buch, da es mir schon vieles besser vorstellbar machte. Unser Sohn hatte leider nicht das Glück gesund zu werden .Er hat eine Schwerstmehrfachbehinderung zurückbehalten und an jedem Tag, den ich mit ihm verbringe, tut es mir weh zu sehen, wie er um sein Leben betrogen wird.

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  • Beängstigend

    Feuer im Kopf
    lord-byron

    lord-byron

    03. December 2013 um 18:51

    Alles fängt ganz harmlos an. Sussanah Calahan entdeckt morgens 2 kleine rote Punkte an ihrem Arm und ist überzeugt davon, dass sie Wanzen im Bett hat. Der herbeigerufene Kammerjäger kann das nicht bestätigen, doch Susannah besteht darauf, dass ihre Wohnung ausgeräuchert wird. Und auch danach ist sie sich noch sicher, dass alles voller Wanzen ist. Dabei führte Susannah bis dahin ein sehr glückliches Leben. Sie arbeitet bei der New York Post als Journalistin, hat einen tollen Freund und eine kleine Wohnung. Es könnte alles so schön sein. Doch dann beginnt die junge Frau Dinge zu vergessen und ihre linke Hand und der Fuß werden taub. Diverse Untersuchungen bringen kein Ergebnis. Als sie anfängt Dinge zu sehen, die sonst niemand sehen kann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis in die Psychiatrie. Ohne die Hartnäckigkeit ihrer Eltern hätte Susannah wohl den Rest ihres Lebens dort verbracht. Was für eine Geschichte. Der Alptraum schlechthin. Man erkrankt an einer unbekannten Krankheit die keiner diagnostizieren kann und landet für immer in der Psychiatrie. Wie muss das für Susannah und die Familie gewesen sein? Eine Zeit lang hat Susannah ja überhaupt nichts mehr um sich wahrgenommen. Sie lag vollgepumpt mit Medikamenten in der Psychiatrie, abgeschoben als nicht heilbar. Doch ihre Eltern geben nicht auf. Konsultieren den bekannten Neurologen Souhel Nijjar, der schließlich entdeckt, dass die junge Frau an einer sehr seltenen Autoimmunerkrankung leidet. Mit den entsprechenden Medikamenten kann sie wieder ein ganz normales Leben führen. Das Buch hat mich tief bewegt und ich habe sehr mit Suannah Calahan gelitten. Hatte Angst um sie und konnte nicht fassen, wie schnell jemand nur noch mit Medikamenten ruhig gestellt wird. „Feuer im Kopf“ ist ein Sachbuch, aber spannender als jeder Roman. Ich war gefesselt von dieser schrecklichen Geschichte und hoffte auf ein gutes Ende. Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Es kommen sehr viele medizinische Ausdrücke vor, aber ohne sie geht es eben nicht. Ein authentischer Bericht einer Frau, die sich an viele Dinge in ihrem Leben nicht mehr erinnern kann. Die sich auf die Aussagen Anderer verlassen muss. Ich vergebe für dieses Buch 5 von 5 Punkten und kann nur hoffen, dass niemand den ich kenne so etwas durchmachen muss. © Beate Senft

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  • Der schmale Grat ...

    Feuer im Kopf
    marion_gallus

    marion_gallus

    25. October 2013 um 21:09

    Susannah Cahalan ist eine junge, beliebte, aufstrebende Journalistin. Sie fühlt sich wohl in ihrem Job, lebt in ihrer eigenen Wohnung und hat eine glückliche Beziehung. Doch urplötzlich dreht sich ihr Leben um mehr als 180°.  Es beginnt mit einer eingeschlafenen, linken Hand. Dann kommen Wahnvorstellungen hinzu, die so schwer sind, dass sie nicht nur aggressiv wird, sondern sich ihr Wesen komplett verändert. Zunächst wird sie in der Klinik in die Abteilung für Epilepsie eingewiesen, es folgt die Psychiatrie, wo sie sogar ans Bett gefesselt werden muss, da sie immer wieder versucht zu fliehen.  Es werden Unmengen an Untersuchungen an Susannah durchgeführt. MRT, CTG, Blutuntersuchungen, Proben aus dem Rückenmark werden entnommen. Doch niemand findet heraus, was ihr fehlt. Alles scheint normal, einige Ärzte sind der Meinung, sie habe einfach zu viel Stress, würde zu viel feiern und Alkohol konsumieren. Nur, dass ihr Zustand sich während des Klinikaufenthaltes sichtbar verschlechtert, wo sie nun mal definitiv keinen Alkohol zu sich nehmen kann. Allerdings hat Susannah auch vorher nur in Maßen getrunken, nur glaubt ihr das niemand.  Einer der Ärzte sieht als letzte Möglichkeit die Hinzuziehung des Neurologen Dr. Souhel Najjar, der dafür bekannt ist, weiter zu forschen, wenn die Fälle wirklich schwierig sind und nur noch Rätsel aufgeben. Er selber hatte vor einiger Zeit einen Bericht über Autoimmunerkrankungen gelesen, der in einer Medizinerzeitschrift veröffentlicht wurde. Im Verlauf dieser Krankheit (eine Entzündung des Gehirns) greift der Körper das eigene Gehirn an und dies erzeugt Symptome wie eben Schizophrenie, Autismus und Wahnvorstellungen.  Diese Vermutung bestätigt letztlich eine Untersuchung, die eigentlich ein Witz ist: Dr. Najjar lässt Susannah eine Uhr zeichnen und diese Zeichnung bringt erstaunliches zu Tage. “Brain on fire”, “Dein Gehirn steht in Flammen”, sagt er zu seiner Patientin. Um ganz sicher zu gehen, lässt der Neurologe in einer OP eine kleine Gewebeprobe von Susannahs Hirn entnehmen und schickt diese an den Mediziner, der den Artikel über die Autoimmunkrankheit verfasst hat.  Nach Bestätigung der Diagnose kann der Patientin mit den richtigen Medikamenten endlich geholfen werden und ganz langsam findet Susannah ins Leben zurück …. *** Wie schmal der Grad zwischen Gesundheit und (anscheinendem) Wahnsinn liegt, dass zeigt dieses Buch. Eine kerngesunde junge Frau verändert sich, versucht zunächst selber dahinter zu kommen was ihr fehlt,  flippt aus  und landet schließlich gefesselt und am Kopf verkabelt an einem Bett. Diese Geschichte ist erschreckend zu lesen, allerdings zeigt sie auch, wie wichtig das Zusammenspiel von Familie, Freunden, Kollegen und den Ärzten ist. Susannahs Eltern, geschieden, haben sich aufopfernd um ihre Tochter gekümmert. Susannahs Partner ist nicht von ihrer Seite gewichen, was sie im Nachhinein selber nicht versteht. All diese Menschen waren ihr eine große Stütze und haben ihr geholfen nicht aufzugeben und ihren Weg zurückzufinden. Sie haben alle gesagt, dass sie die wirkliche Susannah noch immer in diesen leeren, gehetzten, panischen Augen sehen konnten.  Die Autorin selber kann sich eigentlich so gut wie gar nicht erinnern. Nach ihrer Genesung wollte sie verstehen, was mit ihr geschah und begann die ganze Krankengeschichte aufzuarbeiten. Dies gelang ihr mit Hilfe von Tagebüchern, die ihre Eltern geschrieben haben, um miteinander zu kommunizieren. Dann existieren Videoaufzeichnungen, die Susannah in der Klinik im Krankenbett zeigen und natürlich hat sie lange, ausführliche Gespräche mit den behandelnden Ärzten geführt.  Zwischenzeitlich ist dieser Bericht (natürlich) sehr medizinisch, jedoch ist er recht verständlich geschrieben, so dass auch der Leser als Laie folgen kann.  Der Verlag präsentiert das Buch als gebundene Ausgabe. Es liefert ein umfassendes Vorwort der Autorin, einen ausführlichen Anhang mit Bemerkungen und eine Danksagung. Innerhalb der Erzählung gibt es immer wieder Notizen, Bilder und Zeichnungen zu sehen.  Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Tatsachenbericht, der absolut ungeschönt und erschreckend geschrieben ist, dennoch auch viel Gefühl, Mut, Liebe und Hoffnung rüberbringt. In diesem Fall scheint das Zusammenspiel von Menschen und der Schulmedizin wirklich funktioniert zu haben. Für mich das erste Buch dieser Art, daher kenne ich mich nicht wirklich aus. Ich gebe dennoch gerne eine Leseempfehlung!

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  • Setzt genau da an, wo "Durchgeknallt" aufgehört hat

    Feuer im Kopf
    rumble-bee

    rumble-bee

    14. October 2013 um 19:07

    Zugegeben, es mag unfair scheinen, eine persönliche Geschichte (und dann auch noch eine so tragische) mit einem anderen Buch zu vergleichen. Aber hier drängt es sich in gewissem Maße einfach auf: auch "Durchgeknallt" von Susannah Kaysen hatte ich kürzlich erst gelesen - und auch diese junge Dame berichtet von einer psychischen Erkrankung aus der Innensicht. Auch Frau Kaysen beginnt mit ihrer Diagnose, wie schnell sie in einer Anstalt landete, und ihren Erlebnissen dort. Das Ganze hatte sie ebenso mit Schnipseln aus Arztberichten und Auszügen aus Tagebüchern unterfüttert, wie Frau Cahalan eben auch. Hier enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon. Ich fand Frau Kaysens Werk wesentlich "rhapsodischer", überblicksartiger, weniger selbstkritisch. Und vor allem gegen Ende hin sehr viel offener, übergangsloser. Das Buch "Feuer im Kopf" geht meiner Ansicht nach an genau den Stellen tiefer, wo es mir bei Frau Kaysen zu oberflächlich blieb. Susannah Cahalan ist, schon allein aufgrund ihres Berufes als Journalistin, wesentlich methodischer und gründlicher. Was sie nicht mehr selber wusste, hat sie rekonstruiert, hat mit Beteiligten gesprochen, hat Lücken auszufüllen versucht, so ehrlich es ging - auch wenn es schmerzlich war. Sie teilt ihr Buch sehr logisch und sinnvoll ein - Teil Eins, erste Symptome und Versuch einer Diagnose; Teil Zwei, Einweisung und Krankenhausaufenthalt, samt Ursachenforschung; Teil Drei, der schwere Weg zurück ins Leben, inklusive ethischen Nachbetrachtungen. Gerade der dritte Teil hat mir fast am besten gefallen, weil er den Leser zum Nachdenken geradezu zwingt, und eine Gesamtschau wagt auf den Komplex der psychischen Erkrankungen und ihrer oft oberflächlichen Behandlung. Ich habe das Buch in nicht einmal ganz zwei Tagen verschlungen, und fand es spannend wie einen Krimi! Ich muss dazu allerdings sagen, dass ich selber beruflich mit psychisch veränderten Menschen zu tun habe, und schon allein von daher habe ich gebannt verfolgt, wie sich die Symptome summierten, und wie verzweifelt und oft auch stümperhaft versucht wurde, die Symptomatik in eine Schublade zu stecken. Ich habe direkte Parallelen gesehen zu meiner Arbeit mit alten Menschen: wie oft wird nach einer billigen Lösung durch eine Pille gesucht; doch ob dies dem Menschen wirklich hilft, ist oft sehr fraglich. Es ist die pure Hilflosigkeit von Seiten der Ärzte, oder auch mangelndes Wissen. All dies bringt Frau Cahalan sehr eindrucksvoll zu Papier, und plädiert für mehr Bewusstheit. Sehr gut war auch, dass sie "wie nebenbei" versucht hat, dem Leser Wissen zu vermitteln. Wie arbeitet das Gehirn, welche Region ist wofür zuständig; wie wird üblicherweise diagnostiziert; welche Medikamente gibt es; und so weiter und so fort. Sie verleiht ihrem Buch zusätzliche Tiefe durch Trankskripte von Überwachungsvideos aus ihrem Krankenzimmer, und durch die Wiedergabe von albtraumartigen Sequenzen in Kursivschrift. Obwohl die logische Zuordnung dieser Passagen nicht immer eindeutig ist, wird dem Leser doch sehr plastisch vor Augen geführt, wie es sich anfühlen muss, in einer solchen "Mühle" zu stecken. Das Buch schließt wie gesagt mit allgemeinen ethischen Reflexionen, die ich in einem Sachbuch dieser Art bisher noch nicht so gelesen habe. Eine Literaturliste mit weiterführenden Hinweisen gibt es auch noch! Wirklich eine sehr runde Sache, dieses Buch. Ich hatte zuerst gezweifelt, ob ich vier oder fünf Sterne geben soll. Aber es ist ja nicht des Buches Schuld, wenn ich mit der allgemeinen Mentalität der Amerikaner nicht so viel anfangen kann. Rein sachlich betrachtet, ist das Buch super und durchdacht gemacht. Ich empfehle es vor allem Einsteigern, die sich für Themen rund um Psychiatrie und geistige Gesundheit interessieren - und die gleichzeitig spannend unterhalten werden wollen.

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  • Eine bewegende Story davon, wie Liebe und Hoffnung manchmal Berge versetzen können

    Feuer im Kopf
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. August 2013 um 11:57

      Der Lebensweg von Susannah Cahalan schien vorgezeichnet. Sie war eine junge, attraktive und erfolgreiche Journalistin, hatte sich gerade frisch verliebt und nichts schien ihrem weiteren Glück im Wege zu stehen.   Doch plötzlich, quasi über Nacht ist alles anders. Innerhalb nur ganz kurzer Zeit erkrankt sie, leidet an furchtbaren Wahnvorstellungen und landet in der Psychiatrie.   Dort, mit Medikamenten vollgestopft und für ihre Familie und Freunde nicht ansprechbar siecht sie dahin und befindet sich bald schon an der Schwelle zum Tod. Doch ihre Familie gibt sie nicht auf. Sie kümmern sich und finden einen Spezialisten, der ihre Tochter untersicht. Tatsächlich findet der heraus, dass Susannah nicht unmittelbar an Wahnvorstellungen leidet, sondern dass es eine erst kürzlich entdeckte Störung des Autoimmunsystems ist, die diese psychiatrischen Phänomene ausgelöst hat.   Mit den entsprechenden Medikamenten versorgt, wird Susannah schon bald wieder klar und kräftiger und kann bald schon in ihr normales Leben zurückkehren. Dort verfasst sie zusammen mit ihrer Familie ein Buch über ihre Geschichte, das sich spannend liest, und den Leser immer wieder mit der Tatsache konfrontiert, wie schnell sich ein normales Leben in eine Katastrophe verwandeln kann. Doch es ist auch eine bewegende Story davon, wie Liebe und Hoffnung manchmal Berge versetzen und Wunder bewirken können.

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