Susanne Schäfer Sterne, Äpfel und rundes Glas

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Inhaltsangabe zu „Sterne, Äpfel und rundes Glas“ von Susanne Schäfer

Das Buch über Susanne ist ein ungeheuer wichtiges Dokument. Es ist direkt von einem Menschen geschrieben worden, der von Kindheit an Autismus gehabt hat. Es ist nicht redigiert, nicht bearbeitet. Susanne gibt auf eine begreiflichere Weise als irgendein Lehrbuch einen tiefen Einblick dahinein, wie es ist, Autismus zu haben. (Christopher Gillberg, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Göteborg ) Anfang März des Jahres 1992, noch keine 26 Jahre alt, machte sich eine junge Frau auf die Reise nach Schweden, in die renommierte Annedalsklinik von Göteborg. Am Morgen des 2. März war sie mit Christopher Gillberg, dem dortigen Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie, verabredet – und dieser Tag im März veränderte ihr Leben: Susanne, es ist nun faktisch klar, du hast eindeutig Autismus. Jener kurze Satz fasste ihr ganzes 25-jähriges Leben-im-Chaos zusammen und war gleichsam ein Befreiungsschlag, der die Einsamkeit des Nicht-Wissens durchbrach.

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    Sterne, Äpfel und rundes Glas

    R_Manthey

    26. June 2015 um 11:44

    Wenn jemand zu weit vom akzeptierten Durchschnitt abweicht, dann wird es offenbar für manche sehr schwer, sich tolerant zu verhalten. Susanne ist intelligent, aber sie gehört zu den drei Zehntel Prozent der Menschen, die mit einer Form des Autismus leben. Wer den Film "Rain Man" gesehen hat, wird vielleicht eine gewisse Vorstellung von solchen Menschen haben, jedoch autistisches Verhalten nur sehr bedingt verstehen. Nicht jeder Mensch mit Autismus ist völlig unselbständig und ein verstecktes Genie. Und gerade weil das so ist, wird autistisches Verhalten wie bei der kleinen Susanne häufig nicht als solches erkannt. Bereits als kleines Kind war sie oft scheinbar bockig, wenn es offensichtlich nicht nach ihrem Kopf ging. Was in ihrer Familie zunächst als Willensstärke gedeutet wurde, erwies sich jedoch in Wirklichkeit als Angst oder Panik, die aufkamen, wenn beispielsweise Veränderungen bei bekannten Abläufen eintraten. Susanne kann es darüber hinaus nicht ertragen, wenn sie angefasst wird. Da in ihrer Familie eher selten gekuschelt wurde, fiel auch dieses Verhalten nicht besonders ins Gewicht. Offenbar scheint es für autistisches Verhalten genetische Vorbedingungen zu geben, die vermuten lassen, dass viel mehr Menschen nicht verstandene autistische Züge besitzen als die oben genannten drei Zehntel Prozent der Bevölkerung. Wenn sich Susanne zurückzog, weil sie die Anwesenheit von Menschen nicht mehr ertragen konnte, wurde dies als asoziales Verhalten ausgelegt. Mehrfach drohten ihr die Eltern mit dem Gang zum Psychiater. Glücklicherweise ließen sie ihren Drohungen nie Taten folgen, denn das hätte nichts Gutes bewirkt. Susanne versuchte ihr Anderssein zu verstecken. Sie schaffte das Abitur, wollte aber nicht studieren, denn sie war froh, endlich die Schule mit ihren für sie eigentlich unerträglichen Belastungen hinter sich zu haben. Die schwedischen Autismus-Spezialisten Gillberg und Hagström gaben ihr viele Jahre später für ihre Reisen nach Göteborg folgende Bescheinigung mit, die Schwierigkeiten vermeiden sollte, denen sie vorher mehrmals ausgesetzt war: "Susanne hat Autismus und Katatonie. Sie ist nicht krank und steht nicht unter Drogeneinfluss. Sie wirkt manchmal etwas abwesend. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, kann es sein, dass sie verstört ist, nicht richtig antworten kann und sich verkrampft. Wenn es die Umstände ermöglichen, sollte man Susanne nach einem katatonischen Anfall eine Weile in Ruhe schlafen lassen. Sie braucht keine Medikamente und keine psychiatrische Behandlung." Damit erklären die beiden Schweden ziemlich genau, wie Susanne im Extremfall nach außen wirken kann. Menschen mit Autismus sind wie Außerirdische, die in eine Gesellschaft gelangt sind, deren meist ungeschriebene Regeln sie nicht kennen und erst immer wieder mühsam erlernen müssen. Solange die Betroffenen das nicht wirklich verstanden haben, leiden sie meist sehr unter ihrem Anderssein. Auf ihre Mitmenschen wirken sie befremdlich, weil sie sich nicht vorstellen können, was andere denken und fühlen. Susanne beschreibt in diesem Buch ihre ersten dreißig Lebensjahre. Ihre Sicht auf unsere Welt ist manchmal für uns unfreiwillig komisch, aber manchmal auch fast tragisch und oft traurig, weil ihre Mitmenschen sie nicht begreifen und schlimmstenfalls für geisteskrank halten. Menschen mit Autismus müssen jede Doppeldeutigkeit wie eine Vokabel lernen. Susanne würde also beispielsweise bei der erstmaligen Aufforderung, sich einen Stuhl zu nehmen, das auch wirklich tun, statt sich hinzusetzen. Erst wenn man ihr diesen Satz erklärt, wird sie ihn in ihr Regelwerk aufnehmen und beim nächsten Mal richtig deuten. Wer noch nicht viel über Menschen mit Autismus weiß, dem empfehle ich, zunächst die wenigen Seiten am Ende dieses Buches zu lesen, auf denen Susannes norwegische Freundin Kari Steindal, selbst eine Autismus-Spezialistin, kurz und sehr treffend erklärt, wie solche Menschen ticken und wie sie unsere und ihre Welt sehen. Danach wird man Susannes Buch noch viel besser verstehen. Susanne schreibt selbst: "Bei Autismus ist die Behinderung derart eng verbunden mit der eigenen Persönlichkeit, dass vielleicht gar keine Persönlichkeit mehr übrig bleiben würde, wenn man alles, was mit dem Autismus zusammenhängt, entfernen könnte." Fazit. Ein wunderbares Buch, das vielen Eltern autistischer Kinder helfen kann, weil es das bei Unwissenheit oft als verletzend empfundene Verhalten der Kleinen verständlich macht. Susanne beschreibt in der für sie typischen Art, wie sie ihr Leben sieht und meistert. Auf uns wirkt das manchmal trocken komisch oder selbstironisch, obwohl sie zu solch einer Betrachtungsweise gar nicht in der Lage ist. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch vielen ein ungefähres Verständnis für die Welt von Menschen mit Autismus vermittelt. Wer mit solchen Menschen zu tun hat, dem wird Susannes Buch helfen offener und entspannter mit ihnen umzugehen. Darüber hinaus kann es Menschen, die autistische Züge, aber keinen ausgeprägten Autismus haben, zu einem neuen Selbstverständnis führen. Im Übrigen kehrte auch in Susannes Familie eine völlig neue Harmonie ein, nachdem alle verstanden hatten, was mit ihr wirklich los ist.

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