Susanne Amrain

 4.6 Sterne bei 8 Bewertungen

Alle Bücher von Susanne Amrain

So geheim und vertraut

So geheim und vertraut

 (5)
Erschienen am 18.12.2009
So geheim und vertraut

So geheim und vertraut

 (3)
Erschienen am 01.09.1999

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Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain

Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain
Sokratesvor 7 Jahren

Ich dachte vor dem Lesen dieses Buches nicht, dass es noch sehr viel über die Beziehung von Virginia Woolf und Vita Sackville-West zu erzählen gibt. Aber hier habe ich mich sehr geirrt.
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Susanne Amrain arbeitet primär mit den Tagebüchern und Briefwechseln beider Frauen und rekonstruiert so die gut 20 Jahre währende Beziehung zweier Frauen, die nach außen hin ein traditionell-konservatives Eheleben führten, inoffiziell jedoch ihr Glück in die eigenen Hände nahmen – zumindest Vita Sackville-West, die von beiden die Aktivere war. Deutlich wird, dass beide Frauen homosexuell waren, diesen Umstand jedoch entweder ein Leben lang (Virginia) oder erst relativ spät (Vita) anerkannten und öffentlich auslebten. Man lebte eine konventionelle Ehe, stellte fest, sexuell mit dem Partner nicht wirklich etwas anfangen zu können, definierte die Ehe lieber als einen Ort intellektuell-freundschaftlicher Nähe, ohne von ‚Liebe‘ im klassischen Sinne sprechen zu wollen. Während sich Vita schon recht bald gleichgeschlechtliche Liebschaften suchte, verblieb Virginia passiver, zurückhal-tender, und widmete sich stattdessen der Schriftstellerei.
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Susanne Amrain stellt bereits zu Beginn ihres Buches fest, dass alle bislang (sie veröffentlichte das Buch 1994) publizierten Biographien über Virginia Woolf und/oder Vita Sackville-West von den homosexuellen Neigungen beider wenig berichten. Quentin Bell beispielsweise hält sich arg bedeckt, wenn er die Beziehung charakterisieren will. Auch Virginias sexuelle Einstellung kann er (oder will er?) nicht eindeutig charakterisieren. Inwieweit der Missbrauch durch die Stiefbrüder stattfand, will Bell auch nicht wirklich hinterfragen, obwohl es sich hier vielleicht um einen für das Gesamtproblem wichtigen Baustein handelt. Ob die Beziehung zwischen Virginia und Vita aktiv-sexuell war, kann und will er auch nicht sagen, obwohl ihm gleichermaßen Tagebücher und Schriftwechsel vorlagen und eine eingehende Untersuchung so doch möglich war. Ähnlich bedeckt äußern sich jedoch auch andere Biographien (Die in jüngerer Zeit schienene Biographie von Hermione Lee über Virginia Woolf versucht ein bisschen deutlicher über die neuralgischen Punkte in Virginias Biographie zu sprechen, bleibt aber auch – so meine Erinnerung – hinter den Erwartungen zurück). Susanne Amrain hat sich nun zur Aufgabe gemacht, das Unausgesprochene anhand der schriftlichen Hinterlassenschaften genauer zu benennen. Dies gelingt ihr sehr gut: sprachlich und stilistisch liest sich dieses Buch „von alleine“ und ist für mich daher seit langem eine nicht nur interessante sondern auch entspannende Leselektüre.

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viragos avatar

Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain

Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain
viragovor 8 Jahren

oje - schon 12 Jahre her das ich das gelesen habe. War aber eine sehr lohnende Lektüre.

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almas avatar

Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain

Rezension zu "So geheim und vertraut" von Susanne Amrain
almavor 10 Jahren

Susanne Amrain wirft mit uns einen herrlich akribischen, einen gefühlvoller, einen entblendeten Blick bar jeder Mystifizierung auf die 20 Jahre überdauernde Beziehung der beiden Schriftstellerinnen Virginia und Vita und treibt dabei die Entschonung manchmal soweit voran, kommt mit ihrem ach wie erwachsenen und genauen, vor allem aber bewussten Blick, den Frauen die sie da biographiert scheinbar so nah, dass man zumindest für die beiden auf ein Leben nach dem Tod hoffen möchte - denn was ist nicht alles für antibiographischer, asexueller, rücksichtsvoller Schwachsinn über diese wichtigen Frauen geschrieben worden und wie sehr wird es Zeit, dass revidiert, berichtigt und verwahrfaftigt wird.

Der Briefwechsel, stets taktvoll aber kritisch hinterfragt, hier und da aufgedröselt, um biographische Details ergänzt, erklärt und eingeordnet in das weite, dennoch engmaschige emotionale Geflecht der beiden Frauen, erlaubt einen Eindruck zu gewinnen vom aristokratischen und intellektuellen England der 20er, 30er und 40er Jahre, von den Möglichkeiten weiblicher Beziehungskonstrukte und der schlichten Freude am Schreiben, am Ausdrücken des Eigenen in das Andere hinein.

Mein Dank gilt der ungeheuerlichen Fleißarbeit der Autorin, die, was der Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit in der Regel nicht einträglich ist, mancherorts in Randbemerkungen das immense persönliche Interesse am Thema nicht verhehlen kann – und gerade damit dem Buch eine ganz eigenständige Dramaturgie gibt und zugleich zu seiner erzählerischen Spannung beträgt, die selbst Literatur schafft.

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