Susanne Amtsberg

 3,3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor*in von Das Dach der Seligen, Ausgebeint und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Susanne Amtsberg studierte Archäologie, gräbt im In- und Ausland. Sie wohnt und schreibt im Nordosten Brandenburgs. Von 1995 bis 2003 erschienen von ihr 5 Kriminalromane im KBV-Verlag, 2012 folgte ihr historischer Roman "Das Dach der Seligen" zur Expeditionsgeschichte Tibets im Aufbau-Verlag. 2023 veröffentlichte sie den Roman "Fossis" zur Frage, wie der aufrechte Gang in die Welt kam (Teil I der Trilogie VOM KENTERN)

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Susanne Amtsberg

Cover des Buches Das Dach der Seligen (ISBN: 9783351035044)

Das Dach der Seligen

 (3)
Erschienen am 12.11.2012
Cover des Buches Fossis (ISBN: 9783756855742)

Fossis

 (0)
Erschienen am 03.05.2023
Cover des Buches Irrwasser (ISBN: 9783937001333)

Irrwasser

 (0)
Erschienen am 30.09.2003
Cover des Buches Windbeutel (ISBN: 9783757804831)

Windbeutel

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Erschienen am 26.09.2023

Neue Rezensionen zu Susanne Amtsberg

Cover des Buches Das Dach der Seligen (ISBN: 9783351035044)

Rezension zu "Das Dach der Seligen" von Susanne Amtsberg

Wo ist Johanna?
Ein LovelyBooks-Nutzervor 11 Jahren

Antti Tuomainen zeichnet in seinem Roman ein düsteres Bild der nahen Zukunft. Es herrscht eine Art Weltuntergangsstimmung, alles ist trostlos, beängstigend und hoffnungslos. Dies beschreibt er außerordentlich überzeugend und realistisch. Er erklärt die Ursachen für dieses Szenario, auch dies erscheint glaubhaft.

Der Ich-Erzähler in diesem Thriller ist Tapani Lethinen. Johanna, seine Ehefrau, ist die Liebe seines Lebens, beide sind seit 10 Jahren verheiratet, aber ihm wird schnell klar, Johannas Vergangenheit ist ihm unbekannt. Auch das Bild von seinen Freunden wandelt sich im Laufe seiner gut 2 Tage andauernden Suche. Tapani ist ein Lyriker, zeigt aber nur wenige Gefühlsregungen und wirkt eher unterkühlt. Das passt so gar nicht zusammen. Er versucht schließlich die Frau seines Lebens zu retten. All das geschieht in einer relativ kurzen Zeitspanne. Der in Ermittlungssachen ungeübte Ehemann kämpft an einsamer Front gegen alle, vor allem gegen das Schweigen und kommt doch überraschend schnell zu ersten Erfolgen.

Die Sprache wirkt teilweise gehetzt und abgehackt. Manche Szenen werden staccato artig erzählt. Man sollte meinen, dass dies für den Spannungsbogen, der zu Beginn auch gut ausgeprägt war, hilfreich sei. Das empfand ich leider nicht so. Trotz der Themenvielfalt und des durchaus für einen Thriller nicht unüblichen Schreibstils empfand ich etliche Passagen als spannungsarm.
Die Figuren waren für meinen Geschmack sehr oberflächlich charakterisiert. Sie waren auswechselbare Stereotype.

Obwohl der Thriller mit nur 224 Seiten bei recht großer Schrift sehr schnell gelesen war, wurde ich mit ihm nicht richtig warm.
Aus der Themenvielfalt und dem Plot hätte eine großartige Story entstehen können, leider spann der Autor die durchaus vorhandenen positiven Ansätze nicht konsequent zu Ende. Für die geringe Seitenzahl waren die Themen wohl zu vielfältig und komplex oder im Umkehrschluss, der Autor hatte, für das, was er dem Leser mitteilen wollte, zu wenig Raum. 100 Seiten mehr hätten dem Thriller gutgetan.

"Der Heiler" ist ein Mischung aus Dystopie und Thriller, der schnell gelesen ist und über wirklich gute und nachdenkenswerte Ansätze verfügt, der jedoch bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Cover des Buches Das Dach der Seligen (ISBN: 9783351035044)
Bris avatar

Rezension zu "Das Dach der Seligen" von Susanne Amtsberg

Rezension zu "Das Dach der Seligen" von Susanne Amtsberg
Brivor 11 Jahren

Von allen Fesseln befreit - eins mit allem

November 1906, Bhamo, Burma (heute Myanmar)

Aufbruch der Expedition unter der Leitung des Geologen Gustav Bronnen. Ziel: Die Vermessung des Salween und die Erforschung des weitgehend noch unbekannten Tibet.

Das ursprüngliche Ziel Bronnens, Untersuchungen in Afrika durchzuführen, scheitert am Kolonialismus und Bronnens Weigerung, den Schutzbrief des Kaisers in den Rucksack zu packen. Denn tatsächlich soll dieser Schutzbrief dazu benutzt werden, Land und damit Bodenschätze zu billigsten Preisen zu erwerben. Doch Bronnen ist kein Eroberer, sondern ein Forscher mit echtem Interesse an Land und Leuten. Er hat mitnichten vor, seiner Nation mit unlauteren Mitteln zur Ausweitung ihres Territoriums zu verhelfen.

Obwohl glücklich mit der Berliner Malerin Emmy Radke verheiratet, zieht es ihn in die Ferne. Tibet soll das neue Ziel sein. Zusammen mit dem Fotografen Curt Cohn und dem Zoologen Robert Beermann stellt Bronnen eine Karawane zusammen, die vor allem vermessen und kartographieren, die unbekannte Flora und Fauna erforschen und das alles am besten per Photographie für die Ewigkeit festhalten soll.

Vorzeitig kehren Cohn und Beermann zurück, ohne Bronnen. Er wird nie erfahren, dass er einen Sohn hat. Emmy ist verzweifelt. Verwünscht den falschen Heimkehrer (Cohn), obwohl auch der wegen seines steifen Beines ein Leben lang an Tibet und Bronnens Tod in einem reißenden Fluss erinnert werden wird. Emmy verabscheut Cohns Hilfsangebote. Empfindet seine Kontaktversuche als eine einzige Last. Irgendwie muss es doch auch für sie einen Weg geben, mit der Trauer um den geliebten Mann fertig zu werden, das eigene vernachlässigte Leben wieder aufzunehmen. Zumindest malen möchte sie wieder können. Als sie sich nicht mehr zu helfen weiß, fällt sie eine für die damalige Zeit ungewöhnliche und mutige Entscheidung: sie begibt sich auf Spurensuche nach Tibet.

Sabine Amtsbergs Dach der Seligen ist weit mehr, als nur die Geschichte einer Frau, die versucht, einen furchtbaren Verlust zu verwinden. Zunächst erscheint es, als ob Emmy Bronnen-Radke im Mittelpunkt der Handlung stünde. Doch spätestens als diese während der Anreise nach Tibet von einem ihr unbekannten Botaniker die Tagebücher ihres Mannes zugeschickt bekommt, rückt der Verstorbene ins Zentrum der Geschichte. Emmy's Schiffreise bildet den Rahmen für die eigentliche Handlung, die wirklich wichtigen Geschehnisse des Romans.

Diesen Rahmen schmückt Sabine Amtsberg liebevoll mit kurzen Episoden und wunderbaren zeitgenössischen Figuren. Sie verleiht diesen Kapiteln mit einer Sprache, die direkt dem Jahr 1910 entsprungen zu sein scheint, funkelnden Glanz und Esprit. Authentischer geht das nicht. Und doch bleibt das nur der Rahmen für das Wesentliche: die Bronnen - Tagebücher. Diese erscheinen durch Sprache und Stil komplett anders, aber in nichts weniger authentisch. Diese Tagebücher werden nicht gelesen, sie werden gelebt. Ich ging den Weg, die Verwandlung des Gustav Bronnen. Etappe für Etappe, Schritt für Schritt. Die kleine anfängliche stilistische Schwäche der zu stark eingesetzten indirekten Rede und der zu häufig unaufgelösten rhetorischen Fragen macht Sabine Amtsberg damit alle Mal wett.

Einesteils war ich voller Bewunderung und Achtung für die Entwicklung Bronnens, anderenteils blieb eine leichte Befremdlichkeit nicht aus. Ich ahnte das Ende und hoffte das Beste für den Fernreisenden.

Bisher ist Das Dach der Seligen wohl noch ein Geheimtipp - doch das darf es nicht bleiben. Zu eindringlich schildert es das, was uns Menschen auf unserem Weg durch diese Welt passieren mag. Und ausserdem steckt in jedem von uns ein kleiner Teil Gustav Bronnens.

... " Ich sehne mich nach einer Zeit, welche nicht bemessen oder gefüllt wird. Nach einem Raum, der nicht überwunden oder von Grenzen zerschnitten wird. Nach dem Recht, die Richtung zu wechseln, oder auch im Kreis zu gehen. Oder einfach zu verweilen. Ich will die Unbeweglichkeit der Steine teilen, in die Stille der Salzseen tauchen. Ich will einen Hügel erklimmen, nur um auf der anderen Seite wieder hinabzusteigen. Die Freiheit, einen Bogen um einen Hügel zu machen. Ich will nichts und miemanden vermessen, keinen Berg oder Fluss mit Namen strafen, keine weißen Flecken auf der Landkarte mit Blindenschrift für die füllen, deren Fuß diese Landschaft nie berühren wird. " ...

(aus Gustav Bronnens viertem Tagebuch)

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