Susanne Ayoub Das Mädchen von Ravensbrück

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen von Ravensbrück“ von Susanne Ayoub

Leni ist erst 16, als sie im nationalsozialistischen Wien wegen kommunistischer Aktionen verhaftet und ins KZ Ravensbrück verschleppt wird. Trotzdem gibt sie nie auf.

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  • Rezension zu "Das Mädchen von Ravensbrück" von Susanne Ayoub

    Das Mädchen von Ravensbrück
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    22. June 2012 um 01:27

    Leni geht es gut. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Amsel zwitschert, die Kirchenglocken läuten und ihre Nane, ihre Großmutter, ruft sie zum Essen. Nein, der 16jährigen Leni geht es schlecht. Denn das alles war nur ein Traum aus ihrer Vergangenheit. In der Wirklichkeit des österreichischen Nationalsozialismus wacht sie in ihrer Zelle auf einem verfaulten Strohsack auf, hungert und wird gefoltert. Leni war schon als Achtjährige in die politische Arbeit der Eltern eingebunden worden und hatte für die Rote Hilfe Essen an die kommunistischen Kämpfer verteilt. Nachdem der Vater an die Front geschickt wurde und die Mutter gestorben ist, übernimmt die 15jährige Leni das Erbe des politischen Widerstands, bis sie ein Jahr später an die Gestapo verraten wird. Nach einem Aufenthalt im berüchtigten Wiener Gefängnis „Liesl“ wird Leni in das Konzentrationslager Ravensbrück verlegt. Diese Hölle auf Erden wird von der Autorin mit erschreckenden Details beschrieben. Ihre innere Stärke lässt Leni auch das KZ überstehen, und zusammen mit einer Mitgefangenen kann sie kurz vor Kriegsende fliehen. Nach langen Fußmärschen erreichen die beiden endlich ihre Heimat Österreich, aber sie werden nicht gerade mit offenen Armen empfangen, denn wer die Menschen als lebendiges Beispiel an ihre Schuld erinnert, ist nicht gern gesehen. Nach dem Krieg herrscht in Österreich die gleiche Situation wie in Deutschland: Die Täter besetzen wieder hohe Ämter, und die Opfer müssen um jeden Pfennig Entschädigung kämpfen. Mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch ist, dass einige verwendete Ausdrücke für Nichtösterreicher unverständlich sind. Ich musste beispielsweise erst einmal einen Wiener fragen, was ein Stanitzel ist. Ein Glossar wäre sehr hilfreich gewesen. Abgesehen davon, hat mich dieses Buch sehr beeindruckt. Susanne Ayoub ist eine ganz besondere Erzählerin. Ihre präzise Sprache ist eindringlich und macht den Schrecken des Konzentrationslagers erfühlbar. Dieses berührende Buch, dem ich viele Leser wünsche, wirkt lange nach.

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  • Rezension zu "Das Mädchen von Ravensbrück" von Susanne Ayoub

    Das Mädchen von Ravensbrück
    Heane

    Heane

    16. April 2012 um 21:33

    Mut in finsteren Zeiten 1934. In Wien herrscht Bürgerkrieg: Straßensperren, Schüsse, Todesgefahr. Mittendrin geht die 8-jährige Leni ruhig an den Panzern vorbei, in den Händen eine schwere Milchkanne mit Suppe und Knödeln für die Kämpfer. Die Mutter hat sie geschickt, im Auftrag der Roten Hilfe. Niemand hält sie auf. Mit 16 wird Leni verraten und verhaftet. Nur ihre Jugend rettet sie vor dem Schafott. Sie überlebt das Konzentrationslager Ravensbrück und kehrt in ihre Heimatstadt zurück, wo es den Leuten nicht gut gegangen ist, wo keiner hören will, was in den KZs geschah, so wie vorher nicht sehen wollten, welche Untaten die Nazis vor aller Augen begingen. „Susanne Ayoub versetzt uns gekonnt dorthin zurück, wo Rationalisten ganz mulmig wird: ins unbeherrschbar Individuelle. (Tobias Gohlis, Die Zeit) Mitten im Krieg lebt Leni ganz allein in Wien, die Mutter ist gestorben und der Vater an die Front eingerückt. Ihre Eltern haben Leni schon als kleines Mädchen mit Politik in Berührung gebracht und sie unterstützt, ohne im Detail darüber nach zu denken den kommunistischen Widerstand. Zuerst gegen das Dollfuß-Regime und später gegen die Nazis. Als Leni verraten wird, sitzt sie zuerst im Gefängnis „Liesl“ in Wien ein und wird später nach Ravensbrück verlegt. Sie erfährt physische und psychische Züchtigung und die Hinrichtungen vieler Mitgefangenen. Während der letzten Kriegsjahre wird Leni ins Konzentrationslager Ravensbrück verlegt und muss dort Unaussprechliches erdulden. Gemeinsam mit einer Mitgefangenen gelingt Leni kurz vor Kriegsende die Flucht. Sie macht sich zu Fuß auf den Weg zurück nach Österreich. Sie kommt in ein zerstörtes, deprimiertes Land zurück, das nicht nur erkennen muss auf der falschen Seite gestanden zu haben sondern auch, dass es sich schuldig gemacht hat. Susanne Ayoub zeichnet ein schonungsloses Bild von einer Geschichte, die das Leben schrieb. Dabei schafft sie es meisterhaft, eine einfühlsame und der damaligen Zeit entsprechende Sprache zu verwenden und trotzdem nicht ins Klischee abzugleiten. Die Protagonistin Leni ist sowohl als junges Mädchen als auch als gereifte Frau ein glaubwürdiger Charakter. Ihr Schicksal macht sprachlos, entfacht Wut und Rachsucht lässt aber Raum für Hoffnung, rührt zu Tränen und zeigt letzten Endes die unbändige Kraft einer Frau, die es sich nicht erlaubt zu unterliegen.

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