Susanne Beyer »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 7 Rezensionen
(9)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „»Mich hat Auschwitz nie verlassen«“ von Susanne Beyer

Die letzten Zeugen von Auschwitz Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör. Weltweit haben SPIEGEL-Redakteure und -Mitarbeiter nun ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers besucht und befragt, Susanne Beyer und Martin Doerry haben diese Berichte in einem Buch zusammengestellt. Die beeindruckenden Schilderungen der letzten überlebenden Zeugen von Auschwitz werden reich bebildert mit Porträts, die die Fotografen Sara Lewkowicz und Dmitrij Leltschuk für diesen Band anfertigten

„Mich hat Auschwitz nie verlassen“ ist ein kostbares Zeugnis einer furchtbaren Zeit, berührend und schockierend. Absolut empfehlenswert.

— stadtschreiber

MUSS MAN GELESEN HABEN.

— BookTownrezis

Trotz dass es sich hierbei um keine leicht verdauliche Lektüre handelt, sollte man es unbedingt lesen. Geschichtlich gesehen ist es auf jede

— kleinstadtprinzessin

Eine wichtige Dokumentation aus einer Zeit, welche es besser nicht gegeben hätte

— Hexchen123

Ein beklemmendes Buch, das ich trotz der schwierigen Thematik in einem Rutsch verschlungen habe. Absolute Leseempfehlung!

— Anchesenamun

Stöbern in Biografie

Der Lukas Rieger Code

Lukas Rieger über seinen Aufstieg leider weniger über sein Leben - keine Biografie

blaues-herzblatt

Nachtlichter

Amy Die raue Schönheit des Nordens wird lebendig

Buecherfreundinimnorden

Gegen alle Regeln

Bewegend - eine Geschichte von Liebe und Verlust!

SophLovesBooks

Ich bin mal eben wieder tot

Kein Ratgeber,aber fantastisch geschrieben. Ich selber hatte zum Glück bisher nie mit Panikattacken zu tun,aber mein bester Freund.

Rahel1102

Ich liebe das Leben viel zu sehr

Hier hat mir besonders der sarkastische, aber doch zeitweise fast poetische Schreibstil sehr gefallen.

AmyJBrown

Embrace

Sowohl als Buch als auch als Film echt beeindruckend! Kann Embrace jedem empfehlen :)

Kiwi33

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Meschugge sind wir beide" von Claudia S. C. Schwartz

    Meschugge sind wir beide

    ClaudiaSCSchwartz

    Ihr lieben Leseratten, mein Name ist Claudia S.C. Schwartz und am 9. Juni erscheint mein Buch Meschugge sind wir beide. Unsere deutsch-israelische Liebesgeschichte im Eden Books Verlag. In dem Buch erzähle ich über die Familien von meinem Mann Shaul und mir und über unsere Liebe. Ich berichte darüber, wie Verwandte und Bekannte auf den jeweils anderen reagieren, welche abstrusen Geschichten unser Leben zwischen zwei Kulturkreisen liefert und was eine interreligiöse Hochzeit und ein Baby noch so alles auslösen können. Culture-Clash mit historischem Hintergrund garantiert. Und ganz besonders viel Herz und Humor ;-) Mit großer Vorfreude läute ich diese Leserunde ein und bin sehr gespannt darauf mit euch in Kontakt zu kommen. 20 Bücher stehen zur Verfügung. Schreibt mir gerne wer ihr seid und warum ihr mitlesen wollt.Hier geht es zur Leseprobe: (das erste Kapitel)https://www.dropbox.com/s/j99m5rxfhzx6wlm/Leseprobe%20-%20Meschugge%20sind%20wir%20beide.pdf?dl=0Mehr Infos gibt es auf:https://www.facebook.com/ClaudiaSCSchwartz/ http://www.claudiaschwartz.de/ Ich freue mich sehr auf euch!Herzlichst,Claudia

    Mehr
    • 489
  • Erinnerungen ehemaliger Auschwitz-Häftlinge: Fesselnd und berührend

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    stadtschreiber

    19. January 2017 um 16:47

    Die Flüchtlingskrise spaltet unsere Gesellschaft. Gleichzeitig sterben Zeitzeugen aus, die aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählen können. Um Erlebnisberichte für künftige Generationen zu erhalten, besuchten Redakteure und Mitarbeiter des SPIEGEL anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz ehemalige Häftlinge und zeichneten ihre Erinnerungen auf.Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung über Auschwitz und dieses Buchprojekt. Einfühlsam wird mit einem kurzen Text und einem Porträtbild in die jeweilige Geschichte eingeleitet. Anschließend kommen die Zeitzeugen zu Wort, die nach der Methode „Oral History“ ohne Zwischenfragen erzählen. Die Berichte geben Zeugnis über die katastrophalen Zustände, die Misshandlungen und Erniedrigungen in Auschwitz. Der Leser wird nicht geschont: Er erfährt von Diebstahl und Prügeleien der Gefangenen untereinander, vom Gefangenenorchester und von der Arbeit an den Verbrennungsöfen. Auch ihre Erfahrungen mit Lagerarzt Josef Mengele muss der Leser noch einmal beklemmend nah durchleben. Die Erzählungen sind sehr berührend und gingen mir sehr nahe. Doch ich habe auch Hoffnung gefunden: Es gab im Konzentrationslager auch Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe zum Überleben bis zur Befreiung. „Mich hat Auschwitz nie verlassen“ gibt das große Dilemma der ehemaligen gefangenen wieder: Auch wenn sie das Leben bis ins hohe Alter gemeistert haben, eine Familie gründeten und sich liebevoll um Enkel kümmern: Die Bilder der Vernichtung werden immer bleiben,Tag und Nacht. Ich bedaure, dass die einzelnen Erinnerungen nur über wenige Seiten gehen. Einige Berichte, wie etwa bei dem Musiker Coco Schumann, hätte ich gern ausführlicher gelesen. Positiv hervorheben möchte ich, dass nicht nur jüdische Opfer zu Wort kamen, sondern auch Christen, Sinti/Zigeuner und Widerständler. Die Ausstattung des Buches mit alten und aktuellen Fotos, Kurzbiografien der Zeitzeugen, einem Autorenverzeichnis und Literaturempfehlungen wurde mit Liebe zum Detail zusammengestellt. Mein Fazit „Mich hat Auschwitz nie verlassen“ ist ein kostbares Zeugnis einer furchtbaren Zeit, berührend und schockierend. Absolut empfehlenswert. Autorin der Rezension: Sarina Wood www.sarina-wood.de

    Mehr
  • Überlebende des Konzentrationslagers berichten.

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    Tamilein

    03. July 2016 um 20:29

    Vorab möchte ich auch hier darauf hinweisen, dass ich mir keine Meinung über das Leben bzw. das Überleben der interviewten Personen anmaße. Ich bewerte in dieser Rezension lediglich die Aufmachung des Buchs und die Umsetzung. Die Geschichten der betroffenen Personen sind ihr Allerheiligstes, ihr Inneres, ihre Vergangenheit, die sie auch heute noch immer wieder einholt. KlappentextAm 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör.Weltweit haben SPIEGEL-Redakteure und -Mitarbeiter nun ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers besucht und befragt, Susanne Beyer und Martin Doerry haben diese Berichte in einem Buch zusammengestellt. Die beeindruckenden Schilderungen der letzten überlebenden Zeugen von Auschwitz werden reich bebildert mit Porträts, die die Fotografen Sara Lewkowicz und Dmitrij Leltschuk für diesen Band anfertigtenMeine MeinungIch bin stark interessiert an dieser dunklen Vergangenheit unseres Landes. Ich informiere mich so oft und so viel ich kann, sammele Berichte, Bücher und lese mich in die Leben der Betroffenen ein. Ich empfinde Mitleid, versuche das Geschehene zu begreifen, zu verstehen. Zu verstehen, was Menschen zu so etwas treiben kann. Zu verstehen, wie es danach weiterging, wie die Menschen nicht nur überleben, sondern auch weiterleben konnten. Der SPIEGEL hat hier viele Nachforschungen angestellt und zeichnet mit diesem Buch ein Porträt von Gezeichneten.Insgesamt wurden 20 Zeitzeugen, Überlebende des KZ Auschwitz interviewt. Allesamt hatten sie grausame Geschichten zu erzählen - wahre Geschichten, die manche immer noch bis in den Schlaf verfolgen. Das Buch enthält zu jedem der Zeitzeugen mehrere Fotografien. Dabei handelt es sich um aktuelle Fotos, die zum Zeitpunkt des Interviews aufgenommen wurden, aber auch um private Aufnahmen der Überlebenden. Das verleiht dem Buch eine gewisse Nähe. Man liest nicht nur die Namen der Menschen, man sieht sie. Sie sind keine Nummer, nicht nur Buchstaben. Man bekommt eine direkte Verbindung zu ihnen. Zu Beginn jedes neuen Kapitels, jedes neuen Erfahrungsberichts, sieht man ein aktuelles Porträt der interviewten Person. Dazu ein kleines Zitat mit einer kurzen Einleitung. Jedes einzelne dieser grausamen Schicksale wird erneut erzählt. Eine Tochter, die ihre Mutter nicht alleine lassen wollte und daher freiwillig mit ins KZ ging. Grausame Todesmärsche die Abertausende das Leben kostete. In den Krematorien arbeiten, schlafen, die einem bekannten Leichen verbrennen. Die Ungewissheit, was mit den Eltern geschah - vermutlich liegen sie in einem Massengrab. Tattowierte Nummern auf Unterarmen, die zwar verblassen, aber nie verschwinden werden. Furchtbare und ergreifende Schicksale. Diese ganze Last liegt auf den Schultern der Überlebenden. Mir trieb es oft die Tränen in die Augen. Diese Geschichte stecken voll Leid und Schmerz. Diese Menschen überlebten eine Grausamkeit, die die Menschheit selbst zu verantworten hat.Im Anschluss an die Zeitzeugenberichte findet sich auch noch eine Übersicht mit Kurzbiografien. Hier lässt sich der Werdegang nach dem Grauen nachlesen. Außerdem bekommt man auch eine Übersicht über die Autoren und Fotografen.Besonders wichtig finde ich, dass die Geschichten von den Autoren lediglich wiedergegeben werden. Hier werden keine Ergänzungen gemacht, sodass man das Gefühl bekommt, man selbst spräche mit den Menschen. Für mich ist es wichtig zu ergänzen, dass wir diese Zeit niemals vergessen dürfen. Wir müssen hinterfragen, nachforschen und vorallem sind wir in der Pflicht. Wir haben die Verantwortung, dass so etwas nie wieder passieren darf. Für damalige Taten sind wir nicht verantwortlich. Daran tragen wir keine Schuld. Dennoch darf das Geschehene nie vergessen werden. Es muss uns ein Mahnmal sein, zu was Menschen fähig sein können. Es bleiben mit der Zeit nicht mehr viele Menschen übrig, die man nach Geschehenem fragen könnte. Diese Dokumentation der Berichte der Zeitzeugen ist also umso wertvoller für uns und folgende Generationen."Du wirst überleben, und du wirst erzählen." Erna de Vries

    Mehr
  • Unfassbar tolles Buch!

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    BookTownrezis

    28. March 2016 um 13:13

    Heute gibt es eine Rezension zu einem Buch welches ich unfassbar fand. Eine Unfassbare Geschichte mit einem Unfassbaren Verlauf und unfassbar emotional. Klappentext: Die letzten Zeugen von Auschwitz Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör. Weltweit haben SPIEGEL-Redakteure und -Mitarbeiter nun ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers besucht und befragt, Susanne Beyer und Martin Doerry haben diese Berichte in einem Buch zusammengestellt. Die beeindruckenden Schilderungen der letzten überlebenden Zeugen von Auschwitz werden reich bebildert mit Porträts, die die Fotografen Sara Lewkowicz und Dmitrij Leltschuk für diesen Band anfertigten Das Buch ist 2016 im DVA Verlag erschienen und kostet 29,99€ Bei dieser Rezension weiß ich wirklich überhaupt nicht wo ich anfangen soll. Wirklich nicht. Es gibt vieles mit dem ich anfangen könnte aber womit soll ich nun beginnen? Okay, fangen wir einfach mal damit an dass dies wahre Geschichten sind. Von Menschen die tragisches und unvorstellbares erlebt haben. Sie sind buchstäblich durch die Hölle gegangen und nun wird berichtet wie es sich dort so begeben hat. Ich dachte nicht dass mich ein Buch so berühren kann wie dieses. Es ist atemberaubend. Und auch wenn ich aus dem schwärmen wieder rauskomme, finde ich das buch wirklich wirklich gelungen.Okay, Warum finde ich es denn so toll? Weil es einfach mit Liebe gemacht wurde. Es wurde mit der Liebe zum Journalismus geschrieben und das merkt man auf jeder einzelnen Seite. Man hat nicht das Gefühl das Buch wurde nur gemacht um Geld zu verdienen und schocken zu wollen, eher dass es geschrieben wurde um den Menschen zu zeigen – Hey, es war mal so schlimm und es sollte nie wieder so kommen. Gerade in der Phase wo wir wählen müssen und eine Entscheidung treffen sollten ist das Buch Gold wert.   Alles in Allem -> EIN BUCHTIPP. Ja ich finde man MUSS dieses Buch gelesen haben und deswegen gebe ich auch die volle Punktzahl!

    Mehr
  • Augenzeugen von Auschwitz berichten

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    bookofmylifesina

    11. January 2016 um 18:31

    Inhalt: Die letzten Zeugen von Auschwitz Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör.   Meine Meinung: In diesem Buch berichten 11 Frauen und 9 Männer über ihre Zeit vor Auschwitz, in Auschwitz und nach Auschwitz. Jeder Bericht in diesem Buch ist ganz besonders und zeigt uns die grausamen Taten in Auschwitz auf. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich zwar wusste, dass es damals wirklich sehr schlimm in Auschwitz war, aber dass die Menschen damals, wie Tiere behandelt worden und eigentlich gar kein Recht mehr besaßen konnte ich mir so drastisch nicht wirklich vorstellen. Durch die Berichte konnte man sich sehr in diese Zeit hinein fühlen und man versucht zu verstehen, warum die Menschen damals so gehandelt haben. Jeder dieser Berichte hat etwas ganz besonderes. Manch ein Bericht zeigt uns, wie grausam es in Auschwitz wirklich war. Ein anderer Bericht rührt uns zu Tränen und noch ein anderer Bericht gibt uns Hoffnung. Hoffnung ist auch ein sehr wichtiger Begriff, der mir nach dem Lesen des Buches klar geworden ist. Die Menschen, die Auschwitz überlebt haben und die jetzt ein glückliches Leben führen, geben einem einfach Hoffnung für die gesamte Menschheit. Natürlich gab es auch Fälle, wo die Menschen einfach zu viele Erinnerungen an die grausame Zeit in Auschwitz hatten und deshalb nicht mehr leben wollten. Generell kann ich nur sagen, dass dieses Buch einen zu Tränen rührt und ich finde, dass dieses Buch jeder gelesen haben sollte. Durch dieses Buch wird einem die Augen geöffnet, wie es damals wirklich war.   Fazit: 5 von 5 Sternen und ein Buch, dass groß und klein gelesen haben sollten.

    Mehr
  • Ein Buch, welches jeder lesen sollte.

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    kleinstadtprinzessin

    01. December 2015 um 16:08

    Inhalt: Zu Beginn erscheint ein Vorwort, welches über das damalige Konzentrationslager in Auschwitz, welches als Schlimmstes seiner Zeit galt, berichtet und erklärt. Beispielsweise wurden die "Häftlinge" damals in zwei Kategorien eingeteilt: Auf der einen Seite die arbeitsfähigen Menschen, auf der anderen die zu dem Zeitpunkt arbeitsunfähigen Menschen wie Kinder, Kranke, Alte oder Schwangere. Die Menschen aus Kategorie zwei wurden meist sofort getötet oder man hat grausame Experimente an ihnen ausprobiert. Im Anschluss daran folgen die einzelnen Geschichten und Potraits der 20 überlebenden Zeitzeugen, welche von Beyer und Doerry unkommentiert niedergeschrieben wurden. Darunter befindet sich auch das polnische Paar Izzy und Anna, welches zeitgleich in Auschwitz waren und nun seit über 68 Jahren zusammen sind. Auch ist es interessant, wie die Überlebenden heutzutage leben und mit ihrer Vergangenheit umgehen. Einige von ihnen waren Jahre später nochmals an dem grauenvollen Ort andere entfernten ihre Häftlingnummer-Tattoos um das Geschehene innerlich zu bewältigen. Nach den einzelnen Geschichten folgen auf den Seiten 272 bis einschließlich 277 Kurzbiografien der vorgestellten Zeitzeugen. Gestaltung: Das Buchcover zeigt den Zeitzeugen Jehuda Bacon, der mittlerweile in Jerusalem lebt. Auf dem in der Farbe weiß gehaltenen Buchrücken sind fünf weitere Zeitzeugen abgebildet. Die 288 Seiten sind bis auf die einzelnen Kapitel mit den Potraits weiß mit schwarzer Schriftfarbe gestaltet. Meine Meinung: Die Erinnerungen an diese grausame Zeit ließen mich beim Lesen mehrmals erschaudern und nach einigen Berichten musste ich das Buch erstmal weglegen und das Gelesene verkraften, bevor ich weiterlesen konnte. Für mich ist es einfach unbegreiflich, wie es damals überhaupt soweit kommen konnte. Die Antwort auf die Frage, warum meine Entscheidung auf dieses Buch fiel, ist auf die Geschichten meines Großvaters zurückzuführen, der mir immer wieder mal über über seine Zeit in einem Arbeitslager erzählte, was mich mich bereits vor Jahren dazu bewegt hat, mich anhand von Dokumentationen, Filmen und Büchern mehr mit der Zeitgeschichte zu beschäftigen. Trotz dass es sich hierbei um keine leicht verdauliche Lektüre handelt, sollte man es unbedingt lesen. Geschichtlich gesehen ist es auf jeden Fall eins der wertvollsten Bücher in meinem Buchregal.

    Mehr
  • Dieses Buch werden noch unsere Kinder und Enkel in den Händen halten

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    Hexchen123

    28. October 2015 um 10:11

    Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist dieses Buch entstanden. Es ist ein Nachruf an die über 1 Million Menschen, welche Auschwitz nicht überlebt haben und es sind Worte und Erinnerungen derjenigen, welche das Lager überlebt haben. Die zwanzig Protokolle der Überlebenden sind so wertvoll und wichtig, denn es wird nicht mehr lange dauern, dann können wir keinen mehr befragen. Nach einer kurzen Einführung über das Konzentrationslager Auschwitz, gelangen wir zu den 20 Porträts der Überlebenden. Unverfälscht werden zwanzig verschiedene Geschichten erzählt, jede ist anders. Doch in vielen Dingen sind sich alle einig: Täglich umgeben von Angst, welche einem die Luft zum Atmen nimmt. Die entwürdigenden Transporte in Viehwaggons, getrieben wie Vieh aus den Waggons, um schließlich in Zweierreihen Aufstellung zu nehmen. Es warteten bellende Hunde, Geschrei und eine Vorauswahl wurde getroffen. Nach rechts oder links. Deportationen, Schläge und Demütigungen waren an der Tagesordnung. Der ständige Hunger trieb einen fast in den Wahnsinn. Die Gerüchte um Auschwitz broddelten und eigentlich war allen klar, dass hier keiner mehr lebend raus kam. Doch trotzdem haben es welche geschafft. Sei es Glück, sei es Kampfgeist oder der pure Überlebenswille. Wissen Sie, ich habe in meinem Leben so viele Situationen gesehen, die man unmenschlich nennt. Aber nirgends hat man die Bestien so wenig in Schach gehalten wie in Auschwitz. – Wolfgang Höbel Alle wurden kahl rasiert, vermessen, untersucht, tätowiert und nackt ausgezogen. Wenn es sein musste, dann haben die Insassen von Auschwitz auch mal zwei Tage nackt in ihrem Block verbracht. Namen wurden vergessen, ab sofort wurde man nur noch mit seiner eintätowierten Nummer gerufen. Die Männer rasierten uns sogar die Haare ab, nicht nur auf dem Kopf. – Bronia Brandman Die Einzelschicksale berühren und gehen direkt ins Herz. Raphael Esrail, der auch nach 70 Jahren täglich das Lager vor Augen hat, obwohl er seine Tätowierung hat entfernen lassen. Oder Philomena Franz, eine Zigeunerin, die auch den Versuchen von Doktor Mengele nicht entkommen konnte und eine Scheinhängung über sich ergehen lassen musste. Esther Bejarano hat überlebt, weil sie in Auschwitz als Musikerin im Mädchenorchester spielen durfte. Mittags gab es eine weiße Suppe aus zerhackten Knochen, die sogenannte Avosuppe. Wir hatten solchen Hunger, da macht man sich keine Gedanken über Geschmack. – Kazimierz Albin Obwohl „Mich hat Auschwitz nie verlassen“ keine leichte Kost ist, fesseln die Seiten und man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Reporter haben ganze Arbeit geleistet. Die Berichte sind unverfälscht, authentisch. Abgerundet wird das ganze durch wunderschöne Porträtaufnahmen der Fotographen, wie auch schon auf dem Cover zu sehen ist. Ich habe schon viel über den zweiten Weltkrieg gehört und gelesen, dennoch schockiert es mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich mich mit dieser Thematik auseinander setze. Mein Respekt gilt den Menschen, die all dies ausgehalten haben und täglich mit ihren Erinnerungen aufwachen und versuchen, ein ganz normales Leben zu leben. Fazit Ein wichtiges und lesenswertes Buch mit Augenzeugenberichten aus einer furchtbaren Zeit, die es besser nie gegeben hätte. Wir alle haben nicht mehr viel Zeit, Menschen von damals zu befragen. Deshalb ist es unabdingbar, Erinnerungen festzuhalten und zu dokumentieren. Es ist ein Buch, dass auch noch unsere Kinder und Enkel in den Händen halten werden.

    Mehr
  • Rezension: "Mich hat Auschwitz nie verlassen" (Beyer & Doerry)

    »Mich hat Auschwitz nie verlassen«

    Anchesenamun

    02. October 2015 um 16:24

    Zum Inhalt Als im Januar 1945 sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz befreiten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Über eine Million Menschen wurden hier ermordet, und diejenigen, die nicht noch kurz vor der Befreiung auf einen der Todesmärsche geschickt wurden, waren halb verhungert, krank und hausten in menschenunwürdigen Umständen in den Baracken. Viele der ehemaligen KZ-Häftlinge konnten oder wollten nicht über ihre Zeit im Lager sprechen. Andere wiederum machten es sich zur Lebensaufgabe, das Geschehene nicht vergessen zu lassen. Anlässlich der 70jährigen Befreiung des KZ Auschwitz haben sich SPIEGEL-Redakteure mit 20 Überlebenden in Europa, Amerika und Israel getroffen, die ihnen stellvertretend für all die vielen Anderen, die Auschwitz nicht überlebt haben, ihre Geschichten erzählten. Meine Meinung Ziel dieses Buches war es, 70 Jahre nach Kriegsende noch einmal möglichst viele Zeitzeugen erzählen zu lassen, die den Holocaust miterlebt und überlebt haben. Alle Porträtierten sind mittlerweile in einem hohen Alter, und bald wird es keinen mehr geben, der noch berichten kann. Deshalb ist es wichtig, diese Stimmen zu hören und die Erinnerungen zu dokumentieren. Nach einem Vorwort über das KZ Auschwitz und das SPIEGEL-Projekt folgen die Porträts der elf Frauen und neun Männer, die einst in Auschwitz die schlimmste Zeit ihres Lebens verbringen mussten. Auschwitz gilt als das schlimmste aller Konzentrationslager. Hier kam man nur "durch den Schornstein" wieder hinaus, wie es die Nazis den Insassen oft genug erklärten. Tatsächlich wurde wohl in keinem anderen KZ so systematisch und in hoher Anzahl getötet wie hier. Außerdem war hier der "Schlächter" Mengele tätig, der an den Häftlingen grauenhafte Experimente vornahm. Die Redakteure lassen die Zeitzeugen für sich sprechen und geben nur das Erzählte wieder ohne Ergänzungen oder Erklärungen. Das finde ich gut, so steht jede Geschichte für sich da, authentisch und lebendig erzählt. Vieles wiederholt sich in fast jedem Porträt, die Erinnerungen und Erlebnisse decken sich oft: Der menschenunwürdige Transport im Viehwaggon, der bereits zahlreiche Menschenleben forderte; die Selektion an der Rampe direkt nach der Ankunft; die katastrophalen Zustände im Lager, die Zwangsarbeit, die Todesmärsche. Dieses ohnmächtige Gefühl, ständig umgeben zu sein vom Tod, diese Angst, dass man jederzeit getötet werden konnte. Und doch sind die Einzelschicksale individuell und jedes für sich interessant. Da ist z. B. Erna de Vries, die als junge Frau freiwillig ihrer Mutter nach Auschwitz folgte, um sie nicht alleine zu lassen. Die Liebe zur Mutter war stärker als die Angst vor dem Ungewissen. Oder Coco Schumann, der dank seiner Musik überleben konnte und später ein erfolgreicher Musiker wurde. Oder Anna und Izzy Arbeiter, die beide als junge Menschen in Auschwitz einsaßen, sich gegenseitig das Leben retteten und seit dieser Zeit unzertrennlich sind. Wer starb und wer lebte, darüber entschied oft der Zufall. Manche waren schon auf der Todesliste, standen bereits in der Schlange für die Gaskammer. Und doch geschahen manchmal noch kleine Wunder. Einige Überlebende sind nochmal nach Auschwitz zurückgekehrt, um sich der Vergangenheit zu stellen. Andere schwiegen jahrzehntelang und versuchten zu vergessen. Während einige die auf dem Unterarm tätowierte Häftlingsnummer entfernen ließen, tragen andere sie mit Stolz. Ich habe schon viele Bücher über den 2. Weltkrieg und den Holocaust gelesen, ich habe schon von vielen Gräueln gehört, aber es ist immer wieder von Neuem erschütternd, wenn Zeitzeugen berichten. Diese Tötungsmaschinerie der Nazis war so grauenhaft, dass ich es mir auch nach dem x.-ten Zeitzeugenbericht immer noch nicht richtig vorstellen kann, wie Menschen zu so etwas fähig waren. Und wie Menschen so etwas überleben konnten! Ich bewundere den Überlebenswillen der Porträtierten, die manchmal nur durch Zufall überlebten, manchmal aber auch, weil sie einen eisernen Willen hatten, gewieft waren und um ihr Leben kämpften. Zu den Erzählungen gibt es schöne Porträtfotos der Interviewten. Im Anhang finden sich Kurzbiographien der Zeitzeugen und Autoren bzw. Fotografen, außerdem noch ein Literaturverzeichnis. Generell macht das Buch einen sehr hochwertigen Eindruck. Trotz der schweren Thematik habe ich "Mich hat Auschwitz nie verlassen" in einem Rutsch verschlungen. Natürlich gibt es mittlerweile viele Bücher und Berichte von Zeitzeugen, aber können es zu viele sein? Ich denke nicht. Deshalb mein ganz klares Fazit: Unbedingt lesen!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks