Susanne Fengler Fräulein Schröder

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Inhaltsangabe zu „Fräulein Schröder“ von Susanne Fengler

Der überraschend leicht erzählte und hintergründige Roman über eine Heldin, die es aus Versehen nach ganz oben schafft. Deutschland im Herbst 2001. Mit der völlig unerwarteten Ablehnung ihrer Dissertation steht die ersehnte Uni-Laufbahn der Altertumswissenschaftlerin Miriam Schröder vor dem Aus. Um ihre Miete bezahlen zu können, nimmt sie einen Job im Wahlkampfteam der Oppositionspartei an. Deren große Vorsitzende ähnelt auf unheimliche Weise der legendären Königin Berenike, Nachfahrin Alexanders des Großen. Auch sie mußte einem machtbewußten Herausforderer weichen. Mit erstaunlich aktuellen Strategien aus der Antike versucht Miriam ihre große Vorsitzende vor einer ähnlichen Niederlage zu bewahren - auch wenn niemand ihre Ratschläge hören will, nicht einmal der Mann, in den sie sich verliebt hat. Wie ihre wunderbare Heldin hat Susanne Fengler selbst über Monate den Wahlkampf einer Partei begleitet. Mit wachem Blick und Sympathie für ihre Figuren beschreibt sie das eigentümliche Biotop der Politik und liefert köstliche Einblicke hinter die Kulissen von Universitäten, Medien und Parteien. Hier gelten eigene Gesetze, die nicht immer etwas mit Vernunft und Logik, aber viel mit Machtspielen, menschlichen Schwächen und Eitelkeiten zu tun haben.§

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    Fräulein Schröder
    seschat

    seschat

    18. November 2016 um 11:56

    INHALTDie 30-jährige Miriam Schröder plant eine Universitätskarriere im Bereich Altertumswissenschaften. Nach fünf Jahren hat sie endlich ihre Doktorarbeit über die ptolemäische Königin Berenike und den Dritten Syrischen Krieg eingereicht. Als der Zweitgutachter, Professor Horw, ihre Arbeit überraschend ablehnt, ist Miriam geschockt und verzweifelt. Doch Miriam gibt nicht auf und entscheidet sich kurzerhand für Plan B - eine Politikkarriere in Berlin. Im Wahlkampfteam der zukünftigen Kanzlerin ist sie nun für die Pressearbeit und den Wahlkampf verantwortlich. Hierbei helfen Miriam ihre Geschichtskenntnisse aus ptolemäischer Zeit ungemein. MEINUNGSusanne Fenglers Roman wartet mit einer ungewöhnlichen, schon etwas märchenhaften Geschichte auf. Miriams Quereinstieg ins Politikbusiness nach der geplatzten Unitraumkarriere überrascht. Als gänzlich politisch unerfahrene und desinteressierte Person steigt ihr Ansehen im Wahlkampfteam unverhältnismäßig schnell. Zudem scheint sich ihr Antikewissen endlich auszuzahlen, denn Entwicklungen aus der einstigen Herrschaftszeit der Königin Berenike ereignen sich nun auch unter den Oberen des Politikbereichs. So wird Miriam unweigerlich zur Kassandra der Neuzeit. Ihre Visionen und ausgewählte Passagen aus den Schriften des Kallimachos von Kyrene, des einstigen Hofdichters der Königin Berenike, unterbrechen häufig den Fließtext; was den Altertumswissenschaftler nicht stört, im Gegenteil, auf den Laien hingegen abschreckend und verstörend wirken könnte. Ich fand Fenglers ständigen Perspektivwechsel aufgrund meiner Vorkenntnisse recht erfrischend und gut umgesetzt. Einzig die Anzahl der zitierten Passagen hätte ich beschränkt, weil dadurch die eigentliche Haupthandlung etwas ins Hintertreffen geriet. Mit Miriam als Hauptprotagonistin konnte ich mich gut anfreunden und fand ihr Auftreten sehr authentisch. Ihr Forscherdrang und ihr Enthusiasmus haben mir gefallen. Inhaltlich konnten mich die vielfältigen Einblicke in die Politikszene sowie in die Universitätswelt mitreißen. Hier wurden Abgründe wie gegenseitige Vorteilsnahme, Intrigen und Vetternwirtschaft sehr ausdifferenziert und kenntnisreich beschrieben. Für ihre Offenheit und den mitunter ironischen Blick auf diese Entwicklungen sei der Autorin gedankt. FAZITKein Roman für zwischendurch, sondern für Leser, die gern zwischen den Zeilen lesen und dabei noch etwas lernen wollen. Eine gelungene Cross-over-Lektüre, die vor allem Studenten und Liebhaber der Altertumswissenschaften lesen sollten.

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