Susanne Fischer

 3,9 Sterne bei 45 Bewertungen
Autor*in von Seelandschaft mit Pocahontas, Meine Frauen-WG im Irak und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Susanne Fischer, 1960 in Hamburg geboren, Journalistin und Schriftstellerin, arbeitet als Geschäftsführerin der Arno Schmidt Stiftung. Sie ist u.a. Mitherausgeberin der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts und Herausgeberin der Tagebücher von Schmidts Ehefrau Alice. 2013 wurde sie mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet. Susanne Fischer lebt in einem kleinen Dorf bei Celle.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches »Es ist also Krieg irgendwo« (ISBN: 9783518474419)

»Es ist also Krieg irgendwo«

Erscheint am 09.09.2024 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Susanne Fischer

Cover des Buches Seelandschaft mit Pocahontas (ISBN: 9783000393433)

Seelandschaft mit Pocahontas

 (17)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Meine Frauen-WG im Irak (ISBN: 9783492250665)

Meine Frauen-WG im Irak

 (6)
Erschienen am 01.11.2008
Cover des Buches Der Aufstand der Kinder (ISBN: 9783596810031)

Der Aufstand der Kinder

 (2)
Erschienen am 11.12.2014
Cover des Buches Anderswo (ISBN: 9783518398920)

Anderswo

 (2)
Erschienen am 22.07.2002
Cover des Buches Logbuch der Träume (ISBN: 9783938045275)

Logbuch der Träume

 (1)
Erschienen am 01.11.2007
Cover des Buches Mein Föhr (ISBN: 9783866487116)

Mein Föhr

 (1)
Erschienen am 12.03.2024

Neue Rezensionen zu Susanne Fischer

Cover des Buches Mein Föhr (ISBN: 9783866487116)
Ritjas avatar

Rezension zu "Mein Föhr" von Susanne Fischer

Ab ans Meer...
Ritjavor 4 Monaten

"Mein Föhr" genießt man am besten auf der Couch mit einem schönen (Schwarz-)Tee mit Kluntje und einem Gebäck nach Wahl. Dazu darf dann gern der Wind durch die Gegend pfeifen und der Regen an die Scheibe klatschen. Dann bekommt man das perfekte Klischeefeeling für den Norden und die Inseln. 

Ganz gemütlich fährt man mit der Autorin auf der Fähre zur Insel und man schaut aus diskreter Entfernung zu, wenn sie den Mann mit dem Schirm trifft.

Das schmale Buch hat auf der Innenseite eine Karte von Föhr und so kann man gut nachvollziehen, wo sich gerade die Autorin befindet. Sie erzählt von den ihren Vorfahren, ihren Kindheitserinnerungen und lässt den Lesenden an ihren Erlebnissen mit der Insel teilhaben. Sie taucht ab in die Vergangenheit, zeigt aber auch die Probleme der Zukunft auf. Sie lässt einzelne Personen zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen. Diese Einschübe fand ich sehr gut und sie lockerten die gesamte Geschichte etwas auf. 

Nach den vielen Stationen und Geschichten hat man das Gefühl, einmal um die ganze Insel gereist zu sein und dabei jedes Geschäft und jedes Cafe kennengelernt zu haben. Es war wie ein  Kurzurlaub, nur konnte man auf das lästige Kofferpacken verzichten.  

Cover des Buches In meinen Kopf passen viele Widersprüche (ISBN: 9783835311718)
HeikeGs avatar

Rezension zu "In meinen Kopf passen viele Widersprüche" von F. W. Bernstein

Rezension zu "In meinen Kopf passen viele Widersprüche" von Peter Rühmkorf
HeikeGvor 12 Jahren

Ein Poet mit viel Puste
.
Wünsch mir im Himmel einen Platz
(auch wenn die Balken brächen)
Bei Bellmann, Benn und Ringelnatz
Und wünschte, dass sie einen Satz
In einem Atem sprächen:
nimm Platz1!
.
Dieses Gedicht von Peter Rühmkorf könnte auch stellvertretend für das gesamte Buch stehen. Denn der wohl profilierteste deutsche Lyriker, Essayist und Büchner-Preisträger, der die Sprache so virtuos anzuwenden verstand, erfährt hier in seiner so herrlich hallodrihaften Art eine besondere Würdigung. "In meinen Kopf passen viele Widersprüche" ist geradezu der lebende Beweis, dass nicht alles Deutsche tiefsinnig, schwer und unverständlich daherkommen muss. Und gerade weil es so leicht daherkommt, ist es tiefsinnig und bedeutend.
.
Eine bunte Mixtur von über 60 Autoren und Philosophen wird von Peter Rühmkorf in
witziger, trauriger, wortspielerischer, politisch unkorrekter, närrischer und gleichzeitig philosophischer Art vorgestellt. Sprühend geistreich, in leichtem Prosaton, aber mit hohem Tiefgang, lobt, kritisiert und beschimpft er von A wie Adorno ("Überbaukatechet", "theorieverbissen, praxisscheu") bis Z wie Carl Zuckmayer ("gemeinsame Vorlieben für etwas randständige Besingungsgegenstände") "seine Kollegen". Thomas Mann kommt nicht gut weg (was er jedoch später revidierte). Thomas Bernhard ("Antipode"), Peter Handke ("emotionsgetönte Verzweiflungsbekundungen") und Martin Walser steht er mehr als skeptisch gegenüber. Mit dem Werk Benns ("Benn-Besoffenheit", "süßer Sog der Sprachmelodie") und Brechts ("eine Zerreißprobe") setzte er sich sein Leben lang auseinander. Literarische Orientierung suchte er bei Walther von der Vogelweide, Heinrich Heine und Ringelnatz. Persönliche und literarische Begegnungen mit Hans Henny Jahnn und Arno Schmidt prägten sein Leben und Schreiben. Die frühe, enge Arbeits-Freundschaft mit Werner Riegel zeigt Rühmkorfs, unter Autoren eher seltene, Begabung zur gemeinschaftlichen Arbeit.
.
Witz, Klugheit und Belesenheit zeichnen alle Texte aus. Sie setzen sich aus akademischen Vorlesungen, Preisreden, Auftragsarbeiten für Zeitungen und Zeitschriften, Postkarten oder kurz notierten Einfällen bis hin zum großen Essay zusammen. Entstanden ist ein kleines "Rühmkorf-Literaturlexikon", von Zeit zu Zeit garniert mit ausdrucksstarken, kauzigen Porträt-Zeichnungen von F. W. Bernstein, das umso mehr zeigt wie viel es noch zu lesen und literarisch zu entdecken gibt.

Cover des Buches Meine Frauen-WG im Irak (ISBN: 9783890293257)

Rezension zu "Meine Frauen-WG im Irak" von Susanne Fischer

Rezension zu "Meine Frauen-WG im Irak" von Susanne Fischer
Ein LovelyBooks-Nutzervor 14 Jahren

Susanne Fischer erzählt in diesem Buch über ihre Arbeit für das Institute for war and peace reporting IWPR, eine internationale Hilfsorganisation, die durch die Ausbildung unabhängiger Journalisten Demokratie in ehemaligen oder Noch-Diktaturen sowie in Bürgerkriegsregionen fördern will. Für das IWPR ging Fischer im März 2005 nach Suleimania, einer Stadt im kurdischen Teil des Irak, wo sich Ausländer zu diesem Zeitpunkt recht sicher bewegen konnten - im Gegensatz zu Fischers ehemaligem Arbeitsort Bagdad, in dem ein vergleichbarer Arbeitspatz 2005 nicht mehr möglich gewesen wäre. Zunächst wohnen alle Mitarbeiter in einem Hotel, ziehen aber bald zusammen, weil die Wohnräume im Haus oberhalb der Schule leer stehen. Diese so genannte "Villa Zwei" wird zum Dreh- und Angelpunkt für berufliche und private Belange.

Neben der deutschen Journalistin kommen die anderen Lehrerinnen aus allen Teilen der Welt; im Lauf der Zeit kommen unter anderem Frauen aus Hawaii, Australien oder den USA ins Haus. Sie arbeiten zusammen mit einheimischen Übersetzern und Studenten aus allen Teilen des Irak. Soviele Kulturen bieten natürlich viel Stoff für Diskussionen. Auch in beruflicher Hinsicht: Während es für die Journalistin Tiare selbstverständlich ist, dem Energieminister wegen nur vier Stunden Strom am Tag auf den Zahn zu fühlen, hadern die Studenten mit sich, wie weit sie den Verantwortlichen in die Pflicht nehmen dürfen. Kritische Fragen an die Staatsmacht sind ungewohntes Terrain; manchmal einfach Neuland, manchmal aber auch gefährlich. Andere Fragen kommen - geprägt von einem anderen Alltag - auch unerwartet. So wie die einer Studentin, die wissen wollte, ob sie die Verletzten bei einem Anschlag erst fotografieren darf oder ob sie zunächst Erste Hilfe leisten soll. "Ist das Foto dann noch authentisch?" will sie wissen, wenn man jemandem als erstes ein Taschentuch reicht, bevor man knipst?

Natürlich gibt es auch Diskussionen über Traditionen, Glauben und Kulturen. Fischer geht aus dem Haus und begegnet kaum Frauen, die, wenn auch nicht verschleiert, so doch möglichst unauffällig durch die Straßen huschen. Sie merkt, dass das Ausgehen für die Schar weiblicher IWPR-Mitarbeiter ohne männliche Begleitung kaum denkbar ist und dass die WG an sich von außen argwöhnisch beäugt wird.
Über einen reinen Erfahrungsbericht geht Fischers Buch weit hinaus. Sie erzählt wohl, was sie sieht, erlebt, vermisst, erfährt oder sucht. Doch sie bleibt nie auf dem Posten der Europäerin stehen, die das Fremde aufzählt und sich am laufenden Band über irgendwelche Traditionen wundert. Fischer lässt sich auf das Land ein, so gut sie es kann und deshalb gefällt mir ihr Tagebuch besonders gut. Denn fast immer lässt sie sich zum Nachdenken bringen und versucht zu eroieren, wie die Menschen in Suleimania denken und leben. Überhaupt sorgt der Aufenthalt in Suleimania bei ihr dafür, dass sie ziemlich viel hinterfragt und die Messlatten immer wieder neu steckt.

Wer bei Erfahrungsberichten immer etwas Bauchgrimmen bekommt, weil manche davon ganz gerne Wunschvorstellungen der Leser bedienen, der darf hier seine Ausnahme machen. Fischer differenziert für meine Begriffe sehr gut. Sie schreibt kritisch, auch selbstkritisch. Sie ist sich der Position bewusst, die sie in Suleimania hat: "Sicher, in erster Linie bin ich gekommen, Journalisten auszubilden [...]. Aber ich bilde nun mal vor allem Frauen aus. Und für die verkörpere ich nicht nur ein Berufsbild, sondern die Ahnung von einem andere Leben." Vom Luxus zum Beispiel, sich um drei Kilo Übergewicht Sorgen machen zu können, während sich die Sorgen woanders gleich um Leben und Tod drehen.

Mein Fazit: Ich empfehle das Buch gerne, weil ich mit Susanne Fischer eine gute "Reiseleiterin" für den Nordirak gefunden habe. Ein Blick ins Internet zeigt, dass Fischer derzeit als Country Director für Syrien arbeitet. Immer auf der Suche nach Stories, aber auch nach Menschen und Standpunkten. Auf der Website beschreibt sie ihren Antrieb so: "Wer ist ein Weltbürger oder Kosmopolit? Laut Wikipedia betrachten Kosmopoliten die ganze Welt als ihre Heimat. Für mich ist Kosmopolitismus eine Haltung. Eine Perspektive auf die Welt. Ein lebenslanger Lernprozess. Ich werde nie vergessen, woher ich komme. Aber ich habe entdeckt, dass ich mich an vielen Orten der Welt zuhause fühle." Ich finde, genau das kann sie im Buch vermitteln.

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