Kennen Sie die Geschichte vom Frosch, der zwar schleunigstens flüchtet, wenn man ihn in einen Topf mit kochendem Wasser wirft, sich jedoch zu Tode sieden lässt, wenn er in kaltes Wasser gesetzt wird und dieses nur allmählich zu kochen beginnt?
Hoffen wir einmal, dass es sich bei diesem grausigen Experiment tatsächlich nur um Fiktion handelt – Fakt ist leider, dass wir Menschen lebensbeeinträchtigenden oder gar lebensbedrohlichen Veränderungen keinen Widerstand leisten, wenn diese schleichend geschehen.
Susanne Gabriel beschreibt dies sehr gelungen in ihrem Buch „Ab jetzt spiele ich anders", in dem sie die Entwicklungen in unserer Arbeits-, Medien- und Konsumwelt in den letzten 30 Jahren nachvollzieht und zeigt, wie schafsbrav wir heute Dinge mit uns geschehen lassen oder akzeptieren, die vor 30 Jahren noch für Widerstand und Empörung gesorgt hätten.
Die Autorin versucht, uns aus der Billig-bequem-beschäftigt-Sedierung zu reißen und zu zeigen, dass – und vor allem wie – es auch anders geht. Noch. Wir sollten ihren Warnruf beherzigen.


