Abgrund: Der Gambler 2

von Susanne Gavénis 
5,0 Sterne bei6 Bewertungen
Abgrund: Der Gambler 2
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Unbedingt lesen

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spannend, interessant aber auch wieder ernst - noch besser als der erste Band

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Inhaltsangabe zu "Abgrund: Der Gambler 2"

Der Kampf ums Überleben beginnt.
Als neue Schwärme der todbringenden Hewitts über der Erde auftauchen, ist für Danny Sims die Stunde der Bewährung gekommen. Doch schnell wird ihm klar, dass die eigentliche Bedrohung für sein Leben aus den eigenen Reihen kommt – und er wird gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur sein eigenes, sondern auch das Schicksal der Menschheit für immer verändern werden.

Die 2. Auflage entspricht inhaltlich dem Gambler-Zyklus Band 2 - Schwärme.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B074M99V5B
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:505 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:06.08.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ann_Katrin_Wichmanns avatar
    Ann_Katrin_Wichmannvor 4 Monaten
    Tolle Buchreihe, die eine Verfilmung verdient

    Handlung/Klappentext

    Der Kampf ums Überleben beginnt.
    Als neue Schwärme der todbringenden Hewitts über der Erde auftauchen, ist für Danny Sims die Stunde der Bewährung gekommen. Doch schnell wird ihm klar, dass die eigentliche Bedrohung für sein Leben aus den eigenen Reihen kommt – und er wird gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur sein eigenes, sondern auch das Schicksal der Menschheit für immer verändern werden.



    Schreibstil/Storyverlauf

    Wie schon in Band 1 war der Schreibstil sehr flüssig und es lies sich sehr gut lesen.

    Wieder wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt.
    Die Spannung in diesem Band war manchmal nicht aushaltbar. Die Einsätze gegen die Schwärme waren so gut geschrieben, dass man mit den Figuren richtig mitgefiebert hat.

    Auch die Gefühle und Ängste der Figuren waren sehr nachvollziehbar und greifbar.
    Die offenen Fragen, die ich wegen den Gamblern hatte, wurden in diesem Band geklärt.




    Charaktere

    Die Charaktere, die man im ersten Band kennengelernt hat, begleiten uns auch weiter im zweiten Band.

    Der Fokus von Band 2 liegt mehr auf die Ängste der Figuren.
    Durch seine Gamblerfähigkeiten ist Danny der beste Pilot der Welt. Aber erlebt durch seine Überlegenheit sehr viel Hass.

    Ich mag Danny als Hauptcharakter sehr gerne. Obwohl er so viel besser als ein normaler Mensch ist, hat er viele menschliche Schwächen. Seine Ängste waren so real und er tat mir richtig Leid.
    Madeleine wächst richtig aus sich raus. Ihre Schüchternheit legt sich nach und nach ab und setzt sich für Danny ein.
    Ihre Gefühle für Danny entwickeln sich auch stärker und ihre Liebesbeziehung zwischen ihm und ihr fand ich auch sehr süß.

    Thad Thornsburg, ist glaube der beste Antagonist, den ich je gelesen habe. Ich habe ihn so gehasst. Jeder seiner Aktionen war so mies und gefährlich für alle anderen Beteiligten. Sein Hass auf Danny und die Gambler war so fanatisch und verblendet.


    Die Nebencharaktere sind auch sehr super geschrieben.
    Die Mädchen aus Dannys Team ändern nach und nach auch ihre Meinung gegenüber ihrem Piloten.

    Captian Wilding stand ja schon von Anfang an auf Dannys Seite und sie stärkt, auch wenn oft zu ihrem eigenen Vorteil, ihm den Rücken.



    Meine Meinung

    Ich fand Band 2 noch sehr viel besser als den ersten Band.

    Sci-Fi ist nunmal nicht mein bevorzugtes Genre, daher fand ich es gut, dass es diesmals mehr für die Figuren ging als für die Technik der Raumschiffe.

    Die Ausgrenzung der Gambler und der Hass, der ihnen entgegengebracht wird, ist so aktuell wie nie.

    Die Actionszenen waren so spannend und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Reihe ein hohes Verfilmungspotenzial hat.

    Tolle Charaktere mit Ecken und Kanten, eine spannende Story und eine Portion Sozialkritik machen diese Reihe zu einem richtigen Highlight.
    Der Gambler I+II gehören zu meinen Jahreshighlights. Ich kann die Reihe nur empfehlen, auch wenn man nicht gerne Sci-Fi liest.

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    raveneyes avatar
    raveneyevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Unbedingt lesen
    Zwischen Selbstzweifel und Akzeptanz

    Danny schlägt als Gambler mehr Ablehnung als Akzeptanz entgegen. Und doch sind es seine Fähigkeiten, die für den Schutz der Erde unabdingbar sind. Aber einigen scheint ihr Hass wichtiger zu sein, als die Verteitigung ihrer Heimat.


    Hier handelt es sich um den zweiten Teil der Gamler-Reihe und schließt unmittelbar an den ersten an.


    Wie schon im ersten Teil, wird auch hier die Geschichte aus wechselden Perspektiven erzählt, was wieder einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere ermöglicht.

    Wie Danny, dem der Kampf gegen die Amöboiden alles abverlangt und der gleichzeitig mit dem Hass fertig werden muss, der ihm immer wieder entgegen gebracht wird.

    Mady, die Danny gerne beschützen würde vor diesen Anfeindungen.

    Oder Thad, der vor lauter Hass und Selbstüberschätzung, das Wesendliche aus den Augen zu verlieren droht.

    Ob man die einzelnen Charaktere jetzt mag oder nicht, sie sind alle sehr gut gezeichnet und in Szene gesetzt.


    Auch der Schreibstil hat mich wieder schnell in seinen Bann gezogen und mich in die Geschichte eintauchen lassen. Eine Geschichte voller Freundschaft und Vertrauen, aber auch voller Hass und Ablehnung. Dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Dorn des Selbstzweifels. Die Autorinn hat hier wieder ein stimmiges, aber auch erschreckendes Bild dessen gezeichnet, zu was Menschen fähig sind, wenn sie sich von ihrem Hass statt ihres Gewissens leiten lassen. Auch auch, dass sich selbst im größten Schrecken noch ein Funke Hoffnung finden lässt.


    Wie schon der erste, hat mir auch der zweite Teil sehr gut gefallen und einen guten Abschluss der Geschichte gebildet. Kann das Buch nur wärmstens empfehlen.


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    annluvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: spannend, interessant aber auch wieder ernst - noch besser als der erste Band
    Rettung der Erde

    *Es war noch lange nicht vorbei. Noch konnten sie alle sterben, noch konnten Tausende von Menschen den Tod finden. Er durfte nicht nachlassen!*


    Der Gambler 2


    Der Gambler Danny zweifelt an seinen Fähigkeiten, gerade als es ernst wird. Der zweite Schwarm der Hewitts nähert sich der Erde. Trotz der guten Trainigsresultate ist es gerade seine Gamblerfähigkeit, die Danny und die Crew seines Raumschiffs nun in Gefahr bringt. Obwohl es ihm gelingt, die Aliens zu besiegen, stehen ihm noch genug Menschen feindschaftlich gegenüber. Nun muss er nicht nur die Erde retten, sondern sich auch für das Ansehen seines Volkes einsetzen.



    Der Band schließt nahtlos an den ersten Teil an, Zusammenfassungen oder Wiederholungen der bisherigen Ereignisse fehlen, sodass ich wieder direkt in die Geschichte einsteigen konnte. Dabei ist diese von Beginn an sehr spannend, dauert es doch nicht lange, bis die Bedrohung durch die Hewitts auftaucht.


    Wieder sind es neben Danny seine Soldatenkollegen auf der Station und die Orbigkeiten des Militärs, die eine große Rolle in der Geschichte spielen und viele der Erzählabschnitte übernehmen. Dabei ist und bleibt der Offizier Thad Thornston sein härtester Konkurrent, der im Verborgenen gegen ihn intrigiert. Dafür nähern sich Danny und seine Kollegin Mady einander an, wenn diese Annäherung auch noch sehr unschuldig bleibt.


    Schon im ersten Band hatte ich das Gefühl, dass Danny zu einer Spielfigur des Militär werden könnte. Hier eröffnen sich Neuigkeiten über die Gambler, die dies unterstreichen, wenn auch die unmittelbaren Vorgesetzten auf Dannys Seite bleiben. Dennoch spielt neben den Aliens und ihrem Angriff die Politik der Menschen eine große Rolle. So drängt sich Dannys Gamblerzugehörigkeit immer wieder in den Vordergrund, sodass Rassismus aber auch die Gefahr von Übergriffen, die auf diesem basieren immer realer werden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Hass, der den Gamblern entgegenschlägt und die Rolle, die die Presse und Politik dabei spielen, gefährlicher sind, als die Hewitts.


    Im Laufe des Buches kam es auch dazu, dass das „Gamblerproblem“ mehr in den Vordergrund rückte. Die Aktionen weniger Hasserfüllter führen dazu, dass Danny an sich und seinem Einsatz mehr zweifelt denn je. Und das in einer Situation, in der immer wieder Hewitts angreifen und zum Problem für die Menschheit werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Verantwortung aufgegriffen, die nicht nur der Commander, sondern auch Danny sich aufgeladen haben. Wie bei militärischen Aktionen üblich, müssen Entscheidungen getroffen werden, die auch mit dem möglichen Tod der Beteiligten enden können. Die Schwere dieser wurde hier sehr gut herausgearbeitet.


    Fazit: Dieser Band war nicht nur spannender, sondern auch ernster als der erste Teil. Durch den schnellen Einstieg in die Geschichte, aber auch durch die Problematiken, die angesprochen werden, in Zusammenhang mit der sehr konkreten Gefahr durch die Hewitts war dieser Band interessanter und actionreicher als gedacht. Ein wirklich gelungener Abschluss der Geschichte!

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    PaCas avatar
    PaCavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Super Sci-Fi Reihe
    Super Sci-Fi Reihe

    Der zweite Teil der Gambler Reihe verschont den Leser nicht und setzt diesen sofort in eine actiongeladene galaktische Kampfwelt hinein.

     

    Die Menschheit sowie die Gambler kämpfen unerbittlich gegen die außerirdischen Angriffe, wobei jeder einfach alles geben muss. Obwohl es Danny auch mit den irdischen Herausforderungen aufnehmen muss, wie die der Intrigen und des Neides aufgrund seiner Fähigkeiten, geht er bis zum Äußersten seiner Möglichkeiten.

     

    Wieder einmal lastet alle Erdenhoffnung auf den Siebzehnjährigen, der trotz einiger Niederlagen wieder aufsteht und kämpft.

     

    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr, denn sie schafft es das Geschehen so zu beschreiben, sodass man das Geschriebene beinahe fühlen sowie hören kann.

     

    Ebenso ist die Entscheidung der Autorin aus einem Mehrteiler, einen Zweiteiler zu knüpfen, eine gute gewesen. Beide Teile lassen sich fließend ineinander lesen. Der erste Teil dockt gleich im Zweiten Teil an, ohne dass es zu Verwirrungen kommt bzw. ein abruptes Gefühl entsteht.

     

    Ich hatte die Freude daran, auch den zweiten Gambler Teil bei der Teilnahme an einer Leserunde zu lesen.

    Vielen Dank an die Autorin für gemütliche sowie spannende Lesestunden.

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    Sonnenwinds avatar
    Sonnenwindvor 8 Monaten
    Endlich mal wieder richtig gute SF!

    Seit meiner frühen Jugend lese ich SF. Mit der Zeit hat sich das Genre aber zu einer Fantasy-Variante entwickelt, der ich nichts mehr abgewinnen konnte. Sehr selten kam mal ein Lichtblick, der hoffen ließ, aber das meiste war Durststrecke. Bis ich diese Bücher entdeckt habe. Sobald ich die Vorstellung der Figuren hinter mir hatte, wurde es so spannend, daß ich mit tränenden roten Augen halbe Nächte durchgelesen habe. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert!

    Danny Sims ist ein Gambler, das ist eine Mutation der Menschen, mit besonderen Fähigkeiten: Außergewöhnliche Intelligenz, Schnelligkeit und alle möglichen anderen Fähigkeiten, die man auch heute schon von Piloten erwartet, nur weit gesteigert.

    So ist auch Danny, obwohl erst 17, Pilot. Und was für einer! (Ich mag Helden.) Als die Erde von Aliens angegriffen wird, denen man nicht Herr werden kann, meldet er sich kurzerhand zum Militär. Von den Gamblern ist er der einzige, denn zwischen normalen Menschen und Gamblern herrscht die maximale Konkurrenz: Die Normalos sind neidisch auf die Fähigkeiten der Mutanten - und die Mutanten haben Angst vor Gewaltexzessen, die es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben hat.

    Aber Danny bleibt dran. Der gesamte Widerstand der Erde macht sich an seiner Person und seinen Fähigkeiten fest. Während der Beschreibung geht man als Leser durch ein Wechselbad der Gefühle. Spannung ohne Ende läßt einen am Buch kleben. So gutes Lesefutter habe ich jahrelang gesucht!

    Wer SF mag und spannende Lektüre sucht, ist mit diesen beiden Bänden gut beraten. Endlich mal wieder SF wie früher! Ich habe es genossen!

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    wordworlds avatar
    wordworldvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich emotionale und geistreiche Science-Fiction, welche einen auf eine spannende Reise mitnimmt.
    Unglaublich emotionale und geistreiche Science-Fiction

    DISCLAIMER: Diese Rezension bezieht sich auf die noch geteilte Quadrologie. In der neuen Auflage sind Band 1 und 2 sowie Band 3 und 4 zusammengefasst. Meine Rezensionen zu Band 3 und 4 sind also in Kombination zu betrachten!


    Band 3: Der Kampf ums Überleben beginnt


    "Es schien, als sei er fest entschlossen, jede biologische Begrenzung seiner Fähigkeiten mit Hilfe einer unbeugsamen Konzentration und einer schier übermenschlichen Selbstdisziplin endgültig zu transzendieren und in Bereiche vorzustoßen, die zu betreten den Menschen Millionen von Jahren verwehrt geblieben war und die Elaine in ehrfürchtigem Staunen erschaudern ließen.

    Ein leichtes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen und fuhr wie ein frischer Windstoß in die düsteren Wolken, die sich während der letzten 24 Stunden über ihrem Kopf zusammengeballt hatten. Die Hewitts würden sich gewaltig anstrengen müssen, denn Danny Sims würden nicht leicht zu schlagen sein!"

     

     
    Erster Satz: "Die blassgrauen, durchscheinend wirkenden Schemen der Hewitts wirbelten in dichten Wolken um die Joker herum." 
     

    Nach dem im ersten Teil "Gambler-Zyklus: Angriff" die berührende Geschichte des jungen Kampfpiloten und Gamblers, Danny Sims, startete, in der eine todbringende Bedrohung aus den Tiefen des Alls auftauchte, die die Erde in Chaos zu stürzten drohte, und im zweiten Teil "Gambler-Zyklus 2: Countdown" die Menschheit sich einerseits mit dem drohenden Angriff todbringender Außerirdischer auseinandersetzen, aber andererseits auch mit ihrer unbegründeten Furcht vor den Gamblern fertig werden muss, ist auch dieser dritte Teil wieder sehr mitreißend gelungen. Nachdem wir Leser die Charakter gut kennenlernen durften und alles über ihre Konflikte, Probleme, Ängste und Vorstellungen erfahren haben, geht die Reihe nun auf die Zielgerade: Die Protagonisten werden nun schon gleich auf den ersten paar Seiten mit dem Schreckensszenario konfrontiert, auf das sie sich so intensiv vorbereitet hatten: Der erste Schwarm greift an!


    "Dies ist keine Übung. Die Hewitts greifen an!" Danny schlug das Herz bis zum Hals, als er sich in Bewegung setzte. (...) Madys Stimme folgte ihm. "Zeig es ihnen!"
    Im Laufen wandte es sich zu ihr um. "Das werde ich!"
    Er würde es allen zeigen..."



    "Endlich", dieser Gedanke wird zwar nicht konkret erwähnt, doch man spürt trotzdem, dass Captain Wilding und auch Danny die Möglichkeit fast herbeisehnt, sich endlich beweisen zu können. Er muss der Welt endlich zeigen, was es für Vorteile mit sich bringt, wenn ein sonst so verhasster Gambler das Flaggschiff zur Verteidigung der Erde fliegt. Die ganze Hoffnung der irdischen Bevölkerung ruht auf zwei praxisungeprüften Raumschiffprototypen, den Tetraeder-Schiffen Joker und Ace. Da bloß ein Gambler in Frage kommt, ein solches Schiff erfolgreich und vernichtend lenken zu können, ist Danny der wichtigste Mann in der Verteidigung - sehr zum Ärger seines Kontrahenten Thad Thornsburg. Von unverständlichem Ehrgeiz und Hass getrieben kann dieser nicht akzeptieren, nicht der erste Pilot zu sein und lässt keine Gelegenheit ungenutzt, ihm zu schaden. Auch einige andere Menschen schließen sich der Furcht und Hetze gegen den jungen Mann und seine unbekannten Fähigkeiten an, während Vorurteile und Gerüchte auch nicht gerade zur Entspannung der Lage führen. Die Lage driftete immer weiter auf Eskalation zu, bis die Tiefen des Weltalls einen weiteren Schwarm ausspuckt, welcher direkt auf die Erde zusteuert.


    "Sie haben Recht, Fähnrich. Das ist kein Spiel. (...) Die Situation ist viel zu ernst, um die mit dümmlichen Vorurteilen und Anschuldigungen noch mehr zu belasten. Es ist höchste Zeit, den Reportern die Giftzähne zu ziehen, und jetzt ist die beste Gelegenheit damit, anzufangen!"


    Gleichzeitig muss Danny die Menschheit, seine Crew und sein eigenes Leben retten und außerdem versuchen, seine Hasser und die Stimmen des Zweifels zu beruhigen: ganz schön viel Verantwortung für einen so junge Piloten wie Danny. Kein Wunder also, dass er sehr nervös ist, als er in den Kampf fliegt - eine Tatsache, die ihm bald zum Verhängnis wird...


    "Die Evolution steht auf der Seite der Gambler, und sie ist eine außerordentlich mächtige Verbündete!"


    Wieder sehr beeindruckend, aufschlussreich und authentisch vermittelt taucht eine Schattenseite seiner Gambler-Fähigkeiten auf: der Booster-Effekt. Wissenschaftlich wird erklärt, dass durch Panik und Anstrengung eine größere Menge des Gambler-Hormones ausgeschüttet wird, was die besonderen Fähigkeiten von Danny Sims nochmal verstärkt.
    Seine Reaktionen werden schneller, sein unfehlbarer Orientierungssinn schärfer, seine Sinneswahrnehmungen verstärkt und so kann er die unheimlichsten Manöver vollführen. Doch dieser Effekt beinhaltet mehr als ein reines Kräfte-Upgrade - es tauchen einige Probleme und Komplikationen auf, die ihm an den Rand des Todes führen - und das ausgerechnet als er sich mitten im Schwarm befindet. Neue Zweifel werden geweckt, mehr Gesprächsstoff angeschürt, wobei er die brodelnde Schreibwut der Medien eigentlich beruhigen wollte. Dabei ist es einfach eine geniale Ironie, dass die Fähigkeiten Dannys, welche den gesamten Dreh- und Angelpunkt der Geschichte darstellen, sowohl den größten Segen für das Universum, aber auch seine größten Schwierigkeiten bedeuten.


    "Ein derart blindwütiger, irrationaler Hass überstieg bei Weitem ihre Vorstellungskraft. Es gab tatsächlich Menschen, die dumm und fanatisch genug waren, um Danny Sims´ Blut über dem Altar ihrer Vorurteile auszugießen - ungeachtet aller Konsequenzen. Und solche skrupellosen Subjekte lebten unerkannt mitten unter ihnen, lachten und scherzten zusammen mit ihren Kameraden, und doch würden sie nicht zögern, ihnen kaltblütig ein Messer in den Rücken zu stoßen, wenn es sie ihren menschenverachtenden Zielen näherbrachte!"

    Im Zuge seiner Probleme werden andere Konflikte klarer hervorgearbeitet: Captain Wilding ist immer mehr zerrissen zwischen dem Bedürfnis, dem Jungen mehr Sicherheit zu garantieren und ihrer Verantwortung, die Erde so gut wie nur irgend möglich zu beschützen - auch wenn dafür einzelne Opfer bringen müssen. Vor allem der Arzt Professor Hewitt kritisiert sie sehr dafür, Danny als Schachfigur zu missbrauchen. Unter ihrer Verantwortung wird sie gezwungen, das große Ganze zu betrachten und ihre eigenen Gefühle beiseite zu schieben. Die mittelalte Frau tat mir immer mehr leid, da ihre kalte, militaristisch berechnende Fassade langsam zu bröckeln begann und der Druck und die vielen Probleme sich auch bei ihr bemerkbar machten. Sehr interessant fand ich es zu sehen, wie man sie einerseits verstehen konnte, für ihre Entscheidungen manchmal verurteilte, sie aber auf gar keinen Fall um ihre Verantwortung beneidete. Sie zeigt immer häufiger dem Leser gegenüber Schwächen, kleine Denkfehler oder Gefühlsausbrüche, welche sie einfach sympathisch machen. Unterstützt wird sie immer mehr vom Admiral Lloyd Jennings aus dem Rat, welcher sie mehr als einmal auf gute Ideen bringt, sich für die Rechte von Gamblern einsetzt und ganz auf ihrer Seite steht. Mir war von Anfang an klar, dass er ein Geheimnis birgt...


    "Sherman Hewitts Gesicht wurde hart und abweisend. "Ich habe schon immer gewusst, dass das Militär eine bloße Maschinerie ist, aber ich dachte immer, die Soldaten seien ihre Seele. Offenbar habe ich mich jedoch geirrt. Es gibt keine Seele." (...) "Sie haben Danny Sims benutzt. Nicht nur, dass er für Sie im Schwarm Kopf und Kragen riskiert, Sie haben ihn auch noch in Ihre schmutzigen politischen Scharaden mit hineingezogen. Das ist unentschuldbar!"



    Wenn wir schon gerade bei Geheimnissen sind: Langsam dürfen auch einige Erkenntnisse und die Erklärung des Geheimnisses um die Vergangenheit der Gambler durchsickern. Auch wenn ich mir schon etwas in der Art gedacht hatte, ist es vor allem die Kaltblütigkeit, mit der vor langer Zeit einige Entscheidungen getroffen wurden und die den jetzigen Zustand bloß durch kalte Berechnung so schwierig machte, welche mich tief getroffen hat. Wie Politik aber auch die Gesellschaft im ganz Kleinen eigentlich funktioniert wird dabei scharf kritisiert. Denn überall wo der Verstand durch Hass, Vorurteile, Missgunst und dem immer präsente Thema, der Angst vor dem Unbekannten, der Drang, besondere Gaben als Abnormal und Unheimlich zu stigmatisieren und dem Ausgrenzen von Randgruppen verdrängt wird, passiert etwas ähnliches wie an Bord der Erdobitalstation: Angst wird auf eine Person projiziert, gegen dir mit einer Brutalität vorgegangen wird, als wäre sie der wahre Feind.

    Nicht nur der krankhaft eifersüchtige und irre Lieutenant Thad Thornsburg werfen sich Danny und der Rettung der Erde verzweifelt in den Weg, viele andere schließen sich an und schrecken schlussendlich vor nichts mehr zurück....


    "Thad schrie auf, ein Schrei, der sich aus dem tiefsten Inneren seiner Seele seinen Weg bahnte, ihn innerlich verbrannte und ausgehöhlt und leer zurückließ. Nur sein Hass blieb."


    Zu den Charakteren will ich eigentlich gar nicht mehr viel sagen, da ich in meinen vorhergegangenen Rezis schon einiges erwähnt hatte, deshalb eine Kurzzusammenfassung:

    • Dannys Innenleben ist unfassbar rührend: Er grämt sich, sucht Fehler immer zuerst bei sich und will einfach nur helfen. Die Kluft zwischen seiner Selbst- und Fremdwahrnehmung geht immer weiter auseinander, doch anstatt unter allem ebenfalls zu zersplittern, wächst in ihm immer mehr Trotz und eine beeindruckende Willensstärke, die ihm zu einem rundum liebenswürdigen Charakter macht. Doch die Grenze zwischen Willensstärke und Wahnsinn ist sehr schmal und unter der großen Last, die auf seinen Schultern ruht, droht er trotzdem immer wieder einzubrechen. Albträume plagen ihn, sowie Selbstzweifel, geschürt durch den Gegenwind, den er erfahren muss. Der tragischen und traurigen Aura, die ihn umgibt wie einen Mantel bin ich immer mehr verfallen.

    "Ein Zittern drang aus den Tiefen seiner Seele empor, schüttelte ihn durch und entlud sich in einem langen verzweifelten Schrei. (...) Bohrende Schmerzen hämmerten hinter seiner Stirn und ließen bunte Flecken vor seinen Augen tanzen, Trugbilder, die seine Angst noch schürten. Bilder des Traumes blitzten in der Finsternis vor seinen Augen auf, zogen ihn erneut in ihren unheilvollen Bann und er versank darin..."

    • Mady steht immer noch fest an Dannys Seite, bemerkt aber langsam, dass es nicht bloß reine Freundschaft ist, was sie dort hält...
    • Thad Thornsburg wird immer abstruser, nachdem man ihn anfangs noch mit Anstrengung nachvollziehen konnte, ekelte er mich nun einfach nur noch an. Immer widerwärtigere Pläne heckt er aus, um Danny zu schaden und seinen Erfolg zu verhindern.

    Dann sollte ich jetzt eigentlich noch etwas zum Schreibstil sagen, ich möchte mich aber auch hier nicht mehr wiederholen, deshalb in kurz: WOW!!!


    "Sein Blick brannte sich in die wirbelnden Lichtfunken vor seinen Augen, sein Geist öffnete sich weit, wurde eins mit dem ätherischen, sinnverwirrenden Tanz der Hewitts, mit den komplexen Figuren, die sie mit beiläufiger Eleganz ins Vakuum woben."


    Wenn manch einer noch bei den erste zwei Bänden sagen konnte, es gäbe Längen, wäre diese Bemerkung bei diesem Teil absolut unpassend. Von der ersten bis zur letzten Seite bleibt es unglaublich spannend und actionreich. Ich kann jedoch ehrlich sagen, dass dieses Buch wohl das emotionalste und geistreichste Science-Fiction-Buch gewesen ist, dass ich jemals gelesen habe. Mir gefällt es sehr, das wir keinen 0815 Superkrafthelden vorgesetzt bekommen, eine unglaubliche Gefahr, ein typischer Böser und eine einfache Liebesgeschichte - ein stabiles und gut durchdachtes Grundgerüst, diese komplexe Welt voller Ideen, die vielen heiklen Themen und die Beziehungen zwischen den Charakteren machen dieses Buch sehr besonders! Die Autorin versteht es einfach zu gut, mit ihren Figuren und deren Gefühlen, Geschichten, Erwartungen, Träume und Ängste, zu arbeiten um eine engere Verbindung zum Leser herzustellen. Wie in kaum einem Buch zuvor habe ich eine intensive Beziehung zu den Charakteren aufgebaut und absolut mit gefiebert als es gegen Ende wirklich tragisch wird.

    Nach diesem Ende hat sich in mir sehr viel Frust und Enttäuschung auf die Besatzung der Erdobitalstation aufgebaut, welche ich jetzt in den vierten Teil mitnehme, welchen ich natürlich gleich anfangen werde.


    "Mady sah im tief in die Augen, legte beide Hände auf seine und ließ sie dort.
    "Ich weiß."
    Sein Zorn verflog genauso abrupt, wie er gekommen war, als er die Wärme spürte, de von ihren Händen ausging. Die eisige Kälte schwand endlich aus seinen Fingern, so wie das Zittern, und in seinen Gedanken lösten sich die letzten Zweifel auf wie dünner Rauch in einem klaren Herbstwind. Er atmete tief furch, tiefer als er es in den vergangenen zwei, drei Tagen gewagt hatte, und erwiderte ihren Blick.
    "Danke."




    Fazit:

    Unglaublich emotionale und geistreiche Science-Fiction, welche einen auf eine spannende Reise mitnimmt, von der man nur sehr widerwillig in die Realität wiederkehrt. Ich selbst bin in dem Tetraederschiff gegen die Hewitts geflogen, durch das weitläufige Gängelabyrinth der Erdobitalstation geirrt und habe an der Seite der Protagonisten die Welt gerettet: Danke an Susanne Gavénis für dieses Abenteuer!!!


    4. Teil: Danny Sims am Abgrund
     
    Dieser Band ist bei weitem der Beste der Reihe, was sich vor allem bei der Spannung bemerkbar macht; die Charaktere und einige überraschende Wendungen sind aber auch nicht außer Acht zu lassen. Sehr rasant und flüssig fliegt man in gefährlichen Manövern durch die Handlung, getrieben von geschickt gestreuten Andeutungen und atmosphärischer Brillanz. Sehr mitreißend wird die Geschichte zu Ende erzählt, ein langes Abenteuer voller Schrecken, Angst, Mut, Liebe, Hass, neuen Freundschaften, Versprechen und viel Herz. Der Weg, den die Protagonisten gehen müssen ist mal wieder nicht sehr einfach sondern verwinkelt, steinig und schwer. Rückschläge, überraschende Wendungen und viele "OMG-Momente" lassen den Leser dabei fast verzweifeln.


    "Danny, wach auf. Bitte!"
    Eine andere Botschaft schwang in ihren Worten mit. Er hörte sie, verstand sie. Ein Teil seines Herzens antwortet ihr, der Rest blieb von Schmerz umwölkt, machte ihn stumm."


    Dieser Teil beginnt genau dort, wo der dritte geendet hat: nach dem erschütternden Attentat auf Danny. Da ich in der letzten Rezi aus Spoiler-Gründen nicht die Möglichkeit hatte, über eben diesen Anschlag zu schreiben, will ich das jetzt schnell nachholen. Danny Sims Kontrahent Thad Thornsburg hat zwar schon einiges unternommen um dem Gambler zu schaden, doch an wirklichen Mord kommt keiner seiner Versuche heran. Wie sehr sich Angst und Unwissenheit gegenüber einer Randgruppe in so viel Hass wenden kann, um solch eine Tat zu vollbringen, ist mir schleierhaft. Er will ja eigentlich nur helfen und mit seinen Fähigkeiten die Welt retten, und doch stellen sich einige verbohrte Individuen so vehement in den Weg. Enttäuscht und erschrocken habe ich diese Szene verfolgt und konnte einfach nur stumm den Kopf schütteln, als mir unterbreitet wurde, was dieses Attentat für fatale Auswirkungen haben würde....


    "Sie haben den Menschen, dem Sie Ihr Leben verdanken, beinahe getötet und die Erde des einzigen Schutzes beraubt, den sie besessen hat. Eins dürfen Sie niemals vergessen: Die Opfer, die der nächste Angriff der Hewitts fordern wird - und es wird viele Tote geben, darauf können Sie sich verlassen - gehen allein auf Ihr Konto."


    Nicht seine körperlichen Verletzungen machen dem jungen Piloten zu schaffen, sein größtes Problem sind die Verletzungen in seinem Inneren: Vollkommen verändert vermeidet er jeden Kontakt mit anderen, zieht in vollkommener Apathie die Bewusstlosigkeit und Taubheit den Schmerzen der Realität vor. Es scheint, als hätte er die wichtigste Eigenschaft verloren, die ihn in meinen Augen zu einer so tollen Person macht: seinen unbeugsamen Willen. Es musste irgendwann so kommen, der Druck auf Dannys Schultern musste ihn auf kurz oder lang zerstören, ich habe eigentlich nur darauf gewartet, dass er irgendwann zusammen bricht.

    So startet das Buch sehr hoffnungslos und düster mit dem scheinbaren Ende eines beeindruckenden Charakters, welcher den Kampf gegen sich selbst verloren hat und ich begann an einem Happy End zu zweifeln. Ich weiß nicht, was genau an Dannys Zusammenbruch mich so berührt hat, doch ich konnte kaum mehr weiterlesen als er sich selbst von Mady isolierte. Da ich nach drei Teilen intensiver Charakterbeschreibung und Gefühlswelt sehr mit den Charakteren verbunden war, schmerzte es mich sehr, sie alle so leiden zu sehen. Zuerst steht also gar nicht der Kampf gegen die Hewitts im Vordergrund sondern die Frage, ob jemand oder etwas es schaffen wird, Danny aus seiner Isolation herauszureißen.


    "Trübe Nebelschleier verwischten den Eindruck der Helligkeit immer wieder, drohten ihn in die Dunkelheit zurück zu drängen. Die Dunkelheit lockte. Dort war er sicher. Dort gab es keine Schmerzen, keine Angst, keine Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen. (...) Erinnerungen brachen über ihn herein, tanzenden, geisterhafte Schemen, Roberts lebloses Gesicht, das Echo der Wucht brutaler Schläge. Verstört wich er davon zurück. Er wollte nicht kämpfen. Er wollte nicht erwachen."


    Als ein weitere Angriff der Hewitts verheerende Folgen hat, unzählige Menschenleben fordert, welche auf Dannys Konto zu gehen scheinen, muss er sich schließlich der Realität stellen und wird schmerzhaft aus seiner Apathie herausgerissen. Von neuer Kraft und Trotz gepackt steigt er gleich in das nächste Schiff und fliegt einen Angriff, als es zu einer weiteren Katastrophe kommt: Er wird mitten im Kampf von einem Amöboiden berührt...

    Als er abermals auf der Krankenstation um sein Leben ringt, kommt eine unglaubliche Tatsache ans Licht und die ganze Handlung nimmt eine Wendung um 360 Grad. Ich hatte für einen kurzen Moment zwar schon einmal etwas in solch eine Richtung vermutet, diese Möglichkeit aber niemals in Betracht gezogen. Plötzlich wird dem Leser einiges klar und was zuvor noch eine Bedrohung war, wandelt sich in eine Möglichkeit. Man lernt die Hewitts endlich näher kennen und versteht sie sogar. Ich hatte mich schon zu Beginn des letzten Teiles gefragt, wie die Autorin das ganze Schlammassel noch in so wenigen Seiten zum Guten wenden will, mit dieser überraschenden Idee hat sie diese Problematik sehr elegant gelöst.

    Als nun alles gut scheint, die große Bedrohung abgewendet, zeigen sich die wirklichen Feinde der Menschheit noch einmal überdeutlich: Angst, Vorurteile und der daraus entstehende Hass! Anstatt über die positiven Entwicklungen erleichtert zu sein, wird in einem kranken Gehirn ein heimtückischer Plan geschmiedet, welcher nur ein Ziel verfolgt: Danny Sims nun endlich aus dem Weg zu räumen. Allein in dieser Hinsicht finde ich den Titel "Endgame" durchaus passend.


    "Was soll ich bloß tun?", flüsterte Danny verzweifelt.
    Mady antwortete nicht sofort, sondern lag eine Weile still. Schließlich holte sie tief Luft, ein schwerer, gequälter Laut, und sagte:
    "Wir sind Soldaten!"



    Die Charaktere - man glaubt es kaum - scheinen nochmals an Tiefe zu gewinnen. Anstatt uns eine lange, sachlich-nüchterne Aufarbeitung aller gesellschaftsrelevanten Probleme der Gambler-Mutation in Arbeit, Wirtschaft, Freizeit und allen anderen Bereichen der Geschichte in ihrer jetzigen Form vorzusetzen, schafft es Susanne Gavénis, diesen Konflikt auf wenige Personen auf wenig Raum zu übertragen, welche authentisch diesen Streit stellvertretend ausfechten. Diese Konzentration auf zwischenmenschliche Probleme hat mir sehr gut gefallen, da es sich von der puren Masse an Büchern abhebt. Ihr gelingt es, den Leser zu fesseln und mitzureißen, ohne auf stundenlange, blutige Weltallschlachten zurückgreifen zu müssen. Sie bedient zwar das Genre Science-Fiction in seiner Grundform, transzendiert es aber zugleich indem sie einfache Formeln und simple Strukturen hinter sich lässt und somit viel Platz für Emotionalität und die Entfaltung ihrer Charaktere lässt.

    Danny Sims habe ich am aller meisten ans Herz geschlossen. Seine Gefühle und Gedanken erfahren zu dürfen, ist unglaublich interessant, vor allem wenn man als Vergleich noch die verschiedenen Fremdwahrnehmungen aufgezeigt bekommt. Als Gambler wirkt er oft unnahbar und unmenschlich perfekt auf andere, doch als Leser erkennt man schon sehr früh, das viel mehr in dem Jungen steckt. Als das dann endlich seine Mannschaft versteht, ist es fast schon zu spät für ihn. Sein Entschluss aufzugeben steht schon fest, als er schmerzhaft abrupt wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. All seine Zweifel und seine Wut transferiert er in noch mehr Trotz und Willensstärke, die ihn wieder aufleben lassen. Er nimmt seine Rolle mit so viel Intensität und Beharrlichkeit wieder auf, dass man jederzeit mit guten Gewissen das Schicksal der Welt in seine Hände legen würde. Das einige das immer noch nicht so sehen, nach all den Opfern, die Danny schon gebracht hat, ist einfach nur traurig. Beim Lesen habe ich mich manchmal gefühlt, wie eine besorgte Mutter, die ihm am liebsten ordentlich in den Hintern getreten und wachgerüttelt hätte, wenn er mal wieder kurz davor stand, sich falsch zu entscheiden. ;-) Er ist ein sehr ausdrucksstarker und wandelbarer Charakter, der mich sehr in seinen Bann gezogen hat.


    "Wann immer er versuchte, auf die glühende Entschlossenheit zurückzugreifen, die ihn zur Erdobitalstation geführt hatte, fand er nichts als kalte Asche. Er fühlte sich leer und ausgehöhlt (...) auch sein Zorn war erloschen; geblieben war nur die Gewissheit, dass er seine Heimat verloren hatte."

    Captain Wilding hat sich für mich direkt an zweite Stelle vorgearbeitet. Immer noch ist sie zerrissen zwischen dem Bedürfnis, Danny zu schützen und aus allem herauszuhalten und ihrer Verantwortung, die Erde so gut wie nur irgend möglich zu beschützen - auch wenn dafür einzelne Opfer bringen müssen. Auch wenn es an dem jungen Piloten ist, die Erde zu retten, ist Elaine als Captain immerhin verantwortlich für alles, was unter ihrem Befehl passiert. Sie öffnet sich immer mehr, zeigt Gefühle wo zuvor nur Berechnung und Kälte gewesen sein schien. Immer häufiger offenbart sie dem Leser gegenüber Schwächen, kleine Denkfehler oder Gefühlsausbrüche, welche sie einfach sympathisch machen. Es ist mir aber schon des Öfteren aufgefallen, dass sie es ihrem Schützling manchmal etwas zu leicht gemacht hat. Nach einer ausgeklügelten Racheaktion, die Danny schlecht dastehen lässt, zweifelt sie oft nur ganz kurz an ihm, bevor sie die Täuschung aufdeckt, sucht die Schuld nie bei ihm und verzeiht ihm sogar Befehlsverweigerungen und seine zeitweise Apathie. Bis jetzt hat es mich aber eher wenig gestört - ein Problem weniger, mit dem sich unser geliebter Held herumschlagen muss. Ihre Entscheidungen, das Vertrauen, welches sie in Danny setzt und vielleicht auch der leise Beginn einer Freundschaft, machen sie zu einer absoluten Schlüsselfigur.

    Admiral Lloyd Jennings aus dem Rat nimmt ebenfalls eine wichtigere Rolle ein. Er steht Captain Wilding mit Rat und Tat zur Seite, bringt sie auf gute Ideen, setzte sich für die Rechte von Gamblern und steht ganz auf Dannys Seite. Meine Vermutung um sein Geheimnis hat sich bestätigt, trotzdem hat mir diese Entwicklung sehr gefallen, da im Zuge der Erkenntnis die Geschichte der Gambler vollständig aufgerollt wird. Denn wie in jedem guten Finalband wird viel aufgedeckt, geschockt und geklärt.

    Ellie und selbst Val tauen endlich etwas auf und beginnen sogar, sich etwas mit Danny anzufreunden. Mady nennt ihre Gefühle für ihn beim Namen und die beiden kommen endlich zusammen. Auch bei ihr tat es mir weh, sie leiden zu sehen. Unerschütterlich steht sie an seiner Seite - beziehungswiese sitzt an seinem Bett, da er eigentlich die ganze Zeit auf der Krankenstation liegt - und schreckt vor nichts zurück um ihn zu beschützen.


    "Sie innig umschlungen haltend schwor er, sich in Zukunft weder durch Angst noch durch Albträume oder andere Menschen jemals wieder von ihr trennen zu lassen."


    Über Thad Thornsburg will ich nicht viel sagen, da er zum Glück nur wenig vorkam, die einzelnen Passagen mit ihm, haben mich aber wieder angewidert und ungläubig den Kopf schütteln lassen. Umso mehr habe ich mich über das Ende gefreut, welches der Epilog für ich bereit hält - Muhahahaha ;-)

    Ich habe schon in meiner letzten Rezension betont, dass dies wohl die emotionalste und geistreichste Science-Fiction-Buchreihe gewesen ist, welche ich jemals gelesen habe und daran halte ich fest. Diese Bücher sind eigenartige Mixturen, einerseits kühl, futuristisch und distanziert in ihrer Intellektualität, doch andererseits auch packend und emotional in ihrer Charakterdarstellung, der Bilderwucht und erzählerischen Zuspitzung. Am stabilen und gut durchdachten Grundgerüst dieser komplexe Welt voller Ideen haftet immer etwas Nachdenkliches, Düsteres an. Das Erzähltempo wird durch dramaturgische Wendungen immer weiter angefeuert und das Geschehen immer wieder in unerwartete Richtungen getrieben. Doch trotz der Spannung ist diese Reihe eher eine leise Meditation über Vertrauen und Hoffnung, Angst und Vorurteile, Bedrohung und Erwartungen. Die Autorin versteht es einfach zu gut, mit ihren Figuren und deren Gefühlen, Geschichten, Erwartungen, Träume und Ängste, zu arbeiten um eine engere Verbindung zum Leser herzustellen. Wie in kaum einem Buch zuvor habe ich eine intensive Beziehung zu den Charakteren aufgebaut und absolut mit gefiebert bis zur letzten Seite.

    Das dann am Ende doch alles auf ein Happy End hinausläuft hat mich sehr gefreut. Eindrücklich wird von einem bekannten Sprecher eine Art Epilog geschildert, in welchem jeder Charakter die verdiente Zukunft erhält. Auch wenn es mich etwas traurig gestimmt hat, dass diese tolle Reihe nun vorbei ist, konnte ich das Buch mit einem durchweg guten Gefühl und der Gewissheit weglegen, dass ich es bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen habe.


    "Ihre Gedanken verloren sich in der Vergangenheit, während sie schweigend wartete. Hier, in diesem Raum hatte sie erfahren, dass Danny ihr Pilot sein würde, und da hatte sie gewusst, dass ihr Leben in seinen Händen lag. Doch jetzt war es viel mehr als das: Ihr Herz ruhte ebenfalls dort."




    Fazit:

    Ein letztes Mal durften wir Leser Danny durch ein Abenteuer voller Zweifel, Niederlagen und neuer Zuversicht, durch Angst, Schmerz, überraschenden Wendungen und neuer Verbündeter begleiten.
    Es wird spannend gekämpft, ordentlich gelitten, leidenschaftlich geliebt und genauso abgründig gehasst.
    Ich kann euch das Buch wirklich wärmstens empfehlen: Begleitet Danny und die anderen auf seinem Abenteuer und lasst euch so verzaubern, wie ich es bin.


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Damit diejenigen, die mit dem ersten Teil schon fertig sind und gerne weiterkommentieren möchten, nicht so lange warten müssen, habe ich doch schon mal die Leserunden-Abschnitte für den zweiten Band erstellt. Bis bald!
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