Susanne Gavénis Gambler-Zyklus I: Der Angriff

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Inhaltsangabe zu „Gambler-Zyklus I: Der Angriff“ von Susanne Gavénis

Ein wahrlich beeindruckender Zyklus!

— KristinSchoellkopf

Ein interessanter Auftakt einer Science-Fiction-Reihe in der vor allem die leisen Töne einen Konflikt ergeben, der sehr aktuell erscheint.

— wordworld
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  • Band I

    Gambler-Zyklus I: Der Angriff

    KristinSchoellkopf

    21. September 2017 um 14:24

    Die Rezension zu einem Zyklus ist niemals einfach. Wo beginne ich und wo kann ich aufhören? Nachdem ich den „Gambler“-Zyklus von Susanne Gavénis beendet hatte, saß ich einige Tage ratlos vor dem Computer und machte mir Gedanken. Bis ich beschloss, dass ein Zyklus nur in seiner Gesamtheit existieren kann, wie auch dessen Rezension. Ich durfte schon einige Werke von Susanne Gavénis lesen und freute mich diesmal besonders auf ein Genre, in welchem ich wenig Erfahrung habe: Science Fiction. Wir befinden uns in der Galaxie, auf der Gambler-Circus, die mit menschlichen Problemen kämpft. Gambler sind in ihren Fähigkeiten den „gewöhnlichen“ Menschen überlegen und werden durch ihre Superiorität ausgegrenzt. Doch als eine Bedrohung auftritt, gegen welche nur die so beneideten und zugleich verhassten Gambler etwas ausrichten können, macht sich ein junger Gambler auf den Weg herauszufinden, wer er selbst ist. Und dass er doch nicht so übermächtig ist, wie es immer den Anschein machte. Natürlich werden viele jetzt denken, die Geschichte sei für einen Science Fiction – Roman typisch, doch was dem Leser des Zyklus nicht entgeht, sind die implizierten Veränderungen, die die Geschichte im Leser auslöst. Was macht Neid mit mir? Woher kommt Hass in der Gesellschaft? Was macht eine gemeinsame Bedrohung mit einer entzweiten Gesellschaft? – Fragen wie diese begleiten den Leser während der Lesezeit, aber auch noch weit darüber hinaus. Eine solche Übertragung der Konflikte und Vorkommnisse in einem literarischen Werk auf die unsrige macht einen Roman für mich zu einem beachtenswerten Werk. Danny – ausgegrenzt und mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. Jeder, der sich in großen Gesellschaftsgruppen nicht so gut einfindet, kann mit dem jungen Gambler mitfühlen. Man fühlt sich überflüssig und sieht keine Chance, jemals zu zeigen, wer man wirklich ist. So wird die Figur so authentisch beschrieben, dass der Leser sich in einzelnen Charakterzügen wieder erkennt und eine Empathie aufbaut, die einer menschlichen Beziehung gleicht. Die schon so häufig von mir bewunderte Metaphorik in Susannes Werken hat mich auch hier wieder staunen lassen: Danny will nichts mehr, als zu fliegen. Er will nicht mehr, als die Flügel auszubreiten und er selbst zu sein. Sein Charakter entwickelt sich wie ein Vögelchen das Fliegen lernt. Schlichtweg brillant! Als er die Sicherheitsgurte löste, zitterten seine Hände. Mit einem defekten Computer konnte im Weltraum alles geschehen. (Band II) Ich erwähne immer wieder die sprachliche Eloquenz von Susannes Werken und kann auch bei dem Gambler Zyklus nur staunen. Nun möchte ich allerdings auch auf die Dynamik in ihren Werken eingehen; die Spannung wird durch Susannes Worte so wunderbar erzeugt, dass ich immer wieder schwer schlucken musste und sich die Seiten gar nicht so schnell umblättern ließen, wie ich es mir wünschte. Ich bin, wie schon erwähnt, nicht sehr bewandert im Genre Science Fiction und kenne mich weder mit Computern, noch mit Raumschiffen gut aus. Doch Susanne Gavénis schafft es, dass kein Leser zurückbleibt. Sie beschreibt die galaktische Welt in einer Engelsgeduld und erschafft eine Geschichte, die den Leser vollkommen in ihren Bann zieht.FazitDer Gambler- Zyklus ist für mich ein zusammengehöriges Werk, da sich alle Kapitel untereinander bedingen und Susanne Gavénis eine Komplexität in ihrem Zyklus erschafft, die nur in ihrer Gesamtheit ihre wahre Größe zeigt.

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  • Die Menschheit Am Scheideweg

    Gambler-Zyklus I: Der Angriff

    wordworld

    05. November 2016 um 17:11

    Allgemeines: Titel: Gambler-Zyklus 1: Der AngriffAutor: Susanne GavénisGenre: Science-FictionISBN:978-3862543991Preis: 11,95 € (Taschenbuch)Weitere Bände: Gambler Zyklus - Countdown;Gambler Zyklus - SchwärmeGambler Zyklus - Endgame;   Inhalt: "Seien Sie vorsichtig und nähern Sie sich dem feindlichen Objekt nicht geradlinig! Falls es mit intelligentem Leben bemannt ist, könnte es eine solche Herangehensweise als feindlichen Akt betrachten." (...)Hal Stockard lachte rau. "Ich verstehe. David soll Goliath nicht unnötig reizen. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass er nicht bereits zornig ist.""Es ist Ihre Aufgabe es herauszufinden", erwiderte Elaine ruhig. -Die Menschheit am Scheideweg- Als im 22. Jahrhundert der erste Mensch mit einer besonderen genetischen Mutation geboren wird, ahnt noch niemand, dass es nur der erste von vielen ist. Die Gambler sind reaktionsschneller und leistungsfähiger als jeder gewöhnliche Mensch, sie besitzen einen unfehlbaren Orientierungssinn, das perfekte Gedächtnis und werden gerade aus diesem Grund gehasst und gejagt. Isoliert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt, fristen sie auf ihren Zirkusraumschiffen ein Leben im Schatten. Doch dann taucht aus den Tiefen des Weltraums eine Bedrohung auf, die alles bisher Dagewesene übersteigt. Und die politische Führung der Erde muss erkennen, dass nur ein Gambler in der Lage ist, die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren... Bewertung: Dieses Buch ist Auftakt der Science-Fiction-Reihe "Gambler-Zyklus" von Susanne Gavénis, die schon mit anderen Büchern bewiesen hat, dass sie eine geniale Autorin ist. Die Fantasie-Reihe um "Die Gwailor Chronik - Im Schatten der Prophezeiung" und "Die Gwailor-Chronik - Schicksalspfade" hat mich restlos überzeugt, ebenso wie Shai´lanhal. Ich kann euch schon gleich mal im Voraus sagen: auch dieses Buch hat mir wieder super gefallen! Wenn ihr also noch nichts von dieser Autorin gelesen habt, dann holt das bitte nach! Die Quadrologie hätte eigentlich eine Dilogie sein sollen, wurde dann aber doch in vier Bände unterteilt. Weil die Teilbücher mit ca. 300 Seiten relativ kurz geworden sind, fallen meine Rezensionen auch nicht allzu lange aus. Erste Sätze: "Allein und unbeachtet bahnte sich Danny Sims seinen Weh durch den überfüllten Speisesaal an Bord der Gambler-Circus. Rings um ihn herum stiegen die Stimmen der über hundert Menschen im Saal von den meist voll besetzten Tischen auf und vermischte sich zu einem lautstarken, unentwirrbaren Durcheinander, über das sich nur ab und an das helle Lachen eines Kindes, die klaren Worte einer Frau oder der dröhnende Bass eines Mannes erhob. Wie kleine Eisberge tauchten sie auf der Oberfläche eines Sees auf und tanzten für eine Weile über den Köpfen der Menschen, bevor sie wieder von einem Anschwellen der gesprächigen Geselligkeit verschluckt wurden." Erst mal ein kurzes Lob an den Klapptext: Das ist die erste Inhaltsangabe überhaupt, die ich gelesen habe und dachte: Ja genau, darum geht es in dem Buch. Ich habe also den Verlagstext genauso übernommen. Das Cover ist sehr hübsch! Zusehen sind ringförmige Bögen, die aus einem dunklen Gewässer ragen und eine in hellem orange leuchtende Gestalt, die sich strahlend vom eher düsteren Hintergrund abhebt. Sie scheint auf etwas zu zu schweben, das wie eine Sonne am Himmel steht und grüngelblich leuchtet. Ich vermute, dass die Silhouette Danny darstellen soll und die seltsame Kugel das Raumschiff der Amöboiden. Auf jeden Fall sieht es sehr magisch aus und lässt den Betrachter sich auf ein interessantes Science-Fiction-Buch freuen. Leider kann man dieses hübsche Bild auf meinem Reader gar nicht recht erkennen. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich zu Beginn die relativ langen Kapitel, so dauerte es über 30 Seiten, bis endlich das zweite Kapitel kam. Da es aber viele Absätze gibt und sich auch die Länge der Abschnitte gegen Ende hin verringert, hat mich das nicht gestört. So viel Mal zur äußerlichen Aufmachung, aber lasst und doch lieber auf den Inhalt blicken:Denn dieser macht einiges her. Falls sich jemand so wie ich gleich abgeschreckt fühlen sollte, wenn er "Angriff Unbekannter aus dem All" auf einem Sci-Fi-Buchrücken ließt, dann sei unbesorgt: es geh hier um viel viel mehr! Im Vordergrund dieser Story steht nämlich nicht etwa diese Bedrohung durch die Hewitts - so werden die unbekannten Amöboiden genannt- sondern Dannys Andersartigkeit. Dieser erste Band beschäftigt sich hauptsächlich mit der Vorstellung der handelnden Personen und ihres Umfeldes. Er schildert die Situation, die es nötig und möglich macht einen Gambler in die Armee der Erde zu integrieren und zeigt Probleme und andere Folgen davon auf. "Es ist nicht für immer", flüsterte er, aber er spürte, noch währen das Echo der Worte in ihm widerhallte, dass es eine Lüge war. Er hatte die Gambler-Circus in dem Wissen verlassen, dass es dort keinen Platz für ihn gab und er würde ganz sicher nicht zu ihr zurückkehren, außer er fand auch außerhalb von ihr keinen Ort, an den er gehörte." Wie schon im Klapptext erwähnt, ist er ein Gambler. Versteckt auf einem Zirkusschiff wächst der siebzehnjährige Danny Sims heran, fliegt in Shows und verbringt jede freie Minute in einem Raumgleiter. Auf der "Gambler-Circus" wandelt er durch Galaxien, besucht besiedelte Planeten und hält mit vielen anderen Gamblern Vorstellungen für alle, die es sich leisten können. Für ihn ist es normal, dass alle um ihn herum einen unfehlbaren Orientierungssinn haben, mit ihrem perfekten Gedächtnis niemals etwas vergessen und mit ihren kurzen Reaktionszeiten die unheimlichsten Manöver vollführen können. Bewusst wurde er von dem Wissen ferngehalten, etwas Besseres zu sein, anders zu sein als die Menschen, die in den täglichen Shows sitzen. Denn nur dank einer besonderen genetischen Mutation haben sie diese Gaben und müssen isoliert am Rande der Gesellschaft ein Leben im Schatten führen. Denn aus genau den Gründen, die sie hervorheben, werden die Gambler gejagt und gehasst. Um genau dieses immer präsente Thema, der Angst vor dem Unbekannten, der Drang besondere Gaben als Abnormal und Unheimlich zu stigmatisieren und das Ausgrenzen von Randgruppen, wird besonders anschaulich und spannend verpackt thematisiert. Sie sind anders, sie sind besser, doch sind sie deshalb auch gefährlich? Als plötzlich an einem ganz normalen Tag des irdischen Lebens im Weltall ein unbekanntes Objekt auftaucht, das sich bald als allesübersteigende Bedrohung für die Erde herausstellt, stehen die Führungskräfte der Erdobitalstation vor einem großen Problem. Nachdem die erste Verteidigung fehlschlägt, was massenweise Opfer fordert, gilt die erste Priorität der Verteidigung der Erde. Alles in ihrer Macht stehende wird getan, um sich auf einen weiteren Angriff der neuen Spezies vorzubereiten, doch die politische Führung der Erde muss erkennen, dass nur ein Gambler in der Lage ist, die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren... "Vom Volumen her ist das Objekt um ein Vielfaches gewaltiger als die Erdobitalstation, aber seine Masse scheint deutlich geringer zu sein. (...)""Welchen Kurs hat es eingeschlagen?""Es fliegt in Richtung Erde!" Selbstverständlich ist auch die "Weltuntergangs-Dramatik" spannend und glaubwürdig ausgearbeitet. In einem riesigen Schwarm kämpfen faustgroße Amöboiden, die nach ihrem Erforscher Professor Hewitt, Hewitts genannt werden, die Erde an und saugen sich an Menschen fest, die daraufhin einen Herztod erleiden. Genaueres weiß man noch nicht. Nachdem der erste Angriff nicht effektiv bekämpft werden konnte, versucht nun die Erdobitalstation eine neue Crew auf einem effektiveren Schiff zusammenzustellen. Danny, der selbst für einen Gambler ein besonders guter Pilot ist und in seiner Nummer seine Fähigkeiten nicht genug ausnutzen darf, außerdem mit seiner scheinbar grundlos depressiven Mutter überfordert ist, ist mit seinem Leben auf der "Gambler-Circus" schon länger nicht mehr zufrieden. Einzig das Fliegen bietet ihm einen Ausgleich, Fliegen ist seine Leidenschaft. Als ihm dann nach einem Regelbruch auch noch das verboten wird, hält ihn nichts mehr.Als der Angriff auf die Erde erfolgt und es einen guten Piloten braucht um die Hewitts zu besiegen, erkennt Danny seine Chance und er meldet sich freiwillig für dieses selbstmörderische Unterfangen... "Pure, wilde Aufregung pulsierte durch seine Adern und beschleunigte seine Atmung. Endlich stand ihm nichts mehr im Weg, endlich hatte er die letzte Hürde genommen. Er würde zur Erde fliegen!" Man wird relativ lange und intensiv in das Leben aller Protagonisten eingeführt, erfährt Teile ihrer Vergangenheit, persönliche Neigungen und Eigenarten, die einem später helfen zu verstehen, warum eine Person so handelt. Die verschiedenen Perspektiven verhelfen dem Leser zu einem relativ guten Überblick über das Geschehen. Man kann ankreiden, dass sich dadurch manche Ereignisse doppeln und das Tempo aus der Geschichte etwas herausnehmen, doch wirklich gestört hat mich das nicht. Auch wenn es einige andere Charaktere gibt, ist der Fokus eindeutig auf Danny gelegt. Wie schon gesagt ist er ein Gambler, der sich absolut unterfordert sieht. Seine große Leidenschaft ist das Fliegen, was er auch sehr gut beherrscht. Er ist sehr emotional, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wirkt auf kindliche Art sehr liebenswürdig. Sehr interessant ist es zu sehen, wie es in seinem Inneren aussieht, da dies in einem sehr deutlichen Kontrast steht, wie andere ihn wahrnehmen. So wirkt er aus der Sicht anderer oft wie ein Kind obwohl er erwachsene Gedanken hat, wird als verschlossen und beherrscht wahrgenommen wenn er gerade vor Wut platzen könnte und macht anderen mit seinen Fähigkeiten Angst wenn er sich konzentriert. Ihn bei seiner Entwicklung und Wechselwirkung mit anderen zu beobachten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Er steht noch relativ am Anfang in seiner Entwicklung und ich freue mich auf drei weitere Teile mit ihm! "Es war ein unsägliches Dilemma. Er war gefangen zwischen seiner Sehnsucht zu Fliegen und seinem Stolz, und er vermochte weder das eine noch das andere aufzugeben..." Neben Danny gibt es da noch der gutherzige und stets korrekte Captain der Erdobitalstation, Elaine Wilding, die bereits seit drei Jahren das Kommando dieser riesigen, um die Erde kreisenden Station innehat und einfach nicht still stehen kann. Die etwas ältere Frau war mir sofort sympathisch. Der direkte Gegenpart zu Danny ist der Lieutenant Thad Thornsburg, der sich mühsam von einem Agrarplaneten hoch gearbeitet hat und immer, von einem unbändigen Ehrgeiz gepackt, versucht, auf seinem Gebiet der Beste zu sein. So ist es nicht verwunderlich, dass er der beste Pilot der Erde ist und noch eine lange Karriere vor sich sieht. Für den äußerst wichtigen Einsatz wird er zusammen mit anderen, durch einen Test als fähig bewiesenen Personal der Erdakademie eiberufen und fühlt sich sehr geschmeichelt, bei der Verteidigung der Erde mithelfen zu dürfen. Als dann aber Danny mit seinen übermenschlichen Fähigkeiten auftaucht, bleibt er weit hinter ihm zurück und kann sich das nicht gefallen lassen. Als dessen Vorgesetzter macht er ihm das Leben zu Hölle. Auch seine Beziehung zu anderen Menschen ist durch seinen Ehrgeiz und die ständige Konkurrenzsituation nicht besonders gut. Nachdem man ihn zuerst unter neutraler Wahrnehmung kennengelernt hat, wurde er mir immer unsympathischer. Dann ist da noch Madelaine Thompson, die von ihren Freunden und Bekannten nur Mady gerufen wird. Die offenherzige Kadettin nimmt neben Danny einen recht großen Teil in der Handlung ein. Sie ist die einzige Person, die Danny als Mensch sieht und nicht als Gambler und wird schnell seine einzige Freundin. Als relativ junge Kadettin ist sie noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung an der Erdakademie, wurde aber bei dem Test, der die Reaktionszeiten aller Mitglieder testen sollte, herausgestochen und wurde ausgewählt, als Schützin in dem neuen Tetraederschiff gegen die Hewitts anzutreten. Ihre Gefühle gegenüber dem Kampf sind recht gemischt, denn nach der noch nicht lange entfernten Tragödie des ersten Angriffs fürchtet sie um ihr Leben. Zusammen mit Valerie und Jenn, ihren beiden neuen Freundinnen trainiert sie in einem Simulator um sich auf einen weiteren Angriff vorzubereiten. Sie blieb durch ihre zurückhaltende Art noch relativ blass, war mir aber trotzdem sympathisch. "Nur ein unterschwelliger Ruck kündete vom Abheben des Shuttles. Mady seufzte leise. Ob Abenteuer oder nicht, sie flog ihm direkt entgegen." Auch wenn das Buch gerade am Anfang, als alle Charaktere ausführlich vorgestellt wurden für mich eine kurze Durststrecke hatte, wurde ich schnell von der Geschichte und den Charakteren gepackt. Nicht zuletzt Susanne Gavénis unverwechselbarer Stil hat dazu beigetragen. Ich kann mich eigentlich bei jedem Buch nur noch einmal wiederholen und dasselbe Lob in andere Worte verpacken. Wie auch schon in ihren anderen Büchern schwingt sich Susanne Gavénis zum absoluten Wortakrobaten auf, welcher durch präzise und doch kunstvolle Beschreibungen eine lebendige und dystopisch angehauchte Science-Fiction-Welt aus den Tiefen der Seiten erhebt. Durch die schwere Last des Weltuntergangs-Szenario, welches drohend über der Handlung schwebt, gewinnt das Buch eine gewisse Ernsthaftigkeit, welche durch Dannys und Madys leicht kindliche Art angenehm ausbalanciert wird. Die Erde, ihre Kolonien und der Raum dazwischen mit seinen unterschiedlichen Gesichtern, Formen und Farben sind detailverliebt herausgearbeitet und unterstreicht somit die Authentizität und Symbolkraft des Geschehenen. Technik und Grundinfos werden elegant mit eingebracht und schnell verständlich gemacht. In verschnörkelten und doch verständlichen Sätzen trifft sie genau den Punkt und vermeidet unnötige Längen, auch wenn die Sätze manchmal in Verästlungen abzudriften drohen. So malerisch umrahmt auch alles wirken mag, Gedanken, Gefühle, Fakten und Geschehnisse werden trotzdem bodenständig und greifbar vermittelt, was die Wirkung des Gesamtbildes abrundet. "Kleine Dampfwolken kräuselten sich über Tellern mit heißen Speisen, und die Gerüche herzhafter Gerichte und Soßen hingen in der Luft, tanzten mit den Tönen der Musik munter über den Saal hinweg, schwangen sich mit den feinen Dampftropfen zur Decke und wogten dort in zarten Schlieren hin und her, bis sie vom Sog der Ventilatoren erfasst und zerstreut wurden." Recht abrupt endet das Buch dann eigentlich mitten in der Handlung und macht Lust, gleich weiterzulesen. Zum Glück habe ich gleich alle vier Bände bekommen und mache mich gleich an den nächsten Teil. Vielen Dank an die liebe Susanne Gavénis, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, mit einer weiteren Reihe von ihr neue tolle Charaktere kennenzulernen, in eine andere Welt abzutauchen und mich abermals an ihrem eleganten Stil zu erfreuen!!! Fazit: Ein interessanter Auftakt einer Science-Fiction-Reihe in der vor allem die leisen Töne einen Konflikt ergeben, der auch heute noch sehr aktuell ist. Es wird aufgezeigt, was erst passieren muss, damit man einen Außenseiter akzeptiert, der nichts weiter getan hat, als anders, besser zu sein.   Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei: www.w0rdw0rld.blogspot.com

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