Susanne Gavénis Invasion: Der Gambler I

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Inhaltsangabe zu „Invasion: Der Gambler I“ von Susanne Gavénis

Menschheit am Scheideweg
Als tödliche Aliens über der Erde auftauchen, steht die menschliche Gesellschaft unvermittelt vor ihrer größten Zerreißprobe. Schnell wird klar, dass die Angreifer mit herkömmlichen Waffen nicht zu besiegen sind.
Die politische Führung der Erde muss erkennen, dass es nur ein Mittel gibt, um die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren. Sie braucht die Hilfe jener, die bisher nichts als Hass und Ablehnung von der Gesellschaft erfahren haben.
Dies ist die Geschichte des jungen Danny Sims. Danny Sims ist ein Gambler – einer von mehreren hundert Menschen, die aufgrund einer genetischen Mutation über überlegene körperliche und geistige Fähigkeiten verfügen. Isoliert auf ihren Zirkusraumschiffen, fristen die Gambler ein Leben im Schatten.
Gegen den Willen seiner Familie bricht Danny Sims auf, um gemeinsam mit den Soldaten der Erdflotte gegen die unheimlichen Aliens zu kämpfen. Doch bereits bei seiner Ankunft muss er begreifen, dass der Kampf um sein Leben schon längst begonnen hat – und dass es Gefahren gibt, gegen die selbst ein Gambler machtlos ist.

Die 2. Auflage entspricht inhaltlich dem Gambler-Zyklus Band 1 - Joker.

Ein interessanter Auftakt einer Science-Fiction-Reihe in der vor allem die leisen Töne einen Konflikt ergeben.

— wordworld
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  • Leserunde zu "Invasion: Der Gambler I" von Susanne Gavénis

    Invasion: Der Gambler I

    Susanne_Gavenis

    Hallo liebe Science Fiction-Freunde!Ich möchte euch zu einer Leserunde zu meinem SF-Roman "Der Gambler 1: Invasion" einladen. Der Roman ist der erste Teil einer abgeschlossenen Geschichte, die aus zwei Bänden besteht. Falls eine Leserunde zum ersten Teil zustande kommt und ihr danach noch Lust habt, können wir sehr gerne gleich mit dem zweiten Band weitermachen (was sich anbieten würde, da die Geschichte wirklich nahtlos weitergeht).Hier erst mal der Klappentext, damit ihr wisst, worum es geht:Menschheit am ScheidewegAls tödliche Aliens über der Erde auftauchen, steht die menschliche Gesellschaft unvermittelt vor ihrer größten Zerreißprobe. Schnell wird klar, dass die Angreifer mit herkömmlichen Waffen nicht zu besiegen sind. Die politische Führung der Erde muss erkennen, dass es nur ein Mittel gibt, um die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren. Sie braucht die Hilfe jener, die bisher nichts als Hass und Ablehnung von der Gesellschaft erfahren haben.Dies ist die Geschichte des jungen Danny Sims. Danny Sims ist ein Gambler – einer von mehreren hundert Menschen, die aufgrund einer genetischen Mutation über überlegene körperliche und geistige Fähigkeiten verfügen. Isoliert auf ihren Zirkusraumschiffen, fristen die Gambler ein Leben im Schatten.Gegen den Willen seiner Familie bricht Danny Sims auf, um gemeinsam mit den Soldaten der Erdflotte gegen die unheimlichen Aliens zu kämpfen. Doch bereits bei seiner Ankunft muss er begreifen, dass der Kampf um sein Leben schon längst begonnen hat – und dass es Gefahren gibt, gegen die selbst ein Gambler machtlos ist.Als Autorin wäre ich natürlich bei der Leserunde von Anfang an mit dabei und würde auch fleißig  mitdiskutieren. Auch kontrovers geführten Diskussionen über Figuren- und Handlungskonzeption bin ich niemals abgeneigt, und als alte Plaudertasche würde ich euch sehr gerne so viele Einblicke in meine Gedanken zur Geschichte geben, wie ihr mögt.Damit mögliche Diskussionen allerdings nicht nur aus eurer Enttäuschung resultieren, weil ihr eine ganz andere Art von Geschichte erwartet habt, möchte ich noch kurz hinzufügen, für welche Leser meine beiden Gambler-Romane eventuell nicht so geeignet sind. Zwar ist es mir als SF-Autorin sehr wichtig, die Dinge, über die ich schreibe, wissenschaftlich korrekt und so plausibel wie möglich zu behandeln. Mein Fokus liegt aber immer auch sehr stark auf meinen Figuren, ihrer Psychologie, ihren Emotionen und ihrer Entwicklung. Hard-SF-Lesern, die viel Wert auf eine ausführliche und detaillierte Darstellung zukünftiger Technologien (Raumschiffsantriebe, Waffensysteme, u.a.) legen, könnte die intensive psychologische Betrachtung meiner Figuren möglicherweise too much sein.Auch Leser, die aufgrund des Themas der Geschichte (gesellschaftliche Randgruppe, die vom Rest der Gesellschaft gehasst und gefürchtet wird) eine breit angelegte soziologische Studie erwarten, könnten eventuell enttäuscht sein, da ich mich bei meinem Roman auf relativ wenige Figuren konzentriere und gesamtgesellschaftliche Probleme zum großen Teil lediglich in der Interaktion dieser Figuren untereinander zum Ausdruck kommen. Zwar kann es immer auch spannend sein, in Geschichten hineinzuschauen, die nicht so ganz dem eigenen Lesegeschmack entsprechen, da es jedoch in der Vergangenheit das eine oder andere Mal vorgekommen ist, dass die Erwartungen von Lesern an die Gambler-Geschichte in diesen Punkten enttäuscht worden sind, möchte ich es hier als Möglichkeit erwähnen.Da ich die beiden Gambler-Romane selbst herausgebracht habe, kann ich auch wirklich jedem, der Lust hat mitzulesen, eine E-Book-Ausgabe zur Verfügung stellen. Wegen der anstehenden Feiertage habe ich den Bewerbungszeitraum für diese Leserunde relativ großzügig mit einem knappen Monat angesetzt. Es wäre toll, wenn sich in dieser Zeit genug interessierte Leser dafür finden würden.  Mehr über mich als Autorin sowie eine umfangreiche Leseprobe zur Geschichte findet ihr auf meiner Webseite www.susanne-gavenis.de 

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    • 18
    • 20. January 2018 um 23:59
  • Ein interessanter Auftakt einer Science-Fiction-Reihe

    Invasion: Der Gambler I

    wordworld

    23. December 2017 um 16:16

    DISCLAIMER: Die Rezension bezieht sich auf die noch geteilte Quadrologie, die die Reihe mal war. Die beiden Rezensionen zu Band 1 und 2 sind in Kombination zu betrachten.  Teil 1: Die Menschheit am Scheideweg Dieses Buch ist Auftakt der Science-Fiction-Reihe "Gambler-Zyklus" von Susanne Gavénis, die schon mit anderen Büchern bewiesen hat, dass sie eine geniale Autorin ist. Die Fantasie-Reihe um "Die Gwailor Chronik - Im Schatten der Prophezeiung" und "Die Gwailor-Chronik - Schicksalspfade" hat mich restlos überzeugt, ebenso wie Shai´lanhal. Ich kann euch schon gleich mal im Voraus sagen: auch dieses Buch hat mir wieder super gefallen! Wenn ihr also noch nichts von dieser Autorin gelesen habt, dann holt das bitte nach!   Erste Sätze: "Allein und unbeachtet bahnte sich Danny Sims seinen Weh durch den überfüllten Speisesaal an Bord der Gambler-Circus. Rings um ihn herum stiegen die Stimmen der über hundert Menschen im Saal von den meist voll besetzten Tischen auf und vermischte sich zu einem lautstarken, unentwirrbaren Durcheinander, über das sich nur ab und an das helle Lachen eines Kindes, die klaren Worte einer Frau oder der dröhnende Bass eines Mannes erhob. Wie kleine Eisberge tauchten sie auf der Oberfläche eines Sees auf und tanzten für eine Weile über den Köpfen der Menschen, bevor sie wieder von einem Anschwellen der gesprächigen Geselligkeit verschluckt wurden."  Falls sich jemand so wie ich gleich abgeschreckt fühlen sollte, wenn er "Angriff Unbekannter aus dem All" auf einem Sci-Fi-Buchrücken ließt, dann sei unbesorgt: es geh hier um viel viel mehr! Im Vordergrund dieser Story steht nämlich nicht etwa diese Bedrohung durch die Hewitts - so werden die unbekannten Amöboiden genannt- sondern Dannys Andersartigkeit. Dieser erste Band beschäftigt sich hauptsächlich mit der Vorstellung der handelnden Personen und ihres Umfeldes. Er schildert die Situation, die es nötig und möglich macht einen Gambler in die Armee der Erde zu integrieren und zeigt Probleme und andere Folgen davon auf. "Es ist nicht für immer", flüsterte er, aber er spürte, noch währen das Echo der Worte in ihm widerhallte, dass es eine Lüge war. Er hatte die Gambler-Circus in dem Wissen verlassen, dass es dort keinen Platz für ihn gab und er würde ganz sicher nicht zu ihr zurückkehren, außer er fand auch außerhalb von ihr keinen Ort, an den er gehörte." Wie schon im Klapptext erwähnt, ist er ein Gambler. Versteckt auf einem Zirkusschiff wächst der siebzehnjährige Danny Sims heran, fliegt in Shows und verbringt jede freie Minute in einem Raumgleiter. Auf der "Gambler-Circus" wandelt er durch Galaxien, besucht besiedelte Planeten und hält mit vielen anderen Gamblern Vorstellungen für alle, die es sich leisten können. Für ihn ist es normal, dass alle um ihn herum einen unfehlbaren Orientierungssinn haben, mit ihrem perfekten Gedächtnis niemals etwas vergessen und mit ihren kurzen Reaktionszeiten die unheimlichsten Manöver vollführen können. Bewusst wurde er von dem Wissen ferngehalten, etwas Besseres zu sein, anders zu sein als die Menschen, die in den täglichen Shows sitzen. Denn nur dank einer besonderen genetischen Mutation haben sie diese Gaben und müssen isoliert am Rande der Gesellschaft ein Leben im Schatten führen. Denn aus genau den Gründen, die sie hervorheben, werden die Gambler gejagt und gehasst. Um genau dieses immer präsente Thema, der Angst vor dem Unbekannten, der Drang besondere Gaben als Abnormal und Unheimlich zu stigmatisieren und das Ausgrenzen von Randgruppen, wird besonders anschaulich und spannend verpackt thematisiert. Sie sind anders, sie sind besser, doch sind sie deshalb auch gefährlich? Als plötzlich an einem ganz normalen Tag des irdischen Lebens im Weltall ein unbekanntes Objekt auftaucht, das sich bald als allesübersteigende Bedrohung für die Erde herausstellt, stehen die Führungskräfte der Erdobitalstation vor einem großen Problem. Nachdem die erste Verteidigung fehlschlägt, was massenweise Opfer fordert, gilt die erste Priorität der Verteidigung der Erde. Alles in ihrer Macht stehende wird getan, um sich auf einen weiteren Angriff der neuen Spezies vorzubereiten, doch die politische Führung der Erde muss erkennen, dass nur ein Gambler in der Lage ist, die Menschheit vor ihrer vollständigen Vernichtung zu bewahren... "Vom Volumen her ist das Objekt um ein Vielfaches gewaltiger als die Erdobitalstation, aber seine Masse scheint deutlich geringer zu sein. (...)""Welchen Kurs hat es eingeschlagen?""Es fliegt in Richtung Erde!" Selbstverständlich ist auch die "Weltuntergangs-Dramatik" spannend und glaubwürdig ausgearbeitet. In einem riesigen Schwarm kämpfen faustgroße Amöboiden, die nach ihrem Erforscher Professor Hewitt, Hewitts genannt werden, die Erde an und saugen sich an Menschen fest, die daraufhin einen Herztod erleiden. Genaueres weiß man noch nicht. Nachdem der erste Angriff nicht effektiv bekämpft werden konnte, versucht nun die Erdobitalstation eine neue Crew auf einem effektiveren Schiff zusammenzustellen. Danny, der selbst für einen Gambler ein besonders guter Pilot ist und in seiner Nummer seine Fähigkeiten nicht genug ausnutzen darf, außerdem mit seiner scheinbar grundlos depressiven Mutter überfordert ist, ist mit seinem Leben auf der "Gambler-Circus" schon länger nicht mehr zufrieden. Einzig das Fliegen bietet ihm einen Ausgleich, Fliegen ist seine Leidenschaft. Als ihm dann nach einem Regelbruch auch noch das verboten wird, hält ihn nichts mehr.Als der Angriff auf die Erde erfolgt und es einen guten Piloten braucht um die Hewitts zu besiegen, erkennt Danny seine Chance und er meldet sich freiwillig für dieses selbstmörderische Unterfangen... "Pure, wilde Aufregung pulsierte durch seine Adern und beschleunigte seine Atmung. Endlich stand ihm nichts mehr im Weg, endlich hatte er die letzte Hürde genommen. Er würde zur Erde fliegen!" Man wird relativ lange und intensiv in das Leben aller Protagonisten eingeführt, erfährt Teile ihrer Vergangenheit, persönliche Neigungen und Eigenarten, die einem später helfen zu verstehen, warum eine Person so handelt. Die verschiedenen Perspektiven verhelfen dem Leser zu einem relativ guten Überblick über das Geschehen. Man kann ankreiden, dass sich dadurch manche Ereignisse doppeln und das Tempo aus der Geschichte etwas herausnehmen, doch wirklich gestört hat mich das nicht. Auch wenn es einige andere Charaktere gibt, ist der Fokus eindeutig auf Danny gelegt. Wie schon gesagt ist er ein Gambler, der sich absolut unterfordert sieht. Seine große Leidenschaft ist das Fliegen, was er auch sehr gut beherrscht. Er ist sehr emotional, hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und wirkt auf kindliche Art sehr liebenswürdig. Sehr interessant ist es zu sehen, wie es in seinem Inneren aussieht, da dies in einem sehr deutlichen Kontrast steht, wie andere ihn wahrnehmen. So wirkt er aus der Sicht anderer oft wie ein Kind obwohl er erwachsene Gedanken hat, wird als verschlossen und beherrscht wahrgenommen wenn er gerade vor Wut platzen könnte und macht anderen mit seinen Fähigkeiten Angst wenn er sich konzentriert. Ihn bei seiner Entwicklung und Wechselwirkung mit anderen zu beobachten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Er steht noch relativ am Anfang in seiner Entwicklung und ich freue mich auf drei weitere Teile mit ihm! "Es war ein unsägliches Dilemma. Er war gefangen zwischen seiner Sehnsucht zu Fliegen und seinem Stolz, und er vermochte weder das eine noch das andere aufzugeben..." Neben Danny gibt es da noch der gutherzige und stets korrekte Captain der Erdobitalstation, Elaine Wilding, die bereits seit drei Jahren das Kommando dieser riesigen, um die Erde kreisenden Station innehat und einfach nicht still stehen kann. Die etwas ältere Frau war mir sofort sympathisch. Der direkte Gegenpart zu Danny ist der Lieutenant Thad Thornsburg, der sich mühsam von einem Agrarplaneten hoch gearbeitet hat und immer, von einem unbändigen Ehrgeiz gepackt, versucht, auf seinem Gebiet der Beste zu sein. So ist es nicht verwunderlich, dass er der beste Pilot der Erde ist und noch eine lange Karriere vor sich sieht. Für den äußerst wichtigen Einsatz wird er zusammen mit anderen, durch einen Test als fähig bewiesenen Personal der Erdakademie eiberufen und fühlt sich sehr geschmeichelt, bei der Verteidigung der Erde mithelfen zu dürfen. Als dann aber Danny mit seinen übermenschlichen Fähigkeiten auftaucht, bleibt er weit hinter ihm zurück und kann sich das nicht gefallen lassen. Als dessen Vorgesetzter macht er ihm das Leben zu Hölle. Auch seine Beziehung zu anderen Menschen ist durch seinen Ehrgeiz und die ständige Konkurrenzsituation nicht besonders gut. Nachdem man ihn zuerst unter neutraler Wahrnehmung kennengelernt hat, wurde er mir immer unsympathischer. Dann ist da noch Madelaine Thompson, die von ihren Freunden und Bekannten nur Mady gerufen wird. Die offenherzige Kadettin nimmt neben Danny einen recht großen Teil in der Handlung ein. Sie ist die einzige Person, die Danny als Mensch sieht und nicht als Gambler und wird schnell seine einzige Freundin. Als relativ junge Kadettin ist sie noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung an der Erdakademie, wurde aber bei dem Test, der die Reaktionszeiten aller Mitglieder testen sollte, herausgestochen und wurde ausgewählt, als Schützin in dem neuen Tetraederschiff gegen die Hewitts anzutreten. Ihre Gefühle gegenüber dem Kampf sind recht gemischt, denn nach der noch nicht lange entfernten Tragödie des ersten Angriffs fürchtet sie um ihr Leben. Zusammen mit Valerie und Jenn, ihren beiden neuen Freundinnen trainiert sie in einem Simulator um sich auf einen weiteren Angriff vorzubereiten. Sie blieb durch ihre zurückhaltende Art noch relativ blass, war mir aber trotzdem sympathisch. "Nur ein unterschwelliger Ruck kündete vom Abheben des Shuttles. Mady seufzte leise. Ob Abenteuer oder nicht, sie flog ihm direkt entgegen." Auch wenn das Buch gerade am Anfang, als alle Charaktere ausführlich vorgestellt wurden für mich eine kurze Durststrecke hatte, wurde ich schnell von der Geschichte und den Charakteren gepackt. Nicht zuletzt Susanne Gavénis unverwechselbarer Stil hat dazu beigetragen. Ich kann mich eigentlich bei jedem Buch nur noch einmal wiederholen und dasselbe Lob in andere Worte verpacken. Wie auch schon in ihren anderen Büchern schwingt sich Susanne Gavénis zum absoluten Wortakrobaten auf, welcher durch präzise und doch kunstvolle Beschreibungen eine lebendige und dystopisch angehauchte Science-Fiction-Welt aus den Tiefen der Seiten erhebt. Durch die schwere Last des Weltuntergangs-Szenario, welches drohend über der Handlung schwebt, gewinnt das Buch eine gewisse Ernsthaftigkeit, welche durch Dannys und Madys leicht kindliche Art angenehm ausbalanciert wird. Die Erde, ihre Kolonien und der Raum dazwischen mit seinen unterschiedlichen Gesichtern, Formen und Farben sind detailverliebt herausgearbeitet und unterstreicht somit die Authentizität und Symbolkraft des Geschehenen. Technik und Grundinfos werden elegant mit eingebracht und schnell verständlich gemacht. In verschnörkelten und doch verständlichen Sätzen trifft sie genau den Punkt und vermeidet unnötige Längen, auch wenn die Sätze manchmal in Verästlungen abzudriften drohen. So malerisch umrahmt auch alles wirken mag, Gedanken, Gefühle, Fakten und Geschehnisse werden trotzdem bodenständig und greifbar vermittelt, was die Wirkung des Gesamtbildes abrundet. "Kleine Dampfwolken kräuselten sich über Tellern mit heißen Speisen, und die Gerüche herzhafter Gerichte und Soßen hingen in der Luft, tanzten mit den Tönen der Musik munter über den Saal hinweg, schwangen sich mit den feinen Dampftropfen zur Decke und wogten dort in zarten Schlieren hin und her, bis sie vom Sog der Ventilatoren erfasst und zerstreut wurden." Recht abrupt endet das Buch dann eigentlich mitten in der Handlung und macht Lust, gleich weiterzulesen. Zum Glück habe ich gleich alle vier Bände bekommen und mache mich gleich an den nächsten Teil. Vielen Dank an die liebe Susanne Gavénis, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat, mit einer weiteren Reihe von ihr neue tolle Charaktere kennenzulernen, in eine andere Welt abzutauchen und mich abermals an ihrem eleganten Stil zu erfreuen!!! Fazit: Ein interessanter Auftakt einer Science-Fiction-Reihe in der vor allem die leisen Töne einen Konflikt ergeben, der auch heute noch sehr aktuell ist. Es wird aufgezeigt, was erst passieren muss, damit man einen Außenseiter akzeptiert, der nichts weiter getan hat, als anders, besser zu sein. Teil 2: Wettlauf gegen die Zeit "Die Flüge, die ihm nun bevorstanden, waren keine unbeschwerten Auftritte mehr, doch gerade das erfülle sein Herz mit tiefer Freude und Entschlossenheit. Endlich befand er sich genau an dem Ort, ad dem er sein wollte und trug Verantwortung. Im Kontrast zu seinem ereignislosen Leben auf der Gambler-Circus wurde ihm bewusst, wie sehr er sich nach einer achtbaren Aufgabe gesehnt hatte. Jetzt hatte er sich bekommen und er würde seine gesamten Fähigkeiten dazu einsetzen, sie zu aller Zufriedenheit zu erfüllen." Nach dem vorherigen Teil "Gambler-Zyklus: Angriff" führt die Autorin die berührende Geschichte des jungen Kampfpiloten und Gamblers Danny Sims weiter, in welcher die Menschheit sich einerseits mit dem drohenden Angriff todbringender Außerirdischer auseinandersetzen muss, aber andererseits auch mit ihrer unbegründeten Furcht vor den Gamblern fertig werden muss. Man durfte die Welt mit allen positiven und negativen Aspekten kennenlernen und es wurden den Charakter vorgestellt. Als eine Art Einführungsroman wirkte dieser Teil noch vorbereitend und ließ mich auf die volle Entfaltung der Handlung warten. "Verschiedene Gefühle rangen miteinander. Ein Teil von ihm war erschrocken über die Ablehnung, die er auf der Erdobitalstation erfuhr, und riet ihm, sich die Sache noch einmal gut zu überlegene. Ein anderer hielt dagegen, rief ihm machtvoll zu, dass er dem Ziel seiner Träume so nah war wie noch nie zuvor und ich nicht von ein paar griesgrämigen Mienen einschüchtern lassen sollte." In "Countdown" konzentriert sich die Autorin dann darauf, uns Hintergründe zu ihrem Zyklus näher zu bringen. Die eingeführten Figuren bekommen nun etliche Gelegenheiten, eigenständig zu handeln, sich weiter zu entwickeln und miteinander zu interagieren. Bevor die Bedrohung durch die Hewitts später in den Vordergrund rückt, liegt der Schwerpunkt dieses Teiles vor allem auf den entstehenden Konflikten und der Interaktion des Charakterteams. Das mag nun recht lahm klingen, ist aber in höchstem Maße spannend, da man nun schon ein Gefühl für die Situation bekommen und die Charakter ins Herz geschlossen hat. Es macht total viel Spaß den Protagonisten beim Aneinandergeraten zuzusehen und zu beobachten, wie sich zwei Fronten bilden, die sich zuerst nur durch die Flug Mannschaft, dann durch die Station, die Erde und schließlich durch den interstellaren Rat ziehen. Dieser gerät auch langsam in Verruf, als Captain Wilding misstrauisch wird... "War sie lediglich ein Teil der Requisite, nur der Aufseher eines effektheischenden Glitzerdings im Orit um die Erde, das die Blicke der Massen auf sich zog, während an anderer Stelle die Gesellschaft in eine neue Form gegossen wurde?" Nachdem im ersten Teil Danny von seinem Zirkusschiff, der Gambler-Circus, zur Erdobitalstation reiste um sich freiwillig als Pilot für den lebensgefährlichen Einsatz gegen die todbringenden Hewitts zu melden, trainiert er mit seinem Team nun jede freie Minute für diesen Kampf. Denn die Zeit drängt, jeden Tag könnte das Weltall einen weiteren Schwarm ausspucken, welcher sich als allesübersteigende Bedrohung für die Erde präsentiert. Nachdem die erste Verteidigung fehlgeschlagen war, was massenweise Opfer forderte, gilt die erste Priorität nun der Verteidigung der Erde. Dazu ruht die gesamte Hoffnung der irdischen Bevölkerung auf zwei praxisungeprüften Raumschiffprototypen, den Tetraeder-Schiffen Joker und Ace. Da bloß ein Gambler in Frage kommt, ein solches Schiff erfolgreich und vernichtend lenken zu können, wird Danny zum wichtigsten Mann in der Verteidigung - sehr zum Ärger seines Kontrahenten Thad Thornsburg. Von unverständlichem Ehrgeiz getrieben kann dieser nicht akzeptieren, nicht der erste Pilot zu sein und lässt keine Gelegenheit ungenutzt, ihm zu schaden. Auch einige andere Menschen beginnen ihn aufgrund seiner unbekannten Fähigkeiten zu fürchten, während Vorurteile und Gerüchte auch nicht gerade zur Entspannung der Lage führen. Während Danny seine Pflicht zu erfüllen versucht und daran arbeitet, das Schiff und seine Crew zu beschützen, werden im Hintergrund Neid und Missgunst wach, sodass es selbst Captain Elaine Wildlings schwer fällt, objektiv zu bleiben. "Einen tieferen Einblick in Dannys Fähigkeiten hatte die Simulation geliefert, doch wie sich sein Anderssein in anderen Bereichen des Lebens ausdrückten, war ihr gänzlich unbekannt. Das wusste vermutlich niemand, außer den Gamblern selbst. Wie fühlten sie? Wie dachten sie? Wie war es, so viel mehr wahrzunehmen?" Um genau dieses immer präsente Thema, der Angst vor dem Unbekannten, der Drang, besondere Gaben als Abnormal und Unheimlich zu stigmatisieren und das Ausgrenzen von Randgruppen, wird wieder anschaulich und spannend verpackt thematisiert. Eifersucht, Selbstzweifel, Unsicherheit, Angst, Wahrnehmen von Verantwortung und andere Aspekte schüren diesen Konflikt noch an, sodass sich bald zwei Lager bilden und über der Angst und Empörung über den Gambler beinahe die echte Gefahr, der echte Feind, vergessen wird...   "Der Junge wird nicht versagen!"Elaine seufzte."Das hoffe ich", sagte sie leise."Das hoffe ich wirklich!" Zudem wird die Gruppendynamik thematisiert, Team-Konflikte nehmen einen großen Part in der Handlung ein. Danny ist durch die Einsamkeit verunsichert, denn: kein Mensch ist gerne alleine.Natürlich ist Danny unbestreitbar anders, doch ist das genug um seinen Charakter und seine Verlässlichkeit nach Vorurteilen zu bewerten? Vieles unterscheidet ihn von den "normalen" Menschen: Für ihn als Gambler ist es normal, einen unfehlbaren Orientierungssinn zu haben, mit seinem perfekten Gedächtnis niemals etwas vergessen und mit seiner kurzen Reaktionszeit die unheimlichsten Manöver vollführen können. Doch ebenso vieles eint ihn auch mit den anderen Menschen: Er hat Gefühle, wie sie auch, kann Liebe, Hass, Traurigkeit, Unsicherheit, Scham, Glück, Demütigung, das komplett empfinden, hat ein Herz, fühlt mit und ist fehlerhaft, auch wenn er niemals etwas übersieht oder falsch entscheidet, das alles macht jemanden menschlich. Doch das sehen nicht alle so. Aufgrund ihrer besonderen genetischen Mutation, die ihnen auch ihre Gaben verleiht, werden die Gambler schon seit Jahren gejagt und gehasst. Sehr gut hat mir dann gefallen, dass die besonderen Fähigkeiten der Gambler nun auf festen Grund gestellt werden. Bislang wurde nur über die Gaben jener bloß beschreibend geschrieben, ohne dass einem konkret erklärt wurde, worauf diese basieren. Das ändert sich dann mit einer beeindruckenden und aufschlussreichen Sequenz, die eine wissenschaftliche Erklärung authentisch und verständlich vermittelt. "Durch seine Anwesenheit hatten sich auf der Station neue Fronten gebildet - und er stand genau dazwischen." Danny, welchen ich, wie auch die Protagonisten des Buches, zu Beginn völlig falsch eingeschätzt hatte, rückt durch einige Ereignisse in ein komplett anderes Licht. Ich hatte ihn zuerst als eher kindlich gesehen, dieser Eindruck wird aber in diesem Teil gründlich revidiert. Er steht immer noch eindeutig im Mittepunkt der Geschichte, auch wenn die Perspektiven wieder rotieren. Nur wenige stehen ihm beiseite und überall bekommt er gehörig Gegenwind, auch wenn er eigentlich nur helfen will. Er steht dadurch unter enormem Druck und droht an manchen Stellen, unter der auf ihm lastenden Verantwortung, schier zusammenzubrechen. Das wird besonders dann deutlich, wenn er sich mal wieder ungerechtfertigten Vorurteilen konfrontiert sieht. Unterstützung kriegt er nur von wenigen, die ebenfalls das Gefühl haben dürften, gegen eine Wand zu rennen. Erstmals zeigt er auch Schwächen, denn Danny muss wohl oder übel feststellen, dass vor ihm noch ein langer und steiniger Weg liegt, der selbst für ihn nicht einfach wird. "Er spürte, wie die Sekunden verrannen, unerbittlich, unwiderruflich und eine Lanze aus Finsternis schien sich in sein Herz zu bohren. (...) Stimmen klangen rings um ihn herum, forderten, drängten, höhnten, und umschlangen ihn wie gierige kleine Egel, saugten sich an ihm fest und pressten ihm den Atem ab." Durch seine teilweise gebrochene Art, die zeigt, dass die Verantwortung der ganzen Welt auf seinen Schultern lastet, wirkt er sehr verletzlich. Auf der anderen Seite ist da aber seine große Leidenschaft für das Fliegen, die unerschütterliche Willenskraft, welche er zu besitzen scheint und seien beherrschte Art, die einem unaufmerksamen Beobachter bloß eine neutrale Fassade seiner selbst vorsetzt. Umso interessanter ist es zu sehen, wie es in seinem Inneren tatsächlich aussieht. Die Kapitel aus seiner Sicht haben mir besonders gut gefallen, da er die Welt sehr intensiv wahrnimmt und ihm nichts zu entgehen scheint. Das Hochgefühl, das er empfindet, wenn er sich mit rasanten Flugmanövern an seine Grenzen katapultiert, konnte ich durch die Seiten gut nachempfinden. Er ist mir immer mehr ans Herz gewachsen und ich bin sehr gespannt, was noch auf ihn zukommen wird. "Nie zuvor hatte er sich derart lebendig gefühlt. Er sah alles, spürte alles, ahnte noch mehr voraus, und stets stand der Schwarm der Hewitts als vollständiges Bild vor seinem inneren Auge. (...) Das Gefühl, die Joker trotz der irrwitzigen Geschwindigkeit beherrschen zu können, berauschte ihn. Er hätte es nie für möglich gehalten, dass er so harmonisch mit einem Schiff verschmelzen konnte, und mehr als jemals zuvor erkannte er, dass er seine eigenen Grenzen noch längst nicht ausgelotet hatte." Der krankhaft ehrgeizige Lieutenant Thad Thornsburg jedoch, welcher sich mühsam von einem Agrarplaneten hoch gearbeitet hat und immer versucht, auf seinem Gebiet der Beste zu sein, wirkte leider zu einseitig und ermüdend. Die Passagen aus seiner Sicht, versuchen seine Beweggründe zwar zu erklären, blieben für mich aber unlogisch. Das ist keineswegs ein Kritikpunkt an die Autorin, da mir durchaus bewusst ist, dass es derartige Menschen tatsächlich gibt. Dann ist da noch Madelaine Thompson, die von ihren Freunden und Bekannten nur Mady gerufen wird. Die offenherzige Kadettin, die mir schon zuvor positiv aufgefallen war, sieht Danny als einzige Person wirklich als Mensch und nicht als Gambler. Sie beginnt nun sich klar auf seine Seite zu schlagen und ihn durch helfende Aussagen zu verteidigen. Ein erstes Beziehungsgeflecht entsteht zwischen den Beiden, welches allerdings sehr zart und unsicher bleibt. Mir gefällt, dass sie ein ganz gewöhnliches Mädchen ist, welches mehr Herz und Kraft hat, als manch Offizier. Mit ihrem unverbesserlichen Drang, immer zu früh zu erscheinen und ihren cleveren und gerechtigkeitsbewussten Gedankengängen ist auch sie mir ans Herz gewachsen. "Nach dem Streit mit Val und Ellie war sie fester als je zuvor entschlossen, jeden Gedanken an die Gerüchte über die Gambler massiv aus ihrer Aufmerksamkeit zu verdrängen und Danny wie einen normalen Menschen zu behandeln. Sie würde ihm nicht das Gefühl geben, ein aussätziger zu sein, den alle mit Argwohn betrachten mussten." Captain der Erdobitalstation ist Elaine Wilding, eine mittelalte Frau, die einfach nicht ruhig sitzen kann. Sie ist stets korrekt, beherrscht und versucht nach ihren Möglichkeiten das Beste aus einer Situation zu machen und von allen Standpunkten aus zu betrachten. Dadurch hat sie meiner Meinung nach das Kommando über diese riesige, um die Erde kreisende Station absolut zu Recht inne. Mit den vielen Vorurteilen hat auch sie Probleme, da sie sich auch manchmal dabei erwischt, abzuschweifen. Die Handlung bleibt also in diesem Buch auch noch relativ im Hintergrund, während viel mehr Zeit wird für die Entwicklung der Figuren aufgewendet wird. Was vielleicht langweilig scheint wird spannend und anschaulich geschildert, sodass ich trotzdem gefesselt war, auch wenn das Abenteuer nicht actionreich war. Die Autorin versteht es einfach zu gut, mit ihren Figuren und deren Gefühlen, Geschichten, Erwartungen, Träume und Ängste, arbeitet um eine engere Verbindung zum Leser herzustellen. "Und während er noch immer beschleunigte, tauchte ein Lächeln auf seinen Lippen auf, wuchs mit jedem neuen Manöver und brachte eine neue Saite in ihm zum Schwingen, die nie zuvor so klar, so hell und so jubilierend geklungen hatte wie heute. Die Joker war sein Schiff! Er verschmolz mit ihr zu einer lebendigen, pulsierenden Einheit und spürte jede ihrer Bewegungen, als sei sie nichts anderes als die natürliche Erweiterung seines Körpers. Er flog die Joker. Er war die Joker!" Ich kann mich also eigentlich wie schon oft gesagt, nur noch einmal wiederholen und dasselbe Lob in andere Worte verpacken. Wie auch schon in ihren anderen Büchern schwingt sich Susanne Gavénis zum absoluten Wortakrobaten auf, welcher durch präzise und doch kunstvolle Beschreibungen eine lebendige und dystopisch angehauchte Science-Fiction-Welt aus den Tiefen der Seiten erhebt. Durch die schwere Last des Weltuntergangs-Szenario, welches drohend über der Handlung schwebt, gewinnt das Buch eine gewisse Ernsthaftigkeit. Die Erde, ihre Kolonien und der Raum dazwischen sind mit ihren unterschiedlichen Gesichtern, Formen und Farben detailverliebt herausgearbeitet und unterstreichen somit die Authentizität und Symbolkraft des Geschehenen. Technik und Grundinfos werden elegant mit eingebracht und schnell verständlich gemacht. In verschnörkelten und doch verständlichen Sätzen trifft sie genau den Punkt und vermeidet unnötige Längen, auch wenn die Sätze manchmal in Verästlungen abzudriften drohen. So malerisch umrahmt auch alles wirken mag, Gedanken, Gefühle, Fakten und Geschehnisse werden trotzdem bodenständig und greifbar vermittelt, was die Wirkung des Gesamtbildes abrundet. Wieder endet der Roman sehr abrupt und macht Lust, gleich zum nächsten Teil zu greifen. "Das Blut rauschte ihm in den Ohren, als er langsam einen Schrott vor den anderen setzte, die Hände weit vom Körper weggestreckt. Seine Fingerspitzen strichen über die glatten Seitenwände des Ganges und er schüttelte ohne es zu wollen den Kopf. Sein Traum wurde Wirklichkeit!" Fazit: Geschickt baut die Autorin eine Bindung zwischen Leser und Protagonisten auf indem sie den Akzent mehr auf ihre Entwicklung und Interaktion legt ohne ins Langweilige abzuschweifen. Wieder ein angenehmes Leseerlebnis - Chapeau!  Schaut doch mal auf meinem Blog vorbei: www.w0rdw0rd.blogspot.com 

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