Susanne Gerdom Das Gefrorene Lachen

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 9 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(5)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Gefrorene Lachen“ von Susanne Gerdom

Philippa Saffronia liebt den Prinzen, aber welcher Prinz heiratet schon einen Zauberlehrling? August liebt Pippa, aber welches kluge und hübsche Mädchen schenkt einem Tölpel wie ihm schon einen verliebten Blick? Ein Schloss verschwindet und ein Zirkus, den es nicht geben darf, reist durch ein Land, in dem Lachen und Musik, Theater und Artistik verboten sind. Ein stummer Riese beschützt die Tochter des Zauberers und seine Gedichte bergen ein Geheimnis, das entschlüsselt werden muss, damit alles wieder seinen Platz findet. Und dann sind da noch die Wasserspeier, denen die Schlosstürme (mitsamt den fetten Tauben) abhanden gekommen sind. Ein kalter Ostwind bläst über das Land und in der Dunkelheit lauern Ungetüme. Pippa und August machen sich auf, um den bösen Zauber zu brechen.

Zauberer, Zirkus, Wasserspeier ... einfach märchenhaft.

— eBookNinja
eBookNinja

Verschlungen, eingeatmet könnte man auch sagen. Eine zauberhafte Geschichte um das Theater, um Verzauberung in jeder Hinsicht. Toll!

— regina_mengel
regina_mengel
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Verzaubert durch die Worte!

    Das Gefrorene Lachen
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    Meinung Diese Rezension beginne ich mit einem Zitat: „Lass uns lesen und lass uns tanzen, das sind zwei Hauptvergnügen, die niemals irgendein Schaden anzurichten imstande sind“. (Voltaire) Nein, es ist nicht aus dem Buch, aber es passt so schön. Und auch wenn Voltaire in Bezug auf die Geschichte nicht ganz so recht hat, stimmen seine Worte dennoch irgendwie. Aber ich greife vor. Beginnen wir am Anfang. Bühne frei für und Vorhang auf für … DEN ZIRKUS DER SUSANNE GERDOM! „Bühnenzauber – der gefährlichste unter allen Zaubern, gewebt aus Taubenfedern, Flitter, Farbe und Schminke, Holz und Leinwand, Schellenklang, kunstvoll gesetzten Worten, Masken und Musik, Tanz und bunten Kostümen. Theaterzauber – frei, wild und unkontrollierbar. Nehmt euch vor ihm in Acht oder ihr seid ihm für immer verfallen!“ Unsere Reise beginnt auf einem Adler. Wir Reisen über ferne Länder, kleine Dörfer, weite Wälder und grüne Wiesen. Wir sehen Könige, Prinzen, Zauberer, Mägde und viele, viele kleine Häuser, die alle zusammen das Königreich Almay ausmachen. Die Menschen sind glücklich, fröhlich und gehen ihrem Tagwerk nach. Niemand denkt an eine dunkle Zeit, niemand glaubt, dass der Ostwind kalt sein könnte. Eine Feier steht an und niemand geringeres als der König lädt ein. „Die Bühne ist bereit - das Spiel kann beginnen!“ Soweit so gut. Was wäre ein Zirkus ohne jemanden, der uns durch die Show geleitet? In diesem Fall sind es die Worte, die diesen Part übernehmen! Noch bevor die Geschichte richtig anfing, war ich von den Worten nämlich schon gefangen. Ich hab ja schon einige Geschichten von Susanne gelesen und jedes Mal wartet sie mit einem anderen Schreibstil auf, der dennoch erkennen lässt, dass diese Geschichte von ihr stammt, aber das es eben eine eigenständige Erzählung ist. Diesmal sind die Worte so malerisch, so zauberhaft, sodass die Geschichte fast sofort in meinem Kopf anfing zu laufen. Buchstaben wurden zu Sätze, Sätze zu Szenen und Szenen zu Bildern. Die Geschichte baut sich langsam auf sich selbst auf. Sie atmet den Geruch von Zauberei, Liebe und Hoffnung aus, unter dem sich aber der Gestank von Hass, Wut und Dunkelheit verbirgt. Ich glaube, mit dieser Geschichte hat Susanne Gerdom sich selbst übertroffen und zeigt uns allen, was allein vom Schreibstil her alles möglich ist. Es gibt keine unnützen Ausschweifungen, keine Erklärung, die nicht notwendig wäre, denn „Das gefrorene Lachen“ lebt allein durch die Worte, mit denen der Leser verzaubert wird. „»Ein Wandertheater. Schmuddelige Possenreißer in armseligen Fetzen, billiger Flitter und bunter Tand«, sagte Augustin und drehte eine winzige Mutter auf eine noch winzigere Schraube. Auch er hatte inzwischen eine Lupe ins Auge geklemmt. »Schimmlige Perücken und falsche Nasen, Knüttelverse, holprige Reime und zotige Witze. Schwitzende Kraftmenschen, klapprige Gäule und morsche Kulissen. Der miefige Geruch von alten Kostümen hier in unserer kleinen Residenz.«“ Inhaltlich ist gar nicht viel los. Die Handlung ist einfach, der Plot gerade, die Überraschungen überschaubar und stellenweise auch vorhersehbar. Aber das ist alles nicht wichtig, denn in dem Augenblick, als der böse Ostwind die Macht an sich reißt, fiebert man einfach mit den Protagonisten mit, auch wenn man vielleicht ahnt, wie die Geschichte ausgehen könnte. Ich wollte nicht eine Sekunde vom Zirkuszauber verpassen, wollte mir keine Aufführung entgehen lassen und starrte gebannt auf die Bühne. Ich sah, wie der erste Zauber schief ging, wie der Clown nicht lustig war und vor allem sah ich die Wasserspeier, die ihre Türme suchten. Es greift hier viel ineinander, denn die Geschichte fängt anders an, als sie später weitergeht. Mitten im Spiel wird der Regisseur gewechselt, die Tonart wird eine andere, Requisiten müssen getauscht werden und so mancher erhält einen anderen Spielpartner. Alle finden sich in ihre neue Rolle ein und doch gibt es da jemanden, der spürt, dass hier etwas nicht richtig ist… „Es flimmerte vor ihren Augen. Die zierlich getuschten Buchstaben tanzten vor ihren Augen einen höhnischen Tanz. Siehst du es wirklich nicht?, schienen sie zu rufen. Es ist doch ganz offensichtlich. Wie dumm kann man denn sein, das nicht zu erkennen, was so deutlich zu sehen ist?“ Philippa Saffronia! Was ein schöner Name! Eine sehr wichtige Protagonistin! Ich verzichte mit absicht auf den Ausdruck „Hauptprotagonistin“, denn so jemanden gibt es hier nicht. Alle sind wichtig, egal wie groß oder klein die Rolle auch sein mag, denn auch wenn nur ein Darsteller nicht an seinem Platz wäre, würde die Vorstellung nicht funktionieren! Allerdings trägt Pippa einen Großteil dazu bei! Nennen wir sie einfach den Stützpfeiler des großen Zirkuszelts, unter dem sich alles abspielt. Sie ist die Zauberassistentin, ihr Vater ist der Zirkuszauber. Der Zirkus von Maestro Spinelli, reist durch das Land, alles ist wie immer. Auch wenn sie in einem Land unterwegs sind, in der Freude, Tanz und Vergnügen jedweder Art verboten sind. Aber Pippa spürt, dass etwas nicht stimmt. Sie fragt sich, warum ihr Vater so böse ist und mit dieser einen, kleinen Frage fängt alles an. Oder geht alles weiter? Das ist Ansichtssache! Pippa ist eine liebenswürdige Figur, die allein durch Susannes Worte zum Leben erwacht. Sie leidet, sie liebt und sie kämpft! Sie ist genau da, wo sie hingehört und macht genau das, was sie muss! Die Figuren der ganzen Geschichte werde ich nicht erwähnen, denn wie schon gesagt, sie sind alle wichtig, tragen alle ihren Teil bei, aber sollten doch auch alle selbst vom Leser entdeckt werden. August, der traurige Clown. Zarter Blütenzauber, der stärkste Mann im Zirkus. Zauberer Lorenzo, der nicht zaubern kann. Und Pippa, die nicht das macht, was sie will. Die gegen ihre Ängste kämpft und letztendlich alle retten könnte. „Sie fiel taumelnd und trudelnd durch die Finsternis, ihre Haare befreiten sich aus dem Zopf und flatterten wild im Wind, ihr Rock schlug ihr um die Beine, der Atem, um zu schreien, wurde ihr von den Lippen gerissen, sie ruderte mit den Armen, stürzte, fiel, wusste, dass unten der Bühnenboden auf sie wartete, wusste, dass sie jeden Moment nur noch ein Bündel Haut, Knochen, Blut und zerfetztes Fleisch sein würde, kein Mensch mehr, kein Atem mehr, keine Gedanken, keine Liebe…“ Das Gefühl, welches beim ersten Lesen eintritt, ist ja meistens das, das dann bleibt, sich durchsetzt. Der erste Eindruck, sozusagen. Bei dieser Geschichte hatte ich das Gefühl, dass Susanne nur einen kleinen Abschnitt einer bestehenden Welt genommen hat. Es war alles schon da, es gibt eine Vorgeschichte und am Ende geht es noch weiter. Als hätte Susanen aus dem Fenster gesehen, dieses Königreich erblickt und sich gedacht „Darüber schreibe ich!“ Genau dieses Gefühl liebe ich, wenn ich ihre Geschichten lesen. Dieser kleine Einblick, der mir in die Welt der Figuren gewährt wird. Ich bin nur ein kleiner Zuschauer. Die Figuren, das Land, die Handlung … alles hat eine Vorgeschichte und alles wird noch weiter gehen, wenn ich das Buch zugeschlagen habe! Deswegen gibt es hier auch kein Ende. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Figuren zwischen den Seiten ihren Unsinn treiben, genau dann, wenn der Leser nicht hinsieht. ;-) „Das Ensemble wünscht seinem geneigten Publikum eine glückliche Heimfahrt und schöne Träume von Theaterzauber und Bühnenmagie.“ Fazit Wenn Worte zaubern könnten, dann wäre Susanne die Zauberin. Wenn Buchstaben fliegen könnten, dann wäre Susanne diejenige, die ihnen sagen würde, wohin die Reise geht. Und wenn diese Geschichte eine Zirkusvorstellung wäre, dann wäre Susanne der Maestro und wir Leser die Zuschauer, die auf der Bühne sitzen. Es gibt keine Requisiten, keine anderen Darsteller, denn Susanne braucht nur ihre malerischen, zauberhaften Worte, um ihre Zuhörer in ihnen Bann zu ziehen. Klare Leseempfehlung für jeden, der noch offen für ein bisschen Magie ist, die allein durch Worte ihre Kraft entwickelt. Bewertung Auch wenn meine Worte kaum alles Ausdrücken können, was ich beim Lesen empfand und wie Geschichte bei mir ankam, wie sie zauberte und ich verzaubert wurde, so denke ich, dass 5 von 5 Marken auch irgendwie vermitteln, dass ich die Geschichte schön fand. ^^ Tilly

    Mehr
    • 2
  • Ich kann das erfrorene Lachen uneingeschränkt empfehlen!

    Das Gefrorene Lachen
    mczarnetzki

    mczarnetzki

    30. July 2014 um 09:50

    Dem kleinen Königreich Almay geht es gut. Alle sind zufrieden, froh und glücklich. Außer Pippa, der Tochter des Hofzauberers vielleicht; der Prinz bringt ihr etwas zu wenig Interesse entgegen. Leider hat sich Laurentio, der etwas zerstreute Hofzauberer, auf seinem Karriereweg einen Feind gemacht. Und das rächt sich, als Ostwind vor der Tür steht und ein Zaubererduell fordert, bei dem einiges schief geht. Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr, wie es war, und Pippa nebst den übrigen Schlossbewohnern bleibt nur noch das vage Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Das Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ein wenig erinnerte mich die Art der Geschichte an “Howl’s Castle” (besser bekannt als “Das wandelnde Schloss”) und seine Fortsetzungen von Diana Wynne Jones, eine Serie, die ich auch sehr gern gelesen habe. Eine zweite Besonderheit ist die Sprache, die Susanne Gerdom verwendet. Erblinden liest man öfters, wenn es zu hell wird, aber ertauben, wenn es zu laut wird? Solche wunderschöne Wortmalerei findet man heute nicht sehr oft, desto mehr hat es mich gefreut, über so ein Juwel zu stolpern. Also, ich kann das erfrorene Lachen uneingeschränkt empfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

    Mehr