Susanne Gerdom Last Days on Earth

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(4)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Last Days on Earth“ von Susanne Gerdom

Karla van Zomeren, weiße Hexe im Kriminaldienst, kommt gemeinsam mit ihrem Partner, dem Chaosmagier Raoul Winter, einer düsteren Verschwörung auf die Spur. Jemand will die Welt vernichten und hat als Zeitpunkt den von den Maya prophezeiten 21. Dezember 2012 gewählt. Während ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Memplex-Generator geraten Karla und Raoul mit dem (von Vampiren) organisierten Verbrechen und einen misanthropischen Drachen aneinander. Währenddessen mehren sich die Zeichen des Zusammenbruchs: Flugzeugabstürze, Erdbeben, Vulkanausbrüche und explodierende Atomkraftwerke. Die Zeit wird knapp - wird es dem ungleichen Ermittlerpaar gelingen, den Weltuntergang aufzuhalten? 'Last Days on Earth' erschien erstmalig 2012 im Piper-Verlag (Quelle:'E-Buch Text/01.10.2014')

Zuerst kam ich nicht so gut ins Buch, aber dann hat es mich gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. I love Brad ;-).

— regina_mengel
regina_mengel
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Viele Tage sind nicht mehr übrig...

    Last Days on Earth
    MikkaG

    MikkaG

    29. March 2016 um 22:38

    Weiße Hexen, Chaosmagier, Daimonen, Werhunde, Memplex-Generatoren, Sheldrake-Energie, morphische Felder, Drachen, Kobolde… Die Welt, die Susanne Gerdom hier vor dem Leser ausbreitet, ist komplex, durchdacht, intelligent beschrieben und vor allem richtig originell! Abgesehen von den üblichen Wesen wie Vampiren und Werwölfen gibt es noch eine Vielzahl seltenerer Spezies.Im Prinzip ist die Welt, in der das Buch spielt, fast unsere Welt. Fast. Viele angesprochene Dinge, wie der Terroranschlag vom 9. September 2001 oder die Nuklearkatastrophe von Fukushima, sind tatsächlich passiert, aber die darum herum gesponnene Geschichte ist pure Urban Fantasy, mit Weltuntergangsszenarien und einem guten Schuss Thrillerspannung.Magie ist in dieser Welt etwas völlig Normales, sogar Alltägliches. Sie kommt überall zum Einsatz, und sie ist etwas, das sehr ernsthaft und wissenschaftlich fundiert betrieben wird. Nichtmagier sind die Ausnahme, und das Fehlen magischer Begabung wird sogar als Behinderung betrachtet (allerdings ist die politisch korrekte Bezeichnung "magisch benachteiligt"). Die Vampire kontrollieren das Verbrechen, die Drachen das Bankenwesen, und Kriminalfälle werden von Teams aus Hexen der hellen und Magiern der dunklen Seite der Magie aufgeklärt, um das Gleichgewicht zu wahren.So wie die Autorin diese Welt beschreibt, klingt sie einfach unglaublich glaubhaft. Ganz beiläufig baut Susanne Gerdom unzählige Details ein, die einem den Eindruck vermitteln, eigentlich nur einen Blick in ein durchaus reales Paralleluniversum zu werfen - ob das jetzt das Aethernet ist (die daimonische Variante des Internets) oder die Notwendigkeit, für Leichen im Kühlschrank die richtige Lizenz zu haben.Die beiden Protagonisten fand ich großartig, denn sie sind nicht nur vielschichtig, sondern machen im Laufe des Buches auch eine große persönliche Entwicklung durch.Karla war immer eine überzeugte Weiße Hexe, sie hatte nie den geringsten Zweifel daran, dass die Weiße Magie gut und die Schwarze Magie böse ist. Deswegen hatte sie auch einen ziemlichen Verschleiß an Partnern, schließlich muss sie als Kriminalbeamtin immer mit einem Schwarzmagier zusammenarbeiten. Aber ihr neuster Fall bringt sie an die Grenze dessen, was einer Weißen Hexe erlaubt ist - und darüber hinaus. Im Laufe des Buches wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt, ihre Überzeugungen werden schwer geprüft, ihre Seele wird quasi auseinandergepflückt und wieder zusammengesetzt… Für mich war sie eine starke Frau, die mir sehr sympathisch war, auch wenn sie durchaus ihre Momente der Schwäche hat. (Soll die Welt doch untergehen, ich hab keinen Bock mehr…)Raoul Winter ist Chaosmagier, aber nicht die normale Wald-und-Wiesenvariante, wie Karla schnell feststellen muss. Er ist als junger Mann schon einen Pakt mit einem Daimon eingegangen, mit dem Ergebnis, dass er nicht immer ganz alleine in seinem Kopf ist… Das macht ihn zwangsweise zu einem zwiespältigen, aber auch einem faszinierenden, unberechenbaren Charakter.Wer an dieser Stelle schon glaubt zu wissen, wie sich die berufliche und persönliche Beziehung zwischen Karla und Raoul (und Daimon "Brad") entwickelt, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben, denn das entspricht in meinen Augen überhaupt nicht den gängigen Genre-Klischees. Ja, es gibt Liebesbeziehungen in diesem Buch - nur eben nicht notwendigerweise in der erwarteten Form, und meines Erachtens auch ohne Kitsch.Ich fand die Geschichte sehr spannend, auch wenn ich nach zwei Dritteln einen Geistesblitz hatte und schon vermutete, wer hinter dem geplanten Weltuntergang steckt. (Wobei ich da eine Zeitlang auch die falsche Faktion im Verdacht hatte.)Vor allem hat mir das Buch von der ersten bis zur letzten Seite einfach Spaß gemacht, und das lag sicher auch am lässigen, souveränen Schreibstil. Die Sätze sprudeln einfach sehr angenehm vor sich hin, und ich konnte mir immer alles wunderbar vorstellen und bildlich vor mir sehen.Fazit:Am liebsten würde ich ja einfach sagen: Lest alle dieses Buch, denn ich liebe es. Es hebt sich meines Erachtens sehr heraus aus der schieren Masse der Fantasyromane, denn es ist (meiner Meinung nach) fabelhaft: eindrucksvoll originell, mit einer unerschöpflichen Fülle an interessanten Wesen, vernünftig und fundiert klingender magischer Theorie und starken Charakteren.

    Mehr
  • Das Unerwartete im Erwarteten sehen

    Last Days on Earth
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    08. May 2015 um 06:08

    Meinung Wieder ein Susanne Gerdom-Buch innerhalb meiner Challenge. „Last Days on Earth“ stand schon vor der Challenge auf meiner Leseliste und nun bin ich endlich dazu gekommen. Ob mich meine liebste Susanne diesmal wieder überzeugen konnte oder ist etwas eingetreten, mit dem nun schon gar keiner mehr rechnet: Mochte ich das Buch vielleicht gar nicht? Finden wir es heraus. ;-) Bei dem Titel „Last Days on Earth“ hatte ich so meine Vorstellungen. Logisch oder? Es geht um den Weltuntergang. Was auch erst mal grundsätzlich richtig ist, denn innerhalb der Geschichte steuert wirklich alles auf ein drohendes Ende zu. Karla van Zomeren, eine weiße Hexe im Kriminaldienst ermittelt zusammen mit ihrem Partner wider Willen. Sie kommen einer ganz großen Sache auf die Spur, nur um dann ausgebremst zu werden. Aber die beiden, so unterschiedlich sie auch sein mögen, raufen sich zusammen und versuchen, ihren Fall zu einem Abschluss zu bringen. Klingt ja erst mal ganz nett, oder? Ich geb´s zu, ich habe den Klappentext vorab nicht gelesen, mache ich schon lange nicht mehr. Warum? Tja, die lieben Erwartungen, meine Freunde. So gehe ich ihnen aus dem Weg und erspare mir eine Menge Enttäuschung und Frust, weil ich aus dem Klappentext Schlüsse gezogen habe, die ich nicht hätte ziehen dürfen. So hab ich mir schon das ein oder andere Buch wortwörtlich versaut. Deswegen wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Ich kannte weder Karla noch Raoul, auch wusste ich nicht, dass hier eine Fantasy-Geschichte auf mich zusteuert. Und das war auch gut so! Beginnen wir mit dem Anfang. Die Krux bei Susannes Buchanfängen: Sie treiben mich noch in den Wahnsinn. Es dauert immer so um die 50 Seiten, bis ich voll drin bin. Manchmal muss ich nach einem bestimmten Punkt erst mal kurz anhalten und nachdenken: Wie war das jetzt? Wie hängt das alles zusammen? Ich weiß nicht, warum das so ist, aber es ist so. (Meistens entschädigt die restliche Geschichte aber dafür :-D ). Nun… hier war es NICHT so! Ich war sofort drin, ich wusste SOFORT, was Sache ist, wer wohin gehört und wer mit wem und warum und überhaupt. Es war, als hätte Susanne mich am Kragen gepackt, in die Story gezogen und gesagt: „Nun schau halt richtig hin!“. Und das tat ich. Die Hauptprotagonisten sind wie Feuer und Eis. Wie Tag und Nacht, wie Schwarz und Weiß. Karla ist eine weiße Hexe, sie ist die Gute, sozusagen. Sie tritt für Recht und Gesetz ein. Raoul ist ein schwarzer Magier. Er sieht das Gesetz nicht so eng und befasst sich auch mit Magie-Methoden, die die weiße Seite verpönt und niemals nutzen würde. Neben diesen zweien tauchen noch Unmengen an Nebenfiguren auf, die zwar nicht im Fokus stehen, den Titel Nebenfiguren aber eigentlich gar nicht verdient haben, denn sie spielen alle, wirklich ALLE eine eigene, große Rolle und machen die Geschichte zu der, die sie ist. Diese ganzen, kleinen, vielen Nebenfiguren sind das Salz in Susannes Buchstabensuppe! Karla von Zomeren. Eine Figur, die in meinen Augen die größte und tiefste Wandlung innerhalb der Geschichte durchmacht. Sie ist von Grund auf weiß. Geradlinig und komplett gegen die schwarze Seite! Nichts und niemand kann sie davon überzeugen, dass die schwarzen Magier auch gute Menschen sein können. Karla lernt auf die harte Tour, dass es eben nicht einfach nur schwarz und weiß gibt. Da gibt es auch diese verdammten Grautöne und in denen muss sie sich plötzlich zurecht finden. Sie erfährt, auf wen sie sich wirklich verlassen kann und wer ihr ohne zu zögern ein Messer in den Rücken rammen würde. Die Erkenntnis, dass Freunde nicht gleich Freunde sind, reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Nur mit Mühe rappelt sie sich wieder auf. Ich mochte Karla von Anfang an. Ihre offene, ehrliche und leicht ruppige Art machten sie zu einem Charakter mit Ecken und Kanten. Sie ist nicht perfekt und das weiß sie auch. Raoul Winter. Ein schwarzer Magier, der nicht immer „alleine“ ist. Er trägt ein Daimon in sich. Ich war fasziniert von der Symbiose, die diese beiden eingegangen sind, auch wenn es mich gleichzeitig abgestoßen hat. Es ist ein sehr zerstörerisches Zusammenleben, und Raoul begreift nicht, dass es ihn auf kurz oder lang umbringen wird. Aber auch er lernt viele neue Seiten an sich kennen und obwohl er sozusagen der Dunkle von beiden ist, fand ich ihn auch sofort sympathisch mit seiner leicht verschrobenen Art und der subtilen (nicht immer^^) Dekadenz, die er an den Tag legte. Raoul erfährt Dinge, die ihn beinahe umbringen, aber auch er muss erfahren, dass es nicht immer die alten Freunde sind, auf die man sich verlassen kann und das wahre Freunde auch da sind, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Die Geschichte als solche gleicht einem Labyrinth. Dachte ich endlich, dass ich verstanden hatte, um was es geht, überraschte Susanne mich mit einer Wendung, die ich nicht kommen sah. Dachte ich, ich hätte eine Figur endlich durchschaut, tat sie Dinge, die ich nie für möglich gehalten habe. Dachte ich, ich hab den Kern der Geschichte gefunden, schubste mich Susanne umher, drehte mich im Kreis, bis ich mich an einer anderen Stelle wiederfand und neu suchen musste. Nichts war, wie es schien und alles war möglich. Manchmal trieb mich dieses Unwissen schon ziemlich in den Wahnsinn ;-) , aber genau deswegen liebe ich ja Susannes Geschichten: Sie sind nie so, wie man denkt! Auch „Last Days on Earth“ nicht. Ja, es geht um die letzten Tage der Erde. Nein, es geht nicht um den Weltuntergang im eigentlichen Sinne. Vielleicht geht es auch gar nicht wirklich darum? Vielleicht geht es um die letzten Tage, die man auf der Erde als eine ganz andere Person verbringt, bevor man sich durch äußere und innere Einflüsse total verändert, um dann jemand ganz anders zu sein? Andere Ansichten, andere Meinungen. Man sieht bestimmte Dinge mit anderen Augen, weil man gelernt hat, eben nicht in Schwarz und Weiß zu denken, sondern auch die Grautöne zu betrachten und vor allem: Diese auch zu verstehen. Es geht nicht darum, was andere von einem halten oder wollen. Es geht darum, wer man selbst ist und wie man sich sieht. Was man möchte, wohin man möchte und was man aus den ganzen Situationen macht, die einem das Leben so vor die Füße wirft. Man darf sich nicht hängen lassen und wenn doch, dann muss man wieder aufstehen und kämpfen. Und es geht um das Wissen, dass Freunde immer da sind, auch wenn man sie nicht sieht. Dass Freunde nicht gleich Freunde sind. Unterstützung erhält man manchmal von Leuten, mit denen man gar nicht rechnete. Das wichtigste, was ich aus der Geschichte mitgenommen hab: Nichts ist wie es scheint und Vorurteile sind überflüssig. :-D Wenn ihr „Last Days on Earth“ lest, vergesst eure Erwartungen, werft mögliche Ideen, was passieren könnte, über Bord. Lasst euch auf die Geschichte ein, vertraut Susanne, dass sie weiß, was sie tut und vor allem: Urteilt nicht! Rätselt mit Karla und Raoul, aber seid euch niemals sicher! Denn nichts ist wie es scheint! Wirklich! Fazit Wieder eine Geschichte von Susanne, die mich begeistern konnte, ohne dass ich damit gerechnet habe. Begeistert auf eine ganz andere Art, als ich dachte. Susanne versteht es, dass Unerwartete im Erwarteten zu zeigen. Ich weiß nicht, ob das alles bewusst geschieht, doch sie zaubert das Unmögliche in das Mögliche, lässt Dinge anders erscheinen, wie sie sind und bringt einem so ganz nebenbei auch noch zum Nachdenken. Einfach so. ;-) Von mir für euch: Klare Leseempfehlung einer Fantasy-Geschichte, die vom Ende der Welt berichtet und doch so viel mehr erzählt! Bewertung Na, was vergebe ich hier? Ohne Frage und großes Überlegen: 5 von 5 Marken. Liebe Grüße Tilly

    Mehr