Der dunkle Weg

von Susanne Goga 
4,2 Sterne bei58 Bewertungen
Der dunkle Weg
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Positiv (46):
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Spannende und ergreifende Geschichte in Dublin um 1916. Authentischer Hintergrund und starke Charaktere.

Kritisch (4):
A

Die Spannung fehlt, teilweise zieht es sich.

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Inhaltsangabe zu "Der dunkle Weg"

Eine Reise nach Irland, die alles verändert. Hamburg 1912: Ida will Künstlerin werden und nach ihren eigenen Vorstellungen leben. Doch familiäre Verpflichtungen halten die wohlhabende Kaufmannstochter zurück. Nach ihrem Studium begibt sie sich kurzerhand auf eine riskante Reise. Fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Bei einem Gang durch die Armenviertel der Stadt begegnet sie dem engagierten Arzt Cian. Doch die Welt steht vor einem Krieg, und schon bald muss Ida um ihr Leben und um ihre Liebe kämpfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453357990
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Diana
Erscheinungsdatum:14.04.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    ConnyKathsBookss avatar
    ConnyKathsBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gelungener historischer Roman über den irischen Unabhängigkeitskampf mit kleineren Längen und einer schönen Liebesgeschichte.
    Irische Geschichte und eine berührende Liebe

    "Es war, als würde Ida plötzlich aufwachen und die Welt klarer sehen als zuvor." (S. 48)

    Dublin 1912-1916: Als die Hamburger Kaufmannstochter Ida Martens nach Dublin aufbricht, um dort ihre Freundin Grace zu besuchen, ahnt sie noch nicht, dass diese Reise ihr Leben verändern wird. Schnell macht sie neue Bekanntschaften, findet Erfüllung in ihrer Arbeit als Malerin und engagiert sich zusammen mit dem Arzt Cian O' Connor für die Armutsbekämpfung. Beide kommen sich dabei langsam näher. Doch es brodelt in Stadt und Land, die Iren streben nach Unabhängigkeit von den Briten und dann bricht auch noch der erste Weltkrieg aus. Ida und Cian werden in gefährliche Ereignisse hineingezogen und müssen bald um ihre Träume bangen.

    "Der dunkle Weg" stammt aus der Feder von Susanne Goga. Diesmal entführt uns die Autorin nach Irland und verknüpft gekonnt spannende historische Ereignisse mit einer wunderbaren (Liebes)geschichte.

    Im Mittelpunkt des Romans steht Ida Martens, eine mutige, entschlossene und sympathische junge Frau und Künstlerin, welche in Dublin auf einen Neuanfang hofft, fühlt sie sich doch von ihrer Familie in Hamburg eingeengt und unverstanden. Schnell wächst ihr die Stadt ans Herz und sie findet dort sogar ihr Liebesglück; mit Cian, dem zunächst verschlossenen und einzelgängerischen Arzt. Ein schönes Paar, mit dem ich bis zum Schluss mitgefiebert habe.

    Denn dunkle Zeiten stehen bevor. Die sozialen Probleme spitzen sich dramatisch zu und die politische Situation ist aufgeheizt wie nie. Gewerkschaftsgründungen, Streiks, Aussperrungen, Katholiken gegen Protestanten, die Sehnsucht nach Freiheit und dann auch noch der 1. Weltkrieg sorgen für viel Unruhe und Unsicherheiten. Das alles gipfelt im 6tägigen Osteraufstand von 1916, der trotz seines Scheiterns zum Wendepunkt im irischen Unabhängigkeitskampf wird. Besonders das Schicksal von Idas Freundin Grace Gifford und Joe Plunkett, einem der Rebellen, hat mich hier tief bewegt.

    Der Roman liest sich angenehm flüssig und ist schön geschrieben. Auch das historische Dublin mit seinen Villen, den Elendsvierteln, der glanzvollen Sackville Street (heute O'Connell Street) oder dem Hafen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Allerdings fehlte es mir zeitweilig an Spannung. Zudem empfand ich die Zeitsprünge manchmal als etwas zu schnell und von einzelnen nur kurz erwähnten Begebenheiten hätte ich gern mehr erfahren. Dafür entschädigte dann aber der berührende und hoffnungsvolle Epilog.

    Das informative Nachwort der Autorin lohnt sich auch hier wieder, denn viele der Figuren und Ereignisse sind historisch belegt. Ein Spaziergang durch Dublin auf den Spuren von Ida und Cian rundet das Ganze schließlich gelungen ab und macht direkt Lust auf einen Besuch der irischen Hauptstadt, in der ich bis jetzt noch nicht zu Gast war.

    Insgesamt kann ich daher "Der dunkle Weg" empfehlen. Ein gut recherchierter historischer Roman über Irlands Vergangenheit, der zwar einige Längen aufweist, aber mit seiner Liebesgeschichte und sympathischen Protagonisten punktet. 4 Sterne von mir.

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    Buchinas avatar
    Buchinavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gut recherchierter Roman, der unterhält und sehr gut informiert.
    Spannende irische Geschichte

    Ida eine junge deutsche Frau, besucht Anfang des 20 Jh. ihre Freundin Grace in Irland. Schnell verliebt sie sich in Land und Leute und bleibt in Irland. Sie erhält den Auftrag das Leben der Arbeiter und ärmeren Bevölkerung zu zeichnen für ein Buchprojekt. Damit verdient sie nicht nur ihr eigenes Geld, sondern erhält auch Einblicke in eine bis dahin kaum von ihr beachtete Welt. Sie lernt den Arzt Cian, der sich für die ärmere Bevölkerung einsetzt, kennen und lieben.

    Durch Ida erfuhr ich einiges über den irischen Arbeiterkampf. Geschickt verwebt die Autorin historische Geschehnisse mit Idas Leben. Sie ist nicht nur Zuschauer, sie ist dabei. Und als Leser darf man dadurch auch teilhaben. Die Protagonisten werden vielschichtig beschrieben, sie haben Ecken und Kanten und machen auch mal Fehler. Noch besser als die Charakterisierung gelingt der Autorin die Beschreibung der damaligen Verhältnisse der Arbeiter. Sie sind so bildhaft beschrieben, dass ich es vor meinem Auge sehen konnte. Dazu kommt, dass man merkt, dass die Autorin viel Zeit und Arbeit in den Roman gesteckt hat. Die historischen Ereignisse sind sehr gut recherchiert. Und der Roman liefert ein rundes Bild der damaligen Zeit.

    Ich wurde nicht nur gut unterhalten von diesem Roman, sondern vor allem auch gut informiert. Das ist mir persönlich bei historischen Romanen auch sehr wichtig. Denn gerade bei diesem Genre möchte ich über die gelesene Zeit neues und interessantes erfahren. Das ist hier sehr gut gelungen. Dies wird sicherlich nicht mein letzter Roman von Susanne Goga sein. Absolut empfehlenswert!

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    heidi_59s avatar
    heidi_59vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein realer historischer Hintergrund ,der in eine wunderschöne Liebesgeschichte mit großartigen Protagonisten verpackt wurde .Großes Kino ♡
    * Irische Bilder , die Sehnsucht im Herzen *

    Der Dunkle Weg

    Susanne Goga

     

    -= Inhaltsangabe =-

    Eine Reise nach Irland, die alles verändert. Hamburg 1912: Ida will Künstlerin werden und nach ihren eigenen Vorstellungen leben. Doch familiäre Verpflichtungen halten die wohlhabende Kaufmannstochter zurück. Nach ihrem Studium begibt sie sich kurzerhand auf eine riskante Reise. Fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Bei einem Gang durch die Armenviertel der Stadt begegnet sie dem engagierten Arzt Cian. Doch die Welt steht vor einem Krieg, und schon bald muss Ida um ihr Leben und um ihre Liebe kämpfen.

    -= Leseeindrücke =-

    Nachdem die junge Malerin Ida Martens , vor Jahren alleine in London zum Kunststudium an der angesehenen Kunstakademie, Slade School of finde Art gewesen ist ,fühlt sie sich von der Enge ihres wohlhabenden Elternhauses erdrückt .
    Gerne kommt sie der Einladung ihrer irischen Freundin Grace Gifford nach , sie doch für eine Weile in Dublin zu besuchen.
    Trotz aller Einwende der Eltern von Ida , das es sich für eine anständige  junge Dame nicht ziemt alleine in der Welt herum zu reisen , steht sie im Februar 1912 an der Reling des Schiffes das sie nach London bringt . Die erste Etappe ihrer Reise , auf dem Weg zur grünen Insel Irland. Mit dem Zug geht es weiter bis nach Wales , wo Ida an Bord des Postdampfers geht , der sie bis nach Kingstown in Dublin bringt .
    Groß ist die Wiedersehensfreude von Ida und Grace, als sie sich nach langer Zeit endlich in den Armen liegen und begrüßen.
    Ida wird sehr herzlich willkommen geheißen und lebt sich schnell in Dublin ein .
    Sie findet eine kleine Wohnung und einen Job , der es ihr ermöglicht noch Zeit zu haben , um ihre ansprechenden , kritischen Bilder zu malen .
    Der Zufall lässt die richtigen Leute auf ihre Zeichnungen aufmerksam werden und schon hat Ida Aufträge die ihr Einkommen sichern. Nach und nach wird sie immer heimischer in Dublin und verschwendet keinen Gedanken , an eine Rückreise nach Deutschland . Als sie den Arzt Cian O`Connor begegnet , weiß Ida , wo ihre Heimat ein wird .
    Doch in den Armenviertel von Dublin brodelt es gewaltig unter der Decke der Armut .
    Die Menschen ,die hier mehr hausen als wohnen , wollen sich von der Britischen Krone nicht weiter knechten und ausnutzen lassen . Obwohl sie den ganzen Tag schwer arbeiten müssen ,ist die Bezahlung mehr als sehr gering. Mit einem Hungerlohn in der Tasche gehen die Männer jeden Abend zu ihren Familien , ohne zu wissen wie sie die Mäuler ihre hungrigen und dadurch kranken Kinder stopfen sollen . Das Elend in den Arbeitervierteln ist riesig , die Todesrate hoch .
    Cian O` Connor hilft wo er nur kann und Ida hält alles sehr kritisch in ihren Bildern fest . Beide geraten mehrmals  in gefährliche Ereignisse und Situation .
    Der Unmut der Arbeiter wächst Tag für Tag , es kommt zum Aufstand gegen die Britische Krone .
    Als Großbritannien im August 1914 Deutschland auch noch den Krieg erklärt , wird die Situation für Ida schlimm .
    Auf wen soll sie hören ? Auf ihr Herz , das für Irland schlägt ,  und ihre große Liebe zu dem irischen Arzt Cian ?
    Oder,  auf ihre Mutter , die sie anfleht zurück nach Deutschland, in die Heimat zu kommen .


    》DIE LAMPEN GEHEN IN GANZ EUROPA AUS ,
    WIR WERDEN SIE IN UNSEREM LEBEN
    NIE WIEDER LEUCHTEN SEHEN .《

    Edward Grey ,
    Britischer Außenminister
    Am 3. August 1914

    [S. 239 ]

    -= Fazit =-

    Susanne Goga hat mit “Der Dunkle Weg” wieder einen sehr schönen historischen Roman geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat !
    Ein wunderbarer Erzählstil, der mich entführt hat , in das Irland von 1912 mit all seinen Facetten der damaligen Zeit.
    Ein tolles Portrait der Stadt Dublin im Norden der grünen Insel und eine bildhafte Sprache , lassen mich in dem Teil der Insel zu Gast sein , den ich in meinen Urlauben in Irland noch nicht kennen gelernt habe . Ich fühle ich mich zu Hause in dem Buch und freue mich , dass es mir so gut gefällt .
    Ein realer historischer Hintergrund , der in Irland große Dinge bewegt hat wurde hier in eine berührend schöne Liebesgeschichte verpackt .
    Ohne Kitsch , aber mit viel Gefühl an den richtigen Stellen .
    Großartige Protagonisten, wunderbar authentisch dargestellt und skizziert , so dass jeder seine eigene Individualität erhält und trotz der vielen , nicht verwechselt wird .
    Großes Kino , dass Kopf und Herz ♡ berührt und verzaubert .
    Ich bin begeistert von dem wunderschönen Roman.

    Sehr gerne gebe ich eine absolute Leseempfehlung und
    5 Sterne ☆☆☆☆☆


    heidi_59


    Buchdetails :
    Erscheinungsdatum Erstausgabe : 14.04.2015
    Aktuelle Ausgabe : 14.04.2015
    Verlag : Diana TB
    ISBN: 9783453357990
    Flexibler Einband 432 Seiten
    Sprache: Deutsch











    Kommentare: 4
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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 3 Jahren
    Ein wahrhaftig dunkler Weg ...

    Nachdem ich vor kurzem die beiden Alster Bücher von Micaela Jary beendet hatte, befand ich mich nun schon wieder in Hamburg in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. In diesem Buch zieht es meine Protagonistin jedoch nach Irland – alleine – was zu dieser Zeit ja sehr untypisch ist. Sie besucht ihre Künstlerfreundin Grace Gifford und lernt Land und Leute kennen und lieben, dass ihr eine Rückkehr ins strenge Elternhaus in Hamburg einfach nicht mehr möglich ist. Sie beschließt zu bleiben und wird durch die Umstände in Irland gezwungen, den dunklen Weg mitzugehen, der Irland die Unabhängigkeit bringen soll …

    Die Autorin hat die sympathische Ida als eine starke junge Frau gezeichnet, die weiß, was sie will und mutig ihren eigenen Weg beschreitet, der dank ihrer deutschen Wurzeln nicht immer einfach ist. Ihre tiefe Liebe zu dem in sich gekehrten Arzt Cian zieht sich durch das ganz Buch wie ein roter Faden. Die Geschichte driftet jedoch zu keiner Zeit in eine kitschige Romanze ab. Frau Goga hat die Vorkommnisse in Irland in der Zeit von 1912 bis 1916 wundervoll recherchiert und schafft es die vielen Personen, die an diesem Unabhängigkeits-krieg beteiligt waren, real und sehr menschlich erscheinen zu lassen. Auch ich bin schon in Straßen Dublins gewandelt und so manche Straße, die sie beschrieb, wurde wieder sehr präsent. Der dunkle Wegist wieder ein Buch, das mich lockt noch tiefer in die irische Geschichte einzutauchen, die eigentlich zu keinem Zeitpunkt einfach war.   

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    Klusis avatar
    Klusivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Bewegender Roman über eine junge Frau, die sich entscheiden muss und eine große Liebe in Zeiten des Krieges
    Der dunkle Weg

    Als die Malerin Ida Martens im Februar 1912 von Hamburg aus aufbricht, um ihre Freundin Grace in Irland zu besuchen, ahnt die junge Frau noch nicht, dass diese Reise ihr künftiges Leben entscheiden und völlig verändern wird. In Dublin wird sie herzlich empfangen und ist gleich fasziniert von der schönen Stadt und ihren Menschen. Hier gibt es viele künstlerische Anreize, und schnell hat Ida eine Arbeit gefunden, in der sie aufgeht. Als sie den Arzt Cian kennenlernt, startet sie mit ihm zusammen ein Hilfsprojekt. Ida malt Bilder von Iren, die in elenden Verhältnissen leben. Mit Hilfe des so entstehenden Bildbands sollen Spenden gesammelt werden, um damit die größte Not zu lindern. Im Lauf der Zeit verliebt sich Ida in den anfangs so unnahbar und mürrisch wirkenden Arzt. Schon bald wird ihr bewusst, dass sie nicht mehr zurück nach Deutschland möchte, denn hier, in Irland, hat sie ihr Glück und ihre Bestimmung gefunden.
    Viele ihrer neuen Freunde engagieren sich für die irische Freiheitsbewegung, und Ida kann ihre Motive sehr gut verstehen. Mehr und mehr werden ihr die Mentalität ihrer Wahlheimat und die Denkweise der Iren vertraut.
    Diverse historische Ereignisse deuten auf Krieg hin (es ist der Vorabend des ersten Weltkriegs), und unvermittelt lebt Ida im „Feindesland“. Wo ihr bisher die Menschen mit Offenheit begegneten, wird sie, die Deutsche, nun mit Misstrauen und oft sogar mit Abneigung behandelt. Dabei ist sie in ihrem Herzen mittlerweile selbst eine Irin. Sie muss für ihre Liebe zu Cian und für ihre Ideale kämpfen.

    Die Handlung dieses historischen Romans von Susanne Goga umfasst einen Zeitraum von knapp fünf Jahren. Sie beginnt im Februar 1912 und endet im Dezember 1916, ungefähr ein halbes Jahr nach dem Osteraufstand. Zwar sind Ida und Cian fiktive Charaktere, aber ein großer Teil der Personen in ihrem Freundeskreis ist authentisch, auch die gesamte Familie von Idas Freundin Grace, und die meisten der geschilderten Ereignisse haben real stattgefunden. Gerade das macht die Geschichte so beeindruckend, weil man weiß, dass vieles davon wirklich geschehen ist. Im Nachwort nennt die Autorin alle die Personen, die es wahrhaftig gegeben hat.

    Die Handlung beginnt eher ruhig. Zuerst begleitet man Ida bei ihren Streifzügen durch die Stadt, wo sie viel Schönes aber auch jede Menge Elend entdeckt. Die liebenswerte Malerin hat die Gabe, den Menschen in die Seele zu schauen, und ihre Bilder sind sehr emotional und aufrüttelnd. Die Beziehung zwischen Ida und Cian entwickelt sich erst zögerlich, denn beide haben gewisse Vorbehalte dem jeweils Anderen gegenüber.
    Man kann Idas innere Zerrissenheit nur allzu gut nachvollziehen, hat sie doch in Irland ihre Liebe gefunden, aber ihre Wurzeln sind in Deutschland.

    Susanne Goga beschreibt ihre Protagonisten sehr glaubhaft und gründlich. Man meint fast, die Menschen in der Geschichte persönlich kennenzulernen. Es gibt viele beeindruckende, dramatische Szenen im Roman, die mich stark berührt haben, aber darüber hinaus vergisst die Autorin auch nicht, die zahlreichen Schönheiten und faszinierenden Schauplätze Irlands zu nennen und durch ihre Worte lebendig werden zu lassen. Nicht nur Idas und Cians Geschichte, sondern auch besonders das Schicksal der Rebellen hat mich emotional sehr berührt, und die bewegenden Ereignisse werden noch lange in meinem Gedächtnis nachhallen.
    Viele historische Informationen, Hinweise zu weiterführender Literatur und auch einige Fotos der wichtigen Schauplätze runden den Roman in vollendeter Weise ab. 

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    B
    Buecherlabyrinthvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Lebendiges Portrait von Dublin
    Zeitreise nach Dublin im Jahre 1912

    Eigentlich wollte Ida bloß ihre Freundin Grace in Dublin besuchen, die sie in einem Zeichenkurs in London kennengelernt hatte. Doch Ida wird sehr warmherzig aufgenommen und verliebt sich in die Stadt, in seine Einwohner und vor allem in einen Arzt. Von Anfang an ist sie mit ihrem Zeichenblock unterwegs um die Einwohner zu zeichnen und sie so im Kampf gegen die Armut zu unterstützen. Durch die detaillierten Beobachtungen, die Ida benötigt um ihre Zeichnungen anzufertigen, bekommt auch der Leser ein ganz genaues Bild von den schlimmen Zuständen in Dublin, von den Müttern, die auf engstem Raum mit ihren Kindern hausen müssen, von den Arbeitern, die am Hafen schuften oder von den Rebellen, die für die Unabhängigkeit Irlands kämpfen. Immer wieder trifft Ida auf Menschen, die nicht länger unter den Arbeitgebern und auch nicht unter den Engländern leiden wollen. Sie wollen etwas ändern und sie schließen sich zusammen um gemeinsam gegen die von England verursachten Missständen zu kämpfen. "Der lange Weg" ist eine Liebesgeschichte, aber vor allem ein sehr lebendiges Portrait von Dublin und von den Zuständen, die dort um 1912 herrschten. Die Autorin schafft es ihre Geschichte so zu schreiben, dass ich in ein paar Jahren sicher der Meinung bin, ich hätte mir einen Film über Ida in Dublin angesehen. Die Geschichte ist gut recherchiert, spannend, packend und sehr empfehlenswert.

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    JanaBabsis avatar
    JanaBabsivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch vor historischem Hintergrund!
    Dublin – zwischen 1912 und 1916

    Ida Martens, Kaufmannstocher aus Hamburg, besucht ihre Freundin Grace Gifford in deren Heimat Dublin. Verzaubert von Land und Leuten beschließt Ida, sich ein Zimmer zu nehmen, eine Arbeit zu suchen und eine Zeit lang in Irland zu bleiben. Durch ihr offenes Auftreten findet sie schnell Zugang zu einem neuen Freundeskreis und eine Arbeit die ihr Spass macht.

    Viele ihrer neuen Freunde gehören der Irischen Freiheitsbewegung an, die sich für die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien einsetzen. Ida unterstützt die Freiheitskämpfer indem sie Zeichnungen von den Missständen anfertigt. So lernt sie den Arzt Cian O’Connor kennen – und lieben.

    Während in Irland die Freiheitskämpfer auf den Osteraufstand hinarbeiten bricht in Europa der 1. Weltkrieg aus. Für die deutsche Ida keine einfache Zeit.

    Der Roman „Der dunkle Weg“ von Susanne Goga beruht auf wahren Begebenheiten. Viele der Protagonisten die in Verbindung mit dem Osteraufstand von 1916 stehen, tragen ihren echten Namen, denn sie haben reale Vorbilder. Die Geschichte von Ida Martens und Cian O’Connor ist fiktiv – aber es könnte sich genau so zugetragen haben.

    Ida ist eine junge sympathische Frau, die genau weiß was sie will. 1912 haben Frauen noch nicht unbedingt das getan was sie tun wollten, eher haben sie von ihren Eltern gesagt bekommen, was sie zu tun haben. Nicht so Ida, die sich gegen den Willen ihrer Eltern in Dublin eine Arbeit und eine Unterkunft sucht. Auch war es nicht üblich, dass junge Frauen einfach auf der Straße wildfremde Männer ansprechen. Aber genau diese Vorgehensweise macht Eindruck auf den jungen Mann und als er sieht wie gut Ida zeichnen kann, empfiehlt er sie weiter an Cian O’Connor.

    Cian O’Connor ist Arzt. Er behandelt die „Reichen und Schönen“ und mit dem dort eingenommenen Geld behandelt er an mehreren Tagen in der Woche die Menschen in den Armenvierteln von Dublin unentgeltlich. Für eine Broschüre sucht er einen Maler und als ihm Ida empfohlen wird, verknüpfen sich die Lebenswege von Ida und Cian. Anfangs lässt Ida sich von Cians Art einschüchtern, aber bald schon hat er ihr Herz gewonnen.

    Ich mag Bücher aus deren Informationen man als Leser noch etwas lernen bzw. sein Wissen auffrischen kann. So habe ich mich vorher nie mit dem Osteraufstand bzw. dem Kampf der Iren für die Unabhängigkeit von Großbritannien beschäftigt. Schon während ich das Buch gelesen habe, hab ich diesbezüglich einige Wissenslücken geschlossen. Das Thema ist sehr interessant, da der missglückte Osteraufstand trotzdem die Wende für Irland und somit die Unabhängigkeit von Großbritannien gebracht hat.

    Susanne Goga versteht es hervorragend die Gefühle zwischen Leser und den Protagonisten zu transportieren. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert und Ida und Cian passgenau in die historischen Gegebenheiten, die sich damals zugetragen haben, hineingewoben.

    Die Figuren wachsen an ihren Aufgaben und für den einen oder anderen führt der Weg in den Tod. Rebellion ohne Blutvergießen ist nicht möglich. Und Menschen, die ihr Leben für ihre Ziele lassen müssen (wollen!), wird es immer wieder geben.

    Das Ende des Buches hinterlässt eine gewisse Traurigkeit die noch etwas nachklingen wird. 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Hamburg - Dublin, 1912.

    Die junge Ida Martens macht sich auf den Weg nach Irland, um in Dublin ihre Freundin Grace Gifford zu besuchen. Die Eltern können diesem Wunsch nichts abgewinnen, sie sähen die Tochter viel lieber unter einer guten Haube. Ob sie ahnen, dass diese Reise das Leben Idas komplett auf den Kopf stellen wird?
    Die Kaufmannstochter, der es an nichts mangelte, außer vielleicht an Verständnis und elterlicher Liebe, fühlt sich in Dublin auf Anhieb wohl: die - im Vergleich zu Hamburg deutlich kleinere - Stadt zeigt sich freundlich und offen. Aus dem angedachten Besuch wird mehr und Ida sucht sich ein eigenes Zimmer. Bei der Wirtin Mrs Fitzgerald und in ihren vier Wänden fühlt sie sich nicht nur sehr wohl, sondern kann auch gut malen, da sie die nötige Helligkeit hat. Schon bald lernt Ida Menschen kennen, geht ihrer Leidenschaft, dem Malen, nach und sucht sich eine Arbeitsstelle, um ihr Zimmer finanzieren zu können.
    Doch sie lernt auch die Schattenseiten Dublins kennen: Straßen, in denen das Elend herrscht und die Bewohner ums blanke Überleben kämpfen. Bei einem Streifzug durch die Henrietta Street lernt sie Cian O'Connor kennen, einen jungen Arzt, der sich sehr in den Armenvierteln engagiert. Seine schroffe Art täuscht nicht darüber hinweg, dass er sein Herz am rechten Fleck hat und Missstände gerne beim Namen nennt. Aber Ida lernt auch noch andere Menschen kennen, die politische Ziele verfolgen, die durchaus auch Probleme mit der Obrigkeit mit sich bringen können... Der sehr sympathische Séan Mac Diarmada, der Ida schon bald darüber aufklärt, dass er für die Abspaltung vom Vereinigten Königreich ist, da die Briten die irische Bevölkerung schon viel zu lange knechten und somit eine wesentliche Schuld an den katastrophalen Bedingungen in den Elendsvierteln und am Hunger der Iren haben.
    Ida ist eine mutige Frau, die nicht einfach wegschauen kann, sondern stattdessen mitfühlt und bereit ist einen Beitrag zu leisten, dass es diesen Menschen, die ihr so lieb geworden sind, zu helfen. Sie zeichnet Szenen und Menschen aus den Brennpunkten und diese werden in einem kleinen Büchlein veröffentlicht. Die Zeichnungen kommen auf diesem Weg in die USA, wo sie die vielen irischen Emigranten an das Elend in der alten Heimat erinnern und für finanzielle Unterstützung werben soll. Und es funktioniert: das Buch ist nicht nur künstlerisch beeindruckend, sondern beschert auch einiges an Geld...
    Ida hat inzwischen einen festen Freundeskreis, der zwar durchweg nicht aus den armen Schichten stammt, sich aber für die Verbesserung der Lebenssituationen einsetzt. Einige lindern die Not, wo sie nur können, doch Ida merkt bald, dass etliche auch der Meinung sind, dass das Übel bei der Wurzel gepackt werden muss und die Briten aus Irland verjagt werden müssen - nur dann können sich die Iren vom Joch aus Hunger und Armut befreien. Dass das nicht einfach wird, ist auch Ida klar, doch sie ist erstaunt, dass einige ihrer Freunde auch weiter gehen würden und auch Gewalt nicht ausgeschlossen ist. Je länger sie in Dublin bleibt, je mehr sie kennenlernt und je enger die Freundschaften und ihre Beziehung wird, desto mehr begreift sie die Idee eine Unabhängigkeit. Ist das nicht auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte? Hat sie nicht auch das Heft in die Hand genommen und ist inzwischen eine unabhängige Frau, die ihr Leben und ihr Glück in die eigene Hand genommen hat?
    Doch während die Verfechter eines eigenständigen Irlands ihre Pläne schmieden und Ida ihnen nahe ist, zieht ein anderes Gewitter über Europa auf: als in Sarajevo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand mitsamt Ehefrau erschossen wird, ist der große Krieg nicht mehr aufzuhalten. Ein Weltgeschehen, das auch an Ida nicht spurlos vorbeigeht...

    Was für ein großartiges Buch! Die Autorin Susanne Goga hat eine packende, berührende Geschichte aus dem Herzen Europas geschrieben. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, wie die Iren noch vor 100 Jahren gelitten haben - eine Tatsache, die bis heute Konsequenzen auf das Verhältnis zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich hat. Susanne Goga berichten vom Wunsch nach Unabhängigkeit - vom jahrelangen Kampf der Iren um Freiheit und eine Republik. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sie dafür auf eine Vielzahl an realen Persönlichkeiten zurückgreift, die sie allesamt mit einer tollen Tiefe ausstattet, so dass sie nicht nur authentisch, sondern auch ungemein sympathisch daherkommen. Wer sich mit der irischen Geschichte auskennt, der wird natürlich ahnen, wie das historische Geschehen seinen Lauf nimmt - aber dadurch wird der Lesegenuss keineswegs geschmälert. Denn man kann mit den Charakteren mitgehen, ihre Beweggründe erfahren, ihre Entscheidungen überdenken und hinterfragen. Wer wenig oder keinerlei Kenntnisse der Geschichte Irlands hat, der kann abtauchen und neben einer sehr interessanten Handlung auch einige Fakten lernen. Im besten Fall macht das neugierig - ich habe mich einige Male ertappt, wie ich recherchiert habe und mich über alte Bekannte und allerlei Wissenswertes gefreut habe.

    Mein Liebling war neben Ida vor allem Séan, aber auch Joe (Seosamh Máire Pluincéid), Tom (Tomás Mac Donnchadha), die Countess Constance Markievicz und Cian mochte ich wirklich gerne. Mit all diesen Figuren habe ich mitgefühlt und mitgelitten - ja, zum Ende sogar Tränen vergossen. Wie gut, dass wir im Jahr 2015 leben und wissen, welches Ende es mit Irlands Freiheit nahm.

    "Der dunkle Weg" hat mich gefesselt und mitfühlen lassen - über einen solch dichten, historisch perfekt recherchierten Roman, der einen so intellent unterhält, kann ich mich einfach nur freuen. Für mich definitiv ein echtes Highlight!

    Fazit: Unbedingt lesen! Und wenn das Buch gerade nicht zur Hand ist: 'Fields of Athenry' hören... 

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    Heimfinderins avatar
    Heimfinderinvor 3 Jahren
    Eine junge Frau sucht in Irland eine neue Heimat - und Irland sucht die Freiheit

    Inhalt
    Die junge Hamburgerin Ida verlässt 1912 ihre Heimat, um eine Freundin in Irland zu besuchen. Schnell hat sie die Stadt Dublin und die Menschen, die sie dort kennenlernt, in ihr Herz geschlossen und beschließt, gegen den Willen ihrer Eltern, zu bleiben. Sie sucht sich eine Wohnung und eine Arbeit und beginnt zu malen. Denn Ida ist Künstlerin und fängt mit schnellen Strichen die Persönlichkeit von Menschen und Situationen ein. Schon bald findet sie sich in den Elendsvierteln wieder, um die Menschen zu malen und damit auf deren Leben aufmerksam zu machen.

    Dort trifft sie auch auf den abweisend und unfreundlich wirkenden Arzt Cian, der sich mit ganzem Herzen der medizinischen Versorgung der notleidenden Bevölkerung verschrieben hat. Trotz seiner schroffen Art fühlt Ida sich schnell zu ihm hingezogen. Gleichzeitig mobilisiert sich der Widerstand der Freiheitskämpfer, die im Geheimen Pläne gegen die englischen Fesseln schmieden. Idas Liebe zu Land und Leuten wird immer fester, das Leben aber auch immer gefährlicher, denn neben den Revolutionen stürzt auch noch der Erste Weltkrieg über sie alle ein und plötzlich gehört Ida zum Feind. Sie muss sich entscheiden, wohin sie gehört...

    Meine Meinung
    Sehr gut gefällt mir, wie historische Personen der irischen Freiheitskämpfe und historische Ereignisse, wie z. B. die Waffenlieferungen, der Osteraufstand oder auch der Einbruch des 1. Weltkrieges geschickt in die Geschichte eingewebt wurden. Auch wenn Ida und Cian erfunden sind, so hatte ich beim Lesen das Gefühl, sie hätten auch wirklich damals gelebt haben können, so lebensecht agierten sie mit den historischen Personen, die hier von der Autorin zum Leben erweckt wurden.

    Überhaupt wirkte die Atmosphäre der Zeit sehr authentisch auf mich. Nicht nur durch die schlimmen Bilder der Elendsviertel , die beschriebene Nöte der Arbeiter, die feinen Gesellschaften der reichen Familien und die gefährlichen Kämpfe der Rebellen, sondern auch durch die Gespräche und Gefühle der Protagonisten. Die Zeit und die Personen wirkten lebendig auf mich.

    Und das erreichte die Autorin bei mir trotz oder gerade durch ihren ruhigen Stil. Die Figuren bekommen genug Zeit, sich vorzustellen. So erlebte man sehr gut mit, wie sich Ida in Dublin einlebte, dort neue Freundschaften schloss und zu sich selbst fand. Auch die Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Arzt Cian wuchs langsam, aber damit um so realistischer, denn Ida war fremd im Land und musste erst einmal auf eigenen Füßen stehen und dabei die ablehnende Haltung ihrer Eltern verarbeiten, auch wenn sie ihre Liebe zu Irland schnell gefunden hatte. Und Cian trug ein belastendes Päckchen aus der Vergangenheit mit sich herum, das einer vertrauensvollen Verbindung erst einmal im Wege stand. Dazu noch Idas Angst um ihre neu gewonnen Freunde, die sich dem Widerstand verschrieben haben.

    Doch auch wenn die Autorin die Geschichte ruhig fließen lässt, so ist sie alles andere als langweilig. Im Gegenteil: ich konnte dadurch eine sehr gute Nähe zu den Figuren aufbauen und daher ganz besonders gut mit ihren Erlebnissen und ihrem Zusteuern auf Krieg und Rebellion mitfiebern.

    Ein sehr geschickter Beginn ist dabei der etwas beängstigende Prolog, den man beim Lesen die ganze Zeit im Hinterkopf behält und einen Hoffen und Bangen lässt und der sich gegen Ende dann wieder in die Geschichte einfügt. Das hält die Spannung gut oben.

    Durch die historischen Figuren und Begebenheiten sind natürlich einige Schicksale vorgegeben, wenn man die Personen kennt. Aber ich kannte sie nicht und bin entsprechend ahnungslos auf das Ende zugesteuert, auch wenn ich schlimme Befürchtungen hatte. Der Freiheitskrieg der Iren, der mit dem Osteraufstand einen dramatischen Höhepunkt erreichte, war nun mal blutig.

    Es war sehr interessant für mich, durch diesen Roman etwas über den Beginn der irischen Freiheitskämpfe zu lesen und die Menschen dahinter ein bisschen kennenzulernen und ihre Motivationen, Probleme und Konflikte zu erleben. Eingebettet in diesem Rahmen war das Schicksal von Ida und Cian für mich sehr spannend und emotional zu lesen. 

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    Nina2401s avatar
    Nina2401vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Susanne Goga beschreibt wunderbar einfühlsam die dramatischen Ereignisse in Irland vor und während des ersten Weltkrieges.
    Der Preis der Freiheit

    Als ich mich mit der jungen Deutschen Ida auf die Reise nach Irland begeben habe, wusste ich nicht, was Ida dort erwarten wird. Susanne Goga hat es mit wunderbaren Beschreibungen geschafft, mir die grüne Insel und die Hauptstadt Dublin schnell nah zu bringen. Durch Idas Augen erkunde ich die Stadt und lerne wunderbare und interessante Menschen kennen. Ich habe mich sofort wohl gefühlt, obwohl Susanne Goga auch die Elendsviertel nicht ausgelassen hat. Erinnerungen an „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt kamen hoch. Aber Susanne Goga hat für mich eine viel schönere Art auch hässliche und unangenehme Dinge zu beschreiben. Ich konnte mich regelrecht hineinfallen lassen in diese Geschichte. Anfangs war ich auf Erkundungstour und erfahre so einiges über die Konflikte und deren Hintergründe. Der Wunsch nach Freiheit ist für mich verständlicher denn je.


    Viele historische Persönlichkeiten kreuzen Idas Weg und bei einigen historischen Ereignissen bin ich hautnah dabei. Und auch das schildert Susanne Goga ruhig aber gleichzeitig sehr eindringlich. Sie spielt nicht mit mir, sie führt mich behutsam tiefer in die Geschichte von Ida, die immer enger mit Irland verbunden ist. Familiäre Konflikte, die anfangs etwas schwierige Liebe zwischen Ida und Cian und Idas künstlerische Begabung nehmen genau so viel Raum ein wie die historisch belegten Ereignisse. Dadurch bleibt die Geschichte lebendig.


    Susanne Goga hat ihr Buch in drei Teile gegliedert. Die Ankunft und das behutsame Kennenlernen. Die Ausläufer des ersten Weltkrieges, die auch Irland erreichen. Und dann der unausweichliche Aufstand der Iren. Obwohl Susanne Goga sehr ruhig erzählt, knistert die Spannung zwischen den Zeilen. Wer sich ein bisschen mit der Geschichte Irlands auskennt, weiß, welche Ereignisse bevorstehen. Und bis dahin habe ich einige der Betroffenen so gut kennen gelernt, dass mir die Tragik sehr unter die Haut geht.


    Auf dem Umschlag wird dieses Buch als mitreißende Liebesgeschichte beworben, aber für mich ist es viel mehr. Denn die Liebesgeschichte ist nur das Gerüst, um das sich die spannenden Geschehnisse winden. Besonders der letzte Abschnitt ist sehr traurig, aber am Ende bleibt ein Gefühl der Hoffnung.

    Fazit: Susanne Goga beschreibt wunderbar einfühlsam die dramatischen Ereignisse in Irland vor und während des ersten Weltkrieges.

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