Susanne Hornfeck Torte mit Stäbchen

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Inhaltsangabe zu „Torte mit Stäbchen“ von Susanne Hornfeck

Eine Jugend in Schanghai Während der Reichspogromnacht 1938 wird auch die Konditorei des Ehepaars Finkelstein zerstört. Als Frau Finkelstein aktiv wird und es nicht nur schafft, den Vater aus der Schutzhaft zu holen, sondern auch Tickets erster Klasse für eine Schiffspassage nach Schanghai zu ergattern, macht sich das Ehepaar mit seiner Tochter Inge auf in eine ungewisse Zukunft. Was für ihre Eltern ein Schrecken ist, ist für Inge das große Abenteuer: Während die Eltern in Schanghai ums Überleben kämpfen, erobert sie mit ihrem Freund Sanmao die Stadt, die Menschen und die Sprache. Dann endlich ist der Krieg aus. Finkelsteins atmen durch und schöpfen Hoffnung. Sie zögern nicht lange und verlassen China, sobald es ihnen möglich ist, in Richtung Australien. Wieder steht Inge am Kai und winkt einem Schiff nach. Sie wird in Schanghai bleiben, zusammen mit ihrem »Halb drachen« Sanmao. Eine Reise in das Schanghai der 30er- und 40er-Jahre - mit Stadtplänen, Zeittafel, Literaturverzeichnis und Glossar. Jugendbuchpreis der Jury der Jungen Leser 2013, Altersgruppe 13-14 JahreBuch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, Juli 2012

Im Vordergrund der Geschichte stand nicht der Nationalsozialismus, sondern das Abenteuer in einem fremden Land als Kind / Teenager :-)

— Milonie
Milonie

Ein Jugendroman von überdurchschnittlicher Qualität, der das Thema Holocaust von einer ganz anderen Seite angeht.

— Barbara62
Barbara62

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  • Exil in Schanghai

    Torte mit Stäbchen
    Barbara62

    Barbara62

    20. February 2015 um 11:30

    Nach der Reichskristallnacht gelingt es der brandenburgischen Familie Finkelstein, die heimische Konditorei zu verkaufen und eine Schiffspassage ins ferne Schanghai zu ergattern. Während ihr jüdischer Vater und die evangelische Mutter das Trauma des Heimatverlustes schwer verkraften, saugt die zehnjährige Inge begierig alles Neue auf. In Schanghai angekommen, öffnet sie sich der neuen Kultur und ist magisch angezogen von der Sprache, den Schriftzeichen und dem bunten Leben auf der Straße. Zwangsläufig wird sie für die Außenkontakte der Familie zuständig und feilscht auf dem Markt mit den Händlern. Das Schicksal scheint der Familie zunächst wohlgesonnen, denn Herr Finkelstein findet eine Anstellung in einer deutschen Konditorei, seine Frau übernimmt Schneiderarbeiten und Inge findet in Sanmao, einem „Halbdrachen“ (Mischling) einen Freund, der ihr bereitwillig die Stadt zeigt. Doch als die Japaner in Schanghai die Herrschaft übernehmen, müssen die Juden in ein Ghetto und der Vater verliert seine Arbeit. Nun lastet noch mehr Verantwortung auf Inge, die mit ihrem Fahrrad als Kurierin zwischen zwei Welten unterwegs ist. Nach dem Krieg gibt es für Inges Eltern eine böse Überraschung: Während Schanghai für sie nur vorübergehende Zuflucht war, ist Inge hier heimisch geworden und möchte Sinologie studieren. Sie ist zu einer starken Persönlichkeit herangewachsen und verliebt. So ziehen die Eltern alleine weiter nach Australien. Ein sehr bildreicher, atmosphärischer, informativer, aber keineswegs belehrender Roman über das Erwachsenwerden in einer fremden Kultur für Mädchen ab 13 Jahren. Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, Juli 2012

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  • Torte mit Stäbchen

    Torte mit Stäbchen
    mecedora

    mecedora

    1938, Inge Finkelstein ist zusammen mit ihren Eltern auf dem Weg nach Shanghai - hinaus aus dem Land, in dem gerade in der Reichspogromnacht die Fensterscheiben und Einrichtungen unzähliger jüdischer Geschäfte, Wohnungen und Synagogen zerstört wurden. Dem Land, in dem das Leben für Bürger jüdischen Glaubens immer stärker durch Restriktionen, Schikane und Hassparolen bestimmt wird. Deutschland kann für die Finkelsteins, die ihre Konditorei verloren haben, nicht mehr Heimat sein. Sie haben Glück - Glück, genug Geld für die Überfahrt in die schützende Fremde aufbringen zu können, Glück, dass Inges Vater rechtzeitig aus dem Lager entlassen wird, gezeichnet zwar und traumatisiert, aber lebend. Glück, das Land verlassen zu können, bevor alles noch viel schlimmer wird. Doch Schanghai ist fremd. Die von den Japanern geregelte Stadt in China bietet Hunderten von Flüchtlingen einen Zufluchtsort - aber sie erweist sich auch unzugänglich, undurchschaubar, absolut gegensätzlich zu allem, was die Menschen bislang kannten. Inge jedoch sieht die Stadt, die fremde Sprache, die fremden Gerüche und Geräusche als Abenteuer und fasst schneller Fuß als ihre Eltern. Und während in Deutschland, am anderen Ende der Welt, alles Bekannte zugrunde geht, kämpfen die Finkelsteins in Shanghai darum, eine neue Heimat zu finden. Susanne Hornfecks Roman "Torte mit Stäbchen" ist einer von einer ganzen Reihe von Jugendromanen, die sich mit der NS-Zeit, der Judenverfolgung und dem zweiten Weltkrieg befassen. Er macht dies allerdings auf eine gänzlich andere Weise als viele der anderen Bücher zu diesem Thema, fasst er doch einen Schauplatz ins Auge, der selten im Fokus liegt und vielen von uns heute noch so fremd und fern erscheint wie den Finkelsteins und vielen anderen jüdischen Flüchtlingen damals, als Shanghai ihnen einen letzten Zufluchtsort bot. Ein interessanter Ansatz - leider nicht optimal umgesetzt. Vor allem für Jugendliche, denen die ganze Thematik vielleicht noch ein wenig fremd ist, die die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und Ereignisse im Deutschland der 30er Jahre - und erst recht nicht die in weltpolitischer Dimension - vielleicht noch nicht allzu gut kennen, für sie fehlen in diesem Buch ganz einfach Informationen und Hintergründe, Entwicklungen und Begründungen. Die Einordnung des Geschehens im Buch, das "neue" Leben der Finkelsteins in Shanghai, all dies wird in "Torte mit Stäbchen" nur ansatzweise in das große Ganze, in das damalige Weltgeschehen, eingeordnet. Neben dieser für mich in einem derart angelegten Buch so wichtigen historischen Tiefe bleibt der Roman auch in anderen Aspekten an der Oberfläche: die Konfrontation mit der Fremde wird wenig greifbar, das Gefühl, sich in einer völlig anderen Gesellschaftsform und einer völlig anders sozialisierten Welt wiederzufinden. Auch die Figurenentwicklung geschieht ein wenig sprunghaft. "Torte mit Stäbchen" ist ein nicht nur für Jugendliche thematisch interessanter Roman, der jedoch, vor allem hinsichtlich der historischen Dimension, an Detailreichtum und eingeflochtenem Hintergrundwissen mangelt. Drei Sterne vergebe ich für diesen leider nicht völlig überzeugenden Roman aus Susanne Hornfecks Feder.

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  • Rezension zu "Torte mit Stäbchen" von Susanne Hornfeck

    Torte mit Stäbchen
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    19. February 2012 um 08:52

    KLAPPENTEXT: Während der Reichspogromnacht 1938 wird auch die Konditorei des Ehepaars Finkelstein zerstört. Als Frau Finkelstein aktiv wird und es nicht nur schafft, den Vater aus der Schutzhaft zu holen, sondern auch Tickets erster Klasse für eine Schiffspassage nach Shanghai zu ergattern, macht sich das Ehepaar mit seiner Tochter Inge auf in eine ungewisse Zukunft. Was für ihre Eltern ein Schrecken ist, ist für Inge das große Abenteuer: Während die Eltern in Shanghai ums Überleben kämpfen, erobert sie mit ihrem Freund Sanmao die Stadt, die Menschen und die Sprache. Dann endlich ist der Krieg aus. Finkelsteins atmen durch und schöpfen Hoffnung. Sie zögern nicht lange und verlassen China, sobald es ihnen möglich ist, in Richtung Australien. Wieder steht Inge am Kai und winkt einem Schiff nach. Sie wird in Shanghai bleiben, zusammen mit ihrem »Halb drachen« Sanmao. ZUM AUTOR: (Quelle: DTV) Susanne Hornfeck, Dr. phil, ist Germanistin und Sinologin, Autorin und Übersetzerin. Fünf Jahre lebte und lehrte sie in Taipei. 2007 wurde sie mit dem renommierten C.H. Beck Übersetzerpreis ausgezeichnet. EIGENE MEINUNG: Jedes Mal, wenn ich ein Buch über den Nationalsozialismus im zweiten Weltkrieg lese, bin ich aufs neue schockiert, wie weitreichend und grausam dieser Krieg doch war. So wusste ich bspw. nicht, dass er sogar China erreichte und Deutschland 1940 einen „Dreimächtepakt“ mit Italien und Japan schloss. Japan bombardierte im Zuge dieser „neuen Ordnung“ China, wo jüdische Flüchtlinge Unterschlupf fanden, als sie in andere Länder schon nicht mehr eingelassen wurden. Wir schreiben das Jahr 1938: Inge Finkelstein ist mit ihren Eltern auf einem Schiff voller Kriegsflüchtlinge auf dem Weg nach Shanghai. Inges Vater ist Jude und ihre evangelische Mutter wird der „Blutschuld“ bezichtigt, da sie nicht nur einen Juden geheiratet, sondern auch noch ein Kind mit ihm bekommen hat. In Deutschland haben sie deswegen ihren Status als angesehene Konditoren Familie verloren. Mit der Aussicht auf ein besseres Leben haben sie ihr Café verkauft, um nach China reisen zu können. Doch die Arme des Nationalsozialismus sind lang und weitreichend, und so müssen sie mit allerhand Vorurteilen, Gesetzen und Wirrungen kämpfen, bis es für sie möglich ist wieder ein geordnetes Leben führen zu können. Mit ihrem zweiten Jugendbuch „Torte mit Stäbchen“ ist Susanne Hornfeck ein sehr lehrreiches und gutes Buch gelungen, dass die Geschichte des zweiten Weltkriegs mit der Kultur Chinas verbindet. Ich habe von Erdkunde über chinesische Namensgebung bis hin zur Unterwäsche, die man in dieser Zeit in China trug sehr viel neues und interessantes erfahren, ohne mich zu langweilen oder das Gefühl zu haben belehrt zu werden, denn Susanne Hornfeck hat dies in eine spannende Geschichte mit tollen Charakteren verpackt. Zum einen wäre dort Inge, die neugierig und klug, aber auch mutig und gewitzt ist. Sie lässt sich durch nichts unterkriegen, findet für alle Lösungen ein Problem und lebt nach dem Motto:“Wer fragt kommt weiter“. Ihre Eltern sind ähnlich. Auch ihre Mutter ist eine taffe Frau, die, wie man so schön sagt, aus der Not eine Tugend macht und sich für nichts zu fein ist, um ihre Familie ernähren zu können. Willi Finkelstein ist, obwohl er seine Religion nicht mal praktiziert, in Deutschland bereits in Kriegsgefangenschaft gewesen, was man ihm deutlich anmerkt, denn die Schrecken des Konzentrationslagers lasten schwer auf seinen Schultern. Er gibt oftmals sich die Schuld an der Lage der Familie, weil er ein Jude ist. Auf der Schiffsreise lernt Inge Max kennen. Einen vorwitzigen, aber auch netten Jungen, der, wenn er sehr aufgeregt ist seinem schwäbischen Mutterdialekt verfällt, was immer ein wenig Frische in die Geschichte bringt. In Shanghai lernt Inge den deutsch-chinesischen Jungen Simon – genannt Sanmao – kennen. Schnell verbindet sie eine innige Freundschaft und vielleicht sogar noch ein klein wenig mehr. Obwohl Inge von der Kultur Chinas begeistert ist und schnell lernt sich anzupassen, und auch ihre Eltern relativ gut Fuß fassen, müssen sie doch lernen, was es heißt einer anderen Kultur anzugehören und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind. Susanne Hornfecks Schreibe ist klar, einfach und leicht verständlich. Sie liest sich sehr flüssig, ist aber auch sehr bildlich, so dass schnell eine tolle Atmosphäre entsteht.Shanghai wirkt sehr bunt. Dort gibt es viele Nationen, viele unterschiedliche Sprachen werden gesprochen. Chinesische Kultur und ein besonderes Flair (vor allem bei Besuchen auf dem Wochenmarkt), das sehr authentisch rüber kommt, haben mich sehr begeistert. Die Geschichte spielt im Zeitraum 1938 – 1947, weshalb Inge nicht nur den zweiten Weltkrieg, sondern auch Japans Angriffe auf China mehr oder weniger miterlebt. Es ist eine Zeit der Armut und Not, aber auch eine Zeit des Zusammenhalts und wahrer Freundschaft. Susanne Hornfeck bringt sehr sachlich, aber eindringlich und ohne zu erdrücken, den Schrecken des zweiten Weltkriegs rüber. Verdeutlicht noch ein mal wie unsinnig die Verfolgung von Menschen ist, die eine andere Hautfarbe haben oder einer anderen Religion angehören. FAZIT: „Torte mit Stäbchen“ ist ein sehr lehrreiches, aber auch schön geschriebenes Buch für Leser jeden Alters, das die Lebensgeschichte einer Familie in China während des zweiten Weltkriegs liest. Sehr geeignet für diejenigen, die wenig darüber wissen, aber auch für diejenigen, die gern ein gutes Buch lesen.

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