Susanne Klaffenböck-Pointecker

 4.7 Sterne bei 10 Bewertungen

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Die Bürde der Schatten

Die Bürde der Schatten

 (10)
Erschienen am 28.04.2012

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Rezension zu "Die Bürde der Schatten" von Susanne Klaffenböck-Pointecker

historischer Roman über eine fast unmögliche Liebe
Waldschratvor 5 Jahren

Auch wenn das Cover viele nicht beeindrucken wird, der Inhalt hat es durchaus in sich. Man lernt Franziska in einer sehr schweren Zeit kennen, sie sieht Zeit ihres Lebens merkwürdige Erscheinungen, wird deswegen in ihrer Heimat von vielen wie eine Aussätzige behandelt und fällt beinahe einem Lynchmob zum Opfer. Die weitere Geschichte wurde so gut erzählt, dass ich das Buch rasch beendet hatte, da ich unbedingt wissen wollte, ob das Leben für Franziska noch mehr bereit hält, als nur Vorurteile und Ungerechtigkeit. Denn der größte Übeltäter ist wohl ihr herrschsüchtiger und verstockter Vater, der sie und ihre Mutter quält und seine Tochter an ihren viel zu alten Onkel verschachert.

Dieser historische Roman, der vor, während und nach des zweiten Weltkrieges spielt, hat aber auch einen kleinen paranormalen Touch. Franziska sieht nämlich des Nachts Schatten und diese sind nichts anderes als die Seelen der Toten. Erst später lernt sie diese Gabe auch von einer schönen Seite kennen. Denn als Kind hatte sie deswegen ständig Angst und keine Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Für den Vater ist diese Gabe sogar eine Schande und er schürt im Ort fleißig die Vorurteile. Vater des Jahres würde ich mal behaupten…

Richtig gut fand ich auch die Zitate bzw. Sprüche, die in die Erzählung eingeflochten wurden. Sie sind ganz niedlich gestaltet und geben der manchmal recht düsteren Stimmung eine verspielte Note.

Den Stern bzw. Bewertungsgeist Abzug gab es für Franziska und ihren Charakter, der sich im Laufe des Buches entwickelt. Am Anfang tat sie mir unendlich Leid und ich fand diese Ungerechtigkeit zum Schreien. Im Laufe der Erzählung fand ich sie aber immer ich-bezogener, es ging immer nur um sie und ihre Probleme. Als Beispiel kurz nach Kriegsende: Franziska meint, dass es nicht viele Sachen in den Geschäften gibt, die Leute aber durchaus zufrieden sind. Nur sie ist gepeinigt mit ihrem Kummer. So ein Unsinn. Viele Menschen haben ihre Liebsten verloren und/oder mussten sich eine neue Existenz aufbauen. Der egoistische Zug an ihr hat mir zum Ende hin dann nicht mehr so gut gefallen, daher die 4/5er Bewertung.

Alles in allem aber ein sehr spannender historischer Roman über eine fast unmögliche Liebe in den Zeiten des Krieges. Oft habe ich mir auch einen Lucien gewünscht, der meine Sprache für mich lernt und alle Hebel in Bewegung setzt, um mich sehen und lieben zu können :-*

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Rezension zu "Die Bürde der Schatten" von Susanne Klaffenböck-Pointecker

Die Bürde der Schatten
Naddlpaddlvor 5 Jahren

Alles spielt sich in Schärding im Jahre 1935 ab. Franziska wird jede Nacht von den Stimmen und Schatten der Toten heim gesucht. Doch genau wegen dieser Gabe wird sie von ihren Mitmenschen verspottet und alleine gelassen. Die einzige Freundin die ihr bleibt, ist Magdalena, die stets an Franziskas Seite bleibt.

Doch es soll noch schlimmer kommen. Franzi ist ihrem Vater ein Dorn im Auge und er will sie eigentlich nur los werden. Um dies schnellst möglich hinter sich zu bringen beschließt er Franzi mit ihrem Schwager Johann zu verheiraten. Franzis Schicksal ist unausweichlich: Ein Leben ohne Liebe und Hoffnung. Als sie jedoch den Zwangsarbeiter Lucien kennen lernt wird ihr Leben wieder auf den Kopf gestellt. Die Stimmen der Toten versiegen und Franzi scheint endlich erfahren zu dürfen, was Liebe und Leidenschaft bedeutet. Für Franzi steht fest: Sie will für immer mit Lucien zusammen leben, doch dieser muss nach Ende des Krieges zurück in sein Heimatland. Ob die junge Liebe all diese Strapazen überstehen wird?

Dieses Buch habe ich auf Grund einer Blogtour gelesen. Beworben wurde hier nur mit einem kurzen Text zum Inhalt. Das hat mich sofort neugierig gemacht, hätte ich das Cover zum Buch gesehen, wäre ich wohl eher nicht darauf aufmerksam geworden. Ich finde den Titel schwer zu lesen und auch sonst ist eigentlich alles an diesem Cover unglücklich gewählt. Umso gespannter war ich darauf ob der Inhalt mehr überzeugen kann.

Ich habe schon lange keinen historischen Roman mehr gelesen, hatte aber mal wieder so richtig Lust und ich muss sagen ich wurde hier nicht enttäuscht. Entgegen des Äußeren Eindruckes wird man hier in eine wirklich tolle Geschichte geschmissen.

Franziska fristet ihr Leben in Einsamkeit, nicht mal ihre Eltern wollen so recht etwas mit ihr zu tun haben, auf Grund ihrer Gabe die Toten sehen zu können. Eigentlich möchte Franzi nichts anderes als raus aus diesem tristen Leben zu kommen. Ich habe Franzi sehr schnell lieb gewonnen, denn trotz ihres eher tristen Lebens und trotz der Schwierigkeiten, die sie hat, ist sie ein lebensfrohes Mädchen und kann sich schnell für Dinge begeistern. Zusammen mit ihrer Freundin Magdalena gibt sie ein absolut sympathisches Gespann ab und die beiden gehen wirklich durch dick und dünn.

Da dies der erste Roman der Autorin ist, bin ich davon ausgegangen einen Haufen Rechtschreibfehler und einen nicht wirklich ausgefeilten Schreibstil vorzufinden, doch ich wurde überrascht. Das Buch liest sich total flüssig und die Autorin hat wirklich gute Arbeit geleistet und auch die Sprache, wo man sie damals gesprochen hat wunderbar hinbekommen.

Schade finde ich, das Franzis Gabe für mich irgendwie eher eine Nebenrolle spielt. Ich hatte gehofft, das mehr darauf eingegangen wird und diese Gabe viel wichtiger für die Geschichte sein wird. Aber es dreht sich überwiegend um Franzis Leben generell und im speziellen um die Liebe. Doch dies tat meiner Begeisterung nur wenig Abbruch. Ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben und freue mich darüber, dass hinter diesem etwas unschönen Äußeren doch noch ein wahrer Schatz zu finden war!

Leser die gerne historische Romane mit vielen Emotionen lesen sollten hier zugreifen! Dieses Buch hat bei mir 4 Schmetterlinge verdient. Leider muss ich einen abziehen, da ich mich doch sehr auf die Sache mit den Toten und ihren Seelen gefreut habe und sie einfach für mich viel zu kurz kam.

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joletas avatar

Rezension zu "Die Bürde der Schatten" von Susanne Klaffenböck-Pointecker

Die Gabe zu sehen, wer stirbt...
joletavor 5 Jahren

Klappentext:

Schärding im Jahr 1935: Nacht für Nacht wird Franziska von den flüsternden Schatten der Toten heimgesucht. Sie wandeln durch ihr Zimmer, kommen ihr ganz nahe. Wegen ihrer Gabe wird sie von den Mitmenschen gemieden und fristet ein einsames Dasein. Nur ihre Freundin Magdalena begleitet sie stets treu durch jede Lebenslage. Als Franziskas Vater sie mit seinem alten Schwager Johann verheiratet, scheint ihr Schicksal besiegelt: Auf die junge Frau wartet ein Leben ohne Liebe und Hoffnung. Erst als Franziska dem Zwangsarbeiter Lucien begegnet, scheint sie die Stimmen der Toten zu besiegen. Vom Zauber der Liebe gefesselt, gibt sie sich der verbotenen Leidenschaft hin. Franziska ist beseelt von dem Wunsch, dieses Glück für immer zu halten, doch nach Ende des Krieges ist Lucien gezwungen, in seine Heimat zurückzukehren. Eine mitreißende Geschichte über eine große Liebe in einer Zeit, die mehr vom Sterben als vom Leben spricht.




Ich meine dazu:

Eigentlich dachte ich eher, daß das Buch nichts für mich ist, darum hatte ich auch nicht am Gewinnspiel teilgenommen. Nach meinem etwas holprigen Auftritt auf der Seite der Autorin hier bei Buchgesichter, lernte ich ein ganz klein wenig von Susanne kennen und ihre Geschichte zum Buch. Das machte mich so neugierig, daß ich es nun doch unbedingt lesen wollte. Da ich mir nicht wirklich Chancen ausrechnete, es zu gewinnen, kaufte ich es eben...

Fast elf Jahre begleitet man Franziska auf ca 250 Seiten. Sie ist eine sehr sympathische Frau, die während dieser zeit und auch schon zuvor in ihrer Kindheit, viel Leid ertragen mußte. Und in den Wirren des Krieges, wo die meisten Menschen unglücklich sind, erlebt sie ihre glücklichste Zeit...
Bei allem Freud und Leid, immer treu an ihrer Seite, ist Magdalena, ihre beste Freundin.

Das Buch ist in einem sehr gut zu lesenden, flüssigem Schreibstil verfaßt. Es erinnert eher ein wenig an einen Bericht oder an Tagebucheinträge, wodurch elf Jahre gut in dieses Format passen, ohne dabei aber an Gefühl zu verlieren. Die Stimmung des Buches empfand ich die meiste Zeit ein wenig düster, was aber auch gut in diese Zeit paßt.

Einen Punkt Abzug habe ich dennoch: Dieses „Liebe auf den ersten Blick“-gerede fand ich ein wenig zu kitschig, tut aber dem Buch nicht wirklich einen Abbruch...

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